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Full text of "Jahresbericht über die Erscheinungen auf dem Gebiete der germanischen Philologie"

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JAHRESBERICHT 

ÜBER DIE 

ERSCHEINUNGEN AUF DEM GEBIETE 

DER 

&EE1AE[SCHEI PKELOLO&IE 

HERAUSGEGEBEN 

VON DER 

GESELLSCHAFT FÜR DEUTSCHE PHILOLOGIE 

IN BERLIN 

FÜNFUNDDREISSIGSTER JAHRGANG 

1913 







LEIPZIG 

0. R. REISLAND 

1915 



Vorwort. 

Der 85. band des Jahresberichts ist ein Zeitgenosse unseres 
großen krieges. nach seinem ausbruch in angriff genommen, ist 
er während seines Verlaufes und bevor noch das ende des ge- 
waltigen ringens in aussieht steht, zur gewohnten zeit fertiggestellt 
worden, von allen 20 abteilungen ist nur eine ausgefallen: Hoch- 
deutsche mundarten, deren bearbeiter (Dr. Teuchert) als Ober- 
leutnant im felde steht, die schon fast üblichen Schwierigkeiten, 
die den druck eines bandes zu begleiten und zu verzögern pflegen, 
sind auch diesmal nicht ausgeblieben; ein mitarbeiter ist trotz 
wiederholter Zusicherung frühzeitiger ablieferung mit seinem bei- 
trag gar dreiviertel jähre im rückstand geblieben! 

leider haben wir über große säumigkeit in der einsendung 
des Jahresbeitrags der mitglieder, der eigentlich unabhängig von 
der lieferung des Jahresberichts zu beginn des kalenderjahrs fällig 
ist, trotz rechtzeitiger mahnung zu klagen, wir weisen darauf 
hin, daß es der leitung der herausgäbe nicht möglich ist, zu wieder- 
holten malen den versand des fertigen bandes vorzunehmen, die- 
jenigen mitglieder, die trotz mahnung den Jahresbeitrag nicht ein- 
senden, können den fälligen band nicht zugesandt erhalten und 
müssen ihn später zu erheblich teuererem preise durch den buch- 
handel beziehen. einen versand unter nachnahme können wir 
gegenwärtig nicht vornehmen, da wir nicht wissen, welche mit- 
glieder im felde stehen. 



IV Vorwort. 

so möge er denn auch dieser band in schwerer zeit hinaus- 
gehen und in seinen bescheidenen grenzen zeugnis ablegen von 
der durch keine macht der erde zu brechenden tatkraft unseres 
Volkes auch innerhalb seiner wissenschaftlichen verbände. 

Für die gesellschaft für deutsche philologie 
in Berlin, 

die redaktion des Jahresberichts: 

Dr. Sigmund Feist. 

Berlin N. 54, 
Weinbergsweg 13. 



der vorstand besteht aus den herren: 

Realgj^mnasialdirektor prof. dr. G. Boetticher, NO. 18, Elisabeth- 
straße 57/58 (versitzender); 

Oberlehrer prof. dr. J. Bolte, SO. 26, Elisabeth-Ufer 37 (Schrift- 
führer) ; 

Oberlehrer dr. H. Lehre, Berlin-Pankow, Breitestr. 15 (Schatz- 
meister). 



Inhalt. 



(Die ausführliche gliederung der einzelnen abteilungen befindet sich an 

ihrem köpfe.) 



L Teil. 

A. Allgemeines. 

Seite 

I. Geschichte der germanischen philologie (J. Luther) 1 

II. Vorgeschichte und frühgeschichte (S. Feist) . . . 14 

III, Allgemeine Sprachwissenschaft und allgemeine ver- 

gleichende literaturgeschichte (F. Hartmann, 

G. Boetticher) 46 

B. Sprache und literatur. 

IV. Gotisch (S. Feist) 82 

V. Deutsch in seiner gesamten twickelung (S. Feist, 

P. Habermann, G. Boetticher) 78 

VI. Althochdeutsch (K. Helm) 98 

Vn. Mittelhochdeutsch (K. Helm, G. Boetticher) . . 110 

Vni. Neuhochdeutsche spräche (S. Feist) 143 

IX. Neuhochdeutsche literatur bis 1624 (J. Bolte, 

J. Luther) 166 

X. Hochdeutsche mundarten (fällt aus) 

XI. Niederdeutsch (W. Seelmann) 182 

Xn. Niederländisch (C. H. Ebbinge-Wubben) .... 194 

XIIL Friesisch (0. Bremer) 212 



VI Inhalt. 

II. Teil. 

Seite 

XIV. Nordisch (Werner Richter) 1 

XV. Englische spräche (Walter Hübner) 28 

XVI. Englische literatur (Richard Röhm er) . . . . 50 

XVII. Volksdichtung (J. Bolte) 102 

C. Hilfswissenschaften. 

XVIII. Mythologie und sagenkunde (Wolf v. Unwerth) . 119 

XIX. A. Runenkunde (Th. v. Grienberger) .... 137 

B. Schriftkunde (S. Eeist) 144 

XX. Mittellatein und Humanismus (R. Wolkan) . . . 144 

Autorenregister 180 

Nachtrag zum Autorenregister 213 

Sachregister 220 



Abkürzungen 

für die häufiger angeführten Zeitschriften: 



t. = 



== Allgem. deutsche biographie. 

= Anzeiger für deutsches altertum, 

= Alemannia. 

= Allgemeines literaturblatt. 

= American Journal of philology. 

= Archiv für das Studium der neueren sprachen. 

= Arkiv för nordisk filologi. 

= Archiv für kulturgeschichte. 

= Archiv für religionswissenschaft. 

= Berliner philologische Wochenschrift. 

= Blätter für das gymnasialschulwesen. 

= Beiträge zur geschichte der deutschen spräche und 

literatur. 
= Bonner Studien zur englischen philologie. 
= Bulletin de la societe de linguistique. 
= Bairische Zeitschrift für realschulwesen. 
= Literarisches zentralblatt. 
= Casopis pro moderni filologii. 
Dansk historisk tidsskrift. 
Das deutsche Volkslied. 
Deutsche erde. 
Deutsche literaturzeitung. 
Early English text society. 
Englische Studien. 
Euphorien. 

Göttiugische gelehrte anzeigen. 
Germanisch-romanische raonatsschrift. 
Historisches Jahrbuch der Görresgesellschaft. 
Historische viertel jahrsschrift. 
Historische Zeitschrift. 

Anzeiger für indogermanische Sprachkunde. 
Indogermanische foi'schungen. 
Journal of English and Germanic philology. 
Jahrbuch der deutschen Siiakespeare-gesellschaft. 
Jahresbericht über die erscheinungen auf dem gebiete 
der germanischen philologie. 
JbEls.-Lothr. = Jahrbuch für geschichte, spraclie und literatur Elsaß- 
Lothringens. 
Kbl. = Römisch-germanisches korrespondenzblatt. 

Kbl.f.Anthr. == Korrespondenzblatt der deutschen gesellschaft für 

anthropologie, ethnologie und Urgeschichte. 
Kbl.Ges.Ver. = Korrespondenzblatt des gesamtvereins der deutschen 

geschichts- und altertumsvereine. 
KblSiebLk. = Korrespondenzblatt des Vereins für siebenbürgische 

landeskunde. 
LE. == Literarisches echo. 

Litbl. = Literaturblatt für germ. und roman. philologie. 



AdB. 

AfdA. 

Alem. 

AUg. Litbl. 

AJPhil. 

Archiv 

Arkiv 

AKultG. 

ARelW. 

Berl.ph.wschr. 

BfGw. 

Beitr. 

BoStud. 

BSL. 

BZfßw. 

Chi. 

CMF. 

Dansk h. 

DdVl. 

DE. 

DLz. 

EETS. 

ESt. 

Euph. 

GgA. 

GRMon. 

Hist. jb. 

Hist. Viertjs 

Hist. zs. 

Idg. anz. 

Idg. forsch. 

JEGPhil. 

JbdShG. 

Jsb. 



VIII 



Abkürzungen. 



Litbl.Fftr.Zg. = Literaturblatt der Frankfurter zeitung. 

LitRun-i schau = Literarische rundschau für das katholische Deutschland. 

Mannus = Mannus, Zeitschrift für Vorgeschichte. 

MLN. = Modern language notes. 

MLR. = Modem language review. 

MPhil. = Modern philology. 

MSchlesVk. = Mitteilungen des Vereins für schlesische Volkskunde. 

MSL. = Memoires de la societ6 de linguistique. 

Mtbl. = Monatsblätter. 

Mtschr. = Monatsschrift für höhere Schulen. 

Münch.Beitr. = Münchner Beiträge zur romanischen und englischen 

Philologie. 

Museum = Museum. Maandblad voor philologie en geschiedenis. 

Nd. jb. = Jahrbuch d. Vereins für niederdeutsche Sprachforschung. 

Nd. kbl. = Korrespondenzbl. d. Vereins f. niederd. Sprachforschung. 

NJb. == Neue Jahrbücher für das klassische altertum etc. 

Norsk h. t. = Norsk historisk tidsskrift, 

NQ. = Notes and Queries. 

NSpr. = Die neueren sprachen. 

NTfFü. == Nordisk tidskrift for filologi. 

PMLAss. = Publications of the modern languages association of 

America. 

Pal. = Palaestra. 

Polyb. = Polybiblion. 

Praehi&t.Zs. = Praehistorische Zeitschrift. 

QF. = Quellen und forschungen zur sprach- und kultur- 

geschichte der germ. Völker. 

Eev. germ. = Revue germanique. 

StudenglPh. = Studien zur englischen philologie. 

Svensk h. t. = Svensk historisk tidskrift. 

Svensk h. t. Ö. = Svensk historisk tidskrift, öfversikter og granskningar. 

Theol. Iz. = Theologische literaturzeitung. 

Tijdschr. = Tijdschrift voor nederlandsche taal- en letterkunde. 

Voss. Ztg. = Vossische zeitung. 

AVestd. zs. = Westdeutsche Zeitschrift für geschichte und kunst, 

Wien.Beitr. = Wiener beitrage zur englischen philologie. 

WS. = Wörter und Sachen. 

Wschr. = Wochenschrift für klassische philologie. 

ZfdA. = Zeitschrift für deutsches altertum. 

ZfdMa. = Zeitschrift für deutsche mundarten. 

ZfdPh. = Zeitschrift für deutsche philologie. 

ZfdU. = Zeitschrift für den deutschen Unterricht. 

ZfdWortf. = Zeitschrift für deutsche Wortforschung. 

ZfrenglU. = Zeitschrift für französischen und englischen Unterricht. 

ZfGrw. = Zeitschrift für das gymnasialwesen. 

ZföG. = Zeitschrift für die österreichischen gymnasien. 

ZfRw. = Zeitschrift für realschulwesen. 

ZfrhwV. = Zeitschrift für rheinisch-westfälische Volkskunde. 

Zf\'glLg. = Zeitschrift für vergleichende Literaturgeschichte. 

ZfvglSpr. = Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung. 

ZfVk. = Zeitschrift des Vereins für Volkskunde. 

ZSprV. = Zeitschrift des allgem. deutschen Sprachvereins. 



Erster Teil. 



I. Geschichte der germanischen Philologie. 

A. Biographie. — B. Enzyklopädie und bibliograpliie. 

A. Biographie. 

1. Biographisches Jahrbuch und Deutscher nekrolog, hrsg. 
von Anton Bettelheim. bd. 15 (vom 1. januar bis 31. dezember 
1910). Berlin, G. Reimer. 1913. VI,319 s. u. 94 sp. 12 m. 

Amim. 2. Reinhold Steig und Hermann Grimm, Achim 
von Arnim und die ihm nahe standen, bd. 2. Achim von Arnim 
und Bettina Brentano, bearbeitet von R. Steig, mit 2 porträts 
und 1 musikblatte. Stuttgart, Cotta. 1913. VII,419 s. 10 m. — 
forts. zu Jsb. 1904,1,5. 

3. Friedrich Schönemann, L. Achim von Arnims geistige 
entwicklung an seinem drama 'Halle und Jerusalem' erläutert. 
Leipzig, Haessel. 1912. XV,269 s. (Untersuchungen z. neueren 
sprach- u. lit.-gesch. n. f. h. 12.) — rec. Agnes Harnack, Archiv 
jg. 67, bd. 131 (n. s. 31; 1913),175 f. 

Auren. 4. Erik Brate, J. A. Auren (1843— 1911). Arkiv 
29(n. f. 25; 1913),295— 297. 

Braun. 5. Wilhelm Streitberg, Wilhelm Braun f (1862— 
1913), der beste kenner der gotischen handschriften auf der Am- 
brosianischen bibliothek. GRM. 5(1913),168— 170. 

Bahn; vgl.Jsb. 1912,1,17. — 6. Herbert Meyer, Felix Dahn. 
Leipzig, Breitkopf u. Härtel. 1913. IV,74 s. mit bildn. 1,50 m. 
— eine warmherzige darstellung von Dahns leben und schaffen 
aus der feder seines amtsnachfolgers, die nicht nur dem gelehrten 
sondern auch dem dichter und patrioten gerecht wird, ein schmuck 
des buches ist auch Dahns bildnis. 

Bowden. 7. Edward Dowden, professor der englischen lite- 
ratur in Dublin, f. Lbl. 1913,262. 

Bunger; vgl. Jsb. 1912,1,21. — 8. Karl Müller, Gymn.- 
konrektor, Hermann Dunger. rede. hrsg. vom zweigverein Dresden 
des ADSprV. Halle (Berlin: ADSprV.) 1912. 38 s. mit bildn. 
0,50 m. 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 1 



2 I. Geschichte der germanischen philologie. 

Franck. 9. Johannes Franck, professor zu Bonn, (1854 — 
1914), f. ZfdPh. 45(1913),531. 

Freudenthal. 10. 0. F. Hultman, Axel Olof Freuden- 
thal (1876—1911). Arkiv 29(n. f. 25; 1913),95— 102. 

11. Hugo Pipping, Minnestal över Axel Olof Freuden thal, 
hSllet vid Finska vetenskaps-societetens ärs- och högtidsdag den 
29. april 1912. Helsingfors 1913: Finska litteratursällskapets 
tryckeri. 10 s. mit bildn. 4^. (s.-a. aus: Acta societatis scien- 
tiarum fennicae. t. 42.) — hierin auch ein Verzeichnis seiner ar- 
beiten. 

Freytag; vgl. Jsb. 1912,1,23. — 12. Gustav Freytags Briefe 
an Albrecht von Stosch. hrsg. und erläutert von Hans F. Hei- 
melt. Stuttgart und Berlin, Deutsche verlags-anstalt. 1913. 
XI,338 s. 7,50 m. 

13. Alfred Dove, Neue briefe von Gustav Freytag. Hist. zs. 
bd. 112(3. f. bd. 16), 132— 149. — bespricht den geschichtlichen 
ertrag der beiden Veröffentlichungen *G. Frey tags briefe an seine 
gattin. 1912' (Jsb. 1912,1,23) und 'G. Freytags briefe an Stosch. 
1913' (s. 0. nr. 12). die erstere findet er 'befremdlich' ('schade, 
daß man sich zu einzelnen lesefrüchten . . . durch einen berg von 
greisenhaften Süßigkeiten durchkosten muß!'), bei der zweiten tadelt 
er die 'halbierung', da sie nur die briefe Freytags bringe ('liebes- 
briefe eines dichters mögen allein durch die weit laufen; der ver- 
traute hochpolitische briefwechsel zweier gleichwertiger freunde 
spottet der halbierung'). 

Geiger. 14. Emil Geiger (Basel) f- AfdA. 36,200. 

Gen^e. 15. Rudolph Genee, Promemoria. für mich und 
andere. Berlin, G. Reimer. 1913. Vin,90 s. m. bildn. 2 m. — 
enthält auch ein Verzeichnis aller im druck erschienenen Schriften 
des Verfassers sowie ein chronologisches Verzeichnis von briefen 
an ihn. 

GÖrres; vgl. Jsb. 1912,1,27. — 16. Jos. v. Görres, Briefe 
an Friedrich Christoph Perthes (1811 — 1827), hrsg., eingeleitet 
nnd erläutert von Wilh. Schellberg. Köln, Bachern. 1913. 
116 8. 1,80 m. (Görres-gesellschaft. vereinsschrift 1.) 

17. Aus dem briefwechsel Joh. Ludwig Klübers. briefe 
von Görres, Ittner, Malchus, Rau und Schuckmann. mitgeteilt 
von Karl Obser. Mannheimer geschichtsblätter 14(1913), 27 — 33. 
— zwei briefe von Josef Göires an Klüber aus d. j. 1806. 

1 8. Justus Hashagen, Probleme der Görresf orschung. Westd. 
zs. 32(1913),409— 457. nachtrag s. 150. 

19. Karl Alexander von Müller, Der junge Görres. AKultG. 
10(1913),414 — 454. — in verkürzter form und ohne die belege 
wiedergegeben in: Kbl.Ges.Ver. 61(1913),155— 163. 



I. A. Biographie. 3 

20. Alfons Schagen, Josef Görres und die anfange der 
preußischen Volksschule am Rhein 1814 — 1816. Bonn, Marcus & 
Weber. 1913. IX,108 s. 3 m. (Studien zur rheinischen ge- 
schichte. 7.) 

21. Rob. Schneppe, Görres geschichtsphilosophie. frühzeit. 
Berlin- Wilmersdorf, Rothschild. 1913. 56 s. 1,80 m. (Abhand- 
lungen z. mittl. u. neueren gesch. 50.) 

Gottsched; vgl. Jsb. 1912,1,29. — 22. Hermann Bräuning- 
Oktavio, Ein ungedruckter brief Gottscheds. GRM. 5(1913), 
218 — 220. — der im kgl. sächs. hauptstaatsarchiv zu Dresden be- 
findliche brief handelt von einer Übersetzung des werkes von 
Hermann Hugo(n) De militia equestri (1630), die Gottsched im 
auf trag seines landesf ürsten kurf ürst Friedrich August I. von Sachsen 
anfertigte und die sich u. d. t. 'Hermann Hugo, Von der reuterey 
in dem alten und neuern kriegswesen' auf der k. öff. bibliothek 
zu Dresden befindet. 

23. Jakob Bleyer, Gottscheds hazänkban (Gottsched in 
unserem vaterlande) 1909 (vgl. Jsb. 1911,1,13); Ders., Hazank 
es a nemet philologia a XIX. saäzad elyen (Unser Vaterland und 
die deutsche philologie im 19. Jahrhundert) 1910 (vgl. Jsb. 1911, 
1,77); recht günstig rec. Ludwig Rdcz, DLz. 1913,929 — 932. — 
W. Suchier, Gottscheds korrespondenten, 1912 (vgl. Jsb. 1912, 
1,30), günstig rec. Wolf gang Stammler, Thür.-sächs. zs. f. gesch. 
u. kunst bd. 3 (h. 2. 1913), 234 f. 

Grimm; vgl. Jsb. 1912,1,32. — 24. Anmerkungen zu den 
kinder- und hausmärchen der brüder Grimm, neubearbeitet von 
Johannes Bolte und Geo. Polivka. bd. 1 (nr. 1 — 60). Leipzig, 
Dieterich. 1913. VIII,556 s. m. 1 bildn. 12 m. 

25. Triedrich Panzer, Die kinder- und hausmärchen der 
brüder Grimm. ZfdU. 27(1 9 13),48 1—503. 

26. Briefe von Jacob Grimm an K. Zeisberg, hrsg. von 
Wolfgang Stammler. AfdA. 36,195—197. — die briefe befinden 
sich auf der Fürstl. Stollbergischen bibliothek zu Wernigerode 
im nachlaß des ehemaligen gräflich stolbergischen bibliothekars 
Karl Zeisberg. 

27. Josef Körner, A. W. Schlegel und Jacob Grimm, s. u. 
abt. 1,58. 

Hehn. 28. Max Zollinger, Viktor Hehn und sein Goethe. 
Preuß. jbb. bd. 154(1913),107— 116. 

Herder; vgl. Jsb. 1912,1,40. — 29. Arthur Koschmieder, 
Herders theoretische Stellung zum drama. Stuttgart, Metzler. 1913. 
VIII, 172 s. 4,80 m. (Breslauer beitrage zur literaturgeschichte. 
n. f. 35.) — rec. Wolfgang Stammler, Mitt. a. d. bist. lit. 41 
(1913),328 f. 



4 I. Geschichte der germanischen philologie. 

30. Otto Braun, Herdei'S kulturphilosophie. eine Studie. 
Zs. f. philos. u. philos. kritik bd. 144(191 1),165— 181 u. 145(1912), 
1—22. 

31. Ders., Herders ideen zur kulturphilosophie auf dem 
höhepunkt seines Schaffens. Hist. zs. 110(3 f., bd. 14; 1913), 
292—326. 

32. Max Morris, Goethes und Herders anteil an dem Jahr- 
gang 1772 der Frankfurter gelehrten anzeigen. 2. aufl. 1912. — 
vgl. Jsb. 1912,1,41. — ebenso wie die erste aufl. völlig abge- 
lehnt von Hermann Bräuning-Oktavio, Zbl. 1913,1414. 

Hertzl)erg. 33. Karl Lehmann, Ebbe Hertzberg f (1912), 
reichsarchivar in Christiania. ZfdPh. 45(19 13), 55. — s. a. Ta- 
ranger, Tidskr. for retsv, 1912, s. 486 ff. — vf. u. a,: Glossarium 
til Norges gamle lov (1895), Biographie von Konrad Maurer (l875). 

Hettlier. 34. Gustav Hettner, gymnasialprofessor, (1852 — 
1914) t- ZfdPh. 45(1913),531. 

Heyse. 35. Erich Petzet und Gustav Herbig, Carl 
"Wilhelm Ludwig He3^se und sein System der Sprachwissen- 
schaft. München, G. Franz i. k. 1913. 47 s. 1 m. (SB. der 
kgl. Bayer, akad. d. wiss., philos.-philol. u. hist. klasse, Jahrg. 1913, 
abh. 7.) — Heyses wissenschaftliche leistungen und erfolge waren 
durch seine persönlichen Verhältnisse und erlebnisse bedingt, die 
vf. haben die handschrift von Heyses hauptwerk, dem auch einige 
angaben über seine lehrtätigkeit von seiner hand beiliegen, sowie 
ein Heysesches familienarchiv, die beide auf der Kgl. bibliothek 
zu Berlin sich befinden, benutzen können, ferner waren ihnen 
die Personalakten Heyses auf der Universitätsbibliothek zu Berlin 
teilweise zugänglich, ganz besonders schätzbar aber war der brief- 
wechsel Heyses mit seinem söhne sowie die einschlägigen briefe 
Steinthals, die ihnen durch Paul Heyse zur Verfügung gestellt 
wurden, in diesem briefwechsel 'finden sich manche schöne und 
klare bekenntnisse über sein lebenswerk, die nicht nur für die 
persönlichkeit, sondern auch für ihre wissenschaftlichen auffassungen 
in hohem grade bezeichnend und wertvoll sind.' 

Hildebraud. 36. Bror Schnittger, Hans Hildebrand 
(1842 — 1913), schwedischer reichsantiquar, f. Praehist.Zs. 5(1913), 
599—601 m. bildn. 

37. Otto Weidenmüller, Rudolf Hildebrands Vermächtnis. 
Preuß. jbb. 1913, bd. 153, s. 80—89. — vgl. auch Jsb. 1912,1,47. 

Hillebraildt. 38. Beiträge zur sprach- und Völkerkunde, 
festschrift für A. Hillebrandt s. u. abt. 1,91. 

Holder-Egger; vgl. Jsb. 1912,1,46. — 39. G. Tononi im 
Archivio storico per le provincie Parmensi, n. s. 12(1912). s. Neues 
archiv d. ges. f. alt. deutsche gesch.-kde. 38(1913),708. 



I. A. Biographie. 5 

Humboldt; vgl. Jsb. 1912,1,47. — 40. Otto Harnack, 
Wilhelm von Humboldt. Berlin, Ernst Hofmann & co. 1913. 
VIII,273 s. 3,60 m. (Geisteshelden [Führende geister], bd. 62.) — 
selbstanzeige GEM. 5(1913), 346. 'in der vorliegenden gedrängten 
biographie habe ich hauptsächlich zweierlei versucht, erstens die 
eigentümliche harmonische Synthese des denkers und Staatsmannes 
in dem freunde Goethes und Schillers darzustellen, und zweitens 
die tiefgreifende und vorbildliche Würdigung der spräche, die 
Humboldts gesamtem geistigem schaffen zugrunde liegt, aufzu- 
zeigen.' — Humboldts sprachwissenschaftlichen Studien ist be- 
sonders das neunte kapitel 'Im strengen dienst der Wissenschaft' 
gewidmet, mit energie verficht H. die 'geistvolle, völkerpsycho- 
logische auffassung und erkenntnis der spräche' von selten Hum- 
boldts, durch welche die Sprachwissenschaft 'eine bedeutung, einen 
Wesensreichtum erhielt, die sie vorher nicht gekannt hatte', gegen 
gewisse bestreb ungen der neuesten zeit, 'spräche ist ein teil des 
lebens einer nation und kann deshalb nicht von ihr getrennt 
werden; spräche ist aber auch ein teil des Schicksals einer nation 
und kann deshalb nicht gemeistert werden.' als anhang gibt H. 
s. 270 — 273 eine 'literarische übersieht' über die Humboldt- 
forschung seit dem tode Wilhelms von Humboldt. — rec. Cbl. 
1913,1116; Paul Goldschmidt, Mitt. a. d. hist. lit 41(1913),287 f. 

41. Otto H. Brandt, Wilhelm von Humboldt und Schiller. 
ZfdU. 27(1913),30— 49. 

42. Wilhelm und Karoline von Humboldt in ihren briefen. 
hrsg. von Anna von S5'^dow. bd. 6: im kämpf mit Hardenberg 
1817—1819. Berlin, E. S. Mittler & söhn. 1913. XIII,631 s. 
m. 4 abb. 12 m. — forts. zu Jsb. 1911,1,30. — rec. Paul Gold- 
schmidt, Mitt. a. d. hist. lit. 41(1913),288 f. 

43. Bericht der kommission der kgl. preuß. akad. d. wiss. 
über die herausgäbe der 'Gesammelten Schriften Wilhelm von 
Humboldts', s. u. abt. 1,92. 

Jochmauil. 44. Richard Palleske, Ein verschollener Vor- 
kämpfer für eine 'gemeinverständliche' spräche (d. i. Karl Gustav 
Jochmann, 1789—1830). ZsADSpr. 28(1913),!— 10. 

KochendÖrflFer. 45. Edward Schröder, Karl Kochen- 
dörffer, bibliothekar und germanist, (1857—1910). BJb. 15,83—85. 

Körting. 46. Gustav Körting, professor der romanischen 
und englischen philologie, (1845—1913) f. Lbl. 1913,142. 

Leibniz. 47. Bericht über die Interakademische Leibniz- 
ausgabe. s. u. abt. 1,93. 

Lemcke, 48. Karl Lemcke, ehemal, prof. der kunst- und 
literaturgeschichte an der technischen hochschule zu Stuttgart, 



6 I. Geschichte der germanischen philologie. 

(1831— 1913), f. AfdA. 36,200. — vf.: geschichte der deutschen 
dichtung von Opitz bis Klopstock (1871). 

Lichteilberger. 49. Emest Lichtenberger, professor der 
germanistik an der Sorbonne, f. Börsenblatt f. d. d. buchhandel 
1913, s. 13519 f. 

LütJ6llS. 50. August Lütjens, privatdozent in München, 
(1886—1913), f. AfdA. 36,200. ZfdPh. 45(1913),388. 

Martiu; vgl. Jsb. 1911,1,44. — 51. Edward Schröder, 
Ernst Martin, prof. der deutschen spräche und literatur in Straß- 
burg, (1841—1910). BJb. 15,78—83. 

Meyer; vgl. Jsb. 1912,1,63. — 52. Fridrich Pfaff, Hugo 
Elard Meyer, (1837—1908). BJb. 15,262—265. 

Moe. 53. Ingebret Moltke Moe, professor der mittelalter- 
lichen literatur und allgemeinen Volkskunde zu Christiania, (1859 — 
1913), f. ZfdPh. 45(1913),531. 

Mourek; vgl. Jsb. 1912,1,66. — 54. J. Janko, Vaclav 
Emanuel Mourek. CMF. 2(1912),27— 35, 126—135. 

Saussure; vgl. Jsb. 1912,1,75. — 55. W[ilhelm] Str[eit- 
berg], Ferdinand de Saussure (1857—1913), f. Idg. anz. 31(1913),16. 

Scheffel; vgl. Jsb. 1912,1,79. — 56. Wem. Kremser, 
Studien über Joseph Viktor v. Scheffel, aus dem bisher uner- 
schlossenen nachlaß des dichters. Salzburg, Mayr. 1913. 46 s. 
m. 1 bildn. 1 m. 

Scheffler. 57. Wilhelm Scheffler, professor der neueren 
sprachen an der technischen hochschule in Dresden, (1847 — 1913), f. 
Lbl. 1913,262. 

Schlegel; vgl. Jsb. 1912,1,81. — 58. Josef Körner, August 
Wilhelm Schlegel und Jacob Grimm, zur fünfzigsten Wiederkehr 
von J. Grimms todestag. NJbb. jahrg. 16(1913), bd. 31,667—673. 

59. Johanna Krüger, Friedrich Schlegels bekehrung zu 
Lessing. Weimar, A. Duncker. 1913. XI,100 s. 3,60 m. 
(Forschungen zur neueren literaturgeschichte. 45.) 

60. Jac. Bleyer, Friedrich Schlegel am bundestage in 
Frankfurt, ungedruckte briefe Friedrich und Dorothea Schlegels 
nebst amtlichen berichten und denkschriften aus den jähren 
1815 — 1818. [aus: Ungar, rundschau.] München, Duncker u. 
Humblot. 1913. 168 s. 4 m. 

61. Briefe von Dorothea und Friedrich Schlegel an die 
familie Paulus, hrsg. von Rudolf Unger. Berlin, B. Behr. 1913. 
XXVni,192 s. 4 m. (Deutsche literaturdenkmale des 18. und 
19. jahrhs. 3. folge, nr. 26.) — rec. F. Bulle, DLz. 1914,2283 f. 
'mustergültig sind die 70 seiten einnehmenden anmerkungen, die in 
einer fülle biographischer und bibliographischer angaben die 



I 



I. A. Biographie. 7 

komplizierte tagesgeschichte beleuchten, worin sie den mehr per- 
sönlich als literarisch eingestellten briefen entsprechen.' 

62. Caroline. Briefe aus der frühromantik, nach G. Waitz 
neu hrsg. von Erich Schmidt. 2 bde. Leipzig, Insel-verlag. 1913. 
12 m. 

Schmidt. 63. Erich Schmidt, (1853—1913), f. ZfdPh. 45 
(1913),115. AfdA. 36,200; Lbl. 1913,262. 

64. Heinz Arne lung, In memoriam. Erich Schmidt f. Grenz- 
boten Jahrg. 72(1913), 11,293 £. 

65. Wilhelm Böhm, Erich Schmidt. Berliner akadem. nach- 
richten 7(1913), 178— 183. 

66. VictorMichels, Erich Schmidt. GRM. 5(1913),289 — 297. 

67. [Gustav] Roethe, Gedächtnisrede auf Erich Schmidt. 
SB. d. kgl. preuß. akad. d. wiss. 1913,617—624. — auch im 
Sonderdruck erschienen: Berlin, G. Reimer. 1913. 8 s. 0,50 m. 

68. Oskar F. Walzel, Erich Schmidt. ZfdU. 27(1913), 
385—397. 

Schoetensack. 69. Georg Buschan, Otto Schoetensack, 
praehistoriker, (1850 — 1912). Archiv f. anthropol. n. f. 12 (g. r. 40; 
1913),I — IV. — bringt auch ein Verzeichnis seiner arbeiten. 

70. Eugen Fischer, Otto Schoetensack (1850—1912). Kbl. 
f.Anthr. 44(1913),23 f. 

Schuchhardt. 71, Schuchhardt, Antrittsrede. SB. d. k. 
preuß. akad. d. wiss. 1913,602 — 604. [Gustav] Roethe, Erwiderung, 
ebda. 604 f. 

Smith. 72. Ewald Flügel, Lucy Toulmin Smith (1838— 
1911). Anglia 37(n. f. 25; 1913),277— 280. bringt auch eine 
Zusammenstellung ihrer arbeiten. — P.M., Romania 41(1912), 155. 

Sweet; vgl. Jsb. 1912,1,90. — 73. H. C. Wyld u. A. Brandl, 
Henry Sweet (1845—1913). Archiv, jahrg. 67(1913; bd. 130; 
n. f. 30), 1-8 u. 8—11. 

Tille. 74. Dr. Alexander Tille, literarhistoriker und wirt- 
schaftspolitiker, früher dozent der deutschen spräche an der Univer- 
sität Glasgow, (1866—1912), f. Cbl. 1913, sp. 28. 

Uhland; vgl. Jsb. 1912,1,91. — 75. Uhland's Briefwechsel, 
im auftrag des schwäbischen Schillervereins hrsg. von Julius 
Hartmann. tl. 1 — 2. Stuttgart, Cotta. 1911 — 1912. je 7,50 m. 
tl. 1: 1795—1815. X,470 s. mit bildnissen und 1 faks. 1911; 
tl. 2: 1816—1833. XII,454 s. mit bildn. 1912. (Veröffent- 
lichungen des schwäbischen Schillervereins, bd. 4 u. 5.) 

76. Ludwig Zürn, Der junge Uhland in seinen briefen. 
ZfdGw. 66(1912),394— 423. — über 'Uhlands Briefwechsel, hrsg. 
v. J. Hartmann. bd. 1', s. oben abt. 1, nr. 75. 



8 I. Geschichte der germanischen philologie. 

77. Ders., Uhland in seinen briefen vom jähre 1816 bis 
zum jähre 1833. Sokrates (ZfdGW. n. f.) 1(1913),673— 687. — über 
'Uhlands Briefwechsel, hrsg. v. J. Hartmann. bd. 2', s. oben abt. 1, 
nr. 75. 

Yeriier. 78. To breve fra Karl Verner, udg. af Vilh. 
Thomsen og J. P. Gram. Oversigt over det kong. Danske 
Videnskab. Selskabs forhandlinger (Bulletin de l'acad. roy. des 
sciences et des lettres) 1913,161 — 211. 

Yilmar. 79. Wilhelm Hopf, August Vilmar. ein lebens- 
und Zeitbild. 2 bde. Marburg, Elwert. 1913. bd. 1: V,462 s. 
mit 1 bildn.; bd. 2: IV, 476 s. mit 2 bildn, je 6 m. — das werk 
ist die erste größere selbständige darstellung des lebens und der 
Wirksamkeit Vilmars. der vf., ein neffe Vilmars, hat nicht nur 
seine eigene, aus einem langen persönlichen verkehr erwachsene 
kenntnis der persönlichkeit Vilmars verwerten können, sondern 
neben den gedruckten quellen auch einen reichen handschrift- 
lichen nachlaß benutzt, seine darstellung sucht die Objektivität 
im besonderen dadurch zu wahren, daß er möglichst viel sowohl 
Vilmar selbst als auch die ihm nahe stehenden Zeitgenossen 
zu Worte kommen läßt, auf diesem boden erwächst das bild der 
weit über seine landesgrenzen hinaus als theologe, schulmann und 
Staatsmann wirksamen und bedeutenden persönlichkeit. Vilmars 
germanistische arbeiten werden, außer an anderen stellen, im Zu- 
sammenhang im dritten abschnitt des zweiten teiles (bd. 1, s. 329 ff.) 
behandelt, auch hier ist die darstellung ausführlich und gibt die 
entstehung und den zweck der arbeiten Vilmars sowohl wie soDst 
mit Vilmars eigenen Worten als auch mit den beurteilungen seiner 
germanistischen Zeitgenossen und freunde, wobei u, a. einige bisher 
nicht veröffentlichte briefe Jacob Grimms abgedruckt werden, wie 
Vilmar J. Grimm als den 'historiker des Seelenlebens des deutscheu 
Volkes' bezeichnete, so ist ihm der zweck der beschäftigung mit 
der deutschen spräche und literatur die gewinnung deutscher ge- 
sinnung. Vilmars germanistische arbeiten entspringen zunächst 
seiner schultätigkeit mit dem ausgesprochenen ziel einer vorsichtig 
beschränkten einführung der Schüler in die weit des deutschen 
geistes, dann aber auch einer über die Schulbildung weit hinaus- 
greifenden freude an der lehrtätigkeit auf diesem gebiete, 'was 
ihn immer wieder mit unwiderstehlichem reiz zu diesen studien 
zog, war anfangs die Witterung, später die klare erkenntnis, daß 
Sprache und dichtung eines volkes der hauptschlüssel zu seiner 
seele sind, daß mithin ohne kenntnis unserer spräche, ihrer ent- 
wicklung und ihrer dichterischen denkmäler kein tieferes Ver- 
ständnis des deutschen Seelenlebens, d. h. des innern und eigent- 
lichen, der wirklichen kulturgeschichte des deutschen volkes möglich 



I. B. Enzyklopädie und bibliographie. 9 

ist, daß deshalb aber auch spräche und dichtung, ebenso wie die ge- 
schichte des volkes überhaupt den innern Zusammenhang mit ihren Ur- 
sprüngen nicht verlieren dürfen, weil das Volksleben nur in der 
bewahrung dieses Zusammenhanges das bleibende korrektiv gegen 
entartung und schließlichen Untergang besitzt.' für die Wirkung 
Vilmars auch auf diesem gebiete ist eine der hauptursachen, daß 
er auch hier seine ganze geschlossene persönlichkeit einsetzt und 
wiedergibt. — rec. Cbl. 1913,768 f.; M[artin] Sch[ian], Deutsch- 
engUsch 4(1913),692 f. 

Werner; vgl. Jsb. 1912,1,96. — 80. Richard Maria Werner f. 
Lbl. 1913,142. 

WÜlflng. 81. Moritz Trautmann, Ernst Wülfing, (1863— 
1913). ZADSpr. 28(1913),363— 365. — ZfdPh. 45(1913),388. 

Zimmer. 82. Kuno Meyer, Aus dem nachlaß Heinrich 
Zimmers. ZfCelt.phil. 9(1913),87— 120. 

B. Enzyklopädie und bibliographie. 

83. Friedrich von der Leyen, Das Studium der deutschen 
Philologie. München, Reinhardt. 1913. 67 s. Im. — rec. -tz-, 
Cbl. 1913,1371 f. 

84. Karl Goedeke, Grundriß zur geschichte der deutschen 
dichtung aus den quellen. 2. ganz neu bearb. aufl. nach dem 
tode des vfs. in Verbindung mit fachgelehrten fortgeführt von 
Edmund Goetze. h. 30 {== bd. 10, bogen 28 bis Schluß), bearb. 
von Adolf Rosenbaum. Dresden, Ehlermann. 1913. XII und 
s. 433—684. 7,20 m. (Inhalt: buch VIII. dichtung der allge- 
meinen bildung.) — forts. zu Jsb. 1912,1,98. 

85. Dass., 3. neu bearb. aufl. bd. 4 [abt. 1], h. 4 (bogen 
41—57 == s. 641—912). ebda. 1913. 7,20 m. (inhalt: buch VI. 
national:© dichtung.) — forts. zu Jsb. 1912,1,99. 

86. Dass., 3. neu bearb. aufl. bd. 4, abt. 3, heft 1 — 2 (schluß- 
heft), bearb. von Karl Kipka. ebda. 1911—1912. h. 1. 1911. 

320 s. 8,40 m.; heft 2. 1912. XVI u. s. 321—826. 13,60 m. 
(inhalt: buch VI. nationale dichtung.) 

87. Dass., 3. neu bearb. aufl. bd. 4, abt. 4. nachtrage, 
berichtigungen und register zu bd. 4, abt. 2 und 3. ebda. 1913. 

321 s. 11,20 m. 

. 88. Kgl. preuß. akad. der wiss. Deutsche kommission. be- 
richt der herren [Konrad] Burdach, [Andreas] Heusler, [Gustav] 
Roethe und [Erich] Schmidt (über das jähr 1912). SB. d. kgl. 
preuß. akad. d. wiss. 1913,1,119 — 140. 'die arbeiten des hand- 
schriftenarchivs sind wesentlich gefördert worden.' außer über 
die deutschen bundesstaaten liegen berichte über die Schweiz, 



10 I. Geschichte der germanischen philologie. 

Österreich-Ungarn, Spanien, zum erstenmal auch über Italien vor. 
der katalog des gedruckten materials ist gefördert, die zahl der 
Zettel ist auf 320000 (1911: 250000), die der beschreibungen auf 
6800 (1912: 6000) gestiegen. — Von den Deutschen texten 
des mittelalters wurde ausgegeben bd. 23 (Konrads von Megen- 
berg Deutsche Sphaera), dagegen ist der satz der beiden umfäng- 
lichen bände 20 und 22 (Rudolfs von Ems Weltchronik und Das 
Väterbuch) noch immer nicht zum abschluß gelangt. nahezu 
vollendet ist im druck bd. 24 (Die Minnereden der Heidelberger 
hss. cod. pal. 344, 358, 376 u. 393), begonnen hat der satz von 
bd. 25 (Die Pilgerfahrt des träumenden mönchs aus der Berle- 
burger hs.). — Die Wieland-ausgabe hat trotz allem drängen 
des redaktors gestockt, doch sind jetzt die Jugendschriften ausge- 
druckt, für rascheren fortgang ist durch gleichzeitige Vorbereitung 
mehrerer bände gesorgt. — Über die arbeiten am Rheinischen 
Wörterbuch berichtet [Johannes] Franck. von den fragebogen 
wurden nr. 17 — 19 ausgegeben, der bestand an zetteln aus der 
lebenden mundart wird auf 390000, der aus Urkunden und anderen 
gedruckten texten auf über 30000, der aus fragebogen auf 60000 
geschätzt, die Veröffentlichung einer ersten probe des Rheini- 
schen Wörterbuchs ist für das jähr 1913 ins äuge gefaßt, die ar- 
beiten am historischen Kölner Sprachschatz, die mit in erster linie 
dem Rheinischen Wörterbuch zugute kommen, sind beträchtlich 
gefördert worden. — Über das Hessisch-Nassauische Wörter- 
buch berichtet Ferdinand Wrede. die Verzettelung der wissen- 
schaftlichen literatur über die mundarten des Wörterbuchbezirkes 
umfaßt jetzt gegen 25000 Wörter. — Über den stand des Preußi- 
schen Wörterbuchs berichtet Walther Ziesemer. die arbeit 
erstreckte sich im wesentlichen auf aufnahmen des Sprachschatzes 
aus den lebenden mundarten. die zahl der bisher eingeordneten 
Zettel beläuft sich auf etwa 60000. der erste fragebdgen ist 
fertiggestellt. — Über das Deutsche Wörterbuch berichtet 
Job. Lochner. die Sammlung umfaßt jetzt 1813000 (1911: 
1383700) belege, im berichtsjahr sind erschienen für G (bd. 4, 
abt. 1) die 1. lieferung des 4. teiles (gewöhnlich — gewühl) von [Her- 
mann] Wunderlich, für S (bd. 10, abt. 2) die 8. und 9. lieferung 
(stäupe — stehen) von [Bruno] Creme und [Heinrich] Meyer, für U 
(bd. 11, abt. 3) die 1. lieferung (un — unansichtig) von [Karl] Eu- 
ling, für V (bd. 12, abt. 1) die 8. und 9. lieferung (versitzen — 
verstehen) von [Rudolf] Meiszner und [Max] Leopold, für W 
(bd. 14, abt. 1) die 2. lieferung (wehr — wehtag) von [Alfred] 
Götze. — Über die Forschungen zur neuhochddeutschen 
sprach- und bildungsgeschichte berichtet [Konrad] Burdach. 
Von dem werke Vom mittelalter zur reformation;For8chungen 



I 



I. B. Enzyklopädie und bibliograpliie. H 

zur geschichte der deutschen bildung sind zwei teile (IL bd., 
3. 4) veröffentlicht: Briefwechsel des Cola di Rienzo, hrsg. von 
Konrad Burdach und Paul Piur, tl. 3 und 4; der kultur- 
geschichtliche erste teil der Rienzoedition steht im reindruck beim 
21. bogen, im satz beim 31. bogen, der zweite teil befindet sich 
gleich dem fünften teil im stände eifriger Vorbereitung. Vom 
ersten teil des III. bandes (Der Ackermann aus Böhmen) sind 
20 bogen im druck vollendet, der erste teil des V. bandes (Ein schle- 
sisch-böhmisches formelbuch aus der wende des 14. Jahrhunderts) ist 
in Vorbereitung, ebenso die ausgäbe der deutschen Übersetzungen 
geistlicher lateinischer werke sowie der geistlichen lateinischen 
prosaschriften und gedichte des Johann von Neumarkt. Die aus- 
gäbe der werke Heinrichs von Mügeln ist noch weit im rück- 
stande. Die materialsammlung zur ergänzung und fortführung der 
Sprache des jungen Goethe hat in der letzten zeit wiederholt 
unterbrochen werden müssen und ruhte zuletzt ganz. 

89. Grustav Roethe, Die Deutsche kommission der königl. 
preuß. akademie der Wissenschaften, ihre Vorgeschichte und ihre 
ziele. NJbb. jahrg. 16(1913), bd. 31, 37—74. 

90. Johannes Lochner, Die tätigkeit der sammelsteile des 
Deutschen Wörterbuchs seit ihrer gründung. NJbb. jahrg. 16(1913), 
bd. 31,74—81. 

91. Beiträge zur sprach- und Völkerkunde, festschrift für 
den geh. regierungsrat dr. phil. Alfred Hillebrandt, ord. prof. f. 
Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität 
Breslau, zu seinem 70. geburtstage, am 15. märz 1913, von seinen 
Breslauer schülern dargebracht. Halle, Waisenhaus. 1913. VII, 
188 s. 5 m. 

92. Kgl. preuß. akademie der Wissenschaften, kommission 
für die herausgäbe der 'Gesammelten Schriften Wilhelm von Hum- 
boldts', bericht des Herrn Erich Schmidt. SB. d. kgl. preuß. 
akad. d. wiss. 1913,1,113. — bd. 9, der die gedichte enthält, ist 
1912 erschienen (vgl. Jsb. 1912,1,104). bd. 13, der mit dem lange 
verschollenen, druckfertig ausgearbeiteten reisewerk 'Die Vasken' 
beginnt, ist unter der presse. 

93. Kgl. preuß. akademie der Wissenschaften. Interakademische 
Leibniz-ausgabe. bericht des herrn [Max] Lenz. — Die erwägungen 
und Verhandlungen über den verlag und die äußere ausstattung 
der interakademischen Leibniz-ausgabe haben sich, bei der folgen- 
schwere jedes beschlusses in diesen fragen, so in die länge ge- 
zogen, daß mit der drucklegung des ersten bandes noch nicht be- 
gonnen werden konnte, bei einer bereisung der bibliotheken und 
archive Dänemarks und Schwedens hat sich herausgestellt, daß 



12 I- Geschichte der germanischen philologie. 

sich an Leibniz-handschriften -weit mehr erhalten hat, als nach dem 
ergebnis des aufrufes von 1902 vermutet werden konnte, allein 
die Kgl. bibliothek in Kopenhagen besitzt außer einigen Leibniz- 
handschriften im engeren sinne und zahlreichen briefen an und 
über Leibniz 272 briefe von Leibniz; davon sind rund 140 noch 
gar nicht, und auch die übrigen zum gröi3ten teil nur in mangel- 
haften auszügen veröffentlicht. 

94. Josef Körner, Germanische renaissance. Charakteristiken 
und kritiken, ausgewählt und eingeleitet. München, G. Müller & 
E. Eentsch. 1912. 135 s. 2,50 m. (Pandora, geleitet von 0. Walzel, 
bd. 10.) 

95. Ders., Die renaissance des germanischen altertums. eine 
literarhistorische skizze. ZfdU. 2 7(1 9 13), 1—29. 

96. Verhandlungen der 52. Versammlung deutscher philologen 
und Schulmänner in Marburg vom 29. September bis 3. Oktober 
1913. im auftrage des präsidiums hrsg. von Rudolf Klee. Leipzig, 
Teubner. 1914. Tni,217 s. 6 m. — aus dem Inhalt; allge- 
meine Sitzungen: Edward Schröder, Über Wortschöpfungen 
und woi-twahl (s. 24 — 27); Kisch, Die herkunft der siebenbürger 
Sachsen (s. 27 — 29); [Konrad] Burdach, Über den Ursprung des 
humanismus (s. 31 — 33). — kombinierte sektionssitzungen. 
(indogermanische und historisch-geographische Sektion): [Sigmund] 
Feist, Indogermanen und Germanen (s. 44 — 47); (althistorisch- 
epigraphische, archäologische, volkskundliche Sektion): [Ludolf] 
Malten, Das pferd im totenglauben (s. 49 f.); (germanistische, 
anglistische, romanistische, indogermanische, volkskundliche Sektion): 
[Jacob] Jud, Probleme der deutsch-romanischen Wortgeographie 
(s. 53 — 56); Ernst A. Meyer, Über den musikalischen akzent in 
den skandinavischen sprachen (s. 57 — 59). — germanistische 
Sektion: [OttojBehaghel, Von deutschen konjunktionen (s. 1 1 6 f .) ; 
[Ferdinand] Wrede, Zur entwicklungsgeschichte des wortbegriff es 
Stil (s. 119 f.); [Gustav] Rosenhagen, Beiträge zur Charakteristik 
Hartmanns von Aue (s. 120 f.); 0[tto] Reichert, Entstehung der 
deutschen Lutherbibel nach den lieuen forschungen und quellen 
(s. 121 — 123); W[alther] H[einrich] Vogt, Die arbeit des Ver- 
fassers in der Vatnsdoelasaga (s. 124 f.). — anglistische Sek- 
tion: Daniel Jones, Phonetics and the teaching of English in 
Ladia (s. 131 f.); [Ferdinand] Holthausen, Engl, mow (mähen) 
ein problem der englischen und deutschen lautgeschichte (s. 132 f.); 
F[riedrich] Brie, Entstehung und bedeutung von Sidney-Arcadia 
(s. 133 f.); Karl Ehrke, Richtlinien für einen zeitgemäßen eng- 
lischen Unterricht (s. 138 — 140). — indogermanische Sektion: 
[Julius] Pokorny, Die flexion der ä-stämme im arischen und 
keltischen (s. 141 f.); [Otto] Bremer, Sprach- und rassenforschung 



I. B. Enzyklopädie und bibliograpWe. 13 

(s. 142 f.); [Franz] Gramer, Aufgaben der heutigen ortsnamen- 
forscbung (s. 145 — 149). — volkskundliche Sektion: Hans 
Bächtold, Zum ritus der verhüllten bände (s. 174 — 176); [Carl 
Wilhelm] v. Sydow, Irisches im Beowulf (s. 177 — 180); Heinrich 
Schmidt, Über die deutschen mundarten in Südungarn (s. 180 f.); 
[Joseph] Klapper, Die bedeutung der spätmittelalterlichen predigt- 
handschriften für die sagen- und märchenforschung (s. 182); 
Spamer, Die geistliche hausmagd. zur geschichte eines religiösen 
bilderbogens (s. 182 — 184). — über die tagung: DLz. 1913, 
2981—2987; Block, Akadem. rundschau 2(1913/14), 135— 137; 
PaulCauer,NJbb. 17. Jahrg. (1914), bd. 34, s. 48— 52; P.Lorentz, 
Sokrates, Jahrg. 1(1913), 710 — 714 (übernommen aus: Internat, 
monatsschrift). 

97. Bericht über die Verhandlungen der 15. tagung des all- 
gemeinen deutschen neuphilologen-verbandes (A. D. N. V.) in Frank- 
furt a. M. vom 27. — 30. mai 1912. hrsg. vom vorstände des all- 
gemeinen deutschen neuphilologen-verbandes. Heidelberg, Winter. 
1913. IV,200 s. 4 m.— vgl. Jsb. 1912,1,109; ferner: M. Goldt- 
schmidt, GRM. 4(1912),414— 416. — Die festschrift (vgl. Jsb. 
1912,1,110) rec. E. Weber, Mtschr. 12(1913),686 f. 

98. Deutscher germanisten-verband (DGV.). — bericht über 
die Sitzung des geschäftsführenden ausschusses vom 23. und 24. no- 
vember 1912, ZfdU. 27(1913),78 f. — mittel, wege und ziele des 
DGV. sind vorerst noch gegenständ vielseitiger besprechung: 
Arnold E. Berger, Deutsche geschichtsblätter 14(1913), 115— 119); 
Gotthold Boetticher, Mtschr. 12(1913),647— 649; Klaudius Bo- 
junga, ZfdU. 27(1913),519— 542; Paul Cauer, NJbb. jahrg. 16 
(1913), bd. 32,48—52; Walther Hofstaetter, Akadem. rundschau 
2(1913/14),139— 141); F. Schlee, Sokrates 1(1913),225— 235; 
W^ilh. Schulze, Pädag. archiv 54(1912),453— 456; Johann Georg 
Sprengel, Pädag. archiv 55(1913),273— 281. 

99. Edward Schröder, Von der Nürnbergischen Universität 
zu Altdorf. NJbb. jahrg. 16(1913), bd. 32,285—297. 

100. Karl Breul, Das Studium des Deutschen an den eng- 
lischen Universitäten und schulen, s.-a. aus 'Die deutsche kolonie 
in England'. 3 bll. 4*^. — seit dem anfang der 80 er jähre des 
vorigen Jahrhunderts begannen germanistisch geschulte kräfte, jetzt 
zumeist Deutsche, als lehrer des Deutschen zu wirken, die zahl 
der Studenten dieses faches ist stetig gewachsen, seit mit dem 
beginn der lehrtätigkeit Breuls an der Universität Cambridge i. j. 
1884 den Studenten auf grund wissenschaftlicher Studien der deut- 
schen spräche und literatur die erringung der ehrengrade der 
Universität ermöglicht wurde. auf den höheren schulen Groß- 



14 n. Vorgeschichte und frühgeschichte. 

britanniens, knaben- wie mädchenschulen, hat das Deutsche in- 
dessen augenblicklich noch einen schweren stand, doch scheint der 
tiefste tiefstand überwunden z\i sein, auch private Vereinigungen 
lassen sich die pflege des Deutschen angelegen sein. 

J. Luther. 



II. Vorgeschichte und frühgeschichte. 

A, Allgemeines. Zusammenfassende werke. — B. Zeitschriften und 
Versammlungsberichte. — C. Paläolithische zeit. — D. Neolithische zeit. 
— E. Bronzezeit. — F. Hallstattzeit. — G. Latönezeit. — H. Landschaft- 
liches. — J. Germanen. — K. ßömerzeit- — L. Frühes mittelalter. 

A. Allgemeines. Zusammenfassende werke. 

1. Joseph Dechelette, Manuel d'archeologie pr^historique, 
celtique et gallo-romaine. I. Archeologie prehistorique. 1 ^re partie : 
äge de la pierre taillee ou periode paleolithique. 305 p. 1908. 
2ieme partie: äge de la pierre polie ou periode neolithique. 
p. 307 — 743. 1912. IL Archeologie celtique ou protohistorique. 
lere partie: äge du bronze. 512 s. 1910, 2ieme partie: premier 
äge du fer ou epoque de Hallstatt, p. 513 — 910. 1913. Librairie 
A. Picard et fils. Paris. — das einzigartige, großangelegte werk 
eines der hervorragendsten Vorgeschichtsforscher Frankreichs ist 
in den hier verzeichneten teilen bis zur schwelle der geschicht- 
lichen zeit geführt worden, bis zum auftreten der Kelten, es ist 
an dieser stelle nicht möglich, mehr als einen äußerst knappen 
überblick über den reichen inhalt der beiden bände zu geben, die 
arbeit des vfs. ist um so mehr anzuerkennen, als es bei der großen 
ausdehnung der vorgeschichtlichen forschung und ihrer außer- 
ordentlichen Zersplitterung dem einzelnen unmöglich geworden ist, 
aus der eignen kraft das gesamtgebiet zu überblicken, das gilt 
schon für den fachgelehrten, um so mehr für den forscher, der 
sich nur im nebenberuf mit der prähistorie beschäftigen kann, 
der letztgenannte darf das werk also mit besonderer befriedigung 
begrüßen. 

der erste band führt uns zunächst in die bekanntschaft mit 
den beiden letzten großen Zeiträumen der erdgeschichte, dem tertiär 
und quartär, ein. in 8 kapiteln werden alsdann die verschiedenen 
stufen des paläolithikums : Chelleen und Acheuleen, Mousterien, 
Aurignacien, Solutreen, Magdalenien behandelt und ferner die 
kunstleistungen, die rassen und bestattungsbräuche jener anfange 
der menschheit uns vor äugen geführt, der zweite teil des ersten 
bandes enthält die neolithische zeit: Übergangsperiode (Azilien, 



II. A. Allgemeines. Zusammenfassende werke. 15 

Campignien, Kjökkenmöddinger), haustiere, pflanzen, Wohnungen, 
megalithdenkmäler, grabformen, steingeräte, keramik, kunstleistungen, 
handel. reichliche abbildungen (federzeichnungen) und ein ausführ- 
liches register sind dem bände beigegeben. 

der zweite band eröffnet die behandlung der metallzeiten, in 
seiner ersten hälfte die bronzezeit. in 14 kapiteln werden folgende 
gegenstände behandelt: die ältesten bewohner Galliens (Iberer, 
Ligurer), die bronzezeit in Griechenland und im Orient, euro- 
päische kulturkreise in der bronzezeit, dörfer, grabstätten, depot- 
funde und gießmethoden, waffen, Werkzeuge, kleidungsstücke und 
Schmucksachen, gold und silber, keramik, handel, religion, kunst. 
der zweite teil bringt die Hallstattzeit in folgenden kapiteln: erste 
eisenzeit in Griechenland und Italien sowie Ursprung der eisen- 
industrie, Ursprung und Wanderung der Kelten sowie gründung 
von Marseille, Unterabteilungen der Hallstattzeit, Hallstattgräber 
in Ostfrankreich, Hallstattgräber in West- und Mittelfrankreich 
sowie Spanien, wohnplätze, waffen, bronzeurnen sowie Werkzeuge, 
keramik, kleidung und schmuck, kunst. abbildungen und register 
wie beim ersten band. 

wenn Dechelette's werk auch in erster Knie auf französische 
Verhältnisse der vorzeit rücksicht nimmt, so ist es doch wegen 
der steten bezugnahme auf außerfranzösische zustände, wegen der 
bedeutung der französischen vorgeschichtlichen forschung und 
wegen der in ähnlichen zusammenfassenden deutschen werken nicht 
erreichten Vollständigkeit für jeden forscher ein unentbehrliches 
hilfsmittel. — bd. 11,2 bespr. von A. de ßidder, Rev. crit. 75, 
462—463 und M. Hoernes, DLz. 34,1262—1264. 

2. F. Birkner, Die rassen und Völker der menschheit. 
der mensch aller zeiten. natur und kultur der Völker der erde, 
band II. Berlin-München-Wien, Allgemeine verlags-gesellschaft. 
1913. mit 32 tafeln und 565 textabbildungen. — uns interessiert 
an dieser stelle das 3. kapitel: Die ältesten reste des menschen 
und das 4. kapitel: Die bevölkerung Europas in Vergangenheit 
und gegenwart. vf. bespricht in jenem den tertiären (?) und quar- 
tären menschen, Neandertalrasse, Cro-magnonrasse, kindliche und 
jugendliche individuen, die proportionen des diluvialen menschen 
u. dgl. m. in diesem werden die Völker und rassen Europas in 
gegenwart und Vergangenheit sowie die äußere erscheinung der 
europäischen Völker des altertums behandelt, die darstellung ist 
auf der höhe unserer heutigen erkenntnis, dabei auch für den 
nichtfachmann durchaus verständlich und durch vorzügliche 
illustrationen belebt, über die herkunft, die ursitze und die körper- 
lichen eigenschaften der Indogermanen äußert vf. sich auf s. 374 
(alles unsicher), über die einteilung der Germanen auf s. 371 — 373. 



16 II. Vorgeschichte und frühgeschichte. 

3. A. Haberlandt, Prähistorisch-ethnographische parallelen. 
Archiv f. anthrop. n, f. 12,1 — 25. — vf. behandelt zunächst das 
auftreten von parallelerscheinungen und die methode ihrer er- 
klärung in einem allgemeinen teil und geht dann zur betrachtung 
einzelner erscheinungen (metall-, stein-, knochen-, holz-, tonarbeiten, 
künstlerische leistungen, bestattungsgebräuche) über. vf. erblickt 
in den Übereinstimmungen zumeist konvergenz, die sich aus den 
gleichen bedingungen (material, nachahmung, soziale Verhältnisse, 
seelenglauben) erkläre. 

4. H. Seger, Die grundlagen der vorgeschichtlichen Chrono- 
logie. MSchlesVk. 13/14,554—569. 

5. 0. Hoffmanu, Die Verwandtschaft mit der sippe der 
frau. MSchlesVk. 13/14,177—187. 

6. J. V. Pflugk-Harttung, Urzeit und altertum. eine skizze 
aus fernster Vergangenheit. Gotha, Perthes. 1912. — bespr. von 
C. Winkelsesser, Mitt, a. d. hist. lit. 41,116—117. 

7. A. Kiekebusch, Vorgeschichtliche wohnstätten und die 
methode ihrer Untersuchung. Kbl. f. Anthrop. 43,63 — 68. 

8. K. V. Spieß, Prähistorie und mythos. Progr. d. k. k. 
staats-obergymn. zu Wiener:Neustadt. 1910. — bespr. v. 0. Keude, 
ZfRw. 28,64. 

9. Georg Wilke, Kulturbeziehungen zwischen Indien, Orient 
und Europa, mit 216 textabb. (Mannus-bibliothek. hrsg. von prof. 
dr. Gustaf Kossinna. nr. 10.) Würzburg, Gurt Kabitzsch. 1913. 
IV u. 276 s. — der vf. dieser vorgeschichtlichen studio hat auf 
seinen ausgedehnten reisen viel gesehen und ein umfängliches 
material gesammelt, er verwertet es in zahlreichen Schriften und 
vortragen, leider aber in einer einseitigen art, indem er stets 
wieder nachzuweisen sucht, daß der orient seine kulturkeime vom 
abendland erhalten habe, davon kann doch für einen geschicht- 
lich denkenden menschen keine rede sein und wie will man einen 
derartigen einfluß mit dem kunterbunten, oft recht strittigen, prä- 
historischen material erweisen? durch die ganze beweisführung 
des vfs. zieht sich zudem eine völlig unberechtigte beziehung der 
vorgeschichtlichen funde zu dem indogermanischen urvolk. es fehlt 
also in dem fleißigen buche an besonnener kritik, 

10. R. V. Lichtenberg, Die Stellung und bedeutung der 
ägäischen kultur in der europäischen Vorgeschichte. Mannus 5, 
354 — 362. — aus der einleitung einer russischen ausgäbe der 
Schrift des vfs. über die ägäische kultur. seiner ansieht nach ge- 
hörte sie der arischen rasse an, die aber, wenn überhaupt, in so früher 
zeit (3. — 4. Jahrtausend v. Chr.) noch nicht nachweisbar ist. indoger- 
manisch sprechende Völker sind in die Ägäis vor dem jähre 1500 v. Chr. 



II. A. Allgemeines. Zusammenfassende werke. 17 

nicht gekommen, ebenso schwebt die ansieht des vfs., die ägäische 
kultui- gehe auf die eiszeitliche (!) kultur Westeuropas zurück, völlig 
in der luf t. etymologische und mythologische phantasien gestalten den 
aufsatz noch bunter, aus der spärlichen künde, die wir von den 
Völkern Vorderasiens und Südeuropas in vorgeschichtlicher zeit haben, 
glaubt vf. schon jetzt ein zusammenhängendes bild der arischen (!) 
kultur von der eiszeit an entwerfen zu können, skelettfunde und 
geschichtliche nachrichten, paläolithische kultui'en und vorchristlich- 
arische religion, kalenderkunde und dreibeinige (!) pferde, Schriften, 
dolmen, kuppelgrab, spiral-mäander-kultur, Pelasgerkultur wirbeln 
bunt durcheinander, sie ergeben zum schluß die arische kultur 
der Agäis! 

11. 0. Piper, Bedenken zur Vorgeschichtsforschung. 150 s. 
München, R. Piper & co. 1913. — in 9 kapiteln mit den Über- 
schriften: 1. Einleitung. 2. Allgemeines. 3. Steinzeit. 4. Bronze 
und eisen. 5. Typologie. 6. Töpferei. 7. Bestattung, hoch- 
äcker. 8. Orientalische trugspiegelung. 9. Schlußsätze wendet 
sich vf. in außerordentlich scharfer weise gegen den jetzigen be- 
trieb der prähistorie, die alle vorgeschichtlichen funde zeitlich 
einordnen möchte, obwohl jede grundlage für ein solches unter- 
nehmen fehle, unsere künde von der prähistorischen zeit beruht 
fast ausschließlich auf den grabfunden, die nur einen ganz geringen 
teil des kulturinventars ihrer zeit enthalten, auch von den grabstätten 
hat nur ein verschwindender teil die Jahrtausende überdauert, kultur- 
beziehungen lassen sich aus den zufallsfunden nicht unbedingt er- 
weisen, vieles kann an verschiedenen stellen unabhängig er- 
funden worden sein (z. b. das spiralornament). andererseits läßt 
sich der weg der entlehnungen oft nicht sicher feststellen, die 
paläolithische zeit mit ihren nach den formen der gerate bezeich- 
neten stufen, die neolithischen perioden der spitznackigen, schmal- 
nackigen und breitnackigen beile sind unhaltbare auf Stellungen; 
denn alle diese gerate konnten ganz gut gleickzeitig hergestellt 
werden, selbst der beginn der metallzeit (etwa 2000 v. Chr.) 
läßt sich nicht sicher festlegen, denn auch noch später gebrauchte 
man steinwerkzeuge (pfeilspitzen u. dgl. m.). die priorität der 
Verwendung des kupfers und der schwer herstellbaren und zu 
beschaffenden bronze vor dem eisen erscheint ganz unglaublich, 
eisen hält sich eben in der erde nicht so lang wie kupfer oder 
bronze. über die typologie der prähistoriker 'difficile est satiram 
non scribere'. die lehre von den kulturkreisen der keramik beruht 
gleichfalls auf einem ganz unsicheren fundament. aus den be- 
stattungsarten Völkerverschiedenheiten oder zeitliche stufen heraus- 
zulesen, ist ganz unmöglich, 'hocker' finden sich in der ganzen 
Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 2 



18 II- Vorgeschichte und frühgeschichte. 

weit; bestattuug und Verbrennung nicht selten auf demselben 
friedhof. wenn vf. sich gegen den satz von der abhängigkeit der 
europäischen von der orientalischen kultur wendet, so verliert er 
freilich die historischen tatsachen aus dem äuge, auch über die 
Indogermanenfrage hat er sich aus unzulänglichen quellen orien- 
tiert (z. b. aus Hahne, das vorgeschichtliche Europa!!). 

in einem 'nach trag' (1914) setzt sich vf. mit seinen kritikern 
auseinander und macht in dem streit über die priorität des eisens 
oder der bronze darauf aufmerksam, daß die Ornamente auf vielen 
bronzegeräten nur mit einem eisernen instrument hergestellt sein 
können. 

wenn man auch nicht allen ausführungen des vfs. zustimmen 
wird, so ist doch mancher richtige gesichtspunkt in seinem buche 
enthalten, und besonders als protest gegen das anmaßliche auf- 
treten mancher prähistoriker und ihr angebliches besserwissen 
auf zahlreichen gebieten kann es von nutzen sein. — bespr, von 
M. Hoernes, Geisteswiss. 1,276 und von E. Reisinger, DLz. 
34,3119—3120. 

12. H. A. Ried, Zur prähistorischen Chirurgie. Archiv f. 
anthrop. n. f. 12,225 — 227. — in einem brandgrab der Mittel- 
latenezeit bei Obermenzing (München) fanden sich nach vf. drei 
eiserne gegenstände, die als chirurgische instrumente anzusehen 
seien: eine sonde und zwei kauterien. 

13. W. M. Flinders Petrie, The earliest perfect tombs. 
Man 1913, nr. 85. — vf. beschreibt und gibt abbildungen von 
drei aus backsteinen gemauerten gräbern aus dem großen friedhof 
von Tarkhan, 40 engl, meilen südlich von Kairo, die aus der zeit 
der 1. dynastie (5500 v. Chr.) stammen. 

14. Grg. Steinhausen, Kulturgeschichte der Deutschen in 
der urzeit. (Wissenschaft und bildung bd. 98.) Leipzig, Quelle & 
Meyer. 1912. — bespr. von Joh. Öerny, ZföG. 63,980—984. 

B. Zeitschriften und yersammlungsberichte. 

16. Praehistorische Zeitschrift, im auftrage der Deutschen 
gesellschaft für anthropologie, ethnologie und Urgeschichte, der 
Generalverwaltung der kgl. museen, des Nordwestdeutschen und des 
südwestdeutschen Verbandes für altertumsforschung hrsg. von 
C. Schuchhardt, R. Schumacher, H, ßeger. bd. 5. 1913. — 
die in betracht kommenden aufsätze sind in den einzelnen ab- 
teilungen der vorliegenden Übersicht verzeichnet. 

17. Mannus. Zeitschrift für Vorgeschichte, im auftrage der 
Gesellschaft für deutsche Vorgeschichte hrsg. von G. Kossinn a. 



II. B. Zeitschriften und Versammlungsberichte. 19 

bd. 5. 1913. Würzburg, Curt Kabitzsch. 1913. — s. bemerkung 
zu nr. 16. 

18. Korrespondenzblatt der deutschen gesellschaft für anthro- 
pologie und Urgeschichte, hrsg. von G. Thilenius. jahrg. 49. 
Braunschweig, Fr. Vieweg & söhn. 1913. — s. bemerkung zu nr. 16. 

18a. Archiv f. anthropologie. neue folge, bd. 12. Braun- 
schweig 1913. — s. bemerkung zu nr. 16. 

19. Beiträge zur anthropologie und Urgeschichte Bayerns, 
bd. 19. München 1913. — s. bemerkung zu nr. 16. 

19a. Mitteilungen der Wiener anthropologischen gesellschaft. 
bd. 48. Wien 1913. — s. bemerkung zu nr. 16. 

20. Mainzer Zeitschrift. Zeitschrift des Römisch-germanischen 
Zentralmuseums und des Vereins zur erforschung der rheinischen 
geschichte und altertümer. hrsg. von der direktion des röm.-germ. 
Zentralmuseums und dem vorstände des Mainzer altertums-vereins. 
Jahrg. VIII und IX. 1913 und 1914. 4». 160 s. u. IX tafeln. 
Mainz, L. Wilckens i. k. 1914. — in dem vorliegenden doppel- 
jahrgang finden sich folgende auf Sätze: 1. Jahresbericht des 
Römisch-germanischen zentralmuseums zu Mainz vom 1. april 1912 
bis 1. april 1913. (auch abgedruckt Kbl.Ges.Ver. 61(1913), 
s. 165 — 171); 2. Fr. Behn, Ausgewählte neuerwerbungen des 
Röm.-germ. zentralmuseums an original-altertümern, s. 5 — 17; 3. Fr. 
Behn, Bticinator (wie tubicen) = trompeter; 4. K. Körb er. Die 
in den jähren 1912 und 1913 gefundenen römischen inschriften 
und bildwerke, s. 18 — 28 und anhang: Römische inschriften und 
bildwerke, die noch nicht veröffentlicht sind, s. 28 — 36; 5. Gr. Nee b, 
und P. T. Keßler, Die ausgrabungen auf dem römischen fried- 
hofe bei Weisenau, s. 37 — 51; 6, G. Neeb, Bericht über die Ver- 
mehrung der Sammlungen des altertumsmuseums der stadt Mainz 
vom 1. april 1912 bis 1. april 1913, s. 52 — 64 (darin drei hocker- 
gräber mit skeletten, kupferdolch und tongefäßen mit zonen- und 
bandornamenten); 7. G. Behrens, 3. bericht über funde aus dem 
kastell Mainz, s. 65 — 93; 8. G. Behrens, Römische gräber aus 
Bingen, s. 94 — 96; 9. K. Schumacher, Beiträge zur topographie 
und geschichte der Rheinlande. IV. (fortsetzung zu M. zs. 7, 
8. 68 — 81), s. 97 — 110 (darin 1. Der römische vicus und die römi- 
schen thermen bei bad Bertrich; 2. Die Römerstraße Trier- Witt- 
lich-Mayen nach Koblenz bzw. Andernach und der vorrömische 
Völkerweg Jünkerath-Hillesheim-Hünerbach-Mayen an den Rhein; 
2 b. Die vorrömische und römische Straße Mayen-Kürrenberg-Lind- 
Boos-Hünerbach-Boxberg-Hillesheim-Jünkerath; 3. Zur besiedlungs- 
geschichte der Voreifel, namentlich im anschluß an das Wegenetz). 
10. P. Reinecke, Leichenverbrennung bei den Mittellatene-Kelten 
Süddeutschlands, s. 111 — 114 (brandgräber aus Obermenzing neben 

2* 



20 II- Vorgeschichte und frühgeschichte. 

Skelettbestattungen und aus Moosach bei München, ferner sparen von 
solchen auf dem ganzen Voralpengebiet); K. Strecker, Geschichte 
des Mainzer wappens, s. 115 — 124; H. Groß, Joh. Ludwig 
Cüntzer und seine Stiftungen in Gerusheim und Mainz, s. 124 — 127; 
Bericht über die Vermehrung der Sammlungen des altertumsmuseums 
der Stadt Mainz vom 1. april 1913 bis 1. april 1914, s. 129 — 143; 
Jahresbericht des Römisch-germanischen zentralmuseums zu Mainz 
vom 1. april 1913 bis 1. april 1914, s. 144—150; G. Neeb, 
Joh. Peter Jaegers kupferstichfolge mit darstellungen der St. Ignaz- 
kirche zu Mainz, s. 151 — 153. 

21. Anzeiger für schweizerische altertumskunde. (Indicateur 
d'antiquites suisses.) hrsg. von der direktion des Schweizerischen 
landesmuseums in Zürich. Buchdruckerei Berichthaus. n. f. bd. 15, 
1913. — darin folgende hier in betracht kommende aufsätze: 
K. Stehlin, Die prähistorische ansiedlung bei der gasfabrik in 
Basel, s. 1 — 17 (wohngruben mit feuerstellen, knochen, bronze- so- 
wie eisenfunden und tonsch erben, auch einzelne skelette; die 
ganze ansiedlung war mit einem graben umgeben); 0. Schulthess, 
Neue römische Inschriften aus der Schweiz. I. reihe 1907 — 1912, 
s. 36—44 und s. 191—204; D. Viollier et F. Blanc, Les 
tumulus hallstattiens de Grüningen (Zürich), s. 265 — 283 (4 brand- 
gräberhügel, die bei gelegenheit des 15. Congres d'archeologie et 
d'anthropologie prehistorique 1912 in angriff genommen wurden); 
C. Fels, S. Heuberger, L. Frölich, Grabungen der gesell- 
schaft pro Vindonissa 1912, s. 284 — 320 (straßen, bauten, funde, 
Inschriften). — Th. Ischer, Ein neolithischer landfund bei Büren 
(kanton Bern), s. 173 (quarzitbeil, fremdes importstück), 

22. Antiqvarisk tidskrift for Sverige. bd. 20. Stockholm 
1913. — darin ein einschlägiger aufsatz, der unter nr. 54 a ver- 
zeichnet ist. 

22 a. Aarb0ger for nordisk oldkyndighed og historie. Kopen- 
hagen 1913. bd. 28. — enthalten keine hier in betracht kommen- 
den aufsätze. 

23. 44. Allgemeine Versammlung der deutschen anthropolo- 
gischen gesellschaft vom 3. — 10. august 1913 in Nürnberg. Kbl. 
f. Anthr. 1913,61 — 134. — darin kurze referate über folgende 
uns hier interessierende vortrage: K. Hörmann, Zur einführung 
in die vorgeschichtlichen funde der Nürnberger gegend; R. Much, 
Regnitz, Pegnitz und andere flußnamen des nördlichen Bayerns; 
0. Aichel, Die entstehung des mäanders und des kymations; 
A. Kiekebusch, Eine steinzeitsiedlung mit tiefstichkeramik und 
drei altgermanische dörfer aus taciteischer zeit; A. Schliz, Die 
ethnologische unterläge der alpinen pfahlbaukultur; R. Much, 
Zur Veneterfrage ; J. Palliardi, Die archäologische Zugehörigkeit 



n. C. Paläolithische zeit. 21 

der mährischen jadeit- und chloromelanitbeile ; R. Much, Über 
zeichen auf germanischen eisenwaffen; R. Beltz, Bericht über die 
tätigkeit der kommission für prähistorische typenkarten ;H, Klaatsch, 
Die menschlichen skelettreste von der paläolithischen Station 'Hohler 
Fels' bei Xürnberg und ihre Stellung zu den bisher bekannten 
diluvialformen. 

24. 13. tagung des südwestdeutschen und 9. tagung des 
nordwestdeutschen Verbandes für altertumsforschung in Göttingen 
vom 26.-28. märz 1913. Kbl.Ges.Ver. 61(1913),321— 363. — in 
dem bericht finden sich außer einigen hier besonders verzeichneten 
arbeiten folgende auszüge aus gehaltenen Vorträgen: C. Schuch- 
hardt, Jahresbericht für 1912 über die wissenschaftlichen ar- 
beiten im Nordwestdeutschen verbände für altertumsforschung; 
Crome, Die ausgrabungen auf der Springmühle bei Göttingen; 
Bremen, Neue neolithische forschungen in Süd Westdeutschland; 
Koehl. Wohngruben der vier bandkeramischen perioden; G. Wolff, 
Neue ergebnisse der neolithischen forschung in der Umgebung 
Frankfurts a. M. ; C. Schuchhardt, Der Hünstollen im Göttinger 
walde; Krüger , Die Trierer göttervase; E. An thes, Neue römisch- 
germanische funde aus dem Rhein- und Maintal; E. Schröder, 
Zur besiedlungsgeschichte des Eichsf'eldes. 

25. R. Beltz, Neunte tagung des nordwestdeutschen (ge- 
meinsam mit der dreizehnten tagung des südwestdeutschen) Ver- 
bandes für altertumsforschung. Göttingen 26. — 28. märz 1913. 
Praehist.Zs. 5,599—567. 

26. E. Anthes, Bericht über die archäologische tätigkeit 
der Verbandsvereine von ostern 1911 bis sommer 1912. Kbl.Ges.Ver. 
61(1913),74— 79. 

C. Paläolithische zeit. 

27. R. R. Schmidt, Die diluviale vorzeit Deutschlands. 
unter mitwirkung von E. Koken und A. Schliz. XIII u. 283 s. 
Stuttgart, G. Schweitzerbart. 1912. — vf. trennt die fundplätze 
aus diluvialer zeit in eine schwäbisch-süddeutsche, südwestdeutsche, 
rheinisch-westfälische und norddeutsche gruppe. 

28. J. Bayer, Die Chronologie des jüngeren Quartärs. Mitt. 
der präh. kommission der kais. akad. der wiss. 2. bd. nr. 2. 
s. 199 — 227. Wien, A. Holder in komm. 1913. — vf. setzt sich 
im 1. abschnitt seiner ausführungen, die für die beurteilung der 
paläolithischen stufen wichtig sind, mit A. Penck, F. Wiegers, 
M. Boule, H. Obermaier aneinander und entwickelt sein eignes 
Chronologiesystem, das er durch eine karte veranschaulicht, im 
2. abschnitt behandelt er: Aufbau und einschlüsse der Lösse in 
der Wachau (Nieder-Östreich). 



22 II- Vorgeschichte und frühgeschichte. 

29. K. H. Jacob, Das alter der paläolithischen fundstätte 
Markkleeberg bei Leipzig. Praehist.Zs. 5,331 — 339. — vf. weist 
die funde dem Mousterien zu uud will drei stufen unterscheiden, 
eine noch dem Acheuleen nahestehende, ein reines Mousterien und 
eine bereits dem Aurignacien zuneigende stufe. 

30. J, R. Moir, Flint implements of man from the middle 
glacial gravel and chalky boulder clay of Suffolk. Man 1913, nr. 19. 

31. S. Hazzledine Warren, Problems of flint fracture. Man 
1913, nr. 20. — vf. bringt seine zweifei an der Zuverlässigkeit 
der kriterien von Moir über die künstliche herstellung von eolithen 
zum ausdruck. 

32. J. R. Moir, Problems of flint fracture. Man 1913, 
nr. 29. — erwiderung auf den artikel von S. H. Warren (s. nr. 31). 

33. C. J. Gri st, What is a natural eolith? Man 1913, nr. 39. 

34. A. Bell, Subcray flints. Man 1913, nr. 40. 

35. H. M. Leslie Petersen, Pygmy flints in the Dee Valley. 
Man 1913, nr. 58. — auf mehreren terrassen des flußtales fanden 
sich Mikrolithen unbestimmbaren alters. 

D. Neolithische zeit. 

36. L. Pfeiffer, Die steinzeitliche technik und ihre be- 
ziehungen zur gegenwart. ein beitrag zur geschichte der arbeit, 
mit 250 originalabb. (Festschrift zur 43. allgemeinen Versamm- 
lung der Deutschen anthropologischen gesellschaft. Weimar, 4. bis 
8. august 1912. heft 1.) Jena, G. Fischer. 1912. VII u. 340 s. 

— nicht zur besprechung geliefert! — 'der wert des durch und 
durch originellen buches liegt vor allem darin, daß der vf. nicht 
nur die waffen und Werkzeuge der Steinzeiten abbildet und be- 
schreibt, sondern daß er versucht ihrer herstellung nachzugehen, 
eigene experimente in großer zahl, besuche und eifrige Studien bei 
den letzten feuersteinspaltern in England und Frankreich und 
viele, in den illustrationen gut wiedergegebene Verwendungsver- 
suche zur fellbearbeitung, zum sägen, schaben, bohren usw. zeigen 
ernste arbeit und lange erfahrung. das ganze buch ist gewisser- 
maßen ein erläuternder katalog des Weimarer museums, dessen 
reiche schätze dem anthropologentag gezeigt wurden.' (Fritz 
Drevermann, Litbl. Fftr.Zg. 8. juni 1913.) 

37. A. Schliz, Steinzeitliche und Latenewohnanlagen. Röm.- 
germ. kbl. 6,23—26. 

38. M. Hell, Eine jungsteinzeitliche ansiedlung am oberen 
Rainberg in der stadt Salzburg. Archiv f. anthrop. n. f. 12,48 — 43. 

— ovale mulde von 7 m X 4 m; 1,30 m tief, holzkohle, knochenreste, 



II. D. Neolithische zeit. 23 

gefäßstücke ohne ornament oder mit fingerabdrücken und zapfen 
oder durchbohrten henkeln sowie feuersteinartefakte fanden sich vor. 

39. 0. Meng hin, Eine spätneolithische Station bei Melk 
(Niederösterreich). Mitt. anthrop. ges. Wien 43,94 — 103. — die 
ansiedlung liegt im Donautale, am süduf er, im Wiener wald auf einem 
felskopf von 25 m höhe, es fanden sich knochen, Werkzeuge 
und ein fragmentarisches Steinbeil, reichliche reste von keramik 
und tierknochen, darunter viele vom biber. 

40. K. S. Gutmann, Die neolithische bergfeste von 01- 
tingen. Praehist.Zs. 5,158 — 205. — der ort liegt im südlichsten 
Elsaß, nahe der Schweizer grenze; der neolithische ringwall findet 
sich auf dem nördlichsten ausläufer des Jura, dem 'berg'. Inner- 
halb der befestigung waren 6 runde und 2 viereckige wohn- 
hütten mit herdstellen und steingeräten; die meisten in den boden 
eingetieft, einige auf erdpodien errichtet und mit steinwällen um- 
geben, auf denen das dach aufsaß. zwei hütten waren durch 
eine steinsetzung geteilt, der ringwall ist wegen der schwachen 
besiedlung wohl eine fliehburg gewesen, vor demselben lagen 
weitere 3 wohnstätten. — in einem anhang werden die bis jetzt 
bekannten prähistorischen ringwälle des Elsaß, 53 an der zahl, 
verzeichnet und kurz beschrieben. 

41. Q. Bersu, Der Goldberg, eine steinzeitliche höhen- 
befestigung in Württemberg. Kbl.Ges.Ver. 6 1(1 9 13), 99— 101. 

42. A. Seh Hz, Steinzeitliche niederlassung von Großgartach. 
Röm.-germ. kbl. 6,54 — 56. — von den herren Bersu, Gößler, 
Hähnle und Schliz wurde eine mulde mit Untergeschoß ausgehoben. 

43. W. Bremer, Eberstadt, ein steinzeitliches dorf der 
Wetterau. Praehist.Zs. 5,366 — 435. — am südwestabhang eines 
lößplateaus liegen steinzeitliche hüttenplätze (etwa 20) mit abfall- 
gruben, speisegruben, herdstellen, Scherben von vorratsgefäßen. 
auch eine wohngrube aus der Hallstattzeit wurde aufgedeckt. 
Steinwerkzeuge, keramik in großer menge, rötel (zum schminken?), 
weißer kalkmergel (zum inkrustieren der gefäße), Speisereste (tier- 
knochen und muscheln) wurden aufgefunden. 

44. W. Bremer, Steinzeitliche ansiedlungen. (Eberstadt, 
kr. Gießen.) Röm.-germ. kbl. 6,4 — 6. — 3 wohnplätze der Groß- 
gartacher kultur wurden aufgefunden und aufgedeckt, lehmbänke, 
herdgruben, speisegruben mit knochen, abfallgruben, feuerstein- 
artefakte, keramische funde kamen zum Vorschein. 

45. W. Bremer, Eberstadt, ein steinzeitliches dorf der 
Nordwetterau. Kbl.Ges.Ver. 61(1913),106— 111. 

46. E. Anthes, Ein Megalithgrab in der Wetterau. Praehist. 
Zs. 5,591 — 593. — das südlich von Muschenheim (kr. Gießen) ge- 
legene grab, über dem sich ein hügel (der heilige stein) erhob. 



24 II- Vorgeschichte und frühgeschichte. 

war schon 1912 von Fr. Kofier freigelegt worden, vf. unternahm 
eine nachgrabung, ixm den neolithischen Ursprung der anläge 
zweifelsfrei zu erweisen. 

47. M. Wilcke, Die steinzeitlichen hügelgräber bei Pölzig 
(Sachsen-Altenburg). Mannus 5,301—303. 

48. M. Wilcke, Ein vorgeschichtliches hockergrab bei 
Weißenfels. Mannus 5,304 — 306. — außer einem becherartigen 
gefäß neben der rechten schulter fanden sich bei dem skelett 
keine beigaben. 

49. L. Knoop, Über eine steinzeitliche grabstelle bei Sein- 
stedt im kreise Wolfenbüttel. Kbl. f. anthr. 1913,42—44. — 
zerstörtes kistengrab mit resten von 5 leichen und scherben. 

50. K. H. Jacob, Der kugelflaschenfund von Börtewitz bei 
Mügeln (kr. Sachsen). Praehist.Zs. 5,362 — 366. — in einer grab- 
kammer aus feldsteinen fand man stücke von 7 kugelflaschen und 
reste von mindestens 7 weiteren sowie amphoren, tassen, ferner 
7 feuersteinbeile, einige knochen und eine bernsteinperle. 

51. A. Kiekebusch, Die steinzeitsiedlung bei Trebus im 
kreise Lebus (prov. Brandenburg), zugleich ein beitrag zur methode 
der ausgrabung vorgeschichtlicher wohnstätten. Praehist.Zs. 5, 
340 — 362. — herdstellen mit schwarzem brand, knochen und 
mengen von gebrannten getreidekörnern (binkelweizen); häuser- 
grundrisse, die durch pfostenlöcher kenntlich sind; die keramik 
ist einheitlich (tiefstichkeramik, Schnurverzierung, furchenstich) 
und gehört der Steinzeit an. 

52. A. Kiekebusch, Eine steinzeitsiedlung mit tiefstich- 
keramik und 3 altgermanische dörfer aus taciteischer zeit. Kbl. 
f. anthr. 24,89—93. 

53. J. H. Holwerda, Zwei riesenstuben bei Drouwen 
(prov. Drente) in Holland. Praehist.Zs. 5,435 — 448. — die riesen- 
stube ahmt das große felsengrab nach, der steinkranz diente als 
stütze des die kammer deckenden hügels. die wand war durch- 
brochen, wo der steinerne eingang in die kammer führte, die 
kulturschicht auf dem Steinpflaster der einen riesenstube enthielt 
keine skelette mehr, da sie bis auf einige knochenreste vermodert 
waren, dagegen war sie mit keramischen resten von etwa 400 ge- 
fäßen durchsetzt, offenbar wurde in der kammer ein totenkultus 
getrieben, die keramik gehört zum teil dem reinen nordwest- 
deutschen megalithtypus an; daneben liegen scherben der zonen- 
keramik, von glockenurnen und einer gelblichen keramik mit 
fingereindrücken, ferner wurden 12 steinbeile, darunter auch ein 
großes dünnackiges, bronzefragmente , bernsteinperlen gefunden, 
in einer entfernung von lim lag die zweite riesenstube, die etwas 



II. E. Bronzezeit. 25 

kleinere diraensionen aufwies, aber noch viele stehende kranz- 
steine besaß, die funde waren hier spärlich, die keramik (mit 
großen bauchigen gefäßen) ähnelt dem Lausitzer t3rpus. diese 
grabkammer enthielt auch reste von brandurnen, scheint indes 
jünger als die erste zu sein und den Übergang zur leichenver- 
brennung mitgemacht zu haben. 

54. Nils Aberg, Studier ofver den yngre stenäldern i Norden 
och Västeuropa. akademisk afhandling. avec un resume en fran- 
^ais. Norrköping 1912. 69 s. XVIII s. 34 s. — die abhand- 
lung ist in 2 kapitel eingeteilt; im ersten wird die typologische 
entwicklung der nordischen steinbeiltypen vorgeführt und die 
nordische megalithkultur als eine direkte entwicklung der Ertebölle 
(d. h. kjökkenmöddingen) -kultur zu erweisen gesucht. ein aus- 
blick auf Deutschland wird s. 32 — 33 gegeben, im zweiten kapitel 
wird die westeuropäische megalith- und giockenbecherkultur und 
ihre Verbindung mit dem norden behandelt, auf s. 48 — 50 kommt 
vf. auf die Indogermanen zu sprechen, die mit der südfranzösischen 
Cromagnon- und der nordischen dolichokephalen rasse indentifiziert 
werden, für eine solche annähme fehlt jeder schlüssige beweis; 
wir können keinen Zusammenhang zwischen prähistorischen perioden 
und der indogermanischen Sprachausbreitung nachweisen, an den 
systematischen teil der arbeit schließt sich eine aufzählung der 
funde in dolmen, höhlen usw. von Frankreich an. auf 34 ss. wird 
alsdann der ganze Inhalt der abhandlung in französischer spräche 
kurz zusammengefaßt. sieben tafeln mit Zeichnungen der ent- 
wicklungsreihen der beiltypen und ihren fundplätzen in Frankreich 
und Großbritannien sowie der glockenbecher und doppelschneidigeu 
äxte in England sind der Studie beigegeben. 

54a. 0. Almgren, Nägra svensk-finska stenäldersproblem. 
Antiqvarisk tidskrift för Sverige, 20,1 — 78. — vf. behandelt iu 
5 kapiteln: 1. Finsk import tili mellersta Sverige under stenäl- 
derna sista tid. 2. Bätyxkultur och boplatskultur. 3. ßoplats- 
keramikens Ursprung. 4. Skifferfrägan. 5. Rasproblemet. 

E. Bronzezeit. 

55. G. Kossinna, Zur älteren bronzezeit Mitteleuropas IV. 
Mannus 5,160 — 170. — anknüpfend an Kossinnas vorgefaßte 
meinung der nordischen herkunft der griffzungenschwerter endet 
der aufsatz in eine polemik gegen Sophus Müllers 'Urgeschichte 
Europas' und gegen Oscar Montelius' 'Vorklassische Chronologie 
Italiens', nach Kossinna ist die germanische fibel älter als die 
italische und ist ihr vorbild. — dieser streit der prähistoriker zeigt 



26 II- Torgeschichte und frühgeschichte. 

wieder, auf wie schwankem boden viele ihrer zeitlichen und ört- 
lichen festlegungen stehen, 

56. J. Wimmer, Die aufdeckung des altbronzezeitlichen 
gräberfelds von Gmunden. mit 15 tafeln, s.-a. aus Jsb. der k. k. 
staatsg)-mn. Gmunden 1913. 62 s. — vf. gibt zunächst einen 
überblick über die bisherigen ergebnisse vorgeschichtlicher forschung 
in Gmunden, berichtet dann über die auffindung eines urnengrab- 
hügels aus der Hallstattzeit bei Leibnitz (Steiermark) und wendet 
sich darauf dem Gmundner gräberfeld zu, von dem schon früher 
ein teil zerstört worden war. 25 gräber mit skelettresten, zum 
teil liegenden hockern, und bronzebeigaben konnten noch aufge- 
deckt werden, ihr inhalt wird eingehend beschrieben; die funde 
sind auf den tafeln abgebildet, mit recht betont vf., daß wir über 
die ethnologische einreihung der bronzezeitlichen ansiedier nichts 
bestimmtes behaupten können. 

57. E. Wagner, Brandgrab der bronzezeit zu Reichenau 
(amt Konstanz). Röm.-germ. kbl. 6,65 — 67. 

58. W. Bremer, Spätbronzezeitliches brandgrab bei Gam- 
bach (kr. Friedberg). Röm.-germ. kbl. 6,56 — 59. 

59. M. Tummeley und G. Kossinna, Das gräberfeld in 
Wilhelmshöhe bei Usch (prov. Posen). Mannus 5,319 — 324. — 
die flachgräber stammen aus der jüngsten bronzezeit; sie enthalten 
urnen mit knochenresten, beigefäße, asche mit verkohltem holz, 
einzelne haben steinpackung. beigaben sind spärlich; doch fanden 
sich in einer urne etwa 100 bernsteinperlen, zwei eiserne nadeln 
und ein stück eisenschlacke fanden sich vor; sonst nur bronze- 
sachen. 

60. H. Busse, Ein gräberhügel der bronzezeit bei der Giels- 
dorfer mühle im kreise Ober-Barnim (prov. Brandenburg). Mannus 
5,249—264. 

61. H. Müller-Brauel, Ein bronzezeitlicher hügel mit säch- 
sischer nachbestattung bei Anderlingen. Praehist.Zs. 5,222 — 227. 
— gefunden wurden von arbeitern, die den hügel zerstörten: ein 
bronzedolch, ein eisenschwert, eine eiserne lanzenspitze, ein eisernes 
messer und eine kleine urne. später fand vf. noch ein eisernes 
messer, zwei eiserne schnallen und sonstige reste eiserner gerate 
sowie ein ziergehänge aus bronze. die nachbestattung datiert aus 
dem 4. jahrh. n. Chr. 

62. H. Müller-Brauel, Drei bronzezeitliche hügelgräber im 
kreis Stade. Praehist.Zs. 5,205 — 222. — die zusammengesunkene 
steinpackung in einem riesigen hügel läßt einen holzsarg oder ein 
holzgerüst um die leiche annehmen; es war ein rundsarg, also 
wohl ein ausgehöhlter baumstamm. beigaben fanden sich nicht. 



II. E. Bronzezeit. 27 

in einem andern hügel waren zwei kammern, die durch eine mauer 
oder einen gang verbunden waren, auch hier ließen sich rund- 
särge vermuten, von deren holz noch reste vorhanden waren, ein 
feuersteindolch, ein messer und fünf pfeilspitzen aus flint fanden 
sich in der packung. im dritten hügel waren skelettbestattungen 
angetroffen worden, von denen ein schädel gerettet wurde, ein 
bronzemesser, das dabei gelegen hatte, ist verloren gegangen; auch 
die knochen wurden achtlos zur seite geworfen, von einem dritten 
grab bei Meckelstedt (kr. Lehe) besitzt vf. einen genauen fund- 
bericht; die funde selbst sind im museum zu Hannover. 

63. H. Mötefindt, Funde von Groß-Schwarzlose, kr. Stendal. 
Mannus 5,332 — 335. — vf. behandelt urnen, die ursprünglich 
leichenbrand enthielten, und zwei bronzenadeln. 

64. C. Rademacher, Über die niederrheinische bronzezeit. 
Mannus 5,53 — 57. 

65. 0. G. S. Crawford, Description of vase found on 
Nun well Down, Isle of Wight. with a report on the associated 
Cranium and Femur by A. Keith. Man 1913, nr. 12. — die 
Öffnung des hügels fand schon im jähre 1881 statt; ein bericht 
darüber im Antiquary 5(1882), p. 119 von J. Thorp wird wieder 
abgedruckt, die urne mit ihrem eigenartigen ornament ist sonst 
in England nicht bekannt, wohl aber in Mitteldeutschland, auch 
der Schädel von brachykephaler, der bronzezeit eigentümlicher ge- 
stalt weist auf einen Zusammenhang mit dem Festland. 

66. C. L. Woolley, Excavations on Beacon Hill, Hampshire, 
in august 1912. Man 1913, nr. 5. — untersucht wurden wohn- 
gruben mit bronzezeitlicher keramik und einer der 'sieben hügel', 
von denen fünf schon früher geöffnet worden waren, man fand 
darin einen ring von feuersteinen, der nach westen offen war und 
an der ostseite ein grab enthielt, außer resten von verbranntem 
holz, einem knochengerät und einer hohen feuersteinpackung fand 
sich nichts darin. 

67. G. Coffey, The bronze age in Ireland. with eleven 
plates and eighty-five illustrations. Dublin, Hodges, Figgis & co. 
1913. 107 p. — in diesem buche werden von dem vf. die er- 
gebnisse seiner früheren arbeiten über den gegenständ zusammen- 
gefaßt, nach ihm bildete die europäische bronzezeit eine kultur- 
einheit, die sich von Mykenä bis Irland erstreckte; der weg der 
Verbreitung dieser kultur führte über die Donau und Elbe nach 
Skandinavien, von da nach Irland, vf. behandelt im einzelnen die 
Chronologie der irischen bronzezeit; die kupfergerätfunde; die 
bronzegerätfunde; die goldfunde; deiche und Schwerter; goldne 
halsringe, sonnenscheiben, ringgeld usw.; blattförmige Schwerter, 



28 II- Vorgeschichte und frühgeschichte. 

Schilde usw.; halsriuge (torques); einzelne bi'onzezeitliche funde; 
trompeten, sicheln, scheibenkopfnadeln; bronzezeitliche keramik und 
ihren Zusammenhang mit der neolithischen; bronzezeitliche dekoration. 
eine fülle vortrefflicher abbildungen vei'anschaulicht die aus- 
führungen, die auch von großer bedeutung für allgemeinere fragen 
sind, so z. b. für den beginn des ackerbaus, die keltische ein- 
wanderung in Irland usw. 

F. Hallstattzeit. 

68. 0. Montelius, Wann begann die allgemeine Ver- 
wendung des eisens? Praehist.Zs. 5,289 — 330. — in Ägypten 
wurde eisen erst mehrere menschenalter nach dem beginn des 
neuen reiches in gebrauch genommen (etwa im 13. jahrh. v. Chr.). 
im südwestlichen Asien tritt eisen erst um 1000 v. Chr. auf, 
in Griechenland vom 12, jahrh, v. Chr. an, in Italien nicht viel 
später, in der Poebene etwa 1000 v. Chr., bald darauf in Mittel- 
europa; in Frankreich und auf den britischen inseln etwa 800 v. 
Chr. nach dem germanischen norden kommt eisen infolge der 
handelsbeziehungen zum mittelmeerkreis schon um 1100 v. Chr. 
die eigentliche eisenzeit begann aber erst viel später, in Skandi- 
navien im 7. jahrh. v. Chr. wo das eisen als gebrauchsmetall 
zuerst hergestellt wurde, muß noch festgestellt werden. 

69. Gero v. Merhart, Gräber mit bemalter keramik aus 
Beilngries. Beitr. zur anthropologie und Urgeschichte Bayerns 
19,37 — 55. — die gräber aus dem bair. Ried gehören der 3. stufe 
der süddeutschen Hallstattkultur an und sind flachgräber mit 
Skelettbestattung, seltner mit leichenbrand. kalkplatten sind um 
die gräber aufgestellt oder zu packungen geschichtet, die keramik 
besteht zumeist aus gelben, seltner roten gefäßen, die Ornamentik 
zeigt schwarze, rote und weiße färben, die weißgelbe keramik ist 
besonders reich vertreten; sie ist auch sonst in Ostdeutschland 
und Bayern zu finden und scheint von Süden her verbreitet worden 
zu sein. 

70. H. A. Ried, Über das neuentdeckte urnengräberfeld in 
Grünwald bei München. Beitr, zur anthropologie und Urgeschichte 
Bayerns 19,13 — 35. — es steht auf der scheide zwischen bronze- 
und Hallstattperiode; es ist als erstes frühhallstatt anzusprechen. 

71. K. Woelcke, Ein töpferofen der Hallstattzeit in Rödel- 
heim. Kbl.Ges.Ver. 61(1913),340— 342. 

71a. R. Welcker, Ein Hallstatt-töpferofen im Elsaß, ebda. 
343—344. 

72. P. Horter, Ein gräberfeld der ältesten Hallstattzeit bei 
Gering, kr. Mayen (Rheinland). Mannus 6,307 — 318. — forts. 



II. F. Hallstattzeit. — G. Lat6nezeit. — H. Landschaftliches. 29 

eines Mannus 4,95 — 102 erschienenen berichtes über einen Vortrag 
des vfs. auf der Koblenzer tagung der Ges. f. d. Vorgeschichte 
(1912, vgl, Jsb. 1912,2,19). brandgräberfeld mit urnen und kisten 
aus schieferplatten um einzelne von diesen oder schieferplatten- 
belag unter ihnen, es lag an einem vorrömischen, westlich zur 
Eifel gerichteten weg. 

73. E. Brenner, Die funde vom ringwall 'Burg' bei Ritters- 
hausen (Dillkreis). Praehist.Zs. 5,272 — 273. — wohnstätten, kera- 
mische, bronze- und eisenfunde, spinnwirtel usw. zeigen, daß die 
umwallung bewohnt war, und zwar gehört sie dem Übergang von 
der Hallstatt- zur Latenezeit an. 

74. J. Kostrzewski, Ein depotfund der späten Hallstatt- 
zeit aus Schroda, prov. Posen. Mannus 5,336 — 339. — eine 
brillenspiralfibel, ein riesiger hohlwulst, zwei große ovale und drei 
kleine i-unde ringe, die ursprünglich in einem topf lagen. 

0. Latenezeit. 

75. R. Forrer, Keltische münzen und keltische goldwäsche- 
reien im Elsaß und in Baden. Kbl.Ges.Ver. 61(1913), 222. 

76. E. Brenner, Die Früh-Latenebefestigung auf der 'Burg' 
bei Rittershausen. Kbl.Ges.Ver. 61(1913),99. 

77. R. BeltZ; Zu den norddeutschen Latenefibeln. Mannus 
5,117—118. 

78. P. Quente, Der urnenfriedhof von Techow (Latenezeit 
bis römische kaiserzeit). Praehist.Zs. 5,282 — 287. — urnengräber 
mit größeren und kleineren steinpackungen; ferner wurde die ver- 
brennungsstätte (ustrina) aufgefunden. 

H. Landschaftliclies. 

79. J. Szombath, Altertumsfunde aus höhlen bei St. Kan- 
zian im österr. küstenlande. 198 s. in den Mitteilungen der 
prähistorischen komm, der kais. akad. der Wissenschaften. 2. bd. 
nr. 2. mit 199 abb. im text und 1 tabelle. Wien, A. Holder 
in komm. 1913. — vf. bringt a) aus der fliegenhöhle zahli'eiches 
bronzezeitliches fundmaterial: lanzenspitzen, Schwerter, belle, helme, 
knöpfe, Schmucksachen usw. b) aus der knochenhöhle bronze- und 
eisengeräte bis zur etruskischen zeit und zahlreiche skelettreste 
zur darstellung. auf einer situla befindet sich eine etruskische 
inschrift . o . . s. tiiarene (od. -reJi); auf einem heim zwei latei- 
nische inschriften, die W. Kubitschek besonders eingehend be- 
handelt. 

80. 0. Menghin, Kleine beitrage zur südtirolischen Wall- 
burgenforschung. Mitt. anthrop. ges. Wien, 43,76 — 93. — vf. be- 



30 II- Vorgeschichte und frühgeschichte. 

handelt ringwälle in der Umgebung von Bozen, Klausen, Brixen, 
Sterzing und Bruneck. sie stammen aus der frühesten metall-, 
der bronze-, Hallstatt- und Latenezeit, wie die funde ergeben. 

81. R. Strelli, Die ausgrabungen auf dem gute 'Meier am 
Hof bei St. Paul. Progr. des k. k. stiftgymn. in St. Paul 
(Kärnten) 1911. — tonscherben, menschenknochen, mauerreste, 
trümmer einer handmühle, verschiedene besser erhaltene topfe, 
zwei knöpfe aus bronze, bronzenadeln, mehrere römische fibeln und 
eine Latenefibel wurden aufgefunden, eine zeistbestimmung ist für 
das gräberfeld erst nach S3'^stematischer erforschung möglich. 

82. A. Schliz, Die ethnologische unterläge der alpinen pfahl- 
baukultur. Kbl.f.Anthr. 24,93—97. 

83. A. Grass er, Decouvertes archeologiques recentes en 
Alsace. Revue d'Alsace 64,118—124. 

84. 0. Schmidt, Prähistorische reste auf dem Schönberg 
bei Preiburg i. B. Alem. 40,97—104. 

85. A. Neischl, Die vor- und frühgeschichtl. befestigungen 
am Rauhen Kulm bei Neustadt am Kulm (Oberpfalz), mit 429 fig. 
im text, 8 tafeln und 4 großen planbeilagen. aus dem wissen- 
schaftlichen nachlaß des vfs. hrsg. von H. Obermaier. 1913. — 
nicht zur besprechung geliefert. — bespr. von F. Birkner, Arch. 
f. anthrop. 40,322 — 323 und von P. Goeßler, Praehist.Zs. 5, 
582 — 583 (als dilettantische arbeit gekennzeichnet). 

86. K. Schumacher, Aus westdeutschen museen. Praehist. 
Zs. 5,567—572. 

87. R. Forrer, Neue archäologische Untersuchungen im 
Elsaß. Kbi.Ges.Ver. 61(1913),79— 82. 

88. R. Woelcke, Spuren vorrömischer besiedlung in und 
um Nida-Heddernheim. Kbi.Ges.Ver. 61(1913),87 — 92. 

89. G. Wolff , Frankfurt a. M. und seine Umgebung in vor- 
und frühgeschichtlicher zeit. Hendschels Luginsland, heft 41. 
116 s. 1 karte, 1 plan, 56 abb. Frankfurt a. M., M. Hendschel. 
1913. — eine treffliche orientierende, zum großen teil auf des vfs. 
eignen forschungsergebnissen beruhende, populäre darstellung. kurz 
behandelt werden nach einer betrachtung der geographischen 
Voraussetzungen und einem überblick über die perioden der Vor- 
geschichte ihre Vertretung auf dem gebiete Frankfurts, während 
die römische zeit den breitesten räum einnimmt, ein ausblick auf 
die fränkische zeit bildet den Schluß. 

90. G. Wolff, Die südliche Wetterau in vor- und früh- 
geschichtHcher zeit, mit einer archäologischen fundkarte, hrsg. 
von der röm.-germ. kommission des kais. archäologischen instituts. 
196 8. Frankfurt a. M., L. Ravenstein i. komm. 1913. 4o. — 
das schön ausgestattete werk zerfällt in A. Allgemeiner teil. 



II. H. Landschaftliches. 31 

B. Spezieller teil. in ersterem finden sich 3 Unterabteilungen: 
1. Die besiedlung der Südwetterau in vor- und frühgeschichtlicher 
zeit. 2. Der limes. 3. Die alten straßen der Südwetterau. a) Vor- 
römische und frührömische straßen; b) Das römische Straßennetz 
des 2. und 3. jahrhs. im speziellen teil finden sich die fundstellen 
nach gemarkungen geordnet, getrennt nach der Staatszugehörigkeit 
zu Preußen oder Hessen. 

in einer einleitung weist vf. auf die mängel älterer aus- 
grabungen hin, die sich auf die Umgebung größerer städte be- 
schränkten und daher ein unvollständiges bild der besiedlung einer 
gegend in prähistorischer zeit boten, so waren die lößgebiete auf 
der 'hohen straße' der Wetterau, die den neolithischen ackerbauern 
gute Siedlungsgelegenheit gewährten , fast unerforscht, diesem 
mangel ist in den letzten jähren abgeholfen worden, ferner hat 
vf. sein hauptaugenmerk auf den verlauf der alten straßen, längs 
deren die ansiedlungen lagen, gerichtet und damit einen forschungs- 
zweig ausgebaut, der für die Zukunft noch weitgehende aufschlüsse 
über vorgeschichtliche völkerzüge verspricht. 

im speziellen teil werden die funde in den aufgezählten orten 
nach dem alter aufgeführt und so wird ein bild unserer gegen- 
wärtigen kenntnis von der besiedlung des behandelten gebietes 
gegeben, das an Vollständigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. 

für Sprachforscher sehr beachtenswert ist ein anhang: 'Alpha- 
betisches Verzeichnis beachtenswerter orts- und flurnamen', in dessen 
einzelnen abschnitten auf den jeweiligen Zusammenhang von be- 
stimmten namen mit vorgeschichtlichen Siedlungen, grabstätten 
oder wegen hingewiesen wird, so bezeichnet 'bürg' oder 'berg' 
die stelle von Römerlagern oder kastellen, 'dämm' den verlauf 
alter straßen, 'stein' weist auf (meist beseitigte) monolithe hin, 
'weil, Weiler' deutet reste von römischen gutshöfen an usw. 

ein ortsregister sowie die beigegebene archäologische fund- 
karte werden von den benutzern des inhaltsreichen werkes dankbar 
begrüßt werden. 

91. W. Lange, Der Rhündaer berg in Niederhessen. 
Praehist.Zs. 5,460 — 467. — die befestigungswerke sind denen 
von Oltingen (s. oben nr. 40) ähnlich} sie liegen in der nähe der 
alten ansiedlung Gensungen. nach drei Seiten fällt der berg steil 
ab, nur nach Südosten ist er zugänglich und hier liegen vier stein- 
wälle, die von drei flügelwällen an der steilseite des berges ge- 
stützt werden, die zeitstellung und die bestimmung der werke 
(fliehburg oder ansiedlung?) ist noch nicht entschieden. 

92. E. Mehlis, Archäologische Studien vom Mittelrhein- 
lande. Kbl.Ges.Ver. 61(1913),49— 52. — vf. behandelt steinzeitliche 
funde aus Baden-Baden und ein urnenfeld aus Neustadt a. d. H. 



32 II- Vorgeschichte und frühgeschichte. 

93. G. Krüger, Eine unbeachtet gebliebene hausurne von 
Zwintschöna (Saalkreis, prov. Sachsen). Mannus 5,325 — 331. — 
das fragmentarische fundstück befindet sich im provinzialmuseum 
in Halle. 

94. Bärthold, Die spiral-mäanderkultur in Sachsen-Thüringen. 
Praehist.Zs. 5,276—282. 

95. W. Schulz-Minden, Westfalen in der frühgeschicht- 
lichen zeit. Mannus 5,45 — 52, — die gräberfunde der römischen 
zeit unterscheiden sich nicht von denen der vorrömischen zeit; 
künde über die besiedlung Westfalens gewinnen wir also in der 
hauptsache aus den historischen nachrichten. aus der Merowinger- 
zeit sind vor allem skelettgräber bekannt geworden, seltner brand- 
gräber. 

96. G. Kossinna, Westfälische Vorgeschichte. Mannus 5, 
31—37. — kurzer auszug aus einem vertrag auf der 4. tagung der 
Ges. f. d, Vorgeschichte zu Dortmund (31. juli bis 4. august 1912), 
der einen sehr knappen überblick über das thema im sinne des 
vfs. gibt. 

97. A. Beneke, Die steinhügelgräber im Arnsberger walde. 
Mannus 5,119 — 120. — gegen C. Schuchhardt in Praehist.Zs. 4, 
385 ff. (vgl. Jsb. 1912,2,77) werden die rund 1000 steinpackungen 
als grabhügel festgehalten. 

98. G. Schwantes, Die ältesten friedhöfe bei Uelzen und 
Lüneburg. (Die urnenfriedhöfe in Niedersachsen, hrsg. von 
C. Schuchhardt. bd. 1, h. 1, 2.) — bespr. von K. Schumacher, 
Zs. d. bist. ver. f. Niedersachsen 18,77 — 80. 

99. A. Kiekebusch, Die Vorgeschichte der Mark Branden- 
burg, in Landeskunde der prov. Brandenburg. 3. bd. s. 347 — 455. 
Berlin, Dietrich Reimer. 1912. — vf. behandelt die vor- und 
frühgeschichte der Mark nach den üblichen perioden der prähistorie 
unter besonderer betonung charakteristischer funde wie des köuigs- 
grabs von Seddin, des bronzezeitlichen dorfes bei Buch, der sog. 
Lausitzer keramik, des goldfundes von Vettersfelde, der Speer- 
spitze mit runeninschrift von Müncheberg usw. inzwischen haben 
sie sich durch den goldfund von Eberswalde noch vermehrt, die 
Römerzeit, die Wenden, das frühe mittelalter sind spezialarbeits- 
gebiete des vfs., besonders was die hausforschung betrifft, und 
werden recht eingehend behandelt, reichliche abbildungen und 
19 tafeln sind beigegeben. 

die allgemein verständlichen darlegungen des vfs. dienen in 
musterhafter weise ihrem zweck, die weiteren kreise für die Vor- 
geschichte ihrer heimat zu interessieren, besonders angenehm be- 
rührt es den Sprachforscher, daß sich vf. in den ethnologischen 



II. H. Landschaftliches. 33 

fragen der vorgeschichtlichen zeit, einem viel mißbrauchten Stecken- 
pferd mancher prähistoriker, eine wohl angebrachte Zurückhaltung 
auferlegt und sich auf die rein beschreibende darbietung der 
funde beschränkt, erst mit der Latenezeit treten die Kelten als 
träger einer bestimmten kultur in das licht der geschichte, bald 
darauf auch die Germanen, die namen der träger älterer kulturen, 
auch in der Mark, sind uns unbekannt. 

100. H. Busse, Vorgeschichtliche funde und ein königsgrab 
bei der Grielsdorfer Mühle im Kreise Ober-Barnim. Mannus 5, 
109 — 116. — hügelgräber, wohngruben, flachgräber, urnenfelder, 
ein burgwali und ein 'königsgrab' werden beschrieben. 

101. A. Haas, Mönchguter altertümer aus vorgeschichtlicher 
zeit. Mannus 5,235 — 248. — behandelt hauptsächlich hünen- 
gräber der genannten gegend. 

102. Max Ebert, Die baltischen provinzen Kurland, Liv- 
land, Estland 1913. Praehist.Zs. 5,498 — 539. — ausführlicher be- 
richt über die geschichte der archäologischen forschung in den Ost- 
seeprovinzen, die Sammlungen, das darin angehäufte material aus 
den verschiedenen fundstätten und den einzelnen prähistorischen 
Perioden bis hinab zur jüngeren eisenzeit und der deutschen eroberung. 

103. 0. Frödin, Die vorgeschichtliche forschung in Schweden 
1911. Praehist.Zs. 5,262—270. — kurzer überblick über die 
funde von der Steinzeit bis zur Wikingerzeit und ihre literarische 
Verarbeitung. 

104. Sune Lindquist, Frän Nerikes sten- och bronsalder. 
särtryck ur Meddelanden frän föreningen Orebro läns museum u 
är 1912. 103 s. — vf. gibt zunächst eine orientierende einleitung, 
die er in folgende abschnitte gliedert: Über die landerhebung nach 
der eiszeit; erster abschnitt der Steinzeit: Rundaxtzeit; zweiter ab- 
schnitt der Steinzeit: Dolmenzeit; dritter abschnitt der Steinzeit: 
Große grabkammerzeit ; vierter abschnitt der Steinzeit: Steinkisten- 
zeit; bronzezeit. dann wendet er sich der frage der besiedlung zu, 
zu der er zunächst einen allgemeinen überblick und alsdann eine 
fundstatistik, die nach geographischen gesichtspunkten geordnet 
ist, gibt, vier karten, in denen die fundplätze aus den vom vf. 
angesetzten fünf perioden der besiedlung verzeichnet sind, veran- 
schaulichen seine ausführungen. 

105. Nils Aberg, Kalmar läns stenälder. meddelanden frän 
Kalmar läns fornminnes förening, utgivna genom Sekretären. VII. 
Kalmar 1913. 54 s. — vf. hebt in der einleitung das außer- 
ordentlich häufige vorkommen der walzenäxte im bezirk Kalmar 
hervor (mehr als ^/g aller steinzeitfunde). der betrachtung der 
'ßundaxtkultur' ist der erste abschnitt gewidmet, daran schließt 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 3 



34 II- Vorgeschichte und frtthgeachichte. 

sich die 'Megalithknltur' und 'Kahnaxtkultur', ferner gibt vf. einen 
überblick über die bemerkenswertesten steinzeitlichen funde aus 
dem behandelten bezirk und 9 karten, auf denen die fundplätze 
der verschiedenen beiltypen eingetragen sind. 

J. Grermanen. 

106. Fr. Kauf f mann, Deutsche altertumskunde. 1. hälfte. 
Von der urzeit bis zur Völkerwanderung. (Handbuch d. dtsch. 
Unterrichts an höh. schulen 5,1.) München, C. H. Beck. 1913. 
508 s, und 35 tafeln. — das buch ist aus inniger Verbindung 
philologischer und vorgeschichtlicher fcrschung entstanden; vf. hat 
sich durch eignes Studium, auch in museen, mit den ergebnissen 
der prähistorie vertraut gemacht, für beide zweige der Wissenschaft 
gibt er zu anfang einen überblick über die geschichte der forschung 
und die hauptsächlichste literatur. im hauptteil des buches be- 
handelt vf. die nordeuropäische urzeit, die Indogermanen, die Ur- 
germanen und die Germanen in dem 1. abschnitt, der prähisto- 
rischen zeit; der 2. abschnitt: historischer Zeitraum enthält noch 
den abschnitt A. Westgermanen und Ostgermanen mit den Unter- 
abteilungen: Gallier und Germanen, Römer in Deutschland, Ger- 
mania, auf den reichen inhalt des werkes im einzelnen einzu- 
gehen, ist an dieser stelle unmöglich, zu betonen ist, daß es ein 
durchaus zuverlässiger führer auf dem behandelten gebiet ist, reiche 
literaturangaben bietet und auch auf der höhe moderner forschung 
steht, der Standpunkt des vfs. in strittigen fragen (z, b. der 
Indogermanenurheimat) ist maßvoll abwägend, die tafeln enthalten 
zum text passendes prähistorisches fundmaterial. — bespr. von 
A. Zehme, Mtschr. 12,546—547; von Th. Siebs, DLz. 34, 
1733—1744; von F. Birkner, Arch. f. anthrop. 40,323. 

107. Reallexikon der germanischen altertumskunde; hrsg. 
von J. Hoops. 2. bd., 1. lief. F — Gefolgschaft. Straßburg, K. J. 
Trübner. 1913. mit 15 tafeln und 4 abbildungen im text. — 
von umfänglicheren oder bedeutungsvollen artikeln seien hervor- 
gehoben: Fibel (B. Schnittger) mit reichlichen abbildungen, Fluß- 
namen (Ed. Schröder), Friede (v. Schwerin), Friesen (R. Much), 
Gans (E. Hahn), Gartenbau (Valtyr Gudmundsson), Gau (S. Riet- 
schel), Gefolgschaft (L. M. Larson), — bd. 3, lief. 4 bespr. von 
F. P(iquet), Rev. germ. 9,378 — 379 und 0. Behaghel, Litbl. 
34,185—186. 

108. G. Ammon, Germania von Cornelius Tacitus. Über- 
setzung mit 46 bildern und 1 karte, erläuterungen. namenver- 
zeichnis. bilderanhang. mit 27 bildern und 5 karten. 2 bänd- 
chen. V und 46 s. bzw. 106 s. und 16 bildertafeln. Bamberg, 



II. J. Germanen. 35 

C. C, Buchner. 1913. — nach einer nach vielen richtungen hin 
gut orientierten und orientierenden einleitung folgt die Übersetzung 
des textes der Germania, die durch zahlreiche abbildungen belebt 
wird, das zweite bändchen bringt die erläuterungen, die in den 
sprachlichen teilen vielfach etwas knapp und daher wohl schwer 
verständlich, aber sonst sehr reichhaltig sind, die abbildungen sind 
zweckentsprechend ausgewählt. 

108a. P. Persson, Zur interpretation der Germania des 
Tacitus. Minneskrift tillägnad prof. Axel Erdmann. Uppsala 1913. 
s. 171 — 178. — kap. IV: unde habitus quoque corporum, tanquam 
(nicht quamquam) in tanto numero, idem omnibus "soweit bei einer 
so großen menge (dies möglich ist)', kap, XX: donec aetas separet 
ingenuos, virtus agnoscat 'die viri virtute praediti ihn aner- 
kennen', eadem iuventa 'dieselbe jugendkraft' (auch die mädchen 
heirateten nicht zu früh), kap. XXXII: Tenctei-i colunt (== acco- 
lunt). Tacitus gebraucht oftsimplicia statt composita. kap. XXXV: 
in septentrionem ingenti flexu redit 'nach norden beschreibt das 
germanische land einen gewaltigen bogen', kap. XVII: quatenus 
Danuvio peragitur ist beizubehalten 'soweit die Donau sich er- 
streckt', kap. XLV: quae vicini solis radiis expressa usw. der 
relativsatz bezieht sich auf den in fecundiora nemora steckenden 
begriff 'dufte, harze'. 

109. L. Wilser, Die Germanen, beitrage zur Völkerkunde, 
neue bearbeitung. I. 265 s. Leipzig, Dietrich 'scher verlag 
(Th. Weicher). 1913. — vf. greift in seiner darstellung zeitlich 
etwas weit zurück: Urzeugung, Nordpolarländer, urweltliche tiere, 
Darwin und Haeckel, der Pithecanthropus erectus aus Java u. dgl. 
mehr gleiten in der 'naturwissenschaftlichen einleitung' vor unserem 
äuge vorüber, bei den 'menschenarten' und der 'nordischen rasse' 
ist von eiszeiten, dolichokephalen, brachykephalen, Völkerwande- 
rungen, Indogermanen, dem Stammbaum des homo europaeus usw. 
in etwas bunter mischung die rede, die Indogermanen oder Arier 
kamen aus Schweden, sie sind identisch mit dem homo europaeus 
und ihr Stammbaum wird bis in die feinsten äste (Phryger, 
Sabiner, Dorier usw.) aufgestellt! ebenso bei den Germanen (s, 91), 
mit deren Stammesgliederung sich die darstellung auf s 81 — 92 
befaßt, dann gleiten wir wieder auf s. 93 — 152 zu Kelten, Slaven, 
Tyrsenern, Rhätern, Skythen, Persern, Iberern und Semiten hinüber, 
von s. 171 an, wo der geschichtliche teil beginnt, gewinnen wir 
etwas festeren boden unter den fußen; es ist von Pytheas, Kim- 
bern und Teutonen, Franken, Sigfrid-Arminius, der Varusschlacht 
die rede. vf. ist in der einschlägigen literatur sehr bewandert, 
mehr freilich in der anthropologischen und prähistorischen, als in 
der eigentlich historischen, wenigstens zeigt er für erstere eine 



36 II- Vorgeschichte und frühgeschichte. 

markante Vorliebe, das buch ist mit warmem herzen für den 
gegenständ, leider aber nicht mit der unbedingt nötigen kritik 
gegenüber den phantasien mancher anthropologen und prähistoriker 
geschrieben, die ansichten des vfs. über die germanische urzeit 
stecken noch tief in der romantik und sind nicht auf der höhe 
der heutigen Wissenschaft. — bespr. von M. Hoernes, DLz. 34, 
2872—2874 und Walth. Schulz, DE. 12,152. 

110. C. M. Lotspeich, Celts and Teutons. JEGPhil. 12, 
199 — 210. — mit recht hebt vf. hervor, daß es unmöglich ist, die 
geographische läge der sitze bei den Völkern der vorzeit genau zu 
bestimmen, er betont die sprachliche Verwandtschaft der beiden 
gruppen und zählt die bekannten belege dafür in großer zahl und 
mit eingehender begründung auf. in der hauptsache sind es die 
schon von Arbois de Jubainville herangezogenen, urverwandten 
oder entlehnten Wörter, die er aber mit schärferer kritik scheidet. 

110a. R. Henning, Der name der Germanen. ZfdA. 54, 
210 — 230. — der name 'Germanen' dient 1. als gesamtbezeich- 
nung für alle rechtsrheinischen deutschen stamme (nach Tacitus: 
nuper additum). 2. als zusammenfassender name für die kleinere 
gruppe der belgischen Condrusi, Segni, Eburones, Caeroesi und 
Paemani, die Vorgänger der späteren Tungrer. letztere anwendung 
ist die ältere; als 'Germani' werden belgische stamme bezeichnet, 
die ethnologisch als Gallier aufzufassen sind, der name findet 
sich mehrfach auf keltischem gebiet: im keltiberischen Spanien 
werden die Oretani auch Germani genannt; au der thrakisch-illyrischen 
grenze liegt Fegf-iavia, der geburtsort des Belisar; in Kleinasien 
findet sich die rsQi-ia -/.oXiovia, Colonia Oermenorum, auf mysischen 
münzen isga ovyy-lriTog Fegitidrojv; endlich gibt es Fegf-iavioc in 
der persischen provinz Carmania. — was die deutung des namens 
'Germani' betrifft, so sei an Zusammenhang mit gall. gernianus 
yvr^oiog nicht zu denken; dagegen sei wahrscheinlich ein solcher 
mit aind. gharmds 'glut', griech. d^SQfxog 'warm' vorhanden, da 
überall da, wo der namen 'Germanen' vorkomme, heiße quellen 
bezeugt seien. die rein gallische form sei allerdings Bormo, 
BoQiiavo usw. auf kelto-ligurischem gebiet; die Gallier hätten 
die griechisch-orientalische form infolge ihrer engen beziehungen 
zu Südeuropa übernommen. — dazu ein nachtrag AfdA. 54,304. 

111. L. Schmidt, Geschichte der deutschen stamme bis 
zum ausgang der Völkerwanderung, 11,2 (in quellen und forschungen 
zur alten geschichte und geographie). Berlin, Weidmann. 1913. 
— der vorliegende teil umfaßt die Herminonen: 1. Angrivarier und 
Cherusker ; 2. Sweben, a) Vorgeschichte ; b) Markomannen und Quaden ; 
c) Bayern. — die darstellung stützt sich in der hauptsache auf 
die geschichtlichen quellen, doch sind auch die ergebnisse der 



II. J. Germanen. 37 

Vorgeschichte von dem vf., wo sich veranlassung bot, nicht über- 
gangen worden. — bespr. von R. Much, DE. 12,105 — 107 und 
von E., ßev. crit. 76,226—227. bd. 11,1 (vgl. Jsb. 1911,2,54) 
bespr. von W. Platzhoff, Mitt. a. d. hist. lit. 41,123— 125; von 
L. Bückmann, Zs. d. hist. ver. f. Niedersachen 78,394 — 402; 
von Georg Wolff, Berl.ph.wschr. 83,844—848. 

112. W. Schulz, Das germanische haus in vorgeschicht- 
licher zeit. Mannus-bibl. nr. 11. mit 48 abb. im text. 128 s. 
Würzburg, C. Kabitzsch, 1913. — brauchbare Zusammenstellung 
der funde von wohnstättenresten auf germanischem boden von der 
römischen zeit bis zur Steinzeit, auch historische nachrichton und 
sprachliche belege werden berücksichtigt, vier anhänge behandeln 
Seitenfragen. — bespr. von K. H. Jacob, Cbl. 64,1653. 

113. E. Blume, Die germanischen stamme und die kulturen 
zwischen Oder und Passarge zur römischen kaiserzeit. (Mannus- 
bibl. 8.) Würzburg, C. Kabitzsch. 1912. 256 abb. im text und 
auf 6 tafeln nebst 1 karte. — war nicht zugänglich. — bespr. 
von M. Schultze, DE. 12,60 und Röm.-germ. kbl. 6,62—63. 

114. G. Neckel, Neuere germanistische altertumsforschung. 
Geisteswiss. 1,39 — 42. 

115. 0. Sehr ad er, Germanen und Indogermanen. Geisteswiss. 
1,196 — 201. — vf. stellt das Verhältnis der beiden so dar, daß 
die einziehenden 'Prägermanen', ein zweig des indogermanischen 
Stammvolks, die im Germanengebiet vorhandene Urbevölkerung 
unterwarfen und ihr die germanische mundart gebracht haben, 
dafür werden sprachliche beweise zu geben versucht. 

116. M. Jahn, Über beziehungen zwischen Ostgermanen, 
Westgermanen und Kelten während der Spätlatenezeit. Mannus 
5,75 — 95. — charakteristisch für die Ostgermanen sei das ein- 
schneidige Schwert, es findet sich freilich längs der Saale und 
Elbe bis nach Jütland. im allgemeinen führen die Germanen das 
von den Kelten übernommene zweischneidige schwort, zwischen 
West- und Ostgermanen fand ein reger austausch von schwert- 
formen und ihrem zubehör statt, verzierte Schwerter gelangten 
sogar von der keltischen Schweiz bis zu den Vandalen. die be- 
teiligung der Germanen an den kämpfen um Alesia kann durch 
archäologische funde nachgewiesen werden, die Schlüsse, die vf. 
aus den funden auf ethnologische Verhältnisse zieht, sind selbst- 
verständlich nur annahmen, keine gewißheiten. 

117. 0. Almgren, Zur bedeutung des Markomannenreichs 
in Böhmen für die entwicklung der germanischen Industrie in der 
frühen kaiserzeit. Mannus 5,265 — 278. 

118. H. Hahne, Eine Germanen-statuette im städt. Kestner- 
museum zu Hannover. Mannus 5,97 — 104. — gefesselter mann 



38 II. Vorgeschichte und frühgeschichte. 

mit hosen bekleidet; auf dem köpf ist der germanische haarschopf 
erkennbar. 

119. G. Schütte, Ptolemy's atlas: a study of the sources. 
Scottish geogr. magazine 30,57 — 77. — wie Cuntz in den verh. 
der 52. philologenversamlung zu Marburg (1913), s. 50 — 51, so 
nimmt auch vf. an, daß Pt. bei der abfassung seiner geographie 
eine karte als vorläge gehabt habe, er stellt eine filiation der 
hs.-lichen Überlieferung des kartenmaterials auf, weist auf die Ver- 
derbnis der namen in barbarischen gegenden hin und wendet sich 
insbesondere der Untersuchung der widergabe germanischer orts- 
und Völkernamen zu. er sucht als quellen für Pt.'s karte eine 
reihe lokaler Vorbilder nachzuweisen. 

120. K. V. Amira, Grundriß des germanischen rechts. 
3. aufl. Grundriß der germanischen philologie hrsg. von H. Paul. 
Straßburg, K. J. Trübner. 1913. — die neue aufläge stellt einen 
erweiterten und verbesserten neuabdruck der früheren auflagen 
dar. vf. behandelt nach einer orientierenden einleitung: A. Kechts- 
denkmäler, getrennt in südgermanische und nordgermanische Schrift- 
werke; B. Rechtsaltertümer in den abschnitten: land, leute, herr- 
scher, verwandtschaftliche Verhältnisse, vermögen, verbrechen und' 
strafen, gericht und rechtsgang. ein ausführliches Sachregister 
sowie ein Verzeichnis der rechtstermini sind beigegeben. 

121. Joa. Mayr, Zur Zimbernfrage. DE. 11,207—214. 

122. K. F. Wolff, Die Germanen als begründer der euro- 
päischen kultur. Bozen, Selbstverlag. 1911. — bespr. von 
E,. Meister, ZföG. 64,1030. — nicht geliefert, wissenschaftlich 
unbrauchbar. 

123. J. Schmaus, Geschichte und herkunft der alten 
Franken. (Das buch der geschichte bd. 2.) Bamberg, Buchner. 
1912. — nicht zur besprechung geliefert. — bespr. von Ludw. 
"Wirtz, Röm.-germ. kbl. 6,76 — 79; von Ludw. Schmidt, Hist. 
Viertjs. 16,304 — 305; von D. Kreuser, Kbl. f.d. höheren schulen 
Württ. 20,284—285 und von G. Rosenhagen, ZfdM. 27,549. 

124. W. J. Beckers, Vom germanischen Norden in seiner 
frühesten geschichtlichen zeit: Teutonen, Goten, Kimbern. (Geogr. 
zs. 18,502—515.) Leipzig, B. G. Teubner. 1912. — bespr. von 
H. Philipp, DE. 12,69—70. 

125. 0. Schlüter, Deutsches siedlungswesen. (s.-a. aus 
Reallexikon d. german, altertumskunde hrsg. von Hoops. bd. 1, 
8. 402—439.) Straßburg, K. J. Trtibner. 1911—1913. — bespr. 
von Rud. Kötzschke, DE. 12,107—108. 



II. K. Bömerzeit. 39 

K. Römerzeit. 

126. 6. Bericht der römisch-germanischen kommission 1910 bis 

1911. Frankfurt a. M., J. Baer & co. 1913. — inhalt: 1. Be- 
richt über die tätigkeit der Römisch-germanischen kommission im 
jähre 1910 von H. Dragendorff; 2. Ringwallforschuug und ver- 
wandtes von E. Anthes; 3. Das römische landhaus in Deutsch- 
land von G. Kropatschek; 4. Römische forschung in Österreich 
1907 — 1911 von W. Schmid; 5. Die erforschung des ober- 
germanisch-rätischen limes in den jähren 1908 — 1912 von W. Bar- 
thel; 6. Bibliographie zur römisch-germanischen forschung für die 
jähre 1910 und 1911 von W. Müller; 7. Bericht über die tätig- 
keit der römisch-germanischen kommission im jähre 1911 von 

E. Ritterling, ortsregister. autoren Verzeichnis. 

127. Mitteilungen der altertums-kommission für Westfalen. 
bd. VI. Münster, W. Aschendorf f. 1912. VII, 124 s. mit 20 tafeln 
und vielen textabbildungen. — der vorliegende band enthält zu- 
meist mitteilungen über das Römerlager von Haltern und zwar: 

F. Koepp, Die römischen lager, s. 1 — 32; K. Hähnle, Die 
keramischen funde der jähre 1908 — 1910, s. 33 — 66, ders., Die 
reliefkelche, s. 67 — 100; A. Perey, Die fundstücke der jähre 
1908 — 1910 (mit ausnähme der keramischen funde), s. 101 — 114; 
ferner einen beitrag von Bier mann, Grab bei Eringerfeld, 
s. 115 — 124 (unter einer steinsetzung fanden sich reste eines 
Skeletts ohne jegliche beigäbe). — bespr. von H. Nöthe, Wschr. 
30,182—184 und von A. R., Cbl. 64,894—895. 

128. K. Hähnle, Ausgrabung zu Haltern i. W. im jähre 

1912. Röm.-germ. kbl. 6,26—28. 

129. Er. Koepp, Die römisch-germanische forschung. So- 
krates 1,289—303. 

130. Frz. Gramer, Deutschland in römischer zeit. (Samm- 
lung Göschen 633.) Berlin, Göschen. 1912. — bespr. v. F. Koepp, 
DLz. 34,1393—1394; von J. Gehler, ZföG. 64,553—554; von 
J. Dürr, Kbl. f. d. höh. schulen Württ. 20,442 und Röm.-germ. 
kbl. 6,64. 

131. H. Dragendorff, Westdeutschland zur Römerzeit. 
(Wissenschaft und bildung, bd. 112.) Leipzig, Quelle & Meyer. 
1912. — bespr. von Ant. Funck, Sokrates 1,737 — 738; von 
E. Anthes, Berl.ph. wschr. 33,1296—1297 und von F. Knoke, 
Wschr. 30,76—77; von Schwendemann, LitRundschau 39,542; 
von C. Jullian, Journal des savants 1913,1 — 16. 67 — 76 und 
von A., Hist. zs. 111,207. 



40 II- Vorgeschichte und frühgeschichte. 

132. E. Schulze, Die römischen grenzanlagen in Deutsch- 
land und das Limeskastell Saalburg. 3. aufl. (Gymnasialbibl. 
h. 36.) Gütersloh, Bertelsmann. 1912. 128 s. — vf. will einem 
größeren publikum die ergebuisse der Römerforschung in Deutsch- 
land näher bringen. in einer kurzen einleitung gibt er einen 
überblick über die tätigkeit der reichslimeskommission an der 
Saalburg; im hauptteil behandelt er: I. die römischen grenzanlagen 
in Deutschland von Augustus bis zur mitte des 3. jahrhs. n. Chr., 
II. das limeskastell Saalburg, wobei er auch seine wiederaufx'ichtung 
unter Wilhelm dem II., das limesmuseum und die Mainzer Juppiter- 
säule bespricht. — bespr. von Frz. Gramer, Mtschr. 12,211 — 212 
und von M. Siebourg, Berl.ph.wschr. 33,886. 

133. E. Ritterling, Zum Germanenkrieg d, j, 39 — 41 n. Chr. 
Röm.-germ. kbl. 6(1913), 1 — 4. — vf. zieht aus der tatsache, daß 
vier Soldaten der 15. legion, deren grabsteine in Weisenau bei 
Mainz zum Vorschein kamen, im ersten dienstjahre bereits starben, 
Schlüsse auf den ernsteren charakter des von kaiser Caligula i. j. 
40 n. Chr. persönlich geführten Germanenkrieges, in Weisenau 
befand sich damals ein kastell und eine militärschiffbrücke über 
den Rhein. 

134. P. Reinecke, Ausgrabungen zu Kempten i. B. im 
jähre 1912. Röm.-germ. kbl. 6,39 — 41. — es wurde festgestellt, 
daß die ältesten holzbauten um die mitte des 1. jahrhs. n. Chr. 
durch steinbauten abgelöst wurden, bei ihnen ließen sich zwei 
Perioden nachweisen, am ende des ersten dritteis des 3. jahrhs. 
wurde Cambodunum zerstört (Alemannen einf all von 233) und nicht 
wieder aufgebaut. 

135. W. Ludowici, Römische ziegelgräber. katalog vier 
meiner ausgrabungen in Rheinzabern 1908 — 1912. stempelnamen, 
Stempelbilder, urnengräber. München, Rieger. 1912. — bespr. von 
0. Fritsch, Zs. f. gesch. d. Oberrh. 67,163—165 und E. Anthes, 
Berl.ph.wschr. 274—276. 

136. E. Krüger, Einige frührömische fibelformen. Röm.- 
germ. kbl. 6,17 — 22. — aus einem grab bei Lautenbach kamen 
drei verschiedenen typen angehörende fibeln zum Vorschein, die 
mit parallelen funden verglichen werden. 

137. H. Mötefindt, Bronzemasken aus Schweden. Kbl. f. 
anthr. 1913,29 — 30. — die drei aus römischer zeit stammenden 
kleinen bronzegesichter mögen zur bekleidung von sargen gedient 
haben. 

138. A. Möller, Das fürstengrab von Haßleben (großherz. 
Sachsen). Praehist.Zs. 5,573 — 574. — grab einer Thüringer fürstin (?) 
mit sieben gläsern, zwei tonflaschen, drei schalen, einem holzeimer 



II. K. Römerzeit. 41 

mit bronzereifen und vielen prächtigen bronzegefäßen. außerdem 
das skelett eines jungen schweins, geflügelknochen, ein skelett 
einer gans und eines huhns. reichliche Schmucksachen, messer, 
löffel, goldne perlen, bernsteinperlen, der fund mag aus der zeit 
um 300 n. Chr. stammen. 

139. H. Busse, Neue ausgrabungen auf dem brandgruben- 
gräberfelde der spätrömischen kaiserzeit aus Wilhelmsau (kreis 
Nieder-Barnim). Mannus 5,59 — 74. 

140. 0. Fritsch, Terrasigillata-gefäße, gefunden im groß- 
herzogtum Baden, mit 10 tafeln in lichtdruck, 6 tafeln stempel- 
namen und einer Übersichtskarte. Karlsruhe, G. Braun. 1913. 
76 s. — als ergänzung zu seinen Veröffentlichungen über terra- 
sigillata-funde des Baden-Badoner museums und der funde von 
Riegel am Kaiserstuhl gibt vf. einen nach kreisen und ämtern 
geordneten überblick über die übrigen einschlägigen funde im 
großherzogtum Baden, die bestände der einzelnen museen werden 
nach sachlichen gesichtspunkten geordnet (teller, tassen, schusseln, 
näpfe, becher) verzeichnet, die abbildungen auf den tafeln sind 
scharf. 

141. R. Knorr, Vorflavische sigillata von Günzburg. Röm.- 
germ. kbl. 6,72 — 74. 

142. Fr. Sprater, Terrasigillata-manufaktur. Röm.-germ. 
kbl. 6,71. 

143. K. H ähnle, Trierer sigillatabilderschüsseln in West- 
falen. Röm.-germ. kbl. 6,89—92. 

144. Fr. Sprater, Terrasigillata-fabrik Eschweiler hof. Kbl. 
Ges.Ver. 61(1913),98. 

145. P. Steiner, Neuesaus Trier. Kbl.Ges.Ver. 61(1913), 
93—98. 

146. P. Goß 1er, Neues zur geschichte der römischen Okku- 
pation Südwestdeutschlands. Kbl.Ges.Ver. 61(1913),82— 87. 

147. F. Gündel, Nida-Heddernheim. ein populär-wissen- 
schaftlicher führer durch die prähistorischen und römischen an- 
lagen im 'Heidenfelde' bei Heddernheim. Jsb. der Musterschule 
zu Frankfurt a. M. Diesterweg. 1913. 74 s. mit 1 karte. — 
nach einem kurzen überblick über die vorgeschichtlichen funde 
des gebietes wendet vf. sich zur darstellung der römischen zeit, 
die Okkupation der flavischen zeit nach dem Chattenkrieg Domi- 
tians (83/84 n. Chr.), ihre erd- und steinkastelle, das Straßennetz 
und lagerdorf, die entwicklung der stadt unter Hadrian und seinen 
nachfolgern, ihre befestigung und straßen, das forum und die 
thermen, die heiligtümer, die Wohnhäuser, die gräber, sowie das 



42 II. Vorgeschichte und frühgeschichte. 

ende der Römerstadt Nida um das 3. jahrh. n. Chr. gleiten vor 
uns vorüber, ein ausblick auf die Schicksale ihrer trümmerstätte 
in nachrömischer zeit und auf ihre wissenschaftliche erforschung 
schließen die allgemein verständliche, aber dennoch auf gründlicher 
kenntnis des Stoffes beruhende schrift. — bespr. von H. Nöthe, 
Berl.ph.wschr. 30,1089—1091. 

148. K. Woelcke, Spuren vorrömischer besiedlung in und 
um Nida-Heddernheim. Kbl.Ges.Ver. 61,87 — 92. 

149. E. Frickhinger, Römisches aus dem schwäbisch- 
bayrischen Ries bei Großorheim. Röm.-germ. kbl. 6,69 — 70. — 
Skulpturen und sechs brandgräber mit beigaben kamen zutage, 
nach mündlicher Überlieferung war hier einst ein grabturm vor- 
handen, ferner wurde eine badeanlage aufgefunden, (vgl. die 
ausführliche Veröffentlichung im 2. Jahrbuch des historischen Ver- 
eins für Nördlingen, 1913 und 1914.) 

150. E. Wagner, Römische niederlassung. (Eckartsbrunn, 
amt Engen.) Röm.-germ. kbl. 5,86 — 89. 

151. Hock, Neue römische funde vom bayerischen Unter- 
maingebiet. Kbl.Ges.Ver. 61(1913), 111— 119. 

152. G. Behrens, Ein depot spätrömischer henkelkrüge zu 
Mainz. Röm.-germ. kbl. 6,59 — 60. 

153. P. H. Scheffel, Die Brennerstraße zur römerzeit. 
Berlin, Reimer. 1912. — bespr. von J. Eink, BfGw. 49,62 — 63. 

154. Frz. Gramer, Das römische Trier, ein beitrag zur 
kulturgeschichte des römischen Rheinlandes. (Gymnasialbibliothek 
h. 53.) Gütersloh, Bertelsmann. 1911. 208 s. — das mit vielen 
abbildungen und einem plan der römischen stadtanlage versehene 
buch gibt in drei abschnitten einen geschichtlichen überblick über 
die Schicksale von Trier zur Römerzeit, die anläge und entwick- 
lung der stadt, die friedhöfe und Wasserleitung; es betrachtet 
ferner die reste der Römerzeit im heutigen Trier und gibt endlich 
kulturbilder aus seiner frühen Vergangenheit. ein literaturver- 
zeichnis und register sind beigegeben. — bespr. von Rud. Wey- 
nand, Mtschr. 12,281—283. 

155. A. Baum, Das legionslager in Oberaden und das ufer- 
kastell in Beckinghausen a. d. Lippe. Mannus 5,39 — 43. auszug 
aus einem vertrag auf der 4. tagung des Gesellschaft für d. Vor- 
geschichte in Dortmund (31. juli bis 4. august 1912). 3 karten 
sind beigegeben. — Oberaden scheint das von Drusus im jähre 11 
V. Chr. zwischen Rhein und Weser angelegte kastell zu sein, der 
mit türmen versehene pallisadenwall umschloß ein areal von 60 ha. 
das prätorium, kasernenbauten, bäckereien, brunnen usw. wurden 
bestimmt, ähnlich angelegt war das kleinere uferkastell. 



II. L. Frühes mittelalter. 43 

156. H. Nöthe, Die ausgrabungen in Oberaden. Eist. 
Viertj. 16,243—245. 

157. J. Linder, Die toranlage des spätrömischen kastells 
Kellermünz. Röm.-germ. kbl. 6,81 — 89. 

158. P. Goeßler, Drei römische votivsteine. (Gingen a. Fils., 
Württ.) Eöm.-germ. kbl. 5,89—91. 

159. St. Kah, Drei gigantenreitergruppen. (Haneneber- 
stein bei Baden-Baden.) Röm.-germ. kbl. 6,6 — 10. — in einem 
römischen bauerngehöft, dessen Umfassungsmauer und haupt- 
gebäude aufgefunden wurden, lagen die trümmer der drei giganten- 
gruppen aus Sandstein. 

160. H. Gropengießer, Die römische basilika in Laden- 
burg. Kbl.Ges.Ver. 61(1913),101— 106. 

161. r. Quilling, Zur großen Jupitersäule von Mainz. 
Eöm.-germ. kbl. 6,49 — 53. 

162. P. Vasters, Thronender Jupiter. (Mülfort bei Rheydt.) 
Röm.-germ. kbl. 6,67—69. 

163. E. Wagner, Römischer viergötterstein aus Stein (amt 
Bretten). Röm.-germ. kbl. 6,92—93. 

164. K. Körber, Römische inschriften aus Mainz. Röm.- 
germ. kbl. 6,28—29 und 60—62. 

165. E. Anthes, Stein mit inschrift aus Trebur. Röm.-germ. 
kbl. 6,93—95. 

166. Chr. Hu eisen, Boissard's Metzer inschriftensammlung 
und der grabstein eines römischen bierbrauers. Röm.-germ. kbl. 
5,81—86. 

167. J. B. Kenne, Boissard's Metzer inschriftensammlung. 
Röm.-germ. kbl. 6,33—38. 

168. Schon früher besprochen: Haug u. Sixt, Die römi- 
schen inschriften und bildwerke Württembergs. 2. ergänzte und 
erweiterte aufl. hrsg. von Ferd. Haug, unter mitwirkung von 
P. Goeßler. Stuttgart, Kohlhammer. 1912. — bespr. von Georg 
Wolff, Berl.ph.wschr. 33,884—886; von Wilh. Nestle, Wschr. 
30,635—638. 

L. Frühes mittelalter. 

169. E. Brenner, Die archäologische Stellung der deutschen 
runenfibeln. Kbl.Ges.Ver. 61(1913),352— 361. — 'unsere runenfibeln 
sind keine einzelerscheinungen und nicht als solche zu behandeln, 
sondern bilden nur eine ganz kleine gruppe innerhalb der uns 
wohlbekannten archäologischen periode, die wir als Merovingerzeit 
zu bezeichnen gewohnt sind, und im rahmen der kultur dieser zeit 



44 II- Vorgeschichte und frühgeschichte. 

ist auch ihre zeitstellung und Stammeszugehörigkeit zu beurteilen, 
danach gehört die mehrzahl von ihnen der 2. hälfte des 6., viel- 
leicht noch dem frühen 7. jahrh. an, während die beiden rund- 
fibeln von Balingen und Osthofen weiter in das 7. jahrh. hinein- 
reichen.' vf. betont, daß die Spangen wegen ihrer datierung 
um 600 n. Chr. nichts mit der Burgundenwanderung des 4. jahrhs. 
zu tun haben können, weshalb Hempl's theorie von der burgun- 
dischen herkunft der runeninschriften (vgl. Jsb. 1909, 2B, 10 — 11) 
als verfehlt anzusehen sei. 

170. Th. Harster, Das bajuwarische reihengräberfeld bei 
Kelheim. Praehist. Zs. 5,227 — 261. — auf dem 'zweck' befinden 
sich restö einer keltischen viereckschanze, wohnstättenreste der 
Latenezeit, ein brandgräberfeld und einige flachgräber der Hall- 
stattzeit sowie bronzezeitliche gräber. der germanische friedhof war 
zum teil schon zerstört, doch konnten noch 55 gräber gerettet 
werden, die gräber scheinen sippenweis angelegt worden zu sein. 
Steinpackungen fanden sich nur bei zweien, in einem spuren eines 
holzbrettes; zweimal waren zwei Skelette in demselben grab, die 
Schädel sind zum größten teil ausgesprochene langschädel des 
bajuwarischen typus; der größte mann maß 2,05 m, der kleinste 
1,65 m. von waffen fanden sich spatha und sax, letztere auch in 
jüngerer form, eine axt und drei lanzenspitzen; pf eilspitzen sind 
sehr häufig, drei schildbuckel wurden gefunden, von schmuck 
fanden sich in männergräbern gürtelschnallen, in frauengräbern 
perlen, fibeln (rundscheiben, s-förmige), ohrringe, eine baarnadel. 
messer und kämme kamen aus männer-, frauen- und kindergräbern 
zum Vorschein, ferner scheren, feuerstein und schlageisen usw. 
die keramik ist, im gegensatz zu sonstigen bajuwarischen gräbern, 
hier reich vertreten, beziehungen zum langobardischen kunst- und 
industriekreise lassen sich mehrfach nachweisen. der friedhof 
dürfte in die zeit zwischen 550 und 650 n. Chr. fallen. 

171. V. Skrabar, Das frühmittelalterliche gräberfeld auf 
schloß Oberpettau. Zs. hist. ver. f. Steiermark 8,119 — 134. 

172. V. Skrabar, Frühmittelalterliche gräberfunde in Unter- 
haidin bei Pettau. Mitt. d. anthrop. ges. in Wien 42,335—339. 

173. M. Fastlinger, Der volksstamm der Hosi. ein bei- 
trag zur geschichte der bajuwarischen einwanderung und besiedlung. 
Beiträge zur anthrop. u. urgesch. Bayerns 19(1913), 1 — 12. — das 
bairische volksrecht kennt neben vier andern geschlechtern, denen 
das doppelte wergeld wie einem freien zugestanden wird, die Hosi 
fOsi, Huosi, Husi). vf. weist ihre sitze im Hosigau und ihr vor- 
dringen in das obere Inntal nach, der Hosigau lag zwischen Isar 
und Lech, reichte südlich bis ans gebirge, nördlich vielleicht bis 



II. L. Frühes mittelalter. 45 

zur Donau, das adelsgeschlecht der Hosi setzt aber einen volks- 
stamm voraus, deren gaufürsten Hosi waren, die gemeinfreien 
Hosi. sie waren in Rätien aus Mähren, dahin aus Pannonien ein- 
gewandert. Tacitus kennt die Osi in der nähe der Markomannen 
(in Böhmen), auch der deutschen sage ist ein Oserich im Zusammen- 
hang mit Attila bekannt, ein name der sich in den ältesten baye- 
rischen Urkunden zweimal wiederfindet. 

174. Dietr. v. Kralik, N. arch. d. ges. f. alt. deutsche ge- 
ßchichtskunde 38,49 — 52 wendet sich gegen Fastlingers ableitung 
der Hosi. er lehnt die beziehungen zu den pannonischen Osi ab, 
die keine Germanen gewesen seien, der name Hösi stehe im ab- 
laut zu dem namen Chatti, ahd. Hasso, Hesso eig. 'mit heim ver- 
sehen', wie lat. Cassius zu cassls 'heim'; ahd. huot 'hut, heim' zeige 
dieselbe ablautstufe. hUsi aus ^hössi gehe auf idg. *qätti zurück. 

175. Fr. Behn, Funde der Wikingerzeit auf Föhr. Praehist. 
Zs. 5,468 — 471. — der hafen der Wikinger lag in der mitte der 
Südküste (bucht von Goting); um sie liegen die niedrigen hügel 
der totenstadt, eines urnenfriedhofs. 19 grabhügel sind geöffnet 
worden, die beigaben sind spärlich und durch den leichenbrand 
zerstört: glasklumpen, eiserne gürtelschn allen, bronzene beschläge, 
eiserne messer. die urnen standen in hölzernen truhen, oft hatten 
erstere hölzerne deckel. auch ein Schlüssel zu einer truhe sowie 
ein brettspiel aus 14 ornamentierten bernsteinperlen wurde ge- 
funden. 

176. Jul. Schmidt, Kirchen am Rhein, eine karolingische 
Königspfalz, ein beitrag zur kulturgeschichte des Oberrheins von 
der Steinzeit bis zur gegenwart. Bühl 1912. — bespr. von — r, 
Zs. f. gesch. d. Oberrh. 67,181—182. 

177. R. Hoeniger, Das erstehen des deutschen Volkstums 
und seine Verbreitung im mittelalter. Internat, monatsschr. 7, 
1222—1246. 

178. R. Kötzsche, Quellen zur geschichte der ostdeutschen 
kolonisation im 12. — 14. jahrh. Leipzig, B. G. Teubner. 1912. — 
bespr. von H. Krabbo, Kbl.Ges.Ver. 61,474—475. 

179. P. Quente, Die slawische Siedlung bei Dahlhausen in 
der Priegnitz. (vorläufiger bericht.) Mannus 5,340 — 343. — lager- 
platz aus dem 8. — 11. jahrhs. n. Chr. 

180. W. Meyer, Beiträge zur geschichte der eroberung 
Englands durch die Angelsachsen, diss. Halle 1912. 

181. R. Craig Maclagen, Our ancestors: Scots, Picts, and 
Cymry and what their traditions teil us. London, T. N. Foulis. 
1913. 448 s. — vf. behandelt in diesem buche die Überreste 
des mondkults, mondmythen, volkstümliche Überlieferungen bei 
den Kelten Schottlands, weiberrecht in Wales, geschichtliche er- 



46 in. AUg Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte. 

innerungen; er gibt daneben ausblicke auf Völkerbeziehungen 
zwischen Schotten und Kimmeriern, Briganten und Kymren, Um- 
breru und Kymren, Juten und Goten usw. mythologische kombi- 
nationen fehlen auch nicht, die ausführungen enthalten vieles 
für die kenntnis keltischer sitten wichtige; freilich auch nicht 
wenige abzuweisende aufstellungen sprachlicher und geschicht- 
licher art. 

182. Eleanor Hüll, The Northmen in Britain. with 16 full- 
page illustrations by M. Meredith William. 256 p. London, 
G. Harrap & co. 1913. — Verfasserin betrachtet den älteren und 
jüngeren ström nordischer eiiiwanderung in die britischen inseln. 
handel, raubzüge und eroberung waren motive für die Seefahrten 
der Wikinger, die nach und nach systematisch organisiert wurden, 
bis sie im 11. jahrh. n. Chr. zu einer dänischen herrschaft über 
England führten, die Vorgänge in der ganzen periode führt uns 
Verfasserin in 30 abschnitten vor, die teils die geschichtliche, 
teils die sagenhafte Überlieferung zum gegenständ haben, die 
neun letzten sind der zeit der Dänenherrschaft in England ge- 
widmet, das illustrationsmaterial läßt künstlerisches empfinden 
und archäologische genauigkeit nicht vermissen. 

188. S. F. B. Lane, Svold. a Norse sea battle. London, 
David Nutt. 1914. — eine poetische Schilderung der im jähr 1000 
zwischen Olaf Tryggvason, könig von Norwegen, und den vereinten 
flotten königs Svein von Dänemark, königs Olaf von Schweden 
und des grafen Erik, des sohnes des ehemaligen grafen Hakon 
von Norwegen, stattgehabten Seeschlacht westlich von Rügen, könig 
Olaf fand mit elf schiffen den Untergang, den stoff entnimmt die 
dichtung aus der Heimskringla und der Olag Tryggvason saga. 

Sigmund Feist 



III. Allgemeine Sprachwissenschaft und allgemeine 
vergleichende literaturgeschichte. 

A. Allgemeine Sprachwissenschaft. 1. Bibliographie und phonetik. 

2. Allgemeines. 3. Vergleichende grammatik. 4. Idg. altertumskunde. 

5. Urgermanisch und gemeingermanisch. — B. Allgemeine und 

vergleichende literaturgeschichte. 

A. Allgemeine Sprachwissenschaft. 

1. Bibliographie und phonetik. 
1. Hugo Ehrlich, Sprachphilosophie, allgemeine und idg. 
Sprachwissenschaft (mit idg. kulturwissenschaft) 1911. 1912. Voll- 
möllers Jsb. der romanischen Philol. 13,17 — 28. 



in. A, Allg. Sprachwissenschaft. 1. Bibliographie u. phonetik. 47 

2. R. Weeks, Allgemeine phoaetik. 1910. ebda. 28—34. 

3. Oskar Weise, Allgemeine Sprachwissenschaft und deut- 
sche spräche. ZfdU. 27,291—304. 376—381. 

4. Ewald Geißler, Phonetik, rhetorik und neuere metrik. 
ZfdU. 1913,733—738. 

5. Otto Jespersen, Lehrbuch der phonetik, zweite aufläge, 
mit zwei tafeln. Leipzig (Teubner). VI, 259 s. — vgl. Jsb. 1911, 
3,35. — angez. von J. Vendryes, BSL. 61,191—194; A. Eich- 
ler, ZfRw. 28,417—419; J. Poirot, NphMitt. 1913,257—260; 
Chlumsky, Revue de phonet. 1913,193 ff. 

6. P. Passy, Petite phonetique comparee desprincipaleslangues 
europeennes. Deuxieme edition revue et completee. Leipzig, 
Teubner. 2 m. — vgl. Jsb. 1909,3,34. — angez. Archiv 130,457; 
von Albert Dauzat, Revue de philol. fran^. et de lit. 27,2; von 
A. Rambeau, NSpr. 21,407 f.; von H. Lötschert, ESt. 47, 
230 f.; DLz. 1913,457. 

7. Wilhelm Vietor, Kleine phonetik des Deutschen, Eng- 
lischen und Französischen. 9. aufläge. Leipzig, 0. R. Reisland. 
XVI,132 s. mit 21 fig. 2,60 m. — vgl. Jsb. 1912,3,13. 

8. Laura Soames, Introduction to English, Frenchand German 
phonetics with reading lessons and exercises. third edition re- 
vised and partly rewritten by Wilhelm Vietor. London, Mac- 
millan and Co. XXIX 67 s. — die erste ausgäbe erschien 1891, 
vgl. Jsb. 1891,3,17, die neue führt das aiphabet der Association 
phonetique durch, zahlreiche kurze anmerkungen des herausgebers 
erläutern einzelheiten der ausspräche; mögen sie dazu dienen, das 
beliebte buch dem gebrauch zu erhalten. — bespr. von A. Schröer, 
ESt. 47,72 ff. 

9. Hans Schulz, Deutsche phonetik für ausländer. NSpr. 
21,277—280. Zusatz von W. V(ietor), ebda. 281. 

10. Vox. Internationales zentralblatt für experimentelle 
phonetik. neugegr. mit Unterstützung der hamburgischen wissen- 
schaftlichen Stiftung von H. Gutzmann und dr. Panconcelli- 
Calzia. Berlin, Fischers medizinische buchhandlung. Hamburg, 
L. Friederichsen & co. 23. jahrg. 1913. jährlich 6 lieferungen. 
10 m. — die Zeitschrift ist die fortsetzung der früheren monats- 
schrift für Sprachheilkunde, erscheint jetzt in sechs heften und 
soll nach der ankündigung der herausgeber eine wesentliche er- 
weiterung auf dem gebiete der speziellen phonetik erfahren. 
H. Gutzmann und G. Panconcelli-Calzia werden hier ihre 
bibliographie und ihre kritischen Untersuchungen veröffentlichen. 
— vgl. A. Meillet, BSL. 61,194 f.; H. M(orf), Archiv 130,457. 



48 III- Allg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte, 

11. Ai'chiv für experimentelle und klinische phonetik. (Supple- 
ment zu Passows und iSchaefers beitragen.) hrsg. von J. Katzen- 
stein. Berlin, Kargei*. heft 1. 116 s. — enthält u. a. s. 1, 2 
Zur einführung. s. 3 — 8 Otto Weiß, Über die entstehung der 
vokale, s. 9, 10 R. Sokolowsky, Zur kenntnis der sprachlaute 
bei tieren. s. 11 — 26 Wolf gang Köhler, Psychologische beitrage 
zur phonetik. 

12. Voldemarus Lommatzsch, De novo phoneticae expe- 
rimentalis laboratorio Hammoniensi. Vox 23,256 — 260. 

13. H. Gutzmann, Aus der praxis der experimentellen 
Stimmbildung. Vox 23,33—41. 

14. G. Panconcelli-Calzia, Bibliographia phonetica. Vox 
23,59—75. 118—125. 164—173. 

15. G. Panconcelli-Calzia, Adnotationes phoneticae. Vox 
23,76—80. 126—128. 174—176. 

16. Maurice Grammont, Fonetique istorique et fonetique 
experimentale. Scientia 1912,12,63 — 88. — vgl. J. Ronjat, Revue 
des langues romanes 1913,116. — G. behandelt in drei kapiteln 
populär 1. das wesen der phonologie, der beschreibenden und 
historischen phonetik, deren letzte er au dem beispiel der germa- 
nischen lautverschiebung erläutert, 2. den praktischen nutzen der 
historischen phonetik, 3. den praktischen nutzen der experimentellen 
phonetik für die erlernung der fremden sprachen. 

17. K. Hermann, Die technik des Sprechens, begründet auf 
der naturgemäßen bildung unserer sprachlaute, ein handbuch für 
stimm-gesunde und -kranke. Prankfurt a. M., Kesselring, vierte 
aufläge. XVI,370 s. mit abbildungen. 4,50 m. 

18. George Philip Krapp, Standards of speech and their 
values. MPhil. 11,57—70. 

19. H. Zwaardemaker, Über den dynamischen silben- 
akzent. Vox 1,7 — 21. vgl. dazu auch den zweiten artikel: der 
Silbenakzent ohrenärztlicher stichworte. ebda. 273 — 291. 

20. Hugo Schuchardt, Zur lautbeschreibung. ZfromPhil. 
37,204 f. — wendet sich gegen einen satz von M. Grammont 
in dem aufsatz nr. 16, in dem dieser den unterschied vom fran- 
zösischem und deutschem p ungenau beschreibt. 

21. Ernst A. Meyer, Das problem der vokalspannung. NSpr. 
21,65—86. 145—171. 

22. Olof Gjerdman, A few remarks on t d n l. Minneskrift 
tillägnad Axel Erdmann. Uppsala & Stockholm 1913,194—198. — 
phonetische Untersuchung der deutschen, englischen, schwedischen 
ausspräche der genannten laute. 



III. A. Allgemeine Sprachwissenschaft. 2. Allgemeines. 49 

23. Fritz Karpf , Zu Vietors thesen über lautschrift. NSpr. 
21,351 £. 

24. A. Schröer, Nochmals zur einheitlichkeit der phone- 
tischen transskription. GRMon. 5,411 — 415. — verlangt freie bahn 
für freie forschung und freies spiel der kräfte. vgl. Jsb. 1910,3,13; 
1912,3,18 und unten nr. 25. 

25. W. Vietor, Einheitliche lautschrift. GRMon. 5,489 f. — 
tritt wiederholt für die lautschrift der assiociation phonetique ein. 
vgl. nr. 24. 

26. Besprechungen zu 1 : 0. Jespersen, Elementarbuch 
(Jsb. 1912,3,11): A. Eichler, ZfRw. 28,417—419; K. Weit- 
nauer, BfGw. 49,176 f.; A. M., MLR. 8,423; A. Meillet, Revue 
erit. 1912,2,461 f.; A. Trampe Bödtker, Anglia beibl. 24,75; 
notiert MLN. 27,32; DLz. 1912,1617. -}- A. Musehold, Allge- 
meine akustik (Jsb. 1913,3,10): A. Meillet, ßSL. 61,195. + 
J. Poirot, Phonetik (Jsb. 1913,3,26): L. Grootaers, Leuven- 
sehe bijdr. 10,359 — 361. + L. Roudet, Phonetique generale (Jsb. 
1913,3,26): J. Vendryes, Scientia 13,446— 448; L. Grootaers, 
Leuvensche bijdr. 10,355—357; J. Poirot, NphM. 1913,112—118. 
-I- W. Vietor, Aussprachewörterbuch (Jsb. 1913,3,25): Johannes 
Öhquist, NphM. 1913,56—59. 

2. Allgemeines. 

27. Ludw. Sütterlin, Werden und wesen der spräche. 
Leipzig, Quelle & Meyer. 1913. VIII,175 s. 3,20 m. — bespr. 
von H. Michel, ZfVk. 23,331; von 0. Brenner, Cbl. 1913,922; 
von 0. Langer, ZfRw. 28,604—606. 

28. Herrn. Schmitt, Über das wesen der spräche. Grenz- 
boten 72,4,223—227. 

29. Walt. Bodenstein, Der einfluß von Herders abhand- 
lung 'Über den Ursprung der spräche' auf die grammatiker seiner 
zeit. Progr. des N.-ö. landes-, real- u. obergymn. in St. Polten 

1912. — bespr. von A. Petak, ZfRw. 28,657. 

30. Erich Petzet und Gustav Herbig, Carl Wilh. Ludw. 
Heyse und sein System der Sprachwissenschaft. Münch. sitzungsber. 

1913, nr. 7, 47 s. — Petzet gibt einzelheiten zum Verständnis der 
persönlichkeit Heyses, Herbig handelt über entstehung und wert 
des Systems, beide mit liebevollem eindringen in die umstände, 
die den mann und sein werk formen mußten. 

31. W. Jesinghaus, August Wilhelm v. Schlegels meinungen 
über die Ursprache mit einem abdruck aus Schlegels manuskript 
zu den Berliner privatvorlesungen über eine enzyklopädie der 
Wissenschaften. Leipziger diss. 71 s. 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 4 



50 ni. Allg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte. 

32. Kr. Sandfeld Jensen, Sprogvidenskaben. en kortfattet 
fremstilling af dens metoder og resultater. Kj0benhavn og Kristiania, 
Gyldendalske boghandel. 269 s. — das buch, das auch ergebnisse 
der experimentellen psychologie bei'ührt, hat in Inhalt und anord- 
nung manches eigenartige, der vf. beruft sich für seine ansichten 
vielfach auf 0. Jospersen. obwohl es hauptsächlich für dänische 
leser, die sich den neueren sprachen widmen, bestimmt scheint, 
geht es doch in dem abschnitte 'sprogslsegtskab og sprogaetter' 
über den rahmen der idg. sprachen hinaus, enthält außerdem einen 
abschnitt sprogvidenskabens forhold til andre videnskaber (einige 
hinweise auf historische Schlüsse, die sich aus lehnwörtern und Orts- 
namen ableiten lassen, auch über kultur und Urheimat der Idg.) 
und sprachproben. — angea. von G. Wallensköld, NphM. 1913, 
185 f. 

33. V. A. Bogorodickij, Lekcii po obsfiemu jazykoved^niju. 
Kazari IV, 247 f. (Vorlesungen über allgemeine Sprachwissenschaft.) 
— angez. von A. Meillet, BSL. 61,178 f. — behandelt besonders 
die physiologische und psychologische seite der sache, die sprach- 
wissenschaftlichen tatsachen werden vom naturhistorischen oder 
psychologischen Standpunkt aus betrachtet. 

34. Ch. Bally, Le langage et la vie. Geneve, Edition Atar. 
113 s. 2 fr. — bespr. von A. Meillet, BSL. 61,179—182; von 
Th. Seh., Revue crit. 1913,2,440. 

35. D. N. Usakov, Kratkoje vvedenije v nauku o jazyk§. 
(kurze einfuhrung in die Sprachwissenschaft.) Moskau, V. S. Spiri- 
donov. 118 s. 0,65 r. 

36. E. Sapir, The history and varieties of human speech. 
Ann. Rep. of the Smithsonian Inst. 1912, s. 573 — 596. — allge- 
meinverständliche übersieht über methoden, ziele, ergebnisse der 
vergleichenden und historischen Sprachforschung. 

37. E. Prokosch, Sprachwissenschaftliche ausblicke. MPhil. 
11,71 — 84. — viel zu früh entwirft der vf. den aufriß und die 
fassade für ein gebäude der Sprachwissenschaft, zu dem bisher 
nur einzelne Werkstücke bereitliegen, er denkt z. b. an die Zu- 
sammenfassung aller rein germanischen lautveränderungen unter 
eine einheitliche phonetische tendenz für die konsonanten wie für 
die vokale, er glaubt sie schon im druck- oder intensitätsprinzip 
gefunden zu haben; er glaubt sie auch auf idg. erscheinungen 
übertragen und z. b. die entstehung der idg. tenuis aspirata auf 
die gleiche weise erklären zu können, bei aller anerkennung des 
ernstes seiner bestrebungen darf man sich der erkenntnis nicht 
verschließen, daß das bedeutet, ein haus mit dem bau des dach- 
firsts beginnen. 



III. A. Allgemeine Sprachwissenschaft. 2. Allgemeines. 51 

38. B. Erdmann, Erkennen und verstehen. Sitzungsber. d. 
Berl. akad., philos.-hist. kl. 1913,1240—1271. 

39. 0. Prochnow, Sprechen und denken. Ann. d. naturphil. 
12,50—61. 

40. Otto Jespersen, Sprogets logik. Kopenhagen und 
Kristiania, Gyldendalske boghandel. 95 s. 8 m. 

41. E. Hoffmann, Sprachliche logik und mathematik. Arch, 
f. System, phil. 19,43—49. 

42. 0. Dittrich, Die probleme der Sprachpsychologie und 
ihre gegenwärtigen lösungsmöglichkeiten. Leizpig, Quelle & Meyer. 
Viri,148 s. 3,20 m. 

43. Herrn. Schmitt, Psychologie und logik in ihrem Ver- 
hältnis zur spräche und zur methode sprachlicher Untersuchung. 
Arch. f. psych. 27,204 — 231. — behandelt u. a. die definition des 
Satzes, 8. 219: 'unter einem satze verstehen wir eine lautlich dar- 
gestellte oder lautlich vorgestellte, begrifflich geklärte, d. h. objek- 
tivierte tatsache des bewußtseins, sofern der im begriff vollzogene 
Objektivierungsakt in der wahrnehmbaren oder vorgestellten lautung 
als tatsächlich vollzogen erkennbar ist, ohne daß der gesamt- 
sprechakt von ergänzungen durch die Situation und bereicherung 
aus dem milieu unabhängig wäre', das ist wohl kein fortschritt. 
aber der aufsatz enthält treffendes über ermittlung der Wort- 
bedeutungen und bedeutungswandel. 

44. L. Boutan, Pseudo-langage. Bordeaux. 79 s. und 
1 tafel. (Extrait des actes de la societe linneenne de Bordeaux, 
avril 1913.) — angez. von A. Meillet, BSL. 61,177 f. — es 
handelt sich darum, wie weit in der willkürlichen hervorbringung 
bestimmter laute durch tiere eine spräche anzuerkennen ist. 

45. Arthur Wreschner, Die spräche des kindes. Zürich, 
Orell Füßli (1912). 43 s. 0,80 m. — angez. von W. Ament, 
DLz. 1913,2844. ' 

46. 0. Bloch, Notes sur le langage d'un enfant. MSL, 18, 
37—59. 

47. Jules Ronjat, Le developpement du langage observe 
chez un enfant bilingue. Paris, Champion. 155 s. — sehr ein- 
gehende, fleißige und interessante studie über die entwicklung der 
Sprechfähigkeit eines kindes, dessen vater Franzose und dessen mutter 
eine Deutsche ist. das kind erlernt gleichzeitig die spräche des 
Vaters und die der mutter. der vater untersucht genau, ob die 
doppelte anstrengung es auf einem der beiden gebiete oder auf 
beiden hemmt, er glaubt es leugnen zu können, gewissenhaft 
bereitet er sich auf die beobachtung vor; stets bleibt er in be- 
rührung mit den führenden geistern der Sprachwissenschaft iu 

4* 



52 III AUg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte. 

Frankreich, stolz widmet er das buch in deutschen versen der 
mutter seines sohnes. 

48. Richard Graßler, Das problem vom Ursprung der spräche 
in der neuereu psychologie. Erlanger diss. 1912. 59 s. — nach 
einer einleitung, in der die lösung des problems der sozialpsycho- 
logie vorbehalten und diese selbst in die naturwissenschaften ein- 
gereiht wird, gibt der vf. eine sehr gedrängte übersieht über die 
theorien von Noire, Gerber, Steinthal, Paul und Wundt; 
er sucht sodann teleologische elemente in diesen theorien auszu- 
scheiden und die möglichen beziehungen zwischen laut und be- 
deutung festzustellen, dabei unterscheidet er reine lautgeberden, 
reine Schallnachahmungen und reine gefühlsäußerungen. aber er 
verhehlt sich nicht, daß die primitive sprachschöpfung sich aller 
direkten Wahrnehmung entzieht. 

49. Gustav Baumann, Ursprung und Wachstum der spräche. 
München und Berlin, R. Oldenbourg, VI, 153 s. — wieder eine 
tragikomödie des dilettantismus. es kommt dem vf., nach dem 
letzten kapitel 'das problem einer internationalen stimmlautlichen 
begriffssprache' zu schließen, darauf an, die grundlagen für eine 
solche spräche zu bestimmen, dazu berichtet er nicht nur — 
oberflächlich — über die ansichten vom Ursprung der spräche, 
sondern gibt auf dreißig Seiten einen auszug aus der psychologie, 
auf zehn einen abriß der stimmlehre, unterscheidet dann begriff- 
und willensprache, gibt eine an komischen Überraschungen reiche 
Übersicht über die entstehung der Zahlwörter — die einzahl von 
der nase benannt! — behandelt die entstehung von lautnach- 
ahmungen und die Übertragung auf andre begriffe usw. auch über 
chinesische, ägyptische und babylonische begriffsschrift äußert sich 
der vf. in freier phantasie. 

50. Lis Jacobsen, Sprogets forandring. bearbejdet efter 
A. Kock, Om spräkets förändring. Kopenhagen, Hagerup. 175 s. 
— angez. von (Aug. Ge)bh(art), Litbl. 1913,1273 f., notiert DLz. 
1913,1449. 

51. Vilem Mathesius, potencialnosti jevu jazykovych 
(Über die potenzialität der Spracherscheinungen). Sb. d. böhm. ges. 
d. wiss. Prag, RivnäC. 1911. ph.-h. kl. nr. 2. 24 s. — A. Meillet, 
Revue crit. 1912,2,260 sagt darüber: il s'agit en realitö des varia- 
tions que comportant les elements linguistiques dans le parier 
d'uu individu donne, et notamment de l'autonomie des mots. 
L'auteur a une grande lecture, mais n'apporte pas de faits nouveaux. 

52. Ernst Lewy, Zur frage der Sprachmischung, festschrift 
für Alfred Hillebrand. Halle, Waisenhaus, s. 110 — 120. — 
L. stellt die paradoxe behauptung auf und sucht sie zu begründen, 



III. A. Allgemeine sprachwisseuschaft. 2. Allgemeines. 53 

daß die jüngeren stufen einer mischsprache der alten längst ver- 
klimgenen einheimischen muttersprache ähnlicher werden, er ver- 
langt deshalb, daß die annähme von spiachmischung nicht mehr 
als letztes hilfsmittel bei der Spracherklärung verwendet werde, 
und. gibt eine anzahl von beispielen, in denen er Sprachmischung 
annimmt und Wiederherstellung von älteren spracherscheinungon 
sieht: romanisch ii aus dem keltischen, Übergang von f in h im 
Spanischen; zerebrale im Sanskrit, gerundia und partizipia im 
im Indischen aus dem Drawidischen, auch die fülle der komposita 
und die rolle des flexionslosen Stammes dabei wird auf drawi- 
dischen einfluß zurückgeführt, so glaubt Lewy, daß das Magya- 
rische sich allmählich indogermanisiere, während das Russische 
stark von türkischen und finnisch-ugrischen elementen durchsetzt sei. 

53. M. Kubinyi, Das problem der lautnachahmung. GRMon. 
.5,497 — 512. — lehrreiche historische studio. 

54. Ed. Naville, La methode scolastique dans la science 
du langage. Scientia 13,229—238. — vgl. Archiv 131,233. — 
N. versteht unter scholastischer methode une methode d'argumen- 
tation fondee sur le raisonnement, et non sur les faits d'obser- 
vation. er sucht nachzuweisen, daß diese anschauungsweise, die 
am stärksen noch immer die semitische Sprachwissenschaft be- 
herrsche, zuerst in der idg. abgekommen sei und daß das auf- 
kommen der biologischen methode die wissenschaftliche forschung 
und den praktischen Unterricht befruchte. 

56. Ludwig Wyplel, Eine neue art der Sprachbetrachtung. 
NSpr. 20,533 — 550. (vortrag, gehalten auf dem neuphilologentag 
Frankfurt 1912, 30. mai.) 

56. Hugo Schuchardt, Sachen und Wörter. Anthropos 1912, 
827 — 839. — vollständige Umarbeitung des aufsatzes Cose e parole, 
Rassegna contemporanea nov. 1911. vgl. Jsb. 1911,3,109. 

57. W. van Helten, Zur Semasiologie. ZfdWortf. 14, 
162 — 173. — der vf. beabsichtigt in dieser äußerst knapp ge- 
haltenen Übersicht zweierlei: eine berichtigende und vertiefende 
darlegung der in Pauls Prinzipien § 62 — 70 gegebenen be- 
deutungsentwicklungen und die indirekte Widerlegung der behaup- 
tung Wundts, daß bei der logischen klassifikation die psychischen 
motive im dunkeln bleiben. auf die arbeiten von Breal und 
Darmesteter wird gelegentlich bezug genommen; Nyrops Or- 
denes liv scheint van H. nicht zu kennen, die übersieht ist klar 
und dankenswert; fraglich ist, ob sie vollständig ist, ebenso, wie 
weit sie sich praktisch für die lexikographie verwenden läßt. 

58. W. van Helten, Over begripswijziging der woorden 
(semasialogie), Tijdschr. 32,81 — 87. dazu Verbeteringen. 



54 lU- Allg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte. 

59. Julius Zolnai, Zur sprachlichen differenzierung. FUF. 
13,179 — 185. — gegen Wundts annähme korrelativer laut- und 
bedeutungsänderung. beispiele aus dem Ungarischen. 

60. Richard M. Meyer, Begriffsspannungen. ZfdU. 1912, 
652 — 656. — weist darauf hin, daß nahe zusammengehörige gliedor 
derselben wortgruppe nicht immer den gleichen bedeutungsinhalt 
und -umfang besitzen. 

61. Rudolf Meringer, Einige primäre gefühle des menschen, 
ihr mimischer und sprachlicher ausdruck. WS. 5,129 — 171. — 
behandelt unter 1. 'Die schäm', zuerst ps3'^chologisch und physio- 
logisch, dann etymologisch; hierbei wird die gruppe schäm, schände 
in der üblichen weise zu einer wurzel Team 'bedecken' gestellt und 
ihre Verzweigung behandelt, wobei sich zum teil andre abgrenzungen 
ergeben, als man bisher annahm, vgl. dazu auch die folgende nr. 
2. 'Fett ist schön' erörtert u. a. den Zusammenhang von bleiben 
und leben, ferner die gruppe ags. fdmne, afries. fämne 'mädchen, 
verheiratete frau', aisl. feima 'mädchen', feimne 'Schüchternheit', die 
er nicht zu ab. paeman 'muttermilch', lit. penas 'milch' stellen 
will, wie J. Schmidt tat, sondern auf Ttiiov, aind. plvan, aisl. feitr, 
mhd. veiz 'fett' zu verbinden vorschlägt, unter 3. Das fette weib 
als ideal in den darstellungen des paläolithikums behandelt M. u. a. 
die etymologie von ags. darian 'latere', ahd. tarni 'latens', mhd. 
tarnkappe, tarnhüt, die er, wie üblich zu aind. dhdrati, dhärayati 
'hält, trägt', stellt; er hält aber die deutsche bedeutung für die 
ursprüngliche. 

62. A. Niceforo, Le genie de l'argot. essai sur les langages 
sp^ciaux, les argots et les parlers raagiques. Paris, Mercure de 
France. 280 s. 3,50 fr. — gemeinverständliche darstellung. 

63. K. Voßler, Das System der grammatik. Logos 4,2. 

64. Richard M. Meyer, Der aufbau der syntax. GRMon. 
5,640 — 646. — ist mit Ries' definition der syntax nicht einver- 
standen; M. verlangt, daß sich die einzelnen teile der grammatik 
zu lückenloser reihe zusammenschließen, und gliedert daher das, was 
Ries als funktionslehre aus der syntax ausschied und was Brug- 
mann jetzt in die lehre von den wortformen und ihrem gebrauch 
mit aufgenommen hat, wieder der syntax an, indem er diese als 
die lehre von den elementen und den umgestaltenden faktoren der 
fertigen rede bestimmt, er schließt daran noch die bedeutungs- 
lehre als die lehre von den elementen und umgestaltenden fak- 
toren der spräche, danach folgt die übersieht über die von M. in 
seinen Vorlesungen benutzte disposition der syntax. s. 692 defi- 
niert M. den satz: 'ein satz ist ein an sich zum Verständnis unter 
angehörigen desselben Sprachgebiets ausreichendes stück mensch- 
licher rede'. 



III. A. Allgemeine Sprachwissenschaft. 2. Allgemeines. 55 

65. William Gardner Haie, The Classification of sentences 
and clauses. Proceedings of the Am. philol. ass. 43,xxix — xxxii. — 
bemängelt die einteilung der Sätze in aussage-, frage-, befehls- und 
ausrufsätze als unlogisch und verlangt dafür die Scheidung von 
aussage, frage und annähme, ausführliche Veröffentlichung soll 
folgen. 

66. E. Lerch, Satzglieder ohne den ausdruck irgend einer 
logischen beziehung. GRMon. 5,353 — 367. — der vf., der vor- 
wiegend beispiele aus dem Französischen wählt, berührt eine 
wichtige frage der syntax. partizipia und adverbiale ausdrücke 
der verschiedensten art, auch nebensätze enthalten oft logische 
beziehungen, wie die des grundes, der bedingung, der einräumung, 
ohne sie auszudrücken, die übliche grammatik registriert die Vor- 
gänge fein säuberlich in paragraphen, ohne zu betonen, daß die 
logischen beziehungen nicht ausgedrückt, sondern aus dem Zu- 
sammenhang hineininterpretiert werden, für genaues syntaktisches 
Verständnis ist es gerade wichtig, auf das fehlen des sprachlichen 
ausdrucksmittels hinzuweisen. 

67. H. Schmitt, Wortfolge und flexion als mittel sprach- 
licher syntaxierung. Zs. f. pädag. psychol. 1913,628 — 632. — wendet 
sich gegen einen in der gleichen Zschr. erschienenen, gut ge- 
meinten, aber etwas einseitigen aufsatz vdn Paul Barth, 'Sprach- 
schutz und Sprachpflege in der schule', s. 29 — 35, in dem die be- 
wußte Schonung und erhaltung der flexionsformen empfohlen wird, 
und nimmt gewisse unlogisch gescholtene ausdrücke gegen angriffe 
in schütz. 

68. George 0. Curme, The proper subject of a passiv verb. 
MLN. 28,97 — 101. — obgleich es dem vf. nur auf die erklärung 
der englischen konstruktion 'J hav been given a book' ankommt, 
ist doch der artikel, der die entstehung der form überzeugend 
erklärt und griechische, lateinische, hochdeutsche analogien heran- 
zieht, allgemein sprachhistorisch wertvoll; allerdings ergibt sich 
auch, daß die gleichartige erscheinung in den verschiedenen 
sprachen verschiedene Ursachen hat und verschieden erklärt 
werden muß. 

69. Am. Joes, De algemeene zelfstandige naamwoorden, 
Verslagen en mededeelingeu der koninkl. vlaamsche academie. 
Gent 1912. 718 — 730. — der aufsatz macht darauf aufmerksam, 
wie sich eigennamen, sachnamen und abstrakta zueinander verhalten, 
und läuft in die bemerkung aus, daß der mensch zwar durch die 
abstrakta die mannigfaltigkeit der dinge beherrschen lernt, daß 
aber die abstrakta ihm auch, weil der unkundige ihre merkmale 
nicht wahrzunehmen vermag, schwere gefahren bereiten. er 



56 lU- Allg. Sprachwissenschaft u. allg. rergl. literaturgeschichte. 

schließt mit Zitaten aus Bonald, Le Bon, Taine, die den mißbrauch 
schildern, der mit werten wie despotismus und freiheit, besonders 
mit libert^, egalite, fraternite getrieben worden ist. 

70. K. Brugmann, Abkürzungen im ausdruck, ihre an- 
lasse und ihre grenzen. Idg. forsch. 32,368 — 372. — abdruck 
aus Mag3-ar Nyelvör 1912,14 ff., vgl. Jsb. 1912,3,70; berührt u. a. 
auch den Zusammenhang des elliptischen, durch abschleifung ent- 
standenen ausdrucks mit der lautlichen dissimilation. 

71. E. A. Sonnenschein, Grammatical reform. NSpr. 21, 
289—295. 

72. Reform in grammatical nomenclatnre. a Symposium 
from the proceedings of the Michigan schoolmasters club and 
classical Conference held at Ann Arbor, Michigan, april 1, 1911. 
Universit}' Bull. 13,6; 64 s, — angez. von Eugen Borst, ESt. 
47,228—230; von Th. Zeiger, Anglia beibl. 24,23 f. 

73. J. Tenner, Über versmelodie. ZfÄsthetik 8,3. 

74. Besprechungen zu 2: Ch. Bally, Stiiistique (Jsb. 1912, 
3,69): J. R(onjat), Revue des langues rom. 1913,117. -[- K. Bo- 
rinski, Ursprung der spräche (Jsb. 1911,3,61): K. Morgenroth, 
Bull, de dial. rom. 5,20. -f- A. Dittmar, Syntaktische grundfragen 
(Jsb. 1912,3,89): Hermann Lattmann, BphW. 1913,689—698. + 
K.O. Erdmann, Bedeutungdes worts (Jsb. 1912,3,89): K. Morgen- 
roth, Bull, de dial. rom. 5,21. -|- A. van Gennep, Religion«, 
mceurs, et legendes (Jsb. 1912,3,84): MLN. 28,32. + J. Gillieron 
et M, Roques, Geographie ling. (Jsb. 1910,3,82): A. Dauzat, 
Romania 166; E. Bourciez, Rev. crit. 1913,2,291—295; A. Meil- 
let, BSL. 61,cclxxxiv — cclxxxvij (erhebt manche einwände). -f- J3.c. 
van Ginneken, Het gevoel (Jsb. 1912,3,40): A. Meillet, BSL. 
61,clxxxvj f. -|- R. de la Grasserie, Parlers des differentes 
classes (Jsb. 1911,3,90): J. R(onjat), Rev. des langues rom. 1913, 
114. 4-A. Marty, Sprachphilosophie (Jsb. 1912,3,84) : K. Bruch- 
mann, BphW. 1913,757—761. -\- Eritz Mauthner, Kritik der 
spräche (Jsb. 1912,3,84): F. Piquet, Rev. germ. 9,486 f. + Fritz 
Mauthner, Wörterbuch der philosophie (Jsb. 1912,3,84): R. v. Car- 
lowitz-Hartitsch, Grenzboten 1913, h. 27.-{-V. Porzeziüski, Ein- 
leitung (Jsb. 1912,3,133): E. Schwyzer, BphW. 1913,1867—1869. 
-f- Elise Richter, Wie wir sprechen (Jsb. 1912,3,84): A. Franz, 
ZfrzSpruLit. 40,^/^. + Th. Siebs, Subjektlose Sätze (Jsb. 1910, 
3,43): P. Kretschmer, Glotta 4,357 f. + E. Sievers, Rhythm.-mel. 

^Studien (Jsb. 1912,3,52, 53): Müller-Freienf eis, ZfÄsthetik 8, 
heft 2; R. Blümel, Ind. anz. 32,62—74. -[- H. Schuchardt, 
Geschichtlich verwandt (Jsb. 1912,3,77): Herrn. Urtel, DLz. 1912, 



III. A. Allgemeine Sprachwissenschaft. 3. Vergl. grammatik. 57 

1121—1123; R. M. Meyer, Archiv 130,^1^. -f F. Sohns, Wort 
und sinn (Jsb. 1902,3,84): W. Nickel, Archiv 130,233. -\- Ter- 
minology of grammar (Jsb. 1912,3,47a): Ed. Hermann, BphW. 
1913,1552 f., Alb. Eichler, ZföG. 63,1028—1030. 

3. Vergleichende grammatik. 

75. Karl ßrugmann und Berthold Delbrück, Gi'undriß 
der vergleichenden grammatik der idg. sprachen. II. bd. 2. bear- 
beitung. lehre von den wortformen \;nd ihrem gebrauch von Karl 
Brugmann. 3. teil, 1. lief.: Vorbemerkungen, verbale kompn- 
sita, augment. reduplizierte verbal bildungen. die tempusstämrae im 
allgemeinen, präsens und starker aorist. die s-aoriste. das per- 
fekt und sein augmenttempus. Straßburg, Trübner. VIII, 496 s. 
14,50 m. — das nach anläge und inhalt ganz neue werk nimmt 
nach dem plan der zweiten aufläge die syntaktischen Unter- 
suchungen Delbrücks in sich auf, die es ohne allzu große Umge- 
staltung wiedergibt, gewisse einzeiheiten, in denen die neue auf- 
läge von der lehre der ersten stärker abweicht, sind, wie das 
auch früher geschah, in den Idg. forsch, durch ausführliche artikel 
vorbereitet, so auf germanischem gebiet besonders die behandlung 
der präterita der starken und schwachen verben. selbstverständ- 
lich sind Streitbergs Forschungen über die verba ^perfektiva und 
imperfektiva verwertet; zu CoUitz' Untersuchungen über das schwache 
Präteritum vgl. unten nr. 125. eine wesentliche änderung hat die 
darstellung durch die aufnähme der Unterscheidung ein- und zwei- 
silbiger, leichter und schwerer basen erfahren (s. 86^). bei den 
einzelnen verbalklassen wird, nach Delbrücks Vorgang, gelegentlich 
der versuch gemacht, ihre Stellung zu den aktionsarten zu be- 
stimmen, große Sorgfalt ist auf die literaturangaben verwandt, 
die dem buch einen ganz besonderen wert für das Studium der 
einzelfragen verleihen. 

76. W. W. Skeat, The science of etymology. Oxford, 
Clarendon Press. 1912. XVIII,242 s. — gibt in 16 kapiteln 
alles das, was man zum etymologischen Verständnis braucht, das 
buch macht weder anspruch darauf, neues zu bieten, noch trägt 
es eine besondere persönliche prägung; es scheint hauptsächlich 
bestimmt, verurteile zu zerstreuen, gegen die die wissenschaftliche 
etymologie in England offenbar noch mehr als anderswo zu kämpfen 
hat, und durch gründe und beispiele darzulegen, welcher wert der 
modernen etymologischen Wissenschaft zukommt. — angez. von 
A. Debrunner, DLz. 34,2529; von W. J. Sedgefield, MLR. 
8,394—396; von A. Bastide, Rev. crit. 1913,1,444—446; von 
F. C. Danchin, Rev. germ. 9,233 f.; von Ekwall, Anglia 



58 III- -A-llg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgescbichte. 

beibl. 24,5; von C. D. Bück, Gl. journ. 1913,272; notiert MLN. 
28,63. 

77. A. Meillet, Sur la methode de la grammaire comparee. 
Revue de m^taphys. et de morale 21,1 — 15. — behandelt die frage, 
wie man auf dem wege der vergleich ung zur feststellung histo- 
rischer zusammenhänge gelangt. 

78. Edward Sapir, The history and varieties of human 
Speech. Annual report of the Smithsonian Inst. 1912,573 — 595. 

— lecture delivered at the Univ. of Penns. Mus. apr. 1. 1911. — 
gemeinverständliche übersieht. 

79. Hugo Schuchardt, Zur methodischen erforschung der 
Sprachverwandtschaft (Nnbisch und Baskisch). Revue des etudes 
basques 6,267 — 284. — nach S. besitzt das Baskische einen be- 
trächtlichen teil völlig einverleibten lateinischen sprachguts, durch 
den es mit dem Romanischen verwandt sei, die frage, ob ent- 
lehnung oder Urverwandtschaft vorliege, sei unwesentlich und die 
Unterscheidung nicht durchführbar; es handle sich auch nicht 
bloß um Wörter, sondern auch um äff ixe und innere sprachformen. 

— A. Meillet, Rev. crit. 1912,2,501 f. schränkt Schucharits 
f'olgerungeu ein. 

80. A. L. Kroeber, The determination of linguistic rela- 
tionship. Anthropos 1913,389 — 401, zusatz 885. — sucht auf 
grund der bei erforschung amerikanischer sprachen gesammelten 
erfahrungen die geltenden theorien als veraltet hinzustellen und 
neue grundsätze zu entwickeln, da er aber auf die geschichtliche 
erforschung der fragen dringt, so ergibt sich nichts, was nicht 
längst bei der beurteilung der Verwandtschaftsverhältnisse von vor- 
sichtigen forschern geübt würde, vgl. auch nr. 79. 

81. E. Prokosch, Phonetic tendencies in the indo-european 
consonant System. AJPhil. 33,195 — 202. — der vf. macht in 
diesem artikel wie in dem unter nr. 37 verzeichneten den versuch, 
die idg. lauterscheinungen in größere gruppen mit gemeinsamer 
tendenz zu vereinigen; ein sehr gefährliches und unbefangene 
forschung erschwerendes unternehmen. 

82. R. Gauthiot, La fin de mot en indo-europeen. Paris, 
Geuthner. 229 s. — angez. von A. Meillet, BSL. 61,198—202. 
Scientia 14,438 — 446 J. P. Lafitte. — das schwer lesbare buch 
enthält wenig neues, es sucht die bekannten tatsachen auf über- 
einstimmende formein zu bringen, dabei geht der vf. von der 
tatsache aus, daß in allen idg. sprachen das wort eine einheit 
bildete und für dessen Schluß ein sicheres gefühl vorhanden war. so- 
dann stellt er für die einzelnen erscheinungen gesondert die ver- 
schiedene behandlung des wortinnern und des wortauslauts zu- 



in. A. Allgemeine Sprachwissenschaft. 3. Vergl. grammatik. 59 

sammen, mit umfassender kenntnis und überall in engem anschluß 
an Meillets lehren. den Verlust auslautender mutae deutet er 
gut durch die annähme, daß es bei ihnen nur zur implosion, nicht 
zur explosion kam; was er von hier aus auf die Schicksale des 
auslautenden s und n überträgt, ist weniger überzeugend, beach- 
tung seitens der deutschen leser verdienen die ausführungen über 
die intonation der schlußsilbe und die gesetze der kürzung bei 
langdiphthongen, die auch das Germanische besonders nahe angehen. 

83. Hermann Hirt, Fragen des vokalismus und der stamm- 
bildung im Idg. Idg. forsch. 32,209 — 318. — H. untersucht aufs 
neue eine anzahl von fällen, in denen ein idg. seiner regel wider- 
spricht, daß aus e durch gegenton entstehe, er sondert zuerst 
die fälle des 0" Saussures ab, und stellt sodann sechs kategorien 
zusammen, in denen die erklärung des gegentonigen ö noch nicht 
gelungen war: den Wechsel des thematischen vokals, des der 
es-stämme, das von gewissen nominalstämmen namentlich mit i- 
und mo-suffix, das im typus *bhoros, *hhorä, das des perfek- 
tums und des kausativums. am unsichersten ist, was er über den 
thematischen vokal vorbringt, wo er ein idg. lautgesetz zu be- 
gründen sucht, demzufolge em auslautend und in geschlossener 
silbe zu om geworden sei. sehr kühn ist ferner die annähme, 
daß die es-stämme komposita mit der wurzel *e.s 'sein' seien ; dann 
folgt aber eine wertvolle neue prüfung des sogenannten Brugmann- 
schen gesetzes, das der Urheber jetzt selbst nicht mehr aufrecht 
erhält, und eine ausführliche darlegung über die stammstufe und 
die Weiterbildungen der wurzelnomina, die zu dem ergebnis führt, 
daß eine große anzahl von Suffixen und formenkategorien, die man 
bisher für primärbildungen hielt, sekundär sind, so namentlich die 
kausativa. auch über die neutralen r- und 7?-stämme wird in 
diesem zusammenhange gesprochen, nachdem so eine erklärung 
des für zahlreiche nominalformen gegeben ist, wird beim perfek- 
tum auf die früheren ausführungen verwiesen, nach denen viele 
verbalformen nominalen Ursprungs sind, und vermutet, daß der 0- 
vokalismus sowie der im Indischen vielfach begegnende dehnstufen- 
vokalismus des perfektums auf der verbalen Verwendung gewisser 
nomina beruhe. — wenn auch an diesen weitgehenden Speku- 
lationen noch vieles unsicher bleibt, so bilden doch besonders die 
darlegungen über die wurzelnomina einen bleibenden kern, durch 
den die erkenntnis der Wortbildung ganz erheblich gefördert wird. 

84. J. P. B. de Josselin de Jong, De waarderings onder- 
scheiding van 'levend' en 'levenlos' in het Indogermaansch ver- 
geleken met hetzelfde verschijnsel in enkele Algonkin-talen. Ethno- 
psychologische studie. Leyden (van der Hoeck). XII,224 s. — 
bespr. von A. Meillet, BSL. 61,188—190. 



60 III- -A^Hg- Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte. 

85. Jos. Schrijnen, Das Verhältnis zweisilbiger basen zur 
präformantenthoorie. WS. 5,195 — 198. — der vf. knüpft an 
R. Meringers aufsatz Omphalos, nabel, nebel (s. nr. 95) an; die 
dort vorausgesetzte wurzel *enebh- 'befeuchten' liegt neben der 
bedeutungsverwandten *dnebh- (öi'6q>og, ioSvecpiqg), sie setzt die 
präfigierung von d- voraus, darin sieht S. eine bestätigung der 
von ihm eifrig verfochtenen präformantenthoorie, gleichzeitig weist 
er auf H. Möllers idg.-semitische forschungen hin, in denen eben- 
falls die präfigierung von s, u, d angenommen wird. 

86. Edwin W. Fay, Indo-european verbal flexion was ana- 
lytical. (A return to Bopp.) Bull, of the univ. of Texas num- 
ber 263. scientific series nr. 24. january 15, 1913. 56 s. — 
cptgeii; ist neuerdings aus geg -{- eig = lat. is 'du gehst', aind. 
bharasi aus hhar -\- asi *du bist' entstanden; aind. prcchdti, lat. 
poscit beruht auf pries -f- fesjketi vgl. tWor usw. lese es wer es 
glauben will. 

87. Otto Hoff mann. Die verba 'defectiva' und die aktions- 
arten. N. J. 1913(32),490— 494. — legt am beispiele des Griechi- 
schen, ohne näheres eingehen auf einzelheiten, dar, daß die Unver- 
träglichkeit einer aktionsart mit der verbalbedeutung in manchen 
fällen der grund für das fehlen bestimmter tempora ist. 

88. Francesco Ribezzo, II tipo causativo lat. söpiö = slI. 
sväpuyämi nell' indoeuropeo. 1. Sua estensione storica. 2. Ori- 
gine della sua metafonesi ^jg. 3. Origiue del suo vriddhi. Memoria 
letta all' accademia. Atti della reale acc. di archeologia lottere e 
belle arti di Napoli 1913. — sucht zu erweisen, daß die bildungen 
vom tj'pus ai. pataijati und pätayati beide denominativ sind und 
stellt zu diesem zweck aus dem Indischen, Italischen, Griechi- 
schen, Altslavischen, Litauischen die zweiten kompositionsglieder 
des typus -bhoro- zusammen, die nicht auch als selbständige nomina 
vorkommen; die länge des vokals wird nach Streitbergs Vorgang 
aus dem dehnstuf engesetz abgeleitet; im ganzen berührt sich die 
auffassung des vf.s vielfach mit Hirt (nr. 83). nach Ribezzo sind 
die bildungen des typus pätayämi die eigentlichen kausativa, 
während der kurzvokaligen form iterative bedeutung zukam. 

89. Hugo Schuchardt, 'La ville de Paris'. ZfromPhil. 36, 
725 — 727. — antwort auf Meyer-Lübkes besprechung seiner 
deutung dieses genetivs. vgl. Jsb. 1913,3,77. 

90. Alexander Green, The dative of agency. A chapter 
of indo-european case-syntax. New York, Columbia University 
press. XIII, 1230. — der vf. behandelt ein schwieriges kapitel 
und hat sich die sache nicht leicht gemacht, das ergebnis seiner 
Untersuchung wird aber kaum glauben finden, er sagt s. 114: 



in. A. Allgemeine Sprachwissenschaft. 3. Yergl. grammatik. ßl 

Judging by the combined testimony of Latin, Slavic, Sanscrit and 
Avestan, the instrumental and the dative case-forms met in the 
function of agency already in the indo european Ursprache; und 
wenn er sich auch bemüht, zwischen der bedeutung des instrumen- 
talis und des dativus auctoris einen unterschied zu finden, so be- 
herrscht doch dieser gedanke seine ganze umfangreiche abband- 
lung. das richtige ist vielmehr, daß die älteste zeit in dieser 
Verwendung nur den instrumentalis kennt; diesen zustand hat das 
Slavischo bewahrt, der dativ beim part. necess. im Aind., Grriech., 
Lat. erklärt sich nicht aus der passiven, sondern aus der muß- 
bedeutung der formen, das Griechische entwickelt in beschränktem 
maße den dativus auctoris beim perf. pass., dem ältesten bestand- 
teil des griechischen passivs; hier erklärt sich der gebrauch zwang- 
los aus der Verschmelzung von dativ und instrumental; das Lat. 
kennt den dat. auct. ursprünglich nur beim gerundivum und ver- 
wendet ihn später etwas häufiger, in offensichtlicher anlehnung an 
griechische Vorbilder, beim perfektum, von den germanischen sprachen 
haben das Ost- und Nordgermanische frühzeitig dativ und instrumental 
vermischt, hier ist der dat. a^ictoris nicht auffällig, aber auch auf die 
älteste zeit beschränkt; im AVestgermanischen, wo der instrumental 
länger lebte, hat auch das Altenglische höchstens spuren des dat. 
auct. erhalten; im Ahd. und As. ist der iustr. anfänglich erhalten, 
aber früh durch präpositionale ausdrücke ersetzt worden. 

91. Clarence Linton Meader, The development of copulativ 
verbs in the indo-european languages. Transactions and proc. of 
the Am. philol. ass. 43,173 — 200. — eine interessante und ver- 
dienstliche Studie, die mit sprachwissenschaftlichem material un- 
haltbaren logischen theorien zu leibe geht, der vf. wendet sich 
u. a, gegen Wundts behauptung, die kopula gehöre ihrer ganzen 
entwicklung nach dem prädikat an, verfolgt sodann, wie das auf- 
treten der kopula in den idg. sprachen offenbar spät ist, geht 
auf J. von Ginnekens Vermutung ein, daß sie ursprünglich ein 
pronomen sei, bespricht die fälle, in denen exklamatorische aus- 
drücke für sie eintreten, sammelt in dreizehn kapiteln die be- 
griffe, aus denen verba mit kopulabedeutung hervorgehen, und 
wendet sich am schluß gegen die ansieht von Brentano-Bald win, 
daß urteil und 'belief' identisch seien und in der kopula ihren aus- 
druck finden. 

92. E. Kieckers, Zu den schaltesätzen im Lateinischen, 
Komanischen und Neuhochdeutschen. Idg. forsch. 32,7 — 23. — 
ergänzungen zu dem Jsb. 1912,3,115 verzeichneten aufsatz. 

93. W. Schulze, Vom praesens historicum. ZfvglSpr. 45, 
374. — weist auf eine bemerkung A. Kuhns, Cbl. 1853,63 hin, 



(32 in. Allg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte. 

der ton und gebärden der erzählenden beim präsens hist, für 
wesentlich hält. 

94. K. Brugmann, Wortgeschichtlicho miszellen. 1. Gort)'- 
nisch vvva/jai. Idg. forsch. 30,371 — 375. — B. verbreitet sich 
in diesem artikel u. a. auch über die entwicklung der germa- 
nischen präteritopräsentia und wiederholt dabei die häufig ge- 
äußerte ansieht, daß got. kann ein unursprünglich gebildeter sing, 
perf. zu dem plur. kunnutn sei, der einem ursprachlichen präsens 
entspreche, dem gegenüber ist es wohl an der zeit, einmal fest- 
zustellen, daß F. de Saussures glänzende Vermutung, wonach ur- 
sprachliches *gnnämi, *gnndmes dem aind. jänämi, jänlmas und ger- 
manischem — , kunnutn entsprechen sollen, eben nur Vermutung 
ist, daß aber von Identität der formen keine rede sein kann. 

95. Rud. Meringer, ojiKfaXog, nobel, nehel. WS. 5,43 — 90. 
— konstruiert eine wurzel ^enehh-, von der er aq^Qog, aind. dmhhas 
Svasser", ndbhas v€(fog, aind. näbhas 'wölken', lat. umbo, umbilicus, 
OfxcpaXog, ahd. nabalo, aind. näbhi ableitet, grundbedeutung von 
jiabel ist 'nabelschnur', die dem kind die flüssige nahrung zuführt, 
''■'enebh- heißt also 'bewässern, befeuchten', nabe ist dasselbe wort 
wie nabel. die abhandlung ist reich an einzelheiten, die auf 
anderem, bes. archäologischem gebiet liegen. 

96. W. Schulze, Kypr. l'yyia.^ ZfvglSpr. 45,333. — knüpft 
an die Hcsychglosse lyyia • etg. Uacpioi bemerkungen über die 
Suffixe von got. alakjo, ahd. einag (mit gh), got. ainaha, ainakls, 
an. ekkja, die k g gh nebeneinander aufweisen. 

97. Edwin "W. Fay, Derivatives of the root stha in compo- 
sition. AJPhil. 33,377—400, 34,15—42. — der vf. hat sich 
neuerdings auf die unfruchtbare arbeit geworfen, die Wörter der 
idg. sprachen in kleine und kleinste teile zu zerlegen und daraus 
wieder zusammenzusetzen, gewiß dürfen wir vermuten, daß Wörter 
wie ahd. ewist, an. naust irgendwie mit der wurzel sthä- zusammen- 
gesetzt sind; das gibt aber noch kein recht, so ziemlich jedes -st- 
oder -sth-, das irgendwo im wortinnern erscheint, als Überrest der- 
selben wurzel zu deuten, das wird leeres spiel der phantasie, 
während wir bemüht sein müssen, den tatsachen möglichst nahe 
zu bleiben. F. kümmert sich daher nur wenig um gesicherte er- 
gebnisse der Sprachgeschichte und hat oft genug für dasselbe wort 
zwei und mehr 'deutungen' bereit. 

98. Friederich Kannegießer, Die etymologie der phanero- 
gamennomenklatur. eine erklärung der wissenschaftlichen, der 
deutschen, französischen, englischen und holländischen pflanzen- 
namen. Jena, Zezschwitz. 1908. XII,191 s. 3,85 m. — A.Walde 
gibt im Litbl. 1913,225 einige ergötzliche proben. 



III. A. Allgemeine Sprachwissenschaft. 3. Vergl. grammatik. 63 

99. Jakob Handel, pokrewieristwie j^zyköw indoeuro- 
pejskich i semickich. (Obecny stan badari.) Eos 1912,31 — 49. — 
über die Verwandtschaft der idg. und semitischen sprachen (gegen- 
wärtiger stand der forschungen). — berichtet nach einer einleitung 
über die geschichte der frage über Möllers Untersuchungen und 
deren aufnähme, namentlich auch über Pedersens artikel Idg. 
forsch. 22,341 — 365, vgl. Jsb. 1908,2,136. 

100. A. Cuny, Notes de phonetique historique. Indo-euro- 
peeu et semitique. Revue de phonetique 2,101 — 132. — der vf. 
beschäftigt sich eingehend mit der frage, wie weit die von 
H. Möller in seinem vgl. Wörterbuch (vgl. unten 104) aufge- 
stellten lautentsprechungen Wahrscheinlichkeit besitzen, und kommt 
im gegensatz zu anderen französischen gelehrten zu einer, wenn 
auch stark eingeschränkten Zustimmung. 

101. J. Topolvsek, Die sprachliche Urverwandtschaft der 
Idg., Semiten und Indianer. Wien, Kirsch. XII, 132 s. — ich 
glaube mich auf die Verweisung auf Idg. anz. 6,104 f. beschränken 
zu können, wo Josef Zubaty das werk 'die basko-slavische sprach- 
einheit' desselben vfs beurteilt hat. 

102. Adolf Stölzel, Ein streifzug in die Volksetymologie 
und Volksmythologie. Grenzboten 72,IV,249— 255, 350—357, 
439—446. 

103. Thomas Fitzhugh, Indo-european rhythm. Charlotte- 
ville, Anderson-Brothers. 1912. 202 s. — angez. Revue d. et. anc. 
1913,346 von A. Cuny: certains americains comprennent quel- 
quefois bien etrangement le fameux 'time is money'. 

104. Besprechungen zu 3: Jos. Baudis, Wortzusammensetzung 
iJsb. 1912,3,110): A. Meillet, BSL. 61,213 f.-j-M. van Blanken- 
stein, Lange vokale der e-reihe (Jsb. 1912,3,133): Alb. Thumb, 
DLz. 1913,803—805; E. Hermann, Berl.ph.wschr. 33,1494— 1496. 
-f- K. Brugmann, Akkusativ der beziehung (Jsb. 1910,3,145): 
P. Kretschmer, Glotta 4,354. -|~ Baron Carra de Vaux, La 
langue etrusque (Jsb. 1910,3,92): A. Kannengießer, Orient, 
litztg. 15,83. 4- F. N. Finck, Sprachstämme (Jsb. 1912,3,84) und 
Haupttypen des Sprachbaus (Jsb. 1912,3,90): F. Hestermann, 
Mitt. d. anthrop. ges. Wien 43,119. + Alfr. Gercke und Ed. Nor- 
den. Altertumswissenschaft (Jsb. 1912,3,92): Leonard Whibley, 
Gl. rev. 1913,84—86; E. Cavaignac, Rev. crit. 1913,1,367. -f 
E. Havers, Kasussyntax (Jsb. 1912,3,133): H. Meltzer, ZfGw. 
66,739—742; E. Hermann, Berl.ph. wschr. 1913,1167— 1174. + 
E. Hermann, Griechische forschungen I (Jsb. 1912,3,113): W, H. 
D. Rouse, Class. rev. 1913,176; Class. philol. 1912,385; A. Meil- 
let, BSL. 61,cclij: Archiv 130,230 f. -4- E. Kieckers, Stellung 



(vt III. AUg. Sprachwissenschaft ii. allg. vergl. literaturgeschichte. 

des verbums (Jsb. 1912,8,114): H. Meltzer, DLz. 1913,1696 f. 
E. Hermann, Berl. ph. wsehr. 1918,563 — 568. -|- H. Lommel 
Idg. femininbildungen (Jsb. 1912,3,101): A. Debrunner, DLz 
1913,2775 f.; Hugo Ehrlich, Berl. ph. wschr. 33,1008—1011 
J. Bloch, Rev. crit. 1913,2,264. + A. Meillet, Introduction 
(Jsb. 1912,3,90): L. Grootaers, Leuvensche bijdr. 11,135—139 
0. Hujer, Casopis 3,1; notiert DLz. 1913,674. -j- A. Meillet 
Dialectes (Jsb. 1912,3,133): P. P. Lafitte, Scientia 14,438—446 
-r W. Mej'er-Lübke, Rom. etym. Wörterbuch (Jsb. 1912,3,133) 

E. Herzog, Litbl. 1913,401—404; A. Prati, Archivio glott. ital 
1913,499—504; S. Puscariu, ZfromPlül. 37,1 ; A. Dauzat, Rev 
de phil. fran9. 27,2; M. Grammont, Revue des lang. rom. 1913 
479 (bemerkt zahh-eiche versehen). -|- H. Möller, Vgl. idg.-sem 
Mörterbuch (Jsb. 1912,3,133): R. Gauthiot (ablehnend), BSL 
60,xxvij-xxix; R. Cun}', Rev. des et. anc. 1913,221 f.; vgl. oben 
nr. 100. -}- Osthoff-Brugmann, Morph. Studien 6 (Jsb. 1911,3, 
119): E. Schwyzer, Berl. ph. wschr. 1913,1743— 1746. 4-P. Per s- 
son, Beiträge zur idg. Wortforschung (Jsb. 1912,3,118): A. Meil- 
let, Rev. crit. 74,486—488 und BSL. 61,204—207; E. Björk- 
mann, ESt. 47,226—228; H. Ehrlich, Berl. ph. wschr. 1913, 
1191 — 1207. -f- Hans Sperber, Einfluß sexueller momente auf 
entstehung der spräche (Jsb. 1912,8,81): Leo Spitzer, WS. 5, 
206 — 215. -|- Johann Steyrer, Ursprung der spräche idg. Euro- 
päer (Jsb. 1912,3,88): H. Meltzer, Berl. ph. wschr. 1912,536 f.; 
A. Debrunner, DLz. 34,2139; K. Helm, ZfdPh. 45,384.+ 

F. A. Wood, Indo-europ. a*, aH, a^u (Jsb. 1911,3,190): H. Rei- 
chelt, Idg. anz. 31,4 f. 

4. Idg. altertumskunde. 
105. Sigmund P eist, Kultur, ausbreitung und herkunft der 
Indogermanen. mit 36 textabbildungen und 5 tafeln. Berlin, 
Weidmann. XII,573 s. — während die meisten Veröffentlichungen 
zu der frage der kultur und heimat der Idg. auf den ergebnissen 
einer Wissenschaft fußten, vereinigt F. in übersichtlicher dar- 
stellung alles wesentliche, was Sprachwissenschaft, Vorgeschichte, 
ethnographie, anthropologie bisher zur lösung beigetragen haben, 
und bemüht sich, zwischen den verschiedeneu ansichten einen 
mittelweg zu finden, in reichlichen literaturnachweisen zeigt er 
sich auf den genannten gebieten mit den neueren Veröffent- 
lichungen wohlvertraut, am meisten natürlich mit der Sprach- 
wissenschaft, deren Stellung zur frage er ausführlicher darlegt 
and geschichtlich entwickelt, auch eine kurze Charakterisierung 
der idg. grundsprache ist eingeschaltet, die persönlichen ansichten 
des vfs treten besonders nach zwei richtungen hervor, auf grund 



m. A. Allgemeine Sprachwissenschaft. 4. Idg. altertumskunde. 65 

der überraschenden funde in Turfan verlegt er die Urheimat im 
gegensatz zu allen andern neueren Untersuchungen über die frage 
wieder nach Zentralasien, ohne indes das heimatsgebiet genauer 
zu begrenzen, damit hängt zusammen, daß er die Germanen nicht 
für ein ursprünglich idg., sondern für ein indogermanisiertes volk 
hält, wie er in den aufsätzen über die lautverschiebung (vgl. Jsb. 
1910,3,183; 1911,3,136) schon ausführlicher entwickelt hatte, die 
ansichten über die höhe der idg. kultur weichen in den einzelnen 
darstellungen sehr ab, je nachdem die vf. den Zeitpunkt, auf den 
sie sich beziehen, weit hinaufschieben oder nahe an die geschicht- 
liche zeit heranrücken. F. spricht sich darüber nicht deutlich 
aus, neigt aber zu der erstgenannten gruppe von forschern. die 
ansetzung der Urheimat in Asien und die tatsache, daß die Idg. 
das pferd in die kultur einführen, verleitet ihn dazu, in den Idg. 
ein reitervolk zu sehen, dessen eindringen in Europa er mit dem 
der Hunnen und Mongolen vergleicht, darin scheint mir ein tiefer 
liegender irrtum zu stecken, der namentlich den fundamentalen 
unterschied zwischen nomaden und ackerbauern übersieht. — vgl. 
A. Cuny, BSL. 61,207—212; A. Meillet, Eev. crit. 1913,2, 
108—110; von Hagen, Mtschr. 12,450—453; Rudolf Stube, 
ZfdU. 27,823—826; F. P(ictet), Rev. germ. 9,487—489; Athe- 
naeum 1913,2,340. 

106. Sigmund Feist, La question du pays d'origine des 
indo-europeens. Scientia 14,303 — 314. — in diesem allgemein ver- 
ständlich gehaltenen aufsatz äußert der vf. bestimmtere Vermutungen 
über die läge der Urheimat; er setzt sie für die Westidg. am 
Aralsee an und meint, daß das allmähliche austrocknen des großen 
zentralasiatischen binnenmeeres zu den Ursachen der Wanderung 
gehört haben könnte, von den Germanen glaubt er, daß sie unter 
keltischer herrschaft idg. kleidung, sitte und spräche erhalten haben. 

107. Reinhold freiherr von Lichtenberg, Die heimat der 
Arier. Deutsche geschichtsblätter 1913,253 — 284. — übersieht 
über den gang der forschung in den letzten vierzig jähren, der 
vf. ist anhänger Kossinnas. 

108. Eduard Halter, Indogermanen. spräche, ursitz, aus- 
breitung auf geologischer und linguistischer grundlage. Jena, 
H. Costenoble. 78 s. 2 m. — wertlos. 

109. Jan Rozwadowski, Kilka uwag do przedhistorycznych 
stosunk6w wschodniej Europy i praojczyzny indoeuropejskiej na 
podstawie nazw wöd. bemerkungen zur Vorgeschichte Osteuropas 
und zur frage nach der indoeuropäischen Urheimat auf grund der 
gewässernamen. Rocznik slawistyczny 6,39 — 58; Deutsche Über- 
sicht 59 — 73. — R. wendet sich in der hauptsache gegen die 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 5 



66 ni. Allg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte. 

theorie, welche die slavische Urheimat in den Karpathenländern, 
die idg. in Mitteleuropa sucht, deutet aber viel weitergehende 
Untersuchungen, von denen er hier nur einzelheiten erwähnt, über 
die gesamtfrage an. aus den ergebnissen ist zu erwähnen, daß er 
die Idg. aus dem norden des Kaukasus kommen läßt und daß 
seiner ansieht nach die Völkerbewegung von norden und osten 
ausgeht, seine Stellung berührt sich nahe mit der Ficks und 
8chraders; hauptsächlich liegt ihm daran zu erweisen, daß für die 
Slaven, über deren berührung mit Balten und Finnen er wertvolle 
einzelheiten erschließt, im ersten Jahrtausend v. Chr. nördlich der 
Karpathen kein platz war und daß sie von nordosten in ihre sitze 
eingewandert seien. 

110. Max V asm er, Kritisches und antikritisches zur neueren 
slavischen etymologie. Rocznik slavistyczny 6,172 — 214. — wendet 
sich nahezu ausschließlich gegen die ausführ ungen Schachmatovs (vgl. 
Jsb. 1912,3,130 f.) und sucht seinerseits namentlich zu bestimmterer 
fixierung der heimat der Slaven in gemeinslavischer zeit zu 
kommen, die slavische Urheimat sucht er im Pripetbassin ; an be- 
rührungen von Slaven und Kelten vermag er nicht zu glauben, 
nur den namen der Weichsel hält er, wie auch Buga (s. nr. 111) 
für keltisch, die Verschiebungen von Slaven, Balten und Finnen 
beurteilt er scheinbar etwas abweichend von Rozwadowski (nr. 109), 
doch kann sich der Widerspruch lösen, wenn Rozwadowskis aus- 
führlichere darlegungen erscheinen. 

111. Kasimir Buga, Kann man Keltenspuren auf baltischem 
gebiet nachweisen? (Aus anlaß der arbeiten Schachmatov's über 
keltisch-slavische und finnisch-keltische beziehungen.) Rocznik 
slawistyczny 6,1 — 38. — wendet sich gegen Schachmatov's methode 
und ergebnisse, vgl. die vorige nr. 

112. H. Lichtenberger, Les germains sont-ils des indo- 
europeens? Revue des 6tudes anciennes 1913,185 f. — berichtet 
kurz über S. Feists hypothese, daß die Germanen ein nicht ur- 
sprünglich indogermanisches, sondern indogermanisiertes Volk seien. 
Camille Jullian fügt in einer anmerkung hinzu, seiner ansieht 
nach seien die Germanen auf den italokeltischen zweig der Indo- 
germanen gepfropft; er verweist aber auf die entgegenstehende 
ansieht von J. Mansion vgl. 114. 

113. C. M. Lotspeich, Celts and Teutons. JEGPhil. 12, 
199 — 210. — der vf., der sich vielfach auf d'Arbois de Jubain- 
villes forschungen stützt, kommt auf grund einer besprechung 
einiger kulturwörter zu der ansieht, daß die berührungen zwischen 
Kelten und Germanen zwar eng, aber nicht so stark waren, wie 
sie der französische gelehrte annimmt, und daß die kulturwörter, 



m. A. AUg. Sprachwissenschaft. 5. Urgermanisch u. gemeingerm. 67 

die einerseits nahe keltisch-italische, andrerseits enge slavisch- 
germanische Verbindungen erweisen, eher zur annähme einer italo- 
keltischen als einer keltisch-germanischen gemeinsamen kulturent- 
wicklung leiten. 

114. J. Mansion, Kelten en Germanen. Verslagen en 
mededeelingen der koninkl. vlaamsche acad. Gent 1912,1292 — 1308. 
— wendet sich gegen Camille Jullian, der in seiner Histoire de 
la Gaule die beiden Völker als ursprünglich eins dargestellt hat, 
und sucht den ursprünglichen unterschied sprachwissenschaftlich 
zu beweisen. er behandelt besonders den anfangsakzent, die 
gleiche bildung der eigennamen, gewisse einzelheiten der formen- 
lehre, besonders der konjugation. die darlegung verdient unbe- 
dingt Zustimmung, obwohl sich noch manches hinzufügen und 
manches schärfer formulieren ließe, vgl. auch C. Jullian, Rev. 
des ^t. anc. 1913,198 f. 

115. '/ax. OiüTtOTtovlog, IleXaoyiyia r^tot tieqI Trjg yXcoaarig 
Twv neXaaycijv. ^uäQXaiai IIeXaoyr/,al ETCLyqafpal yiiqixvov, KQr^xrig, 
yivyiLy.at, Kagmat, ^EtQOvayiy.ai eQfxrivevoiuevai- öia zrig arnnEQLvrig 
IlEXaoyiA.i\g ^u4Xß(xvi'A.\g v.ai ri^g EXXriviy,r,g. Athen, Sakellarios. 
1912. gß' und 871 s. mit abb. und taf. — vgl. Sigm. Feist, 
Zbi. 63,1033 f.; 0. Kern, DLz. 1913,1445 f. 

116. Robert Gradmann, Spelz- und Alemannengrenze. DE. 
1912,173 f. — verteidigt seine früher begründete ansieht, daß 
der spelzbau eine alemannische Stammessitte sei, gegen Ernst 
H. L. Krause, Mannus 2,1910, der wirtschaftliche gründe dafür 
geltend machen will. 

117. Besprechungen zu 4: Brunnhofer, Arische urzeit 
(Jsb. 1911,3,130): H. Reichelt, Idg. anz. 31,1— 3. + S. Feist, 
Europa im lichte der Vorgeschichte (Jsb. 1912,3,133): 0. Schra- 
der, Berl. ph. wschr. 1913,1198 f.; W. Platz hoff, Mitt. a. d. hist. 
lit. 41,230 f. -f G. Kossinna, Herkunft der Germanen (Jsb. 1912, 
3,141): F. Fuhse, DLz. 1913,17; J. Dresch, Rev. des et. anc. 
1913,107— 109. -|- Otto Schrader, Die Indogermanen (Jsb. 1912, 
3,141): DnSpr. 21,488 f.; Th. Lenschan, Berl. ph. wschr. 1913, 
500 f.; R. Trautmann, AfdA. 54,188. 

5. Urgermanisch und gemeingermanisch. 

118. Friedrich Kluge, Urgermanisch, Vorgeschichte der alt- 
germanischen dialekte. (Grundriß der german. philol. 3. aufl. 
bd. 2.) Straßburg, Trübner. 1913. XI,289 s. 6 m. — die neue 
fassung hat an Übersichtlichkeit und klarheit gegen früher sehr 
gewonnen. K. ist bemüht gewesen, zu den zahlreichen fragen, 
die seit dem ersten erscheinen (1889) aufgeworfen und erörtert 

5* 



68 III. AUg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte. 

worden sind, Stellung zu nehmen; trotzdem sind die änderungen 
nur an wenigen stellen durchgreifend, es ist aber ein vorzug des 
buches, daß es von bewährten ansichten nicht ohne not abweicht, 
sehr dankenswert sind die register. — bespr. von J. Vendryes, 
USL. 61,302—304. A. Meillet, Rev. crit. 1913,2,106—108. 
notiert Archiv 131,239; Bibl. du musee beige 1913,254 f. 

119. Richard Loewe, Germanic philology. translated and 
edited by J. D. Jones. London, G. Allen. IX,170 f. 4,50 m. 
— das bescheidene Göschenbändchen Loewes hat sich bei der 
Übersetzung in einen splendid gedruckten, verhältnismäßig kost- 
spieligen band verwandelt, möge die geschickte Übersetzung ebenso 
eifrig benutzt werden, wie die ursprüngliche deutsche fassung. — 
bespr. von R. A. Williams, MLR. 8,412 f.; Rivista bibl. ital. 
1913,5; Academy 1913,2,47. 

120. Jos. Schrijnen, Zur behandlung der anlautenden idg. 
konsonautgruppe sr- im Germanischen. GRMon. 5,171. — be- 
handelt nur nnl. sr-, das sich zum teil aus sehr- entwickelt. 

121. P. Di eis. Nochmals die spontane nasalierung. ZfvglSpr. 
45,4, — antwortet auf Sievers' aufsatz, vgl. Jsb. 1912,3,178; 
10,4, indem er seine aufstellungen aufrecht erhält. 

122. Bengt Hesselmann, Västnordiska studier 2. en nor- 
disk och västgermansk slutljudsregel. mit einem resume in deut- 
scher spräche. Skrifter utgifna af k. humanistika vetenskapssam- 
fundet i Uppsala 15,2. Uppsala, Leipzig, Harrassowitz. 72 s. 
1,60 kr. — sucht die für den Schwund oder die erhaltung eines 
auslautenden, aus ö entstandenen u im Ags. geltenden gesetze auch 
als für das Nordische gültig zu erweisen; dabei werden die ein- 
schlägigen formenkategorien durchgesprochen, und es wird gezeigt, 
daß das ursprüngliche, die erhaltung nach voraufgehendem trochäus, 
der Schwund nach länge oder doppelkürze in den nominalformen 
in alter zeit erhalten ist ; die 1. s. pr. von verben wie doma ist 
unter dem einfluß der stamme mit kurzer Stammsilbe umgestaltet, 
eine ähnliche regelung nach der quantität zeigen die formen des 
acc. m. s. der starken deklination im Westgerm, und Nord., sie 
sind im As. am besten bewahrt, ein exkurs behandelt die bildung 
des dativs der substantivischen deklination: Hesselmanns annähme, 
daß er überall durch -i gebildet wurde, widerspricht den über die 
Ursprache bekannten tatsachen. 

123. R. F. Sunden, Are old English Intransitive-inchoative 
ö-verbs originally ai-verbs? Minneskrift tillägnad prof. Axel Erd- 
mann. Uppsala 1913. s. 282 — 312. — auf der breiten grund- 
lage aller germanischen mundarten wird die frage untersucht und 
dahin beantwortet, daß die az-verben im ürgerm. zwar systembildend 



III. A. Allg. Sprachwissenschaft, 5. Urgermanisch u. gemeiugerm. 69 

waren, im Westgerm, aber das ö-suffix für durative denominative 
verwendet wurde, es kann in deren einzelnen zweigen sich un- 
abhängig dahin entwickelt haben, da das ahd. z. b. auch at-verba 
in ziemlichem umfang bewahrt. 

124. Karl Brugmann, Zu den ablautverhältnissen der 
sogenannten starken verba des Germanischen. Idg. forsch. 32, 
179 — 196. — die verba des typus got. faran und gaggan hängen 
oft mit der e-reihe nahe zusammen ; ihr übertritt in die historische 
überlieferte flexion ist verschieden gedeutet, vgl. zuletzt Paul 
Gärtchen, Jsb. 1908,2,159. Brugmann nimmt für beide arten 
von verben die einwirkung der kausativa, für die gruppe von 
faran gleichzeitig die des ö-perfektums in anspruch, wobei er den 
unterschied der perfekta wie yeyova und *awQa kurz berührt, 
auch auf die bildung der 2. sg. prät. des Westgermanischen (ahd. 
mäzi, zigi) geht er ein. einen gewissen einfluß der nominal- 
bildungen auf die stammgestalt des präsens leugnet er nicht. 

125. Karl Brugmann, Das schwache präteritum. Beitr. 
39,84 — 97. — bespricht kurz Collitz' deutung, die er ablehnt, ob- 
w^ohl er den beweis erbracht ansieht, daß von einer stammer- 
weiterung oder einem suffix mit -t- auszugehen ist. B. schlägt 
vor, von einem vorgermanischen themavokalischen präteritum auf 
-tom, -tes, -tet usw. auszugehen und weist darauf hin, daß die 
Stammerweiterung mit -t- wie im Latein., so auch im Germa- 
nischen mehrfach vorliege, ja bei ahd. skafta, got. ohta, ahd. konsta 
seien die entsprechenden ^erweiterungen in axa/rrw, äx^o/iiai, lit. 
zistu auch außer des Germanischen zu belegen, die f-erweiterung 
finde sich für präsens und aorist; die ahd. 2 sing. prät. auf -i 
(zigi, quämi) gehöre ebenfalls dem thematischen präteritum an; zu- 
letzt werden die eigenheiten der flexion des Präteritums, besonders 
im Gotischen, besprochen. B. hofft damit eine befriedigende lösung 
des so reichlich behandelten problems gegeben zu haben; ich kann 
aber der Wackernagelschen und der Collitzschen hypothese gegen- 
über keinen fortschritt erkennen, denn die hereinziehung des im 
Germanischen sonst untergegangenen Präteritums ist bedenklich. 

126. Richard Loewe, Die haplologie im schwachen präte- 
ritum des Germanischen. ZfvglSpr. 45,334 — 339, — L. hält gegen 
Collitz seine frühere erklärung, die er auch in der Germ. Sprach- 
wissenschaft (s. nr, 118) vorträgt, aufrecht, obwohl er einzelheiten 
des bildungsgesetzes etwas anders formuliert; in einem zusatz 
stimmt ihm W, Schulze nicht nur für die haplologie im schwachen 
Präteritum, sondern auch für den dissimilatorischen konsonanten- 
schwund im reduplizierten präteritum zu; er nimmt einen solchen 
außerdem zur erklärung der alemannischen und rheinfränkischen 
formen auf -tön, -tl an. 



70 III- Allg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte. 

127. George 0. Curme, Development of the progressive 
form in Germanic. MLA. 28,159 — 187. — verfolgt die um- 
schreibende ausdrucksweise mit dem p. präs. und to be des Eng- 
lischen bis auf die ältesten beispiele des Gotischen zurück und 
sucht so ihre bedeutung zu entwickeln, wobei er gegen herrschende 
lehrmeinungen, z. b. von Sweet, polemisiert. 

128. George 0. Curme , The development of the analyticgeni- 
tive in Germanic. MPhil. 11,145—176, 289 — 313. — von der frage 
ausgehend, wie weit das französische vorbild der präposition de 
die entwicklung der genetivfunktion bei der englischen präposition 
of begünstigt habe, gibt G. 0. Curme eine geistvolle und auf 
gründlicher historischer kenntnis beruhende studio der entwicklung 
der genetivfunktion im Germanischen, seine ansieht gipfelt darin, 
daß im Englischen im neunten, im Deutschen im dreizehnten jahrh. 
die bedeutung und Verwendung des genetivs einen höhepunkt er- 
reicht habe, daß aber grade die mannigfaltigkeit seiner bedeutungen 
zur verblassung und zur Umschreibung geführt habe. 

129. F. Holthausen, Negation statt vergleichungspartikel 
beim komparativ. Idg. forsch. 32,339 f. — gibt beispiele aus dem 
Me. für die erscheinung, die er durch Übergang von parataxe in 
hypotaxe erklärt, bezweifelt aber, daß sie als gemeinidg. gelten 
dürfe. 

130. E. Classen, On vowel alliteration in germanic lan- 
guages. University of Manchester publications, Germanic series 
nr. I. Manchester, Sherratt & Hughes. 1913. XI,91 s. 3,50 m. 
— Athenaeum, 16/8. 157. 

131. R. Loewe, Germanische pflanzennamen. Untersuchungen 
üher hirschbeere, hindeheere, re/t&ocA'&eere und ihre verwandten. Heidel- 
berg, Winter. XIII, 182 s. = Germ. bibl. 2. abt. Untersuchungen 
und texte 6. 5 m. — der titel läßt weit weniger vermuten, als 
die sehr umfassende, ein sehr reichhaltiges material gebende ab- 
handlung bringt. der vf. berührt bei der erklärung der be- 
nennungen so wichtige fragen wie den Ursprung des grammatischen 
geschlechts, ohne jedoch genauer auf sie einzugehen, die wichtigsten 
gesamtergebnisse seines buches hat er schon in dem Jsb. 1912,3,170 
verzeichneten aufsatz angedeutet. — Selbstanz. GRMon. 5,174. 

162. Rob. Block, Wortgeschichten, für schule und haus 
erzählt. Leipzig, Voigtländer. 216 s. 2,40 m. — Selbstanz. 
GRMon. 5,285. 

133. Louise Round, Indefinite composites and word-coinage. 
MLR. 8,324 — 330. — behandelt ähnliche wortverschränkungen 
im Englischen, wie sie Heinrich Schröder und F. A. Wood auf 
deutschem gebiet nachgewiesen haben, z. b. blash aus blaze, flare, 
flash; bumble aus biingle, fumble, jumble, stiimble. 



III. A. Allg. Sprachwissenschaft. 5. Urgermanisch u. gemeingerm. 7 1 

184. E. W. Tay, Etymologica. Idg. forsch. 32,330—332. 

— stellt unter 2. d. ganz zu alb. gi^e, das er weiter mit %avdavü)y 
prehendo verknüpft. 

135. E. W. Fay, Germanic wordstudies. JEGPhil. 12,540 f. 

— behandelt 1. gehen, stehen; unter hinweis auf die n-flexion von 
ahd. stantan wird angenommen, daß zu stet von gangan analogisch 
get gebildet worden sei; für den Wechsel von e und ä wird auf den 
einfluß des imperativs verwiesen, in stämes entspreche ä dem e 
von lat. stemus. 2. für got. spillon, engl, spell weist der vf. auf 
die unabhängig von seinen Vermutungen gefundene gleiche wort- 
deutung bei F. A. Wood, MLN. 26,167 und berichtigt eine an- 
gäbe Feists darüber im gotischen Wörterbuch. 

136. R. Henning, Der name der Germanen. ZfdA. 54, 
210 — 230. — nach ablehnung der angaben Cäsars über die Ver- 
wandtschaft der Germanen mit den Beigen untersucht H., wo bei 
keltischen Völkern in Gallien (Ardennen), Spanien (Oretum), bei den 
Galatern (Fegi-iri), der name der Germanen oder ein verwandtes 
wort vorkommt und bringt diesen namen mit warmen quellen, 
aind. gharmä-, ^eg/itog in beziehung. — dazu nachtrag AfdA. 36, 
8. 304. 

137. F. Holthausen, Wortdeutungen. Idg. forsch. 32, 
333 — 339. — Germanisches betreffen 3. afries. meldke, ai. mw- 
dhdn-, 4. afries. heila, lat. cacUmen (grundform *hagila, *hagula), 
5. afries. kringa, kriga, 6. afries. slek, ae. slicc, lat. ligo, 7. afries. 
slät, mnd. slöt, lat. lustrum, lutum, 8. nhd. zät schein, 9. ae. för, lat. 
pario, 10. nhd. mulschen, lat. flaccus, 11. nhd. halli(n)g, lat. collis, 
12. as. hripson, lat. crispire, 13. lat. fUsus, aisl. hutr, 14. ne. runt, 
aisl. hrotti, 15. ahd. urfür, lat. pavio, puto, 16. lat. vesper^ eOTtegog, 
germ. west, 17. lat. vicia, lett. wikne, nd. wlchele, 18. ae. iviloc, 
lat. vieo, 19. ae. wir^ war, lat. virus^ 20. as. tvemman, lat. vomere, 
21. as. ae. orc, lat. orca, 22. germ. rinka-, ranka-, lat. rego, 
23. ne. glib, 24. ae. heolfor, gr. az-slXü), 25. ae. s5l, lat. sallva, 
26. ndd. wi9t9 'weizen', 27. ae. cyte, norw. kö.ita. 

138. F. Holthausen, Altenglische etymologien. Idg. forsch. 
32,340 f. — 1. peor^ lat. obtüro, türunda. 2. gehopp, hoppe, lat. 
cüpa. 3. löf, lit. löpas. 4. byrgan, lat. forbea. 5. tyllan, *tollian, 
lat. doluSj dcXog. 

139. Friedrich Kauffmann, Eifel. ZfdPh. 45,292. — ver- 
teidigt seine Verknüpfung des namens der Eifel mit dem der 
matronae Äfliae gegen J. Francks ausführungen in der mir nicht 
zugänglichen Eifelfestschrift. 

140. J. H, Kern, Zu nhd, nd. beiern, ndl. beieren. ZfdWortf. 
14,214 — 217. — weist gegen H. Schröder und N. van Wijk 



72 ni. Allg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgschichte. 

schlagend nach, daß nl. beicren aus mnl. beiaarden lautgesetzlich 
entstanden und von mnl. beiaert 'glocke, glockenspiel' abgeleitet 
ist, das möglicherweise französischen Ursprungs ist (afrz. bayart 
rotbraun). 

141. Ernst Lewy, Etymologien. Idg. forsch. 32,158 f. — 
2. lat. bäum: mhd. slote 'schlämm', 3. dormm: lett. dirsa 'hinterer', 
ahd. zers, 4. ra/t'g: lit. tingüs, on. ptingr, aksl. tezikü, 5. slav. 
burj'a 'stürm': an. byrr 'günstiger fahrwind'? 6. got. faurhts: lit. 
perszcti 'schmerzen', 12. an. prifa 'ergreifen': lett. trepj'u 'be- 
schmieren'? 14. russ. sce'dryj 'freigebig', slov, scedljlv 'sparsam': 
ay.ei)-()6g 'knapp, genau', nhd. schitter, schütter 'lose, dünn, lücken- 
haft'? 

142. Ernst H. Levy, Indeo-allemand schnerte. MSL. 18, 
317 — 342. — weist für tabuwörter, d. h. für ausdrücke die aus 
irgend einem gründe gemieden werden, den ersatz des anfangs- 
konsonanten durch sn, sehn aus Schweizer Urkunden des 14. jahrhs. 
und später nach und verfolgt diese sitte auch im Slavischen und 
Rotwelschen, das wort bezeichnet die Jungfrau Maria. 

143. Rudolf Meringer, Der narae des julfests. WS. 5, 
184 — 194. — stellt ags. geohhol, geol, aisl. jöl usw. im anschluß 
an P. Lessiaks ausführungen über gicht (vgl. Jsb. 1911,3,157) zu 
ahd. jehan, lat. iocus, aind. yäcati, yäcna, hpia, lit. iukas; abge- 
leitet ist frz. joli. 

144. Karl Ostir, Etymologien. WS. 5,217—222. — be- 
handelt 1. ahd. ofan, irtvog, die er durch annähme einer grundform 
^weqVcnös zu vermitteln sucht. 2. halb aus 'genitalien', wofür u. a. 
germ. xalbaz und spätsl. xclpii 'knecht', ursprünglich 'penis' ange- 
führt werden. 

145. Clarence Paschall, The etymology of pflegen. (Trans- 
actions and) proceed. of the Am. philol. ass. 43,lxxiii. — erklärt 
ahd. pflegan aus spätl. pligare, klass. obligare. der vf. hat also 
nicht erkannt, daß mlat. pligare 'plegium seu fideiussorem dare' 
aus dem Deutschen entlehnt ist. 

146. Wilhelm Schulze, Älaferhviae. ZfdA. 54,172—174. — 
glänzend vergleicht S. den neuen namen der Älaferhviae (Bonner 
Jahrb. 117,365) mit der älteren inschrift Älateiviae, die er wie an. 
tiras und firar gegenüberstellt, er erinnert weiter an den namen 
der Älemanni und gibt aus lateinischen inschriften parallelen für 
die bezeichnungen der göttlichen wesen. gleichzeitig äußert er die 
Vermutung, daß in dem dat. pl. Saitchamimifs 'zauber hemmende' 
oder vielleicht 'durch zauber bindende' wesen zu verstehen seien 
(an. seidr 'zauber', hemja 'hemmen'); entsprechend wären dann in 
dem dat. pl. Äflinis '(zauber) wirkende' zu sehen (an. seid efla, 



III. A. AUg. eprachwissenschaft. 5. Urgermanisch u. gemeingerm. 73 

hlöt efla), zu seidr zauber, ahd. seid 'strick, schlinge', vgl. auch noch 
religio zu religare. 

147. F. Sommer, Zur deutschen Wortforschung. Idg. forsch. 
31,359 — 376. — 1. dachs stellt S. zu dick und verweist für das 
Suffix auf die ähnlich gebildeten tiernamen fuchs und luchs. 2. eben 
leitet er mit dem suffix -»0 von der präp. *epi ab, zu der er auch 
got. iftuma stellt; auch zu ai. ahhi könne es gehören, wenn dies 
aus idg. *ehhi stamme. 3. gaul, mhd. gül vergleicht er mit russ. 
gul'ati s'a 'läufisch sein' und vermutet die ursprüngliche bedeutung 
'schellhengst'. 4. keusch stellt er mit J. Grimm zu *geus- 'kosten, 
prüfen', grundform güs-sko-, 5. quarz hält er für eine alte stein- 
bezeichnung und vergleicht gÜqÖiov (aus ^'tvardion) 'sarder, karneoP, 
das weiter zu abg. tvrüdu 'hart, fest' gehören soll. 

148. H. Wirth, Beiträge zur deutschen etymologie. Progr. 
des Großherzogl. realgymu. zu Mannheim 1912. — bespr. von 
0. Weise, ZfdU. 27,298. 

149. Francis A. Wood, Germanic etj^mologies. MPhil. 11, 
315 — 338. — 1. ahd. aphul, afful (: lat. ebulus 'holunder'), 2. mnd. 
apeldeni 'ahorn', 3. mnd. mapeldorn 'ahorn', 4. an. mqsurr 'ahorn', 
5. got. mimz 'fleisch' (: juriQog), 6. ahd, marg 'mark', 7, ahd. mast 
'mästung', 8. got. mats 'speise', 9. ae. hrcegen 'gehirn', 10. got, 
megs 'Schwiegersohn', 11, ahd. niahhön (z, t. gegen Meringer Idg, 
forsch, 17,146 f,), 12. an. mök 'doze, slumber', makr 'quiet', 13. nhd. 
tnäkeln 'den Unterhändler machen', 14. nhd. mäkeln 'tadeln' (von 
13 getrennt), 15. mnd. mät 'genösse' (: ahd. gimazzo), 16. got. gamöt, 
ahd, muozzan (gegen Meringer Idg. forsch. 18, 211 f.), 17. got. 
gamöfjan, 18. got. manvus 'bereit', 19. an. hadmr 'bäum' (nicht = 
got. bagms), 20, mhd. biäte 'fruchtknopf der hagerose', butze 
'klumpen', 21. mnd. boddelen 'blasen aufwerfen', 22, an, byfa 
'club-foot', 23. mhd. buobe, 24, got. bagms 'bäum', 25. nisl, beyki 
'buche', 26. an. byta 'tauschen', 27. got. böta 'vorteil', 28. got. 
barms 'schoß, busen', 29. ahd, brämo 'dornstrauch', 30. an. bringa 
'brüst' {'. mhd. prangen, ai. brhdti 'kräftigt'), 31, schwed, dial. brekka 
'brüst' (: an. brekka, mnd. brink 'hügel'), 32, ahd, brush 'hosen', 
33. ae. brand 'brand, sword', an. brandr 'blade of a sword, post' 
(: lat. frons, -tis), 34. ae. brant 'lofty, high', an. brattr 'steil' (: lat. 
frons, -dis), 35. ae, brü 'braue', 36. mhd. brogen, ahd, brücke 
(: russ. bnisu 'balken'), 37, mhd, briezen 'anschwellen', 38, nd, brüsen 
'neue triebe werfen', 39. an. bros, brosa 'smile', 40, isl, broddr 
'biestmilch', 41, mnd. bruut 'dreck', 42. mhd, brauchen, bruchen 
'biegen, formen', 43, mhd, bröiaven 'biegen', 44, ae, blöma 'mass 
of metal', bldivan 'blow', 45. ne. blunt 'thick, obtuse, dull', schwäb. 
blunze 'schwerer, fetter körper', 46. ne. blash, schwed. blask (: lit, 
bldzgeti), 47. nhd. dial. plauschen (:serb. blujzgati), 48. ae. blyscan 



74 III- Allg. Sprachwissenschaft u. aUg. vergl. literaturgeschichte. 

'erröten', 49. nhd. plodern, plaudern, 50. schwed. dial. bloslin 'weakly'» 
51. an. dqf 'rump', dafna 'stark sein' (: russ. dohölyj 'stark', mhd. 
tapfer), 52. an. dubba, ae. dubbiaii 'dub, knight' (: sloven. dupati 
'dumpf, rauschen'), 53. an. di(rr 'nap, slumber', mhd. türm 'wirbel, 
taumel' (: russ. dwr' 'torheit', &ovQog, mhd. töre, lat. furor), 54. mhd. 
iure 'taumel' torkehi, 55. mhd. topfe 'kreisel (: vtqiwg 'turbo, whirl- 
wind'), 56. norw. dodd, dott 'tuft, wisp', ae. dott 'speck', ahd. totoro 
'dotter', tut(t)a 'brustwarze' (: ^vaavog, ^vaüOf-iai), 57. mhd. tocke 
'bündel, puppe' (:lit. duinas, duzas 'dick, beleibt', 58. got. daug 'es 
taugt', mhd. tuM (: lit. daug 'viel', russ. d'üzij), 59, ahd. tola, tolo 
'racemus', nhd. dolde (: d-vXäg 'sack'), 60. mhd. turd, turt 'trespe' 
(: d-vQOog), 61. an. dys 'grabhügel aus steinen', 62. an. püsta, ahd. 
dosto 'doste', 63. ae. post, ahd. dost 'stercus', 64. mhd. Up 'leib', 
aksl. libivu 'gracilis' (vgl. MLN. 24,49; 26,166), 65. ae. lira 'flesh': 
ae. lässa 'less', lit. lesas 'mager', mhd. Ilse 'leise', 66. got. spaurds 
'rennbahn', 67. ae. spearwa 'calf of the leg' (: ocpaiga, ocpvqöv, 
arrvQad-og), 68. got. -waddjus 'mauer', 69. ae. wäg 'wall' (: lat. 
vincio, or/.og), 70. got. weihs 'heilig', 71. ae. wigol 'belonging to 
divination', wicca 'wizard': ahd. wiaga 'wiege', 72. an. veig 'be- 
rauschendes getränk': mhd. weigert 'schwanken', 73. an. höfr 'huf. 
— die Zusammenstellungen sind größtenteils wertlos und phan- 
tastisch, der vf. versteift sich immer mehr auf das streben, ge- 
wisse einfache begriffe, die er für ursprünglich hält, in die Wörter 
hineinzudeuten und diese zu diesem zweck in ihre vermeintlichen 
urbestandteile zu zerlegen. 

150. Josef Bruch, Der einfluß der germanischen sprachen 
auf das Vulgärlatein. — Samml. rom. elementar- und handbücher 
hrsg. von W. Meyer-Lübke. V. reihe, nr. 1. Heidelberg, 
C. Winter. XII, 203 s. — der vf. begrenzt zuerst seine aufgäbe, 
indem er feststellt, was er unter Vulgärlatein verstanden wissen 
will, die lateinische Umgangssprache bis zum anfang des fünften 
jahrhs.; bespricht sodann zweifelhafte Wörter, wie stüba, tunna, 
taska, flaska, stellt die in lateinischen texten belegten germanischen 
Wörter zusammen, i;ntersucht eingehend und vorsichtig die kriterien 
der entlehnung und kommt so am Schlüsse des ersten hauptteiles 
zu einer liste von 102 germanischen lehnwörtern, zu denen noch 
eine 'innere entlehnung', gahlaiba : companio tritt, der zweite haupt- 
teil sucht die gründe, die wege, die zeit der entlehnung zu be- 
stimmen, im dritten wird über die Veränderungen der form, Schick- 
sale des akzents, der laute, der stammbildung, der flexionen, der 
bedeutung gehandelt, das buch zeigt allenthalben heranziehung 
der neusten Untersuchungen, vorsichtiges urteil und wohlgeschulte 
methode. — s. 122 wird die frage behandelt, ob idg. o unbetonter 
silbe später als in hochtonigen zu a geworden ist; der vf. schließt 



in. A. Allg. Sprachwissenschaft. 5. Urgermanisch u. gemeingerm. 75 

sich Bremer und Schönfeld an, die die frage verneinen, daß die 
geographischen angaben in bellum GalHcum für spätere zusätze 
zu halten sind, berücksichtigt B. bei den datierungen nicht ge- 
nügend. — angez. von A. Meillet, BSL. 61,269 f.; Josef Köhm, 
Wschr. 30,832—834; W. Brückner, Zs. f. frz. Spr. u. Lit. 41,1 — 10. 

151. Joseph Bruch, Zu Meyer-Lübkes Etymologischen Wörter- 
buch. ZfromPhil. 36,577 — 585. — erörtert eine größere anzahl 
romanischer Wörter, bei denen er germanischen Ursprung teils nach- 
weist, teils ablehnt. 

152. Wilhelm Brückner, Roman, guidare, got. *widan (ahd. 
wetan). ZfromPhil, 37,205 — 210. — die Zusammenstellung ist, wie 
der vf, selbst darlegt, nach laut und bedeutung nicht unbedenk- 
lich, aber die besprechung der germanischen Wortfamilie ist wertvoll. 

153. Theodor Braune, Über afr. gibe, fr. gihet, gibelot, 
gibelet, gable, gäbet ^ gabre, gober und gaffe. ZfromPhil. 36,80 — 82. 

153a. Theodor Braune, Afr. bruisier, fr. gruis, briser, bresüler, 
gre'siller, brise, bise, afr. berser, fr. bois, buche, it. busto u. a, ebenda 
705 — 716. — es wird für die romanischen worte germanischer 
Ursprung vermutet, auch die germanischen Wortfamilien werden be- 
sprochen. 

154. Hugo Brüll, Untergegangene und veraltete worte des 
Französischen im Englischen, (buchstabe A und B.) Festschrift 
zur Posener philologenversammlung, dargeboten von den höheren 
lehranstalten für die männliche jugend der provinz Posen 159 — 176. 
— vgl. Jsb. 1912,15,19. 

155. Martin Rühlemann, Etymologie des wortes harlequin 
und verwandter Wörter, diss. Halle 1912. 113 s. — die fleißige 
und von guter Schulung zeugende Untersuchung ergibt auf der 
ganzen Knie nur eine bestätigung der resultate, zu denen schon 
Otto Driesen 1904 in seinem aufsatz Der Ursprung des harlekin, 
Munckers Forschungen zur neueren literaturgesch. 25 gekommen 
war. harleqiiin ist vlämischen Ursprungs, soll nach Grimm unter 
dem einfluß von frz. herle, mlat. harelflJa 'seditio' auf hellekin 'kleine 
hölle' zurückgehn und ist zuerst von Oi-dericus Vitalis um 1130 
als name des führers der wilden nächtlichen schar aufgefaßt worden, 
nach Italien ist der harlekin erst viel später gewandert. Dantes 
Alichino hängt nicht mit ihm zusammen. — vgl. Otto Driesen, 
Archiv 130,455 f. der weitere forschungen in aussieht stellt. 

156. W. Schulze, Eom. ecco. ZfvglSpr. 45,341. — weist 
darauf hin, daß bei Otfried eggo, in den anfr. psalmen ecco das lat. 
ecce wiedergeben, wie schon J. Grimm Gramm, 3,239 und abdr. 
hervorgehoben hat. von den romanisten scheint diese entlehnung 
nicht beachtet worden zu sein. 



76 III- Allg. Sprachwissenschaft u. allg. Tergl. literaturgeschichte. 

157. E. N. Setälä, Studien aus dem gebiet der lehnbe- 
ziehuDgen. Vilh. Thomsen zum 70. geburtstag gewidmet. Finnisch- 
ugrische forschungen 12. vgl. Jsb. 1913,3,192. — auch gesondert 
erschienen. Helsingfors 1912. Leipzig, 0, Harrassowitz. V,142s. 4 m. 

158. Toivo Kaukoranta, Fi. leivo 'alauda' germanischen Ur- 
sprungs. Finn.-ugr. forsch. 13,64 — 73. — schon Suolahti ver- 
mutete die entlehnung, aus germ. *laiwa(-rikön) ; K. bestätigt sie 
durch den hinweia auf esthn. löwerkenne, das aus mnd. lewerike, 
lewerke entlehnt ist. 

159. T. E. Karsten, Harjavalta och Raitio 'fjärdingar' i 
Satakunta samt det svenska ordet härad. Studier i nord. filol. 
utgivna genom Hugo Pipping 5,2. Helsingfors. 12 s. — leitet 
den namen fi. Eaitio als urnordische entlehnung von awestn. reide 
m. od. n. 'ridehest, lastdyr, slaede og desl.' ab, verwandt mit fi. 
raito aus urnord. *raidö, awestn. reid, f. 'ridning, vogn, kj0rredskab'; 
das nordische wort ist das zweite glied von schwed. härad, das 
einen zu gemeinsamer ausrüstung eines heeresteils verpflichteten 
distrikt bezeichnet, harjavalta ist nicht, wie Saxen annahm, der 
Personenname Haraldr, sondern auch awestn. vald n. bezeichnet 
'machtbereich, distrikt'; es findet sich auch in fi. Sotavalta. 

160. J. J. Mikkola, Altfi. uiskoi 'fährboot'. FUF. 13, 
163 — 166. — das wort wird als grundlage des in alten schwedi- 
schen Urkunden vorkommenden wisko, usko erwiesen, auch russ. 
uskuj, uskul ist gleicher herkunft. 

161. E. N. Setälä, Beiträge zu den germanischen Wörtern 
im Finnischen und Ostseefinischen. FUF. 13,316 — 337. vgl. 480. 
fi. apina 'äffe' aus asch w. *rtj;tHia, *apina 'weiblicher äffe', fi. haastari 
'rost' aus aschw. haaster (= halster). fi. hama 1. remotus, 2. hamus, 
tricae, angel und netz; dazu ahd. hämo 'fangnetz' und 'angelrute'. 
vielleicht sind auch die beiden deutschen Wörter nur eins. fi. hengistö 
zu aschw. hengist. fi. häävi 'gut, tauglich' zu aschw. hcefver 'aus- 
gezeichnet', fi. kaatti 'halstuch' zu aschw. skaat 'schweißtuch'. 
fi. kunuia 'honor existimatio' zu germ. *kunja- in got. kuni 'ge- 
schlecht, stamm', das geminierte n ist auf finnischem boden ent- 
standen, setzt nicht westgerm. einfluß voraus, fi. lakkari 'adulator' 
aus aschw. lakkare 'lacher'. fi, liikiö 'schinken' zu an. flikki 'Speck- 
seite', fi. lukki 'spinne' aus aschw. lokke 'spinne'; vgl. fi. lukki 
'feuerkobold' aus Loki. die Wörter sind ganz unabhängig von- 
einander entlehnt worden. fi, myyriänen aus germ. ^miuriön-, 
aschw. myra 'ameise'. fi, persaan 'pressen, keltern', aus aschw. 
persa 'pressen', fi. pila, 1, 'iocus, irrisio, ludibrium', 2, 'status rei 
corruptus' möchte S, zu germ, spil, spilon usw, stellen und Ver- 
mischung mit pilla 'verdorbener zustand, schaden, Schandtat' an- 



III. A. AUg. Sprachwissenschaft. 5. Urgermanisch u. gemeingerm. 77 

nehmen, das vielleicht zu schwed. spilla 'verschütten' (spilpian, ahd. 
spilden 'verschwenden') gehört, fi. pükka, 1. 'ludibrium', 2. 'macula 
minor' möchte S. in der ersten bedeutung zu aschw. fliker 'Schmei- 
chelei' stellen. fi. plakkari, lakkari, prakkali, prakkari 'hosen- 
tasche' stammen von nschw. dial. brakkor 'hosen'; daneben ist auch 
der sing, raku 'hosen' entlehnt worden; eine frühere entlehnung 
ist fi, rnoke. fi. pova, poka 'bogen' aus aschw. boghi, isl. bogi. 
fi. raukka 'miser, misellus, lieb; defunctus' stammt in der letzten 
bedeutung von awn. drang r 'defunctus', die Verbindung mit den 
anderen bedeutungen ist nicht klar. fi. riimi, riivi(suolainen) 'leicht- 
(gesalzen)' zu awn. hrim 'pruina, fuligo'. fi. takka, taaka 'bürde' 
aus aschw. staaker 'häufe, schober'. fi. tela 'rundes holz als unter- 
läge' wohl zu aisl. pel n. 'grund im zeug' ags. pel schiffsplanke, 
metallplatte', vgl. ags. pille, ahd. düla, nhd. diele, fi. timmintai 
tüijkon aus aschw, dijmbeldagha vika 'stille woche'. 

162. Harry Streng, Fi. teura 'Steuerruder'. FUF. 13,303 f. 
vgl. 480. — erweist den altgerm. diphthong eu wie keula und 
pöytä (vgl. Setälä, Journ. de la soc. Finno-ougr. 23,1,11 f.). 

163. E, A, Tiukelo, Wortgeschichtliche beitrage, FUF. 
1913,74 — 119; vgl. 480, — a) fi. rakas 'carus, gratus' und ol. 
rakas 'lüstern nach, geneigt zu etwas' werden gestellt zu urgerm. 
*ragaz, aisl. ragr 'feig, wollüstig, böse', dän. rag 'abscheulich, ekel- 
haft'; für die bedeutungsentwicklung verweist der vf. auf fi, armas 
'carus, gratus' zu got. arms; er schließt daraus, das Falk-Torps 
vergleichung von germ. arga- mit ai. rghayati (ogyjofuai) richtiger 
sei als Kluges bestimmung der grundbedeutung 'nichtswürdig, 
niederträchtig', b) fi. arkiutua ebenfalls zu urnord. *arga- 'wollust' 
(Falk-Torp). c) fi, arki 'Wochentag' zu aisl. ergi 'zügellosigkeit, 
Unanständigkeit', d) fi. sallia 'zulassen, erlauben' zu got. saljan. 

e) fi. asema 'läge, platz, stelle' zu ai. asmi, ebenso fi. asia 'sache'. 

f) fi. aikoa 'vorhaben, beabsichtigen' zu got. aigan; entweder aus 
dem nordgerm. urdialekt oder schon aus einer älteren idg. spräche, 
dabei wird die bedeutung von aigan und seiner ableitungen ein- 
gehend entwickelt. 

164. E. N. Setälä, Bibliographisches Verzeichnis der in der 
literatur behandelten älteren germanischen bestandteile in den ost- 
seefinischen sprachen, unter mitwirkung von fachgenossen und 
Schülern bearbeitet, (vorarbeiten zu einer finnischen und finnisch- 
ugrischen etymologie,) Finn.-ugr. forsch, XIII,345 — 475, Helsing- 

-fors 1913. auch gesondert erschienen. Leipzig, 0, Harrassowitz. 
134 s. 4 m, — bespr. von Heikki Ojansuu, Neuphilol, mitt. 
1913,186 — 190. — Setälä berichtet kurz über die anläge der ar- 
beit und ihre Verteilung an die mitarbeiter. bei der fülle und 



78 in. Allg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte_ 

Zersplitterung des materials äußerst dankenswert. — angez. von 
Heikki Ojansuu, Neuphil. mitt. 1913,186 — 190. 

165. Besprechungen zu 5: K. Bergmann, Beziehungen der 
deutschen, englischen und französischen spräche (Jsb. 1912,3,182): 
0. Hachtmann, Cbl. 1913,449 f.; 0. Langer, ZfRw. 28,293 f.; 
0. Weise, ZfdU. 27,297. + Th. Braune, Deutsche etymologien 
(Jsb. 1912,3,161): 0. Weise, ZfdU. 27,298. + M. Breal, Signum 
(Jsb. 1912,3,162): S(alomon) R(einach), Revue arch. 19,157 glaubt 
dem vf., daß Signum die bedeutungsentwicklung von zeichen be- 
stimmt habe. -[~H- Collitz, Das schwache präteritum (Jsb. 1912, 
3,195): F. A. Wood, JEGPhil. 12,150—152; J. Heinsius, Mu- 
seum 20,425—428; (0. Bre)nn(er), Cbl. 64,892; O.Weise, ZfdU. 
27,295. -f- B. Delbrück, Germanische syntax I, II (Jsb. 1912, 
3,195): H. Reis, Idg. anz. 31,5; V. E. Mourek, AfdA. 36, 
117 — 121 (M. beharrt auf seiner Unterscheidung qualitativer und 
quantitativer negation, stimmt im allgemeinen Ds. einzelergebnissen 
zu, nur widerspricht er ihm in der frage der wiedergäbe von otde 
bei Wulfila; Mathesius setzt ebenda 121 — 129 die besprechung 
des inzwischen verstorbenen Mourek für das zweite heft fort, gibt 
eine übersieht über die geschichte der frage, stimmt D. in zahl- 
reichen einzelheiten zu, bleibt aber dem hauptergebnis gegenüber, 
daß sich die Stellung des verbums im hauptsatze durch die ton- 
verhältnisse verschoben habe, zweifelnd, -f- 0. Gröger, Ahd, und 
as. kompositionsfuge (Jsb. 1911,3,148): F. Kluge, ZfdWortf. 14, 
319 f. -f- Sam. Kroesch, Perceive, unterstand, think, know (Jsb. 
1911,3,155): Alfr. Götze, Litbl. 34,322 f. + R. Loewe, Germ. 
Sprachwissenschaft- (Jsb. 1912,3,195): G. Ehrismann, Litbl. 34, 
321. -j- M. Schönfeld, Wörterbuch der agerm. personennamen 
(Jsb. 1912,3,195): A. Lütjens, LitRundschau 39,430 f.; A. Hoff- 
mann-Kutschke, DE. 12,130; D. von Kralik, AfdA. 36,1—16. 
-j- H. Schröder, Ablautstudien (Jsb. 1911,3,204): K. Gunter- 
mann, ZfdPh. 44,485 f. 

B. Allgemeine und Tergleichende literaturgeschichte. 

166. A. Bartels, Einführung in die Weltliteratur (von den 
ältesten zeiten bis zur gegenwart) im anschluß an das leben und 
schaffen Goethes. I. VIII, 916 s. II. 813 s. III. 890 s. Mün- 
chen, Callwey. 1913. 21 m; geb. 26 m. — der im titel bezeich- 
neten eigenartigen und geistvollen anläge entsprechend legt vf. das 
leben Goethes zugrunde und reiht in dieses die literaturen der 
kulturvölker, wie sie auf Goethe einfluß gewannen, ein, natürlich nicht 
auf die von Goethe selbst bezeugten erscheinungen beschränkt, 
sondern an der geeigneten stelle die betreffenden literaturen im 



III. B. Allgemeine und vergleichende literaturgescliichte. 79 

zusammenhange behandelnd. 'Goethes frühzeit' läßt ihn mit der 
'herrschaft der französischen klassik' beginnen und die italienische, 
englische und deutsche literatur dieser epoche, zugleich auch die 
römische behandeln. 'Goethes Jugendblüte' führt zur 'volks- und 
naturpoesie' und zum stürm und drang, wobei mit der bibel die 
sumerisch-akkudische, ägyptische u. a. altorientalische literatur 
verbunden, ferner Homer und die griechische dichtung (außer den 
dramen), dann keltische und altgermanische nebst Volksliedern und 
Volksmärchen, Shakespeare und das englische drama, der englische 
roman des 18. jahrhs. und die befreiung von Frankreich darge- 
stellt werden (1. band). — der zweite band bringt 'Goethes mannes- 
alter' und behandelt hier 'klassik und romantik', nämlich Schiller 
und die andern deutschen Zeitgenossen, das griechische drama, die 
deutsche romantik, Dante und die ältere italienische literatur, die 
klassische, spanische und portugiesische literatur und die dichtung 
des mittelalters. 'Goethes alter' endlich nimmt den dritten band 
ein und zieht dem weltinteresse des alternden dichters entsprechend, 
noch einmal alle kulturnationen und zwar in ihren neueren er- 
zeugnissen bis zur gegenwart in den gesichtskreis, die orien- 
talische, englische, italienische, spanische, portugiesische, fran- 
zösische, deutsche, nordische und sonst germanische, slawische, und 
ein Schlußkapitel (s. 706 — 767) zeichnet die 'gesetze der literatur- 
entwicklung' nach Inhalt und form, jeder band enthält außerdem 
ausführliche literaturangaben und der dritte ein sorgfältiges re- 
gister (s, 811 — 890). — so geistreich die idee ist, so muß doch 
gesagt werden, daß ihre ausführung die Verbindung mit Goethes 
leben doch nur äußerlich herstellt, einen mittel- und Sammelpunkt 
in Goethe herauszuarbeiten, was man erwartet, ist nicht gelungen, 
vielleicht auch gar nicht beabsichtigt, auch das schlußkapitel ist 
eine ganz unabhängige, für sich stehende abhandlung. 

167. C. Busse, Geschichte der Weltliteratur, 2. bd. Biele- 
feld, Velhagen & Klasing. — bespr. von R. F. Arnold, LE. 15, 
870—871; von H. Spiero, Grenzboten 1913,486 — 487; von 
H. Legband, AKultG. 10,485 — 486 im Verhältnis zu Hauser 
(s. 1912,3,208), dem etwas zu einseitige Germanenverherrlichung 
eigne, während Busse den kulturellen Strömungen besser gerecht 
werde. 

168. L. Ernst, Floire und Blantscheflur. Studie zur ver- 
gleichenden literaturwissenschaft. Straßburg, Trübner. 1912. (Quellen 
und forschungen h. 118.) der erste teil als Straßburger disser- 
tation. — nach Cbl. 64,1178 — 1179 eine verdienstliche beleuchtung 
und Sichtung der vorhandenen literatur. 

169. K. Holtermann, Kurze geschichte der Weltliteratur, 
mit 82 bildern. Ereiburg i, Br., Herder. 1912. XVI,480 s. geb. 



80 III- -A-llg. Sprachwissenschaft u. allg. vergl. literaturgeschichte. 

6,20 m. — das buch macht auf wissenschaftliche bedeutung keinen 
anspruch, sondern ist als 'geschenkwerk' den gebildeten aller stände 
gewidmet, die literaturen der kulturvölker des erdkreises von den 
anfangen bis heute werden nacheinander in ihren wichtigsten er- 
scheinungen mit Inhaltsangaben und einleitenden bemerkungen, 
soweit es eben auf so engem räume möglich ist (die deutsche lite- 
ratur bis 1500 umfaßt 20 Seiten) ansprechend dargestellt. — angez. 
BZfRw. 21,164 von Ebner, ZfRw. 28,611—612 von B.Richter, 
ZfBücherfr. n. f, 5, Beibl. 311 — 312 (wenig befriedigend). 

170. P. Wiegler, Geschichte der Weltliteratur. dichtung 
fremder Völker. mit zahlreichen abbildungen. Berlin, Ullstein. 
Xir,499 s. 6 m. 

171. 0. Walzel, Leben, erleben und dichten, ein versuch. 
Leipzig, Haessel. 67 s. 1,20 m. — war nicht zugänglich. 

172. A. Lütjens, Herzog Friedrich von der Normandie. 
ein beitrag zur geschichte der deutschen und schwedischen lite- 
ratur des mittelalters. (Münch. archiv f. philol. d. mittelalters und 
der renaiss. h. 2.) München, Callwey. 1912. — bespr. v. G. Neckel, 
LitRundschau 39,480—481. 

173. J. F. Henderson, The ballad in literature. (The Cam- 
bridge manuals of science and literature.) Cambridge, University 
Press 1912. VIII,128 s. — nach Fr. Gschwind, Anglia beibl. 
24,366 — 367 nur wiedergäbe vorhandener theorien. 

174. L. Brandl, Vordefoesche Robinsonaden in der Welt- 
literatur. GRMon. 5,233 — 261. — als Vorläufer werden u. a. 
Odysee, Philoctet und Hagen bei den Greifen im Gudrunliede be- 
trachtet, als erzählungsmotiv in weiterem umfange tritt die Robin- 
sonade erst in berichten über die großen entdeckungsfahrten im 
16. und 17. jahrh. auf, aber noch nicht selbständig und nur als 
abenteuer; erst Defoe macht sie zum selbständigen dichterischen 
motive. 

175. H. Keiter und T. Kellen, Der roman. theorie und 
technik des romans und der erzählenden dichtung, nebst einer 
geschichtlichen einleitung. 4. aufl. Essen, Fredebeul u. Koenen. 
1912. — bespr. von E. Ackerknecht, LE. 15,1302—1303. 

176. H. Maync, Die methoden der literaturwissenschaft. 
Internat, monatsschr. 8,306 — 316. 

177. J. Petersen, Literaturgeschichte und philologie. GRMon. 
5,625 — 640. — beleuchtet die untrennbarkeit beider disziplinen, 
und zwar in ihrem ganzen umfange, und verwirft willkürliche 
zeitliche Scheidung in alte und neue zeit, richtig verstanden sind 
beide identisch. 



III. B. Allgemeine und vergleichende literaturgeschichte. 81 

178. H. V. Routh, The future of comparative literature. 
MLR. 8,1—14. 

179. M. B. Ogle, Classical literary tradition in early german 
and romance literature. MLN. 27,233 — 242. — beleuchtet die 
anlehnung besonders der mhd. dichtung in ihrer phraseologie an 
die lateinische und griechi-^che dichtung. 

180. J. Bailey, Poets and poetry. Oxford, Clarendon press. 
1911. — bespr. von Helen Darbishire, MLR. 8,113—115. 

181. A. Fairchild, The making of poetry. a critical study 
of its nature and value. New York, Putnam, 1912. VII,263 s. — 
nach Er. Gschwind, Anglia beibl. 24,246 — 248. ist der leit- 
gedanke, daß poesie ausdruck der persönlichkeit ist ('poetry is a 
form of self-realisation'). vgl. Grace E. Hadow, MLR. 8,213 — 215. 

182. Besprechugen früher angezeigter werke: 1. A. Baum- 
gartner, Geschichte der Weltliteratur, ergänzungsband. Freiburg, 
Herder. Jsb. 1912,3,202. AKultG. 10,484—485 von H. Leg- 
band, der die einseitigkeit beleuchtet; vgl. Hist. jb. 34,199 von 
Reinhard. 2. Br. Busse, Das drama. Leipzig, Teubner. 1911, 
3,211. vgl. 1912,3,201: AKultG. 10,494— 495 von H. Legband, 
der die kulturgeschichtlichen beziehungen des werks in der be- 
tonung des nationalen als treibende kraft hervorhebt. 3. W. Creize- 
nach, Geschichte des neueren dramas. 2. aufl. Halle, Niemeyer. 
1912,5,61: Allg. litbl. 22,655—656 von J. Spengler; AKultG. 
H. Legband (über den kulturgeschichtlichen wert des mal. dramas. 
4. W. Dilthey, Das erlebnis und die dichtung. 3. aufl. Leipzig, 
Teubner. 1910,3,229. Litbl. 34,1 von W. Moog. 5. E. Elster, 
Prinzipien der literarischen Wissenschaft. 1897,6,18 und 1911, 
3,195: ZfdPh. 45,71 — 73 von A. Biese, der die breitere philo- 
sophisch-ästhetische grundlegung der begriffe vermißt und die Um- 
wandlung der anläge charakterisiert. 6. 0. Hauser, Weltge- 
schichte der literatur. 1910,3,229; 1911,3,208: AKultG. 10, 
485 — 486 von H. Legband, der das Verhältnis zu Busse (s. nr. 2) 
beleuchtet und diesem den vorzuggibt. vgl. Cbl. 64,374. 7. B. Riesen- 
feld, Heinrich v. Ofterdingen in der deutschen literatur. Berlin, 
Meyeru. Müller. 1911,3,210; vgl. 1912,7,26: JEGPhil. 12,304—310 
von Wiekr (inhalt ausführlich beleuchtet); Cbl. 64 889—891 von 
W. Richter (philologisch unzureichend); vgl. v. Unwerth, DLz. 
34,2210 — 2211 (inhalt mit einigen ergänzungen). 

Gotthold Boetticher. 



Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 



82 IV. Gotisch. 

IV. Gotisch. 

A. Textausgaben. — B. Grammatik und Wortforschung. 

A. Textausgaben. 

1. Stamm-Heyne's Ulfilas oder die uns erhaltenen denk- 
maler der gotischen spräche, text, grammatik, Wörterbuch, neu 
hrsg. von F. Wrede. 12. aufl. Paderborn, Ferd. Schöningh. 1913. 
XXVI u. 493 s. — der text der neuen aufläge weist manchen 
neugewiun auf: er enthält das Gießener Lucas-fragment (vgl. Jsb. 
1910,4,1), ferner die neuen lesungen der ambrosianischen hss. 
durch W. Braun aus Streitbergs got. bibel (vgl. Jsb. 1908,3,2), 
die Wrede in den text aufnimmt, während die älteren Uppström- 
schen lesungen in die anmerkungen verwiesen, aber nicht durch- 
weg verworfen werden, auch die grammatik und das Wörterbuch 
sind mit rücksicht auf die forschungen der letzten jähre verbessert 
worden, mancherlei nachtrage könnten bei einer künftigen auf- 
läge noch angebracht werden; so fehlt s. XXI bei den got. runen- 
inschriften der hinweis auf E,. Loewe's einleuchtende deutung 
von gutanio tvi hailag (Idg. forsch. 26,203 — 208; vgl. Jsb. 1909, 
26,17). in der grammatik wäre außer dem hinweis auf B raune's 
got. gramm. doch die angäbe der wichtigsten literatur erwünscht. 

2. E. Mayr, Die gotische bibel I, Matthäus. (Münchener 
texte, hrsg. von Fr. Wilhelm, heft V.) München, G. D. W. 
Callwey. 1913. 32 s. — die ausgäbe bietet den überlieferten text 
mit den Varianten sowie ein kleines Wörterbuch, das vergleiche 
mit dem ahd., gelegentlich auch etymologische hinweise gewährt. 

3. E. Mayr, Die Skeireins. (Münchener texte, hrsg. von 
Fr. Wilhelm, heft XIII.) München, G. D. W. Callwey. 1913. 
17 8. — bietet eine textausgabe mit knappen literaturangaben 
und ein Wörterbuch, das für anfänger recht geeignet ist. 

B. Grammatik und Trortforschung. 

4. E. Mayr, Paradigmen zur gotischen grammatik. (Münchener 
texte, hrsg. von Fr. Wilhelm, erg.-reihe I.) München, G. D. 
W. Callwey. 1913. 23 s. — knappe Zusammenstellung der para- 
digmen ohne jegliche erläuterung. 

5. C. Rollfuß, Wulfilas Schriftsprache, ein beitrag zur ge- 
schichte des Gotischen. Jsb. des Wettiner gymn. zu Dresden. 
1912/13. Dresden, B. G. Teubner. 1913. 23 s. — der titel der 
Bchrift entspricht nicht dem inhalt, der von dem Wulfilanischen 
aiphabet und der runenschrift handelt, auch die entwicklung des 



rV. Grammatik und Wortforschung. 83 

griechischen alphabets aus dem semitischen berücksichtigt, das 
gotische aiphabet wurde nach vf. im 8. jahrh, v. Chr. aus dem west- 
griechischen aiphabet übernommen; die runen sind ebenfalls daher 
entlehnt, die Speerspitze von Kowel stammt aus dem 4. jahrh. 
(vielleicht sogar aus dem 3. jahrh.) v. Chr. wissenschaftlich un- 
haltbar. — bespr. von S. Feist, DLz. 34,1316—1317. 

6. W. Braun, Ein satzphonetisches gesetz des Grotischen 
mit vorwiegender rücksicht auf die Codices Ambrosiani. GRMon. 
5,367 — 391. — 'in den Codices Ambrosiani (sowohl in den bibel- 
handschriften wie auch in der Skeireins) spielt die rücksicht auf 
den Satz und seine gliederung eine hervorragende rolle.' die got. 
hss. trennen die zeilen nach dem sinne ab; die einteilung war für 
den lebendigen Vortrag geschaffen, vf. verfolgt diese einteilung 
in kola in des Codices A, B, C, D, ebenso die spuren, die die satz- 
gliederung in phonetischer beziehung hinterlassen hat, in der assi- 
milation wortauslautender konsonanten an wortanlautende und im 
Wechsel von s, f, p mit 2, Tt, d im wortauslaut. vf. verfolgt ferner 
die behandlung dieser got. lautgesetze in der einschlägigen literatur, 
ihre erklärungsversuche und die polemik der forscher, er zeigt, 
daß der Übergang von stimmlosen zu stimmhaften Spiranten in 
den Codices Ambrosiani innerhalb der kola stattfindet (bis auf 
wenige) und letztere daher als inlaute zu betrachten sind, die 
paläographie bietet also eine bestätigung des Sievers'schen ge- 
setzes, das vf. so formuliert: 'vor stimmhaftem anlaut bleiben 
innerhalb eines Satzteiles (kolons) die ursprünglich stimmhaften 
Spiranten des wortauslauts erhalten.' 

7. E. Dickhoff, Der unterschied im gebrauch von gotisch 
uns und unsis. ZfdA. 54,466 — 474. — es werden alle stellen, wo 
die beiden formen vorkommen, rubriziert, sie wechseln nach dem 
rhythmisch-stilistischen prinzip, daß unsis vorwiegend in der pausa 
steht (21 von 32 fällen), in den evangelien herrscht unsis auch 
sonst vor; uns wird aus rhythmischen oder rhetorischen gründen 
gewählt, in den episteln tritt unsis zurück, auch in der satzpausa, 
es überwiegt die form uns, nach gihan steht unsis, weil der dativ 
unterstrichen werden soll; überhaupt wird es in gegensätzlicher 
oder pointierter Stellung verwandt. 

8. A. Anscombe, Gutpiuda: the folk-name of the Gotha. 
NQ. 11. Serie, nr. 7,302 — 303. — wissenschaftlich unhaltbar. 

9. 0. Hujer, Gotsk^ pus, puk. ÖMF. 3,223—225. — sieht 
im gegensatz zur allgemeinen annähme in pus, puk neben gemein- 
germ. *pis, *pik keine neubildung des gotischen nach dem nomi- 
nativ pu, sondern mit rücksicht auf altind. tübhyam eine vorgerm. 
bildung. 

6* 



84 IV. Gotisch. 

10. K. Bruginann, Got. gen. plur. auf -e. Idg. forsch. 
33,272 — 284. — vf. sieht im got. gen. plur. auf -e einen nom. 
akk. sing, neutr. einer sekundären adjektivbildung mit suffix *-ejom; 
&\^o harne 'der kinder' bedeute eig. 'kindliches', den ausgangs- 
punkt bildeten Wendungen wie jali ni was im barne (Luk. 1,7) oder 
all bagme. bildungen auf *ejom sind innerhalb des germ. noch im 
nord. vertreten, z. b. in der Wendung HroRaR HroReR 'Hrorar, 
söhn des Hrorar', wie griech. Zevg Kgöviog. Br. gibt eine morpho- 
logische erklärung der form, stellt aber zum Schluß seine erklärung 
nur als möglichkeit, nicht als sicher hin. 

11. K. Brugmann, Got. usstagg. Idg. forsch. 32,180 und 
33,284 — 285. — nicht in usstigg (wie Streitberg u. a. wollen) zu 
ändern, sondern mit v. Grienberger als solches zu lassen, got. 
staggan verhält sich zu ae. stingan, wie ahd. walzan zu aisl. velta 
u. dgl., ist also ein präsens der kategorie gaggan. 

12. H. Jacobsohn, Got. oöfs(lat.ueZ). ZfvglSpr. 45,342— 348. 

— got. ögs mit J. Schmidt, Zs. 29,290 als konj. perf. aufzu- 
fassen, weil ein verbum des fürchtens überwiegend mit der nega- 
tion: ni ögs 'fürchte dich nicht' gebraucht wird, so auch ahd. 
ni curi 'noli'. 

13. Fr. K auf f mann. Got. öraw^air^i. Idg. forsch. 31,321 — 322. 

— das wort ist nicht mit dem adj. wair^s, sondern mit dem subst. 
zcairp in Verbindung zu setzen; es bedeutet als kollektivbildung 
zunächst eine anzahl von Wertgegenständen: 'geld', dann 'friedens- 
geld', endlich 'frieden' (vgl. Tacitus, Germania, c. 21). umgekehrt 
heißt das friedensgeld in den späteren germ. volksrechten: frediis 
'friede'. 

14. W. Streitberg, Gotica. Idg. forsch. 31,323—334. — 
1. sabbatö. in ergänzung zu W. Schulze, griech. lehnworte im 
gotischen (vgl. Jsb. 1905,3,7) führt vf. aus: sing. nom. subbatö dags 
erscheint nicht im got., sondern nur sabbatö; der gen. hat immer, 
der dat. zuweilen den zusatz dagis, claga(m), der sich nicht in der 
griech. vorläge findet, der zusatz ist an allen in betracht kommen- 
den stellen unentbehrlich, damit die grammatische konstruktion 
dem leser klar werde, wo das durch andere zusätze (pronomina) 
der fall ist, fehlt dags. an den beiden scheinbar widersprechenden 
stellen (Luk. 6,5 und 6,6) ist daga aus satzmelodischen gründen 
als interpolation aufzufassen, 2, Aheileni (Luk. 3,1) ist in *Äbeilenes 
bzw. '^'Äbeilen(e)is zu bessern. 3. gadaila 'genösse' wird mit dem 
dativ der person und dem genetiv der sache verbunden. 

15. K. Brugmann, Got. uh, -h. Idg. forsch. 33,173—180. 

— got, -h = lat. que, altind, ca; uh für zu erwartendes aüh unter 
an alogischem einfluß der partikel u (wie nih neben ni). aü oder ai 



V. A. Grammatik. 85 

findet sich vor auslautendem h überhaupt nicht; es ist ]>duh, nduh 
zu lesen. 

16. 0. riebiger, Zur erklärung des Ulfilasstempels. Beitr. 
38,664 — 565. — nachtrag zu der von R. Henning (ZfdA. 49, 
146 — i54j vgl. Jsb. 1907,3,15) behandelten Inschrift des sog. 
Ulfilasstempels: OYPOIAA OPHTIKOY. das letzte wort ist als 
oQeiTiKOv zu deuten, also 'eines, der zu den ogelrai^ den berg- 
bewohnern, gehört. diese Goten wohnten in der gegend von 
Nicopolis, dem heutigen Stari Nikup an der Russica in den vor- 
bergen des Balkan (vgl. Jordanes, Getica, LI,267). 

Sigmund Feist. 



V. Deutsch in seiner gesamtentwicklung. 

A. Grammatik. — B. Metrik. — C. Literaturgeschichte. 

A. Grammatik. 

1. Fr. Kauf f mann, Deutsche grammatik. kurzgefaßte laut- 
■and formenlehre des Gotischen, Alt-, Mittel- und Neuhochdeutschen. 
6. aufl. Marburg, N. G. Elwert. 1913. VIII u. 122 s. — die 
neue aufläge weist keine wesentlichen Veränderungen gegenüber 
der vorangehenden (vgl. Jsb. 1909,5A,2) auf, außer daß die lite- 
raturangaben bis 1912 nachgetragen sind, wobei auch den vom 
ref. a. a. o. ausgesprochenen wünschen rechnung getragen ist. 

2. Fr. Kluge, Abriß der deutschen wortbildungslehre. (Samm- 
lung kurzer grammatiken germanischer dialekte, hrsg. von W. Br aun e. 
C. abrisse nr. 4.) — Halle a. S., Max Niemeyer. 1913. 68 s. — 
vf. behandelt den stoff in 11 kapiteln: I. Zeitwörter. II. Verbal- 
abstrakta. III. Nominalabstrakta. IV. Kollektiva. V. Diminutiva. 
VI. Personalia. VII. Dingbezeichnungen. VIII. Adjektiva. IX. Ad- 
verbia. X. Präfixe. XI. Zusammensetzungen, berücksichtigt wird 
die entwicklung von der ahd. bis zur nhd. zeit. — bespr. v. F. P., 
Rev. germ. 9,507. 

3. G. A. Klaren, Die bedeutungsentwicklung von können, 
mögen und müseen im Hochdeutschen, diss. Lund 1913. — vf. 
verfolgt die entwicklung der drei verben in selbständiger an- 
wendung und als hilfsverben mit ihren verschiedenen bedeutungs- 
nuancen im ahd., mhd. und nhd. das deutsch des vf.s ist zwar 
im Stil etwas gezwungen, aber sonst einwandfrei, merkwürdiger- 
weise ist auf 8. 24 eine schwedische Überschrift stehen geblieben: 
mögen med können, s. 39, zeile 15 steht zeit statt seit, am schluß 
der verdienstlichen arbeit gibt vf. einen chronologischen überblick 
der von ihm ermittelten entwicklung der drei verben. 



86 ^' Deutsch in seiner gesamtentwicklung. 

4. Schon in früheren Jahrgängen besprochen: 1. L. Sütter- 
lin, Die deutsche spräche der gegenwart. 3. aufl. (vgl. Jsb. 
1910,5A,1); bespr. BZfRw. 21,148—149. — 2. 0. Behaghel, 
Die deutsche spräche. 5. aufl. (vgl. Jsb. 1911,5A,3); bespr. von 
A. Becker, BiGw. 48,138. — 3. 0. Herdel, Oberdeutsch und 
Niederdeutsch (vgl. Jsb. 1911,5A,4); bespr. von Weber, BZfRw. 
21,153—154. — 4. F. Sohns, Wort und sinn (vgl. Jsb. 1911, 
6A,5); bespr. von A. Becker, BfGw. 48,138. — 5. L. 8ütterlin, 
Deutsche spräche der gegenwart (vgl. Jsb. 1 910,5 A,l); bespr. von 
Höh b ach, Kbh f. höh. schulen Württ. 20,450— 453. —6. J. Stärk, 
Stud. z, gesch. d. rückumlauts (vgl. Jsb. 1912,5,11); bespr. von 
V. Moser, ZfdPh. 45,319—323. 

Sigmund Feist. 

B. Metrik. 

5. J. B. Beck, Dire und chanter, singen und sagen als 
einzelbegriffe und als formein. philologische und psychologische 
bemerkungen über spräche, dichtung und musik. Zs. f. franz. spr. 
u. lit. 41,137 — 166. — gelegentlich einer eingehenden in der 
hauptsache ablehnenden besprechung von Thuraus buch über singen 
und sagen (vgl. Jsb. 1912,5,52) macht B. wertvolle ausführungen 
über terminologie und methode der forschung, über kunst- und 
Volksdichtung, über beziehung von text und komposition, über 
verschiedenartige gehörsbildung in der Jugend durch die tonal und 
rhythmisch verschiedene ästhetik des gregorianischen gesanges 
bzw. des evangelischen chorals u. a. 

6. G. Panconcelli-Calcia, Über Sprachmelodie nach dem 
heutigen stände der forschung. NSpr. 20,589 — 596. 

7. W. Reich el, Die gesetze des satztones und seine be- 
zeichnung im lesebuche. Lehrproben und lehrgänge 114,56 — 72. 
— der aufsatz versucht, durch vergleichende Verarbeitung der 
forschungen von Behaghel und Minor für den satzton eine grund- 
lage der Verständigung zu schaffen. 

8. P. Habermann, Metrik. Jb. f. n. d. litgesch. 1912/13, 
135—138; 667—672. 

9. C. A. Ruckmich, A bibliography of rhythm. AJPsych. 
24,508—520. 

10. Gh. W. Cobb, A scientific base for metrics. MLN. 
28,142—145. 

11. W. Leyhausen, Über die ästhetische bedeutung der 
von Rutz aufgestellten theorie in stimme und spräche. Archiv f. 
d. gesamte psychol. 30, heft 3 u. 4 (literaturbericht). — Ley- 
hausen sucht die psychologischen grundlagen der Rutzschen theorie 
daraulegen und erledigt seine aufgäbe mit strenger Objektivität in 



V. B. Metrik. 87 

ausführlicher und eindringender Untersuchung, er hat mancherlei 
an Rutzens Schriften auszusetzen, erkennt aber an, daß den theorien 
ein echter kern zugrunde liege in den tatsachen der rümpf muskel- 
einstellung, in ihrer unwillkürlichen Veränderung bei verschieden- 
artigen psychischen zuständen des individuums sowie in der will- 
kürlichen Veränderungsmöglichkeit, wenn es gilt, sich ihrer als 
ausdrucksmittel zu bedienen, diese tatsachen von höchster Wichtig- 
keit beobachtet und in ihrer bedeutung klar erkannt zu haben, sei 
Rutzens unzweifelhaftes verdienst. 

12. E. M. V. Hornbostel, Melodie und skala. Jahrbuch 
der musikbibl. Peters 19,11—23. 

13. H. Zwaardemaker, Über den dynamischen silben- 
akzent. Vox 23,7—21; 273—291. 

14. E. Classen, On vowel alliteration in the germanic 
languages. (= Univ. Manchester Publ. 1.) Manchester, Sheratt a. 
Hughes. XI,91 s. 

15. E. Waiblinger, Systematisch-pädagogische einführung 
in das Studium der tonhöhe. Vox 23,209 — 230. — W. stellt zu- 
nächst das afrikanische, dann das europäische System dar. die 
afrikanischen sprachen sollen danach tonhöhe und klangfarbe in 
einen komplex verschmelzen, für das deutsche soll nach den nicht 
immer ganz klaren ausführungen des vf.s die große der Intervalle 
nur nebensächliche bedeutung haben, in der hauptsache komme 
es an auf die drei verschieden starken Spannungsverhältnisse: 
hochton-mittelton, mittelton-tiefton, hochton-tiefton. 

16. M. V. Kobilinski, Rhythmische Untersuchungen zur 
nhd. metrik. progr. Brieg. 31 s. 

17. Th. Fitzhugh, Indoeuropean rhythm. Charlottesville, 
Anderson Brothers. 1913. 8^. 201 s. Bulletin of the school of 
latin nr. 7. University of Virginia. 

18. H. Conrad, Ein neuer deutscher dramenvers. Preuß. 
Jahrbücher 152,56 — 72. — C. tritt mit nachdruck für eine Wieder- 
belebung des alten deutschen vierhebers ein, der mit der Unge- 
zwungenheit seines ein-, zweisilbigen oder fehlenden auftaktes, 
seiner ein-, zweisilbigen oder fehlenden Senkung und seines männ- 
lichen oder weiblichen Schlusses das von natur der deutschen 
spräche und der deutschen seele angemessene gewand sei. 

19. C. A. Ruckmich, The role of kinaesthesis in the per- 
ception of rhythm. AJPsych. 24,305 — 359. — ausführlich bespr. 
von A. Kießling im Archiv f. ges. psych. 31,61 — 64. 

20. R. M. Meyer, Über reimfindung. LE. 15,1313—1321. 
— der aufsatz enthält wertvolle methodische ausführungen. 



88 V. Deutsch in seiner geeamtentwicklung. 

21. S. Mehring, Der dramatische knittelvers. LE. 16, 
228—236. 

22. L. Hettich, Der fünffüßige jambus in den dramen 
Goethes. Heidelberg, Winter. VIII,271. 8». (= Beit^ge zur 
neuern litgesch. n. f. bd. IV.) 

23. J. Tenner, Über versmelodie. Zs.f. ästhetik 8,247— 279; 
353 — 402. — T. untersucht das Verhältnis von ton- und vers- 
musik (versklang) und kommt zu dem ergebnis, daß für wesen 
und Charakter eines tonmusikalischen Stückes die tonhöhe und 
damit also die melodie das wichtigste element sei, daß in der 
Sprachmusik dagegen der klangfarbe die maßgebende rolle zufalle, 
die komposition des klangfarbenspiels als eines adaequaten aus- 
drucks der gefühls- und stimmungswerte der dichtung rühre vom 
dichter her, und der vortragende sei an die dem worttexte unver- 
lierbar anhaftende klangfarbenfolge gebunden, sie könne durch 
analyse der dichtung herausempfunden werden und müsse im künstle- 
risch-vollendeten Vortrag genau wiedergegeben werden. — was T. über 
die klangfarbe in der spräche sagt, ist durchaus richtig, aber keines- 
wegs neu. Fr. Saran ist sich schon vor langer zeit der bedeutung der 
klangfarbe im sprachklang für den gehörseindruck und ihrer festen 
Verbindung mit dem text bewußt geworden; er hat sogar versucht, 
den sprachklang einer dichtung mangels anderer ausdrucksmöglich- 
keit durch vergleich mit dem klang von orchesterinstrumenten (flöte, 
klarinette, trompete und deren mischungen) annähernd zu bestimmen, 
den übrigen ergebnissen von T.s Untersuchung betreffs der klang- 
farbe in der musik und der versmelodie in der dichtung kann ich 
nicht zustimmen, in der musik spielt gerade die klangfarbe neben 
der melodie eine außerordentlich wichtige rolle, man braucht nur 
an R. Wagners klanglich verschiedene Wiederholung derselben 
motive zum ausdruck der mannigfaltigsten Stimmungen zu denken, 
andererseits darf man nicht beim versklang einer theorie zuliebe 
die melodie ganz ausschalten wollen, ihr Vorhandensein und ihre 
bedeutung neben der klangfarbe kann hier mit wenigen werten 
allerdings nicht gezeigt werden. 

24. A. Heusler, Gedanken über vers und prosa. referat 
über einen Vortrag. Zs. f. ästhetik 8,395 — 397. 

25. F. Herholtz, Das fremdwort im reim. ZSprV. 28, 
168—170. 

26. H. Paulussen, Rhythmik und technik des sechsfüßigen 
Jambus im Deutschen und im Englischen. (BoStud. heft IX.) 
Bonn 1913. IV,86 s. 2,80 m. 

27. Joh. Wittmann, Über die rußenden flammen und ihre 
Verwendung zu vokal- und sprachmelodieuntersuchungen. 60 s. 



V. B. Metrik. 89 

mit 17 textfiguren und 2 tafeln, diss. Kiel 1913. (auch im 
Archiv f. ges. psychol. 29,389-449.) 

28. Kosta Todoroff , Beiträge zur lehre von der beziehung 
zwischen text und komposition. 43 s. diss. Würzburg 1913. 
(auch in der Zs. f. psychol. 63,401 — 441.) — zahlreiche schwer- 
wiegende methodische einwände gegen diese arbeit hat F. Seifert 
in seiner ausführlichen besprechung (Archiv f. ges. psychol. 30, 
Literaturbericht s. 74 — 79) erhoben, mit dem ich ganz überein- 
stimme und auf dessen ausführungen ich daher verweise. 

29. 0. Stückrath, Rhythmisches zersingen von Volksliedern. 
ZfVk. 23,75—80. 

30. A. Matschnig, Das enjambement im Französischen und 
Deutschen, programm des staats-realgymnasiums Villach. XX s. 
8**. Klagenfurt, F. v. Kleinmayr. Im. — nach M.s ausführungen 
ist enjambement anzunehmen, wenn am ende des verses unbedingt 
keine sprechpause gemacht werden kann, M. scheidet dabei 
leichtes und schweres enjambement nach dem syntaktischen Zu- 
sammenhang der beiden verszeilen. die arbeit enthält u. a. gute 
bemerkungen über das lautmalende enjambement und über die ver- 
schiedene ästhetische Wirkung des enjambements in gereimten und 
reimlosen versen. 

31. Ad. Mayer, Zur psychologie des reimgefühls. Die 
kultur 14,449—454. 

32. K. Kunz, Der fünffüßige jambus bei Uhland. diss. 
Tübingen. 84 s. 8°. 

33. Br. Petermann, Der streit um vers und prosa in der 
französischen literatur des 18. Jahrhunderts. Halle a. S. IX,90 s. 
8°. 2,80 m. 

34. G. Lote, La declamation du vers fran9ais k la fin du 
XVIIe siecle. Rev. de phonetique 1913,313—363. 

35. G. Lote, La cesure dans l'alexandrine fran^ais. Rev. 
de phonetique 1913. 

36. M. Grammont, Le vers franpais. ses moyens d'ex- 
pression, son harmonie. 2e edition refondue et augmentee. Paris, 
Champion. 8''. 510 s. 

37. H. Heiß, Die entstehung des romantischen trimeters. 
Archiv 130,356—377; 131,125—143; 384—411. 

38. K. Spitteler, Über die tiefere bedeutung von vers und 
reim. Kunstwart 26, heft 7,10—13. 

39. B. Ritter, Die metrische brechung in den werken Hart- 
manns v. Aue. diss. Halle. 83 s. — R. stellt die ergebnisse 
der bisherigen forschung seit Grimm über die metrische brechung 



90 V. Deutsch in seiner gesamtentwicklung. 

zusammen und scheidet dabei die Vertreter des metrischen und 
des syntaktischen Standpunktes. sodann erörtert er die an- 
schauungen Fr. Sarans, denen er sich anschließt, und behandelt 
diö ästhetische Wirkung der reimbrechung und den französischen 
einfluß bei der brechungstechnik. schließlich legt er dar, wie 
bindung, lockerung, brechung und deren verschiedene formen und 
Stärkegrade unterschieden werden müssen, und nimmt auf grund 
dieser erkenntnisse die gesamten brechungserscheinungen in den 
werken Hartmanns statistisch genau auf. 

40. W. Schuster, Metrische Untersuchungen zu Christian 
Hofman von Hofmanswaldau. diss. Kiel. 187 s. — nach Sch.s 
Untersuchungen hat sich H. eng an die verstheoretiker seiner zeit 
angeschlossen, trotzdem aber einen biegsamen und klangvollen vera 
gebildet, die umfangreiche arbeit enthält im einzelnen viele treff- 
liche beobachtungen. 

41. Sturterand, Zum reimgebrauch Otfrieds. MLN. 28. 

42. K. Meyer, Über die älteste irische dichtung. I. Rhyth- 
misch-alliterierende reimstrophen. 61s. II. Rhythmisch-alliterierende 
reimlose Strophen. 40 s. Abhandl. der Berliner akad., phil.-hist. 
klasse 1913, nr. 6 u. nr. 10. 

43. G. Berndt, Die reime im 'König Roth er', diss. Greifs- 
wald. 42 s. 8°. — die völlig wertlose arbeit wird durch die beiden 
letzten sätze der einleitung trefflich charakterisiert : 'mit der Zusammen- 
stellung der reime erhebt der vf. keinen höheren anspruch als 
darauf, die reime des gedichtes nach einer bestimmten regel ge- 
ordnet ZU haben, er würde das gesteckte ziel erreicht haben, 
wenn seine gruppierung als Vorarbeit über die spräche und den 
reimgebrauch des königs Rother dienste leisten könnte.' 

44. W. Meyer, Spanisches zur geschieh te der ältesten 
mittellateinischen rhythmik. Nachrichten der Göttinger ges. d. 
wiss., phil.-hist. klasse 1913,104 — 175. — in betracht kommen 
hauptsächlich die abschnitte über die entwicklung der mittel- 
lateinischen rhythmik und die beziehung zum gesungenen vers 
(s. 165—175). 

45. R. La V and, Les troubadours cantaliens. XII e — XIV e 
siecle. notes complementaires critique. Aurillac, impr. moderne. 
4,50 fr. 

46. G. Schünemann, Geschichte des dirigierens. Leipzig, 
Breitkopf u. Härtel. 8°. 8 m. — von bedeutung für die metrik 
und rhythmik sind hauptsächlich die kapitel I: Taktschlagen im 
altertum. II: Dirigieren des gregorianischen Chorals. III: Takt- 
schlagen in der mensuralmusik. IV: Im Zeitalter der renaissance. 

47. Br. Engelberg, Zur Stilistik der adjektiva in Otfrieds 
evangelienbuch und im Heliand, mit besonderer berücksichtigung 



V. B. Metrik. 91 

der psychologisch-rhythmischen merkmale und der beziehung zu 
den quellen im adjektivstil beider dichtungen. Halle. VII,158 s. 
— die arbeit enthält bemerkungen über stil und Vortragsart der 
beiden dichtungen. 

48. Fr. N. Scott, The order of words in certain rhythm- 
groups. MLN. 28,2.47—239. 

49. A. Tritschler, Zur ausspräche des Neuhochdeutschen 
im 18. Jahrhundert. Beitr. 38,373—458; abschnitt akzent: 378—389. 

50. K. Grunsky, Reim und musikalische form in den meister- 
eingern. Wagner-jahrbuch 5,138 — 187. 

51. C. Sachs, Die musikinstrumente der minneregel. Sammel- 
bände der Internat musikgesellschaft 14,484 — 486. 

52. Fr. Pogatscher, Zur entstehung des mhd. gedichtes 
vom könig Rother. Halle. IX und 78 s. 2,40 m. — P. unter- 
sucht mit feinem empfinden die rhythmisch-melodischen eigen- 
Bchaften des Rothertextes, um dann auf grund der einzelnen sich 
ergebenden Verschiedenheiten die ältere gestalt der dichtung wieder- 
herzustellen, das mit großem Scharfsinn geschriebene buch ist 
ein wertvoller beitrag für die textgeschichte des könig Rother; 
infolge seiner geschickten anläge bietet es zugleich die möglich- 
keit, sich in die art und weise der Sieversschen beobachtungen 
hineinzufinden und sich von ihrem werte zu überzeugen. 

53. R. M. Meyer, Tacitus und die Arminiuslieder. Hermes 
48,471—474. 

54. 0. L. Jiriczek, Die Arminiuslieder bei Tacitus. GRMon. 
VI, 19 14. heft 2. 

55. R. Reitzenstein, Das deutsche heldenlied des Tacitus. 
Hermes 48,268—272. 

56. R. Reitzenstein, Übersehenes. Hermes 48,619 — 623. 

57. F. Münzer, Zu dem nachruf des Tacitus auf Arminius. 
Hermes 48,617—619. 

58. K, Plenio, Strophik von Frauenlobs Marienieich. Beitr. 
39,291 — 319. — PL versucht, in dem seltsamen vershaufen erst 
einmal einen einigermaßen greifbaren auf bau nachzuweisen, darüber 
hinaus ist der aufsatz wichtig durch bemerkungen zur strophik 
der minnesinger, zum sogenannten fermatenreim und anderen fragen 
der rhythmik und metrik. 

59. W. Ehrentraut, Zu dem mhd. gedieht *vom himm- 
lischen Jerusalem', diss. Leipzig. 106 s. 8®. 

60. B. Q. Morgan, Zur form von himmel und hölle. Beitr. 
88,343 — 353. — das gedieht ist reicher an alliterationen, als es 
durch Zufall zu erklären ist. es finden sich außerdem darin typen 



92 ^- Deutsch in semer gesamtentwicklung. 

des alliterationsverses, deutliche spuren von Variationen, viele 
seltene worte und ahd. formen. M. möchte darum annehmen, 
daß hier eine alliterierende vorläge in prosa aufgelöst werden sollte. 

61. E. Juethe, Der rainnesänger Hiltbold von Schwangau. 
Vin,100 s. 8°. 3,60 m. German. abhandlungen heft 44. — 
die arbeit enthält nach einer selbstanzeige des vf.s ein kapitel 
über die metrik des minnesängers und die mhd. daktylen. es war 
im berichtsjahr nicht möglich, die abhandlung einzusehen. 

62. R. Priebsch, Ein ausspruch Gregors des großen in 
ahd. reimversen aus St. Maximin in Trier. Beitr. 38,338 — 343. 

63. E. Oppermann, Die versschlüsse der form ><><(><) 
im deutschen Rolandslied. diss. Greifswald. 64 s. 8**. — 0. hat 
68 sich vornehmlich zur aufgäbe gemacht, die rhythmische Seite 
der reimtechnik des deutschen Rolandsliedes zu untersuchen, er 
handelt zuerst darüber, wie er den vers des Rolandsliedes lesen 
will, und kommt in der hauptsache zu dem ergebnis, daß die 
verse bei männlichem reimwort mit vier hebungen, bei weiblichem 
ausgang mit drei und vier hebungen zu lesen sind. er stellt 
dann alle männlichen und weiblichen versschlüsse zusammen, 
scheidet sie in zwei gruppen, je nachdem die beiden rhythmischen 
akzente auf ein oder auf zwei Wörter fallen, und untersucht die 
Verteilung der reime auf die wortgruppen (komposita, Wörter mit 
ableitungssilben, eigennamen usw.). weiter betrachtet 0. die ver- 
\vendung der reimwörter durch den dichter, danach ist gleich- 
mäßigkeit der Schlüsse in metrischer beziehung nicht als ange- 
strebt zu bezeichnen, schließlich werden die durch die material- 
sammlung gewonnenen ergebnisse für das gedieht (akzent, ethos, 
tempo u. a.) verwertet, so daß die arbeit zugleich ein beitrag zur 
Verslehre der Übergangsperiode des 11. und 12. jahrhs. ist. 

64. H. Brodt, Meister Sigeher. VIII,121 s. Germanistische 
abhandlungen heft 42. — die arbeit enthält auf s. 29 — 38 in her- 
kömmlicher weise ein kapitel über verskunst. 

65. J. Wolf, Handbuch der notationskunde. I. teil, ton- 
schriften des altertums und des mittelalters. choral- und mensural- 
notation. Leipzig, Breitkopf u. Härtel. XII,488 s. 8*^. 10 m, 

66. K. Borinski, Antike versharmonik im mittelalter und 
in der renaissance. Philologus n. f. 25,139 — 158. 

67. P. Gereke, Textkritisches und metrisches zu den dich- 
tungen Konrads von Würzburg. III. Nachträge zum Engelhardt, 
beitrage zum silvester und zum schwanenritter. IV. Zum text des 
Alexis und Panthaleon. Beitr. 38,501 — 529. — die arbeit ent- 
hält viele metrische bemerkungen zu einzelnen stellen der ge- 
nannten werke, für den schwanenritter werden 4,2 ''/q auf taktloser 



V. B. Metrik. 93 

verse angenommen, so daß er sich in die zeit des Trojanerkrieges 
und des turniers vortrefflich einreihen würde. 

68. H. Riet seh, Gesänge von Frauenlob, Reinmar von 
Zweter und Alexander. Denkmäler der tonkunst in Österreich. 
XX. Jahrg. IL teil. bd. 41. XI,105 s. Leipzig, Breitkopf u. 
Härtel. 25 m. — bespr. Allg. musikzeitung 40,1558 (G. Schüne- 
mann). — diese für die metrik und musik der minnesänger außer- 
ordentlich bedeutsame Veröffentlichung enthält den abdruck und 
die Übertragung der Wiener minnesingerhandschrift nr. 2701; in der 
einleitung und im revisionsbericht gibt R. dazu sehr wertvolle aus- 
führliche metrische und melodische erörterungen über die lieder der 
minnesänger und erklärende bemerkungen zu den einzelnen liedern. 
es sei darauf hingewiesen, daß auch eine Übertragung von Walthers 
Palästinalied (vgl. Jsb. 1912,5,39 — 42) beigegeben ist. 

69. Besprechungen früher angezeigter werke: 1. P. Claus, 
Rhythmik und metrik in Sebastian Brants Narrenschiff. Straß- 
burg 1911 (vgl. Jsb. 1911,5,28): K.Helm, ZfdPh. 45,324— 325; 
r. P., Rev. germ. 9,105—106. — 2. M. C. Burchinal, H. Sachs 
and Goethe. Göttingen 1912 (vgl. Jsb. 1912,5,28): E. Feise, 
JEGPhil. 12,156—157. — 3. Fr. Stütz, Die technik der kurzen 
reimpaare des Pamphilus Gengenbach. Straßburg 1912 (vgl. Jsb. 
1912,5,46): R. Buchwald, Cbl. 65,105—106; P. Habermann, 
DLz. 85,805—807. — 4. H. Kleinstück, Die rhythmik der 
kurzen reimpaare bei B. Waldis. Leipzig 1910 (Jsb. 1911,5,15): 
G. Baesecke, AfdA. 36,147—152. — 5. R. Pischel, Der vers 
in Richard Wagners Ring des Nibelungen. Wien 1912 (vgl. Jsb. 
1912,5,53): R. Richter, ZfRw. 38,701—702. — 6. G. Thurau, 
Singen und sagen. Berlin 1912 (vgl. Jsb. 1912,5,52): -bh-, Cbl. 
64,1306; Leo Jordan, Litbl. 34,404—405; K. Glaser, DLz. 34, 
289 — 290; vgl. auch oben nr. 5. — 7. 0. Rutz, Musik, wort 
und körper als gemütsausdruck. Leipzig 1911 (vgl. Jsb. 1911,5,7): 
A. Guttmann, Zs. der Internat, musikgesellsch. 15,57 — 61. — 
8. E. Sie vers, Rhythmisch- melodische Studien. Heidelberg 1912 
(vgl. Jsb. 1912,5,19): R. Blümel, Anz. für indogerm. sprachen 
32,62 — 74. — 9. E. Felber, Die indische musik der vedischen 
zeit. Wien 1912 (vgl. Jsb. 1912,5,21): Kirste, Wiener zs. für 
die künde des Morgenlandes 27,217 — 224; J. Krohn, Zs. der 
Internat, musikgesellsch. 15,113 — 115. — 10. C. Rotter, Der 
schnaderhüpfl-rhythmus. Berlin 1912 (vgl. Jsb. 1912,5,27): A. We- 
binger, Cbl. 65,304—306; 0. Brenner, DLz. 34,1700—1702; 
R. Hohenemser, Zs. der Internat, musikgesellsch. 15,138 — 139; 
O. Stückrath, ZfVk. 23,426—427. — 11. E. Landry, La 
theorie du rhythme et le rhythme du fran9ais declame (vgl. Jsb. 
1912,5,24): E. Ergo, Zs. der internat. musikgesellsch 14,340—345. 



94 ^- Deutsch in seiner gesamtentwicklong. 

— 12. 0- Floeck, Die kanzone in der deutschen dichtung, 
Berlin 1910 (vgl. Jsb. 1910,6,19): E. Sulger-Gebing, Litbl. 34, 
271—273. — 13. Ph. Martinen, Les strophes. Paris 1912 (vgl. 
Jsb. 1912,5,25): Ph. Aug. Becker, Archiv 130,187—191. — 
14. R. de Souza, Du rhythme en fran9ais (vgl. Jsb. 1912,5,22): 
Ph. Aug. Becker, Litbl. 34,150. 

P. Habermann. 

C. Literaturgeschichte. 

70. W. Golther, Die deutsche dichtung im M. A. 800 — 1500. 
Stuttgart, Metzler. 1912. VIII,602 s. 6,75 m. — der erste band 
einer reihe, die unter dem titel 'Epochen der deutschen literatur' 
von Zeitler, unter mitwirkung von Golther, Reuschel, Witkowski, 
Petsch, Herzog herausgegeben wird. — lobend angez. Rev. germ. 
von F. Piquet, ZfBücherfr. n. f. 5, Beibl. 308—309 von C. Nock, 
der unter anerkennung zuverlässiger führung doch lebendige, zu- 
sammenhängende darstellung vermißt. Sokrates 1,121 — 122 von 
H. Anz. 

71. M. C. Weber, Priedr. Wilh. Webers Verhältnis zur 
altdeutschen dichtung. unter benutzung ungedruckten materials 
aus dem nachlasse des dichters dargestellt. Münster, Schöningh. 
Vin,56 s. 1,50 m. 

72. A. Bartels, Deutsches Schrifttum, betrachtungen und 
bemerkungen. Weimar, Selbstverlag, in lief. — war nicht zu- 
gänglich. 

73. A. W. Schlegel, Geschichte der deutschen spräche 
und poesie. Vorlesungen in Bonn seit dem Wintersemester 1818/19. 
hrsg. von Jos. Körner. [Deutsche literaturdenkmale des 18. u. 
19. jahrhs. 147.] Berlin-Steglitz, Behr. IV. XXXVIII,184 s. 
4,50 m. 

74. H. Röhl, Geschichte der deutschen dichtung. Leipzig 
u. Berlin, Teubner. X,317 .s. 2,50 m. — das buch erfüllt seinen 
zweck, die entwicklungslinie der deutschen literatur in ihren haupt- 
werken, die bleibende bedeutung haben, erkennen zu lassen, in 
anerkennenswerter weise, in gedrängter und doch flüssiger form 
wird das wesentliche geschickt herausgearbeitet und mit selbstän- 
digem urteil und einwandfreier Sachkenntnis — von einzelheiten 
abgesehen — dargestellt. 

75. J. Nadler, Literaturgeschichte der deutschen stamme 
und landschaften II. die neustämme von 1300, die altstämme von 
1600—1780. Regensburg, Habbel. 546 a. S^. — vgl. Jsb. 1912, 
5C,57. — die gruppierung 'neustämme' (d. h. die durch besiede- 



V. C. Literaturgeschichte. 95 

lung der slawischen gebiete entstandenen) und 'altstämme' ist für 
den gesichtspunkt des vf.s bezeichnend, die herleitung der lite- 
rarischen erzeugnisse aus den Charaktereigentümlichkeiten der 
Stämme in ihrer geschichtlichen Wandlung hat auch in diesem 
bände vielerlei konstruiertes und erzwungenes und ist in ihrer 
ungewohnten betrachtungsweise oft nur mühsam verständlich, 
dennoch wird das werk in seiner neuen, geistreichen art eine wert- 
volle bereicherung der literaturgeschichten bleiben, auch 14 bild- 
beilagen (titelblätter und Chodowieckische kupfer) — allerdings 
nichts neues oder besonderes — sind beigegeben, den schluß 
bilden vier ausführliche register: ein literaturverzeichnis zu jedem 
abschnitt des textes (s. 457 — 494), ein personenverzeichnis 
(s. 495 — 514), ein geographisches register (s. 515 — 525) und 
ein Sachregister, d. h. ein Verzeichnis der verarbeiteten literatur- 
denkmäler (s. 527—546). 

76. J. Brock, Hygins fabeln in der deutschen literatur. 
Quellenstudien und beitrage zur geschichte der deutschen literatur, 
München, Delphinverlag. XXIV,533 s. 40. 12 m.; geb. 14 m. — 
in einem überlangen Vorwort verbreitet sich vf. über die bedeutung 
der antike für unsere literatur und bildung, um dann nach einer 
skizze von Hygins leben und Schriften, dessen einfluß in der 
nordischen mythologie (dabei kritik der Buggeschen theorie) im 
mhd. gedieht 'der gürtel', bei Hans Sachs, Wieland, Lessing, 
Herder, Novalis, A, W. Schlegel, H. v. Kleist, Platen, Grill- 
parzer, Goethe (s. 171 — 434) und Schiller (s. 434 — 529) nachzu- 
weisen, alles sehr weitläufig unter berücksichtigung auch andrer 
einflüsse — bei Goethe, besonders Hedrichs mythologisches lexikon 
— manches gesucht, aber das ganze eine fundgrube für quellen- 
forschung und interpretation der betr. dichter, sowie einschlägiger 
literatur, die leider nicht übersichtlich verzeichnet ist. auch ein 
register fehlt oder eine genauere inhaltsangabe, was freilich wohl 
hier seine besondere Schwierigkeit hatte, aber doch kaum entbehrt 
werden kann. 

77. M. Pin es, Die geschichte der jüdisch-deutschen literatur. 
nach dem französischen original bearb. von Geo. Hecht. Leipzig, 
Engel. 1913. 255 s. 4,50 m.; geb. 5,50 m. — nach darlegung 
der entstehung der jüdisch-deutschen spräche in den slawischen 
ländern, in Böhmen, Polen und Lithauen und ihrer ausbreitung 
über Rußland werden die Schriftwerke in dieser spräche vom 
16. jahrh. an (religiöse, gelehrte, kunst- und volkspoetische) 
skizziert. 

78. F. Schultz, Geschichte der deutschen literatur. 2, aufl., 
neubearb. von K. Reuschel. Dresden, Ehlermann. 1911. — 
bespr. von H. Schurig, NJb. 32,380—381. 



90 V. Deutsch in seiner gesamtentwicklung. 

79. G. Brugier, Geschichte der deutschen literatur. 12. aufl. 
Freiburg, Herder. 1911. — bespr. von Ed. Stempfinger, BfGw. 
48,138 — 139, — unter hinweis auf die einseitigkeit des katho- 
lischen Standpunktes doch anerkennend. LitRundschau 39,290 — 291 
von J. Herter. 

80. P. Lev}', Geschichte des begriff es Volkslied. [Acta 
germanica, hrsg. v. Henning 7,3.] Berlin, Mayer u. Müller. 1911. 
IX, 198 s. — bogen 1 — 4 als Straßburger dissertation. — lehrreiche 
besprechung Litbl. 34,1 — 5 von A. Götze, s. 1911,17,1. 

81. A. Chuquet, Litterature allemande. Paris, Colin. 1913. 
485 s. 5 fr.; geb. 6,50 fr, — Chuquet gilt mit recht als der 
gegenwärtig beste kenner der deutschen literatur. seine deutsche 
literaturgeschichte, erschienen in der Sammlung von literatur- 
geschichten des Colinschen verlags, ist ein zeugnis dafür, sie 
dient populären zwecken, aber sie verrät überall die Vertrautheit 
des vf.s auch mit der wissenschaftlichen literatur, sowie objektives 
urteil und warmes Interesse für seinen gegenständ, immerhin 
hätte noch etwas mehr für die herausarbeitung der beziehungen 
zwischen den literarischen erscheinungen und der kulturgeschichte 
geschehen können, etwa bei jedem abschnitte in einleitenden Zeich- 
nungen der sozialen, wissenschaftlichen, ästhetischen, religiösen 
Strömungen der zeit, dann wäre wohl auch eine tiefere Würdigung, 
z. b. Wolframs und besonders Luthers, dessen eigentliches wesen, 
seine durch und durch religiöse natur, gar nicht erwähnt wird, 
gelungen, die durch den umfang gebotene kürze nötigte, besonders 
für die ältere zeit, auch mitunter zu allzugroßer ungenauigkeit; 
aber dennoch ist die geschicklichkeit präziser und inhaltreicher 
Zusammenfassung bemerkenswert. 

82. A. Bossert, Histoire de la litterature allemande. 4. 6d. 
revue et corrigee, Paris, Hachette. 1913. X,1156 s. 5 fr. — 
vgl. Jsb, 1908,5C,7. — bespr. von R. Riemann, DLz. 34,2732 — 
2733. Sachkenntnis anerkannt, aber meist unzureichendes urteil; 
eine reihe von sachlichen fehlem werden aufgezählt. 

83. W. Thomas, Litterature allemande. Paris, Lerousse. 
1913. 120, 144 s. 1,20 fr. — angez, von F. Piquet, Rev. germ. 
9,488—489. 

84. R. F. Arnold, Territoriale literaturgeschichten. ein 
bibHographischer versuch. ZfdU. 27,225—233. — zu vgl. ZfdU. 
24,752 ff. und 26,449 ff. gehört in den ideenkreis Nadlers 
(s. nr. 75). nach allgemeiner begründung und Umgrenzung des 
Stoffes wird s. 227 — 233 eine nach ländern und arten geordnete 
Übersicht über einschlägige arbeiten von literaturgeschichtlicher 
bedeutung gegeben. 



V. C. Literaturgeschichte. 97 

85. J. Körner, Die renaissance des germanischen altertums, 
eine literarische skizze. ZfdU. 27,1 — 29. — übersieht über das 
wiedererwachen der altdeutschen literatur ohne neue gesichts- 
punkte. die romantik ist die eigentliche renaissance des germa- 
nischen altertums, die dann von den gelehrten wieder vernichtet 
wurde, in Richard Wagner am machtvollsten erscheint und in 
Scheffel, Baumbach, Julius Wolff u. a. zum spielerischen rokoko wird. 

86. H, Hermsen, Die Wiedertäufer zu Münster in der deut- 
schen dichtung. diss. Breslau 1912. 

87. Elsie W. Helmrich, The history of the chorus in the 
german drama. (Columbia university germanic studies.) New York 
1912. 95 s. 1 doli. — nach der anzeige Cbl. 64,1568 unbe- 
deutend, jedoch fleißige ausnützung der literatur vom geistlichen 
spiel des ma.'s bis zu Wagner. 

88. Literaturgeschichten für den schulgebrauch: A. Mayer, 
Grundzüge d. d. litg. 3. aufl. 111,235 s. Wien, Pichler. 2,65 m. 

— K. Kummer und K. Stejskal, Einführung in die geschichte 
d. d. lit, 15. umgearb. aufl. X,510 s. 2 teile ä 1,90 m. Wien, 
Moriz. — H, Röhl, Geschichte der deutschen dichtung s. 0. nr. 74. 

89. Besprechungen früher angezeigter werke: 1. E. Engel, 
Deutsche literaturgeschichte. Leipzig u. Wien, Freytag u. Tempsky. 
6. aufl. 1907,5,6: BfGw. 48,499 von K. Hartmann. — 2. K. Gö- 
deke, Grundriß. 1911,5,31: AfdA. 36,278—280 von Ph. Strauch. 

— 3. Eriedemann, Käthe, die rolle des erzählers in der epik. 
Leipzig, Haessel. 1910,5,45. vgl. 1911,5,64: Litbl. 34,8—9 von 
W. Moog (auf mängel hingewiesen). — 4. K. Francke, Die 
kulturwerte der d. lit. des mittelalters 1911,5,39: AKultG. 10, 
488 — 491 von N. Legband (anerkennende Würdigung des Inhalts 
unter andeutung mancher einseitigkeiten und betonung der frage 
des erwachenden individualismus) ; Euph. 18,766 — 771 von J. Nad- 
1er. — 5. E. Jung u. V. Rössel, Geschichte der schweizer, lit. 
Bern, Erancke. 1911,5,35: Archiv 130,399—401 von R. Steig. — 
6. A. Salz er, Illustrierte gesch. der d. lit. 1912,5,55: BZfRw. 
21,168 von Th. Geiger; ZfRw. 28,217—220 von R. Richter; 
LitRundschau 39,282—284 von A. Egen; Mitt. a. d. bist. lit. 
41,315—317 von F. Hirsch. — 7. E. Schulze, Die deutsche lit. 
Berlin, Hofmann u. co. 1912,5,58: ZfRw. 28,347—348 von 
R. Findeis; Kbl, f. d. höh. schulen Württembergs 20,168 von 
Th. Mayer. — 8. W. Schwartzkopf f , Rede und redeszene 
in der deutschen erzählung bis Wolfram v. E. Berlin, Mayer u. Müller. 
1909,7,25. vgl. 1910,7,9; 1911,7,10: Litbl. 34,59—61 von K.Helm 
(ausführliche beleuchtung des inhalts). 

G. Boetticher. 
Jahresberiuht für germanische pMlologie. XXXY. (1913.) I. Teil. 7 



98 VI. Althochdeutsch. 

VI. Althochdeutsch. 

A. Allgemeines. — B. Denkmäler in alphabetischer reihenfolge. 

A. Allgemeines (Laut- und formenlehre 1 — 3, Wortforschung 

und etymologie 4 — 8, Eigennamen 9 f., Syntax und stil 11, 

Literatur 12 — 14). 

1. Wilh. Braune, Abriß der althochdeutschen grammatik 
mit berücksichtigung des Altsächsischen. 5. aufl. 66 s. Halle, 
M, Niemeyer. 1,50 m. 

2. Rob. Liehl, Mittel vokale und mittelvokallosigkeit vor 
m, w, l und r in den ältesten altsächsischen und althochdeutschen 
Sprachdenkmälern, diss. Freiburg. 88 s. — abschnitt I — IV das 
vollständige material, nach den vier in betracht kommenden kon- 
sonanten geordnet, jeweils das as. und ahd. getrennt, dabei wird 
für die einzelnen fälle festgestellt, ob der mittelvokal echt (d. h. 
germanisch) oder unecht (d. h. ahd. bzw. as.) ist; nicht immer ist 
dabei sichere entscheidung möglich, für das fehlen und das auf- 
treten des unechten mittelvokals werden die bedingungen aufge- 
sucht, berücksichtigt wird das ahd. bis zum anfang des 9. jahrhs. 
in V wird das ahd. material für die unechten mittelvokale nochmals 
nach den einzelnen denkmälern (Keronische sippe, Vokab. St. Galli, 
Isidor und Monseer fragmente, Hraban. glossar, Casseler glossen, 
St. Pauler glossen, Benediktinerregel, Glossar Rh) geordnet zu- 
sammengestellt und auf grund dieser Übersicht versucht vf. in VI, 
eine 'Chronologie des vokaleinschubs im ahd. unter berücksichtigung 
des dialektes der quellen.' am altertümlichsten sind Is. und Mens, 
fragm., wo der vokal auch nach kurzer silbe noch oft fehlt; die 
dem ende des 8. jahrhs. angehörenden glossen zeigen den vokal 
nach kurzer, aber noch nicht nach langer Stammsilbe, später tritt der 
vokal auch nach langer silbe auf. doch ist die entwicklung je 
nach dem darauf folgenden laut gelegentlich verschieden, zwischen 
mn ist kein mittelvokal entwickelt, abgesehen von saman und seinen 
ableitungen. abschn. VII bespricht die bei einzelnen worten und 
wortgruppen vorliegenden besonderen erscheinungen, abschn. VIII 
das alte komparativsuffix -tero. 

3. Rieh. Loewe, Ahd. w im auslaut. ZfvglSpr. 45,339 — 341. 
— vf. will die regel aufstellen, im ahd. sei auslautendes w dort 
zu u geworden, wo es sich mit dem vorhergehenden vokal zu 
M-diphthong verschmelzen konnte, sonst aber zu o; doch sei im 
ersteren fall das u oft nach analogie der zahlreichen werte in 
welchen o eintreten mußte, durch o ersetzt worden. 



VI. A. Allgemeines. 99 

4. Ferd. Holthausen, Wortdeutungen. IF. 32,333—339. 
darin nr. 15 ahd. urfür^ zu lat. pavio, puto 'schlage, schneide' ge- 
stellt. 

5. Karl Ostir, Etymologien. WS. 5,216—222. — darin 
ahd. ofan = griech. l^vog. german. *ofnaz stehe für *ivofnaz 
aus *wefnaz mit frühem Übergang des e zu m infolge der labialen 
Umgebung, zugrunde liege idg. *tj,eq^nos, zu dem auch griech. irtvog, 
aus fiTTvog, gehört. 

6. Wilh. Brückner, Roman, guidare, got. ividan, ahd. wetan. 
Zs. f. rom. phil. 37,205 — 210. — lautliche und sachliche begrün- 
dung der ansieht, daß rom. guidare 'führen' auf ein german. widan 
'am seil führen' = ahd. tvetan zurückgehe. 

7. Hjalmar Psilander, Ahd. clouuido 'scabies'. ZfvglSpr. 
45,253 — 258. — gemein nord- und westgermanisches wort, ver- 
wandt mit germ. *klawjan ahd. chlouuen 'kratzen', der stamm wird 
mit seiner sippe durch die verschiedenen germanischen sprachen 
verfolgt. 

8. R. Trautmann, Ahd. manzon. ZfvglSpr. 45,252. — 
Tat. 58,1 manzon = ubera, verwandt mit gr. f^cctog, lat. mamma. 
ebda. s. 374 weist W. Schulze darauf hin, daß diese etymologie 
schon früher von G. Meyer aufgestellt wurde. 

9. Jos. Welz, Die eigennamen des Codex Laureshamensis 
(Untersuchungen zur deutschen Sprachgeschichte, hrsg. v. R. Henning, 
heft 4.) Straßburg, K. J. Trübner. 124 s. 3,50 m. — aus dem 
im 12. jahrh. nach originalen des 8. und 9. jahrhs. geschriebenen 
codex untersucht W. die eigennamen der 545 Urkunden des Lobden- 
gaus (L) und die Württembergischen urkunden(W), und gibt 
s. 40 — 114, für beide teile gesondert, eine ausführliche gramma- 
tische beschreibung: vokalismus, konsonantismus und flexion. mit 
den ergebnissen aus dieser beschreibung vergleicht er dann den 
lautstand der sonstigen Lorscher denkmäler: beichte und bienen- 
segen, und setzt jene bald nach 882, diesen in die zweite hälfte 
des 10. jahrhs. an. sichere datierung ist nicht möglich, da nur 
wenige Urkunden aus der zeit dieser denkmäler stammen, ein 
mischdialekt liegt in der beichte nicht vor. — im letzten teil eine 
vergleichung des lautstandes der Lorscher Urkunden mit dem der 
Weißenburger. unterschiede sind namentlich bei den vokalen vor- 
handen, wo Lorsch den umlaut des a etwas früher zeigt, ebenso 
frühes ei gegen ai; die diphthongformen ia und ua sind Lorsch 
fremd, der konsonantismus ist in beiden orten wesentlich der 
nämliche. 

10. Zur ahd. Wortforschung vgl. noch die Wortregister 
IF. 32,452—454 und ZfvglSpr. 45,384; ferner unten die nr. 15[2]. 

7* 



100 VI. Althochdeutsch. 

18 f. 20. 23. 32. zur namenforschung vgl. unten nr. 15[3]. 
23—26. 

11. Konrad B. Er man, Beziehungen zwischen Stellung und 
funktion der nebensätze mehrfacher Unterordnung im Althoch- 
deutschen. ZfdPh. 45,1—46. 153—216. 426—483. — statistische 
darstellung des gesamten ahd. materials. I. Die Stellung der nebensätze 
zweiten grades ; unterschieden werden dreizehn typen in 5 gruppen 
(1. gerade folge: hauptsatz — nebensatz ersten grades — nebensatz 
zweiten grades, 2. typen mit gebrochener folge, 3. mit nebensatz- 
einschaltung, 4. mit hauptsatzeinschaltung, 5. mit isolierung des 
nebensatzes zweiten grades). II. Stellung der nebensätze mehr als 
zweiten grades. III. Statistik der Stellungskonkurrenzen bei zwei oder 
mehr nebensätzen gleichen grades neben einem übergeordneten 
satz. IV. (anhang) Verteilung der Satzarten auf funktionen und 
typen (Subjektsätze, prädikatsergänzungssätze, bestimmungssätze). 
den Schluß bilden tabellarische überblicke über die Verteilung der 
typen bei den nebensätzen zweiten grades, über die Verteilung 
der Satzarten auf die t3^pen (resultat s. 475), Verteilung der typen 
und Satzarten auf die einzelnen Schriftsteller (s. 476 f.), über das 
Verhältnis von Stellung der sätze und Satzeinleitung. 

12. Walther Bolhöfer, Gruß und abschied in ahd. und 
mhd. zeit, siehe abschn. 7,14. 

13. Wilhelm Uhl, Winiliod. suppl. mit 1 portr. und 19 taf. 
sowie einem register zu beiden teilen. (= Teutonia 5, suppl.) 
XIV,] 55. 6 m. — ausführliche besprechung der Überlieferung 
des kapitulars von 789 zur begründung der schon im Cbl. 62,80 
kurz mitgeteilten (Jsb. 1911,6,1) lesung der umstrittenen Winiliod- 
stelle: et nullatenus ibi, uhi melius, disscribere vel mittere praesumat. 
die weiteren teile des Supplements geben nachtrage zum 'Arbeits- 
lied' und einigen einzelheiten in Uhls früherem buch (vgl. Jsb. 
1908,6,4). 

14. Wilhelm Uhl, Mitteilung. Cbl. 64,86. — die im Supple- 
ment (nr. 13) gegebene lesung sei auch noch nicht die ursprüng- 
liche; vielmehr habe diese zu lauten: et nullatenus in vincla (buß- 
zellen) discribere vel mittere praesumat. 

15. Besprechungen von werken, die in früheren Jahrgängen 
verzeichnet sind: 1. Lionel Armitage, An indroduction to the 
study of old high German (vgl. Jsb. 1911,6,3; 1912,6,17[2]); bespr. 
von K. Helm, ZfdPh. 45,73—75. — 2. Jos. Mansion, Althoch- 
deutsches lesebuch für anfänger (vgl. Jsb. 1912,6,3); bespr. von 
J. Schatz, DLz. 34,479 — 480; von L. Grootaers, Leuvensche 
bijdr. 11,144—146; von K. Reuschel, ZfdU. 27,892—893; von 
T. Diekhoff, JEGPhil. 12,475—476; von J. Vendryes, BSL. 
61,304—305; von F. Piquet, Rev. crit. 75,428; von F. P., Rev. 



VI. B. Denkmäler. 101 

gerra. 9,117. — 3. Otto Grog er, Die ahd. und as. kompositions- 
fuge (vgl. Jsb. 1911,6,6); bespr. von K. Guntermann, ZfdPh. 
45,83—86; von F. Kluge, ZfdWortf. 14,319—320; von G. ßae- 
secke, DLz. 34,297—300; von K. Helm, Litbl. 35,1—3. — 
4. Hugo Suolahti, Die deutschen vogelnamen (vgl. Jsb. 1909, 
6,14; 1910,5,14[8]; 1912,6,17[4]; bespr. von Siebs, MSchlesVk. 
15,288—289. 

B. Denkmäler. 

Beichte, Lorscher. s. nr. 9. 36. 

Carmen ad deum. s. nr. 20. 

Christus und die samariterin (s. auch nr. 20). 16. Kolbe, 
Variation in the old high german Post-Otfridian poems. I. Christus 
und die samariterin, MLN. 28,216 — 217. — die wenigen Varia- 
tionen in Chr. u. s. sind größtenteils einfache Übersetzungen nach 
dem Wortlaut des Originals; nur drei sind unabhängig davon, diese 
zeigen keine Verwandtschaft mit der Variation der altgermanischen 
epik, sondern stehn unter dem einfluß Otfrids. 

Credo, St. Galler. s. nr. 20. 

De Heinrico. s. nr. 20. 

Eide, Straßburger. s. nr. 20. 

Exhortatio ad plebem ehristianum. s. nr. 20. 

Gebet, Wessobrunner, St. Emmeraner, fränkisches, 
Otlohs G. s. nr. 20. 

Georgslied (s. auch nr. 20). 17, K. Siemers, Zum ahd. 
Georgslied. Beitr, 39,98 — 115. — I. Die handschriftliche Über- 
lieferung: einige neue lesungen. II. Die Orthographie des h (vor 
vokal und nach konsonant). III. Alter und heimat. die aufzeich- 
nung muß etwa um 1000 angesetzt werden, sie geschah wahr- 
scheinlich in Alemannien, das gedieht selbst ist ebenfalls in Ale- 
mannien etwa um 900 entstanden, in der form ist es von Otfrid 
abhängig, aber eine weitgehende abhängigkeit im ausdruck ist nicht 
vorhanden; jedenfalls genügen die vorhandenen parallelen, die zum 
teil auch sonst wieder auftreten, nicht, eine solche abhängigkeit 
zu beweisen. 

Glossen, vgl. auch nr. 2. 

18, 0. B. Schlutter, Zu den althochdeutschen glossen. 
ZfdWortf. 14,173 — 190. — in der hauptsache eine Zusammen- 
stellung dessen, was sich aus Kataras arbeit (Jsb. 1912,6,21) an 
neuen bei Steinmeyer-Sievers fehlenden glossen ergibt, eine reihe 
davon hat auch Katara noch nicht erkannt. s. 189 f. einige 
weitere nachtrage zu Steinmeyer aus verschiedenen glossenhand- 
schriften. 



102 .VI. Althochdeutsch. 

19. Carl Wesle, Die althochdeutschen glossen des Schlett- 
stadter codex zu kirchlichen Schriften und ihre verwandten (= Unter- 
suchungen zur deutschen Sprachgeschichte, hrsg. von R. Henning, 
heft 3). Straßburg, K. J. Trübner. X,168 s. 4 m. — I. Gramma- 
tische darstellung ohne Scheidung der einzelnen glossare, Fas- 
benders grammatik der Vergilglossen derselben hs. (vgl. Jsb. 1907, 
6,30) willkommen ergänzend, auch nach dieser Untersuchung ist 
F. 's bestimmung der heimat des codex auf Südschwaben durchaus 
wahrscheinlich. — II. Der zweite teil betrachtet die einzelnen 
glossare und ihre verwandten, für die glossen zur Cura pastoralis 
sucht vf. ein alemannisches original des 8. jahrhs. wahrscheinlich 
zu machen, das namentlich von Bayern weiter verwertet worden 
sei, aber auch von anderen selbständigen Curaglossen zu rate ge- 
zogen wurde, auf eine dieser glossen geht durch verschiedene 
Zwischenglieder (ein baj'risches und ein alemannisches) die Schlett- 
stadter Curaglosse zurück. — eine reihe anderer glossen der Schlett- 
stadter hs. zeigt Verwandtschaft mit den glossen des St. Graller 
codex 299, der aber nicht ihre vorläge sein kann, die altenglischen 
bestandteile in den glossaren zu Eusebius und zu den Dialogen, ver- 
wandt mit den glossen des Cod. Vossius 69, sind schon von Michiels 
(Jsb. 1912,7,26) behandelt worden. — für einen kleinen rest von 
glossen zu Lukas, Vitae patrum und Cassianus sind nähere ver- 
wandte bis jetzt nicht gefunden, s. 167 zeigt W. in einem schema, 
wie nach seiner auffassung der Schlettstadter codex auf grund der 
anzusetzenden verschiedenen vorlagen zusammengestellt wurde. 

Hildebrandslied. 20. Herm. Pongs, Das Hildebrandslied. 
Überlieferung und lautstand im rahmen der ahd. literatur. diss. 
Marburg. 208 s. — die arbeit ist aufgebaut auf einer gründ- 
lichen, umsichtigen und ruhigen nachprüfung der bisher über die 
Überlieferung und die spräche des Hildebrandsliedes aufgestellten 
und verfochtenen ansichten. sie schreitet von da zu eigener Unter- 
suchung vor, deren einzelheiten hier mit rücksicht auf den räum 
nicht wiedergegeben werden können. Die resultate sind: die 
hs. des Hildebrandsliedes ist im 2. Jahrzehnt des 9. jahrhs. in 
Fulda von zwei Schreibern nach einer vorläge niedergeschrieben, 
diese war hd., die Schreiber Niederdeutsche, die vorläge gehörte 
zu den denkmälern der Fuldischen schreibschule als ihr ältestes 
glied, sie wird um 790 aufgezeichnet worden sein und zwar jeden- 
falls als niederschrift aus dem gedächtnis, nicht als eine originale 
fassung. die herkunft des ursprünglichen liedes ist nicht sicher 
f estzus'.ellen ; vielleicht gehörte es nach Bayern. — im einzelnen 
ist besonders zu beachten die übersichtliche Zusammenstellung 
dessen, was dem hd. bzw. dem nd. lautstand widerspricht (s. 74 ff.), 
die ausführungen über den Wortschatz (s. 88 ff.) : das H. repräsentiert 



VI. B. Denkmäler. 103 

den altepischen gemeingermanischen Wortschatz (gegen Koegel und 
Trautmann); daran anschließend einzelerklärungen zu den versen 
(nach Braune) 2. 7 b. 8. 16 b. 23. 31a. 41. 52. die zusammen- 
fassende darstellung der ergebnisse für das Hildebrandslied in 
kap. 12 (s. 180 ff.), über die Fuldische schreibschule s. 196 ff. — 
um eine grundlage für die beurteilung der in der Überlieferung 
des Hildebrandsliedes vorliegenden fehler zu erhalten, untersucht 
P. auch die Überlieferung der anderen kleineren ahd. denkmäler 
(s. 133 — 177). er bezeichnet danach einige als sorgfältige ab- 
schriften (St. Galler paternoster, St. Galler credo, St. Emmeraner 
gebet, Ludwigslied, Spurihalz, Sprüche pro nessia, Weißenburger 
katechismus, Fränkisches gebet, Freisinger paternoster, Wesso- 
brunner gebet. Fränkisches und sächsisches taufgelöbnis, Petrus- 
lied), andere als flüchtige abschriften (Otloh, Carmen ad deum, 
Exhortatio, Wiener hundesegen), als treue abschriften nicht ver- 
standener vorlagen die Straßburger eide. De Heinrico und das 
Basler rezept III. das Georgslied ist nach P. eine erste nieder- 
schrift nach diktat, das Muspilli und Psalm 138 betrachtet er als 
niederschriften aus dem gedächtnis, das Basler rezept II dagegen 
sei die Originalniederschrift des Übersetzers. Christus und die 
samariterin ist nach P. von zwei alem. Schreibern aus fränkischer 
vorläge abgeschrieben. 

21. Wilh. Brückner, Hildebrandslied 37. 38. ZfdA. 54, 
369 — 375. — unter erneuter heranziehung der bekannten stelle 
der Egilssaga führt Br. aus, das überreichen eines ringes zeige die 
bereitwilligkeit des gebenden zur Versöhnung, dadurch aber, daß 
er auf der spitze einer waffe gereicht werde, solle dem gegner die 
wähl gelassen werden, durch die annähme des ringes die Ver- 
söhnung zu wählen oder durch ablehnung des ringes den durch 
die waffe gleichzeitig angebotenen kämpf zu fordern, im Hilde- 
brandslied biete Hildebrand den ring mit der band an, lasse dem 
gegner also nicht diese wähl, unter diesen umständen wäre die 
annähme des ringes für Hadubrand nicht ehrenvoll, deshalb lehne er 
ihn ab. der inhalt der autwort (v. 39 f.) stehe mit der art, wie 
Hildebrand den ring reicht, in keinem Zusammenhang, Hadubrand 
spreche hier nur einfach aus, was er von dem gegner hält, die 
auffassung von v. 39 f., die bei B.'s erklärung von v. 37 f. aller- 
dings nötig wird, scheint mir nicht statthaft. 

22. Jos. Mansion, Oudgermaansche Miscellanea; s. nr. 28. 
— darin nr. 5 Hildebrandslied 64. scarpen scurim 'bij scherpe 
stormen'. nichts wesentlich neues, daß das bild des Unwetters 
auf den kämpf angewendet wird, ist wohl die herrschende und 
genügend gesicherte annähme. 

Isidor. s. nr. 2. 



104 VI. Althochdeutsch. 

Katechismns, Weißenburger. s. nr. 20. 

Lex Baiuvarioruiii. 23. Dietr. v. Kralik, Die deutschen 
bestandteile der Lex Baiuvariorum. N. arch. der gesellsch. f. ältere 
deutsche gesch.-kunde 38,13—55, 401—449 und 581—624. — 
die deutschen bestandteile der Lex B. zerfallen in verschiedene 
gruppen. A. die latinisierten deutschen worte stammen nicht aus 
dem bayr. dialekt, sondern sind salfränkische termini, die nur auf 
literarischem weg eingang in die Lex B. gefunden haben, ebenso 
gehn die in latinisierter gestalt erscheinenden namen (gruppe Ba) 
auf nichtbayrische formen zurück, dagegen erscheinen die nicht 
latinisierten namen der fünf bayr. adelsgeschlechter (Bb) und die 
große gruppe (C) der rein deutschen ausdrücke in bayrischer ge- 
stalt und es kann nach Kr.'s Untersuchung nicht zweifelhaft sein, 
daß sie in dieser gestalt von vornherein aufgezeichnet, nicht etwa 
erst aus dem fränkischen übertragen sind, alle hss. haben die 
strengbayrischen Charakteristika fast ausnahmslos bewahrt; nur in 
einigen wenigen fällen zeigt die hss. -gruppe I sekundär fränkische 
lautgebung. — die einzelnen worte werden gruppenweise alphabetisch 
aufgeführt und ihrer form und bedeutung nach erklärt, unter die 
worte aus der Lex B. werden auch die wenigen deutschen aus- 
drücke der Dingolfinger und Neuhinger dekrete eingereiht. — das 
Verwandtschaftsverhältnis zwischen der Lex B. und der Lex Alem. 
ist nicht so aufzufassen, daß eins der gesetze aus dem anderen ge- 
schöpft hätte; aber eine gemeinsame grundlage, die einen teil der 
latinisierten und rein deutschen worte enthielt, ist anzusetzen. 

Ludwigslied. s. nr. 20. 

Markbeschreibungen. 24. Th. Haas, Alte Puldaer Mark- 
beschreibuugen. Fuldaer geschichtsblätter 10,97 — 110. 145 — 157. 
177—194. 10,1—19. 49—61. 69—90. 113—144. 159—160. 
12,177 — 189. (zum teil aus 1911 und 1912 nachgetragen.) — 
I. Markbeschreibung der kirche zu Salmünster. nur jüngere ab- 
schriften, zum teil mit erhaltenen alten formen, neudruck, wort- 
erklärungen. IL Markbeschreibung der kirche zu Margretenhaun, 
aus dem 11. jahrh., Überlieferung aus dem 12. jahrh. III. Grenz- 
beschreibung der vogtei des klosters Fulda, neudruck der vielleicht 
vom 14. juni 1011 stammenden Urkunde mit namenserklärungen. 
IV. Drei wildbann-grenzbeschreibungen von 980, 1012 und 1059. 
neudruck, namenserklärungen. V. Markbeschreibung der kirche 
zu Schlitz, neudruck der aus dem 11. und 12. jahrh. stammen- 
den kopien, deren vorlagen ins 9. jahrh. gehören, mit namen- 
erklärung. VI. Grenzbeschreibung des Fuldaer klosterbezirks. neu- 
druck der vielfach besprochenen, nur in einer abschrift des 12. jahrhs. 
erhaltenen und hinsichtlich ihrer echtheit nicht unbestrittenen Mark- 
beschreibung aus der sogenannten Cartula St. Bonifatii, mit be- 



YI. B. Denkmäler. 105 

merkuugen zu den in ihr enthaltenen deutschen namen (vgl. dazu 
auch E. E. Stengel, Fuldensia. I. die Urkundenfälschungen des 
Rudolf von Eulda. Archiv f. Urk.-forschung V,54 — 77 und dort 
E. Schröder, s. 73, anm. 2). 

25. Karl Rubel, Fränkische siedelungen. Zs. d. ver. für 
thür. gesch. u. altert, n. f. XXI,249— 282. — darin s. 249 die 
in einer abschrift des 9. jahrhs. erhaltene grenzbeschreibung von 
Dorndorf vom 31. aug. 786, lateinisch mit ahd. Ortsnamen. 

26. Gustav Greuel, Igilesbuoch und Rennolfessol in der 
Heppenheimer Markbeschreibung vom jähr 795. Archiv f. hess. 
gesch. n. f. VIII, 356 — 360. — versuch einer geographischen fest- 
legung dieser beiden dem 8. jahrh. angehörenden, wenn auch erst 
im 12. jahrh. überlieferten lokalnamen. 

Mnspilli. s. nr. 20. 

Notker. 27. Hans Naumann, Notkers Boethius. Unter- 
suchungen über quellen und stil (QF. 121). Straßburg, Trübner. 
X,115 s. 4 m. — Naumann kommt über Naabers resultate (Jsb. 
1911,6,26) dadurch wesentlich hinaus, daß er zunächt — was N. 
unterlassen hatte — die Verhältnisse der lat. Boethiuskommentare 
untereinander untersucht, wir besitzen einen solchen von Remigius 
von Auxerre, am besten in der Trierer hs. 1093 überliefert, aus 
dem ende des 9. jahrhs. dieser ist vielfach bearbeitet (meist ver- 
kürzt) worden und dabei anonym geworden, ein zweiter anonymer 
kommentar (X) ist nirgends selbständig, nur in einigen kompi- 
lationen erhalten, im 10. und 11. jahrh. hat man die consolatio 
nach beiden kommentaren offenbar mit verliebe in den schulen 
behandelt, der Maihinger codex enthält beide: eine kompilation, 
die auf X zurückgeht, von Froumund, und eine verkürzte fassung 
des Remigiuskommentares. Notker bevorzugt bei seiner bearbeitung 
den kommentar des Remigius, und zwar in einer längeren fassung, 
daneben benutzt er X, aber keinesfalls in der bearbeitung des Frou- 
mund, die sogar wahrscheinlich etwas jünger ist als N.'s werk 
(Materialzusammenstellung s. 34 — 60). zu dem in den kommen- 
taren gegebenen stoff treten sehr verschiedenartige eigene zusätze 
(s. 60 — 70). — die direkte quelle für den text selbst ist nicht 
vorhanden, am nächsten steht die hs, Vindobon. 242. seine Über- 
setzung ist frei: weglassungen, zusätze, Umstellungen und Verein- 
fachungen begegnen in ziemlicher zahl. in den infinitiv- und 
partizipialkonstruktionen schließt er sich oft eng an die lat. vorläge 
an, im übrigen lehnt er deren stil ab. Notkers eigenen stil be- 
zeichnet N. unter ablehnung von Kögels ansieht, daß Notker enge 
fühlung mit der spräche der poesie gehabt habe, als den deutschen 
prosastil feierlicher aber ungebundener redeweise: Charakteristika 



106 VI. Althochdeutsch. 

s. 89 ff.; die hauptsächlichsten mittel dieses Stiles sind poetisch 
— so erklären sich die berührungen mit dem stil der altger- 
manischen poesie. 

28. Joseph Mansion, Oudgermaansche Miscellanea, aus. 
Leuvensche bijdragen 11,2. — darin erörterungen zu Notkerstellen. 
nr. 1 ahd. stnorren. die einmal bei Notker belegte sonst zu stiuren 
gestellte 3. p. pl. praes. stuorrent (lat. adjuvant) gehört zu einem 
kausativum 'groß machen', abgeleitet von dem germanischen, im 
ahd. nicht mehr belegten adj. *störaz 'groß'. — nr. 2, ahd. spunni. 
Notk. Bo. 15,28 neivürte du mit minemo spunge gesouget. M. erklärt 
spunge als *spunige = spunnie, dativ eines neutralen y'a-stammes. 
nr. 3 üfan intrcegan (Notk. Ps. 41,10: mit üfan intweganemo 
muote = in excessu mentis) wird als 'entflogen' erklärt, besser 
entspräche wohl die Übersetzung 'entrücke'. — nr. 4. ahd. midani 
Notk. Bo. 16,12 fore midinne. M. erklärt midinne als Schreib- 
fehler für mideni, dativ eines abstraktums midani, das vom part. 
gimidan abgeleitet sei wie irquemani von irqueman. — nr. 6. Notk. 
Ps. 3,6; släf räuuota mir därdna. M. sieht in sl. r. m. ein zwischen- 
stadium zwischen einem älteren unpersönlichen (izj räweta mir und 
späterem ih räweta, eine sehr gezwungene annähme. 

Otfrid (vgl. auch nr. 16). 

29. A. M. Sturtevant, Zum reimgebrauch Otfrids. MLN. 
28,239 — 243. — Ingenbleeks auffassung der fälle, in welcher der 
reim die sprachform O.'s beeinflußt, ist zu schematisch. St. will 
erklären, daß adverbia statt zu erwartenden adjektiven im reim nicht 
'nur aus reimnot' eintreten, daß vielmehr das Sprachgefühl in ahd. 
zeit zwischen beiden formen keine scharfe grenze zieht, so daß 
der ersatz der einen durch die andere erleichtert wird. (vgl. dazu 
auch Engelberg, unten nr. 31.) eine reihe von ungewöhnlichen 
formen bei Substantiven der in- und i-deklination erkläit St. aus 
flexionsmischungen. 

30. Rudolf Groß, Gebrauch des schwachen und starken 
adjektivs bei Otfrid. diss. Heidelberg. 51 s. — A. Das schwache 
adjektiv: 1. Wörter, die die schwache flexion verlangen, 2. Wörter, 
durch die das adj. als bestimmtes hingestellt wird, 3. die Ver- 
wendung des schwachen adjektivs substantiviert, attributiv und 
prädikativ. B. Das starke adjektiv: 1. substantiviert, 2. attributiv 
(sechs typen), 3. prädikativ (unterschieden nach dem kasus; bes. 
adj. im nom. bei sin, werdan und als prädikatives attribut und das 
adj. im akk. bei faktitiven verben und bei Zellen, nennen usw.). 

31. Bruno Engelberg, Zur Stilistik der adjektiva in Otfrids 
evangelienbuch und im Heliand. mit besonderer berücksichtigung 
der psychologisch-rhythmischen merkmale und der bezieh ungen zu 



VI. ß. Denkmäler. 107 

den quellen im adjektivstil beider dichtungen. Halle a. S., Max 
Nieme3^er. VII,458 s. 4,60 m. — I. Gebrauchsweisen der adjek- 
tiva in ihren verschiedenen stilformen als attributive adjektiva vor 
oder nach dem Substantiv, appositive adjektiva, substantivierte, 
prädikativ-attributive und prädikative adjektiva. bei 0. spielt vom 
attributiven adj. das nachgestellte als hilfsmittel des reimbedürf- 
nisses eine große rolle, teils dem Substantiv unmittelbar folgend 
teils durch andere worte (kleinworte, verbum, best, artikel) von ihm 
getrennt, das appositive adjektiv ist bei 0. zwar häufig, aber für 
seine ausdrucksweise weit weniger von bedeutung als im Heliand, 
wo es ein hilfsmittel des schwungvollen pathos ist. das präd.-attr. 
ad]., bei 0. inhaltlich ziemlich mannigfaltig, wechselt mit dem adver- 
bium, und ist auch durch dieses gelegentlich formell beeinflußt. 
zur bildung der Variation wird das appositive adj. verwendet, in 
dem von 0. mit geschick nachgebildeten parallelismus membrorum 
hat natürlich auch das adj. wichtige funktion. — II. Die adjektiva 
im Verhältnis zu den quellen. E. unterscheidet sieben fälle: 
1. 'wörtliche', sinnesgleich übersetzende adjektiva, 2. zu einem 
sinnesgleich übertragenen wortbegriff selbständig zugesetzte adj., 
3, und 4, ebenso zu eiuem objektbegriff zugesetzte adjektiva 
(nr. 2 — 4 sog. 'zusatzbelege'), 5. adjektiva zur Umschreibung von 
namen, titeln, abstrakten und konkreten, 6. nicht sinnesgleiche 
Übersetzungen lat. adjektiva, 7. sonstige modifikationen des lat. 
Wortlautes, für jede der genannten möglichkeiten stellt E. das 
material zusammen, erst für H., dann für 0., jeweils nach den 
unter I besprochenen adj.-kategorien angeordnet. Statistik und 
Zusammenfassung s. 148 — 156. in beiden werken ist fall 1 am 
seltensten, aber bei 0. prozentual beinahe doppelt so hoch als in 
H. ungefähr ein drittel aller adjektive, bei 0. etwas weniger, in 
H. etwas mehr, kommt auf die fälle 2 — 5, die hälfte, in H. wieder 
etwas mehr, auf die fälle 6 — 7. bei 0. tritt das typisch-formel- 
hafte zurück, die vorläge wird freier behandelt, dagegen sind viele 
adjektiva bei ihm wohl als 'literarische' adjektiva zu betrachten, 
weil sie der anschauungssphäre der gelehrten jener zeit angehören 
(s. s. 154 die vergleiche mit den lateinischen adjektiven in der 
Zuschrift an Liutbert). — über Otfrids Stellung zu seinen quellen 
im allgemeinen vergleiche besonders s. 92 ff. 

Paternoster, St. Galler und Freisiuger. s. nr. 20. 

Petruslied. s. nr. 20. 

Rezepte, Basler. s. nr. 20. 

Tatiau (vgl. auch nr. 8). 

32. E. Gutmacher, Der wertschätz des althochdeutschen 
Tatian in seinem Verhältnis zum altsächsischen, angelsächsischen 
und altfriesischen. Beitr. 39,1—83. 229—299. 571—577. — vf. 



108 VI. Althochdeutsch. 

untersucht 1. die worte, die außerhalb des Tatian im ahd. nicht 
belegt sind, nämlich a) komposita aus zwei dem ahd, auch sonst 
geläufigen bestandteilen, b) besonderheiten des Tatian in der Wort- 
bildung, c) wortstämme, die nur im Tatian belegt sind, 2. worte 
von beschränkter bezeugung im ahd.: a) Tatian und das Keron. 
glossar, b) Tatian und die anderen fränkischen denkmäler, c) einige 
sonst vereinzelt überlieferte worte. zu allen Worten und Wort- 
bildungen werden die b':^lege aus den anderen westgermanischen 
sprachen gesammelt, es ergibt sich als resultat: von ca. 2030 im 
Tatian vorkommenden Worten sind 280 (:^ca. 13, S^/^) dem sonstigen 
ahd. fremd, von diesen kehren aber 120 im ags. bzw. as., mnd. 
und mndl. wieder (tabelle s. 277 ff.); (umgekehrt fehlen im Tatian 
etwa 40 wichtige sonst im ahd. allgemein belegte worte). diese 
tatsache ist keineswegs etwa aus ags. und as. einflüssen zu er- 
klären, von denen wir nichts wissen, auch die zurückführung auf 
eine durchaus hypothetische kirchensprache ist nicht imstande, die 
Verhältnisse zu erklären ; es handelt sich vielmehr größtenteils um 
durchaus bodenständige worte. — den lexikalischen berührungen 
zwischen der spräche des Tatian und dem ags. und as. läßt Gr. 
endlich in einem dritten teil (s. 269 ff.) alles das nachfolgen, was 
sich an ebensolchen berührungen in lautstand, formenbildung und 
Syntax ergibt. — eine für die deutsche Sprachgeschichte, und be- 
sonders für die frühahd. und gern ein westgermanische Wortgeo- 
graphie außerordentlich wichtige und förderliche arbeit. 

Taufgelöbnisse. s. nr. 20. 

Urkunden, Lorscher und Weißenburger. s. nr. 9. vgl. 
für Urkunden ferner nr. 24 — 26. 

Willirani. 33. Heinr. Kruse, Die akzente in den hss. von 
Willirams Übersetzung und auslegung des Hohen liedes. diss. 
Greifswald. 61 s. — ergänzt die arbeit von Paul Sievers (Jsb. 
1909,6,4), der für Williram nur Seemüllers kritische ausgäbe 
herangezogen hatte, durch zurückgreifen auf die hss. I. W.'s 
akzentuationsystem auf grund der drei haupthandschriften B, E 
und V. nur die erste hälfte von B zeigt ein sorgfältiges System: 
akkut auf kürze und zirkumflex auf länge bei haupt- und bei neben- 
tonsilben (typus I von Sievers), akzentlosigkeit von unbetonten 
Silben, in einzelheiten haben auch andere hss. gelegentlich wohl 
überlegte akzentuierung (vgl. s. 23: das suffix ung in E). form- 
wörter sind zum teil bald nach dem Satzakzent betont, bald nicht; 
zum teil gelten sie prinzipiell als betont oder unbetont, zu letzteren 
gehören aw, in, ursprünglich auch mit, von, unte^ wante, daz, meist 
die pronomina. in anderen hss. ist die akzentuierung oft sehr 
schematisch, so daß jedes wort einen ganz bedeutungslosen akzent 
erhält. II. Die akzentuationsweise der übrigen handschriften ; diese 



VI. B. Denkmäler. 109 

repräsentieren, soweit sie nicht zu lückenhaft akzentuieren, großen- 
teils den typus I, der aber von der Lambacher und Trierer hs. 
verlassen ist. 

Zauber und segen. s. auch nr. 9 (Lorscher bienensegen), 
20 (Spurihalz, pro nessia, Wiener hundesegen). 

34. W. V. Unwerth, Der zweite Trierer Zauberspruch. 
ZfdA. 54,195 — 199. — weist auf Zusammenhang des segens mit 
der volkstümlichen pferde- und futterbesegnung am Stefanstag hin. 

35. Kieffer, Lorscher bienensegen aus dem 10. jahrh. 
Vom Rhein 12,41 — 43. — der bekannte ahd. segen mit einigen, 
nicht immer richtigen, sprachlichen erläuterungen und Übersetzung, 
vergleich mit der jetzt in der katholischen kirche offiziell ge- 
brauchten benedictio apum. über die beziehungen der Jungfrau 
Maria zu den bienen. 

36. Franz Falk, Lorscher Studien. Archiv f. hess. gesch. 
n. f. VIII,297 ff. — darin s. 315 kurz über den Lorscher bienen- 
segen und die Lorscher beichte, nichts neues bietend. 

37. Rezensionen früher verzeichneter werke: 1. Pekka Ka- 
tara. Die glossen des Codex Seminarii Trevirensis R. 111,13 (vgl. Jsb. 
1912,6,21); bespr. von H. Suolahti, Neuphil. mitt. 1912,199—207. 

— 2. Chr. Leydecker, Angelsächsisches in ahd. glossen (vgl. Jsb. 
1912,6,25); bespr. von Marik, Anglia beibl. 24,136. — 3. Gustav 
Grau, Quellen und Verwandtschaften der älteren germanischen 
darstellungen des jüngsten gerichts (vgl. Jsb. 1908,6,41; 1909,6,32; 
1910,6,29[3]; 1912,6,36[2]); bespr. von K. Helm, Litbl. 34,57— 59: 
von H. Hecht, Archiv 130,424—430. — 4. Ernst Ochs, Laut- 
studien zu Notker von St. Gallen (vgl. Jsb. 1911,6,23); bespr. von 
0. Behaghel, Litbl. 34,265. — 5. Isr. Weinberg, Zu Notkers 
anlautsgesetz (vgl. Jsb. 1911,6,22; 1912,6,36[3]); bespr. von G. Bae- 
secke, AfdA. 36,237—240; von A. Gebhardt, Archiv 130,234. 

— 6. E. Schaumann, Studien zu Notkers mischprosa (vgl. Jsb. 
1911,6,25); bespr. von A. Petak, ZfRw. 28,744—745. 

Gießen. Karl Helm. 



110 VII. Mittelhochdeutsch. 



Vn. Mittelhochdeutsch. 

A. Allgemeines. 1. Sprache (grammatik, Wortforschung und etymologie, 
Syntax, stil). 2. Literaturgeschichte und kulturgeschichte. — B. Denk- 
mäler. 1. Handschriften und textsammlungen. 2. Einzelne denkmäler 
und autoren. a) Epik und didaktik. b) Lyrik, c) Drama, d) Prosa. 

A. Allgemeines. 

1. Sprache. 

1. Alfons Huther, Die Würzburger kanzleisprache im 
14. jahrh. I. die lautverhältnisse. diss. Würzburg, 80 s. — 
die Sprache der Würzburger Urkunden steht bis um 1330 der mhd. 
literatursprache nahe, dann dringt mehr und mehr mundartliches 
gut ein; die einzelnen kanzleien zeigen geringe unterschiede, am 
nächsten der mundart kommen die protokolle. in einer reihe von 
punkten bleibt aber die kanzleisprache dauernd der mundart fern 
(aufgezählt s. 80). 

2. Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches handwörterbuch. 
in drei bänden, neudruck. Leipzig, S. Hirzel. 72 m. (geb. 85 m.) 

3. Osterreichische weistümer. bd. XI. Wien 1913. — darin 
s. 600 — 735 von J. Schatz ein glossar zu teil 1 — 4 des gesamten 
Werkes. 

4. Ew. Eiserhardt, Die mittelalterliche schachterminologie 
des deutschen. — bespr. von J. Kohtz, Deutsches wochenschach 
29,121—124. 

5. Ferd. Sommer, Zur deutschen Wortforschung. IF. 31, 
359 — 376. — darin s. 365 ff. über die bedeutungsentwicklung von 
mhd. gül; zu beachten besonders die bemerkungen zu Genesis 3617. 
es ist nach S.'s ausführungen klar, daß gül stets pferd, nicht 
Ungetüm, bedeutet. 

6. H. J. Kip, Mhg. michel as a strengthening modifier. 
JEGPhil. 12,245 — 247. — als verstärkendes adverb wird michel 
im mhd. nur ganz selten und nur in Verbindung mit reht ange- 
wandt, sonstige von Hicks JEGPhil. 4 aufgeführte fälle von adv. 
michel sind mißverstanden und anders zu erklären. 

7. George 0. Curme, Adjektiv or adverb? MLN. 27, 
104 — 107. — anschließend an die auf Sätze von J. Franck und 
H. Paul (vgl. Jsb. 1905,2A,67 u. 7,5) bespricht C. fälle wie mhd. 
daz ich iu lieher waere tot und entscheidet sich für ursprüngliches 
adjektiv, wenn auch das spätere Sprachgefühl ein adv. empfindet. 

8. Johanna Winkler, Die periphrastische Verbindung der 
verba sin und werden mit dem partizipium präsentis im mittel- 
hochdeutschen des 12. und 13. jahrhs. diss. Heidelberg. 86 s. 



VII. A. Allgemeines. 1 1 1 

2,50 m. — I. Verbreitung, beide Umschreibungen nicht häufig, 
die mit sin tiberwiegen vierfach. Umschreibungen mit werden sind 
in der prosa viel zahlreicher als in der dichtung. II. Gebrauch, 
die Umschreibungen werden wie einfache verba konstruiert; die 
konjugation ist ausgebildet. Umschreibung mit sin drückt dauer 
und Wiederholung aus, verstärkt manchmal den verbalbegriff, 
manchmal vertritt sie das einfache verb ohne bedeutungsnuance. 
Umschreibung mit werden bezeichnet im allgemeinen den beginn 
einer tätigkeit oder eines zustandes, doch vertritt sie öfter als die 
Umschreibung mit sin das einfache verb. zwischen poesie und 
prosa ist im gebrauch der beiden Umschreibungen kein unterschied. 
— ausgeschieden ist bei der Untersuchung der jüngere Titurel, 
der mit ca. 1600 belegen auf 6200 Strophen eine ganz exzeptionelle 
Stellung einnimmt und für die bedeutung der Umschreibung kein 
gefühl hat. 

9. Otto Behaghel, Fernstellung zusammengehöriger Wörter 
im deutschen. IP. 31,377 — 398. — trennung einer wortgruppe 
durch das regierende nomen oder das verbum, selten durch andere 
Worte ist in der älteren zeit häufig, sie ist bedingt durch das rhyth- 
mische gefühl und durch die abneigung, ein nomen durch eine 
voranstehende gruppe bestimmen zu lassen, reiche Sammlung von 
ahd. und mhd. material. im l&ufe des 15. jahrhs. schwindet so- 
wohl die abneigung gegen die voranstellung der bestimmungs- 
gruppe als auch das rhythmische gefühl, dagegen tritt die forde- 
rung, daß logisch zusammengehöriges auch zusammengestellt werde, 
stark hervor und trägt im allgemeinen den sieg davon. 

10. Besprechungen früher erschienener werke : 1. K. Wein- 
hold, Kleine mittelhochdeutsche grammatik. bearb. von G. Ehris- 
mann. 4. aufl. (vgl. Jsb. 1912,7,1); bespr. von K. Reuschel, ZfdU. 
27,896—897; von J. Hohmann, DnSpr. 21,560. — 2. V. Michels, 
Mittelhochdeutsches elementarbnch. 2. aufl. (vgl. Jsb. 1912,7,2); 
bespr. von H. Gürtler, LitRundschau 39,79 — 81; von J. Hohmann, 
DnSpr. 21,560; von K. Reuschel, ZfdU. 27,897.-3. A. Weller, 
Die spräche in den ältesten deutschen Urkunden des deutschen 
Ordens (vgl. Jsb. 1911,7,2; 8,11; 1912,7,11,[1]); bespr. von V.Moser, 
ZfdPh. 44,494—498. — 4. Fr. Jelinek, Mhd. Wörterbuch (vgl. 
Jsb. 1911,7,3; 1912,7,10[2]); bespr. von Jos. Pohl, ZföG. 64, 
323 — 326 und Mitt. d. ver. f. gesch. d. Deutschen in Böhmen 
51 beil. 41 — 47; von J. A. Frantzen, Museum 21,93 — 94; von 
H. Gürtler, Allg. litbl. 22,112—113. — 5. Hugo Herchen- 
bach, Das praesens historicum im mittelhochdeutschen (vgl. Jsb. 
1911,7,10); bespr. von A. Gebhardt, Archiv 130,178; von F. P., 
Rev. germ. 9,245—246. 



112 VII. Mittelhochdeutsch. 

2. Literaturgeschichte und kulturgeschichte. 

11. J. Janko, Neue forschungeu über die Laupterscheinungen 
der älteren deutschen literatur. ÖMF. II. 

12. M. B. Ogle, Classical literary tradition in Early German 
and Romance literature. MLN. 27,233 — 242, — über das zähe 
fortleben lateinischer und, durch lat. Vermittlung, griechischer 
formein in der literatur des mittelalters. 

13. Emil Henrici, Sprachmischung in älterer dichtung 
Deutschlands. Berlin, J. Klönne. 120 s. 5 m, — material aus 
Brauuschweigischen bibliotheken (Braunschweig und Wolfenbüttel) 
für die erscheinung der sogenannten 'Barbarolexis' : mischung von 
deutsch mit latein, griechisch, slavisch, romanisch, hebräisch usw. 
— bespr, von Edwin Habel, DLz. 34,2270—2272; von 0. Bren- 
ner, Chi. 64,1053. 

14. Walther Bolhöfer, Gruß und abschied in ahd. und mhd. 
zeit. diss. Göttingen, 79 s. — behandelt vorwiegend die mhd. 
zeit, nur kurz die ahd. I. Wert und bedeutung von grüß und 
abschied und das zeremoniell. II. Die grußformeln. III. Der ab- 
schied. — zeitliche und lokale ^^nterschiede sind festzustellen, ahd. 
herrschen als grüß heil und willicomo. letzteres stirbt im 12. jahrh. 
aus, von den neuen mhd. formein ist got grüeze dich vorwiegend 
alemannisch, ebenso gote tvillekomen. morgengruß ist bei Alemannen 
got gehe dir guoten tac, bei den Bayern g. g. d. g. morgen, als 
empfangsformel kennt das Bayrische bis ca. 1200 nur das ein- 
fache tvillekomen. Mitteldeutsch ist guoten tac alt; got grüeze dich 
dringt erst spät ein, ebenso gote tvillekomen. — beim abschied ist 
zu unterscheiden die urlaubsformel (am frühesten gip mir urloup, 
später dazu gebietet mir, anderes ist nur beschränkt im gebrauch) 
und die als antwort darauf gegebene segensformel, die je nach 
art und zweck des abschieds mannigfaltig sein kann: nebeneinander 
stehn allgemeine wie got behüete dich, var in gotes vride und zahl- 
reiche formein für bestimmte gelegenheiten. 

15. Eritz Leib, Erzählungseingänge in der deutschen lite- 
ratur. diss. Gießen. 106 s. — behandelt systematisch nur die 
erzählungsliteratur nach Goethe, aber für die rahmeneinleitung 
sind auch denkmäler älterer zeit, auch mhd., gelegentlich heran- 
gezogen. 

16. Myrtle Marg. Mann, Die frauen und die frauenver- 
ehrung in der höfischen epik nach Gottfried von Straßburg. 
JEGPhil. 12,355 — 382. — dreierlei ist für die darstellung der 
frauen und der frauenverehrung bei den mhd. epikern der nach- 
klassischen zeit charakteristisch: 1. die einzelheiten der be- 



VII. A. Allgemeines. 113 

Schreibung der frau und der Umgangsformen bleiben verhältnis- 
mäßig fest: Schönheit, zucht, tugend bleiben die gepriesenen eigen- 
schaften der frau; 2. die ritterlichen ideale des frauendienstes 
dagegen treten zurück; statt deren mehren sich 3. in der welt- 
lichen dichtung die realistischen züge, die Schilderung der wirk- 
lichen Stellung, welche die frauen im leben und im Verhältnis zu 
den männern einnehmen, damit ist ein künstlerischer gewinn ver- 
bunden, da die frau immer mehr und mehr als lebenswahres wesen 
dargestellt wird und versuche gemacht werden zu einer psycho- 
logischen Schilderung ihres Charakters, dieser realistischen tendenz 
der weltlichen dichtung steht eine übersinnlich-mystische tendenz 
in der geistlichen dichtung gegenüber. 

17. Paul Merk er, Die tischzuchtenliteratur des 12. bis 
16. Jahrhunderts. Mitteilungen der deutschen gesellschaft in 
Leipzig 11,1 — 52. — I. Die lateinischen tischzuchten des 

12. jahrhs., enthalten in der Disciplina clericalis 26, Cato (nur 
wenig), Facetus und Phagifacetus oder Thesmophagia enthalten 
allgemeine anstandsregeln ohne ständische Zuspitzung. II. Im 

13. jahrh. tragen die tischzuchten mehr höfisch-ritterlichen Cha- 
rakter, einiges derartiges findet sich in größeren gedichten ein- 
geschlossen (Wolfram 184,7 — 11, Thomasin 471 — 526) oder in 
allgemeinen anstandslehren mit behandelt (Konrad v. Haslau), die 
älteste selbständige deutsche tischzucht ist des Tannhäusers hof- 
zucht. III. Die tischzuchten des 14. und 15. jahrhs. zeigen die 
bürgerliche richtung, die der gesamten literatur dieser zeit eigen 
ist: Rossauer und Karlsruher tischzucht, stücke in jüngeren Cato- 
handschriften, verschiedene nd. tischzuchten. besonders zahlreich 
sind sie um die wende des 15. und 16. jahrhs.: Inusbrucker t., 
Joh. Köbels t. von 1492, die Kinderzucht des 16. jahrhs. auch 
die außerdeutschen literaturen dieser zeit zeigen verwandtes. IV. Der 
humanismus behandelt den gegenständ mit verliebe : die einzige 
selbständige t. des deutschen humanismus ist das speculum mensaCj 
desto häufiger bildet sie einen teil größerer werke, so bei 0. Brun- 
fels, disciplina et puerorum instüutio von 1525 u. a. V. Letzter 
entwicklungstypus der t. ist die t. grobianischer richtung, zuerst 
bei Brant von disches Unzucht im Narrenschiff, dann bei Geiler, 
dann im prosaischen Grobianus tischzucht von 1538, auf den Er. 
Dedekinds Grobianus 1549 zurückgeht, den Caspar Scheidt 1552 
deutsch bearbeitete, auch H. Sachs hat den gegenständ schwank- 
haft bearbeitet, die folgende zeit hat keinen neuen typus mehr 
geschaffen, von älteren typen wird der bürgerlich moralisierende (III) 
gelegentlich weiter verwendet. 

18. James Holly Hanford, The mediaeval debate between 
wine and water. PMLAss. 28,315—367. vgl. abt. 9. 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 8 



114 TU. Mittelhochdeutsch. 

19. J. W, Bruinier, Minnesang, die liebe im liede des 
deutschen mittelalters. Leipzig, Teubner, 130 s. Im. — ge- 
meinverständliche darstellung der entwicklung des deutschen minne- 
sanges von den ältesten zeiten (in kap. I unter Winiliod prüfung 
der Zeugnisse für die existenz deutscher volks- und liebeslieder in 
der ahd. zeit) bis Walther und Neidhart. für die späteren in 
kap. VII nur sehr summai'ische Charakteristik. 

20. Adele Stoecklin, Die Schilderung der natur im deut- 
schen minnesang und im älteren deutschen Volkslied, diss. Straß- 
burg. 46 s. (teildruck). — nicht geliefert. 

21. F. Vetter, Deutsch-französische anleihen in dichtung 
und sage. I. Peire Vidal bei W^alther und dem Kürenberger? 
GRMon. 5,552 — 554. — 1. Berührungen zwischen Walthers und 
Vidals kreuzzugaufrufen von 1227 bzw. 1202. 2. Bei Kürenberger 
und bei Vidal findet sich das bild vom gezähmten vogel ange- 
wendet auf die geliebte; V. nimmt gemeinsame quelle an, 

22. Ferd. Mohr, Das unhöfische element in der mhd. lyrik 
von Walther an. diss. Tübingen. 183 s. — I. Walther v. d. 
Vogelweide, seine kritik am höfischen minnesang und innere los- 
lösung. erweiterung seiner lebensanschauung in der richtung auf 
Steigerung des realismus und Objektivismus, stilistische und in- 
haltliche erweiterungen und ausbildung neuer liedgattungen: minne- 
lieder der niederen minne, reine naturlieder, scherzhafte ballade. — 
II. Von den dichtem der schule Walthers zeigen Rubin, Leuthold 
von Seven, Ulr, v. Singenberg einzelne unhöfische elemente ohne 
ausgesprochen persönlichen charakter. — III. Neidbart. Charak- 
teristik der gattungen: reien, winterlieder, erzählungen nach in- 
halt und stil; hervorhebung der Neidhartschen stileigentümlich- 
keiten, besonders der neuen volkstümlichen: neigung zum symbo- 
lischen, bilder und vergleiche, volkstümliche motive in der natur- 
betrachtung. Verfasser betrachtet N.'s ganze dichtung, reien und 
winterlieder, als spottlieder sowohl auf den minnesang als auf die 
bauern. seine parodien sind aber nicht der ausfluß einer inneren 
entrüstung, sondern entstanden aus der praktischen rücksicht auf 
den erfolg. — IV. Tannhäuser, er lehnt sich ebenfalls an das 
volksmäßige tanzlied an, zahlreiche aus dem volk geschöpfte züge. 
grundzug seiner parodien wie seiner ganzen dichtung ist nicht der 
spott sondern der humor, ein dem höfischen minnesang fremder 
zug. die späteren dichter sind, außer Hugo und Oswald, nach- 
ahmer Walthers, Neidharts und des Tannhäusers. besprochen 
werden als besonder» stark unter Neidharts einfluß stehend: Goeli, 
Geltar, Stamheim; selbständiger ist Leop. von Scharf enberg, Friedr. 
d. Knecht ist vom Tannhäuser beeinflußt, es folgen Kol von 
Niunzen, Gedrut, der Taler, der ebenfalls an Tannhäuser erinnert, 



VII. A. Allgemeines. 115 

Niuniu, Konrad von Kilchberg meist als Neidhartianer bezeichnet, 
aber ohne direkte nachahmung, Burkhart von Hohenfels, der 
Walther näher steht, Gottfr. von Neifen, Ulrich v. Winterstetten 
(Neidhartisch beeinflußt), Joh. von Brabant, Steinmar von Klingnau, 
der sich an den Tannhäuser anschließt aber in seinem herbstlied 
auch eine neue gattung als erster einführt, Buwenburg, endlich 
Hadloub der bedeutendste und vielseitigste der dichter nach Neid- 
hart, durch diesen und durch Walther aber auch durch Steinmar 
(herbstlieder und anderes) beeinflußt. — anhang: Hugo von Mont- 
fort ist durch die dichtungen der zweiten periode des minne- 
sanges, die unhöfische lyrik, nicht beeinflußt; er hat reime der 
nachwaltherschen dichtungsgattungen übernommen, er will höfi- 
scher dichter sein und wendet sich immer mehr religiösen und 
ethischen Stoffen zu. Oswald von Wolkenstein ist erfüllt vom alten 
ritterideal, aber seine dichtung ist stark volkstümlich gefärbt, neue 
gattungen sind die briefe, neujahrslied, abschiedslieder; ferner 
treffen wir bei ihm die minnelieder höfischer gattung und die 
gattungen der höfischen dorfpoesie, endlich die verwandten des 
Volksliedes: schamperlieder, trinklieder, jägerlied und hirtenlied. 
höfische und unhöfische eleraente sind bei Oswald zii einer oft 
schönen mischung verschmolzen. 

23. F. Kuntze, Falkenjagd. Preuß. jb. 151,66—86. — 
allgemeiner überblick über ihre Verbreitung, besonders in der blute 
des mittelalterlichen rittertums. 

24. Josef Rudwin, Die prophetensprüche und -zitate im 
religiösen drama des deutschen mittelalters. (s.-a. aus Saat auf 
hoffnung 50.) Leipzig und Dresden, C. L. Ungelenk. 37 s. 8^. 
Im. — kurzer überblick über die Verwendung von propheten- 
sprüchen und das auftreten der propheten im ma. drama, insbe- 
sondere über die disputationen zwischen propheten und Juden und 
zwischen Ecclesia und Synagoge. — bespr. von PI. Berner, Allg. 
litbl. 28,2. 

25. E. J. Haslinghuis, De duivel in het drama der middel- 
eeuwen. proefschrift Leiden. Leiden, Gebr. v. d. Hoek. 1912. — 
vgl. abt. Vni,H. — bespr. von de Vooys, Museum 20,252 — 254. 

26. E. L. Stahl, Das altdeutsche oaterspiel. Bühne und 
weit 15, 2. hlbj. s. 19 — 27. — eine synkretistische neubearbeitung 
nach alten mustern. 

27. Gottfried Petzsch, Über technik und stil der mhd. 
privatbriefe des 14. und 15. jahrhs. diss. Greifswald. 130 s. — 
auf grund des materials in Steinhausens Sammlung mittelalter- 
licher privatbriefe untersucht vf. (A.) die formelhaften hauptteile 
des mhd. briefes: grüß und anrede, Schluß, Unterschrift, adresse 
und datum getrennt für die vier von St. aufgestellten gruppen: 

8* 



116 "Vn. Mittelhochdeutsch. 

fürsten und magnate, edle und ritter, geistliche und bürger. der 
eigentliche briefinhalt (B.) ist ebenfalls in vielerlei formelhaften 
Wendungen gebunden, die um so häufiger auftreten, je weniger 
der Schreiber des briefschreibens gewohnt ist. — Schema des 
normalbriefes siehe s. 15. 

28. W. Sohle 11 ßner, Mystikertexte und Übersetzungen. Der 
katholik 4. folge, 11,184 — 208. — referat, in welchem die folgen- 
den, mhd. mystikertexte betreffenden, publikationen besprochen 
sind: Meister Eckehart, übers, v. Büttner (vgl. Jsb. 1912,7,143), 
Meister Eckeharts Buch der göttlichen tröstung, hrsg. von PhiL 
Strauch (vgl. Jsb. 1910,7,114), Ad. Spamer, Texte aus der 
deutschen mystik (vgl. Jsb. 1912,7,43), Der Erankforter, hrsg. von 
W. Uhl (vgl. Jsb. 1912,7,145), H. Seuse, hrsg. von W. Oehl 
(vgl. Jsb. 1910,7,117), Mechtild v. Magdeburg, das fließende licht 
der gottheit, hrsg. von Oehl 1911, H. Suso, übertr. u. eingel. 
von W. Lehmann (vgl. Jsb. 1911,7,132), Predigten Taulcrs, 
hrsg. von Vetter (vgl. Jsb. 1910,7,120), St. Georger prediger, 
hrsg. von Rieder (vgl. Jsb. 1907,7,202). 

29. Emil Lucka, Die religion der deutschen mystiker. 
Pi'euß. Jahrb. 151,50 — 65. — für die religion der mystiker ist die 
historische grundlage und tradition des Christentums etwas neben- 
sächliches; sie stellt das gefühl von der göttlichkeit der seele in 
den mittelpunkt des religiösen bewußtseins. — Charakteristik des 
Unterschieds zwischen religiösen mystikern und reformatoren. 

30. Luzian Pfleger, Über das elsässische predigtwesen im 
mittelalter. Eis. mon. 4,529 — 538. — kurzer überblick; spätere 
ausführliche darlegung wird vom vf. in aussieht gestellt. 

31. Rud. Wackernagel, Heinrich von Nördlingen in Basel. 
Basler zs. f. gesch. u. altertumsk. 12,390 — 391. 

32. Besprechungen früher erschienener werke: 1. Emil 
Michael, Greschichte d. dtsch. Volkes vom 13. jahrh. bis zum 
ausgang des mittelalters. 4. bd. : Deutsche dichtung und deutsche 
musik während des 13. jahrhs. (vgl. Jsb. 1906,7,25); bespr. von 
L. Auvray, Polybibl. 127,251—253.-2. Wolfg. Golther, Die 
deutsche dichtung im mittelalter, 800 — 1500 (vgl. Jsb. 1912,7,11); 
bespr. von F. P., Rev. germ. 9,488; von K. Reuschel, ZfdU, 
27,891—892; von -tz-, Cbl. 64,715; von F. Piquet, Rev. crit. 
75,369 — 370. — 3. Fr. Wilhelm, Sanct Servatius (vgl. Jsb. 
1910,7,19; 1911,7,22[2]; bespr. von Wilh. Levison, Westd. zs. 
30,510 — 517. — 4. Werner Schwarzkopff , Rede und redeszene 
bis Wolfram v. Eschenbach (vgl. Jsb. 1909,7,25; 1910,7,9[2]; 
1911,7,12[2]); bespr. von K. Helm, Litbl. 34,59—61.-5. Wal- 
ther Matthias, Die geographische nomenklatur Italiens im altd. 



VII. B. Denkmäler. 117 

Schrifttum (vgl. Jsb. 1912,7,16); bespr. von K. H. Schäfer, DE. 
12,30 — 31. — 6. Franz Brietzmann, Die böse frau in der deut- 
schen literatur des mittelalters (vgl. Jsb. 1912,7,22); bespr. von 
J. Bolte, ZfVk. 23,332; von -tz-, Cbl. 64,1340. — 7. Aug. 
Lutjens, Der zwerg in der deutschen heldendichtung des mittel- 
alters (vgl. Jsb. 1912,7,20); bespr, von Just. Lunzer, AfdA. 36, 
42—46; von E. Spiller, Cbl. 64,1021—1022. — 8. Franz 
Kondziella, Volkstümliche sitten und brauche im mhd. volksepos 
(vgl. Jsb. 1912,7,18); bespr. von 0. Brenner, Cbl. 64,116— 117 ; 
von V. V. Geramb, Zs. d. histor. ver. f. Steiermark 11,244 — 246; 
von Paul Pietsch, ZSprV. 28,183—184; von K. Helm, Hess, 
bl. f. vk. 12,154—155; von H. Lohre, ZfVk. 23,328—330. — 
9. Paul Riesenfeld, Heinrich von Ofterdingen (vgl. Jsb. 1912, 
7,26); bespr. von Wiehr, JEGPhil. 12,304—310; von W. Rich- 
ter, Cbl. 64,889— 891; von W. v. Unwerth, DLz. 34,2210— 2211. 
— 10. B. Q. Morgan, Nature in middle high german lyrics (vgl. 
Jsb. 1912,7,23); bespr. von H. Z. Kip, JEGPhih 12,646—652. — 
11. A. Oppel, Das hohelied Saloraonis und die deutsche religiöse 
liebeslyrik (vgl. Jsb. 1912,7,24); bespr. von P. L., Hist. jb. 33, 
899—900. — 12. Phil. Strauch, Meister Eckhart-probleme (vgl. 
Jsb. 1912,7,142); bespr. von W. Oehl, Allg. litbl. 22,650; von 
K. Reuschel, ZfdU. 27,902—903. 

B. Denkmäler. 

1. Handschriften und textsammlungen. 

33. Konrad Eubel, Mittelhochdeutsche stücke aus dem 
handschriftenbestand des Minoritenklosters Würzburg. Römische 
Quartalschrift, supplementheft 20,370 — 386. — I. Übersetzungen 
der drei katholischen glaubensbekenntnisse, aus dem ende des 
14. und anfang des 15. jahrhs. — II. Übersetzung der Cantica 
Zachariae, Mariae und Simeonis nebst dem Tedeum, aus dem an- 
fang des 15. jahrhs. — III. Confiteor domini Wormatiensis, eine 
allgemeine beichte, im Decretum des Burchard v. Worms steht 
nichts, das als quelle dieses textes gelten könnte, derselbe ist 
wohl bald nach 1410 von dem Minoriten Johannes Schmid ge- 
schrieben. — IV. Ein himmelsbrief, geschrieben von Ulrich Oswald, 
priester zu Röttingen nach 1504. 

34. Ed. Schröder, Waldeckische findlinge I— IV. ZfdA. 
54,412—426, s. nr. 46. 68. 81. 100. 

35. Hans Vollmer, Materialien zur bibelgeschichte und reli- 
giösen Volkskunde des mittelalters. bd. 1, Berlin, Weidmann 
(1912). Vin,214 8. und XX tafeln. 12 m. — die obd. und md. 



118 VIL Mittelhochdeutsch. 

Historienbibeln zerfallen in sieben gruppen, von denen nur die erste 
durch Gleisberg auf ihre grundlage befriedigend untersucht ist 
(Merzdorfs angaben sind nicht zuverlässig); sie ist direkt von 
Rudolfs V. Ems weltchronik abhängig, gruppe II dagegen von 
einer prosaauflösung derselben, für gründliche textanalyse müssen 
die ausgaben der Rudolfschen und der Christherre-chronik abge- 
wartet werden. Vollmer bringt für beide gruppen eine sehr er- 
hebliche Vermehrung des handschriftlichen materials (51 hss.). die 
gruppe III a (hss. nr. 52 — 57) ist weder, wie Maßmann annahm, 
eine prosaauflösung von ^der knnige hucli^ noch von der kaiser- 
chronik (Merzdorf), sondern ein deutscher auszug aus der Hist. 
scholastica des Petrus Comestor. gruppe III b (nr. 58 — 64) ist eine 
erweiterung von III a durch zutaten, die aus der Christherrechronik 
in der bearbeitung des Heinrich von München stammen, verwandt 
mit III b ist eine weitere gruppe neutestamentlicher historienbibeln 
(hss. nr. 65 — 77 und acht drucke), welche außerdem noch einfluß 
anderer werke zeigt, vor allem einfluß des Passionais und von 
Philipps Marienleben, gruppe IV (hss. nr. 78 — 80) ist ein kurzer 
auszug aus der bibel. gruppe V (nr. 81 — 82) ist eine bearbeitung 
der Historia scholastica. gruppe VI (nr. 83 — 86) beruht auf der 
Vulgata und der Historia scholastica, gruppe VII (87 — 88) auf 
der Vulgata, Rudolfs weltchronik in einer prosaauflösung aber 
auch anderen quellen, die gruppen I — IV sind oberdeutsch, V — VII 
mitteldeutsch, über die nd. historienbibeln wird ein zweiter band 
handeln. — im beschreibenden teil werden die hss., nach gruppen 
geordnet, ausführlich besprochen und beschrieben, sie enthalten 
natürlich auch sonstige denkmäler in großer zahl (briefe, traktate, 
predigten, nr, 87 im falz einige pergamentstreifen mit gereimtem 
bibeltext des 13, jahrhs.); ein Verzeichnis solcher stücke fehlt 
leider, genau zu datieren sind von den hss, der historienbibeln 
nur wenige; doch gehören sie fast alle sicher dem 15. jahrh. an: 
ein kleinerer teil sicher noch der ersten hälfte (vgl. nr. 4. 10. 
11. 19. 36, 84), die mehrzahl der mitte und der rest erst der 
zweiten hälfte des jahrhs, — bespr, von A. Risch, DLz. 34, 
2129—2133; von F. Piquet, Rev. crit, 75,428. 

36. L, Englmann, Mittelhochdeutsches lesebuch mit an- 
merkungen, literatur- und sprachgeschichtlichem abriß und Wörter- 
buch, neu bearb. von G. Kinateder. 8. aufl. München, J. Lin- 
dauer. VI, 185 8, 3 m, — für schulzwecke, die texte zum teil 
in Übersetzung, der literaturgeschichtliche abriß äußerat knapp, 
der sprachgeschichtliche abriß nicht ohne irrtümer. 

37. Mittelhochdeutsche minnereden I. Die Heidel- 
berger handschriften 344, 358, 376 und 393 hrsg. von Kurt 
Matthaei. mit 3 tafeln im lichtdruck, (Deutsche texte des 



VII. B. Denkmäler. 119 

mittelalters, hrsg. v. d. kgl. preuß. ak. d. wissensch., bd. XXIV). 
Berlin, Weidmann. XVI, 183 s. — fünfzehn ungedruckte minne- 
reden, darunter zwölf allegorien: Der minne gericht, Minne und 
pfennig, Der minne freud und leid, Der träum im garten. Der 
minner im garten, Minne und gesellschaft, Männertreue und frauen- 
treue, Die zehn Schwestern, Der entflogene falke. Das minneturnier, 
Bestrafte untreue. Der minne gericht, Der stern der treue, Frau 
minne weiß rat, Der minne gericht. im anhang aus denselben 
handschriften lesarten zu einigen an anderen orten schon nach 
anderen hss. gedruckten stücken: Hadamar von Laber, Suchen- 
wirt, Liebesprobe (Kellers erzählungen aus altd. hss.), Hätzlerin. 

— angez. von F. Piquet, Rev. crit. 76,513. 

38. Besprechungen früher erschienener werke: 1. C. v. Kraus, 
Mittelhochdeutsches Übungsbuch (vgl. Jsb. 1911,7,26; 1912,7, 
45[1]); bespr. von J. Hohmann, DnSpr. 21,560; von H. Gürt- 
ler, LitRundschau 39,79—81; von K. Reuschel, ZfdU. 27, 
897 — 898, — 2. Leo Greiner, Altdeutsche novellen (vgl. Jsb. 
1912,7,44); bespr. von Gutmacher, DLz. 34,1185—1187; von 
Rud. Pechel, LE. 15,1508. — 3. Walt, von Wickede, Die 
geistlichen gedichte des Cgm. 714 (vgl. Jsb. 1909,7,15); bespr. 
von K. Helm, Litbl. 34,62 — 64. — 4, Des minnesangs frühling, 
neu bearb. von Fr. Vogt, 1911 (vgl. Jsb. 1911,7,28; 1912,7, 
45[4]); bespr. von 0. Behaghel, Litbl. 34,269—270; von W.Nickel, 
Archiv 130,390—391; von G. Rosenhagen, GRMon. 4,369—389. 

— 5. Aus altdeutscher dichtung, zweites bändchen: Aus minne- 
sang und Spruchdichtung, ausgew. von R. Kniebe (vgl. Jsb. 
1911,7,29); bespr. von K. Helm, Litbl. 34,145. — 6. Ant. Kalla, 
Über die Haager liederhandschrift (vgl. Jsb. 1909,7,34; 1910,7, 
18[3]; 1911,7,30[6]; 1912,7,45[3]); bespr. von K. He Im, Litbl. 34, 
61 — 62. — 7. Wilh. Dobbeck, Untersuchungen zur Würzburger 
liederhandschrift (vgl. Jsb. 1910,7,16); bespr. von K. Helm, Litbl. 
34,146 — 147. — 8. Texte a. d. deutsch, mystik d. 14. u. 15. jahrh. 
hrsg. V. Ad. Spamer (vgl. Jsb. 1912,7,43); bespr. v. W. Schleuß- 
ner, Der katholik 4. f. 11,189—190; von W. Oehl, Allg. litbl. 
22,265; von Phil. Strauch, ZfdPh. 44,492—494; von Leop. 
Naumann, Litbl. 34,191—192. 

2. Einzelne denkmäler und autoren. 

a) Epik und didaktik (vgl. auch oben nr. 16 f.). 

Arnold. 39. Priester Arnold, Gedicht von der sieben- 
zahl, hrsg. von Herm. Polzer-van Kol. (== Sprache und dich- 
tung 13.) XIV,113 s. 4,50 m. — neuausgabe des gedichts auf 
grund von Diemers abdruck und einer vergleichung der hs. durch 



120 TII. Mittelhochdeutsch, 

bibliothekar K. Wilfinger in Vorau. der text möglichst hs.- 
getreu; im apparat zahlreiche anmerkungen zur erklärung. auch 
jetzt bleibt aber noch manches unklar, im zweiten teil wird die 
Schreibung der hs. ausführlich dargestellt (s. 59 — 62). dann folgt 
die darstellung der reimsprache; Schlüsse auf die heimat des 
dichters sind unterlassen, daß dieser aber nicht auch der vf. eines 
der drei ihm schon zugeschriebenen gedichte (Juliana, Baum- 
gartner Johannes, Himml. Jer.) sein könne, wird in der einleitung 
auf grund der reime kurz festgestellt, das gedieht von der sieben- 
zahl selbst hält vf. nur zum teil für Arnolds werk, ohne aber fort- 
laufend durch das ganze gedieht hindurch anzugeben, welche teile 
er als unecht betrachtet, und diese auffassung im einzelnen zu 
begründen. über die unechtheit des auch von anderen fast 
allgemein abgetrennten lobliedes (820 ff.) s. s. 47 und 99. 

Athis imd Prophilias. 40. Alb. Leitzmann, Zu Athis 
und Prophilias. ZfdA. 54,248 — 254. — kritische bemerkungen zu 
einzelnen stellen, die entstehung des gedichtes wird von L. noch 
ins 12. jahrh. gesetzt. 

Barlaani, Laubaclier. 41. Der Laubacher Barlaam. eine 
dichtung des bischofs Otto II. von Freising (1184 — 1220), hrsg. 
von Adolf Perdisch. Bibliothek des literar. Vereins in Stuttgart, 
nr. 260. Tübingen. XXIX, 574 s. — die einleitung rekapituliert 
mit einigen ergänzungen die ergebnisse von P.'s dissertation (vgl. 
Jsb. 1903,7,58). text, unter berücksichtigung der sprachlichen 
ergebnisse der dissertation in normales mhd. umgeschrieben, und 
anmerkungen (über deren zweck s. s. XXVIII). 

Biterolf (s. auch nr. 70). 42. Herm. Schmidt, Collation 
des Biterolf. ZfdA. 54,87. — erneute Collation der hs. ergab nur 
gegen hundert abweichungen von Jänickes apparat. 

Daniel, s. nr. llla,3. 

Eberh. Cersne. 43. Curt Sachs, Die musikinstrumente der 
Minneregel. Sammelb. d. int. musik-ges. 14,484 — 486. — deutung 
der in der Minneregel v. 406 — 417 enthaltenen namen von in- 
strumenten. vf. glaubt, daß alle außer bvgil, wozu er eine unhalt- 
bare Vermutung aufstellt, nun befriedigend gedeutet seien; doch 
ist seine gleichsetzung von figel mit videle gewiß nicht richtig. 

Eckenlied. 44. Georg Boos, Studien über das Eckenlied. 
Beitr. 39,135 — 174. — 1. Über Boers und Wilmanns' auffassung 
der Überlieferung. — 2. Über die einleitung: gegen Boers an- 
sieht, die pidrekssaga habe die einleitung des hd. gedichtes nicht 
gekannt. — 3. Dietrich und die frauen. — 4. Verhältnis zum 
Wunderer: gegen Warnatsch, der die wunderersage für älter als 
das Eckenlied hält, und gegen Boer, der sie auf die rezension as 



VII. B. Denkmäler. 121 

zTirtickführt, vertritt B. die auffassung, daß sie von Eckenlied L 
abhängig ist. — 5. Die enthauptung. diese tötung Eckes ist nur 
in den alten fassungen des Eckenliedes L und dessen vorläge *HD 
enthalten, später tritt an die stelle der enthauptung das durch- 
bohren, aber spuren der älteren todesart finden sich in den jüngeren 
redaktionen. 

Eilhart von Oberge. 45. Albert Leitzmann, Bemerkungen 
zu Eilharts Tristrant. ZfdA. 54,474 — 478. — kritische bemerkungen 
zum text, dabei hinweise auf reste der heimischen niederdeutschen 
mundart Eilharts, die in der Überlieferung und von Lichtenstein 
beseitigt worden sind, aber doch noch durch den in den hss. ge- 
wählten Wortlaut durchschimmern. 

Elisabeth. 46. Edward Schröder, Bruchstück der hl. 
Elisabeth. ZfdA. 54,425 — 426. — papierblatt aus der mitte des 
14. jahrhs., wahrscheinlich dem westlichen Hessen entstammend, 
jetzt im fürstlich waldeckischen archiv zu Marburg. Schröder be- 
zeichnet es als b. lesartenverzeichnis. 

47. Ed. Schröder, Das fragment B der heiligen Elisabeth. 
ZfdA. 54,295 — 296. — das lange nur in Dronkes fehlerhaftem 
abdruck bekannte fragment ist bei einem Göttinger antiquar wieder 
gefunden worden. Sehr, gibt die genauen lesarten der hs., so- 
weit sie von Riegers text abweicht. 

48. Albert Leitzmann, Elisabet und Erlösung. Beitr. 38, 
529 — 547. — zwei Wortlisten: a) Wörter der Elisabet, die in der 
Erlösung fehlen, b) solche der Erlösung, die in der Elisabet fehlen, 
aus der starken divergenz des Wortschatzes der beiden gedichte 
schließt L. auf verschiedene Verfasser, womit auch die früher schon 
beobachteten lautlichen differenzen in den reimen ihre befriedigende 
erklärung fänden. Bartschs liste der beiden gedichten gemein- 
samen Wörter enthält zahlreiche gemeinmd. Wörter und verliert des- 
halb ihre beweiskraft. — anschließend einige bemerkungen zur 
kritik und erklärung für beide gedichte. 

Erlösung, s. nr. 48. 

Facetus. s. nr. 111 a,4. 

Konrad Fleck, vgl. auch nr. lila, 5. 

49. Karl H. Rischen, Bruckstücke von Konrad Elecks Floire 
und Blancheflür. nach der hs. F und P unter heranziehung von 
B, H hrsg. Heidelberg, Winter. (German. bibliothek IIL abt., 
bd. IV.) 130 s. 2,80 m. — nicht geliefert. 

Gottfried von Straßburg. 50. Gebhard M eh ring, Stutt- 
garter bruchstück einer Tristanhs. ZfdA. 54,167 — 172. — perga- 
mentdoppelblatt aus der ersten hälfte des 13. jahrhs., jetzt im 
besitz der bibliothek Tübingen, es enthält v. 12563 — 12 712 und 
12793—12938. abdruck des textes. 



122 VII. Mittelhochdeutsch. 

51. Walther Leppelt, Der titulierungsgebrauch in den rede- 
szenen der werke Gottfrieds von Straßburg und Konrads von Würz- 
burg, diss. Greifswald. 100 s. — vf. untersucht für Konrad 
den titulierungsgebrauch gesondert für die von Landau aufge- 
stellten gruppen seiner dichtungen. in den geistlichen gedichten 
Silvester, Alexius, Pantaleon verwendet er einfache titulierung und 
das anredepronomen du, in den novellen dringt daneben das ihrzen 
und prunkvollere titulierung durch, im Engelhard und den anderen 
werken seiner höhezeit entwickelt sich ein individueller zierlicher 
anredestil. charakteristisch dafür ist die Verwendung schmücken- 
der beiwörter, die hier sehr zahlreich werden. — bei Gottfried 
von Straßburg ist die titulierung weit einfacher, die schmückenden 
beiwörter neben den anreden viel seltener (1 beiwort auf 4,52 an- 
reden, während bei Konrad das Verhältnis in den größeren werken 
bis zu 1 beiwort auf 1,61 anreden steigt), auch ihre Stellung ist 
einfacher. — Statistik für die einzelnen werke Konrads und für 
Gottfried s. 70—99. 

Hans TOn Bühel. 52. Hinrich Fitschen, Anrede, titu- 
lierung und grußformen in den romanen Hans von Bühels, ein 
beitrag zur kenntnis der sitten und kulturgeschichte des 15. jahrhs. 
diss. Greifswald. 283 s. — ausführliche darlegung und be- 
sprechung des ganzen materials und feststellung der regeln, die 
für die einzelnen geschlechter und stände, für männer, frauen und 
verwandte, für alt und jung, hoch und niedrig gelten, das an- 
redepronomen und die anredeformeln werden in der hauptsache 
und im prinzip noch nach den regeln der höfischen zeit gewählt, 
daneben zahlreiche abweichungen naturalistischer natur, welche 
für die zeit, in der B. lebt, charakteristisch sind. 

Hartmann Yon Aue. vgl. auch nr. 98. 111 a,7 ff. 

53. Theodor Langer, Der dualismus in Weltanschauung und 
spräche Hartmanns von Aue. diss. Greifswald. 132 s. — die 
arbeit zerfällt in zwei hauptteile, der ei'ste betrachtet aufbau und 
Charaktere in H.'s epen und will zeigen, wie der mittelalterliche 
dualismus in ihnen zum ausdruck kommt: der theologische mit den 
gegensätzlichen begriffen von gott und weit, heiligkeit und stinde, 
kirche und Staat, jenseits und diesseits, der ritterlich profane mit 
den gegensätzen dienst und lohn, nieder und hoch usw. der 
zweite teil betrachtet den dualismus in Hartmanns ausdrncksweise 
und Stil, der sich in parallelismen und antithesen äußert sowohl 
n der Verbindung von wort und wort, als auch in der von satz 
und satz und in größeren partien. die sprachlichen quellen dieser 
erscheinungen liegen in dem ererbten sprachgut, in formein des 
epischen stils, reimformeln usw. vf. sucht aber zu zeigen, daß 
die Verwendung derselben in hohem grade bedingt ist durch H.'s 



VII. B. Denkmäler. 123 

dualistische denkweise (vgl. besonders auch s. 83: das deduktive 
denken H.'s und sein einfluß auf den stil). 

54. Bernh. Ritter, Die metrische brechung in den werken 
Hartmanns von Aue. diss. Halle. 83 s. vgl. abschn. V, B,39. 

55. Hartmann von Aue, Der arme Heinrich. Überlieferung 
und herstellung. hrsg. von E. Gier ach. (= Germanistische 
bibliothek, 3. abt., 3.) Heidelberg, C. Winter. XII, 106 s. 2,40 m. 

— jeweils linksseitig abdruck des textes A (verlorene Straßburger 
hs.) und der hs. Ba (Heidelberg) sowie der fragmente, rechts- 
seitig die textherstellung. vorausgeschickt kurze notizen über die 
hss. und ausgaben, im anhang bemerkungen über die grundsätze 
für die Wiedergabe der hss. und ihre Orthographie, ferner die ab- 
weichungen der hs. Bb (Kalocsa) von Ba sowie die abweich ungen 
der früheren ausgaben von G.'s text. — bespr. von F. Piquet, 
Rev. crit. 76,513. 

56. Eug. Gierach, Untersuchungen zum Armen Heinrich. 
I. Die bruchstücke des Armen Heinrich. ZfdA. 54,257 — 295. — 
von der von G. im vorwort zu seiner ausgäbe in aussieht ge- 
stellten begründung seiner textherstellung liegt hier der anfang 
vor: die Untersuchung über den wert der fragmente. für das 
Inderdorf er bruchstück D ergibt sich, daß es mit B gemeinsame 
vorläge hat: BD haben also nur den wert einer hs., nie an be- 
deutung noch nicht einmal A gleichkommt, für das St. Florianer 
bruchstück (C) zeigt dagegen die Untersuchung von wortgebrauch, 
Syntax, Wortstellung, versfüllung und versbestand, daß es der rest 
einer vortrefflichen, auch A an Zuverlässigkeit weit überragenden 
hs. ist. 

Heinrich toh Freiberg. 57. G. Ernst, Schach — d. 
schäch! Hie huoz — dbschäch. Deutsches wochenschach 29,309 — 311 

— ZU Heinrich v. Freiberg, Tristan v. 4155 ff. versuch, eine 
Stellung, wie sie der dichter im äuge gehabt haben könnte, an- 
schaulich zu machen. 

58. L. Pfannmüller, Zu Heinrichs von Freiberg Tristan 
41 55 f. Deutsches wochenschach 29,333 f. — einige einwendungen 
gegen Ernst (nr. 57) und prinzipielles über die art der behandlung 
von mhd. literarischen stellen, welche sich auf Schachpartien be- 
ziehen. 

Heinrich von Melk. 59. Theod. Baunack, Beiträge zur 
erklärung Heinrichs von Melk. ZfdA. 54,99 — 100. — I. Die ein- 
leitung zu dem leben der pf äffen in der Erinnerung: erklärung 
von V. 42 ff. — II. Die mönche in der Erinnerung: Erg. 187 — 242 
beziehen sich ausschließlich auf die mönche, nicht auch auf welt- 
geistliche. — III, Die meßopferfrage: gegen die besonders von 



j 24 VII. Mittelhochdeutsch. 

Kochendörffer vertretene ansieht, daß die meßopferfrage im Priester- 
leben und in der Erinnerung verschieden behandelt werde. — 
IV. Pseudobiographisches: die stellen Erg. 289 ff. über die ver- 
derbtheit der ritterlichen gesellschaft und Erg. 867 — 872 über 
kindererziehung können nicht, wie Heinzel meinte, adligen stand 
des dichters erweisen. 

Heinrich von Neustadt, vgl. auch llla,lO — 12. 

60. R. W. Pettengil, Zu den rätseln im Apollonius des 
Heinrich von Neustadt. JEGPhil. 12,248—251. — die lat. vor- 
läge von Heinrichs Apollonius v. 16552 — 16 727 hat wahrschein- 
lich drei rätsei gehabt, von denen H. eines ausließ; die worte cum 
haec et similia diceret haben ihn aber veranlaßt, vier weitere rätsei 
hinzuzufügen, am schluß bibliographie für die sechs rätsei. 

Heinrich von dem Türlin. 61. Erich Gülzow, Zur stil- 
kunde der kröne Heinrichs von dem Türlin. diss. Greifswald. 
XX, 39 s. — enthält einleitung und kapitel 1,1: das attributive 
beiwort. s. 34 ff. wird der gebrauch der wichtigsten epitheta bei 
H. mit dem gebrauch anderer mhd. dichter, besonders dem Wolf- 
rams, Hartmanns, Gottfrieds und des Nibelungenliedes, verglichen, 
die vergleichung zeigt Heinrichs Selbständigkeit, s. VII — XI Biblio- 
graphie Heinrichs v. d. T. — die arbeit soll vollstäfidig als heft 18 
der Teutonia erscheinen. 

62. Erich Gülzow, Der schreiberanhang der 'kröne'. ZfdPh. 
45,62 — 66. — wendet sich mit inhaltlichen und stilistischen 
gründen gegen Ortners Verteidigung der echtheit des schreiber- 
anhangs (vgl. Jsb. 1912,7,70). 

63. Karl Helm, Der schreiberanhang der kröne. Beitr. 89, 
390 — 398. — sachliche und sprachliche gründe sprechen gegen 
die echtheit des schreiberanhangs. dieser selbst muß aber wieder 
in zwei teile zerlegt werden: ein Schreiber hat die verse 
30001 — 30030 zugefügt, welche eine feierliche bitte an seinen 
auftraggeber enthalten, ein zweiter, vielleicht L. Flüegl, der 
Schreiber der Heidelberger hss., hat erst den burlesken schluß 
hinzugefügt. 

64. Georg Grab er, Die tnoie als wappenbild in der kröne 
Heinrichs von dem Türlin. Carinthia 103,108 — 117. — erklärt 
die moie als eule, ahd. holzmuoja. im weiteren Zusammenhang 
einiges über die eule als unheil verkündenden vogel und den Zu- 
sammenhang mit dem glauben der waldgeister. 

Heinrich von Teldecke. vgl. auch llia,l3. 

65. Olga Gogala di Leesthal, Studien über Veldeckes 
Eneide. Berlin, Mayer u. Müller. 5 m. — nicht geliefert. 



VII. B. Denkmäler. 126 

66. Hendrik von Veldeke, Sint Servatius legende, be- 
werkt door M. Koenen. Bussum, P. Brand. 60 c. — nicht ge- 
liefert. 

Himmlisches Jerusalem. 67. Walth. Ehrentraut, Zu 
dem mhd. gedichte 'vom himmlischen Jerusalem', diss. Leipzig. 
106 s. — eine einheitliche gcsamtquelle für das gedieht ist nicht 
zu finden, für die ausdeutung der zwölf steine stammt das material 
aus Pseudo-Hugo oder Beda oder aus der gemeinsamen quelle der 
beiden, mit Marbod hat die vorläge nichts zu tun. als weitere 
quellen kommen apokal3^psekommentare in betracht, ohne daß stets 
bestimmte quellenstollen namhaft gemacht werden können. in 
einigen versen finden sich gedanken, die ganz selbständig scheinen 
und bis jetzt wenigstens sonst nicht nachzuweisen sind. — das 
gedieht gehört nach E. zur bedürfnisliteratur, und zwar ist es eine 
reimlektion über Apok. 21,2 — 25, wahrscheinlich für den tag der 
kirchweihfeier geschaffen und bei deren Wiederkehr als predigt 
verwendet, die häufigkeit der benutzung erklärt die vielfache 
Überarbeitung, in kap. 4 versucht E., den text in seine einzelnen 
teile zu zerlegen, und bezeichnet alle stellen, an welchen irgend 
ein Stimmwechsel eintritt, welcher art dieser ist, wird in § 35 
für die einzelnen abschnitte zusammengestellt, in § 34 wird ver- 
zeichnet, welche gründe der melodie und des rhythmus für die 
wähl der lesarten maßgebend waren. — formel- und doubletten- 
sammlung s. 89 ff. 

Kaiserchronik. 68. Edw. Schröder, Fragment der kaiser- 
■chronik, redaktion B. ZfdA. 54,420 — 423. — perg.-doppelbl. des 
13. jahrhs., bayrisch, mit keinem der sonst bekannten bruchstücke 
zusammengehörend, es enthält v. 14953 — 15118 u. 15345 — 15467. 
abdruck des textes. 

Konrad vou Fussesbriinii. s. nr. 102. 

Konrad Ton Würzburg. (s. auch nr. 51. lila, 14 f.) 

69. Paul Gereke, Textkritisches und metrisches zu den 
dichtungen Konrads von Würzburg III. IV. Beitr. 38,501 — 529. 
— III. Nachträge zum Engelhard, beitrage zum Silvester und zum 
Schwanritter, textkritisches und metrisches, anschließend an Gr. 's 
frühere ausführungen (vgl. Jsb. 1911,7,63; 1912,7,79) und an Schrö- 
ders Studien zu Konrad v. W. (vgl. Jsb. 1912,7,78). — IV. Zum 
text des Alexius und des Pantaleon. kritische vorschlage. 

Kotzenmaere. s. nr. 92. 

Kudruu. 70. Karl Droege, Zur geschichte der Kudrun. 
ZfdA. 54,121 — 167. — daß die Friesen in der Kudrun so stark 
hervortreten, will Dr. aus ihrer hervorragenden beteiligung am 
kreuzzug von 1217 erklären und glaubt, dann auch in einzelheiten 



126 ^11- Mittelhochdeutsch, 

reminiszenzen an diesen kreuzzug feststellen zu können, den er 
damit also als terminus post quem für die entstehung der dich- 
tung ansetzt, (das von den Friesen hergenommene argument wird 
man jedoch nicht überschätzen dürfen, da sie auch in der zu gründe 
liegenden älteren Kudrundichtung eine große rolle spielen mußten; 
Dr. selbst sucht diese ältere dichtung wieder mit hinweis auf die 
Friesen auf das 2. oder 3. Jahrzehnt des 12, jahrhs. zu datieren.) 
mehr Sicherheit haben Dr.s weitere ausführungen, in denen dargelegt 
wird, daß die rechtlichen Verhältnisse, welche die K, voraussetzt 
(geleitsrecht der landesherren, fahnenlehen u, a.) sowie eine reihe 
zeitgeschichtlicher beziehungen auf Böhmen, die Ostseeländer, das 
Normannenreich auf die dreißiger jähre des 13. jahrhs. hinweisen, 
einzelnes vielleicht auf die zeit nach 1235. da die zeitgeschicht- 
lichen beziehungen und ebenso jene stellen, welche deutlich die 
kulturellen Verhältnisse und die anschauungen der zeit um 1235 
wiederspiegeln, sich gleichmäßig im ganzen gesicht finden, spricht 
auch dies für die einheitlichkeit des werkes, spuren einer älteren 
Kudrundichtung schimmern freilich überall durch, aber der dichter 
muß doch, mehr als bisher üblich war, als eine selbständige 
dichterische persönlichkeit gewürdigt werden, märchenhafte züge 
in der Kudrun läßt Dr. nur insofern gelten, als sie zur aus- 
schmückung der gestalten verwendet wurden, dagegen spricht er 
ihnen jede grundlegende bedeutung ab, — die beziehungen der 
Kudrun zu Rother, Salomon und Morolf und zur Heinrichsage 
werden kurz gestreift (s. 167). Galles frage, ob nicht des landes- 
wappens wegen die Kudrun jünger sein müsse als der Biterolf 
(vgl. Jsb. 1912,7,80), wird verneint. 

71. Otto Behaghel, Zur Kudrun, Beitr. 39,134. — in der 
Kudrun ist selcle 29 mal im reim auf helde verwendet, von den 
zwei weiteren belegen in Martins text, in denen das wort nicht 
im reim steht, ist 1345,2 nur konjektur und zu streichen; in 1192 
ist eine Umstellung der werte 7iie weschen niere und in kiineges 
seiden vorzunehmen, wodurch ebenfalls der reim helden : seiden her- 
gestellt wird. 

Lanrin. 72. Lamin. Ein tirol. heldenmärchen aus dem 
anfang des 13. jahrhs. Hrsg. von K. Müllenhoff. 4, aufl. bes. 
von Max Roediger. Berlin, Weidmann. 80 s. 1 m. 

Minnereden, s. nr. 37. 

Moritz YOn Craon. 73. Zwei altdeutsche rittermaeren. 
Moriz von Craon. Peter von Staufenberg. neu hrsg. von Edw. 
Schröder. 2. aufl. Berlin, Weidmann. 152 s, 3 m. — über 
die erste aufl, vgl, Jsb, 1894,14,26, — von der einleitung ist 
der abschnitt über Peter v. St. nur in nebensächlichem geändert 



VII. B. Denkmäler. 127 

(die belege für den Wechsel der Schreibungen Egenolf — Egenolt, 
Bertholf — Berthold sind übergangen). — wichtiger sind die ände- 
rungen, soweit die einleitung Moritz von Craon betrifft, ich hebe 
besonders hervor die ausführungen (s. 14 — 19) über des dichters 
Unkenntnis einer deutschen bearbeitung der Trojasage, über seine 
eventuelle bokanntschaft mit Gotfried von Straßburg und die damit 
zusammenhängende frage der datierung, die Sehr, nun ausdrücklich als 
ungelöst bezeichnet, ferner s. 25 f., wo Schröder einen Zusammenhang 
zwischen v. 1679 ff. und dem einen echten Hede M.'s (a Ventranf 
del dolz termine) vermutet, dagegen die früher geäußerte Vermutung, 
daß im deutschen Wortlaut der erzählung noch spuren der franz. 
vorläge zu finden seien, zurückzieht. E.. M. Meyers thoorie, M. v. 
Cr. sei ein stück von Blikers verlorenem Umhehanc wird s. 28 
gewiß mit recht abgelehnt. — der text selbst hat unter einfluß 
der rezension von Wilmanns einige änderungen erfahren. 
Nibelungenlied, vgl. nr. llla,18ff. 

74. Herrn. Schmidt, Die Nibelungenhandschrift (mit 
einer einlage). ZfdA. 54,88 — 98. — nach Schm. ist nicht, wie 
Braune annahm, die vorläge von d und somit ein stück des 
Heldenbuchs von der Etsch, sondern d und gehn auf gemein- 
same vorläge zurück, rekonstruktion von 0, von dem vf. mit 
hilfe einer elektrischen durchleuchtung etwa 350 buchstaben mehr 
lesen konnte, als früher möglich war. das fragment gehört in die 
zweite hälfte des 13. jahrhs., rührt von einem sorgfältigen Schreiber 
her und ist in einem der bayr.-österr. alpenländer, vielleicht in Tirol, 
zu hause, die vorläge *0d setzt Schm. um 1230 an. 

75. R. Wolkan, Trienter bruchstück des Nibelungenliedes. 
Beitr. 39,221 — 224. — zwei pergamentblätter des 14. jahrhs., ent- 
haltend Strophe 2356 — 2379. das fragment stimmt genau zu J 
und L. — diplomatisch getreuer abdri^ck. 

75. Alfred Walheim, Zur kenntnis des Nibelungenliedes 
im 17. jahrh. ZfdU. 27,676—678. — H. J. Wagner von Wagen- 
fels zitiert in seinem Ehren-ruff Teutschlands, der Teutschen und 
ihres Reichs (Wien 1691) eine strophe des Nibelungenliedes nach 
Wolfgang Lazius. eine hs. des liedes hat er nicht gekannt. 

77. L. Polak, Untersuchungen über die sage vom Bur- 
gundenuntergang. I. Die Thidrekssaga und das Nibelungenlied, 
ZfdA. 54,427—466. vgl. abschn. XVIII,77. 

78. A. F. C. Vilmar, Analysis of the Nibelungenlied, edit. 
with notes by G. E. Hugelshofer. London, Harrap. 2/-. 

79. Arthur Krause, Die litotes und ähnliche figuren im Nibe- 
lungenlied, diss. Würzburg. 58 s. — abschnitt I — IV überblick über 
die verschiedenen im Nibelungenlied auftretenden arten der litotes, 



128 ^^11- Mittelhochdeutsch. 

im anhang dazu das material für die klage, die vergleichung des 
gebrauches der litotes in den einzelnen handschriften ergibt, daß 
A und B sich nahe stehn, während C in vielen fällen die litotes 
beseitigt und auch dadurch zeigt, daß es jünger ist. 

80. Triedr. Vogt, Zur geschichte der Nibelungenklage, fest- 
gabe zur 52. Versammlung deutscher philologen und schulmänner 
zu Marburg. Marburg, J. A. Koch. s. 137 — 167. — in ge- 
wissem sinne eine fortführung zu Vogts aufsatz: Volksepos und 
Nibelungias (vgl. Jsb. 1911,7,71 und 18,69). es wird gezeigt, 
daß die klage auf der redaktion B* des Nibelungenliedes fußt, ihr 
entnimmt sie die hauptmasse des Stoffes aber auch die anregung 
zu erweiterungen. die redaktion C hat dann die zutaten der klage, 
wieder durch eigenes vermehrt, in den liedtext übernommen, was 
die klage und C an tatsächlich neuem bringen, weist nirgends bis 
ins 10. jahrh. (hypothetische Nibelungias) zurück, sondern ins 
12. jahrh.: wichtige beispiele besonders die erwähnung von Lorsch 
und Siegfrieds 'langer sarg' daselbst (C, Zarncke 174,6), der 
name Dancrät (eine von Waltharius abhängige Nibelungias hätte 
den vater der könige gewiß Gibicho genannt), Turkie, herzog Her- 
mann von Polen, einflüsse der Ernst-dichtung, deren quellenangabe 
auch für die berufung der klage auf Pilgrims lateinische aufzeich- 
nung das vorbild gegeben hat. 

Oswald, s. nr. llla,22 f. 

Ottokar, steirische reimchronik. s. nr. 84. 

Passional. vgl. auch nr. lila, 24. 

81. Edw. Schröder, Aus Passional buch IL ZfdA. 54, 
423—425. — ein in die beiden einzelblätter zerrissenes innerstes 
doppelblatt einer läge, um 1300 zu datieren, von zierlichem format, 
offenbar rest einer teiledition aus buch IL erhalten sind die verse 
166,35 — 167,37 von Hahns ausgäbe. 

Peter Ton Staufenberg. s. nr. 73. 

Bruder Philipp. 82. Franz Pennerstorfer, Bruchstück von 
Bruder Philipps Marienleben, progr. Leoben. 5 s. — zwei perga- 
mentblätter (A und B) aus Vitis, Nieder-Osterreich, ein stück der 
auch in der Admonter hs. und den Bamberger bruchstücken vor- 
liegenden Version von Philipps Marienleben enthaltend, direkte 
beziehung zu den genannten hss. ist nicht festzustellen. 

Pleier. 83. K. Deck, Untersuchungen über Gauriel von 
Muntabel. diss. Straßburg. 116 s. — nicht geliefert. 

ReimclirOIlikeil. 84. Milos Vystyd, Die steirische reim- 
chronik und die Königsaaler chronik, eine quellenkritische Unter- 
suchung. Mitt. d. inst. f. österr. geschichtsforsch. 34,218 — 295. — 



VII. B. Denkmäler. 129 

gegen Seemüllers ansieht, daß die steirische reimchronik Ottokars 
das erste buch der Königsaaler chronik benutzt habe, erhebliche 
Verschiedenheiten werden nachgewiesen, die Übereinstimmungen 
beruhen vielleicht auf einer zwischen 1287 und 1297 geschriebenen 
gemeinsamen vorläge beider Chroniken. 

Reitergedicht. 85. Emil Seh aus, Ein westdeutsches Reuter- 
gedicht aus der mitte des 15. jahrhs. ZfdA. 54,175 — 195. — ein 
hessisches (oder nassauisches?) gedieht, wahrscheinlich aus den 
Jahren zwischen 1450 und 1458 stammend. 

ßolandslied. 86. Ernst Oppermann, Die versschlüsse der 
form )( )( (x) im deutschen Rolandslied. diss. Greifswald. 64 s. 

— eine Untersuchung über die bedeutung der beschwerten hebung 
im versende für das Rolandslied, der versschluß hat in R. oft ein 
besonderes akustisches Schwergewicht, mithin ein besonderes pathos. 

— vgl. auch abt. 5,B,63. 

Job. Rothe. vgl. auch nr. 136. 

87. Joh. Rothe, Des rätis zeucht, hrsg. von Alfr. Hein- 
rich. Progr. real-g. Berlin Tempelhof. 14 s. — kritischer text 
nach der Fuldaer hs. und dem Berliner bruchstück. voraus- 
geschickt: Rothe-literatur von 1905 — 1912. 

Rother. 88. Franz Pogatscher, Zur entstehungsgeschichte 
des mhd. gedichtes von könig Rother. Halle, Niemeyer. IX, 78 s. 
2,40 m. — der Heidelberger text des Rother stellt keinesfalls die 
ursprünglichste fassung des gedichtes dar. vf. sucht, durch be- 
obachtung der rhythmischen Verhältnisse für die ersten 1000 verse 
einige interpolatoren und bearbeiter und daraufhin zwei der hs. H 
vorausliegende fassungen festzustellen, darnach wäre ein Urrother 
(U) in aehtzeiligen Strophen zunächst von einem redakter S* be- 
arbeitet worden, wobei eine reihe sechszeiliger atrophen entstand. 
die so entstandene fassung S wurde durch mehrere interpolatoren 
J (s. 22), T (s. 23), E (s. 26) erweitert, wobei die alte strophi- 
sche form durchbrochen wurde, s. 41 — 45 wird der inhalt des er- 
schlossenen Urrother dargelegt, s. 46 — 78 wird für v. 1 — 940 und 
für 2209 — 2460 die ältere gestalt rekonstruiert in der weise, daß 
H abgedruckt wird, aber durch den druck der bestand von U, S, 
und das, was über S hinausgeht, kenntlich gemacht wird, für die 
nach V. 1000 liegenden teile des gedichtes ist nach P. die ent- 
stehungsgeschichte einfacher. eine neue gesamtausgabe wird in 
aussieht gestellt. 

89. Gotthard Berndt, Die reime im 'König Rother', diss. 

Greifswald [1912]. 42 s. — reimwörterbuch, in welchem vf. vom 

'normal'mhd. ausgehend die reime in bestimmte gruppen ordnet: 

I. reine reime, II. unreine reime (assonanzen), III. unsichere reime, 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 9 



130 VII. Mittelhochdeutsch. 

IV. dreireime, V. rührende reime, VI. fehlerhafte reime der hs. 
nur als Vorarbeit für eine Untersuchung der spräche zu bewerten. 

Rudolf YOll Ems. 90. Edw. Schröder, Fuldaer bruch- 
stück von Rudolfs von Ems Barlaam. ZfdA. 54,23 — 24. — rest 
eines doppelblattes von einer pergamenths. des 14. jahrhs., lücken- 
haft die verse 98,34 bis 106,2 der Pfeifferschen ausgäbe ent- 
haltend, lesarteuverzeichnis. 

Schlegel. 91. Ludw. Pfannmüller, Kleinere beitrage zur 
kenntnis der mhd. novellendichtung. 1. Die Überlieferung des 
Schlegels. 2. Über das Kotzenmaere. ZfdA. 54,231 — 247. — 
1. Die papierhs. tv des Schlegels hat gegenüber der pergamenths. H 
in vielem die ursprünglichere form bewahrt. 2. Text der fassung 
III des Kostzemaeres. die fassungen II und III zeigen keine 
näheren beziehungen, fassung IV ist eine kontamination von II 
und III. 

Sperber. 92. Heinr. Niewöhner, Der Sperber und ver- 
wandte mhd. novellen (= Palaestra 119). Berlin, Mayer und 
Müller. 172 s. 4,80 m. — volldruck der Jsb. 1912,7,102 be- 
sprochenen dissertation. anmerkungen, sprachliche und metrische 
Untersuchungen zum Häslein, das um 1300 von einem Alemannen 
verfaßt ist, im ausdruck durch Gottfried von Straßburg beeinflußt. 

— Dulciflorie, von andern ebenfalls Sperber genannt, ist rhein- 
fränkisch, N. setzt es um 1200 an. — vf. verfolgt in kap. IV 
ferner die motive in anderen erzählungen und druckt einige ver- 
wandte prosaerzählungen ab. für die drei deutschen novellen 
Sperber, Häslein und Dulciflorie erschließt N. eine vorläge X, die 
wieder auf die gemeinsame vorläge Y der französischen vers- 
novellen Grue und Heron zurückgeht, wie die fünf von N. abge- 
druckten prosafassungen damit verwandt sind, läßt sich nicht sicher 
feststellen, verschiedene möglichkeiten sind denkbar (vgl. das 
Stemma s. 156). 

Streltgedichte. s. nr. 18. 

Stricker. 93. Der Stricker, Der pfaffe Amis, ein illustr. 
Straßburger Wiegendruck, nach dem original in der Münch. k. hof- 
u. staatsbibl. hrsg. von K. Heiland. München, Kuhn. (Selten- 
heiten a. südd. bibl. bd. 1.) 24 s. und 48 s. faksimiledruck. 20 m. 

— beapr. von K. Schottenloher, DLz. 34,786—789. 

Suclienwirt. 94. Ludw. Schönach, Zu Peter Suchenwirt. 
AfdA. 36,199. — Urkunde markgraf Ludwigs von Brandenburg 
aus München vom 31. mai 1354. in ihr ein Suchenwirt erwähnt, 
in welchem Seh. den dichter vermutet. 

Tischzuchten. s. nr. 17. 

Übeles weib. 95. Zwei altdeutsche schwanke: Die böse 
frau. Der weinschwelg, hrsg. von Edw. Schröder. Leipzig, 



VII. B. Denkmäler. 131 

Hirzel. 59 s. 1,25 m. — 'Die böse frau' ist das gedieht 'Vo7i 
dem ühelen uihe' und Sehr. 's ausgäbe tritt an stelle einer neuen 
aufläge der vergriffenen Hauptsehen ausgäbe dieses werkehens. 
der text ist gegen H. vielfach geändert (s. nr. 96). der Wein- 
schwelg wird auf grund einer neuen abschrift bzw. kollation der 
hss. ediert, die Zusammenstellung mit der bösen frau verdankt 
er der engen literaturgeschichtlichen Zusammengehörigkeit; Schröder 
nimmt sogar an, daß beide wei'ke denselben vf. haben. 

96. Edward Schröder, Zur kritik des mhd. gedichtes 'Von 
dem Übeln weibe'. Nachr. d. gött. gel. ges. 1913,88 — 103. — in 
der ersten hälfte eine begründung der in Schröders ausgäbe ge- 
wählten textgestalt. die zweite hälfte bespricht die literar-histo- 
rische Stellung des gedichts: Sehr, kommt zu dem schluß, daß es 
die Neidhartsche richtung in der dichtung voraussetze und wenig 
jünger sei als der Meier Helmbrecht, im Weinschwelg sieht Sehr, 
ein zweites werk desselben vf.s. im anhang einige bemerkungen 
zur kritik des Weinschwelgs. 

Ulrich von Türheim. 97. Eberh. Kurt Busse, Ulrich 
von Türheim {= Palaestra 121). Berlin, Mayer u. Müller. VIII, 
181 s. 6,80 m. — vf. versucht 'die persönlichkeit des dichters 
zu erfassen und aus ihr heraus sein werk', bespricht deshalb zu- 
erst sein leben, heimat und geschlecht, gönner und freunde (skizze 
des äußeren lebeus s. 13 f.), persönlichkeit (reichsgesinnung, zurück- 
treten des ritterlichen Standesbewußtseins, Stellung zu liebe und 
ehe, zur religion, Stellung zum publikum und seinem eigenen werk, 
literarisches Selbstgefühl). — für die Chronologie von U.'s werken 
kommt B. (s. 36 — 42) zu dem ansatz: Kliges in den zwanziger 
Jahren, Tristan um 1230, Rennewart um 1240. daß die erhalteneu 
deutschen Kligesfragmente wirklich U. zugehören, wird durch einige 
neue beobachtungen gestützt (s. 113 f.). ausführlich bespricht B. 
für die größeren werke die frage nach den quellen, komposition 
und Stil, in letzterem punkt ergibt sich ein wesentlicher unter- 
schied: der Tristan steht mit seinem herben charakter seiner vor- 
läge und wahrscheinlich einzigen quelle Eilhard nahe; der stil des 
Rennewart, an Wolfram gebildet, ist freier und persönlicher aber 
immer, wie es des dichters natur entspricht, nüchtern. — bei der 
besprechung der verskunst muß sich vf. aus äußeren gründen 
(s. 87) auf den Tristan beschränken. — s. 179 ff. bibliographie 
zu U. V. T. 

Ulrich von Zatzikhoven. 98. Adolf Behre, Die kunst 
der personenschilderung bei Ulrich von Zatzikhoven. diss. Greifs- 
wald. 108 s. — die arbeit ist im ganzen und in den wichtigsten ge- 
sichtspunkten für die einteilung des Stoffes ein gegenstück zu 
Heynes dissertation über die darstellung lebender wesen bei 

9* 



132 '^II. Mittelhochdeutsch. 

Hartmaua (vgl, Jsb. 1912,7,58). doch ist ein abschnitt über die 
einführung der personen hinzugekommen, die bei U. auf zweierlei 
weise geschieht: dramatisch (durch unmittelbares eingreifenlassen 
in die handlung) und durch erwähnuug. im abschnitt über die 
direkte personenschilderung wird die darstellung der gestalten und 
die darstellung der Charaktere mit vorteil geschieden. — U.'s 
schilderungs- und Charakterisierungskunst ist vorwiegend t5'^pisch, 
aber auch einige ganz individuelle personen begegnen, selbst gemeine 
Charaktere, die als solche deutlich behandelt werden (unterschied 
gegenüber Hartmann). in einem anhang s. 103 ff. stellt B. die 
literatur über die frage der priorität des Erecs oder Lanzelets zu- 
sammen und weist, ohne selbst eine entscheidung zu treffen, auf 
Übereinstimmungen in der personenschilderung hin, die für die 
frage von bedeutung werden können. 

Yäterbuch. s. nr. llla,28. 

Tintler. 99. Max Bartels und Osk. Ebermann, Zur 
abei'glaubenliste in Vintlers Pluemen der tugent. ZfVk. 23, 
1 — 18. 113 — 136. — in der hauptsache belegsammlung für die 
sonstige bis heute dauernde Verbreitung der von Vintler (v. 7694 — 
7997) aufgezeichneten abergläubischen anschauungen (s. 12 — 18 und 
113 — 136 von Bartels), vorausgeschickt wird von Ebermann eine 
kurze notiz über Vintlers quellen und im paralleldruck mit den in 
betracht kommenden versen Vintlers ein von diesem abhängiges, 
schon dem 16. jahrh. angehörendes gedieht, der 'Spruch von der 
zauberey und dem Unglauben' des Nürnberger hutmachers Asmus 
Maj^er. 

Yirginal. 100. Edw. Schröder, Bruchstück der Virginalhs.E. 
ZfdA. 54,412 — 419. — ein zweites stück der durch ihre sinnlosen 
Versumstellungen merkwürdigen hs. E der Virginal, enthaltend die 
Strophen 356 — 374. Schröder vermutet, das fragment gehöre zu 
einem 'heldenbuch'. abdruck des textes. 

Wartburgkrieg. 101. Ed. Schröder, Johann von Zernin. 
ZfdA. 54,478 — 480. — der in einer zusatzstrophe zum Wartburg- 
krieg (J 117) genannte Johann von Zernin stammt nicht aus 
Böhmen, sondern ist wohl identisch mit dem Mecklenburger Joh. 
de Cernin, der in der zeit von 1280 — 1313 gegen hundertmal ur- 
kundlich bezeugt ist. auf mögliche beziehungen zu Erauenlob und 
Damen wird hingewiesen. 

WoinscliweUr. s. nr. 95 f. 

Weruher. 102. Max Päpko, Das Marienleben des Schweizers 
Wernher. mit nachtragen zu Vögtlins ausgäbe der Vita Marie 
rhythmica. (= Palaestra 81.) Berlin. VI,182 s. 5,60 m. — 
über das vor einigen jähren als dissertation erschienene erste kapitel 



VII. B. Denkmäler. I33 

über das Verhältnis zur vorläge vgl. Jsb. 1908,7,123. — kapitel II 
behandelt nach kurzen Zusammenstellungen über die metrik aus- 
führlich die spräche W.'s auf" grund der reime und kommt zu dem 
resultat, daß v. d. Hagens anuahme schweizerischer herkunft des 
dichters zu recht besteht, vielleicht ist engere lokalisierung nach 
der Nordschweiz möglich. — im anhang nachtrage zu Vögtlins 
ausgäbe der Vita Marie rhythmica betreffend die glossen in der 
von V. zugrunde gelegten hs. Clm. 12 518, die rubrikeneinteilung 
und Überschriften ebendort, soweit Vögtlin von ihnen abweicht, 
autorenangaben in den vier vom vf. benutzten hss. der Vita, be- 
richtigungen zu Vögtlins text, endlich eine beschreibung der Mün- 
chener hs. — unter den berichtigungen und Zusätzen s. 175 eine 
erörterung über das Verhältnis zwischen der Vita Mariae und Kon- 
rads von Fussesbrunn Kindheit Jesu; P. ist der ansieht, daß der 
vf. der Vita Konrads gedieht benutzt hat. 

Wolf dietr ich. 103. H. Schneider, Die gedichte und die 
fage von Wolfdietrich. München, siehe abt. 18,75. — bespr. 
von F. Piquet, Rev. crit. 76,512; von W. Golther, Zs. f. franz. 
spr. u. lit. 41,11,175 — 179; vgl. auch W. Benary, Zs. f. rom. phil. 
37(1913),622 f. 

Woltram von Eschenbach. 104. W. Weyh, Neuere 
forschungen über Ursprung und entwicklung der Grallegende. 
BfGw. 48,2 — 13. — kurze Zusammenstellung des inhalts der 
wichtigsten neueren erscheinungen seit Golthers rektoratsrede 
1910 ohne eigene Stellungnahme. 

105. B. Qu. Morgan, Some women in Parzival. JEGPhil. 
12,175 — 198. — vergleicht Herzeloyde, Jeschute, Condwiramurs, 
Obie und Obilot, Antikonie, Orgeluse in der darstellung Chrestiens 
und Wolframs. 

106. W. Golther, Parsifal und der gral in deutscher sage 
des mittelalters und der neuzeit. (Xenienbücher nr. 5.) Leipzig, 
Xenienverlag. 62 s. 0,50 m. — geschichtliche Übersicht der 
Parzivalsage und ihrer bearbeitungen mit besonderer berück- 
sichtigung der entstehung und bedeutung des Wagnerschen Parsifal. 

107. M. V. Eschen, Parzival und Faust, eine studie. Leipzig. 
Sphinxverlag. 0,60 m. 

108. M. J. Minckwitz, Encore le Willehalm de Wolfram 
d'Eschenbach. Rev. germ. 9,36 — 65. — eine ältere, noch von 
Gaston Paris angeregte und unter seiner führung vollendete arbeit 
von 1895 über die frage nach den quellen des Willehalm, nach 
den selbständigen zutaten Wolframs und ob er vollendet sei oder 
nicht. 1. er sieht eine alte version der Bataille d' Alischanz als 
alleinige quelle an; 2. er weist die ansieht, Wolfram habe die 



134 "VII. Mittelhochdeutsch. 

heroische rolle Rennewarts' durch humoristische zutaten ver- 
kleinern wollen, zurück, aber der positiven gestaltung der Renne- 
wartgestalt wird er meines erachtens nicht gerecht; 3. Willehalm 
ist kein fragmont, anfang und schluß sind freie zudichtung 
Wolframs. 

109. Jejunus, Die grundlagen der Parzivaldichtung. Preuß. 
jbb. 150,98—117. 

110. Anzeigen früher besprochener Schriften: 1, L.v. Schroe- 
der, Die wurzeln der sage vom heil. Gral 1912,120,3: Rev. germ. 
9,247 von F. Piquet, der die beweise noch nicht für ausreichend 
halt. 2. r. Kittelmann, Einige mischhandschriften von W.'s 
Parzival 1911,7,96: Litbl. 33,234—235 von K. Helm, der für 
weitergehende Untersuchungen des hss. -Verhältnisses eine zweck- 
mäßigere und übersichtlichere anordnung der beweispunkte nach 
ihrer Wichtigkeit wünscht und erläutert, im übrigen dem ergebnis 
K.'s zustimmend. 

Michel Wyssenherre. 111. Walther Seehausen, Michel 
Wyssenherres gedieht 'Von dem edeln herrn von Bruneczwigk, 
als er über mer füre' und Die sage von Heinrich dem löwen. 
(Germanistische abhandlungen 43.) Breslau, M. u. H, Marcus. 
VIII. 173 s. 6,40 m. — der Schreiber der einzigen hs. des ge- 
dichtes war Centgraf in Modau, südlich von Darmstadt, seine 
heimat ist nach ausweis der spräche in derselben gegend zu suchen, 
auch den dichter betrachtet vf. als Rheinfranken, wogegen aber 
einige charakteristische reime sprechen, er wird eher weiter nörd- 
lich zu hause sein und erst später nach Rheinfranken gekommen 
sein, er schrieb um die mitte des 15. jahrhs. der text des ge- 
dichtes wird nach der hs., jedoch unter Verbesserung der sehr 
zahlreichen fehler neu gedruckt, kap. II — VI dienen der sagen- 
untersuchung. die einzelnen bearbeitungen der sage werden durch- 
gesprochen, dann die wichtigsten bestandteile der sage (heimkehr- 
sage, der löwe, brautfahrt, sonstige abenteuer) untersucht und eine 
gruppierung der einzelnen bearbeitungen gegeben, der historische 
ausgangspunkt der sage ist höchst wahrscheinlich in einigen zügen 
aus Heinrichs des löwen leben selbst zu erblicken (s. 116 — 141). 

lila. Besprechungen früher erschienener werke: 1. Bruno 
Wiesotzky, Untersuchungen über das mhd. 'Buch der rügen' 
(vgl. Jsb. 1911,7,33); bespr. von F. P., Rev. germ. 9,105—106. 
— 2. R. Banz, Christus und die minnende seele (vgl. Jsb. 1909, 
7,54; 1910,7,89[4]; 1911,7,99[1]); bespr. von K. Helm, Litbl. 
34,5 — 6. — 3. A. Hübner, Daniel, eine deutschordensdichtung 
(vgl. Jsb. 1911,7,34); bespr. von W. Ziesemer, Mitt, d. westpr. 
gesch. -Vereins 12,62 — 63. — 4. Carl Schröder, Der deutsche 



VII. B. Denkmäler. 135 

Facetus (vgl. Jsb. 1911,7,41; 1912,7,121[4]); bespr. von Edw. 
Habel, DLz. 34,423—426; von K. Helm, AfdA. 36,251—255; 

von , Braunschweiger magazin 18,21 — 22. — 5. Lor. Ernst, 

Floire und Blancheflur (vgl. Jsb. 1912,7,49); bespr. von — , Cbl. 
64,1178—1179. — 6. F. Bulthaupt, Müstätter Genesis und 
Exodus (vgl. Jsb. 1912,7,51); bespr. von E. Gierach, DLz. 34, 
1386—1387. — 7. Wilh. Wackernagel, Der arme Heinrich 
Hartmanns von Aue. hrsg. von Stadler (vgl. 1911,7,50; 1912, 
7,121[7]); bespr. von G. Ehrismann, Litbl. 34,321—322. — 
8. G. Riemer, Wörterbuch und reimverzeicbnis zu dem armen 
Heinrich Hartmanns von Aue (vgl. Jsb. 1912,7,61); bespr. von 
Gierach, DLz. 34,2406—2408; von H. Z. Kip, JEGPhil. 12, 
644 — 646. — 9. Joh. Mey, Zur kritik Arnolds von Lübeck (vgl. 
Jsb. 1912,7,60); bespr. von Christian Reuter Zs. d. ver. f. Lüb. 
gesch. u. altertumsk. 15,173 f. — 10. A. Bockhoff u. S. Singer, 
Heinrichs von Neustadt Apollonius v. Tyrland (vgl. Jsb. 1911, 
7,56; 1912,7, 121[10]); bespr. von K. Helm, Litbl. 34,362—364. 

— 11. Marta Marti, 'Gottes zukunft' von H. v. Neustadt (vgl. 
Jsb. 1911,7,57; 1912,7,12][11]); bespr. von A. Gebhardt, Archiv 
130,391—392; von K. Helm, Litbl. 34,363—364. — 12. Maria 
Geiger, Die Visio Philiberti des H. v. Neustadt (vgl. Jsb. 1912, 
7, 68); bespr. von K. Helm, Litbl. 34,364. — 13. Barker Fair- 
ley. Die Eneide Heinrichs von Veldecke und der Roman d'Eneas 
(vgl. Jsb. 1910,7,52); bespr. von K. Helm, Litbl. 34,265—267. 

— 14. Konrad v. Würzburg, Engelhard, hrsg. von P. Gereke 
(vgl. Jsb. 1912,7,81); bespr. von D. v. Kralik, Allg. litbl. 22, 
272. — 15. Aug. Walsch, Das ge-präfix in verbalen kompo- 
sitionen in Konrads von Würzburg 'Engelhard u. Engeltrud' (vgl. 
Jsb. 1912,7,82); bespr. von 0. Langer, ZfRw. 28,635 — 636. — 
16. Er. Mai, Das mhd. gedieht vom mönch Felix (vgl. Jsb. 1912, 
7,86); bespr. von L. Pfannmüller, DLz. 34,1250—1253; von 
F. P., Rev. germ. 9,489; von G. Gromaire, Moyen-äge 26, 
238 — 240. — 17. R. Vian, Ein mondwahrsagebuch (vgl. Jsb. 
1910,7,58; 1911,7,99[7]; 1912,7,121[16]); bespr. von A. Abt, 
Litbl. 33,235—236; von R. Priebsch, DLz. 34,2784—2786. — 

18. Jos. Körner, Nibelungenforschungen der deutschen romantik 
(vgl. Jsb. 1911,7,70; 1912,7,121[17]; bespr. von Suhtscheck- 
Hauschka, Euphorion, zehntes ergänzungsheft 146 — 148. — 

19. Arth. S. Way, The lay of the Nibelungen men (vgl. Jsb. 
1912,7,87); bespr. von C. von Klenze, JEGPhil. 12,138—144. 

— 20. J. Stuhrmann, Idee und hauptcharaktere der Nibelungen 
(vgl. Jsb. 1910,7,66; 1912,7,121[19]); bespr. von Boer, Museum 
20,55; von A. Petak, ZfRw. 28,413. — 21. Wald. Lehnerdt, 
Die anwendung der beiwörter in den mhd. epen von Ortnit und 



136 ^11- Mittelhochdentsch. 

Wolfdietrich (vgl. Jsb. 1910,7,7); bespr. von F. Piquet, Rev' 
crit. 75,186; von Just. Lunzer, AfdA. 36,39—42. — 22. H.W. 
Keim, Das spielmannsepos vom heiligen Oswald (vgl. Jsb. 1912, 
7,92); bespr. von W. v. Unwerth, DLz. 34,1513—1516. — 
23. Der Wiener Osvrald, hrsg. von G. Baesecke (vgl. Jsb. 
1912,7,95): bespr. von H. W. Keim, AfdA. 36,240—251; von 
W. V. Unwerth, DLz. 34,1513—1516; von H. Lohre, Archiv 
130,234. — 24. Ernst Tiedemann, Passional und Legenda aurea 
(vgl. Jsb. 1909,7,93); bespr. von K. Helm, Litbl. 34,7—8. — 

25. Otto Seidl, Der schwan von der Salzach (vgl. Jsb. 1909,7,94; 
1910,7,89[11]); bespr. von W. Golther, Litbl. 34,99—100. — 

26. P. G. Beyer, Die mhd. Segremorsfragmente (vgl. Jsb. 1909, 
7,103); bespr. von K. Helm, Litbl. 34,6—7. — 27. Wilh. Steh- 
mann, Die mhd. novelle vom Studentenabenteuer (vgl. Jsb. 1909, 
7,107; 1910,7,89[13]; 1911,7,99[11]; bespr. von W. Golther, 
Litbl. 34,97 — 99. — 28. Karl Höh mann, Beiträge zum Veter- 
buch (vgl. Jsb. 1910,7,109; 1911,7,99[14]); bespr. von K. Helm, 
Litbl. 34,7 — 8. — 29. Wernher der Gaertenaere, Meier Helm- 
brecht, hrsg. von Fr. Panzer. 3. aufl. (vgl. Jsb. 1912,7,107); 
bespr. von D. v. Kralik, Allg. litbl. 22,337—338. 

h) Lyrik (vgl. auch nr. 19 — 22), 

Frauenlob. 112. Ludw. Pfannmüller, Frauenlobs begräbnis. 
Beitr. 37,548 — 559. — die nachricht von Frauenlobs grablegung 
durch die Mainzer frauen ist eine sage, die sich gebildet hat als 
auslegung des grabsteines, welcher darstellte, wie der sarg von 
acht frauen getragen wird, diese darstellung selbst aber ist eine 
allegorie, veranlaßt durch seinen spielmannsnamen Frauenlob. — 
im anhang eine Zusammenstellung über das fortleben Frauenlobs 
in der deutschen literatur und über den Mainzer Frauenlobkult. 

113. Ludw. Pfannmüller, Frauenlobs Marienieich (Quellen 
und forschungen 120). IX, 133 s. 5 m. — I. Frauenlob-Mario- 
logie: stellt die bei Fr. auftretenden, auf bibel und dogmatik 
zurückgehenden züge der Mariologie unter angäbe der quellen zu- 
sammen. — II. Der dichter und sein werk: beleuchtet den leich 
als minnedichtung und weist auf das sehr merkwürdige resultat 
hin, das die Übertragung von motiven des minnesanges auf theo- 
logische gegenstände ergibt: erotisch-mystische Zweideutigkeiten, 
der dichter für die behandlung des gegenständes ganz unzuläng- 
lich, deshalb herrscht größte Verschrobenheit und ideenflucht. — 
m. Als gelehrter ist Fr. unbedeutend, seine gelehrsamkeit besteht 
nur aus schulreminiszenzen. — IV. Poetisch ist das werk sehr 
ungleichmäßig, einige künstlerisch wertvolle und eindrucksvolle 



VII. B. Denkmäler. I37 

allegorien sind hervorzuheben, an die goldene schmiede reicht 
der leich nicht heran, steht aber weit höher als die werke späterer 
nachahmer. — s. 49 — 73 folgt der text in neuer kritischer aus- 
gäbe, ihm schließen sich in den anmerkungen beitrage zur er- 
klärung des schwierigen gedichtes von vers zu vers an. voraus- 
geschickt sind bemerkungen über die hss., deren Verhältnis nicht 
restlos bestimmt werden kann. 

Gottfried von Neifen. 114. Walter Behne, Kleinig- 
keiten zu Neifen. ZfdA. 54,255 — 256. — einige bemerkungen 
zur textkritik. 

Bruder Hans. 115. Alfr. Morsbach, Bruder Hansens 
Englisch. ZfdA. 54,117 — 120. — Bruder Hansens Englisch spiegelt 
Londoner dialekt mit kentischem einschlag wieder. 

Herman der damen. 116. Helena Onnes, De gedichten 
van Hermander Damen. Proefschrift, Groningen. 129 s. — neuaus- 
gabe der lieder s. 76 ff. — vorausgeschickt Untersuchung der Über- 
lieferung und der spräche der gedichte: obersächsich aber einzelne 
niederdeutsche spuren; als heimat betrachtet vf. Dahme in Branden- 
burg (s. 22). es folgt eine Zusammenstellung dessen, was über 
das leben des dichters festzustellen ist, dann Untersuchungen über 
melodien und rhythmus und eine Charakteristik seiner dichterischen 
kunst. 

Hiltbolt V. Schwangau. 117. Erich Juethe, Der minne- 
singer Hiltbolt v. Schwangau. (Germanistische abhandlungen 44.) 
Breslau, M. u. H. Marcus. VIII,100 s. 3,60 m. — volldruck 
der Jsb. 1905,7,137 erwähnten arbeit. I. Die person des dichters; 
keine der Urkunden ist auf ihn zu beziehen. IL Überlieferung. 
IIL Inhalt und Charakter der lieder: sie gehören der zeit zwischen 
1190 und 1210 an. als unecht werden Strophe 16, 17, 180 aus- 
geschieden, alles andere ist echt. B hatte bis auf diese dort 
fehlenden unechten strophen in der lücke denselben bestand wie C. 
IV. Hiltbolts Verhältnis zur zeitgemäßen literatur, bes. zu Hausen, 
Reinmar, Morungen und Walther, parallelensammlung. V. Metrik. 
VI. Text mit (VII.) Anmerkungen. 

Sigeher. 118. Heinr. Peter Bro dt, Meister Sigeher. (Ger- 
manistische abhandlungen nr. 42.) Breslau, M. und H. Marcus. 
VIII,121 s. 4 m. — Sigeher, bürgerlicher herkunft, aber wenn 
die Urkunde von 1284 wirklich mit Br. auf ihn zu beziehen ist, 
als herr S. iuculatur von Metz bezeugt, entstammt dem bayr.-österr. 
Sprachgebiet, lebte jedesfalls jahrelang am böhmischen hof und 
längere zeit wohl in Deutsch-Metz in Tirol, der ton seines Marien- 
liedes geht auf den vagantenvers zurück, im übrigen ist er in 
verskunst und stil abhängig von Reinmar von Zweter, Bruder 



138 VII. Mittelhochdeutsch. 

Werner, Rümzlant und besonders von Walther, dessen politische 
Sprüche ihm vorbildlich waren, in bildung und anschauung zeigt 
er manches eigene; charakteristisch ist sein zug ins volkstümliche, 
die spätere Spruchdichtung ist durch ihn vielfach formell und stoff- 
lich beeinflußt. — kap. 8 enthält einen exkurs über die bei 
mittelalterlichen spruchdichtern beliebte einleitung, in welcher sie 
auf den von ihnen geschaffenen niuwen dön hinweisen, kap. 9 
und 10: kritischer text mit anmerkungen. 

SpeiTOgel. 119. M. H. Jellinek, Zum Spervogel. Beitr. 
38,5G6 — 567. — zu dem spiel mit den Worten wirt, Ms, man in 
MSF. 22,17 ff. 

Walther v. d. Togelweide. (vgl. auch 21 f. und 123,2 f.) 

120. Max Nuß berger, Walther v. d. Vogelweide, essay 
und Übertragungen. Frauenfeld, Huber u. Co. VIII,100 s. 1,60 m. 
— die rund 50 'Übertragungen' Waltherscher lieder halten die 
mitte zwischen Übersetzungen und nachdichtungen und können 
deshalb nach keiner der beiden seiten befriedigen, der einleitende 
essa}' ist ein versuch einer Würdigung von Walthers person und 
wirken, mit wärme geschrieben, ohne neue wissenschaftliche werte 
zu bieten. — bespr, von Tr. Friedemann, LE. 15,1449. 

121. Herrn. Möller, Zu Walther. AfdA. 36,197—199. — 
kritische bemerkungen zu Walther 25,36; 33,1 f. und 8; deutungs- 
versuch von 82,17. 

122. S. As ebner, Eine nachwirkung Walthers v. d. Vogel- 
weide in England? Münch. mus. 2,114 — 115. — bekanntschaft 
mit Walthers lied Nieman kan mit gerten usw., und nachbildung 
der Waltherschen Warnungen wird für Jon Gowers Confessio amantis 
V. 436 ff. angenommen. 

123. Besprechungen früher erschienener werke: 1. Franz 
Eisner, Über die syntax bei Otto von Botenlauben (vgl. Jsb. 
1911,7,106); bespr. von A. Petak, ZfRw. 28,253. — 2. Rud. 
Wustmann, Walther v. d. Vogelweide (vgl. Jsb. 1912,7,129); 
bespr. von Rieh. Find eis, ZfRw. 28,545; von Fr. Tychow, LE. 
15,872. — 3. H. Grauert, Magister Heinrich der poet in Würz- 
burg (vgl. Jsb. 1912,7,135); bespr. von Jos. Klapper, Cbl. 64, 
113—114. 

c) Drama {vgl. auch nr. 24 — 26). 

Osterspiel. 124. Rud. Höpfner, Untersuchungen zu dem 
Innsbrucker, Berliner und Wiener Osterspiel. (Germanistische ab- 
handlungen heft 45.) Breslau, M. u. H, Marcus. 5,60 m. — das 
Innsbrucker und das Berliner spiel stammen aus Thüringen, das 
Wiener aus Schlesien, alle drei zeigen nahe Verwandtschaft, ohne 



VII. B. Denkmäler. I39 

daß aber, wie bisher geschehen ist, direkte benutzung von 10 
durch WO anzunehmen ist. 

125. Besprechungen früher erschienener werke: 1, Emil 
Wolter, Das St. Galler spiel vom leben Jesu (vgl. Jsb. 1912,7, 
139); bespr. von K. Reuschel, ZfdU. 27,903—904. — 2. Georg 
Dinges, Untersuchungen zum Donaueschinger passionspiel (vgl. 
Jsb. 1910,7,108; 1911,7,122[1]; 1912,7,140); bespr. von Hans 
Legband, Archiv 130,392—399. 

d) Prosa (vgl. auch nr. 27 f. 33. 35). 

Berthold T. Chiemsee. 126. W. F. Luebke, The language 
of Berthold von Chiemsee in Tewtsche theologey I. diss. Chicago. 
65 s. MPhil. 10. 

Bibel. 127. H. Müller, Sprachliche Untersuchung der 
Apokalj'pse der Kerr-handschrift. diss. Münster. 70 s. — nicht 
geliefert. 

Briefe. 128. Herrn. Keussen, Brief einer gottesfreundin 
aus dem 15. jahrh. AfdA. 36,199. — aus einem briefbuch der 
Universität Köln, vielleicht aus dem jähre 1463. Mittelfränkisch, 
wohl aus der gegend von Köln selbst. 

Eckhart. (vgl. auch nr. 146,1 f.) 

129. M. Pahncke, Ein grundgedanke der deutschen predigt 
meister Eckeharts. (zugleich ein beitrag zur echtheitsfrage.) Zs. 
f. kirchengeschichte 34,58 — 73. — über Eckharts lehre von der 
geburt gottes im gerechten, entwicklung und Vorläufer der lehre 
werden besprochen, ihre Vollendung gehört erst E.'s letzter lebens- 
epoche an. 

Johann V. Saaz. 130. Der ackermann aus Böhmen, hrsg. 
von K. Burdach. (Die deutsche literatur im Zeitalter der Luxem- 
burger I.) Berlin, Weidmann. 12 m. 

131. Konrad Burdach, Der juristische rahmen des alt- 
deutschen Streitgespräches 'Der ackermann aus Böhmen'. Sitz.-ber. 
der kgl. preuß. akad. 1913, nr. 29. — kurze notiz über die Ver- 
wendung der formen des altdeutschen peinlichen prozesses in 
diesem werk. 

132. Karl Helm, Zum ackermann aus Böhmen. Hess, bl, 
f. volksk. 12,217 — 218. — in dem ausdruck von vogelwat ist mein 
pflüg ist ein auch sonst belegtes bild verwendet; der vf. will 
seinen berufsstand damit bezeichnen, nachahmung von Parz. 544,15 
liegt keineswegs vor. 

Marquard von Lindau. 133. Franz Hotzy, Zu Marquards 
von Lindau 'Buch der zehen gepot'. ZföG. 64,407 — 411. — 



140 Vir. Mittelhochdeutsch. 

die von H. in der ZföG. 63,1057 ff. besprochene Innsbrucker hs. 
(vgl. Jsb. 1912,7,37) enthält außer den dort angeführten gedichten 
auch eine prosaabhandlung. diese ist, wie H. nun feststellt, das 
Buch der zchen gepot des im jähre 1392 gestorbenen minoriten- 
provinzials Marquard von Lindau. — angaben zur literatur über 
das werk. 

Mechtild YOn Matrcieburg. 134. Mechthild von Magde- 
burg, Das fließende licht der gottheit. ins ueudeutsche über- 
tragen und erläutert von Mela Es eher ich. Berlin, Gebr. Päteh 
1909. XLVIII,172 s. 8 m. — bespr. von Herm. Haupt, Litbl. 
34,190—191; von W. Schleußner, Der katholik 4. f. 11, 
191—192. 

Predigt, vgl. auch nr. 138. 

135. Georg Buchwald, Deutsche heiligenpredigten nach 
der art des 'Schwarzwälder predigers'. Mitteil. d. deutschen ge- 
sellschaft in Leipzig 11,52 — 111. — die hs. Leipzig 687 vom 
jähre 1415/16, geschrieben von einem priester Petrus Krebs, ent- 
hält außer den sogenannten Grieshaberschen predigten de tempore 
unmittelbar an sie anschließend 25 predigten de apostolis. sie be- 
nutzen stark die Legenda aurea, sind aber nicht wie die heiligen- 
predigten der hss. cgm. 9. 306 und 5946 aus der Legenda über- 
setzt, vf. ist jedenfalls 'geistig verwandt' mit dem Schwarzwälder 
prediger, vielleicht identisch mit ihm, was aber vorläufig nicht 
strikt zu erweisen ist. — abdruck der ersten 13 predigten, der 
Schluß folgt, eine ausführliche vergleichung mit andern deutschen 
und lateinischen heiligenpredigten des mittelalters wird in aussieht 
gestellt. 

Johannes Rothe. (vgl. auch nr. 87.) 

136. H. Helmbold, Johannes Rothe und die Eisenacher 
Chroniken des 15. Jahrhunderts. Zs. f. thüring. gesch. u. altertums- 
kunde 29,393 — 452. — über den anfang der arbeit (bis s. 427), 
der schon als Eisenacher programm erschien, siehe Jsb. 1912,7,99. 
— im weiteren verlauf wird hier der nachweis versucht, daß auch 
das von Kreysig publizierte Chronicon Thuringicum (Kr.), in 
Wirklichkeit eine Eisenacher chronik, von Eothe herrührt, vf. 
stützt sich dabei fast ausschließlich auf Indizien, die sich aus dem 
inhalt ergeben; die sprachliche und stilistische Untersuchung ist 
zirr nachprüfung dringend geboten, das chronologische Verhältnis 
zu anderen werken Rothes stellt sich nach H. so dar: Eisenacher 
Chronik (Kr.) etwa 1414, Ritterspiegel um 1416, Elisabeth 1417, 
Chronik Thüringens (G; vgl. Jsb. 1912) etwa 1418, Thüringische 
weltchronik (L) 1421. 

137. H. Helmbold, Chronik Eisenachs bis 1409. Neu- 
hochdeutsch, mit einleitung, anmerkungen und Verzeichnis, beitrage 



VII. B. Denkmäler. ]^4J^ 

zur geschickte Eisenachs XXIV. Eisenach. 87 s. 1,25 m. — 
Übersetzung der von Kreysig herausgegebenen und als Chronicou 
Thuringicum bezeichneten chronik Kr. (s. nr. 136). 
Tauler. (vgl. auch 144,8.) 

138. Joh. Tauler, Predigten, mit einem titelholzschnitt und 
einer tafel. übertragen und eingel. von Walth. Lehmann. Jena, 
Diederichs. 2 bde. L,213 u. 248 s. 10 bzw. 13 m. — Über- 
setzung der von Vetter in den deutschen texten des mittelalters, 
bd. 11 (vgl. Jsb. 1910,7,120) herausgegebenen 81 echten predigten 
Taulers. vorausgeschickt eine einleitung über das wesen der 
mj^stik, über T.'s leben und lehre. 

Urkunden, (s. auch nr. 1. 10[3].) 

139. Leonid. Arbusow, Zwölf Urkunden zu 0. Stavenhageu 
'Livland und die schlacht bei Tannenberg'. Sitzungsber. der ges. 
für gesch. und altertumskunde der Ostseeprovinzen Rußlands aus 
dem jähre 1911 (Riga 1913), s. 265—277. — zwölf deutsche 
Urkunden aus den jähren 1409 — 1411. 

140. Rud. Wackernagel, Erneuerung der St. Lucasbruder- 
schaft zu Basel, 21. September 1437. Basler zs. für geschichte 
und altertumskunde 12,391 — 394. — abdruck einer Urkunde aus 
dem Basler Staatsarchiv. 

141. Wilhelm Lindenstruth, Nauheimer Urkunden. Bad- 
Nauheimer Jahrbuch 2,33 — 48. — enthält außer einer jüngeren 
xind einer lateinischen Urkunde zwei deutsche Urkunden aus dem 
14. jahrh., vier aus der ersten hälfte und drei aus der zweiten 
hälfte des 15. jahrhs. 

142. E. Solleder, Urkundeubuch der Stadt Straubing, hrsg. 
im auftrag des bist. Vereins f. Straubing und Umgebung. 1. — 4. lief. 
Jsb. d. histor. Vereins für Straubing, jahrg. 13 — 16 (1910 — 1913). 
— Jahrg. 13 und 14 enthalten die Urkunden des allgem. reichs- 
archivs, 15 und 16 die des Stadtarchivs, zum teil nur regesten, 
doch sind die datierungen und namen alle in ursprünglicher sprach- 
form gegeben, in Originalfassung abgedruckt sind folgende deut- 
sche Urkunden des 13. — 15. jahrhs.: nr. 5 f. 9. 11. 14 f. 17. 19. 
21. 30. 32. 37. 39 f. 46. 50. 54. 61. 63. 65 f. 69. 71. 75 f. 83. 
85. 95. 97 f. 102. 143— 147. 149— 153. 158—161. 164 ff. 168—170. 
178. 180. 196. 205. 219 f. 231. 254 f. 281. 284. 314. 322. 326. 
338 f. 343. 357. 362. 367. 400. 

Weistümer. 143. E. Herr, Gesammelte bruchstücke elsässi- 
scher weistümer aus dem 11. — 14. jahrh. Elsässische monats- 
schrift 4,62—67. 108—114. 181—187. 201—208. 265—272. 
316—320. 348—352. 397—401. 449—454. — aus Grandidier 
und Schöpflin, Alsatia diplomatica herausgezogen, deutsch sind 
nur nr. 27—29 (s. 399—401) und 30 (s. 449) aus dem 14. jahrh., 



142 ^'11- Mittelhochdeutsch. 

alle anderen lateinisch, einzelne mit deutschen orts- und personen- 
namen. doch soll nach H. im lat. Wortlaut der älteren weistümer 
noch vielfach der ursprüngliche zugrunde liegende deutsche Wort- 
laut erkennbar sein. 

144. Steirische Taidinge (nachtrage), im auftrage der kaiser- 
lichen akademie der Wissenschaften hrsg. von Anton Meli und 
Eugen freiherrn von Müller. Wien, W. Braumüller. X,385 s. 

— weistümer, marktordnungen u. dgl., fast alle aus dem 16. — 18. 
jahrh. stammend, einige aus dem ende des 15. jahrhs., etwas älter 
vielleicht nr. 11 (freiheiten d. grafen von Montfort), 30 (freiheiten 
des Stiftes Goß); nr. 47 (freiheiten des marktes Liechtenwald) 
stammt aus dem jähre 1408. 

Wundergeschichten. 145. Carl Eeinholdt, Die wunder- 
geschichten des Cod. pal. germ. 118. diss. Greifswald. 127 s. 

— getreuer abdruck des textes. daran anschließend sprachliche 
Untersuchung, die spräche weist auf thüringische heimat. ent- 
stehungszeit der Sammlung ist die ■wende vom 14. zum 15. jahrh. 
im anhang beitrage zur quellenkunde der einzelnen wunder- 
geschichten. 

146. Besprechungen früher erschienener werke: 1. Meister 
Eckeharts Schriften und predigten, übersetzt von H. Büttner, 
bd. 2 (vgl. Jsb. 1912,7,143); bespr. von W. Oehl, Allg. litbl. 22, 
330—331; von W. Schleußner, Der katholik 4. f. 11,185 f. — 
2. Meister Eckhardts Buch der göttlichen tröstung, hrsg. von 
Phil. Strauch (vgl. Jsb. 1910,7,114); bespr. von W. Schleußner, 
Der katholik 4 f. 11,188 f. — 3. Der Frankforter, hrsg. von 
W. Uhl (Jsb. 1912,7,145); bespr. von W. Schleußner, Der 
katholik 4. f. 11,190. — 4. Konrad v. Megenberg, Deutsche 
sphaera. hrsg. von K. Matthaei (vgl. Jsb. 1912,7,147); bespr. 
von L. Pfannmüller, DLz. 34,2272; von F. P., Rev. germ. 9, 
247 — 248. — 5. Der St. Georgener prediger, hrsg. von K. Rieder 
(vgl. Jsb. 1909,7,139; 1910,7,122[1]; 1912,7,154[2]); bespr. von 
W. Schleußner, Der katholik 4. f. 11,198. — 6. H. Seuse, 
Deutsche Schriften, übersetzt von Lehmann (vgl. Jsb. 1911,7,132; 
1912,7,154[3]); bespr. von R. Klee, DLz. 34,991—993; von 
W. Schleußner, Der katholik 4.f. 11,192—195. — 7. H. Seuse, 
hrsg. von W. Oehl (vgl. Jsb. 1910,7,117; 1911,7,133); bespr. 
von W. Schleußner, Der katholik 4. f. 11,190—191. — 8. Die 
predigten Taulers, hrsg. von Ferd. Vetter (vgl. Jsb. 1910,7,120; 
1911,7,138[2]); bespr. von K. Rieder, AfdA. 26,255—258; von 
W. Schleußner, Der katholik 4. f. 11,195—198. 

Gießen. Karl Helm. 

(die nummern 104 — 110 
von G. Boetticher.) 



YIII. A. Aussprache und rechtschreibung. 143 



VIII. Neuhochdeutsche spräche. 

A. Aussprache und rechtschreibung — B. Grammatik. — C. Neuhoch- 
deutsche Schriftsprache. — D. Stilistik. — E. Standessprachen. — 
F. Namenforschung, a) Personen- und völkernamen. haus- uad Straßen- 
namen, b) Tier- und pflanzeuiiamen. c) Orts-, flur-, berg- und flufi- 
namon. — G. Wortforschung, a) Allgemeines, b) Deutsche Wörterbücher. 
c) Einzelnes (Deutscher Wortschatz.) d) Fremdwort. — H. Kulturgeschicht- 
liches. — J. Verschiedenes. 

A. Aussprache und rechtschreibung. 

1. 0. Seiler, Laütwissenschaft und deutsche ausspräche in 
der schule. Frauenfeld, Huber & co. 1913. 98 s. — die schrift 
will in erster linie den zwecken der schule dienen, zu diesem 
zwecke unterrichtet vf. die benutzer des büchleins über die ge- 
schichte und bedeutung der laütwissenschaft, wobei zeitlich und 
räumlich weit ausgegriffen wird, ein weiterer abschnitt behandelt 
ihre Stellung zum muttersprachlichen Unterricht in Deutschland, 
daran schließt sich eine betrachtung über das Verhältnis von laut 
und buchstabe in der deutschen spräche der gegenwart und über 
die einiguugsbestrebungen wegen der ausspräche in Deutschland, 
vf. betont die notwendigkeit, auch in der Schweiz eine reine aus- 
spräche des Deutschen zu lehren; er weist besonders auf die ar- 
beiten von Siebs und Vietor hin. in einem weiteren abschnitt 
geht vf. auf die geschichte der gleichartigen bestrebungen und 
die lehrbücher der phonetik in der Schweiz ein. in einem schluß- 
kapitel endlich äußert sich vf. über 'Ziel und lehrverfahren', die 
schrift ist als einsichtvolle und für ihren zweck durchaus geeig- 
nete darstellung zu empfehlen. 

2. A. Tritschler, Zur ausspräche des neuhochdeutschen im 
18. jahrh. Beitr. 38,373 — 458. — eine umfängliche, auf reiches 
quellenmaterial (aufgezählt s. 451 — 458) gestützte arbeit, in der 
die noch weit mehr als heute schwankende ausspräche des 18. jahrhs. 
untersucht werden soll, sie gliedert sich in folgende Unterabteilungen : 
I. der akzent. a) hauptton. die fremdwörter behalten meist den 
fremden akzent. ferner abweichend vom heutigen brauch : pl. 
Prinzessinnen, lebendig, elendiglich, feldmdrschall, hilfsmittel, buch- 
binder, also (eben also), b) nebenton (wie heute). II. die e-laute 
(offen und geschlossen). III. dehnung kurzer vokale, a) haupt- 
tonige vokale, die quantität noch sehr umstritten (z. b. ribbe 
[rippe] auch riebe geschrieben, ividder: wieder, egge: ege, gebett, 
wäpen, geliibde, höfflich usw.). b) nebentonige vokale, c) fremd- 
wörter. 



144 VIII. Neuhochdeutsche spräche. 

3. R. Benedix, Redekunst, anleitung zum mündlichen ver- 
trag. 7. aufl. IX und 114 s. Leipzig, J. J. Weber. 1913. 

4. öchou in frühereu Jahrgängen besprochen: l.J. Pokorny, 
Welche gesetze bestimmen heute die betonung der zeitwort- 
bestimmungen: durch, hinter, über, um und unter? vgl. Jsb. 1910, 
8,20. bespr. v. A. Hausenblas, ZföG. 64,473—475. — 2. Th. Siebs, 
Deutsche bühneuaussjjrache. 8. — 9. aufl. vgl. Jsb. 1910,8,1. bespr. 
von Brenner, Litbl. 34,194—195. 10. aufl. vgl. Jsb. 1912,8,1. 
bespr. von K. Gusinde, DLz. 34,98—100. — 3. W. Vietor, 
Deutsches aussprachewörterbuch. vgl. Jsb. 1912,8,2. bespr. von 
J. Öhquist, Neuphil. mitt. 1913,56—59. —4. E.Richter, Wie 
wir sprechen, vgl. Jsb. 1912,8,6. bespr. v. K. Thumser, Cbl. 64, 
1116—1117; K. Weitnauer, BfGw. 48,242—243 und A. Franz, 
ZffrzSpr. 40,1,2. 

ß. Grraininatik. 

5. M. H. Je Hin ek, Geschichte der neuhochdeutschen grammatik 
von den anfangen bis auf Adelung. I. halbband. Heidelberg, 
Carl Winter. 1913. (= Germanische bibliothek, II. abt., 7. band.) 
X und 392 s. — nach mannigfachen vorarbeiten legt vf. hier den 
1. band seiner geschichte der grammatischen theorie unserer Schrift- 
sprache seit dem 15. jahrh. vor. voran geht eine aufzählung der 
quellen und eine Charakteristik der älteren deutschen gramm., die 
praktische zwecke verfolgt und daher normativ ist. entsprungen 
ist sie der lat. gramm. unter dem einfluß der griech. und hebr. gramm. 
(von letzterer z. b. stammt der begriff der wurzel). der vorliegende 
band zerfällt in 2 hauptteile: einen deskriptiven und einen sj^ste- 
matischen. im ersteren werden uns zunächst die anfange der 
deutschen gramm. vorgeführt: das deutsche im dienste der lat. 
gramm., die deutschen Orthographien, gelehrte orthographie-reformer. 
ein weiteres kapitel bringt die grammatiker vor Schottelius: die 
lat. geschriebenen gramm., die deutsche sj^rachlehre als einführung 
in den gramm. Unterricht und als einführung in die rhetorik. das 
6. kapitel behandelt die zeit von Schottelius bis Gottsched, die 
epoche wird charakterisiert als die zeit der ndd. grammatiker, 
deren normiertes hochdeutsch mit keiner ma. zusammenfällt; 
doch ist auch eine richtung vertreten, die sich auf den Sprach- 
gebrauch der gebildeten stände in Ostmitteldeutschland stützt, die 
Sprachgesellschaften, Schottelius, die mitteldeutschen poetiker, der 
kämpf um die Sprachnorm, die grammatiker nach Schottelius, das 
problem der Sprachrichtigkeit, so sind die einzelnen abschnitte be- 
titelt, im 7. kapitel wird die gramm. nach Gottsched betrachtet, 
die einzelnen theoretiker und das problem der Sprachnorm in den 
öOer und 60er jähren; die einzelnen theoretiker, die Orthographie- 



Vni. B. Grammatik. I45 

reformen und das problem der sprachrichtigkeit im 8. Jahrzehnt, 
endlich Herder. das 8. kapitel ist Adelung gewidmet. auf 
8. 360 — 385 wird seine Stellungnahme gegenüber dem problem des 
'Hochdeutschen' behandelt, ein register beschließt das werk. — bespr. 
von O. Brenner, Cbl. 64,956 und Weber, ZfRw. 21,152—153. 

6. 0. Lyon, Deutsche grammatik und kurze geschieh te der 
deutschen spräche. (Samml. Göschen.) 5. aufl. 1912. — bespr. 
von Erbe, Kbl. f. d. höh. schulen Württ. 20,363 und von 0. Weise, 
ZfGw. 66,738—739. 

7. J. Metzner, Nhd. für mhd. n. ein beitrag zur ge- 
schichte der neuhochdeutschen Schriftsprache, diss. Würzburg 
1913. — identisch mit der im Jsb. 1912,8,16 besprochenen schrift. 

8. E. Leser, Greschichte der grammatischen terminologie im 
17. jahrh. diss. Ereiburg i. Br, 1912. 79 s. — schon Jsb. 1912, 
8,24 verzeichnet und nachträglich eingegangen. — vf. verfolgt die 
umdeutschung der lat. gramm. termini vom 14. jahrh. an. er be- 
ruft sich auf seine eigne Vorarbeit im bd. 14 der ZfdWortf., die 
indes an dem genannten orte nicht steht, sondern erst in bd. 15, 
1 — 98 abgedruckt ist (s. f. nr.) und auf die im Jsb. 1911,8,22 
verzeichnete diss. von R. Vortisch, die verschiedenen kapitel- 
überschriften lauten: das 14. und 15. jahrh.; das 16. jahrh.; das 
17. jahrh. 1. Wolfgang Ratke, 2. der purismus, 3. die reaktion 
und der sieg des Synkretismus, im Schlußwort stellt der vf. fest, 
daß der stand des 17. jahrhs. noch heute im großen ganzen 
gültig ist. 

9. E. Leser, Fachwörter zur deutschen grammatik von 
Schottel bis Gottsched. 1641—1749. ZfdWortf. 15,1—98. — 
nach einer orientierenden einleitung gibt vf. ein sehr reichhaltiges 
Verzeichnis grammatikalischer termini lat. und deutschen Ursprungs, 
die er nach ihrer Verwendungsart gliedert, 1. Allgemeine fach- 
wörter der Sprachlehre. 2. Besondere fachwörter der Sprachlehre. 
A. Lautlehre. B. Formenlehre. C. Wortbildungslehre. D. Satz- 
lehre. E. Stilistik, jede rubrik mit zahlreichen Unterabteilungen, 
das quellen Verzeichnis bildet den schluß der wertvollen abhandlung. 

10. H. Ruppel, Rückbildung deutscher substantiva aus adjek- 
tiven. diss. Freiburg i. Br. 1913. 47 s. 

11. N. 0. Heinertz, Die flexion der substantivierten sprach- 
adjektiva im Deutschen. ZfdWortf. 14,285 — 304. — vf. bezieht 
sich auf zwei auf Sätze von R. E. Görransson in Moderna spräk 
1909, h. 1 und die NSpr. 19,295 ff.: 'die flexion des als sprach- 
bezeichnung gebrauchten substantivierten adjektivs'; der stoff der 
1. arbeit sei nur aus 0. Behaghel, Gesch. d. d. spräche ge- 
schöpft, gegen ihn habe E. A. Meyer, Moderna spräk 1909, 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 10 



146 Vni. Neuhochdeutsche spräche. 

h. 3 sich gewandt, die 2. arbeit stütze sich auf ein unfänglicheres 
material. ihre ergebnisse will H. einer nachprüfung unterziehen, 
er gliedert seine ausführungen in die abschnitte: artikel -}- ein- 
fache Sprachadjektive, artikel ~\- zusammsetzungen, artikel -\- sprach- 
adjektiv -f- beschränkender zusatz, artikel -f" attribut -\- sprach- 
adjektiv, fürwörter + (attribut -\-) Sprachadjektiv, er stellt fest, 
daß der Sprachgebrauch schwankend ist. 

12. E. Wellander, Zum reflexivum im deutschen, ein 
beitrag zur historischen morphologie der deutschen spräche. Minne- 
skrift tillägnad prof. Axel Erdmann. Uppsala 1913. s. 126 — 146. 

— vf, sucht zunächst die entstehung des nord. mediopassivs aas 
aktivum -[- reflexivpronomen zu erklären, bei dem die reziproke 
Verwendung des letzteren eine hauptrolle spielt, den spuren der 
gleichen Verwendung der reflexiven konstruktion im deutschen 
geht vf. nach (die tür öffnet sich u. dgl.; aber woher hat er den 
ausdruck, der krieg hat sich erklärt? mindestens müßte hinzugefügt 
werden: von selbst o. 'ä,.). vf. glaubt eine tendenz zur herausbildung 
eines neuen passivs auf dieser grundlage im nhd. zu bemerken, 
ferner will er eine zunehmende Verwendung reziproker konstruk- 
tionen beobachtet haben fsie neckten sich mit mir), wofür er eine 
anzahl belege gibt. — die stufen der entwicklung, die im idg. 
medium auch vorliegt und sich im nord. in vorliterarischer zeit 
vollzogen hat, seien folgende: reflexives medium, passivum, rezi- 
prokes medium, im deutschen vollzieht sie sich unter unsern äugen. 

13. A. Semler, Zu den frühnhd. endungsvokalen. ZfdWortf. 
14,304 — 307. — poelemik gegen V. Mosers kritik der diss. des 
vfs. (vgl. Jsb. 1909,8,9; 121; 122 und 1912,8,18.) 

14. Schon früher verzeichnet: 1. B. Maydorn, Neue Unter- 
suchungen über das dativ-e. (Wiss. beihefte zur ZSprV. 5. reihe, 
h. 34.) vgl. Jsb. 1911,10,6. bespr. v. 0. Weise, ZfdU. 27,296. 

— 2. K. E. Göranason, Die doppelpräpositionalen Infinitive im 
deutschen, vgl. Jsb. 1911,8,16. bespr. von 0. Weise, ZfdU. 
27,295—296. 

C. Neuhochdeutsche Schriftsprache. 

15. C. Franke, Grundzüge der Schriftsprache Luthers in 
allgemeinverständlicher darstellung. gekrönte preisschrift. 2. teil: 
Wortlehre. 2. aufl. VIII,366 s. Halle, Waisenhaus. 1914. — 
nicht zur besprechung eingegangen. 

16. W. r. Luebke, The language of Bertholf of Chiemsee 
in Tewtsche theologey. diss. Univ. of Chicago I. MPhil. 10,207 — 272. 

— die arbeit basiert auf dem ersten druck des Werkes (1528), 
sowie auf dem 1852 erschienenen neudruck durch W. Reithmeier. 



Vni. C, Neuhochdeutsche Schriftsprache — D. Stilistik. 147 

in der einleitung verbreitet sich vf. über die orthographischen in- 
konsequenzen, die punktuation und die abkürzungen; ferner über 
die Schwankungen im gebrauch der vokale (a : 0, ä, ö, d:e, i:j, u : v, 
w usw.). alsdann werden die vokale der Stammsilben, ausgehend 
vom urgerm., ebenso die vokale in unbetonten silben untersucht. 
bei letzteren werden zugleich die vokale in endsilben, soweit sie 
flexivischen zwecken dienen, behandelt, weitere abschnitte be- 
fassen sich mit den konsonanten. eine ausführliche Wortliste findet 
sich am ende der arbeit. 

17. L. Kr eil, Studien zur spräche Pischarts aus seinen 
reimen, progr. München. 56 s. 

18. G. Beck, Die spräche des jungen Wieland. I. Der ein- 
fluß Klopstocks. diss. Heidelberg. 1913. 62 s. 

19. A. Gebhardt, Zu Jean Pauls spräche. ZfdU. 27, 
749 — 750. — berichtigung zu angaben von J. Müller, ZfdWortf. 
13,175 ff. (textkritisches zu Jean Paul). 

20. Schon in früheren Jahrgängen besprochen: 1. E. Ä. Gut- 
jahr, Die anfange der nhd. Schriftsprache, vgl. Jsb. 1910,8,8. 
bespr. von D. v. Kralik, Allg. Litbl. 22,49. — 2. A. Weller, 
Die spräche in den ältesten deutschen Urkunden des deutschen 
Ordens, vgl. Jsb. 1911,8,11. bespr. von V. Moser, ZfdPh. 44, 
494 — 498. — 3. L. Hahn, Die ausbreitung der neuhochdeutschen 
Schriftsprache, vgl. Jsb. 1912,8,1. bespr. von A. Meillet, BSL. 
61,308 — 399; Brenner, Cbl. 64,16—17; H. Teuchert, ZfdMa. 
8,182; 0. Weise, ZfdU. 27,295. 

D. Stilistik. 

21. R. M. Meyer, Deutsche Stilistik, 2. aufl. München, 
C. H. Beck. 1913. XI u. 257 s. — nicht zur besprechung ein- 
gegangen. — bespr. von Th. Matthias, Sokrates 1,728 — 729. 

22. R. M. Meyer, Begriffsspannungen. ZfdU. 27,652—656. 

— fälle von stilistischen bedeutungsverschiebungen, speziell bei 
der ableitung werden vorgeführt (Jiaß — häßlich, besinnungslos — 
ohne besinnung u. dgl. m.). 

23. Ed. Engel, Deutsche meisterprosa. ein lesebuch. Braun- 
schweig, Westermann. 1913. — nicht zur besprechung geliefert. 

— bespr. von 0. Weise, Sokrates 1,333 — 335; L. M., Rev. germ. 
9,379; A. Matthias, Mtschr. 12,207—208; Tr. Friedemann, 
Grenzboten 72,1,580—581; R. M. Meyer, DLz. 34,1886—1887. 

24. 0. Schroeder, Vom papiernen stil. 8. aufl. Leipzig, 
B. G. Teubner. 1912. — bespr. von Ad. Matthaei, Preuß. jbb. 
164,179. 

10* 



148 VIII. Neuhochdeutsche sprach©. 

25. W. Bruchhausen, Der richtige gebrauch der Zeit- 
wörter. Halle, Waisenhaus. 1912. — bespr. von P. Wetzel, 
ZfGw. 66,699—700. 

26. 0. Behaghel, Fernstellung zusammengehöriger Wörter 
im deutschen. Idg. forsch. 81,377 — 398. — 'in bestimmten fällen 
ist das altdeutsche abgeneigt, die zusammengehörigen Wörter neben- 
einander zu stellen', diese erscheinung wird verfolgt bei A. Attri- 
butiven gruppen fze unser vrouwe tult der jungerunj, B. Gruppen, 
in denen ein nomen durch einen nominalen ausdruck ungleichen 
kasus bestimmt wird fvoll in hast aufgerissener fensterj, C. Er- 
weiterungsgruppen (in unsrer frouwen und aller heiigen ere). die 
neigung nimmt im 15. jahrh. ab, da die logische Schulung den 
sieg über das rh5'thmische empfinden davongetragen hat und man 
mehr für den leser als den hörer schreibt. 

27. E. Lewy, Zur spräche des alten Goethe, ein versuch 
über die spräche des einzelnen. Berlin, P. Cassirer. 1913. 

28. Schon früher besprochen: 1. Ed. Engel, Deutsche stil- 
kunst. vgl. Jsb. 1911^8,29. bespr. von Gust. Spengler, ZföG. 
63,1092—1093; Frz. Graetzer, Gegenwart 42,832; R. Blümel, 
BGw. 49,392—393; L. M., Rev. germ. 9,119; Br. Buchrucker, 
ZSprV. 28,172— 173; A. Zipper, Allg.Litbl. 22,145. — 2. K. Tum- 
lirz, Poetik. 1. teil: Die spräche der dichtkunst. vgl. Jsb. 1912, 
8,31. bespr. von P. Wetzel, ZfGw. 66,674—676. — 3. Otto 
Oertel, Deutscher stil. vgl. Jsb. 1912,8,29. bespr. von Paul 
Geyer, DLz. 34,1375. — 4. K. G. Andresen, Sprachgebrauch 
und Sprachrichtigkeit, vgl. Jsb. 1912,8,28. bespr. von F. P(iquet), 
Rev. germ. 9,250—251. 

E. Standessprachen. 

29. A. Schirm er. Die erforschung der deutschen Sonder- 
sprachen. GRMon. 5,1 — 22. — guter überblick über das bisher 
auf dem genannten gebiet geleistete. Fr. Kluge's Verdienste und 
arbeiten (Studentensprache, rotwelsch, seemannssprache) sowie die 
leistuugen anderer forscher (Eilenberger, Pennälersprache; Hörn, 
Soldatensprache; Klenz, Buchdruckersprache; vfs. kaufmannsprache 
sowie zahlreiche aufsätze in Zeitschriften) werden eingehend ge- 
würdigt. 

30. E. V. Do mbrowski, Deutsche Weidmannssprache. 3. aufl. 
Neudamm, J. Neumann. 1913. 132 s. — über 3000 ausdrücke der 
Jägersprache umfassendes Wörterbuch, das nicht nur die bedeutungen 
angibt, sondern auch unter geeigneten Stichwörtern systematische 
Zusammenstellungen von bedeutungsgruppen gibt (z. b. unter Auer- 
huJin, Balze, Bär, Biber, Dachs usw. die längste unter System der 



Yin. E. Ständessprachen. — F. Namenforschung. 149 

jagdtiere) auch etymologische verweise werden gelegentlich ge- 
boten. 

31. E. Gerok, Unsere gesetzessprache. ZSprV. 28,210 — 214. 

32. A. Mendelssohn-ßartholdy, Über gesetzessprache. 
Litbl.Fftr.Zg. 1913, nr. 213 (3, 8. 13). — eine Verurteilung der 
preisschriften des ADSpr. dagegen wendet sich 0. Streicher, 
ZSprV. 28,281—282. 

33. P. Sommer, Unsere gesetzessprache. Berlin, s.-a. aus 
den Grenzboten. 1912. 23 s. vgl. Jsb. 1912,8,34—36. bespr. 
von E. Deinhardt, ZSprV. 28,112—114. 

34. A.Tesch, Die deutsche turnsprache. ZSprV. 28,206—210. 

35. Aug. Gebhardt, Der berufliche wertschätz des bauern 
und" handwerkers. Kbl.Ges.Ver. 61,237—246. 

36. Schon früher verzeichnet: 1. Eb. v. Künssberg, 'Acht', 
vgl. Jsb. 1910,8,67. bespr. von L. Günther, Litbl. 34,187—190 
und 0. R— r, Hist. jb. 33,584—585. — 2. W. Feldmann, Die 
deutsche Journalistensprache, vgl. Jsb. 1911,8,36. bespr. von 
0. Weise, ZfdU. 27,301. — 3. L. V^endelstein, Die spräche 
des kaufmanns. vgl. Jsb. 1912,8,43. bespr. von 0. Weise, ZfdU. 
27,301. — 4. A. Schirmer, Der wertschätz der mathematik. vgl. 
Jsb. 1912,8,44. bespr. von 0. Weise, ZfdU. 27,301. 

F. Namenforschung. 

a) Personen- und völkernamen, haus- und Straßennamen. 

37. W. Kalbow, Die germanischen personennamen des alt- 
französischen heldenepos und ihre lautliche entwicklung. Halle, 
Max Niemeyer. 1913. 179 s. — nach einer aufzählung der be- 
nutzten bücher (literatur wie quellenwerke) gibt vf. eine kurze be- 
sprechung der früheren Untersuchungen über sein thema, alsdann 
eine betrachtung der für das übertreten altgerm. namen ins Fran- 
zösische zu beachtenden allgemeinen gesichtspunkte und der be- 
sonderen gesichtspunkte für das afrz. heldenepos. der hauptteil 
enthält eine in der üblichen weise gegliederte lautlehre der germ. 
namen in frz. gestalt. ein schlußkapitel gibt aufklärung über 
hybridismen und gattungsnamen als eigennamen und die das er- 
gebnis der arbeit zusammenfassenden Schlußbetrachtungen, die eigen- 
namen fallen vielfach aus dem rahmen der sonstigen lautentwicklung 
heraus: Volksetymologie, latinisierung, chronistische Überlieferung 
wirken ein. der austausch von Wörtern und namen vom Germa- 
nischen zum Romanischen (und umgekehrt) war allezeit sehr rege, 
daher finden sich germ. namen in verschiedener lautgestalt (Hari- 
frid, Herifred; Gauthart, GauzbertJ. in älterer zeit bleibt der germ. 



150 Vm. Neuhochdeutsche spräche. 

akzent erhalten (Tiern aus Theoderik)) die namen werden zumeist 
in lat. gestalt übernommen, die bildung der germ. namen war den 
Galloromanen natürlich dunkel (den Germanen jener zeit übrigens 
auch!); daher werden männer- und frauennamen vertauscht, falsche 
neubildungen vorgenommen usw. ein Verzeichnis der behandelten 
namen bildet den schluß des buches, das auch für die germanistik 
von großen wert ist, 

38. Jos Welz, Die eigennamen des Codex Laureshamensis 
(aus dem Lobdengau und Württemberg), diss. Straßburg. 64 s. 
— vgl. abt. 6,9. 

39. Fr. Wagner, Studien über die namengebung in Köln 
im 12. jahrh. I. teil: Die ruf namen. diss. Göttingen 1913. — 
bespr. von P. Cascorbi, ZSprV. 28,343—344. 

40. H. Drees, Die heutigen familiennamen Wernigerodes. 
Jsb. des gymnasiums. Wernigerode 1913. 30 s. — nach sach- 
lichen gruppen geordnetes Verzeichnis der im Wernigeroder adreß- 
buch von 1911 enthaltenen familiennamen. 1. altdeutschen, 2. christ- 
lichen, 3. gewerblichen, 4. örtlichen usw. Ursprungs, die auf- 
zählung der namen geschieht aber in alphabetischer reihenfolge; 
die sachliche gliederung wird dieser untergeordnet. — bespr. von 
Paul Cascorbi, ZSprV. 28,344 — 345, wo mannigfache ausstellungen 
erhoben werden. 

41. P. Vetter, Über personennamen und namengebung in 
Bern und anderswo, rektoratsrede. Bern 1910. — bespr. von 
Alfr. Götze, NJb. 27,670—672. 

42. E. Müller, Zur kenntnis der deutschen familiennamen. 
Progr. der Stiftungsschule von 1815. Hamburg 1910. — bespr. 
von Alfr. Götze, NJb. 32,86—88. 

43. E. Melier, Die deutsche namensabstammung am Riesen- 
gebirge. Leipzig, Sphinx- Verlag. 61 s. — vf. behandelt: 1. Das 
Riesengebirge in geschichtlicher beleuchtung. 2. Sprachliche Ur- 
kunden der Ortschaften am Riesengebirge. 3. Ethymologie (sie!) 
einiger familiennamen der Riesengebirgsbewohner {Krause aus 
grausen! zu skr. krus- 'schreien'; sapienti sat). 

44. H. V. Fraunfels, Brünner vornamen vom 14. — 19. jahrh. 
2. aufl. 37 s. — das schriftchen stellt statistische tabellen für das 
vorwiegen germ. namen in älterer zeit und ihre schwindende zahl 
in späteren Jahrhunderten zusammen, in jüngster zeit sei wieder 
eine zunähme zu spüren. 

45. P. Cascorbi, Die hausnamen. ZSprV. 28,33—38. — 
in der hauptsache eine besprechung der schrift von E. Grohne, 
Die hausnamen und hauszeichen (vgl. Jsb. 1912,8,61). 

46. W. Kurzinna, Der name 'Stalhof (kontor der deut- 
schen Hansa in London). Hans, geschichtsbl. 18,429 — 461. 



VIII. F. Namenforschung. 151 

47. P. Feit, Vergleichende Straßennnamenforschung. mit 
ausblicken auf die Sittengeschichte Breslaus und anderer städte. 
MSchlesVk. 13/14,71—97. 

48. Schon in früheren Jahrgängen besprochen: 1. R. Klein- 
paul, Länder- und völkernamen. vgl. Jsb. 1910,8,39. bespr. v. 
K. Woynar, ZfRw. 28,45—46. — 2. M. Klose, Grünberger 
familiennamen. vgl. Jsb. 1912,8,68. bespr. von P. Cascorbi, 
ZSprV. 28,345 und 0. Weise, ZfdU. 27,299. — 3. F. Knorr, 
Germanische namengebung. vgl. Jsb. 1912,8,63. bespr. von Jul. 
Miedel, ZfdMa. 8,189—190. — 4. E. Grohne, Die hausnamen 
und hauszeichen, vgl. Jsb. 1912,8,61. bespr. von 0. Weise, 
ZfdU. 27,300; E. Gierach, DLz. 34,223—224; H. Keussen, 
Westd. zs. 31,486—489; Jos. Nadler, Euph. 20,169—172 und 
A. Baehnisch, ZfGw. 66,627—631. — 5. Jos. Tarneller, Die 
hofnamen im burggrafenamt. vgl. Jsb. 1911,8,68. bespr. von 
H. Gürtler, Cbl. 64,418—419; Edw. Schröder, Hist. Viertjs. 
16,544 und H. Wopfner, Zs. d. Ferdinandeums 56,562 — 564. 

b) Tier- und pflanzennamen. 

49. Th. Braune, Der name des wolfes Isengrm. ZfdU. 27, 
233 — 238. — neben Isengrim findet sich auch Isengrin; der name 
soll mit frz. gri77ie 'verdrießlicher mensch', ferner mit ndl. grijn 
'murrkopf zusammenhängen; die deutung 'eisenhelm' oder 'schwert- 
grimmig' wird abgelehnt. 

50. S. Feist, Isengrim, der name des wolfs. ZfdU. 27, 
433 — 436. — gegen Braune (nr. 49). weist auf die undeutbarkeit 
vieler altdeutscher namen hin, von denen viele mechanisch ge- 
bildet sind, das älteste namensystem der Germanen ist dem muster 
der Kelten abgesehen; eine deutliche Vorstellung von der bedeutung 
der namen besaßen schon die alten Deutschen nicht mehr. 

51. R. Loewe, Germanische pflanzennamen. etymologische 
Untersuchungen über hirschbeere, hindebeere, rehbockbeere und ihre 
verwandten. Heidelberg, Carl Winter. 1913. XIII u. 182 s. — 
die erste Schwierigkeit für seine eindringenden Untersuchungen be- 
stand für den vf. darin, daß er sich zunächst selbst die feste 
botanische grundlage nicht nur aus einschlägigen werken, son- 
dern auch durch mündliche und briefliche umfragen bei kennern 
schaffen mußte, neben der klassifikation der pflanzen galt es, 
ihre volkstümlichen namen, die oft überraschende einblicke in 
das denken des volkes gewähren, zu ermitteln, nach diesen vorar- 
beiten konnte vf. an seine darlegungen herantreten, in der ein- 
leitung handelt er ausgehend vom bedeutungswechsel des ae. hreort- 
irer urspr. 'brombeere', dann 'maulbeere' und mit parallelen aus 



152 Vin. Neuhochdeutsche spräche. 

andern sprachen über die namen von beerenpflanzen, die nach hirsch 
und reh benannt werden, der 2. abschnitt betrachtet got. haira- 
bagms, ahd. bräma, ae. hrer. es wird ein got. hairabasi 'maul- 
beere', eig. 'brombeere': schwed. hjörnbär, norw. bj0rnebcer ange- 
setzt und eine grundbedeutung 'bärbeere' ermittelt, die aber selbst 
volksetymologische umdeutung eine Urbedeutung 'spitzbeer(strauch)' 
gewesen sei. zu der gleichen idg. wsl. *&/«er- 'spitz sein' gehört 
auch ahd. bräma, ae. brer 'dornstrauch, brombeerstrauch'. der 
3. abschnitt geht in eingehender darstellung in 8 Unterabteilungen 
und 3 anhängen auf die westgermanischen, der 4. abschnitt auf 
die nordgermanischen bezeichnungen nach dem hirschgeschlecht 
ein. außer den beerenpflanzen werden die namen der wilden rose, 
Schlehe und krieche, des kreuzdorns und faulbaums, der disteln 
und mannstreu, der pilze, nadelholzbäume und reizker, der spitzigen 
segge untersucht, in der Schlußbetrachtung wird das ergebnis in 
der feststellung der tatsache zusammengefaßt, daß 'einmal bei den 
Westgermanen gewisse pflanzen mit den männchen bestimmter 
tiere, andere ihnen ähnliche mit den weibchen derselben tiere in 
parallele gestellt worden sind', ein Sachregister der pflanzen und 
ein Wortregister sind dem buche beigegeben, vgl. abt. 3,131. 

52. H. März eil, Die tiere in deutschen pflanzennamen. ein 
botanischer beitrag zum deutschen Sprachschatze. Heidelberg, Carl 
Winter. 1913. XXVI, 235 s. — nicht zur besprechung geliefert. 

— nach R. Loewe, Cbl. 64,474 — 475 eine fleißige arbeit, deren 
ergebnisse die billigung des ref. finden, wenn sie auch in mancher 
beziehung noch zu ergänzen sind, ferner bespr. von E. Pehrle, 
DLz. 34,2993—2994. 

53. R. Riegler, Spechtnamen. ZfVk. 23,265—277. 

54. Frz. Sohns, Unsere pflanzen, ihre namenerklärung und 
ihre Stellung in der mythologie und im volksaberglauben. 5. aufl. 
Leipzig, B. Q-. Teubner. 1912. — bespr. von Fr. Boehm, ZfVk. 
23,102—103. 

55. Schon früher verzeichnet: Jul. Leithäuser, Bergische 
pflanzennamen. vgl. Jsb. 1912,8,71. bespr. von 0. Weise, ZfdU. 
27,301. 

c) Orts-, flur-, flußnamen. 

56. O.Bethge, Über Ortsnamenforschung. ZfdU. 27,656—676. 

— der sehr beachtenswerte aufsatz ist zwar zunächst mit rück- 
sicht auf pädagogische zwecke geschrieben, geht aber viel weiter 
in seiner bedeutung. er betont die notwendigkeit neben der wort- auch 
die Sachforschung (geographie, geschichte, kulturgeschichte usw.) zu 
berticksichtigen, warnt vor überschnellen Verallgemeinerungen {heim- 
orte alle fränkisch, i«^e«-orte alle Sippendörfer!), vor deutungs- 



VIII. F. Namenforschung. 153 

versuchen ohne kenntnis der älteren und volkstümlichen formen usw. 
vf. gibt einige belustigende beispiele für verfehlte deutungen und 
betont, daß uralte Ortsnamen oft überhaupt nicht deutbar seien, 
da sie einer vorkeltischen oder vorgermanischen schiebt angehören 
könnten, er macht darauf aufmerksam, daß die Siedlungen selbst 
häufig weit älter als die namen und von den späteren ein- 
wanderern einfach übernommen worden seien, diese nehmen ihrer- 
seits wieder namen aus ihrer alten heimat in die neue mit. end- 
lich gibt vf. einen überblick über arbeiten zur methodik der orts- 
namenforschung. 

57. E. Förstemann, Altdeutsches namenbuch. 2. bd. orts- 
und sonstige geographische namen. (völker-, länder-, siedlungs-, 
gewässer-, gebirgs-, berg-, wald-, flurnamen u. dgl.) 1. hälfte 
A — K. 3. völlig neubearbeitete und um 100 jähre (1100—1200) 
erweiterte aufläge. hrsg. von H. Jellinghaus. Bonn, Peter 
Hanstein. 1913. 4°. XXVIII u. 1766 sp. — der neuauflage des 
für die germanistik unentbehrlichen handbuchs geht eine von dem 
söhne des vfs. E. F. Förstemann gegebene darstellung des väter- 
lichen lebenslaufs auf 19 quartseiten voraus, seine tätigkeit bei der 
neuherausgabe des werkes setzt H. Jellinghaus in einer vorrede 
auseinander, er hat auf wünsch des Verlegers möglichst alle vor- 
deutschen namen, die im gebiete der alten deutschen stamme noch 
heute vorkommen, aufgenommen, ferner die namen in den Nieder- 
landen; aus Nordfrankreich und Luxemburg nur die germanischen 
Ortsnamen, nicht ganz gelungen ist ihm das bestreben, an stelle 
der Förstemannschen stamme nur wirkliche Wörter zu setzen, die 
etymologischen verweise, die früher klein gedruckt im text standen, 
werden vom neuherausgeber ans ende des werks gestellt werden, 
zahlreiche einzelbesserungen sowie eine schärfere kontrolle der 
quellen ist vorgenommen worden, das 14 quartseiten umfassende 
Verzeichnis der quellen ist von E. Seelmann neu bearbeitet 
worden, auf einzelheiten in dem text des werkes kann hier nicht 
eingegangen werden, überall aber erkennt man das bestreben des 
herausgebers, ihn dem heutigen wissenschaftlichen Standpunkt an- 
zupassen, so wenn er mit recht viele früher als keltisch ge- 
deutete namen 'der früheuropäischen bergrasse, deren spräche man 
ganz unbeholfen ligurisch genannt hat' zuschreibt (z. b. Äenus 
sp. 10 f., Ägara sp. 24, auch für Ilma sp. 1554, Isara sp. 1594 f. 
und zahlreiche andere berg-, fluß- und auch stadtnamen gilt dies), 
gemeint ist wohl die ureuropäische alpine kurzkopfrasse, über 
deren spräche (rätisch?) aber nichts bekannt ist. die Zurück- 
haltung des herausgebers in etymologischen fragen ist also nur zu 
billigen, ebenso daß er den namenformen der quellen gegenüber 
vielfach einen kritischeren Standpunkt als Förstemann einnimmt. 



154 Vni. Neuhochdeutsche spräche. 

58. J. Ospelt, Sammlung liechtensteinischer orts- und flur- 
namen. Vaduz 1911. 137 s. — vf. hat seine Sammlung in zwei 
gruppen zu zerlegen versucht, eine umfaßt die namen westlich der 
Wasserscheide zwischen Rhein und Samina, mit einschluß der ge- 
meinde Balzers, die andere das gebiet der liechtensteinischen alpeu. 
für erstere war im grundbuch eine amtliche vorläge, letztere ent- 
stammen mündlichen mitteilungen. bei der aufzählung der namen, 
die in alphabetischer reihenfolge geschieht, werden vier spalten 
gemacht, je eine für die schriftform, für die ma. -liehe form der 
namen, die läge des orts und die quellen der namenformen, unter 
den verzeichneten namen finden sich auch eine anzahl vordeut- 
scher, romanischer (Gaselva, Gapont, Prad, Vanetza usw.) und wohl 
auch vorromanischer {Vaduz, Gapetsch, Gofos, Tafos, Burgellen, Chur, 
Gritscli usw). — bespr. von Jul. Miedel, ZfdMa. 8,188 — 189. 
Archiv für geschichte und landeskunde Vorarlbergs. IX. jahrg. 
2. u. 3. heft. 1913,97—99. Deutsche gaue, heft 245/6. Der 
bund. Bern 1912,169, s. 2. Liechtenst. volksblatt 1912,13. 

59. Beschorner, Fortschritte der flurnamenforschung in 
Deutschland von 1909—1912. Kbl.Ges.Ver. 61(1913),273— 295. 

60. F. Stolz, Nochmals der name Hall. Zs. des Ferdinan- 
deums 55,159 — 164. 

61. W. Kohmeder, Der gebrauch deutscher Ortsnamen in 
Welsch tirol und in den sprachlichen grenzgebieten. DE. 12,14 — 23. 
46—50. 

62. S. Riezler, Die orts-, wasser- und bergnamen des 
Berchtesgadener landes. festgabe für Gerold Meyer von Knonau. 
1913,93 — 163. — illyrische, keltische, romanische und germanische 
Schicht, keine sippennamen auf -ing wie im flachland, da keine 
landwirtschaft. 

63. A. Altrichter, Die dorfnamen in der Iglauer Sprach- 
insel. Jsb. d. gymn. Iglau 1913. auch als s.-a. 22 s. — die 
behandelten namen werden in slavische und deutsche gegliedert. 

erstere sind überwiegend naturnamen; die deutschen namen er- 
innern an die kolonisationstätigkeit (roden), an Sippenniederlassung 
(-ing, -dorf)/ oder einzelgehöft ßof). das alphabetische Ortsver- 
zeichnis bringt neben der heutigen benennung auch urkundliche 
belege. 

64. M. Kl. Menghins, Die sippen- (ing-) namen in der Mün- 
chener Umgebung. DE. 12,2 — 4. 

65. H. Menges, Das Elsai3 oder der Elsaß? ZSprV. 28, 
42 — 44. — vf. entscheidet sich für das Elsaß und gibt ferner 
eine geschichte des namens, die deutung von Zeuß (1837) als 
ali-säza 'fremder sitz' wird gebilligt. — aber könnte es sich bei 



VIII. F. Namenforschung. 15Ö 

dem namen Älisatia, in pago Elisazon ißll) usw. nicht auch um 
volksetymologische angleichung bzw. umdeutung eines älteren namens 
handeln? man vgl. Confluentts 'Koblenz' u. dgl. 

66. F. Mentz, Das neue Ortschaften Verzeichnis von Elsaß- 
Lothringen. ZSprV. 28,257—262. 

67. P. Schneider, Volksetymologie in Bamberger namen 
und in der Bamberger mundart. Bamberg 1911. 48 s. — darin 
auch mancherlei deutungen von flur-, Straßen-, haus- und flußnamen. 

68. Chr. Beck, Die fränkischen Ortsnamen und ihre be- 
deutung für die frage der alten Slavengrenze. Kbl.Gres.Ver. 61, 
(1913), 225 — 237. — vf. bezweifelt, daß, trotz der historischen nach- 
richten, Slaven in fränkischen und oberpfälzischen kreisen ansässig 
gewesen wären. 

69. H. Ullrich, Untererthal, kulturhistorische studio über 
eine Siedlung des Saalgaues. Würzburg, Franz Staudenraus. 1913. 
414 s. — die markung in ihrer physikalischen beschaff enheit, 
ihrer ausdehnung und ihren besitzverhältnissen wird uns in der 

1. abt. vorgeführt, auf s. 44 — 51 wird ein Verzeichnis der flur- 
namen nebst urkundlichen belegen aus älterer zeit gegeben, die 

2. abt. beschäftigt sich mit dem dorf, seiner entwicklung, seinen 
hofanlagen und wichtigsten bauten, die 3. abt. mit den bewohnern, 
dabei auch mit verschwundenen geschlechtern. die Verwaltung, 
die pfarrei, das Schulwesen bilden weitere Unterabteilungen, den 
Schluß des buches bildet eine darstellung der denkwürdigen ge- 
schichtlichen ereignisse. 

70. E. Fehrle, Die flurnamen von Aasen, nebst prak- 
tischen anleitungen für eine geplante Sammlung der flurnamen des 
ganzen badischen landes. Karlsruhe, G. Braun. 1913. 19 s. — 
das vorliegende heft soll als mustersammlung für die geplante 
aufnähme der flurnamen des ganzen badischen landes dienen, im 
Vorwort gibt vf. einen überblick über die bisherige forschung auf 
diesem gebiet, speziell in Hessen und Baden, und erklärt den zweck 
der Sammlung von flurnamen. daran schließt sich eine anleitung 
für den sammler. die alphabetische namensammlung, der eine 
flurkarte vorausgeht, bringt die heutige form, die urkundlichen 
belege und die ma.-liche form, es sind 246 nummern verzeichnet. 

71. W. Schoof, Hessische Ortsnamen in mundartlicher ge- 
stalt. ZfdMa. 8,211—232. 

72. J. Franck, Was wissen wir von dem namen der Eifel? 
Eifelfestschrift 1913. 

73. Fr. Kauffmann, Eifel ZfdPh. 45,292. — schon ZfVk. 
2,45 hatte vf. den namen Eifel mit den matronae Afliae verbunden. 



1B6 Vill. Neuhochdeutsche Bprache. 

zustimmend äußerten sich H. Jellinghaus in Förstemanns 
Namenbuch', 1,54 und K. Helm, Altgerm, rel.-gesch. 1,401. Anders 
J. Franck, Eifelfestschrift 1913, der eine alte form*Äifla ansetzt, 
nach fränkischen lautverhältnissen sei ein Übergang von efl- (in 
pago eflinse a. 762, aber auch eiflinse a. 845) zu eifl- nicht möglich, 
aber es handelt sich bei der Schreibung eifl- wie efl- nur um ortho- 
graphische Varianten des umgelauteten a. zu vergleichen ist Eichel- 
stein (in Mainz) aus lat. aquila. 

74. Th. Imme, Flurnamenstudien auf dem gebiete des alten 
Stiftes Essen. ZfrhwV. 9,207—225. 

75. 0. Philipp, Die besiedlung des südwestlichen Sachsens 
nach den deutschen flurnamen. ZfdMa. 1912,226 — 249. — bespr. 
von Alfr. Meiche, DE. 12,109—110. 

76. Schon in früheren Jahrgängen verzeichnet: 1. Luise Ger- 
bing, Die flurnamen des herzogtums Gotha, vgl. Jsb. 1911,8,60. 
bespr. von Jul. Miedel, ZfdMa. 8,91—94. — 2. F. Cursch- 
mann. Die deutschen Ortsnamen im nordostdeutschen kolonial- 
gebiet, vgl. Jsb. 1911,8,60. bespr. von Ad. Kunkel, Mitt. d. 
inst. f. österr. gesch. 34,167 — 170. — 3. W. Ohnesorge, Die deu- 
tung des namens Lübeck, vgl. Jsb. 1909,8,43. bespr. von v. Grien- 
berger, AfdA. 36,17 — 19. — 4. Aug. Kubier, Die deutschen 
berg-, flur- und Ortsnamen des alpinen Hier-, Lech- und Sannen- 
gebietes. vgl. Jsb. 1909,8,28. bespr. von v. Grienberger, Mitt. 
d. inst. f. österr. gesch. 34,157 — 166. — 5. R. Kleinpaul, Die 
ortnamen im Deutschen, vgl. Jsb. 1912,8,46. bespr. von M. Roe- 
diger, ZfVk. 23,219 und 0. Weise, ZfdU. 27,299. — 6. K.Schlem- 
mer, Die Ortsnamen der kreise Kolberg-Köslin und Greifenberg, 
vgl. Jsb. 1912,8,57. bespr. von F. Hirsch, Mitt. a. d. bist. lit. 
41,19 und 0. Weise, ZfdU. 27,299.-7. G. Maurer, Die Orts- 
namen des hochstifts Passau. vgl. Jsb. 1912,8,51. bespr. ZfdU. 
27,300 und BfGw. 48,538. — 8. A. Ziegelhöfer und G. Hey, 
Die Ortsnamen des ehemaligen hochstifts Bamberg, vgl. Jsb. 1912, 
8,54. bespr. von 0. Weise, ZfdU. 27,299. 

G. Wortforschung. 

a) Allgemeines. 

77. Zeitschrift für deutsche Wortforschung, hrsg. von Fr. 
Kluge, bd. 14, 3.-4. heft und 15, L— 2. heft. Straßburg, 
Karl J. Trübner. 1913. — die einschlägigen auf Sätze sind mit 
ausnähme von J. A. Walz, Strukaras (eine satire gegen Gott- 
sched), bd. 14,210 — 214 und Fr. Menniken, 'Der Verfasser des 
Sendschreibens eines landpriesters' (Christoph Friedrich Schwan 



VIII. G. Wortforschung. I57 

1733 — 1815), bd. 14,279 — 285, an der ihnen zukommenden stelle 
dieser abt. sämtlich verzeichnet. 

78. Zeitschrift des allgemeinen deutschen Sprachvereins, 
hrsg. von 0. Streicher. 28. Jahrg. Berlin 1913. — außer ein- 
zelnen aufsätzen, die an der in betracht kommenden stelle einge- 
reiht sind, mögen hier folgende arbeiten genannt sein: R. Palleske, 
Ein verschollener Vorkämpfer für eine 'gemeinverständliche' spräche, 
sp. 1 — 10 (über K. G. Jochmann, Über die spräche, Heidelberg 
1828, der den gebrauch von fremd Wörtern im Deutschen und 
Campe's puristische bestrebungen behandelt); A, Neumann, 
Friedrich Hebbel als vaterländischer dichter, sp. 65 — 70; R. Pal- 
leske, Die bedeutung des lebendigen gebrauchs der spräche für 
ihre ausbildung (nach Jochmann, vgl. oben), sp. 70 — 75; N. Scheid, 
Das Genovefabüchlein des P. Michael Staudacher S. J. aus dem 
jähre 1648, sp. 10 L — 103; Th. Imme, Bedeutungswandel, sp. 129 — 
136; 0. Weise, Mundartliches bei Goethe, sp. 161—164; K. F. 
Tob, Übersetzungsdeutsch, sp. 164 — 167; Fr. Herholtz, Das 
fremdwort im reim, sp. 168 — 170; Fr. Polack, 'Fieber', sp. 173 — 
174; 'Tiger' 174 — 176; A. Risch, Luther als lehrmeister im Deut- 
schen, sp. 324 — 330. zahlreiche kleinere beitrage zur fremd- 
wörterfrage und zum deutschen stil wolle man in dem band selbst 
nachsehen. 

79. R. Block, Wortgeschichten, für schule und haus er- 
zählt. Leipzig, R. Voigtländer. 1913. 216 s. — nach einer kurzen 
einleitung, die das Verhältnis der deutschen konsonanten zu den 
germanischen und die Verwandtschaftsverhältnisse der idg. sprachen 
beleuchtet, plaudert vf. in zwangloser weise an aufs geradewohl 
herausgegriffenen Sätzen aus bibel, älterer und neuerer deutscher 
dichtung usw. über allerhand probleme des bedeutungswandels, der 
etymologie, der kulturgeschichte u. dgl. in anregender und allge- 
meinverständlicher weise, ein Wortverzeichnis ist dem buche bei- 
gegeben. 

80. 0. Behaghel, Von deutscher Wortbildung und Wort- 
fügung. Westermanns monatsh. 1913,114, 1,275 — 280. — in der 
'sprachlichen plauderei' spricht vf. von wortbildungsregeln bei ab- 
leitungen, falschen analogiebildangen, neuen ableitungen von wort- 
gruppen, namenbildung bei personen und orten, Verschiebungen 
von bei Wörtern und beifügungen, Verwechslung aktiver und passiver 
bedeutung usw. 

81. Ch. Reining, G. A. Bürger als bereicherer der deut- 
schen spräche. ZfdWortf. 14,225 — 279. — vf. führt die Wörter 
an, die für den deutschen wertschätz von Wichtigkeit sind, d. h. 
solche, die in den wbb. fehlen oder bei Bürger zum erstenmal 
belegt sind, von ersteren verzeichnet er 325, von diesen 1018. 



158 Vin. Neuhochdeutsdie spraeixe. 

82. R. M. Meyer, Nietzsches Wortbildungen. ZfdWortf' 
15,98 — 146. — nach einer methodologischen einleitung über neolo- 
gismen eines Schriftstellers, in der bemerkt wird, daß nicht nur die 
neubildungen, sondern auch die alten Wörter mit neuem inhalt zu 
berücksichtigen seien, gibt vf. als sein ziel an, zu zeigen, wie sich 
in den neubildungen die menschliche und künstlerische eigenart 
Nietzsche's abspiegelt, er will deshalb nur die 'subjektiven' neolo- 
gismen verzeichnen, die Nietzsche als solche irgendwie gekenn- 
zeichnet hat, nicht die objektiven, vf. hat über 400 verzeichnet 
und weiß wohl, daß sein material nicht vollständig sein wird, die 
arbeit selbst wird folgendermaßen gegliedert: Einleitung. 1. Nietz- 
sches eigne aussagen über Sprachneuerung. 2. Hinweise auf neu- 
bildungen (moment- und dauerbildungen). 3. Innere neologismen. 
4. Gebrauch der synonyma. hauptteil: A, Formale gruppen. 
B. Inhaltliche gruppen. C. Genetische gruppen (jede abt. mit 
zahlreichen Unterabteilungen). Schluß: 28. (abschn.) Ergebnisse für 
Nietzsches wesen. 29. Allgemeinere methodologische bemerkungen. 
30. Schlußwort. 

83. A. Saupe, Deutsche wortkunde im naturwissenschaft- 
lichen Unterricht. Wiss. beil. z. jsb. d. oberrealschule zu Dresden- 
Johannstadt 1912. — bespr. von 0. Weise, ZfdU. 27,302. 

84. Schon früher verzeichnet: 1. F. Härder, Werden und 
wandern unserer Wörter. 4. aufläge, vgl. Jsb. 1911,8,28. bespr. 
von E. Hermann, Berl.ph.wschr. 33,760; Kaichreuter, Kbl. 
f. d. höh. schulen Württ. 20,39 und Ph. Keiper, BfGw. 49,48—49. 
— 2. Er. Kluge, Wortforschung und wortgeschichte. vgl. Jsb. 
1912,8,76. bespr. von R. Richter, ZfRw 28,31—32; Ric. v. 
Carlowitz-Hartitzsch, Grenzboten 1913,11,194, 195; 0. Weise, 
Zfdü. 27,296—297 und ZfGw. 66,676—677. — 3. K. Berg- 
mann, Der deutsche Wortschatz, vgl. Jsb. 1912,8,79. bespr. 
von F. P(iquet), Rev. germ. 9,251; S. Feist, Litbl.Fftr.Zg. 14. 9. 
1913; Ric. v. Carlowitz-Hartitzsch, Grenzboten 1913,11,195 — 
196; 0. Meisinger, ZfdMa. 8,183—184; 0. Weise, Sokrates 
1,269—270 und ZfdU. 27,297, endlich anonym ZfRw. 28,243. 

b) Deutsche Wörterbücher. 

85. J. u. W. Grimm, Deutsches Wörterbuch, jahrg. 1913. 
die Wirkung der von der deutschen kommission der akademie der 
"Wissenschaften ergriffenen maßregeln zur schnelleren förderung des 
deutschen Wörterbuchs macht sich nunmehr in größerem umfang 
geltend, es erschienen im berichtsjahr : 

4. bds., 1. abt, 4. teil, 2. lief, gewühl — gezäun, bearb. von 
"H. Wunderlich, die lieferung umfaßt von umfangreicheren ar- 



VIII. G. Wortforschung. *I59 

tikeln folgende: gewunden (11 sp.), gewünscht (15 sp.), getvürm 
(14 sp.), gewürz (25 sp. mit interessanten kulturhistorischen aus- 
blicken), gezänk (11 sp.). 

11. bds., 1. abt., 4. lief, todestanz — ton. bearb. von M. Lexer 
und A. V. Kralik. die artikel tot (todt), töten (todten) nebst den 
zahlreichen Zusammensetzungen mit ersterem und mit tod füllen 
48 sp., toll und seine ableitungen weitere 19 sp. tölpel umfaßt 
nebst den compositis 12 sp. (etymologie aus mhd. dorpaere, dörper 
'dorfbewohner' unter einfluß des vlämischen). den weitaus größten 
räum nimmt der noch unvollendete artikel ton (== laut) ein (55 sp.). 

11. bds., 3. abt., 2. lief, unansprächig — unbequem, bearb. von 
K. Eulin g. zu artikeln größeren umfangs bot die lief, keine gelegen- 
heit; indes sind mehrere kulturhistorisch interessant, wie unbarm- 
herzig, unbefleckt. 

12. bds., l.abt., 10. lief, verstehen — versuch, bearb. von M. Leo- 
pold, erstgenanntes wort wird zu ende geführt; längere artikel 
finden sich in der lief., die u. a. verstehen, verstellen, verstimmen, 
ver stocken, verstopfen, ver stören, verstoßen, nebst Zusammensetzungen 
enthält, indes nicht, versuch ist erst begonnen. 

12. bds., 2. abt., 1. lief, vesche — viel, bearb. von R. Meißner, 
kulturhistorisches interesse bietet der artikel vesper nebst Zusammen- 
setzungen, sprachgeschichtliches die artikel vetter und vieh (17 sp.), 
dessen Zusammensetzungen weitere 46 sp, einnehmen, daran schließt 
sich die umfassende behandlung von viel auf 56 sp., die indes 
noch nicht zu ende geführt ist. 

13. bds., 11. lief, wank — tvappen. bearb. von K. von Bahder 
und H. Sickel. von den ableitungen des ersteren nimmt wanken 
38 sp. ein. umfangreich ist auch der artikel wann (24 sp.), kultur- 
geschichtliche ausblicke gewährt wanne auf 11 sp., sprachgeschicht- 
liche wanst, beide zusammen wanze. die erst begonnene behandlung 
von Wappen ist von hohem kulturgeschichtlichem interesse. 

14. bds., 2. abt., 1. lief, wilb — wille. bearb. von L. Sütterlin. 
das subst. wild wird auf 7 sp., das adj. wild auf 30 sp. behandelt, 
bei letzterem bieten sich viele kulturhistorische ausblicke, von den 
Zusammensetzungen seien erwähnt wildbret mit mannigfachen hd. 
und ma.-lichen nebenformen, wildfang mit schwer zu erklärender 
bedeutungsentwicklung; sie füllen nahezu die ganze übrige lief., 
so daß für wille, dessen behandlung noch nicht zu ende geführt 
ist, nur 24 sp. übrig bleiben. 

15. bds., 1. lief, z — zähnemangel. bearb. von M. Heyne und 
H. Seedorf, einen größeren räum nimmt zahl mit seinen zus. 
ein. zahm wird auf 13 sp., zahn auf 24 sp. behandelt. 

86. H. Wunderlich, Zum IV. bd. des Grimmschen Wörter- 
buchs. ZfdWortf. 14,307—311. — vf. berichtet über die von ihm 



160 VIII. Neuhochdeutsche spräche. 

in den jähren 1911 und 1912 fertiggestellten beiden lieferungen 
(vgl Jsb. 1911,8,78 und 1912,8,77) im anschluß an seinen früheren 
bericht (vgl. Jsb. 1911,8,79). er hebt die kulturgeschichtlichen 
ergebnisse beim artikel gewölbe hervor, am schluß des aufsatzes 
gibt er noch einen nachtrag zu seinen im Vorwort der letzten lief, 
des 3. bds. niedergelegten grundsätzen bei der arbeit am wb. 
briefe, zeitungen, berichte von Chronisten schöpft vf. sorgfältig 
aus, die maa. werden eingehend berücksichtigt; beides haben schon 
J. u. W. Grimm nicht außer acht gelassen. 

87. Schon im vorigen Jsb. besprochen: 1. Alfr. Goetze, 
Frühneuhochdeutsches glossar. vgl. Jsb. 1912,8,78. bespr. von 
L. M., Rev. germ. 9,250 u. F. Kluge, DLz. 34,38. —2. G. Stucke, 
Deutsche Wortsippen, vgl. Jsb. 1912,8,80. bespr. von 0. Weise, 
Zfdü. 27,297; P. Wetzel, ZfGw. 66,524 und Karl Scheffler, 
ZSprV. 28,145. 

c) Einzelnes (deutscher wertschätz). 

88. F. Sommer, Zur deutschen Wortforschung. Idg. forsch. 
31,359 — 376. — behandelt die etymologie von 1. dachs. 2. eben. 
3. gaul. 4. keusch. 5. quarz, vgl. abt. 3 a, 147. 

88a. 0. Behaghel, Zur etymologie von schwanen. Beitr. 
38,500. — berichtigung zu Lindquist's (Beitr. 38,329, vgl. Jsb. 
1912,8,89) etymologie. wäre sie richtig, so müßte das wort in 
den maa. als schwönen erscheinen, das ist nicht der fall, es gibt 
auch kein unpers. mhd. mir tvänet. jüngeres siv, zw wird zu nhd, w 
(vgL wer aus mhd. siver). 

89. D. Fryklund, Einige deutsche ausdrücke für ^gQige'. 
Minneskrifttillägnadprof. Axel Erdmann. Uppsalal913. s.120 — 125. 
— Inhalt dürftig, fieäel ist kein 'niedriger' ausdruck, sondern eher 
eine volkstümliche bezeichnung der geige, aber der edle sinn ist in 
der poesie noch vertreten: Ergreife die fiedel, du lust'ger spiel- 
mann, du usw. (in 'Der mai ist gekommen'). 

89a. E. Gutmacher, Eymologien. Beitr. 38,560 — 563. — 
1. hunzen, verhunzen ist zu hund und nicht mit J. Franck, Ned. 
etym. woordb. s. 378 zu ndl. /tom^? 'abgeschnittenes stück' zu stellen; 
vgl. abulg. jnsovati 'tadeln', nslov. psovati 'beschimpfen', zu aslav. 
pisu 'hund'. 2. gepritscht 'töricht bedeutet eig. 'geschlagen'; ähn- 
lich geschützt zu schützen 'schlagen' oder zu schützen 'hin und her 
schaukeln' in steirischer ma. 

90. J. A. Walz, Fei, fee—elfe. ZfdWortf. 14,190—210.— 
die geschichte des in mhd. zeit aus dem frz. aufgenommenen lehn- 
worts veie (veine), das im 18. jahrh. als fee zum zweitenmal rezipiert 
wurde, sowie des aus dem engl, stammenden elfe, das Wieland zuerst 



yill. Or. Wortforschung. Ißl 

in der Übersetzung des sommernachtstraums Shakespeares ge- 
brauchte, wird eingehend verfolgt. 

91. J. H. Kern, Zu nhd. nd. heiern, ndl. beieren 'läuten'. 
ZfdWortf. 14,214—217. 

92. A. Schirmer, Zur Schlagwortforschung. ZfdWortf. 14, 
217 — 219. — behandelt werden: Europäisches gleichgewicM, Talmi, 
Nürnberger trichter. 

93. K. Rother, Der worttypus faulenzen. ZfdWortf. 14, 
219 — 220. — gibt beispiele aus der schlesischen ma. 

94. S. Sieb er, Nachtrag zu den Wörtern auf -ling. ZfdWortf. 
14,221—222. 

95. G. Hoffmann-Krayer, Sommerfrische. ZfdWortf. 14, 
222. — aus dem jähr 1763 belegt. 

96. A. Götze, Gabelträger. ZfdWortf. 14,222—223. 

97. A. Götze, Hainhühl. ZfdWortf. 14,223—224. 

98. J. A. Walz, Schöpfung = weit. ZfdWortf. 15,146—156. 
— nach dem englischen creation gebildet. 

99. K. Drescher, Ölgötze. MSchlesVk. 13/14,453—463. 

100. W. Stein, Hansa und Deutsche hanse. Hans, ge- 
schichtsbl. 12,483—521. 

101. C. Müller, Vergesellschaften. ZfdU. 27,177—179. — 
das wort scheint zur zeit des 30jährigen krieges aufgekommen zu 
sein; im 18. jahrh. war es geradezu modewort. beispiele für den 
verallgemeinerten (= vereinigen) und reflexiven gebrauch werden 
angeführt. 

102. 0. Glöde, Weichbild. ZfdU. 27,223. — vf. möchte 
-bild als volksetymologische entstellung von -balt 'gürtel' fassen; 
Weichbild also 'Stadtkreis'. — inzwischen ist der artikel 'weichbild' 
des wbs., 14. bd., 1. abt., 3. lief, (auch als s.-a. 1914) erschienen, 
in dem A. Götze für das ndd. rechtswort die grundbedeutung: 
'recht der Siedlung, ortsrecht' nachweist, -bild aus ahd. bilidi 
'recht' zu bil-llh 'gereht'. 

103. 0. Schütte, Weißbrot keine volksdeutung. ZfdU. 27, 
223 — 224. — nicht mit Andresen als volksetymologische ent- 
stellung von Weizenbrot, sondern in seiner eigentlichen bedeutung 
aufzufassen (1300 in einer Braunschweiger Urkunde: pro albo 
pane; 1560 witt brodt). 

104. A. Englert, Lateinischer bauer. ZfdU. 27,384. — in 
Ostfriesland eine benennung für landwirte, die von dem Studium 
aum ackerbau zurückgekehrt sind. 

105. 0. Kröhnert, Zum lateinischen bauer. ebenda s. 750. 
zitat aus Fritz Reuter: lateinischer landwirt. — mit einer ergänzung 
von H. Evermann. 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. H 



162 VIII. Neuhochdeutsch« spräche. 

106. R. Bertin, Schon gruneWs. ZfdU. 27,904—905. — 
belege für den gebrauch des ausdrucks, der 'es wird grün' be- 
deutet, bei Goethe bedeutet er: 'es riecht nach frischem grün'. 

d) Fremdwort. 

107. H. Binder, Neues vollständiges fremdwörterbuch für 
handel, gewerbe und zeitungsleser. Reutlingen, Enßlin & Laiblin. 
1913. 238 8. 

108. Liebknecht's Volksfremdwörterbuch. 13. aufl. XVI, 
511 s. Stuttgart, J. H. W. Dietz nachf. 1913. 

109. H. Harbrecht, Philipp von Zesen als Sprachreiniger, 
diss. Freiburg i. B. 80 s. 

110. Schon in früheren Jahrgängen verzeichnet: 1. R. Klein- 
paul, Deutsches fremdwörterbuch. vgl. Jsb. 1911,8,117. bespr. 
von Jul. Miedel, BfGw. 48,50—51 und H. Gürtler, Allg. Litbl. 
22,178 — 179. — 2. H. Schultz, Deutsches fremdwörterbuch. 

1. bd. A— K. vgl. Jsb. 1912,8,109. bespr. von Ed. Stemplinger, 
BfGw. 48,362; S. Feist, Litbl. Ff tr.Zg. 30. 11. 1913 u. Ph. Kei- 
per, BfGw. 49,49 — 51. — 3. 0. Sarrazin, Verdeutschungs- 
wörterbuch, vgl. Jsb. 1912,8,13. bespr. von 0. Weise, ZfdU. 
27,304. 

H. Kulturgeschichtliches. 

111. Gg. Steinhausen, Geschichte der deutschen kultur. 

2. aufl. 2 bde, — bd. 1 mit 86 abbildungen im text, 10 tafeln 
in farbendruck und kupferätzung, VIII und 428 s. ; bd. 2 mit 
127 abbildungen im text, 12 tafeln in farbendruck und kupfer- 
ätzung, 536 s. Leipzig und Wien, Bibliographisches institut. 1913. 
— die neue aufläge des bedeutsamen werkes hat eine wesentliche 
Vermehrung des inhalts erfahren, so daß es nunmehr in 2 bände 
zerlegt werden mußte, der 1. bd., der die zeit bis zum 14. jahrh. 
umfaßt, ist in folgende Unterabteilungen gegliedert: 1. Geschichte 
der deutschen landschaft bis zum 14. jahrh. 2. Der germanische 
mensch und sein anschluß an die weltkultur. 3. Das hervortreten 
des deutschen menschen. 4. Die kirche als erzieherin und im 
kämpfe mit der weit: der geistliche als kulturträger. 5. Soziale, 
wirtschaftliche und geistige diff erenzierung : herausbildung laiischer 
elemente als kulturträger und beginn eines kulturwandels durch 
die kreuzzüge. 6. Ausbreitung einer feineren gesellschaftlichen, 
geistigen und künstlerischen kultur unter den einwirkungen der 
kulturellen Vorherrschaft Frankreichs in Europa: Höfisch-ritterliche 
kultur, Scholastik und Gotik. 7. Das hervortreten des Volkstums 
und die herausbildung einer volkstümlichen kultur des lebens- 
genusses. — bd. 2, vom 14. jahrh. bis zur gegen wart, umfaßt die 



Vin. H. Kulturgeschichtliches. 163 

Unterabteilungen: 1. Geschichte der deutschen landschaft vom 
14. jahrh. bis zur gegenwart. 2. Blüte und Vorherrschaft einer 
städtischen kultur volkstümlicher und materieller färbung. 3. Das 
Zeitalter des Zwiespalts. 4. Sinken der kulturellen kräfte. 5. Die 
Säkularisierung und modernisierung der kultur unter fremdem ein- 
fluß und unter führung der hofgesellschaft. 6. Begründung einer 
nationalen kultur durch einen gebildeten mittelstand. geistige Vor- 
herrschaft Deutschlands in Europa. 7. Der beginn einer völlig 
neuen, auf naturwissenschaftlich-technische Umwälzungen gegrün- 
deten Zeitalters äußerlich-materieller kultur. — wie man aus der 
gliederung des werkes erreicht, beschränkt es sich nicht nur auf 
die eigentliche kulturgeschichte, sondern sucht die kultur als das 
ergebnis materieller, völkischer und politischer Vorbedingungen 
hinzustellen, mit recht ist deshalb an die spitze jedes bandes ein 
kapitel über das bild der deutschen landschaft in dem jeweiligen 
Zeitraum gestellt, in diesem umfang ein novum in den einschlägigen 
werken, die über die Germanen dargelegten ansichten des vfs. 
gehen aus von einer Warnung vor der annähme einer zu großen 
eigenart der Germanen, die vieles mit andern primitiven Völkern 
gemeinsam hätten; doch wird ihre Vorliebe für trinken und spielen, 
sowie ihr tiefes gemüt als besonders kennzeichnend anerkannt, auf 
weitere einzelheiten des trefflich orientierten und ausgezeichnet 
orientierenden werkes einzugehen, muß ich mir leider versagen, er- 
wähnt soll noch werden, daß die abbildungen auf der höhe der 
modernsten technik stehen und ein umfängliches register die auf- 
findung bestimmter gegenstände erleichtert. — bd. 1 bespr. Cbl. 
64,807 und Athenaeum 1913,11,34. 

112. Fr. Seiler, Die entwicklung der deutschen kultur im 
Spiegel des deutschen lehnworts. I. teil: Die zeit bis zur ein- 
führung des Christentums. 3. aufl. XXXIX und 265 s. Halle, 
Waisenhaus. 1913. — vf. hat für die neuauflage die letzten aus- 
gaben der etym. wbb. von Kluge und Weigand-Hirt, ferner 
Hehn, Kulturpflanzen und haustiere, Schrader's Reallexikon der 
idg. altertumskunde, Heyne's Deutsche hausaltertümer, Hoop's 
Waldbäume und kulturpflanzen, und andere einschlägige werke 
sowie Zeitschriften verwertet, vf. druckt die vorrede, die dem 
3. band der 2. aufl. beigegeben war, hier nochmals in erweiterter 
gestalt ab und setzt sich darin mit den übertriebenen puristen 
auseinander, wenn er sich gegen meine beanstandung von wortbildern 
wie hasseng, fotölch wendet, so kann ich doch meinen Standpunkt 
leider nicht aufgeben, ich hätte mich indes deutlicher ausdrücken 
sollen, die gerügte ausspräche ist ja doch nicht die allgemein- 
deutsche, sondern die spezifisch norddeutsche, die auch im norden 
Deutschlands jetzt möglichst vermieden wird, gegen eine auch in 

11* 



164 VIII. Neuhochdeutsche spräche. 

der Schrift sichtbare einbürgeung der fremdwörter (die süddeutschen 
sprechen: hasse, fotoll) habe ich sachlich nichts einzuwenden, der 
inhalt des durchaus zuverlässigen und auf der höhe der jetzigen 
forschung stehenden buches hat durch die berücksichtigung neuerer 
arbeiten eine, fast auf jeder seite zu beachtende förderung er- 
fahren, zwischen entgegengesetzten ansichten weiß vf. mit guten 
gründen seine Stellungnahme zu finden. meiner annähme der 
autochthonie der Grermanen und ihrer späteren indogermanisierung 
steht er durchweg zustimmend gegenüber. — besprechungen der 
zweiten aufläge: 3. teil, 2. abschn. vgl. Jsb. 1910,8,126. bespr. 
von H. Schulz, DLz. 34,2525—2526 und G. Binz, ZfdPh. 44, 
486 — 488. — teil 4: Das lehnwort der neueren zeit. 2. abschn. 
vgl. Jsb. 1912,8,124. bespr. von Const. Nörrenberg, DE. 11, 
218; 0. Weise, ZfdU. 27,303; H. Michel, ZfVk. 23,208—209 
undH. Gürtler, Allg. Litbl. 22,304— 305; A. Götze, NJb. 31,307. 

113. P. Herre, Deiitsche kultur im mittelalter in wort und 
bild. mit 245 abb. X und 82 s. (Wissenschaft und bildung 
100/101.) Leipzig, Quelle & Meyer. 1912. — bespr. von A. W., 
Hist. zs. 112,188—189. 

114. H. Fink e, Die frau im mittelalter. Kempten u. München, 
Jos. Kösel. 1913. 190s. — das 1. kapitel befaßt sich mit der frau im 
heidnischen und christlichen altertum, das 2. kap. mit den frauen 
in der ehe des mittelalters, das 4. kap. mit der literarischen Wert- 
schätzung der frau im mittelalter, das 5. kap, mit der frauen- 
tätigkeit im mittelalter, das 6. kap. mit den frauen der renaissance. 
ein 7. kap.: Die heiligen frauen im mittelalter ist von A. Lenne 
beigesteuert. — vf. sucht das los der frau im mittelalter als nicht 
so schlimm hinzustellen, wie es gemeinhin geschieht, wenn er 
auch die Schattenseiten ihres daseins nicht verhehlt, seine dar- 
stellung will unparteiisch sein, was ihm auch zumeist gelingt, zu- 
mal wenn man seinen einseitigen Standpunkt berücksichtigt. 

115. J. Körner, Die renaissance des germanischen alter- 
tums. ZfdU. 27,1 — 29, — eine geschichtliche betrachtung über aus- 
gaben altdeutscher texte seit der mitte des 16. jahrhs,: Goldast, 
Opitz, Gottsched, Bodmer, Herder, Myller u. a. werden als heraus- 
geber gewürdigt, die Verdienste der romantiker (Schlegel, Tieck, 
Görres, Arnim, Brentano) werden uns vor äugen geführt; endlich 
die philologische tätigkeit v. d. Hagens, J. Grimms, Lachmanns u. a. 
auch der jetzigen teilnahmslosigkeit des großen publikums wird 
gedacht. 

116. E. J. Haslinghuis, De duivel in het drama der 
middeleeuwen. diss. univ. Leiden, Leiden, Gebr. van der Hoek. 
1912. 208 s. — auf grund einer umfassenden literatur, die 



VIII. J. VerscMedenee. 165 

s. II — XI füllt, und zahlreicher quellenwerke (mittelalterl. dramen), 
die auf s, XII — XVI verzeichnet sind, hat vf. seinen kultur- 
geschichtlich wertvollen beitrag zur kenntnis eines mittelalterlichen 
vorstellungskreises geliefert. er gliedert das buch in folgende 
kapitel: 1. Auftreten des teuf eis auf der btihne und quellen der 
dramendichter. 2. Verhalten des teufeis gegen gott. 3. Gegen 
Maria und die engel. 4. Gegen den mensch. 5. Fortsetzung. 
6. Sonstiges verhalten des teuf eis. 7. Der teufel als komische 
figur. 8. Äußere erscheinung des teufeis insbesondere in seiner 
bühnenrolle. eine anzahl illustrationen (zinkätzungskopien nach 
alten vorlagen), die auf s. 206 — 208 erläutert werden, dienen zur 
veranschaulichung des gebotenen, vf. hat seinen stoff mit fleiß 
aus deutschen und niederländischen weihnachts-, oster-, fronleich- 
nams- und passionsspielen, aus franz. nätivites, mysteres und 
passions, aus dem Theophilusspiel, aus englischen spielen (York 
plays, Macro plays, Mankind) usw. zusammengetragen und über- 
sichtlich gegliedert. die schillernde rolle, die der teufel nach 
seinem nicht einheitlichen Ursprung spielt, hat er uns gut vor 
äugen geführt; jüdische, christliche und heidnische momente seines 
Wesens werden unterschieden, die einzelheiten können hier nicht 
weiter verfolgt werden, (vgl. Jsb. 1912,12,34.) 

117. A. Hilka und W. Söderhjelm, Vergleichendes zu 
den mittelalterlichen frauengeschichten. Neuphil. mitt. 1913,1 — 22, 
— 2 Varianten zu geschichten der von den vfn, hrsgg. Disciplina 
clericalis (vgl, Jsb. 1911,20,113 — 114) werden inhaltlich dargestellt 
und auf ihre mutmaßlichen quellen zurückgeführt, 

J. Verschiedenes. 

118. Deutsche bildung, 3 reden. 1. F. Kluge, Die kultur- 
werte der deutschen spräche, 2, Kl. Bojunga und C. Dietz, 
Die gestaltung des deutschen Unterrichts auf den höheren schulen, 
nebst einem anhang: Berichte und Verhandlungen des 1. Verbands- 
tags des deutschen germanisten-verbandes (Marburg i. H. 29, 9. 1913). 
ZfdU, 9, erg.-heft, Leipzig, B. G. Teubner, 1913. 64 s. — in 
seiner festrede betont Kluge, daß germanistik und Sprachwissen- 
schaft immer gute freundschaft gehalten hätten, während die 
klassische philologie wenig fühlung mit dieser gehabt hätte, darum 
sei auch unsere muttersprache am gründlichsten erforscht. Kluge geht 
dann die bestrebungen zur förderung ihrer größeren Wertschätzung 
seit ältester zeit durch, hebt ihre Vorzüge hervor und bemerkt, 
daß die deutschsprachler keine abneigung gegen die antike hätten, 
in der einleitung seines Vortrags bringt Bojunga gedanken vor, die 
durch den inzwischen ausgebrochenen weitkrieg zumeist bestätigt 



XQQ IX. Neuhochdeutsche literatur. 

worden sind: die unfreundliche gesinnung der Vlamen und Holländer 
gegen uns Deutsche, während uns die Österreicher die Nibelungen- 
treue wahren, in den Deutsch-Schweizern hat er sich freilich ge- 
irrt; sie sind zumeist auf seite der Deutschen in der gesinnung. 
er spricht auch von der inneren Zerklüftung und feindschaft der 
einzelnen stände, von dem schüren des hasses durch die presse 
aller richtuugen. in dem hauptteil befaßt sich der vertrag, wie 
auch der von Dietz mit den einzelnen Seiten eines vertieften und 
verbreiterten Unterrichts im Deutschen auf den höheren schulen. 

119. L. Türckheim, Auf Büchmanns spuren, schnitze! und 
Späne. Jsb. kreisoberrealschule. Nürnberg 1913. 53 s. — vf. 
will eine nachlese zu Büchmanns geflügelten werten geben, die 
einleitung befaßt sich mit dem titel selbst und weist dessen Vor- 
geschichte nach, den text des schriftchens gliedert vf. in nach- 
trage aus: I. der bibel, II. fehlt, III. deutschen schriftsteilem, 
IV. fehlt, V. französischen Schriftstellern, VI. englischen, VII. ita- 
lienischen Schriftstellern, VIII. und IX. fehlen, X. griechischen, 
XI. lateinischen Schriftstellern, XII. der geschichte. warum hat 
vf. bei der offenbaren neubearbeitung eines älteren konzepts die 
einteilung nicht auch gleichmäßig gestaltet? 

120. A. Stähly, Über die deutsche spräche, brief an alle 
deutschsprachigen Volksstämme. Straßburg, Singer. 1912. — bespr. 
von Brenner, Cbl, 64,419, 

121. Ed. Hey ck, Das reichsamt für deutsche spräche. Türmer 
15,2,1—5. 

122. H. Gilow, Die alte Berlinische gesellsch. f. deutsche 
spräche. Sonntagsbeilage d. Voss. ztg. 1913,393 — 394. 

Sigmund Feist. 



IX. Neuhochdeutsche literatur. 

A. Literaturgeschichte. — B. Denkmäler von 1450 — 1624. 

A. Literaturgeschichte. 

1. A. Rosenbaum, Bibliographie umfassend die 1911 er- 
schienenen bücher zur deutschen literaturgeschichte. Euph., 10. er- 
gänzungsheft, s. 212 f.: 15. und 16. Jahrhundert. 

2. Jahresberichte für neuere deutsche literaturgeschichte, hrsg. 
von J. Elias, M. Osborn, W. Fabian, K. Jahn, L. Krähe, 
F. Deibel, M. Morris. 22.-23. bd. (1911—1912), 1. Biblio- 
graphie, hrsg. von 0. Ar nst ein. Berlin-Steglitz, B. Behr. VI, XXII, 
568 sp. 18 m. 



IX. B. Denkm&ler. 167 

3. E,. Benz, Die deutschen Volksbücher, ein beitrag zur ge- 
schichte der deutschen dichtung. Jena, Diederichs. 111,60 s. 
Im. — B., der eine reihe von Volksbüchern für den bloß ge- 
nießenden leser geschickt erneuert hat, skizziert die entstehung 
der naiven epischen prosa des 14. — 16. jahrhs., verteidigt im an- 
ßchluß an W. Grimm den wert der prosaauflösungen höfischer 
ritterepen durch das beispiel des Volksbuchs von Gregorius auf 
dem stein und legt den einfluß der sentimentalen und rhetorisch aus- 
malenden renaissancepoesie dar. leider bleibt es bei kurzen an- 
deutungen. die auf s. 57 folgende liste der von 1471 bis 1727 
erschienenen Volksbücher und die vier gruppen der legenden, 
märchennovellen, historischen erzähluugen und romantischen aben- 
teuer werden uns nicht genauer vorgeführt, wie es auch auf 
knappem räume möglich gewesen wäre. — rec. F. P., Rev. germ. 
9,490. L. Petry, DnSpr. 20(9). 

4. H. Hayn u. A. N. Gotendorf, Bibliotheca Germanorum 
erotica et curiosa. 3. aufl. bd. 1 — 5. München, G. Müller, 
je 15 m. 

5. Ed. Langer, Bibliographie der österreichischen drucke 
des 15. und 16. jahrh. 1. W. Dolch, Trient — Wien — Schratten- 
thal. Wien, Gilhofer & Rauschburg. VIII,171 s. 10 m. 

6. A. Fluri, Die beziehungen Berns zu den buchdruckern 
in Basel, Zürich und Genf 1476 — 1536. progr. Bern, Guten- 
bergstube. 52 s. 1 m. 

7. Monumenta Germaniae et Italiae typographica, deutsche 
und italienische inkunabeln in getreuen nachbildungen, hrsg. von 
K. Burger und Vouliieme. 10. — 12. lief. Leipzig, Harrasso- 
witz. je 25 taf. je 10 m. — vgl. Jsb. 1912,9,7. 

B. Denkmäler von 1450—1624. 

AhaSYerÜS. 8. L. Neubaur, Zur geschichte und biblio- 
graphie des Volksbuchs von Ahasverus. ZfBücherfr. n. f. 5,211 — 222. 

Albrecht von Preußen. 9. F. Spitta, Ein lied von der 
geschichte am pfingsttag und dessen prophezeiung (Wackernagel 3, 
nr. 722). Mtschr. f. gottesdienst 18,159. — Die entstehungszeit 
des liedes 'Was mein gott will, das gscheh allzeit' (1547 — 1549). 
ebd. 18,203—205. 

Aventin. 10. G. Leidinger, Über ein wiedergefundenes 
schriftchen Aventins. SB. der Münch. akad. 1913(6). 

Bibel. 11. F. Luttor, Biblia pauperum. studio zur her- 
stellung eines inneren Systems, mit dem texte der in der k. k. 
hofbibliothek aufbewahrten hs. Veszprem. Wien, A. Opitz. 1912. 
128 8. 3,50 m. — rec. G. Ficker, Theol. Iz. 1913,719. 



168 IX^- Neuhochdeutsche literatur. 

12. Die erste deutsche bibel, 9. band (Jeremia — Daniel) hrsg. 
von W. Kurrelmeyer. Tübingen. 2 bl., 538 s. (Bibl. des 
literar. Vereins in Stuttgart 259.) 

Bertesius. 13. P. Sparmberg, Thüringer aberglaube um 
1600. Hess. bl. f. vk. 12,215—217. — eine stelle aus dem Regulus 
(1606) akt 3, sz. 5 wird abgedruckt. 

ßrant. 14. Sebastian Brant, Das narrenschiff, faksimile 
der erstausgabe von 1494 mit einem nachwort von Pranz Schultz. 
Straßburg, Trübner, 327,LVI s. 13 m. die ausgezeichnete 
wiedergäbe kommt vor allem der betrachtung des bilderschmuckes 
zugute. der herausgeber, der einen neuen kommentar nach 
Zarnckes musterleistung (1854) für überflüssig hält und eine Samm- 
lung der kleinen deutschen und lateinischen dichtungen Brants 
für die nächste aufgäbe der forschung erklärt, erörtert vorsichtig 
die 1892 von D. Burckhardt aufgeworfene frage, ob die schönen 
holzschnitte des 'meisters der Bergmannschen offizin' von A. Dürer 
herrühren, und stellt fest, daß Brants einfluß auf die entstehung 
der bilder nur in anweisungen, aber nicht in zeichnerischer mit- 
wirkung bestand; vielmehr geht der künstler öfter über den dichter 
hinaus. — rec. 0. Giemen, DLz. 1913,2914 f. F. Kauffmann, 
ZfdPh. 45,323 f. 

Brennwald. 15. A. Müller, Die sage bei Heinrich Brenn- 
wald. Schweiz, archiv f. vk. 17,193—222. 

Bugenhagen. 16. A. Scholz, Bugenhagens kirchenord- 
nungen und ihr Verhältnis zueinander. Archiv f. reformgesch. 
13,1—50. 

Dürer. 16a. A. Dürers schriftlicher nachlaß, in Über- 
setzung und mit erklärungen hrsg. von G. A. Weber. Regens- 
burg, Pustet. 1912. 219 s. geb. 4 m. — rec. Hist. polit. bl. 
152,284—297. 

Edinger. 17. N.Esser, Rutger Edinger und Kaspar Ulen- 
berg, zwei Kölner psalterübersetzer, ein beitrag zur geschichte des 
deutschen kirchenliedes im 16. jahrh. Bonn, Hanstein. VII,85 s. 
2 m. (Beiträge zur litgesch. des Rheinlandes hrsg. von J. Götzen 8.) 
— auch als diss. Münster. 

Eulenspiegel. 17a. Riemer und A. Müller, Till Eulen- 
spiegel. Stader archiv 3,155 — 158. — zwei geschichten, ins Stader 
platt übertragen. 

Finkenritter. 18. Das volksbuch vom Pinkenritter. Straß- 
burg, Christian Müller c. 1560. Zwickau, Ullmann. 22 s., 15 bl. 
(Zwickauer faksimile-drucke nr. 24.) — diese von Pischart häufig 
zitierte Verspottung fabelhafter reisebeschreibungen ist, wie J. Bolte 
im Vorwort darlegt, im Elsaß aus älteren lügenschwänken mit 



IX. B. Denkmäler. 169 

benutzung von Wickrams losbuch entstanden. 1574 erschien zu 
Basel u. d. t. Tinckenritters hochzeit' eine bisher unbekannte ge- 
reimte Verdeutschung von Ariosts erster satire, die späteren aus- 
gaben des Volksbuches zusammen mit allerlei prosaschwänken an- 
gehängt wurde, eine zuerst 1646 erwähnte dänische Übersetzung, 
auf der auch eine schwedische beruht, fügt u. a. Voigtländers lied 
von der schwerhörigen schneidersfrau (1642) hinzu, die biblio- 
graphie weist 13 deutsche, 10 dänische und 20 schwedische aus- 
gaben nach. 

rischart. 19. L. Kr eil, Studien zur spräche Fischarts 
aus seinen reimen, progr. München. 56 s. 

20. K. Weidmann, Der einfluß des französischen auf 
rischarts Wortschatz im Gargantua. diss. Erlangen. 

21. A. Hauffen, Fischartstudien XV. Euph. 20,332—356. 
589 — 606. — Fischart in Flandern; Fischarts kenntnis des fran- 
zösischen und seine aussprüche über Paris; Fischarts aufenthalt in 
Paris 1567 und das collegium regium; die Universität Paris und 
Fischart als scholar an der artistenf akultät ; abschluß der philo- 
sophischen Studien Fischarts in Straßburg; Orleans und London; 
nachtrage zu früheren Studien. 

Flugschriften. 22. D. Bothär, Ein gei-eimter dialog wider 
den Gregorianischen kalender vom jähre 1584. ZfVk. 23,81 — 88. 
— die aus einer hs. zu Odenburg abgedruckte satire hat völlig 
dramatische form (430 verse); die bauern reden in ihrer mundart; 
der entstehungsort war vermutlich Augsburg. 

23. E. Freys, Gedruckte Schützenbriefe des 15. jahrh. in 
getreuer nachbildung hrsg. München, Kuhn. 35 taf., 19 s. 45 m. 
(Seltenheiten aus süddeutschen bibliotheken 2.) 

23a. J. Pohl, Deutschböhmische Zeitungen aus dem 16. jahrh. 
Mitt. d. Böhmen 51,414—443. 

23b. E. Voß, Aus den schätzen der herzoglichen bibliothek 
zu Wolfenbüttel. Der Universität zu Wittenberg ordenung von 
kleidung, bekostigung der hochzeiten, gastereien usw. 1546. JEGPhil. 
11,501—508. 

Franck. 24. A. Hauffen, Sebastian Franck als Verfasser 
freichristlicher reimdichtungen (1531). ZfdPh. 45,389—426. — 
Fischarts werk 'Die gelehrten die verkehrten' (1584) ist eine be- 
arbeitung zweier älterer reimwerke, mit deren sonderung sich nach 
Scherer (1866) Hampel (1903), Englert und A. Götze (AfdA. 31, 
202) beschäftigt haben. H. weist sie aus inneren gründen S. Franck zu. 

Geiler. 25. A. Scherlen, Beziehungen der familie Geiler 
zu Kaysersberg und Umgebung. Elsäss. mtschr. 4,193 — 200. 
257—264. 



170 IX. Neuhochdeutsche literat.ur. 

Gilg6ngart>. 26. Der gilgengart, Augsburg, Hans Schöns- 
perger, c. 1520. Zwickau, F. Ullmann. 13 s., 14 bogen. S**. 
(Zwickauer faksimiledrucke nr. 16.) — das gute faksimile des 
schönen Augsburger gebetbuches, dessen typen und randleisten 
mit den Schreibern und miniaturen der mittelalterlichen horarien 
in erfolgreichen Wettbewerb treten, wird von 0. Giemen sach- 
kundig eingeleitet, er weist auf die geschichte der einzelnen ge- 
bete an Maria, die dreieinigkeit, st. Anna, die allerheiligen- 
litanei usw. und die literatur darüber hin und bespricht kurz nach 
Dodgson die vier verschiedenen ausgaben des buches. — rec. 
G. Buchwald, Theol. litbl. 1913,146 f. 

Graff. 27. A. Götze, Jörg Graff, landsknecht und poet. 
ZfdU. 27,81—107. — vgl. unten nr. 85 Graff, Das lied vom 
heller. 

GrieniDger, 28. F. Wilhelm, Peter Grieninger, ein hand- 
schriftenschreiber und spruchdichter. Münch. museum 1,235 — 240. 

Grießbeutel. 28a. Jakob Grießbeutel, Stimmenbüchlein. 
Nürnberg, Kunegund Hergotin 1531. (hrsg. von 0, Giemen.) 
Zwickau, Ullmann. 1912. 2 bl., 2^2 bogen. 8*^. (Zwickauer 
faksimiledrucke 15.) — die lesefibel, die H. Fechner 1882 nach 
einer späteren aufläge von 1534 herausgab, folgt der von V. Ickel- 
samer erfundenen lautiermethode und verwendet auch bilder zur 
einprägung der laute. 

Judä. 29. F. Mentz, Ein unbekannter brief Leo Judas. 
ZfKircheng. 1913,1,102—105. 

Kirchenlied ^ 30. F. Spitta, Das deutsche kirchenlied in 
seinen charakteristischen erscheinungen 1: Mittelalter und refor- 
mationszeit. Leipzig, Göschen. 1912. 141 s. 0,80 m. — rec. 
F. Spitta, Mtschr. f. gottesdienst 18,216. A. Hardeland, Theol. 
litbl. 1913,162. 

31. Herrn. Fischer, Das deutsche kirchenlied in seinen 
anfangen, seiner blute, seinem niedergang und seiner zukunft. 
Berlin, Vaterl. verlagsanstalt. 71 s. 0,80 m. — rec. F. Spitta, 
Mtschr. f. gottesdienst 18,407. 

Lautenbach. 32. F. Wilhelm, Eine deutsche Übersetzung 
der praefatio zum Heliand (in Gonr. Lautenbachs Verdeutschung 
von Flacius Gatalogus testium veritatis 1573). Münch. museum 
1,362—365. 

Lindner. 33. Fr. Roth, Zur lebensgeschichte Michael 
Lindners. Euph. 20,488 — 491. — die notiz Hector Mairs über 
Lindners tod 1561, die schon Bolte, Montanus schwankbücher 1899 



*) vgl. nr. 9 Albrecht, 42 Luther, 76 Weißel, 96 Zwick. 



IX. B. Denkmäler. 171 

8. 636 veröffentlicht hatte; sein gesuch um eine Augsburger lehrer- 
stelle 1557; antikatholische bilderbogen 1564 erwähnt. 

Luther. Bibliographie. 34. Richard Wolff, Reformation 
und gegenreformation ca. 1493 — 1618. bericht über 1911. Jahres- 
berichte der geschichtswissenschaft. Jahrg. 34(1911), hälfte I 
(Berlin 1913), abt. II, 309—340. 

35. Reformation und gegenreformation (1500 — 1648). notizen 
und nachrichten. Eist. zs. 110 {= 3. f., bd. 14; 1913), 195—206, 
436—444, 663—671; 111 (= 3 f., bd. 15; 1913), 221—229, 
429—439, 668—673. 

36. Oskar Masslow, Bibliographie zur deutschen geschichte 
1911/12. (Hist. Viertjs. 15; Leipzig 1912.) zeit der reformation, 
gegenreformation und des 30 jährigen krieges 1517 — 1648: s. *40 — *48 
u. *112— *120. — Dass. 1912/13. (ebd. 16; Leipzig 1913.) dass.: 
s. *41— *49 u. *118— *125. 

37. [Walter Friedensburg], Neuerscheinungen. Archiv f. 
reform.-gesch. 10(1912/13), s. 111—116, 208,291—296, 381—384. 

38. Ders., Aus Zeitschriften (regesten über die in Zeitschriften 
erschienenen auf Sätze), ebd. s. 198—208, 373—381. 

Werke. 39. D. Martin Luthers, kritische gosamtausgabe. 
bd. 31,L; 49; tischreden bd. 2. Weimar, H. Böhlaus nachf. 1913. 
— bd. 31,L IV,588 s. 18 m.; bd. 49. LI1,848 s. 27,20 m.; 
tischreden bd. 2. XXXII, 700 s. 22 m. — die leitung der aus- 
gäbe liegt weiter in K. Dreschers bewährter hand. bd. 31,1 ent- 
hält die psalmenauslegungen der jähre 1529 — 1532, von G. Koff- 
mane und E. Thiele bearbeitet, unter den größeren und abge- 
schlossenen stücken ragen die 'ersten 25 psalmen', auf der Koburg aus- 
gelegt (1530), hervor, besonders mühselig herauszugeben, und von 
Koffmane mit vielem Scharfsinn aus vielgestaltiger und verworrener 
Überlieferung herausgearbeitet, waren die kleineren arbeiten Luthers 
über psalmen (1530 — 1532), bei denen es sich um eintrage Luthers 
in seine bibeltexte, um predigtentwürfe und predigtnachschriften, 
kleine hermeneutische fragen, summarien einzelner psalmen, ent- 
würfe zu umfangreicheren auslegungen, tischreden über psalmen 
handelt, die sprachliche behandlung der texte lag in gewohnter 
weise in den bänden 0. Brenners, die bibliographien stammen 
von J. Luther. — der besonders umfangreiche bd. 49 bringt die 
predigten der jähre 1540 bis zum 4. august 1545, wie immer von 
G. Buchwald bearbeitet, die germanistischen anmerkungen sind 
0. Brenners arbeit, 'um diese wichtigen und eingehenden be- 
merkungen besser in ihrer gesamtheit wirken zu lassen und zu- 
gleich auch einen deutlicheren überblick über den gesamtumfang 
dieses immer besonders zu beachtenden beitrags zu geben, sind sie 



172 IX. Neuhochdeutsche literatur. 

auch hier am Schlüsse des textes für sich zusammengestellt', die 
bibliographien stammen von J. Luther. — bd. 2 der tischreden 
ist das verdienstvolle arbeitsreiche werk E. Krokers. die zu 
überwindenden Schwierigkeiten sind Jsb. 1912,9,62 dargelegt, der 
vorliegende band enthält die tischreden hauptsächlich aus den 
jähren 1531 — 1532, dazu einige wenige von 1533 und 1534, von 
Johann Schlaginhaufen, Ludwig Rabe und aus dem ersten teil der 
Sammlung des Conrad Cordatus. 'die germanistischen und sprach- 
lichen erklärungen, die Sammlung der Sprichwörter usw. hat alles 
wiederum 0. Brenner durchgeführt; sie sind am Schlüsse des 
bandes zusammengestellt, durch diese darbietung als geschlossenes 
ganze soll die bedeutung dieses wichtigen teiles des Lutherschen 
sprachtumes möglichst deutlich dem leser vor äugen geführt und 
die durchforschung als material erleichtert werden'. 

40. Luthers werke in auswahl. unter mitwirkung von 
Alb. Leitzmann hrsg. von Otto Giemen. bd. 3. 4. Bonn, 
Marcus & Weber. 1913. bd. 3: V,516 s., bd. 4: V,432 s. je 5 m. 

— forts. zu Jsb. 1912,9,64. — bd. 3 enthält Schriften aus den 
Jahren 1524 — 1528, darunter die 'Deutsche messe' v. j. 1526; 
bd. 4 bringt Schriften aus den jähren 1529 — 1545, darunter 'Der 
große katechismus' v. j. 1529, der 'Sendbrief vom dolmetschen' 
v. j. 1530, 'Etliche fabeln aus Asopo' v. j. 1530, 'Schmalkaldische 
artikel' v. j. 1538. — die ausgäbe ist auch weiterhin durchaus 
günstig aufgenommen, zu den besprechungen Jsb. 1912,9,64 treten 
hinzu: R. H., Hist. zs. 110(1913), s. 196 u. 439; 111(1913), s. 431; 
E. König, Hist. jb. 34(1913),144 f. 

41. Otto Scheel, Dokumente zu Luthers entwicklung. 1911. 

— vgl. Jsb. 1911,9,45. — rec. W[alther] K[öhler], Hist. zs. 110 
{= 3. f., bd. 14; 1913), 664 f. 

42. M. Luther, Sämtliche deutsche geistliche lieder. hrsg. 
von F. Klippgen. 1912. — s. Jsb. 1912,9,70. — einleitend be- 
handelt der vf. die erste Veröffentlichung der lieder Luthers im 
Zusammenhang mit Luthers tätigkeit für die neugestaltung des gottes- 
dienstes, die handschriftliche Überlieferung, die erstdrucke, die 
äußerungen Luthers und seiner Zeitgenossen über die lieder, und 
gibt bemerkungen über die methode der beschäftigung mit Luthers 
geistlichen liedern, dem text der lieder mit den hauptsächlichsten 
Varianten folgt eine Zusammenstellung der quellen der lieder sowie 
eine kurze angäbe der hauptsächlichen literatur. das buch ist aus 
einem vortrage hervorgegangen, wodurch gelegentliche Unebenheit 
der behandlung und die apodiktische form mancher behauptung 
erklärt wird, für deren ausführlichen beweis kein räum war. be- 
denklich erscheint die günstige meinung für Zelle und Spitta; vgl. 
zu letzterem die Jsb. 1906,9,94 zusammengestellten urteile, in den 



IX. B. Denkmäler. 173 

Varianten sind 'abweichungen rein orthographischer natur nicht 
notiert', zu denen aber 'dehnung' und 'umlaut' wohl kaum ge- 
hören, um so auffälliger ist, daß z. b. s. 33 die rein paläo- 
graphischen zeichen des mit einem haken versehenen deutschen 
d [= der] und des deutschen j [= m] als Varianten aufgeführt 
werden; 'betorffen' statt 'betroffen' (im reim auf 'waffen') (s. 49) 
ist doch kein 'auffälliger' druckfehler. — ungünstig besprochen von 
0. Giemen, DLz. 1913,1110 f. 

43. Aug. Hardeland, Luthers katechismusgedanken in ihrer 
entwicklung bis zum jähre 1529. Gütersloh, Bertelsmann. 1913. 
XV,354 s. 7 m. — günstig bespr. von G. Buchwald, Zbl. 1913, 
1426 f. 

Biographisches. 44. Adolf Hausrath, Luthers leben, 
bd. 1. 3. ausg. (5. tausend). Berlin, Grote. 1913. XVI,585 s. 
9 m. — s. Jsb. 1906,9,102. 

45. E.. H. Grützmacher, Die prinzipien in Grisars Luther- 
forschung. Neue kirchl. zs. 24(1913), 838—853. — vgl. Jsb. 1912, 
9,73. — mit dem abschluß des Grisarschen werkes ist die möglich- 
keit einer endgültigen Urteilsbildung gegeben. Grützmacher kommt 
zu folgendem ergebnis: 'In Grisars Lutherbiographie kommt keines- 
wegs nur der unparteiische historiker zu wort, der dogmatiker 
urteilt und schafft die entscheidenden resultate und werte. . . . 
durch das dogma ist er genötigt, Luther als religiösen reformator 
abzulehnen und es bleibt ihm nun freie bahn in der näheren er- 
klärung, wie Luther zu seinem Irrtum kam. diese ist einmal in 
Luthers sittlicher Verschuldung gegeben, dann kann man aber auch 

— milder — psychologisch-pathologische erwägungen anstellen, 
die Psychologie arbeitet wesentlich nur mit der kategorie 'Selbst- 
täuschung'; die pathologie kommt zu keinen wissenschaftlich exakten 
formein. beide enthalten im gründe nur eine verfeinerte kon- 
fessionelle polemik, die ihre ablehnenden urteile in das moderne 
gewand der psychologie und das noch zeitgemäßere der pathologie 
hüllt. — selbstverständlich bleibt auch für die beurteilung von 
Grisars 'Prinzipien' der Lutherforschung die kategorie des subjek- 
tiven und objektiven Irrtums bestehen'. — Grisars bd. 3 mit 
einigen zugehörigen Schriften bespr. von Otto Scheel, Theol. 
rundschau 16(1913), 276 — 284, der noch einmal gründlich mit 
Grisars 'psychologischer' darstellungsweise und mit seiner quellen- 
benutzung überhaupt aufräumt. 

46. 0. Giemen, Beiträge zur Lutherforschung. I — VI. 
Zs. f. kirchengesch. 34(1913),93— 102 u. 539—543. 

47. Bruno Grabinski, Wie ist Luther gestorben? eine kriti- 
sche Untersuchung. Paderborn, Junf ermann. 1913. IV, 149 s. 2 m. 

— vom katholischen Standpunkt mit stärkerer bewertung der 



174 I^- Neuhochdeutsche literatur. 

katholischen quellen geschrieben, lehnt die legende von Luthers 
Selbstmord ab und hält Luthers tod durch schlagfluß für erwiesen, 
das buch 'bedeutet nur eine bereicherung der überflüssigen lite- 
ratur über Luthers tod'. Walter Glawe-Rostock, Theol. litbl. 34 
(1913),469 f. 

48. Hans Preuß, Lutherbildnisse, historisch-kritisch gesichtet 
und erläutert, mit 36 abbildungen. Leipzig, Voigtländer [1913]. 
60 s. 0,80 m. (Voigtländers Quellenbücher, bd. 42.) — eine 
sehr gut charakterisierende reihe von Lutherbildnissen bis in die 
neueste zeit, der begleittext bringt auch die Zeugnisse von Luthers 
Zeitgenossen über sein aussehen, die wohl größte Sammlung von 
Lutherbildnissen besitzt übrigens, was ich im text nicht erwähnt 
finde, die Königliche Bibliothek in Berlin. 

49. An besprechungen seien noch angeführt: E. Klingner, 
Luther und der deutsche volksaberglaube. 1912. (vgl. Jsb. 1912, 
9,84): Fr. Boehm, ZfVk. 23(1913),429. — R. Lewin, Luthers 
Stellung zu den Juden. 1911. (vgl. Jsb. 1911,9,60 u. 1912,9,86): 
W. K[öhler], Bist. zs. 111 (= 3. f., bd. 15; 1913), 432 f. — 
J. Strieder, Authentische berichte über Luthers letzte lebens- 
stunden. 1912. (vgl. Jsb. 1912,9,80): R. H., Hist. zs. 110 (=3. f., 
bd. 14; 1913), 200. 

Sprachliches. 50. Carl Franke, Grundzüge der Schrift- 
sprache Luthers in allgemein verständlicher darstellung. gekrönte 
preisschrift. tl. 1 : einleitung und lautlehre. (auch mit dem sonder- 
titel: C. F., Luthers lautlehre.) 2., wesentlich veränderte u, ver- 
mehrte aufl. Halle, Waisenhaus. 1913. XXVIII,273 s. 7,60 m. 
— nicht geliefert. 

51. Theodor Lockemann, Technische Studien zu Luthers 
briefen an Friedrich den weisen. Leipzig, Voigtländer. 1913. 
VIII,208 s. 5,80 m. (Probefahrten. 22.) — in sehr ausführ- 
licher weise wird die Stellung der briefe Luthers an den kur- 
fürsten sowohl in bezug auf die briefkunst seiner zeit überhaupt als 
im besonderen in bezug auf Luthers eigene briefkunst erörtert, 
'keine gruppe deutscher briefe (Luthers) dieser epoche' kann sich, 
'weder was die individuelle gestaltung des einzelnen Schriftstücks 
noch die höhe der technischen kunst im ganzen betrifft, mit der 
gesamtheit der schreiben (Luthers) an den landesherren messen, 
sie zeigen in zahlreichen beispielen und gleichmäßiger als die 
anderen Luthers fähigkeit, einen brief organisch aufzubauen und 
bis in die einzelheiten der konstruktion und der Wortwahl hinein 
mit künstlerischer Sorgfalt zu gestalten, er kann für die feinheiten 
des Stils ein überraschend sicheres Verständnis an den tag legen 
und bewußt die Wirkungen abschätzen, mit denen eine geschlossene 



IX. B. Denkmäler. I75 

form die tendenzen des stoffs unterstützt', so bildet die schrift 
im besonderen auch einen wertvollen beitrag zu Luthers stil über- 
haupt. — rec. Georg Buchwald, NA. f. sächs. gesch. 35(1914),391. 

52. Braun, Aus Luthers literarischer Werkstatt. Neue 
kirchhche zs. 24(1913),763 — 792. — die schrift des Lazarus 
Spengler 'Ein kurzer auszug aus den päpstlichen rechten der 
dekrete und dekretalen 1530' erschien zuerst in Nürnberg, und 
wurde noch im gleichen jähre in Wittenberg mit einer vorrede 
Luthers herausgegeben, in dieser neuausgabe ist aber, wie der 
vf. nachweist, auch der text Spenglers sehr erheblich geändert, 
und zwar sowohl in den wortformen und im Wortschatz als auch 
in der Übersetzung der originale und in der Satzgestaltung, der 
vf. führt diese änderungen auf Luther selbst zurück und belegt 
sie ausführlich, der wert der ausführungen bleibt bestehen, auch 
wenn man im besonderen in der änderung der wortformen (zu- 
hörn : zuhören, oder : odder, wider : widder u. a.) nur freiheiten 
des Setzers erblickt, die bemerkung über die bibliographie in der 
Weimarer ausgäbe der werke Luthers ist irreführend, da diese 
natürlich nur die mit Luthers vorrede versehenen ausgaben zu be- 
rücksichtigen hat; sie ist in dieser beziehung im gegenteil noch 
vollständiger wie Gußmann in den Quellen und forschungen zur 
geschichte des Augsburger glaubensbekenntnisses 1(1911). 

53. J. Meyer (Göttingen), 'Fürchten, lieben und vertrauen', 
eine geschichtliche erörterung zu Luthers katechismen. Neue 
kirchl. zs. 24(1913),793— 811. — geht im anschluß an 'A. Harde- 
land, Luthers katechismusgedanken' (s. o. nr. 43) der entstehung 
dieser Wortzusammenstellung (in der erklärung zum ersten gebot 
im kleinen katechismus) erneut nach und kommt durch besondere 
vergleichung mit Luthers katechismuspredigten aus dem jähre 1528 
zu dem ergebnis, daß die werte nicht, wie Hardeland meint, eine 
dreiteilung, sondern vielmehr eine Zweiteilung (1. fürchten, 2. lieben 
und vertrauen) bilden. 

54. Fr. Jehle, Über das wort leichnam in Luthers Sprach- 
gebrauch. Allg. evang.-luth. kircheuztg. 46(1913), 210. — bemerkt 
zu dem aufsatz von F. Nägelsbach 'Auferstehung des fleisches' 
in der gleichen zs. 46(1913),39 f., daß 'leichnam' bei Luther nicht 
bloß den toten körper bezeichne; denn es finde sich bei Luther, 
und zwar nicht pleonastisch, der ausdruck 'tote leichname', sowie 
'mit dem leichnam auferstehen', 'der sterbliche leichnam'. 

55. Adolf Risch, Luther als lehrmeister im deutschen. 
ZSprV. 28,324 — 330. — schildert im anschluß an die in der 
Weimarer ausgäbe der werke Luthers bisher erschienenen drei 
ersten bände der deutschen bibel das ringen Luthers nach immer 
klarerem ausdruck in seiner bibelübersetzung. 



176 IX- Neuhochdeutsche literatur. 

56. Gr. Kawerau, Die neue revision unserer Lutherbibel. 
Deutsch-Evangelisch 4(1913), 731 — 736. — im jähre 1912 war das 
'Neue Testament nebst den Psalmen', 1913 die vollständige 'Bibel 
oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments 
nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers' mit dem Zu- 
sätze 'neu durchgesehen nach dem vom deutschen evangelischen 
kirchenausschuß genehmigten text' im Verlage der Preuß. Haupt- 
bibelgesellschaft zu Berlin erschienen. die besprechungen, die 
diese ausgaben gefunden, geben K. veranlassung, sich über die 
aufgäbe (das mandat) und den zweck der neuen revision zu äußern, 
den äußeren anlaß zur revision des bibeltextes von 1892 gab das 
verlangen von vierzehn deutschen bibelgesellschaften, 'daß eine 
Umgestaltung der spräche, der Interpunktion sowie der Ortho- 
graphie in berücksichtigung der in den schulen jetzt gültigen 
regeln ein unabweisbares erfordei'nis sei.' um diesen erforder- 
nissen zu genügen und dabei die einheitlichkeit des bibeltextes zu 
erhalten, setzte die Eisenacher konferenz eine revisionskommission 
ein. diese sollte keine neue sachliche revision vornehmen, sondern 
nur die sprachlichen archaismen abändern, und zwar nicht in 
mechanischer weise, sondern durch entscheidung von fall zu fall, 
die ganze art der revision charakterisiert sich also als 'eine berück- 
sichtigung von forderungen, die von der schule an den bibeltext 
gestellt werden', und will von diesem Standpunkt aus beurteilt 
werden. — s. a. Wilhelm Bornemann, Revidierte Lutherbibel, 
kirche und schule. Christi, weit 27(1913),1010— 1016, der gegen 
die sprachlichen änderungen Stellung nimmt; E. Breest, Die Luther- 
bibel neu durchgesehen . . . erläuterungen zur entstehung und zur 
durchführung der sprachlichen revision der Lutherbibel. Berlin, 
Preuß. Hauptbibelgesellschaft. 1913. 16 s. 0,20 m. 

Mannel. 57. S. Singer, Sprache und werke des Niclaus 
Manuel (Auf Sätze und vortrage. Tübingen, Mohr. 1912. s. 174 — 182). 
— zuerst in der Zs. f. hd. mda. 2,5. 

Meistersinger. 58. E. Vanderstetten, Die deutschen 
meistersinger und der letzte ihrer zunft, eine kulturhistorische 
skizze. 2. aufl. Regensburg, Bauhof. 56 s. 1 m. 

Melanchthon. 59. 0. Giemen, Studien zu Melanchthons 
reden und gedichten. Leipzig, M. Heinsius. VIII, 91 s. 2 m. — 
rec. J. Haußleiter, Theol. litbl. 1913,457—461. 

60. 0. Giemen, Melanchthons Loci als Stammbuch. Theol. 
stud. krit. 1914,1,111—118. 

Murner. 61. P. Zylmann,Zu Murners narrenbeschwörung 
und Schelmenzunft. Beitr. 38,567 — 570. — tritt gegen Spanier 
(Beitr. 18,1) für die gleichzeitige abfassung beider werke ein. 



IX. B. Denkmäler. 177 

62. Th. V. Liebenau, Der franziskaner Thomas Murner. 
Freiburg i. Br., Herder. Vni,266 s. 7 m. (Erläuterungen zu 
Janssens Geschichte des deutschen volkes 9,4 — 5.) — rec. Lempp, 
Theol. Iz. 1913,750 £. Gabr. Meier, Histor. poHt. bl. 152,146—160. 
H. Preuß, Theol. litbl. 1913,418 f. 

63. G. Bebermeyer, Murnerus pseudepigraphus. diss. 
Göttingen. VI, 106 s. — die beiden anonymen flugschriften 'Bock- 
spiel Martini Luthers' (1531) und 'Martin Luthers clagred' (1534) 
sollen, wie 0. Kaufmann 1905 darlegte, von demselben vf. her- 
rühren; als diesen suchte Zopf 1911 Murner zu erweisen, nach- 
dem man früher das Bockspiel Cochläus oder Emser zugeschrieben 
hatte. B. kommt auf grund einer gründlichen vergleichung von 
Sprache, reimtechnik und metrik zu dem ergebnis, daß Bockspiel 
und Clagred zwei verschiedene persönlichkeiten zu Verfassern haben ; 
beide Schriften aber sind Murner abzusprechen, da sie mhd. i, ü 
und iu bereits diphthongieren und ie, uo und üe monophthongieren, 
während Murner hierin und in andern dingen auf dem alemanni- 
schen Standpunkt verharrt, auch in der reimtechnik und metrik 
abweicht. 

64. Deutsche literaturdenkmäler des 16. jahrh. 1: Luther 
und Murner, ausgew. von G. Berlit. 2. aufl. Leipzig, Göschen. 
141 s. 0,90 m. (Sammlung Göschen.) — bespr. von R. Glaser, 
ZfGw. 66,439 f. 

Musculus. 65. R. Grümmer, Andreas Musculus, sein leben 
und seine werke, diss. Jena. 101 s. 

Platter. 66. Felix Platter, Tagebuchblätter aus dem jugend- 
leben eines deutschen arzts des 16. jahrh. hrsg. von H. Kohl. 
Leipzig, Voigtländer. 195 s. geb. 1,50 m. (Quellenbücher nr. 59.) 
— rec. H. Bächtold, Schweiz, volksk. 3,94. 

Reißner. 67. Adam Reißner, Historia der herren Georg 
und Kaspar v. Frundsberg, nach der 2. aufl. von 1572 hrsg. von 
K. Schottenloher. Leipzig, Voigtländer. 154 s. geb. 1,20 m. 
(Quellenbücher nr. 66.) 

Keutergedlcht. 68. E. Seh aus, Ein westdeutsches Reuter- 
gedicht. ZfdA. 54,175 — 195. — in kunstloser weise schildert ein 
'armer knecht' um 1452, was er im dienst von raubrittern von 
dörfern, bürgen, herren und grafen in Westdeutschland kennen 
gelernt hat. v. 271 — 284 klingen an bekannte reime über deut- 
sche Volksstämme an, vgl. ZfVk. 18,296; 19,206. dem abdrucke 
liegen zwei Wiesbadener hss. des 16. jahrh. zugrunde. 

Sachs. 79. Hans Sachs, Zwei spiele: 1. Die komödie von 
könig Alexander und dem philosophen Aristoteles. 2. Der gestohlen 
Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 12 



178 IX. Neuhochdeutsche literatur. 

hahn, fastnachtspiel. Lauchstedter bühnenbearbeitung. Halle, Nie- 
meyer. 31 8. 0,75 m. 

70. H. Sachs, Sämtliche fabeln und schwanke, 6. bd. hrsg. 
von E. Goetze und K. Drescher. Halle, Niemeyer. X,386 s. 
3 m. (Neudruck dt. lit. werke des 16. und 17. jahrh. 231 — 235.) 
— der lange ersehnte schluß bringt die nr. 831 — 1023, lauter 
bisher ungedruckte meisterlieder aus den jähren 1552 — 1561; 
ferner nachtrage aus früheren bänden, im ganzen 36 lieder aus 
den Jahren 1530 — 1554. wie sonst ist ein schema der benutzten 
meistertöne und ein quellennachweis beigegeben, eine warmen 
dankes werte gäbe. 

71. J. Brock, Hygins fabeln in der deutschen literatur, 
quellenstudien und beitrage zur geschichte der deutschen literatur. 
München, Delphinverlag. XXIV,533 s. 12 m. — s. 36—78 Hans 
Sachs und Hygin (stehn in keiner direkten beziehung zueinander). 

72. J. H. Hanford, The mediseval debate between wine 
and water. PMLAss. 28,315 — 367. — bespricht p. 348—357 
H. Sachsens kampfgespräch zwischen wasser und wein und drei 
Volkslieder. 

73. L. Stöllinger, Das Hans Sachsische fastnachtspiel, 
nr. 26 'Von Josef und Melitto'. progr. Elbogen. — vgl. auch 
unten nr. 94: W. Seehausen, Wyssenherre. 

SchauspieP). 74. K. Konrad, Die deutsche Studenten- 
schaft in ihrem Verhältnis zu bühne und drama. Berlin, Ehering. 
1912. 380 s. 10 m. (Berliner beitrage zur german. u. roman. 
Philologie 45.) — ein fleißiges, aber unwissenschaftliches Sammel- 
surium. — rec. H. Bräuning-Oktavio, Zbl. 1913,747 f. 

Schwenckfeld. 75. Caspar Schwenckfeld von Ossig, 
Letters and treatises 1528 bis dez. 1530 ed. Ch. D. Hartranft, 
E. E. Schultz-Johnson, S. Schultz-Gerhard. Leipzig, Breit- 
kopf & Härtel. XXIII,963 s. 25 m. (Corpus Schwenckfeldia- 
norum vol. 3.) — rec. F. Cohrs, Theol. litbl. 1913,337—342. 

Ulenberg. s. oben nr. 17 N. Esser. 

Weißel. 76. K. Sulauke und A. Pokern, Georg Weißel, 
ein evangelischer Sänger Altpreußens 1590 — 1635. sein leben und 
sein lied. Königsberg i. Pr., Beyer. 1912. 47 s. 0,80 m. — 
rec. K. Benrath, Theol. Iz. 1913,82 f. 

Weltliches lied. 77. W. L. Schreiber, Eormschnitte und 
einblattdrucke aus öffentlichen und privaten bibliotheken. (Ein- 
blattdrucke des 15. jahrh. 33. Straßburg, Heitz.) taf. 12: 'Wolauff 
wolumb wolhin wolan', eine in v. Liliencrons historischen Volksliedern 



^) vgl. nr. 13 Bertesius, 57 Manuel, 69 Sachs. 



IX. B. Denkmäler. I79 

fehlende dichtung von Joan Kurtz in München auf Maximilian I. 
um 1508; vgl. Well er, Repert. typogr. nr. 549. 

78. E. Seemann, Mitteilungen aus dem clm. 15613. Münch. 
mus. 1,92 — 102. — 1. Boll awff, schulerr, ynn dy taffernn. 2. Inter 
nates mulierum. 3. die beichte der tiere (15. jahrh.). 

79. J. Werner, Jubilus bibulorum (Wol vff ir gesellen in 
die taberne). ebd. 1,365—367. 

80. F. Wilhelm, Die junge frau und der alte mann (Eynem 
jungen weypp . . . aus cgm. 444, bl. 7 b). ebd. 1,246 f. 

81. Das lied von dem alten Hildebrand. Nürnberg, Kune- 
gund Hergotin c. 1530. Zwickau, Ullmann. 1912. 15 s. 0,75 m. 
(Zwickauer faksimiledrucke nr. 7.) 

82. Das lied von dem edlen Tannhäuser. Nürnberg, K. Her- 
gotin c. 1530. ebd. 1912. 11 s. 0,60 m. (nr. 8.) 

83. Das lied von dem grafen von Rom. Nürnberg, Georg 
Wächter c. 1530. ebd. 1912. 12 s. 0,60 m. (nr. 9.) 

84. Der kaiser im roten bart. Nürnberg, Hans Guldenmund 
um 1530. ebd. 1912. 14 s. 0,60 m. (nr. 10.) 

85. Die älteste deutsche vogelhochzeit. Jörg Graff, Das 
lied vom heller. Nürnberg, K. Hergotin o, j. ebd. 1912. 27 s. 
0,90 m. (nr. 11.) 

86. Zwei landsknechtlieder. Nürnberg, G. Wächter 0. j. 
ebd. 1912. 15 s. 0,60 m. (nr. 12.) — 'Der in krieg wil ziehen'. 
'Got gnad dem großmechtigen keyser frume'. 

87. Ein hübscher spruch von dem edlen wein, Nürnberg, 
G. Wächter 0. j. mit einer einleitung über die weingrüße, ebd. 
1912. 25 s. 0,60 m. (nr. 13.) 

88. Das lied von dem Schlaraffenland im roten Zwingerton. 
Nürnberg, K. Hergotin c. 1530. ebd. 1912, 11 s. 0,60 m, (nr. 14.) 

89. Ein neues lied von einem bösen weib. Nürnberg, 
K, Hergotin 0. j, ebd, 19 s, 1,20 m, (nr. 18.) 

90. Ein lied von einer wirtin und einem pfaffen. Nürnberg, 
G. Wächter c. 1530. ebd. 11 s. 0,90 m. (nr. 20.) 

91. Ein schöne tagweis von eines königs tochter. Nürnberg, 
G. Wächter c. 1530. ebd. 17 s. 0,90 m. (nr. 21.) — '0 das 
ich künd von hertzen'. — die zierlichen und wohlfeilen faksimile- 
drucke nach den originalen der Zwickauer bibliothek geben eine 
getreue Vorstellung von den flugblättern aus der blütezeit des 
Volksliedes, die einleitungen von 0. Giemen, A. Götze (84 — 87) 
und J. Bolte (90. 91) enthalten alle nötigen nachweise über die 
Literatur. 

92. K. Schumacher, Das sogenannte 'Liederbuch der her- 
zogin Amalia von Cleve-Jülich-Berg'. ZfdPh. 45,493 — 495. — das 
original derZfdPh. 22,307 von Bolte besprochenen abschrift, das 1895 

12» 



180 IX. Neuhochdeutsche literatur. 

von Priebsch, D. hss. in England 1,105 beschrieben ward und 
das seit 1912 der kgl. bibliothek zu Berlin gehört, ist angelegt 
von Katharina von Hatzfeld, der gemahlin Werners von Hoch- 
steden, hofmeisters beim herzog von Jülich (um 1550). vgl. 
Schumachers biographie der prinzessin Amalia (1517 — 1586) im 
Düsseldorfer Jahrbuch 26,35. 

Witzel. 93. G. Richter, Die Schriften Georg Witzeis 
bibliographisch bearbeitet, nebst einigen ungedruckten reformations- 
gutachten und briefen Witzels. Fulda. 18,208 s. 4,50 m. (Veröff. 
des Fuldaer geschichtsvereins 10.) 

Wyssenherre. 94. W. Seehausen, Michel Wyssenherres 
gedieht 'Von dem edlen hern von Bruneczwigk, als er über mer 
füre' und die sage von Heinrich dem Löwen. Breslau, Marcus. 
Vm,173 s. 6,40 m. (Germanist, abh. hrsg. von F. Vogt 43.) — 
das in 98 siebenzeiligen Strophen abgefaßte gedieht wird s. 149 — 173 
aus der Stuttgarter hs. v. j. 1474, die schon Maßmann 1828 be- 
nutzte, abgedruckt, über den md. dichter, vielleicht einen spiel- 
mann, war nichts zu ermitteln, ausführlich bespricht S. dafür die 
übrigen bearbeitungen der heimkehrsage im Reinfried von Braun- 
schweig, in Gödings gedieht, dem nid. Volkslied, dem ßechischen Volks- 
buch, bei H. Sachs (s. 56 — 63), G. Thym usw., ferner die bestand- 
teile der sage, ihre geschichtlichen ausgangspunkte, das Verhältnis 
der einzelnen bearbeitungen und die beziehungen zu andern sagen. 

Zimmern. 95. E. Alefeld, Stilistische beitrage zur Zimmer- 
schen chronik. diss. Greifswald. 110 s. 

Zwick. 96. P. Fehrmann, Neujahrslied des Joh. Zwick 
in Konstanz als wechselgesang bearbeitet. Mtschr. f. gottesdienst 
18,37—40. 

Zwingli. 97. Huldreich Zwingiis sämtliche werke, hrsg. 
von E. Egli, G. Finsler und W. Köhler, bd. 3, lief. 6—9. 
Leipzig, M. Heinsius. s. 401 — 720. je 3 m. — bd. 8, lief. 5 — 7. 
(Briefwechsel bd. 2.) ebd. s. 321—560. je 3 m. 

98. H. Zwingli, The latin works and the correspondence 
ed. by J. M. Jackson, 1(1510 — 1522). London, Putnam. 15, 
292 s. 7/6. 

99. Zwingliana, mitteilungen zur geschichte Zwingiis und 
der reformation. hrsg. von G. Meyer v. Knonau, jahrg. 1913, 
nr. 1 — 2. Zürich, Zürcher & Furrer. 64 s. je 0,75 m. 

100. Frida Humbel, Ulrich Zwingli und seine reformation 
im Spiegel der gleichzeitigen schweizerischen volkstümlichen lite- 
ratur. Leipzig, M. Heinsius. 1912. VIII,299 s. 8,70 m. (Quellen 
zur schweizerischen reformationsgeschichte, 2. serie 1.) — rec. 
G. Bossert, Theol. Iz. 1913.719 f. 



IX. B. Denkmäler. 181 

101. 0. Dreske, Zwingli und das naturrecht. Kaemmerer & co. 
1911. 63 s. — rec. Troeltsch, Theol. Iz. 1913,369—371. 

102. Besprechungen der in früheren Jahrgängen verzeichneten 
werke: 1. 0. Giemen, Handschriftenproben 1911,9,7. Beß, ZfKg. 
1912(1). G. Bessert, Theol. litbl. 1912(3). E. Thommen, DLz. 
1912,2698—2703. — 2. G. Mentz, Handschriften der ref ormations- 
zeit 1912,9,9. Beß, ZfKg. 1912(4). Zbl. 1912,1097. DLz. 1912, 
2698. — 3. W. Wodick, Ayrers dramen 1912,9,13. DLz. 1913, 
1772 f. Zbl. 1913,250 f. — 4. H. Gille, Beheim 1910,9,19. J. Has- 
hagen, ZfdPh. 45,327 f. — 5. J. Sahr, Deutsche literaturdenk- 
mäler 3. 1912,9,17. 0. Weise, ZfGw. 66,738 f. H. Bieber, 
LE. 15,351. — 6. P. Claus, Rhythmik in Brants Narrenschiff 
1911,9,9. K Helm, ZfdPh. 45,324 f. — 7. Bugenhagens Braun- 
schweiger kirchenordnung 1912,9,21. F. Cohrs, Theoh Iz. 1913, 
620. — 8. Egranus, Predigten 1911,9,12. E. Cohrs, Theol. Iz. 
1913,45 f. — 9. Faustbuch, hrsg. von R Petsch 1911,9,13. 
E. Sulger-Gebing, Litbl. 1913,193 f. — 10. Faustbuch, hrsg. 
vonR.Benz 1911,9,14. L.Petry, NSpr. 20,564 f. — ll.E.Wolff, 
Faust und Luther 1912,9,24. R. Petsch, Theol. Iz. 1913,659 f. — 
12. E. Hampel, Fischarts gedieht Die gelehrten die verkehrten 
1903,9,50. A. Götze, AfdA. 31,202. — 13. W. Uhl, Der Franck- 
forter 1912,9,39. A. Götze, ZfdPh. 45,515 f. — 14. N. Frisch- 
lin, Frau Wendeigard, hrsg. von P. Rottweiler 1912,9,43. 
A. Götze, NJb. 32,85 f. — 15. W. Bäumker, Das katholische 
kirchenlied, 4. bd. 1911,9,31. Theol. Iz. 1913,30. — 16. W. v. 
Man, Leiden Jesu Christi 1911,9,67. G. Buchwald, Theol. litbl. 
1913,146. — 17. E. Kroker, Anekdoten Melanchthons 1911,9,72. 
E. Wolff , Theol. Iz. 1913,175 f. — 18. Murner, Mühle, hrsg. 
von 0. Giemen 1910,9,101. G. Ficker, Theol. Iz. 1913,562. 
G. Buchwald, Theol. litbl. 1913,145. — 19. L. Zopf, Zwei 
Schriften Murners 1912,9,96. A. Götze, ZfdPh. 45,511— 515. — 
20. E. Geiger, Hans Sachs als dichter 1908,9,175. A. L. Stiefel, 
Litbl. 1913,364—367. — 21. E. Ricklinger, Tierfabel von 
H. Sachs 1909,9,89. K. Bertsche, LitRundschau 39,332 f. — 
22. F. Windolph, Der reiseweg H.Sachsens 1911,9,81. E. Geiger^ 
AfdA. 36,104 f. — 23. J. Hartmann, Das Verhältnis von H. Sachs 
zur dekameronübersetzung 1911,9,84. A. L. Stiefel, Litbl. 1913, 
367 f. ZfdPh. 45,517—521. F. Piquet, Rev. crit. 75,229. — 
24. H. Henze, Die allegorie bei H. Sachs 1912,9,103. A. M.Wag- 
ner, Zbl. 1913,52 f. E. Edert, ZfdPh. 45,325 f. — 25. Schaiden- 
reissers Odyssee, hrsg. von F. Weidling 1912,9,105. C. Rothe, 
DLz. 1913,545 f. A. Götze, ZfdPh. 45,508—511. — 26. G. Din- 
ges, Donaueschinger passionsspiel 1910,9,120. H. Legband, 
Archiv 130. — 27. S. Mauermann, Die bühnenanweisungen 1911, 



182 XI. Niederdeutsch. 

9,92. C. Kaulfuß-Diesch, AfdA. 36,262—265. H. Legband, 
AKultG. 10,493 f. — 28. H. W. Mangold, Bühnen Verdeutschung 
des Terenz 1912,9,110. K. Holl, Zbl. 1913,83 f. — 29. Schern- 
bergs spiel von frau Jutten, hrsg. von E. Schröder 1911,9,93. 
A. Götze, Litbl. 1913,393. — 30. Das lied vom hürnen Sewfrid, 
hrsg. von 0. Giemen 1911,9,95. A. Götze, NJb. 32,306 f. — 

31. Tristan und Isalde, hrsg. von R. Benz 1911,9,101. Ad. Mat- 
thaei, Preuß. jahrb. 149,350 f. L. Petry, NSpr. 20,564 f. — 

32. F. Waga, Die welsch gattung 1910,9,143. K. Helm, Litbl. 
1913,267—269. — 33. B. Strauß, N. v. Wyle 1912,9,125. 
A. Götze, ZfdPh. 45,516 f. 

J. Bolte (nr. 1—33. 57—102) und J. Luther (nr. 34—56). 



X. Hochdeutsche mundarten. 

(folgt im nächsten Jahresbericht.) 

XI. Niederdeutsch. 

A. Allgemeines. — B. Altniederdeutsche spräche und denkmäler. — 
C. Mittel- und neuniederdeutsche spräche: 1. Sprachlehre. 2. Wort- 
kunde. 3. Die einzelnen mundarten. 4. Literaturgeschichte. — D. Mittel- 
und neuniederdeutsche denkmäler: 1. Mnd. dichtungen. 2. Mnd. prosa. 

3. Spätere zeit. 

A. Allgemeines. 

1. Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche 
Sprachforschung (herausgeber: C. Walther), h. 33, s. 81 — 101 
= nr. 6 und register), h. 34, s. 1 — 20 (= nr. 1). Norden und 
Leipzig, Soltau. der jahrg. 2 m. — darin außer den besonders 
verzeichneten beitragen, mitteilungen über einzelne Wörter und 
redensarten, femer über Straßen- und flurnamen, kinderspiele u. a. 

2. Hans Ernst Müller, Über den gebrauch des plattdeut- 
schen im Ruhrkohlengebiete. Nd. jb. 39,126 — 131. — statistische 
erhebungen aus den schulen des amts Eickel über die zahl der 
hd. und nd. sprechenden schüler. 

3. Hans Ernst Müller, Ein beitrag zur geschieh te der 
niederdeutschen spräche. Nd. kbl. 33,91 — 93. — Statistik betr. 
die hochdeutsch und die plattsprechenden schüler im dorfe Eickel, 
kreis Gelsenkirchen. 

4. Rud. Schulze, Die behandlung des niederdeutschen Schrift- 
tums in den höheren schulen. ZfdU, 27,858 — 863. — befürwortet 



XL B. Altniederdeutsche spräche und denkmäler. 183 

die aufnähme neund. und mnd. stücke in die lesebücher und 
empfiehlt gewisse plattdeutsche, besonders westfälische Schrift- 
steller. 

B. Altniederdeutsche spräche nnd denkmäler. 

Allgemeines. 5. Robert Liehl, Mittel vokale und mittel- 
vokallosigkeit vor m, n, l und r in den ältesten altsächsischen 
und althochdeutschen Sprachdenkmälern, inaug.-diss. Freiburg i. B. 
1913. 88 s. — im anschluß an Sievers Beitr. 5,79 ff. erstreckt 
sich die Untersuchung auf grund einer Zusammenstellung aller be- 
lege aus Heliand und Genesis auf die vokale in den ableitungssilben 
unter Scheidung der echten aus dem westgerm. überkommenen 
und der unechten später entstandenen, nicht berücksichtigt sind 
die svarabhaktivokale. — bespr. von K. Grlöckner, ZfdMa. 9,184 f. 

6. Bruno Engelberg, Zur Stilistik und adjektiva in Otfrids 
Evangelienbuch und im Heliand. Halle, Niemeyer. 1913. VII, 
158 s. — vgl. abt. 6,31 

7. Walther Paetzel, Die Variationen in der altgermanischen 
alliterationspoesie (Palaestra XL VIII). Berlin, Mayer u. Müller. 
VI,216 s. 6,50 m. — s. 136 — 156 werden aus Heliand und 
Genesis ausgewählte wort- und vollständiger Satzvariationen mit- 
geteilt, s. 203 — 206 eine übersieht der variierten begriffe (Christus, 
Sünde, zins u. a.) gegeben, die ergebnisse sind wesentlich statisti- 
scher art. 

Heliand. 8. 0. Behaghel, Zur heimat des Heliand. Beitr. 
39,225 — 227. — gegen Jostes (Jsb. 1912,11,6) wird nachgewiesen, 
daß an der nordseeküste von Holländern und Nordfriesen im 8. 
und 9. jahrh. salz gewonnen wurde. 

9. Elis Wadstein, Zum Heliand. Minneskrift tillägnad prof, 
Axel Erdmann. Uppsala 1913. s. 220 — 223, — vf. behandelt 1. thrim 
(v. 502), das er als 'bedrängnis, not, angst, unruhe' deutet und als 
im ablaut zu mnd., nnd. dram 'not, drangsal, unruhe' stehend an- 
sieht. 2. gikrund (v. 2476 Cod. mon.): got. grammipa aus *gikrumd 
bedeutet 'feuchtigkeit'. 3. hanedi (v. 5485): aschwed., anorw. 
hcBnd, bend 'dräpande av dräp' bedeutet 'totschlag'. so ist auch 
binithion (v. 4866) zu deuten; vgl. afries. benetha 'peinliche klage' 
(wegen totschlags). 

Genesis. 10. E. A. Kock, As. Genesis (ed. Heyne) 322. 
ZfdA. 54,410 f. — statt bi dodit lies bidodit '(in das Rote meer) 
eingetaucht', vgl. an. deyfa 'eintauchen', mnd. bedüven, ptz. bedoven 
'vom Wasser bedeckt'. 



184 XI. Niederdeutsch. 

C. Mittel- und neuniederdeutsche spräche. 

1. Sprachlehre. 

Lautlehre. 11. Otto Bremer, Leitsätze für die platt- 
deutsche rechtschreibung. Nd. kbl. 34,17 — 20. — die gegebenen 
regeln sind durch ein 1914 erschienenes besonderes btichlein des vf. 
ausgeschaltet und ausführlicher erneut. 

1 2. Agathe Lasch, Tonlange vokale im Mittelniederdeutschen. 
Braunes Beiträge 39,116 — 134. — Erich Seelmann hatte nd. jahrb. 
34 s., 36 f. ausgesprochen, daß die tonlangen e und o ursprünglich 
kurze vokale waren, welche infolge der Schwächung des endsilben- 
akzentes zu dem eigenen einen schwächeren zweiten akzent er- 
hielten, d. h. zu vokalen mit schleifendem akzent wurden, unter 
dem sich zunächst ein überkurzer vokal hinter dem ursprüng- 
lichen i oder u bildete, die weitere entwicklung führte dann je 
nach der mundartlichen besonderheit zu einfachen längen oder 
diphthongen, und es ergebe sich, daß die tl. e und o aiaf einem 
großen teile des mnd. gebietes diphthongische laute waren, die 
ältesten tl. e und o konnte er aus den jähren 1180 und 1182 be- 
legen, auf grund einer neuen selbständigen und eingehenderen 
Untersuchung ist die verf. zu demselben ergebnisse gekommen mit 
der erweiterung, daß im ganzen mnd. gebiete und bis in das 
mittelfränkische hinein die tl. e und o diphthongisch gewesen seien 
und das dasselbe vom tl. a gelte, sie befürwortet die bezeich- 
nung 'zerdehnte' vokale, als ältesten beleg für tl. e sieht sie den 
Ortsnamen Welepe von 1167 (Meckl. urk.-buch I) an. 

13. W. Seelmann, Die ausspräche der endsilben -ler und 
-ner. Nd. kbl. 33,94. — in Berlin und Brandenburg (aber nicht 
im märkischen dialekt), in den kreisen Magdeburg, Wanzleben, 
Halberstadt und in einem teile des südöstlichen Hannovers tragen 
jene endungen den hauptakzent des wertes, in Berlin werden sie 
mit geschlossenem, weiter westlich mit offenem langen e gesprochen. 

14. N. Otto Heinertz, Zur frage nach umlaut und um- 
lautsbezeichnung im Mittelniederdeutschen. Nd. jb. 39,132 — 140. 
— in der Kopenhagener hs. des Speculum humanae salvationis 
lasse sich erkennen, daß der skandinavische Schreiber, wenn auch 
nicht durchgängig, die umlaute durch diakritische zeichen be- 
zeichnet habe. 

2. Wortkunde. 

Allgemeines. 15. Otto Schütte, Beiträge zum mnd. wörter- 
buche, Nd. jb. 39,98 — 118. — aus den kämmereirechnungen der 
Stadt Braunschweig gesammelte Wörter in aiphabet. Ordnung. 



XI. C. Mittel- und neuniederdeutsclie spräche. 185 

16. J. Huntemann- Wildeshausen, Die plattdeutschen namen 
unserer kulturgewächse und der wildwachsenden arten im Olden- 
burgischen und in der provinz Hannover (= Arbeiten der land- 
wirtschaftskammer für das herzogtum Oldenburg, heft 8). Olden- 
burg i. Gr., Sußmann 1911(1913). (80 s.) — wertvolle, reichhaltige 
Sammlung selbstgesammelter namen und auf pflanzen bezüglicher 
Sprichwörter, sagen und abergläubischer gebrauche. — angez. von 
W. Seelmann, Nd. kbl. 34,47. 

Einzelne ausdrücke. 17. J. H. Kern, Zu nhd. nd. heiern, 
ndl. beiern. ZfdWortf. 14,214 — 217. — aus mnl. beiaert sei ein 
verb heiaerden gebildet, das lautgesetzlich nordnl. heieren, mnd. 
beiren ergab. 

18. P. Feit, boomstill. Nd. kbl. 34,5 f. — beigebrachte nd„ 
hd. und dänische belege erweisen (entgegen der annähme 'unbe- 
weglich') die bedeutung 'schweigsam wie ein bäum'; vgl. Nd. 
kbl. 33,3. 

19. W. Voß, Rantrede. Nd. jb. 39,119 — 122. — mnd. wort, 
belegt in meckl. und neumärkischen Urkunden als adverb und ad- 
jektiv in der bedeutung 'ganz bar', die herkunft von rant- ist 
unsicher. 

20. 0. Mensing, verlangt sin. Nd. kbl. 34,7 f. — verlangt 
sei in der holsteinischen redensart dat kann ich nich verlangt sin 
aus dem partizip der gegen wart verlangend durch kürzung ent- 
standen; vgl. Nd. kbl. 33, 55, 84. 

21. C. Borchling, Wruke. Nd. kbl. 34,12 f. — diese in 
Ostdeutschland verbreitete bezeichnung der futter- oder kohlrübe 
findet sich in Ostpreußen [auch in der hinteren Neumark] als 
hruke, brücke, polnisch als brukiew, russisch als hrjukwa wieder, 
die slavischen formen sind aus dem ndd. entlehnt, nicht umge- 
kehrt, wie vielfach angenommen ist. 

22. Außerdem sind im Nd. korrespondenzblatte folgende aus- 
drücke besprochen worden: assedu, widu und fragem 33,86. 34,9 f. 
(hundenamen). — deutsch 'der andere' = 'der eine von beiden'? 
33,89 ff. — auftramühen 34.4 (von übermäßig hohen frisuren und 
damenhüten). — hoomstill 33,3. 34,5. — 'n flessen woch 34,6 (flächsern 
'gut' im gegensatz zu hede). — mnd. gahbeth 33,82 (friesischer 
rechtsausdruck, infinitivform). — he pliickt mit helpen af 33,82 
(= he helpt mit afplücken). — zu 'kahufp und 'schuwkaar, 34,9. 
kreek, kreeke 34,2 (handschlitten). — das kuhley, nnd. dat kuhleik 
33,87 (platzname). — mnd. mysensch 34,2 (meissnisch deutsch). — 
nirder-, nirdevenie 34,3 (in der Werler Reimchronik, ob rydervente 
zu lesen sei?) — simpeZZ- westfälisch 33,88. — son 33,95 (ob aus 
sodan, hd. sotaner kontrahiert?) — troj'edüs, zinkedüs 33,91. 34,8. — 



186 ^- Niederdeutsch. 

iinnermel 34,2 ('mittagsruhe' zu got. undaurni und mel). — der 
hundename wasser 34,10. 

23. In andern Zeitschriften finden sich folgende erörterungen 
einzelner Wörter: borg. Zfdü. 27,224 (kastriertes schwein, zu 
porcus). — drömm. Niedersachsen 18,488 (endstück). — der name 
des Wolfes isengrim. ZfdU. 27,233 — 238. — neumärk. kokein 'mit 
feuer spielen'. ZfdMa. 9,187. — kratt. Heimat 23,91 (gestrüpp). — 
pisäcker. Niedersachsen 18,280. 330 u. ö. — polk. ZfdU. 27,224 
(wohl mit porc verwandt). — weichbild. ZfdU. 27,223 (eigentlich 
Stadtkreis, hild verdreht aus halt gürtel. Glöde). 

3. Die einzelnen mundarten. 

Linkseibisch. 24, Th. Imme, Scherz- und Spottnamen der 
alten Essener Volkssprache. De Kiepenkerl, volkskalendor, jahrg. 6, 
s. 68 — 74. — eine reiche anzahl schimpf- und Scherznamen in 
feuilletonistischer Vorführung. 

25. Emil Böhmer, Die Elberf eider mundart und ihre nach- 
barmundarten. Zs. d. Bergischen gesch.-ver. 44(1911), 133 — 161; 
45(1912), 202 — 218. — die auch für nicht fachmännische leser be- 
stimmte arbeit, die sich im wesentlichen auf Wenkers karten 
stützt, gibt keine eigentliche darstellung der mundart, sondern hebt 
in ihrem ersten teile (bd. 44) unter beigäbe zweier kärtchens des 
Rheinlandes die bedeutung der Benrather, Ürdinger u. a. Linien 
für die dialektteilung hervor und geht außer auf die Elberfelder be- 
sonders auch auf die mundart von Barmen ein, das durch eine 
historisch sich erklärende dialektscheidelinie geteilt werde. Elber- 
feld und West-Barmen sprechen niederfränk. (mäk)9n, Ost-Barmen 
westf. (mäk)dt. im teil II: versuch einer bergischen lexikographie 
(bd. 45) werden wortgeographische Verschiedenheiten in den aus- 
drücken für sprechen, oft, sperling, hund, trocken, links usw. ver- 
zeichnet. — bespr. von 0. Weise, ZfdU. 27,380—381. 

26. Heinr. Deiter, Ein kleines niederdeutsches idiotikon aus 
der umgegend von Lingen. ZfdMa. 8,269 f. — abdruck einiger 
idiotismen, die sich in einer nach 1823 von einem gewissen Heide- 
kamp hergestellten handschrift in Hannover finden. 

Nordeibisch. 27. Johs. E. Rabe, Von alten hamburgischen 
speichern und ihren leuten. (Quickborn-bücher. bd. 2.) Hamburg, 
Janssen. 1913. 61 s. — darin viele plattdeutsche ausdrücke mit 
erklärung. 

28. Joh. E. Rabe, Die ausdrücke des Hamburger speicher- 
betriebes. Nd. kbl. 33,84 — 86. — ergänzung der von Redslob 
früher gegebenen Sammlung, vgl. Jsb. 1911,11,40. 



XI. C. Mittel- und neuniederdeutsche spräche. 137 

29. Otto Mensing, Das schleswig-holsteinische Wörterbuch. 
Die heimat 22(1912),209 — 214. — populäre darlegung der älteren 
und neueren literarischen quellen. 

30. Otto Mensing, Proben aus dem schleswig-holsteinischen 
Wörterbuch. Die heimat 23,28 — 32. 109 — 112. — die mit wr an- 
lautenden Wörter werden verzeichnet, belegt und ausführlich er- 
örtert. 

Bechtselbisch. 31. S. Hildebrand, Die mundart von 
Strodehne (kreis Westhavelland), sonderabdruck aus 'Minneskrift 
tili prof. Axel Erdmann, 6. febr. 1913'. Uppsala, Almquist u. 
Wiksells buchdruckerei. s. 237 — 268. — in dem zwischen ßhinow 
(nördlich von Rathenow) und Havelberg gelegenen dörfern Stro- 
dehne und Jederitz wird eine mundart gesprochen, die von der 
mittel- und nordmärkischen erheblich abweicht [und an die der 
südlichen Altmark sich anschließt], besonders auffällig ist, daß 
mnd. V und g zwischen vokalen zu halbvokalischem w und in 
weiterer entwicklung zu u oder geworden ist: swalö 'schwalbe', 
faul 'vogel', schrvm 'schreiben', harust 'herbst', halö 'halb'. — 
bespr. von H. Teuchert, ZfdMa. 8,285. 

32. M. Siewert, Wörterbuch der Neu-Golmer mundart. 
Nd. jb. 39,75 — 97. — lexikalische ergänzung der im Nd. jb. 38 
von dem vf. gegebenen grammatik desselben ortes des kreises 
Beeskow-Storkow. 

Ostdeutsch. 33. W. Seelmann, Die mundart der hinteren 
Neumark oder das ostmärkische. Nd. jb. 39,141 — 162. — dar- 
legung der grenzen, unterschiede vom mittel- und nordmärkischen, 
sowie der wichtigsten lauteigentümlichkeiten. der mundart ge- 
hören die kreise Friedeberg, Arnswalde, der nordosten der vorderen 
Neumark (mit Berlinchen und Bernstein), die kreise Dramburg und 
Schivelbein an. der vokalismus hat sich aus denselben monoph- 
thongen entwickelt, die das nordmärk. bietet, es heißt also lef 
(lieb), koke (kuchen). unterscheidend ist der abfall von end-n, os st. uns, 
auch ausl. l und r schwinden, es heißt eg9 (eier) rega (rein), tega 
(zehn) u. ä. nach einer s. 152 dargelegten regel gegen heid, 
fleS usw. diphthongierung in daia (diele), maika (mädchen), auan 
(ohne), nauta (nadel) usw. — s. 155 ff. über die herkunft der be- 
siedler Mecklenburg und der hinteren Neumark aus Westfalen. 

34. Rob. Holsten, Sprachgrenzen im pommerschen platt- 
deutsch, beilage z. progr. d. gymnasiums. Pyritz 1913. (progr. 
n. 211.) 17 s. mit karte 4. — für den größten teil Vor- und 
Hinterpommerns wird das Verbreitungsgebiet der verschiedenen 
plattdeutschen bezeichnungen für storch, regenwurm, ameise und 
Ziehbrunnen ermittelt. — bespr. von H. Teuchert, ZfdMa. 8, 
378—380. 



188 XI. Niederdeutsch. 

35. Herrn. Teuchert, Die niederdeutsche mundart von 
Putzig in der provinz Posen. ZfdMa. 8,3 — 44. 97 — 105. — Putzig 
liegt bei Schönlanke und Pilehne, seine mit dem Ostmärkischen 
vielfach übereinstimmende mundart hat wie diese rego 'rein' u. ä., 
aber abweichend (das sonst noch in Westpreußen verbreitete), 
wohl auf polnischen einfluß weisende J in Jan 'henne', j'al 'hölle', 
fj'olo 'füllen', hjan (statt fcemie) 'raufe' usw. — angez. Nd. kbl. 34,15 f. 

36. A. Koerth, Zur niederdeutschen mundart aus der gegend 
von Rogasen in Posen. ZfdMa. 8,275 — 281. — einzelne be- 
merkungen und belege zur ergänzung der abhandlung Teucherts 
nr. 35. 

37. A. Koerth, Zum wertschätz des niederdeutschen um 
Rogasen. ZfdMa. 8,282 — 283. — einzelne idiotismen. 

38. Walter Mitzka, Ostpreußisches niederdeutsch nördlich 
vom Ermland (teildruck), inaug.-diss. d. univ. Marburg. Marburg 
1912. 61 s. — das vorliegende stück einer arbeit, die vollständig 
in Wredes Deutscher dialektgeographie, bd. 6, erscheinen soll, be- 
schränkt sich auf die historische darlegung des vokalismus und 
konsonantismus der nd. mundart Königsbergs. 

4. Literaturgeschichte. 

39. H. K. A. Krüger, Geschichte der niederdeutschen oder 
plattdeutschen Literatur von Heliand bis zur gegenwart. Schwerin, 
Stiller. 1913. (XI,213 s.). 4 m. — das buch ist augenscheinlich 
von einem vf,, der ohne fachmännische Sprachkenntnis und nicht 
immer imstande ist, hoch- und mnd. zu unterscheiden, auch ist 
seine kenntnis der mnd. dichtung und prosa zu dürftig, immerhin 
ist auch für den and. und mnd. teil seines buches dieses weit besser 
als das von Eckart, für die neund. literatur ist seine, die lite- 
raturgeschichtlichen zusammenhänge freilich nicht klarlegende und 
auch nicht tief eindringende, aber verständig urteilende darstellung 
für solche leser ganz brauchbar, die eine oberflächliche kenntnis 
der plattdeutschen Schriftwerke gewinnen wollen. — angez. von 
H. Klenz, Cbl. 65,555 f. 

40. C. Borchling, Niederdeutsche handschriften in Celle. 
Hannoverland, jahrg. 7,243 — 246. — Übersicht über die geschichte 
der bibliothek des oberlandesgerichts und seine mnd. hss., deren 
wichtigste die predigten von 1470 sind. 

41. Otto Weltzien, Das niederdeutsche drama. sein werden 
in dichtung und darstellung. (= Beiträge zur geschichte der 
niederdeutschen dichtung. hrsg. von E. Püschel.) Rostock i. M., 
Kaufungen-verlag. 1913. XI,162 s. 3 m. — obwohl der vf. kein 
philologe ist, hat er sich doch soweit auch in das mnd. drama 



XI. C. Mittel- und neuniederdeutsclie denkmäler. 189 

eingearbeitet, daß er mit selbständigem urteil die einzelnen mittel- 
alterlichen spiele bespricht, freilich ohne den Zusammenhang, in 
dem sie zum lat. und mhd. drama stehen, genügend klarzulegen, 
gar nicht erwähnt ist die Bordesholmer Marienklage, von den drei 
Theophilusfassungen nur eine, bei dem dramen des 16. und 17. 
jahrhs. beschränkt sich seine kenntnis auf die stücke, die durch 
neuere abdrücke bekannt geworden sind, so daß ihm die kenntnis 
der nur in alten drucken enthaltenen texte und insbesondere vieler 
Zwischenspiele abgeht, aus der neueren zeit behandelt er anschau- 
lich und ausführlich Stavenhagen und seine Hamburger Vorgänger, 
alle übrigen Jüngern dramatiker, insbesondere die westfälischen, 
bricht er übers knie oder übergeht sie mit freilich oft verdientem 
stillschweigen. 

42. Adolf Dunkmann, Ostfriesisch-plattdeutsches dichter- 
buch, mit einer einleitung: geschichte der niederdeutschen spräche 
und literatur in Ostfriesland. 2. aufl. Aurich, A. H, F. Dunk- 
mann. 1912. LXXVII,384 s. — Selbstanzeige Germ.-rom. monatschr. 
1912,295. die 1. aufl. ist bespr. von H. Teuchert, ZfdMa. 8,90; 
von H. Jantzen, LE. 15,1733 f. 

D. Mittel- und neuniederdeutsche denkmäler. 

1. Mnd. dichtungen. 
Drama. 43. Arnold Immessen, Der sündenfall mit ein- 
leitung, anmerkungen und Wörterverzeichnis, neu hrsg. von Fried- 
rich Krage. (= Germanische bibliothek, abt. II, bd. 8.) Heidel- 
berg, C. Winter. 3 bl., 250 s. 6,40 m. — s. 1—87 die bereits 
Jsb. 1912,11,37 angezeigte einleitung; s. 88 ff der text in hsl. 
rechtschreibung, doch an verderbten stellen berichtigt mit angäbe 
der hsl. lesung; s. 221 ff. anmerkungen zur begründung der text- 
änderungen, s. 232 ff. Wörterverzeichnis ausgewählter Wörter mit 
sellenangabe und bedeutung. — bespr. von Gr. Kuhlmann, Quick- 
born-mitt. 6,124 f. 

44. E. Damköhler, Zum mnd. 'Theophilus-drama. Nd. jb. 
39,123 — 125. — kritik und deutung einzelner stellen. 

45. Kl. Löffler, Eine westfälische hochzeit um 1530 nach 
dem Soester Daniel. Niedersachsen 18,425 — 427. — inhaltsangabe 
des hochzeitsabschnittes. 

46. Flos vnde Blankeflos. Kritische ausgäbe des mittel- 
niederdeutschen gedichtes von Otto Decker. ßostock i. M., 
Kaufungen-verlag. 1913. 136 s. 3,50 m. — die erste ausgäbe mit 
benutzung aller bis jetzt gefundenen hss. und die einzige, welche 
den kritischen apparat bietet, dem in hsl. Schreibung abgedruckten 



190 XI. Niederdeutsch. 

texte ist in erster linie die Stockholmer hs. zugrunde gelegt, die 
einleitung legt das Verhältnis der hss. zueinander dar und gibt 
eine metrische Zusammenstellung nach der zahl und Stellung der 
hebungen und Senkungen der verse. s. 108 — 115 anmerkungen, 
die ergiebiger für den Sprachgebrauch sein könnten, s. 116 ff. über 
die heimat des vfs., der im norden des Sauerlandes zu hause ge- 
wesen sei, und die entstehungszeit (spätestens 14. jahrh.). s. 126 ff. 
wird eingehend das Verhältnis des mnd. gedichtes zu den altfranz. 
Versionen untersucht. 

2. Mnd. prosa. 

47. Bruno Cl aussen. Van Sunte Brandanus, ein Lübecker 
druck von Joh. Snell. Nordisk tidskr. för bokväsen 1,33 — 37. — 
in einem einbände des Rostocker bibliothek gefundene bruchstücke 
von 4 blättern von etwa 1481. der text stimmt zum Lübecker 
Passional von 1478. 

48. H. Deiter, Johann Statwech prosa-chronik. Nd. jb. 
39,33 — 74. — vollständiger abdruck der seither nur teilweise und 
fehlerhaft veröffentlichten prosachronik, die für die spräche und 
kritik der großen reimchronik desselben vfs. von belang ist. 

49. Wichmann, Aus der Celler niederdeutschen predigt- 
sammlung. Hannoverland, jahrg. 7,246 ff. — hs. des Oberlandes- 
gerichts in Celle v. j. 1470 mit 42 mnd. predigten, welche reich 
an predigtmärlein sind, abdruck eines predigtschlusses mit einem 
solchen. 

50. Isak Collijn, Van dem nedderval der Veneddyer. zwei 
niederdeutsche in Lübeck und Hamburg gedruckte ausgaben einer 
Maximilianischen flugschrift aus dem jähre 1509. — Beiheft 9 
zum Jahrb. d. Hamburgischen wissensch. anstalten 29, s. 1 — 13 u. 
6 bl. — bibliographische Untersuchung zweier drucke o. j. mit dem 
titel De copie vnde vtschrift eynes breues van dem nedder val(le) usw., 
je 4 blatt, von denen der eine 1509 in der Mohnkopf druckerei in 
Lübeck, der anderein demselben jähre in Hamburg gedruckt ist. bei- 
gefügt ist das faksimile des ganzen Hamburger druckes, sowie das 
der ersten und letzten seite des Lübecker, ferner eine Zusammen- 
stellung der Varianten, inhalt: bericht über die gebietsverluste 
Venedigs infolge der liga von Cambrai. 

51. Isak Collijn, Fragment eines ndd. formularbuches ge- 
druckt von den Michaelisbrüdern in Rostock. Beiträge z. gesch. 
der Stadt Rostock, heft 4,85 — 94. — abdruck der in Upsala 
aufgefundenen fragmente von formularen zu briefen. druckzeit 
c. 1476. 



XI. D. Mittel— und neuniederdeutsche denkmäler. I9i 

52. Kl. Löffler, Aus den aufzeichnungen eines westfälischen 
klosterbruders der reformationszeit. Zs. d. ges. f. niedersächs. 
kirchengesch. jahrg. 18,132 — 159. — tagebuchartige aufzeichnungen 
des laienbruders Göbel von Köln, vogt des klosters Böddeken bei 
Paderborn über seine für das kloster unternommenen reisen in Nord- 
deutschland und sonstige bemerkenswerte erlebnisse. abgedruckt 
werden auszüge aus d. j. 1522 — 1532 aus einer hs. in Paderborn, 
die spräche ist mnd., entfernt sich aber vielfach von der traditio- 
nellen mnd. Schriftsprache durch den starken einfluß der mundart 
auf die Schreibung, die in der Zs, f. vaterländ, gesch. bd. 41 
(1883),I,146 als chronik des klosters Böddeken veröffentlichte 
Trierer hs. ist in Wirklichkeit das letzte d. j. 1541 — 1543 um- 
fassende stück der aufzeichnungen Göbels. 

53. Aug. Freudenthal, Eine niedersächsische osterpredigt 
vor 300 Jahren, Hannoverland 6(191 2),77 — 79. — predigt Johann 
Meiers, pastor zu Achim, von 1585, nach einer hs. des dortigen 
pfarrarchivs. 

3. Spätere zeit. 

54. Otto Mensing, Lexikalisches aus der Chronik des Har- 
tich Sierk. Nd. kbl. 33,33 — 40. — alphabetisch geordnete wort- 
lese auß der hsl. dorf chronik des bald nach 1664 gestorbenen 
bauern Sierk aus Wrohm in Norderdithmarschen. darin einige 
sonst nicht bekannte Wörter, z. b. twemmen trennen. 

55. Heinr. Deiter, Niederdeutsche gelegenheitsgedichte des 
17. und 18. jahrhs. aus Niedersachsen. ZfdMa. 8,371 — 378. — 
hochzeitsgedichte von 1660 und 1664 aus Hannover. 

56. H. Deiter, Niederdeutsche hochzeitsgedichte. Nieder- 
sachsen 18,403 — 408. — drei gedichte aus Helmstedt, v. j. 1717, 
eins aus Westen, kr. Verden, von 1731, ein Bremer von 1741, 
eins aus Glückstadt von 1755. 

57. H. Deiter, Niederdeutsches gedieht zur hochzeit Wolte- 
reck-Bosse. Wolfenbüttel 1735. Hannoverland jahrg. 7,21 f. — 
abdruck. als vf. nennt sich F. A. Schneemann. 

Groth. 58. Pritz Wischer, Zwei briefe Klaus Groths an 
und über John Brinckman. Die heimat 23,40 f. — vom 19. febr. 
1864 und 13. okt. 1870. 

59. Ad. Bartheis, Klaus Groth und Alwine Wuthenow. 
Eckart jahrg. 8, s. 425 — 432. 518 — 529. — abdruck von wert- 
vollen briefen Groths an A. W., welche seine ansieht über mund- 
artliche dichtung und rechtschreibung, über Reuters erste Schriften 
und auch sein eigenes hohes Selbstbewußtsein deutlich zu erkennen 
geben. 



192 ^- Niederdeutsch. 

Reuter. 60. Fritz Reuters briefe. gesamt-ausgabe in einem 
bände, hrsg. von Otto Weltzien. mit einer wiedergäbe des 
Reuterdenkmals in Stavenhagen. Leipzig, Hesse & Becker. (799 s.) 
2 m., geb. 3 m. — alle in den bisherigen Sammlungen enthaltenen 
oder zerstreut gedruckten briefe sind in einer chronologischen 
reihe vereinigt, der text ist mit ganz vereinzelten ausnahmen 
nicht nach den originalen, sondern nach den älteren abdrücken 
wiederholt, doch fehlt leider bei den einzelnen briefen die angäbe 
der benutzten quelle. — angez. von W. Seelmann, Nd. kbl. der 
verschiedene gedruckte briefe Reuters nachweist, die Weltzien ent- 
gangen sind. 

61. Adolph Kohut, Scherz und ernst aus dem leben Fritz 
Reuters. Dresden, A. vom Dorp. 4 bl. 242 s. 3,50 m. — un- 
bekanntes ist in dem unterhaltenden buche nicht enthalten. 

62. Otto Heidmüller, Fritz Reuter und sein Verleger. 
Nd. jb. 39,1 — 16. — Reuters Verhältnis zu Hinstorff, die honorare, 
welche dieser zahlte, die höhe der auflagen, die entstehung der 
Volksausgabe. 

63. A. Imhof (f ), Meine begegnung mit Fritz Reuter. Thüringer 
monatsblätter, jahrg. 21, nr. 11, s. 9 f. — betr. Reuters auf ent- 
halt in der Wasserheilanstalt Elgersburg, august 1866 und juli 1869. 

64. Christian Krüger, Quellenforschungen zu Fritz Reuters 
dichtungon und leben. Nd. jb. 39,17 — 32. — aus alten Zeitungen 
gesammelte mitteilungen zum Gräflichen geburtstag, prospekte betr. 
das Unterhaltungsblatt für beide Mecklenburg, Zeitungsnotizen betr. 
dramen Reuters, Zeitungsanzeigen u. a. betr. Reuter und verwandte 
Reuters, sowie personen, welche in Meiner Vaterstadt Stavenhagen 
erwähnt werden, prospekt der Reise nach Konstantinopel. 

65. W. Seelmann, Parallelen zu Fritz Reuters Läuschen 
(und Olle Kamellen'). Archiv 129,324—331. — betr. Andraes 
Parallelen, vgl. Jsb. 1912,11,55. — außerdem wird die Vorge- 
schichte der ' Tiger jagd' dargelegt, ferner die erzählung von dem 
stets dieselben predigten haltenden pastor (Franzosentid c. 21), 
von der eine fassung auch von 0. Ludwig benutzt sei, als alte 
volksanekdote erwiesen und die quelle mehrerer Läuschen ermittelt. 

66. Friedrich Keerl, Die quellen zu Fritz Reuter Urge- 
schicht von Meckelnborg. diss. Greifswald, buchdruckerei H. Adler. 
1913. 78 s. — vf. hält es zwar nicht für ausgeschlossen, daß 
Reuter Jrvings Geschichte von New York gekannt habe, aber für 
sehr unwahrscheinlich, daß dieses werk Reuters vorbild gewesen 
sei. im übrigen ist er mit den in Seelmanns ausgäbe enthaltenen 
ausführungen über Reuters quellen einverstanden. 

67. F. Wippermann, Reuters Urgeschicht von Mecklen- 
borg und Jrvings Geschichte von New York von Diedrich Knicker- 



XI. D. Mittel- und neuniederdeutsclie denkmäler. 193 

boeker. Niedersachsen 19,212. — die Urgeschicht sei durchweg 
eine nachahmung des buches von Jrving, besonders aber die ein- 
leitung im engsten anschlusse daran verfaßt. 

Brinckman. 68. Wilh. Rust, John Brinckmans hoch- und 
niederdeutsche dichtungen. von der Universität Rostock gekrönte 
preisschrift. Berlin, Süsserott. 1913. 168 s. 4 m. — eine fleißige 
arbeit, die aber nicht den anspruch erheben kann, fachwissen- 
schaftlich zu sein, unter verzieht auf graphische, sprachliche oder 
sonstige philologische forschung will der vf. in der hauptsache 
nur das behandeln, was man technik nenne, in Wirklichkeit dringt 
er jedoch gar nicht in die technik des dichters ein und bringt auch 
keine Vorarbeit dazu durch auffindung von stoffquellen, Vorbildern, 
entwicklung benutzter motive usw. im wesentlichen beschränkt er 
sich auf inhaltsangaben und subjektive äußerungen über den poe- 
tischen wert der einzelnen dichtungen, ohne seine urteile anders 
zu begründen, als daß er von fehlender oder lockerer komposition 
spricht, dabei merkt er nicht, daß die s. 126 besprochene 'Unter- 
haltung' und *So ward eine beluurt' einen andern stil und ostmeckl. 
mundart aufweisen, also gar nicht von Brinckman geschrieben sein 
können, s. 63 ff. behandelt er etwas verworren den Gerold, ohne 
sich um einen stilistischen beweis betr. die Urheberschaft zu be- 
mühen, einiges daraus habe Reuter in die Stromtid übernommen, 
aber eine quelle sei er nicht für ihn (!). s. 165 die merkwürdige 
ansieht, daß Groths Quickborn im plattd. gewande hochdeutsche 
lyrik biete, die hd, lyrik von c. 1850 kennt er also so wenig, 
daß er nicht weiß, daß der Quickborn (der eher durch Burns beein- 
flußt war), gerade dadurch epoche machte, daß er eine ganz ander- 
artige lyrik bot als Groths hd. Zeitgenossen, s. 8 sind 2 Brinck- 
manausgaben verzeichnet, die es gar nicht gibt. s. 128 ff. begeht 
der vf., dem nach s. 11 der hsl. nachlaß zugänglich war, die auf- 
fällige verSäumnis, die erhaltene erste, sehr kurze gestaltung des 
Kasper-Ohm nicht heranzuziehen, ja sie nicht einmal zu erwähnen. 
— bespr. von H. Klenz, Cbl. 64,1446 f. 

69. Besprechungen in früheren Jahresberichten verzeichneter 
bücher: Selma Coliander, Der parallelismus im Heliand 1912, 
11,10; von Fr. Klaeber, Anzeiger 37,6 — 14. — Franz Jostes, 
Die heimat des Heliand 1012,11,6; von H. Gürtler, Allg. Litbl. 
22,337; von K. Reuschel, ZfdU. 27,893 f. — Gerh. Schaper, 
Beitäge zu einem ndd. Wörterbuch 1911,11,39 von A. Götze, 
ZfdWortf. 14,314—316. Wörterbuch der Elberfelder mundart 
1911,11,32 von 0. Behaghel, Litbl. 34,270; L. Grootaers, 
Leuvensche bijdr. 10,358 f. 

W. Seelmann. 
Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 13 



194 XII. Niederländisch. 



XII. Niederländisch. 

A. AllgemeLnes. — B. Sprachliches: 1. Allgemeines, geschichtliches, 
grammatisches. 2. Mundarten. 3. Wortkunde. — C. Literatur: 1. Poesie 
bis 1600. 2. Theater bis 1600. 3. Prosa bis 1600. — Anhang: Rezen- 
sionen von in früheren Jahrgängen verzeichneten werken. 

A. Allgemeines. 

1. Tijdschrift voor nederlandsche taal- en letterkunde, uitg. 
vanwege de maatschappij der nederlandsche letterkunde te Leiden, 
jg. 32. Leiden, 1912—1913. 

2. De nieuwe taalgids. jg. 7. Groningen, 1913. 

3. Museum. Maandblad voor philologie en geschiedenia. 
20ste jg. afl. 4—12. jan.— sept. 1913. 21 de jg. afl. 1—3. 
okt. — dez. 1913. Leiden. — die auf ndl. philologie bezüglichen 
aufsätze in diesen drei Zeitschriften werden alle besonders ver- 
zeichnet. 

B. Sprachliches. 

1. Allgemeines, geschichtliches, grammatisches. 

4. H. J. E. Endepols, Middelnederlandsche tekstuitgaven. 
Handelingen v. h. 7. filologen-kongres (Groningen, 1913), 106 — 109. 
— vf. legt dar, daß man nicht nur textkritische ausgaben publi- 
zieren soll, sondern auch alle in den hss. angebrachten durch- 
streichungen und ausbesserungen, damit man eine deutliche Vor- 
stellung des ursprünglichen textes bekommen kann; auch soll man, 
mit rücksicht auf das Studium der mnl. mundarten, wenn möglieb, 
nicht nur ein, sondern mehrere texte nebeneinander herausgeben, 
d. h. texte desselben Inhalts, aber in verschiedenen mundarten ge- 
schrieben. 

5. C. G. N. de Vooys, Wensen en wenken voor een 'Ge- 
schiedenis van de nederl. taal'. Nieuwe taalgids 7.65 — 80. 113 — 128. 
zu untersuchen sind: die gruppierung der mnl. texte nach zeit 
und ort, die mnl. (insbesondere holländ.) mundarten aus archiv. 
quellen und andere prosa. die spräche in unsern östlichen pro- 
vinzen. der einfluß der lateinischen mystiker und der lateinischen 
kirchensprache im allgemeinen, die spräche der 'rederijker', und 
die der buchdrucker in den büchern des 15. und 16. jhs.; die ge- 
schichte der bibelübersetzung, die gesprochene und geschriebene 
spräche im 17. jh. (vieles findet man z. b. in unseren theater- 
stücken). der einfluß von predigten, die gerichtssprache, die spräche 
der Schulmeister und Schulbücher, die briefe, die Sprachreinigung, 
die dichtersprache. 



XII. B. Sprachliches. 195 

6. Twe-spraack van de nederduitsche letterkunst ofte vant 
spellen ende eyghenscap des nederduitschen taals (1584) uitg. en 
toegelicht door Klaas Kooiman. Acad. proefschrift, Leiden. Gro- 
ningen, 1913. — text und betrachtungen : de grammatica voor de 
16. eeuw (Donatus, Alex, de Villa Dei). taalkundige Studien in 
de 16. eeuw (Erasmus, Coornhert, Becanus, Marnix). de schrijver 
van de Twespraack (nicht Coornhert, sondern Spieghel; Zeugnisse 
von Montanus, Brandt, Moonen u. a.). indeeling en vorm van de 
Twespraack (form des dialogs nach Erasmi Pronunciatio ; einteilung 
die der traditionellen lateinischen grammatik; Inhalt beeinfl, von 
Becani Originis Antwerpiae). spelling. prosodie. etymologie, 
syntaxis. 

7. Jac. van Grinneken, Handboek der nederlandsche taal. 
Nijmegen, 1913. 552 s. deel I. de sociologische structuur der ndl. 
taal. kap. 1. taal en maatschappij : Germanen, Romanen, Kelten, 
groot-Nederland, volkskarakter, sociologische groepeering, factoren 
der taalevolutie, indeeling der groepen. boek I: de locale taal- 
kringen; Isoglossen, indeeling der nederlandsche dialecten, ver- 
kwijnen der dialecten, methode van dialectonderzoek. kap. 2. 
friesch en westfriesch: friesch karakter, landfriesch, stadfr., noordfr., 
zuidfr., westfr. en amsterdamsch, strandhollandsch, flevisch (spräche 
der insel im Südersee und S.-städte). kap. 3. westnedersaksisch : 
geldersch-overijsselsch, drentsch, groningsch, steUingwerfsch en 
friezenveensch, zuidoost-veluwsch. kap. 4. hoUandsch-frankisch : west- 
hoUandsch, zuidoost-hollandsch, nederbetuwsch, utrechtsch, noordwest- 
veluwsch (met Isoglossen -kaart), zeeuwsch, west-vlaamsch. kap. 5. 
brabantsch-frankisch: algemeen vlaamsch, west-noordbrabantsch, 
antwerpsch, aalstersch en brusselsch, leuvensch, oost-vlaamsch, kap 6. 
limburgsch-f rankisch: zuid-limburgsch, oost-limb., west-limb., oost- 
brabantsch, noord-limburgsch, geldersch-limb, kap. 7. afrikaansch: 
maleisch-portugeesch, west-afrikaansch, oost-afr., hottentotsch-afr., 
grikwa-en boesman-afrikaansch, slameier-afr., masbiker-afr,, kaffer- 
afr., boeken-afr, kap. 8. negerhollandsch: afrikaansch en neger- 
hoUandsch, laag-negerhoUandsch van 1880 en 1770 — 1780, hoog- 
negerhollandsch van 1802, berbice-creoolsch, goudkust-creoolsch. 
kap. 9. westindisch: djoe-tongo, ningre-tongo en negerhollandsch, 
surinaamsch nederlandsch, cura9aosch en arubiaansch nederlandsch, 
papiamentoe. kap. 10. amerikaansch. kap. 11. ceylonsch: portu- 
geesch-ceylonsch, singhaleesch-ceylonsch. kap. 12. oost-iudisch: 
sinjo-indisch, europeanen-indisch, maleisch-portugeesch, bataviaasch- 
maleisch, litterair javaansch, soendaneesch, ambonsch-maleisch, 
singkeh-nederlandsch. boek II: de familiale taalkringen. kap. 13. 
familietaal : kindertaal, vaderlijke taal, moederlijke taal, taal der 
verdere familieleden. kap. 14. dreumestaal (van 1 — 6 jaar): in het 

13* 



196 Xn. Niederländisch. 

huisgezin, phasen der taalontwikkeling, bakerliedjea, dreumespraat 
bij vreemden, dreumesverhaaltjes in de school, dreumesbrief. 
kap. 15. kindertaal (van 6 — 12 jaar): geheimtaaltjes, kinderimpro- 
visaties, kinderopstellen, speelliedjes. kap. 16. jongens-en meisjes- 
taal: jongensopstellen vö6r de puberteits-crisis, meisjesopstellen, 
jongens-voordracht, puberteitscrisis der mannelijke taal, vrouwe- 
lijke taal na de puberteitscrisis. kap. 17. studententaal van 1910 
en 1840. kap. 18. vrouwentaal: litteraire damestaal, keukentaal, 
huismoedertaal, borduur- en kant-taal, modetaal. kap. 19. oudere- 
menschentaal: goedhartige stijl, besjestaal. — die meisten kapitel 
sind reictlich versehen mit literaturan gaben und lexikographischen 
Verzeichnissen (wo möglich) aus verschiedenen perioden. 

8. N. van Wijk, De nederlandsche taal, handboek voor 
gymnasia en hoogere burgerscholen. 3. verb. en verm. druk. 
Zwolle, 1913. — (vgl. Jsb. 28,12,12.). nachdem die 2. aufl. (1909) 
schon mit einem kapitel über Wortbildung vermehrt war, ist dieser 
ausgäbe eine kurze einleitung über die neuen entdeckungen betr. 
die menschlichen stimme nach 0. Rutz hinzugefügt. 

9. A. de Troe, De klanken van het Nederlandsch. Gro- 
ningen, 1913. 

10. W. van Helten, Over de factoren, die in het beschaafde 
Nederlandsch de oude grammaticale onderscheiding tusschen masc. 
en vrouw. substantieven onmogelijk hebben gemaakt. Tijdschr. 
32,26 — 34. — Ursache wäre nicht das aus niederfränkischen 
mundarten herkommende wegfallen des -n fgoede honig, een hooge 
rüg, aus goeden honig, een hoogen rüg), sondern die tatsache 
daß, was die deklination von adj. und pronomen betrifft, neben 
der masc. und fem. kennzeichnenden deklination, es auch formen gab, 
welche für die beiden geschlechter dieselben waren, und folglich kein 
kennzeichen für die mit ihnen verbundenen substantiva bildeten. 

11. W. van Helten, Over begripswijziging van de woorden 
(Semasiologie). Tijdschr. 32,81 — 87. — beispiele aus dem neundl. 
von: I. naamsoverdracht als gevolg van overeenkomst of gelijkenis 
(op touw Zeiten). II. naamsoverdracht van een verbum, adj. of subst. 
van synoniem of van een meer of minverwant begrip: (het besterven.) 
m. naamsoverdracht van een verbum of verbaal subst. op een 
directe of indirecte gevolgtrekking: (sclirikken = a) opspringen, 
h) 'plotselinge angst krijgen'.) IV. naamsoverdracht van het 
oorspronkelijke of het daaruit herkomstige: (Remhrandt, cognacj, 
V. naamsoverdracht van het kenmerk op het gekenmerkte: (zegel, 
'gezegeld papier'^. 

12. Ph. .1. Simons, Over de inhoud van het zogenaande 
bezittelik voornaamwoord. Tijdschr. 32,81 — 89. — über sätze wie: 



XII. B. Sprachliches. 197 

'de meubelen staan op z'n plaats', 'de eigenschappen van , . komen 
tot zijn recht', 'iets kon z'n nut hebben', *ze staat nog in z'n 
geheel'. 

13. Ph. J. Simons, De voornaamwoordelike aanduiding van 
de abstrakta. N. Taalgids. 7,201 — 211. aanduiding door het, dat, 
ding, iets ('daar begon het op nieuw'; 'geen critiek, dat zullen we 
aan anderen overlaten'), door het voornaamw. bijwoord ('ik word 
er akelig van'), door z'n (s. oben nr, 12). door het voornw. die 
('onze benaming die is anders'), door ie, hij 'm, ze ('de zaak is niet 
meer wat ie vroeger geweest is'). niet-aandviiding. 

14. J. Verdam, Infinitief in plaats van participium. Tijd- 
schrift 32,72. 'in de vervoeging der samengest. tijden vooral van 
die ww. die een onbep. wijs bij zieh hebben (wordt) de inf. 
gebruikt in plaats van het partic'. hier eine belegstelle der über- 
gangsform von der einen konstruktion zu der anderen, 'ic hebbe 
genoech gehören spreken van w.' (Lanc. II.) 

15. J. Verdam, Verschillende wijzen in twee parallelle 
zinnen (im gotischen und im mnl.). Tijdschr. 32,72 — 73. 

16. J. S. Speyer, Eenige opmerkingen omtrent de neder- 
landsche substantiva gevormd met het suffix -ling. Tijdschr. 32, 
35 — 46. — vor -ling regelmäßig das verbindungs-a (ausgenommen 
nach r und l). derivata von verba und von nomina gebildet. 
(zwerveling, zendeling, nieuweling; vingerlingj. in betreff der be- 
deutung bildet ein alter adjektivischer gebrauch die grundlage. 
Kiliaen z. b. übersetzt vondelingh durch expositus puer und durch 
repertitus, inventus. das grammatikalische geschlecht ist von alters her 
männlich, häufig ein nebenbegriff von geringschätzung (nieuweling. 
vreemdeling). neue adj. bildet man nicht mehr, neue subst. im 
Überfluß, alphabetisches Verzeichnis von 125 jetzt bestehenden 
subst. auf -ling. 

2. Mundarten, (s. auch nr. 7.) 

18. N. van Wijk, Over de betekenis van middelnederl. 
handschriften voor de Studie van dialekten. Tijdschr. 7,137 — 147. 
— druckt ein fragment eines brevieres ab aus 4 hss. der kön. bibl. 
im Haag mit kurzer Charakterisierung der mundarten dieser hss. 

19. W. de Yries, Over u in open lettergrepen in het noord- 
westelijk Saksisch. Tijdschr. 32,168—177. 

20. J. H. Schölten, Dialect van Twenthe. Driemaand. bladen 
XTTI,1 — 25, mit nachschrift von J. Bergsma. — alphabetisches 
Wörterverzeichnis, gedacht als ergänzung von Gallee, Woorden- 
boek Geldersch-Overijselsch dialect. 



198 2.II- Niederländisch. 

21. L. Küpe r US, Uut de Gröninger veenkolonies. novellen 
en schetsen. Kämpen, 1913. teilweise in Gröninger mundart. — 
8. 241 — 274: Opmerkingen over taal, spelling en uitspraak; 
woordenlijst, 

22. J. M. Gerritsen (und) J. Bergsma, lets over het 
Deensch (en het Groningsche dialect). Driemaand. bladen 13, 
88—96. 

23. C. Breuls, Bijdragen tot de kennis van het maastrichtsch 
dialect; Demaasgouw jg. 85(1913), 8— 11, 17— 19, 25—27, 33—35, 
41—43, 55—56, 61—64, 70—72, 77—80. — allgemeine be- 
trachtungen über das lautsystem, kurzes Verzeichnis des in m. 
mundart geschriebenen; alphabetisches Wörterverzeichnis. 

24. L. Grootaers, De quantiteit der vocalen in het dialect 
van Tongeren. Leuv. bijdr. 10,284 — 353. 

25. J. Dyneley Prince, A text in Jersey dutch. Tijdschr. 
32,306 — 312. Gleichnis des verlorenen sohnes (mit ndl. und engl. 
Übersetzung) in der heutigen mundart einer kleinen zahl von ndl. 
kolonisten des 17. jhs. am ufer des Hudson. 

3. Wortkunde. 

26. Woordenboek der nederlandsche taal, bewerkt door 
A. Beets, G. J. Boekenoogen, J. Heinsius, A. Kluyver, 
J. A. N. Knüttel, R. van der Meulen, W. L. de Vreese. 
dl. ni, afl. 20 (doorstappen— draf) ; dl. VII, afl. 1—2 (J— jeugdig); 
dl. VIII, afl. 9 (leenen — leggen); dl. IX, afl. 14 (nood-nymph) ; 
dl. XII, afl. 2 (pacht — pan). 

27. E. Verwijs en J. Verdam, Middelnederlandsch woorden- 
boek. dl. VIII, afl. 5—8 (toffel— uterste). 

28. J. Verdam, Een en ander over en uit het mnl. 
wdb. Versl. via. acad. 1913,365 — 385. entstehungsgeschichte. 
nachgewiesen wird, 1. wie ein großer teil des mnl. Wortschatzes 
jetzt verschwunden ist, 2. daß viele Wörter in Belgien noch fort- 
leben, welche in den Niederländern unbekannt sind, 3. daß es Wörter 
gibt, die im Süden und im norden sich verschiedenartig entwickelt 
haben. 

29. J. J. Salverda de Grave, l'Influence de la langue 
fran9aise en Hollande, d'aprfes les mots empruntes. Le9ons faites 
k l'Universite de Paris, en janvier 1913. Paris, 1913. — bespr. von 
A. Meillet, BSL. 18; von G. Doutrepont, Bull, du Mus^e beige 
17, nr. 8. 

30. J. Wolthuis, Frankrijk en Nederland. het vraagstuk der 
overgenomen woorden. Vragen van den dag 1913,457 — 470. 



XII. B. Sprachliches. I99 

31. A. de Cook, Spreekwoorden, zegswijzen en uitdrukkingen 
op volksgeloof berustend. in: "Volkskunde 24(1913), bl. 30 — 35, 
47—55, 91 — 103, 149—153, 195—203. — B. Het menschelijk 
lichaam in verband met tooverwerking. 182. Het booze 00g. een 
kwaad 00g op iemand hebben. over dat kind zijn een paar kwade 
oogen gegaan; iemand met geen goede oogen aanzien. een goed 00g 
op iemand hebben. 183. de kwade hand leggen op iemand; van 
of door een kwade hand geraakt zijn. de kwade hand is op de 
beesten gezet, de kwade hand lichten. 184. iemand den nestel 
knoopen. 185. een minnedrankje ingenomen hebben, 186. dieven- 
vinger. dievenhand. 187. men kan zijn lot niet ontgaan. als dat 
uw lot is, zult gij 't niet ontloopen. 188. 't is dat 't zoo moest 
zijn, dat het z6o geschikt was. 189. iemand zal zijn trouw-of 
sterfdag ontloopen. 190. de huwelijken worden in den hemel 
gesloten. 191. vriezen we dood, dan vriezen we dood. 192. die 
tot de galg geboren is, verdrinkt niet. die geboren is om te 
hangen, verdrinkt niet. 193. die ezel geboren is, moet ezel sterven. 
die tot geen paard geboren is, moet ezel sterven. 194. die tot 
een koekoek geboren is, zal de horens niet gemakkelijk ontgaan. 

195. die tot vier oorden geboren is, kan tot geen stuiver komen. 
die tot geen stuiver geboren is wordt nimmer een dubbeltje (etc.). 

196. dat is ne luk. dat is een duizende luk. 197. als het luck 
mede wil, so kalft den os. 198. het is een gelukskind, een geluks 
hans, een gelukzak. 199. het is al geluk waar hij de hand aan 
ßlaat. 200. het geluk komt in den slaap. 201. het geluk vliegt; 
die het pakt, die heeft het. 202. waar het is, wil het zijn. 
203. men moet maar gelukkig zijn. 209. een ons geluk is beter 
als een pond verstand (etc.). 205. hoe argher schalck, hoe beter 
gheluck, 206. geluk hebben gelijk een hoer. hoerengeluk. 207. dat 
gij moestet in den aalput vallen, g'en zoudt u niet bevuilen. 
208. met een heim geboren zijn. 209. hetzij geluk of ongeval, 
hij krijgt het wel die 't hebben zal. 210. de een heeft het geluk 
en de ander ziet er op. 211. het is al eens wat men kan, als 
het geluk is tegen den man. 212. het ongeluk wil, dat . . . 
213. voor 't ongeluk geboren zijn. 214. een ongeluk komt nooit 
alleen. 215. die maar een ongeluk zal hebben, kan den mens 
wel in zijn bed breken. 216. daar valt geen steen uit de lucht 
of 't is op mijnen (zijnen) kop. 217, hij zou zieh beslabben, al 
at hij hazelnoten. 218. al regende het brij, zijn lepel zou weg 
zijn. 219. al regende het varkens, gij zoudt niet een borstel 
kunnen krijgen. 220. als het niet boteren wil, helpt niets, al 
kakt men ook in de kam. 221. die een varken is, moet in het 
schot. 222. hij is drij dagen v66r zijn geluk geboren, hij is ge- 
boren op Sint Galperts nacht drie dagen vöör 't geluk, hij is op 



200 XII. Niederländisch. 

Sint Alpusdag geboren. 223. ongelukkig in het spei, gelukkig 
in de liefde. 224. die hier den kruiwagen gevoerd heeft, zal 
hem ginder (boven) ook voeren. 225. onkruid vergaat niet. 226. Ons- 
Heer wil zijn getal bebben. 227. als het kooitje af is, sterft 
de vogel. 228. hij stoot zijn voet tegen den dorpel. 229. met 
zijn slink been uit 't bedde stappen. 230. handgift: goed van 
h. zijn. 231. iem. waarzeggen, wichelen, de kaart leggen, hand- 
kijken, 232. van iets of iem. droomen, droomgezicht, droomen is 
bedrog. 233. godsoordeel, godsgericht. 234. de vuurproef doorstaan, 
't wou dat dit brood in mijn keel bleef steken. als 't niet waar 
is, daar durf ik Onz' Heer op ontvangen. (u. a. den ordalien ent- 
lehnten ausdrücken.) 

32. E. Slijper, Opmerkingen bij enige nederlandse spreek- 
woorden. Tijdschrift 32,261 — 278. ergänzung zu Stoett. Ver- 
zeichnis von 56 Sprichwörtern, die mit dl. Sprichwörtern verwandt 
scheinen, und entlehnt aus J. Werner, Lateinische Sprichwörter 
des mittelalters aus hs. gesammelt. Heidelberg, 1912. 

33. J. C. A. Weerts, Verzeichnis von etwa 50 (nicht bei 
Stoett erklärten) Sprichwörtern und redensarten. Navorscher 62, 
144—146. 

34. J. E. ter Gouw, Erklärung von einigen im Navorscher 
61,177 (Jsb. 1913,12,22) mitgeteilten redensarten. Navorscher 62, 
298—301. 

35. S. K. Feitsma, Berijmde vertaling van eenige latijnsche 
epreekwoorden en gezegden, uit A. Westerman, Groote christelijke 
zeevaert, 1729. Navorscher 62,421 — 422. 

36. M. Minnaert, Vlaamsche volksnamen voor dieren en 
planten. Volkskunde 24,203 — 207. alphabetisches Wörterver- 
zeichnis mit den lateinischen namen. 

37. J. te "Winkel, Het rendier in Maerlant's Naturen Bloeme. 
Tijdschr. 32,68 — 70. — das bei Plinius tarandus genannte renntier 
findet man in der Nat. bl. dreimal, nl. als rangium oder randium, 
als pirander (1. tarandus) und als alches (auch in der fehlerhaften 
form alay). daneben der tarans (gecko, tarentola mauritanica). 

38. Einzelnes: 

(achterhalen ende) contelmacieren (mnl,, 'voor weerspannig [con- 
tumax] verklaren'). Versl. via. acad. 1913,834 — 835 (E. Gail- 
liard). — belegstelle aus dem 15. jh. 

aerd, art (mnl., *list, behendige streek'). Versl. via. acad. 1913,56 
(E. Gailliard). zu fra. art, adresse', 'artifice?^ — belegstelle aus 
dem j. 1371. 

aflijf (mnl., 'dood'). Versl. via. acad. 1913,512 (E. Gail- 
liard). — belegstelle aus dem 16. und 17. jh. 



Xn. B. Sprachliches. 201 

fdien dach) al (mnl., 'ce jour inclus'). Versl. via. acad. 1913,917 
(E. Gailliard). — belegstelle aus dem 15. jh. 

altemet dat (mnl., 'zoodra', fr. 'aussitot que'). Verl. via. acad. 
1913,836 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1297. 

attache (mnl., 'aanplakbiljet'). Versl. via. acad. 1913,915 (E. Gail- 
liard). — belegstelle aus dem 17. jh. — a/'/?a:ie = aanplakking. 

fhij isj bakker-an (ndl., 'hij is er bij, vliegt er in'). Tijdschr. 
32,148 — 149 (H. W. J. Kroes). zu hek(rjaan (gaunersprache) 'aan- 
wezig'; bekraan niaken oder nemen 'aanhouden, te pakken nemen'; 
bekraan zijn, 'aangehouden zijn, proces. verbaal hebben'? 

(buten) bände (van yserej (mnl., 'ongekluisterd'). Versl. via. 
acad. 1913,140 — 142 (E. Gailliard). auch: buyten alle haechten 
ende banden van ysere, buyten sieht van torture ende banden, onder 
den blauwen hemel, fra. soub l'air. — belegstelle aus dem 16. — 18. jh. 

beheveltheit (mnl., 'ziekte'). Versl. via. acad. 1913,142. 
(E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1429. 

(enen) beclaghen (mnl., 'in rechte aanklagen'). Versl. via. acad. 
1913,914 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1287. 

beleeder (mnl.). Versl. via. acad. 1913,860—863 (E. Gail- 
liard). bed. unsicher: der beleeder 'ontving een derde van jaar- 
geld door vreemde zieken (leprozen) te betalen; mocht door zieken 
belast worden met het inzamelen van aalmoezen; was gerechtigd 
aan een zieke op te leggen zijn huis te onderhouden', etc. — beleg- 
steUen aus dem 14. jh. 

beschermte (mnl., 'bescherming'). Versl. via. acad. 1913,833 
(E. Gailliard). — iDelegstelle aus dem j. 1309. 

(eene capelrie) besinghen (mnl., 'bedienen, celebreeren van de 
mis aan de kapelnij verbonden'). Versl. via. acad. 1913,832 — 833 
(E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1287. 

fwel een) bei ('duchtig, flink'), Tijdschr. 32,317 (W. de Vries). 
nicht komprt. von goed, aber zu bitan (vgl. fra. morceau <^ mlat. 
morsellus), ebenso ahd. stec zu stigan, ndl. schred neben schrede, 
spiet neben splete. 

(iemant) bevreesen (mnl., 'iem. bangmaken'. Versl. via. acad. 
1913,276 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1535. 

hem bevreesen (mnl., 'bevreesd zijn'). Versl. via. acad. 1913,184 
(E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1535. 

bewachten {mnl., 'hewaken^). Versl. via. acad. 1913,696 (E. Gail- 
liard). — belegstelle aus dem j. 1377. 

bidden tenighen brude of kinde (mnl., 'om geschenken verzoeken 
ten gunste van bruid of jongeboren kind'). Versl. via. acad. 1913 
835 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1371. 



202 XIL Niederländisch. 

hoeten van aermoede (mnl., 'ghyselboeten ofte poortboeten, die 
men noemt b. v. a.'). Versl. via. acad. 1913,915 (E. Gailliard). 
— belegstelle aus dem j. 1535. 

dans (mnl. [fr. dorn], 'eeretitel van zekere geestelijke personen'). 
Versl. via. acad. 1913,836 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem 
j. 1358. 

(den outaerj decken (mnl., 'het altaar van het vereischte linnen 
en de noodige Ornamenten voorzien'). Versl. via. acad, 1913,917 
(E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1493. 

dootscauwinghe (mnl., 'lijkschouwing'). Versl. via, acad. 1918, 
696 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1535. 

drüghe (mnl, 'droog'). Tijdschr. 32,184—187 (N. van Wijk), 
neben dieser mit großer bestimmtheit im ostmnl. festzustellender form 
kommt sie auch in westl. gebieten vor, u. a. bei Dirc Potter: 
offenbar ist es eine urspr. sehr^ verbreitete form gewesen, jetzt 
verdrängt durch dröge, droog, dröge. 

eenloopte (mnl., = eenlope 'ongehuwd'). Versl. via. acad. 1913, 
918 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1520. — auch 
in derselben bed. ongehuivde ende eenloopende persoonen (1563), 
eenclipte Heden (1615), eenelippich persoon (1425). 

(inj faulten (van) (mnl., 'door gemis van'). Versl. via. acad. 
1913,694 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1514. 

f Otter. 16. Jh., Schimpfwort, zu fotte. (bei) Kiliaen cunnus. 
Tijdschr. 32,155 (J. Prinsen). 

gheganst werden (mnl,, 'gezond verklaard worden'). Versl. via. 
acad. 1913,416 (E. Gailliard). — belegstelle. 

ghelag (mnl., 'onkosten bij een door arbiters vereffend geschil'. 
Versl. via. acad. 1913,913—914 (E. Gailliard). — belegstelle 
aus dem 15. jh. 

fghemeen) leven (mnl,, wahrscheinlich 'vereeniging', 'communautö'). 
Versl. via. acad. 1913,690 — 691 (E. Gailliard). — belegstelle. 

f eichen) gherechtscepe doen (mnl., 'ten dienste staan'). Versl. via. 
acad. 1913,414 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1520. 

ghestrepte Iahen (auch strijpte lahene, mnl., 'kleederen uit laken 
met meer dan een kleur, met banen van verschillende kleur', *drap 
roy^'). Versl. via. acad. 1913,566—567 (W. de Vreese). — 
belegstelle aus dem j. 1540. — vgl. Jsb. 33,12,35. 

glooi (nordhoU.). Xenia Lindenia (Stockholm 1912), 229—234 
(Hj. Psilander). die bedeutung von glooi (zu holl. dial. glouwen, 
eng dial. to glow, 'staren') hat sich entwickelt von 'scharfsichtig' zu 
'was gut gesehen werden kann' (vgl. Tijdschr. 1883,217, Jsb. 
1883,1469); derartige entwicklung der bedeutung bei an. ska-r (got. 
*us-skau-s zu hgd. schauen etc.) und bei hgd. spähe (zu lat. specio etc.). 



XII. B. Sprachliches. 203 

haardoek (ndl., 'vlaggedoek'). Tijdschr. 32,319. (A. J. F. 
van Laer). — belegstelle aus dem j. 1655. 

hanzerie, mnl., 'consortium, bijv. tusschen verschillende bestuur- 
lijke korpsen'. Versl. via. acad. 1913,101—102 (E. Gailliard). 
auch hanse ofte hanzerie, hanse ende societeyt — belegstelle aus 
dem 16. und 17. jh. 

hollehollig ('onstuimig, woelig'). Tijdschr. 32,319—320 (R. van 
der Meulen). von hol und hol, auch unter einfluß von obbollig, 
oubollig. belegstelle von ouholUg 'onstuimig' (vom wasser, vom 
meere gesagt), aus dem j. 1660. 

(roode) hond ('Indische huiduitslag'). Tijdschr. 32,314—316 
(F. P. H. Prick van Wely). hgd. roter hund hat zwei bed. 
1. 'scharlachfriesel' = da. 'rode Hunde', eng. 'scarlet-rash', 2. 'aus- 
schlag, in den tropenländern' ; ndl. roode hond beantw. nur an dieser 
zweiten bedeutung, nicht an die in der unter 1. genannten. 

huiveren. Tijdschr. 32,292 — 297 (W. de Vries). aus *hüven 
oder *hüven, ohd. hwfan, ags. heofan 'schreien'; huiveren also: 
'schokkend schreien', dazu ndl. hobben, huppen, hippen. 

huusberechter (nl., 'schepen te leperen, belast met uitspraak 
te doen over zaken betr. huizen of erf.' Versl. via. acad. 1913, 
830 — 832 (E. Gailliard). auch fhuus)berecht 'terechtzitting door 
de h. berechters gehouden'. — belegstelle aus dem j. 1535. 

Julet (mnl., Juli). Versl. via. acad. 1913,1915 (E. Gailliard). 
— belegstelle aus dem j, 1432. 

clapper (mnl., 'iem. die met de lazarusklep rondgaat, om 
aalmoezen ten behoeve van de melaatschen in te zamelen'). Versl. 
via. acad. 1913,694 — 695 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem 
14. jh. 

fmansjlangde (mnl., 'hauteur d'homme', 'hoogte die een man 
met de hand bereiken kan. Versl. via. acad. 1913,99 — 101 
(E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1743. 

(De) Leek (ortsname aus der provinz Groningen). Tijdschr. 
32,318 (W. de Vries). leek, leke 'klein water, afwateringssloot' 
vielleicht zu lükan 'trekken'. vgl. ndl. tocht in derselben bed. zu 
iiohan 'trekken'. der name des flusses ist übergetragen auf den 
später entstandenen dorfe. 

(Heden ten brulochten) leeden (mnl., 'opleiden, begeleiden van 
bruid(egom) op eene huwelijksplechtigheid'). Versl. via. acad. 1913, 
98—99 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1429. 

loesch vel (mnl., 'elandsvel'). Tijdschr. 32,64—67 (R. van 
der Meulen). — ein slav. adj. Hosisky 'zum eiche gehörig' (vom 
subst. Hodi 'eich'), wurde im ahd, zum subst. loski 'elchsleder', mnd. 
lösche, mnl. loesch. 



204 Xn. Niederländisch. 

lijzeil (ndl., 'linnen zeil dat men . . . buiten de razeilen voert', 
schiff sausdruck). Tijdschr. 32,210 — 219 (R. van der Meulen). 
wahrscheinlich aus *lijnzeil, 'linnen zeil'; vgl. lijwaad aus lijnwaad, 
lilaken aus lijlaken etc. 

maersch (mnl., variant zu meersch, 'grasland'), Versl. via. acad. 
1913,914 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1343. 

mesquaem (mnl,, 'het hebben van een lichaamsgebrek'). Versl. 
via. acad. 1913,142 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1429. 

minen (mnl., 'in zieh hebben, in het gemoed hebben'). Tijdschr. 
32,71 — 72 (J. Verdam). — zu ahd. minen 'sich als eigentum zu- 
eignen', mnl. mijnen, 'tot zijn eigendom maken', vom pron. poss. 
mm (lat. mms); auch später ndl. mijnen, 'eigenaar van iets worden 
bij openbare verkooping'. 

moorteltardere (mnl., bed. unbekannt). Versl. via. acad. 1913, 
915 (E. Gailliard). — belegstellen aus dem 15. jh. 

fdej naeste syn (mnl., 'de meest gerechtigde'). Versl. via. acad. 
1913,692 — 694 (E. Gailliard). auch: gheprefereert worden. — 
belegstelle aus dem 16. und 17. jh. 

nuver (in nord-ostlich Ndl. 'aardig, bevallig'). Tijdschr. 32, 
290 — 292 (W. de Vries); als nom. aufgefaßter gen. plur. z. b. in 
*wat 'n nuver kind, wat nuvere plantjes', zu nieuw. 

ommelooper (mnl., wahrscheinlich person 'belast de zieken 
op te zoeken'. Versl. via. acad. 1913,860—863 (E. Gailliard). 

— belegstelle aus dem 14. jh. 

(de waerhede) onderstaen (mnl., 'gegrondheid [van iets] vast- 
stellen'). Versl. via. acad. 1913,446 (E. Gailliard). — belegstelle 
aus dem j. 1409. 

opgeroct 'aangezet, opgehitst'. Tijdschr. 32,256 (J. Prinsen). 

— belegstelle aus dem j. 1582. 

parture (mnl., fra. 'parti', 'union de plusieurs personnes'). Versl. 
via. acad. 1913,572 — 573 (E. Gailliard). in ders. bed. consorten. 

— belegstelle aus dem j. 1670. 

penninc of hallinc (mnl., 'iets, een kleinigheid'). Versl. via. 
acad. 1913,392 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem 14. jh. 

plegen. Tijdschr. 32,299—300 (W. de Vries). mnl. plech, 
pleech neben plach nicht phonetisch zu erklären, aber ein praes. ist 
als prt. aufgefaßt, *want iets dat pleegt te geschieden, blijkt juist 
hieruit, dat het dat tot dusver placht te doen'; aus pleech als prt. 
und pleghet, pleecht als prs. entstanden prt. pleecht neben pleech 
und plecht neben plech; daraus placht neben plach. 

pompelmoes ('citrus decumana'). Tijdschr. 32,220—222 (F. P. 
H. Prick van Wely). wahrscheinlich nicht aus pompoen -\- limoes; 
wohl aus pompel Imoes, unter einfluß von hombeen, pompelbeen, im 
17. jh. 'dik been'). 



XII. ß. Sprachliches. 20 B 

raet van der doot van (mnl., 'welberaamde aanslag op'). Versl. 
via. acad. 1913,917 (E. Gailliard). — belegsteile aus dem 14, jh. 

reeftere (mnl., auch 'maaltijd', 'uitdeeling van brooden of van 
penningen'). Versl. via. acad. 1913,567 — 570 (E. Gailliard). in 
derselb. bedeut. j'aerghetyde ende pitanchie. — belegstelle aus dem 
16. jh. 

slaen ende luwen. Versl. via. acad. 1913,300 — 308 (E. Gail- 
liard). wahrsch. = mnl. cloppen ende luden, 'de klokken (lang- 
zaan) kleppen en (daarna) luiden'; auch finden ende) beyaarden, 
'(h)armonisare cum campanis', 'battement de cloches k coups pre- 
cipites et cadences'. — belegstelle aus dem 15. und 16. jh. 

sloaije (nwfri). Tijdschr. 32,302—308 (W. de Vries). ('met 
waren ergens heentrekken en ze) onder de markt verkoopen'; 
zu ndl. slooien in ders. bed., mnl. sloyen 'slepen', mnl. sluieren, 
Halmen'. 

slawaeien (in Com. de Bruyn, 'Reizen over Moskovie'). Tijdschr. 
32,279 — 285 (R. van der Meulen), nicht zu russ. celovdf, calo- 
vdV, 'begrüßen' aber zu sldvit' Christa, 'slava (d. i. lof, eere, gloria) 
zingen ter eere van Christus'; vielleicht hat das ndl. verbum sla- 
waeien (zu slava). urspr. die bed. 'slava zingen' 'vieren'; geestelijk 
feest 'over de geboorte onses Zalighmaecker'. daneben in derselben 
bed. slavojen houden (das subst. slajoven unerklärt). 

slee, siede, in Mnl. wtb. erklärt als 'nalatig, slof . Tijdschr. 32, 
157 — 160 (W. de Vries). die belegstelle aus dem 15. jh. wäre 
besser zu lesen *snede, fries. snoode ('snode ende onsinnich'). 

stehen met aelspeeren, sticken (ohne weiteres) Versl. via. acad. 
1913,55—56 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1535. 

streke (mnl., 'alignement, direction donnee pour une rue par la 
voirie'). Versl. via. acad. 1913,446 (E. Gailliard). — belegstelle 
aus dem j. 1535. 

teghenghelande (mnl., zu lesen statt teghenlande). 'hij wiens 
land aan een anders grond grenst'). Versl. via. acad. 1913,914 
(E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1535. 

tien, mnl., 'iemand de schuld van iets geven'. Versl. via. acad. 
1913,102— 104 (E. Gailliard). — belegstelle aus den j. 1398— 1399. 
auch: yemande diefte uptyen, tfertvoede uptien (vgl. Mnl. wtb. i. v. 
optien). 

tissen, titsen (mnl., 'aanhitsen'). Versl. via. acad. 1913,570 
(E. Gailliard). — belegstelle aus dem 16. jh. 

toaije (nwfri.). Tijdschr. 32,300—302 (W. de Vries). be- 
deutet 1. 'zieh netjes kleeden', in dieser bed. dem ndl. tooien ent- 
lehnt. 2. 'torsen, sleepen', unter einfluß von tögje, 'dragen, sjouwen'; 
dazu formen aus anderen mundarten: (an)todden ('aan)sjouwen', 
toddrdx, slordig, armoedig; todekremar, 'voddenkoopman'. 



206 XII. Niederländisch. 

top. N. Taalgida 7,176 (D. C. Hesseling). ergänzung von 
Stoett, Nederl. spreekw., 655 — 656. die erste dort gegebene er- 
klärung ('bij 't sluiten van een koop elkaars vingertoppen aanraken') 
wird bestätigt durch einen brauch bei einem kinderspiel in Lesbos. 

toverare, toverigghe (mnl., 'toovenaar, tooveres'). Versl. via. 
acad. 1913,447 (E. Grailliard). — belegsteile aus dem j. 1429. 

tusschenghaner (mnl., 'interm^diaire'). Versl. via. acad. 1918, 
37—38 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1423. 

(lernen een bastaerde kyndj upgheven ende toedragen (mnl., 'toe- 
schrijven', 'attribuer'). Versl. via. acad. 1918,448 (E. G-ailliard). 
— belegstelle aus dem j. 1535. 

uidgheven (mnl., 'soort vonnis door de onderzoekers uitgesproken, 
dat de door hen onderzochte persoon . . melaatsch was, en dat hij derhalve 
uutghegheven was over hesied, of verclaert ende uufgheven heziect'). 
Versl. via. acad. 1913,31 — 36 (E. Gailliard). — die bedeutung 
erweitert sich: uutglieghevene kranken waren verpflichtet außerhalb 
der Stadt, an einem bestimmten orte sich niederzulassen; daher 
hantwyst syn van laserscepe, estre jugie malade. — belegstelle aus 
dem ende des 15. und anfange des 16. jhs. 

uutleedinghe, uutgheleet worden (mnl., rechtsterm, 'conge-defaut, 
conge faute de venir plaider', '(etre) congedie'). Versl. via. acad. 
1913,38—40 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem 16. jh. 

vat (mnl., 'doodkist'; auch kindervaetkin). Versl. via. acad. 
1913,36 — 37 (K. van den Haute). — belegstelle aus der 2. hälfte 
des 15. jhs. 

verdiendelic man (mnl., 'verbasterde vorm van hedienelijk man^). 
Versl. via. acad. 1913,696 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem 
j. 1514. 

(zijn goedt qualicken) verdoen (oder:) overdoen (mnl., 'dissiper son 
bien'). Versl. via. acad. 1913,447 (E. Gailliard). — belegstelle 
aus den j. 1535 und 1619. 

(kern) vergeten (mnl., 'zieh vermaken'). Tijdschr. 32,71 (J. Ver- 
dam). — belegstelle aus Boeth.; vgl. hgd. ergötzen, ergetzen 'ver- 
gessen machen, bes. kummer'. 

(zieh) verkneuteren. Tijdschr. 32,317 — 318 (W. de Vries). 
zu veluw. knötdrdn, 'kreuken'', vgl. fra. rire a se tordre. (Franck- 
van Wijk meint, daß die bed. herrührt aus lautübereinstimmung 
mit zieh verkneukelen). 

vermaecken met yseren staecken (mnl., 'toemaken, sluiten'). Versl. 
via. acad. 1913,100 (E. Gailliard), — belegstelle aus dem 17. jh. 

vermenigen (mnl,, 'zieh vermenigvuldigen'). Versl. via. acad. 
1913,178—184 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1493. — 
auch: resolveren hy vermeneghen, by plur alifeit van stemmen, verme- 
nicht worden, 'bij meerderheid van stemmen aangenomen worden'. 



XII. C. Literatur. 207 

(zonder bäte of) verschooninghe van peninnghen of ander goede 
(mnl., 'gezegd wanneer ruiling, geschiedt zonder er iets op toe te 
leggen'). Versl. via. acad. 1913,913 (E. Gailliard). — belegstelle 
aus dem j. 1535. 

verwaten, verwatenesse (mnl., 'excommunication'). Versl. via. 
acad. 1913,415 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem j. 1480. 

(vensters) veryseren ende verglasen (mnl., voorzien van ijzeren 
staven en glas'). Versl. via. acad. 1913,99 — 101 (E. Gailliard). 

— belegstelle aus dem 16. und 17. jh. — auch: hestoppen met 
glaesen. 

voet hij stuk zetten. vielleicht der altgermanischen rechtspraxis 
entnommen? könnte man dadurch, daß man sich zu einer bestrittenen 
Sache (gegenständ) stellt, symbolisch angeben, daß man sein recht 
darauf zu verteidigen wünscht? Tijdschr. 32,156 — 157 (J. Prinsen). 

— belegstelle aus dem 16. jh. 

vrees (mnl., 'gevaar'); vreeselic der zielen, 'gevaarlijk voor de 
ziel'. Versl. via. acad. 1913,915 (E. Gailliard). — belegsteilen 
resp. aus dem j. 1452 und 1503. 

wecJi, wegli (mnl., nebenform von weech, weeg 'muur van planken, 
vlechtwerk' etc.). Versl. via. acad. 1913,829—830 (E. Gailliard). 

— belegstelle aus dem 16.— 17. jh. 

wedemaent (mnl., 'Juni'). Versl. via. acad. 1913,792 (E. Gail- 
liard). nebenformen: weemaent, wendemaant, wendemaend, wode- 
maent, wuedemaent, wedumaent, wedermaendt. — belegstelle aus dem 
13.— 17. jh. 

weren en verduysteren (mnl., in bez. auf inscriptionen auf grab- 
steinen, Vegnemenof uitvegen'). Versl. via. acad. 1913,448 (E. Gail- 
liard). — belegstelle aus dem j. 1636. 

willen hebben (im mnl. nebenform von 'hebben willen'). Versl. 
via. acad. 1913,833 — 834 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem 
j. 1375 — 1376. z. b. 'S. was ghecalengierd van dat hy B. ghe- 
sleghen wilde hebben', d. h. 'had willen slaen'. 

wonde int blote; wonde int bedecte (mnl,, 'wenden in onbekleede 
en in bekleede deelen van 't lichaam'). Versl. via. acad. 1913,859 
(E. Gailliard). — belegstelle aus dem ende des 14. jhs. 

fby) zunne seine (mnl., v66r zondersondergang'). Versl. via. acad. 
1913,336 (E. Gailliard). — belegstelle aus dem 14. jh. 

C. Literatur. 

1. Poesie bis 1600. 

Reinaert. 39. Is. Teirlinck, De toponymie van den Rei- 
naert. Gent 1912 (Uitg. der kon. vlaamsche acad. 111,19). in der 
einleitung eine vergleichende Untersuchung über die Ortsnamen in 



208 ^^- Niederländisch. 

den verschiedenen bearb. des Reinaert (Rein. I, Baldwinus, Rein. II, 
prosa, niederd. Reinke, Volksbücher); der text enthält ein alpha- 
betisches Verzeichnis der Ortsnamen mit belegstellen aus den ver- 
schiedenen Reinaert-texten und, wenn nötig, aus anderen quellen; 
eine Übersicht der meinungen von früheren forschem gehen den- 
jenigen des vf.s voran. 

39a. D. A. Stracke, Hulsterloe — Krieke(n)putte. Leuven- 
sche bijdr. 11,111 — 130. die topographie im Reinaert ist sehr 
genau, 'een bosch ende heet Hulster loe', ist aufzufassen als: 
*een bosch, het hulstersche namelijk' ('gelegen omstreeks Hülst'); 
'een borne ende heet krieke(n) putte', war wahrscheinlich eine quelle 
nahe dem Südwesten dieses Hulster waldes. 

Maerlant. 40. J. van der Valk und J. W. Muller, Maer- 
lant's grafschrift. Tijdschr. 32,304—305. (zu Td. 31,173, Jsb. 
34,12,45). — V. bestreitet M.s meinung, als wäre das letzte wort 
omen im mittelalter aufzufassen als 'leven, geluksstaat'. 

Boendale. 41. M, Boas, De IV virtutibus cardinalibus, 
een middeleeuwsche benaming voor de Disticha Catonis. Tijdschr. 
32,101 — 138. — vertritt die identität dieser zwei titel, und den 
anderen Zusammenhang zwischen den kapiteln 2, 3 und 4 des 
Lekenspiegel III; 2 = besprechung der vier hauptugenden, 3 = be- 
arbeitung der Disticha Catonis, 4 = bearb. des Facetus (supple- 
mentum Catonis). 

Telthem. 42. J. van der Valk, Velthem's Sp. Hist., 
Tondalusfragm. 223 en 254,6. Tijdschr. 32,88. (Ergänzung zu 
31,170 — 174) vs. 255 — 256 zu lesen: ende die des lichts der euwe- 
licheit onvriendinne heeft gewesen. 

Karel en Elegast. 43. R. Lindmeyr, Neue fragmente 
des mnl. gedichtes Karel ende Elegast. Progr. des Maxgymn. 
München 1912. 

44. R. van der Meulen, De sage van K. en E. bij de 
Litauers. Tijdschr. 32,89 — 91. Übereinstimmung zwischen der mnl. 
und der littauischen redaktion. 

Beatrijs. 45. J. van der Eist, Bijdrage tot de geschiedenis 
der legende van Beatrijs. Tijdschr. 32,51 — 64. — wahrscheinlich 
entstanden in Süd-Niederland, die mnl. bearbeitung gründet sich 
nicht auf Caesarius' Dialogus miraculorum (1223), sondern auf 
dessen Libri octo miraculorum (c. 1225). vf. ist nicht einver- 
standen mit V^atenphul, als habe der bearbeiter selbst den text 
des Darmstädter codex (anfang 14. jh.) gelesen. 'Der Beatrijs ist 
die arbeit eines sehr persönlichen dichters, der die bestehenden 
elemente mit neuen verarbeitet hat zu einem ganzen, worin die 
grenzen zwischen entlehnung und eigener erfindung nicht klar anzu- 
geben sind'. 



XII. C. Literatur. 20& 

Halewijn. 46. L. Simons, De oorsprong van de Halewijn- 
liederen. Versl. via. acad. 1913,259 — 275 (vgl. auch 162—164). 
sucht den Ursprung in einer griechischen erzählung von Hermes 
Trismegistus aus dem 3. jh. n. Chr. 

Hertog van Brunswyk. 47. Walther Seehaussen, Michel 
Wyssenherres gedieht 'Von dem edeln hern von Bruneczwigk, als 
er über mer füre' und 'Die sage von Heinrich dem Löwen'. Breslau 
1913. (Germauist. abhandl. 43.) 8. 47 — 50; für das niederländische 
Volkslied wird ein Verzeichnis der verschiedenen ausgaben und ein 
inhaltsverzeichnis gegeben.. 

Suster Baertken. 48. P. N. van Eyck, Een lied van 
Suster Baertken. De beweging 9,IV,186 — 195. text eines liedes 
aus der Leidener ausgäbe von B.'s liedern (a° 1515), nebst dem 
eines schon von Hofmann von Fallersleben (X, nr. 110) abgedruckten, 
vielleicht auch von B. verfaßten gedichtes: anfangsvers beider 
lieder: die tverelt hielt mi in Jiaer gewollt. 

Jan van Hont. 49. J. Prinsen J. Lz., Bronnen voor de 
kennis van leven en werken van Jan van Hout IV (Tijdschr. 
32,188—209). forts. zu Tijdschr. 22,23,25. 

Theater bis 1600. 

50. P. Tack, Ondei'zoek naar den ouderdom van het Hul- 
themsche handschrift. Het boek, 2. jrg. 3,81 — 91. kommt auf 
grund einer Untersuchung der zehn verschiedenen filigrane zu dem 
ergebnis, daß die hs. zwischen den jähren 1399 und 1410 ge- 
schrieben ist und daß alle stücke also vor 1399 zu datieren sind; 
vielleicht rührt sie aus Brabant her; die Voraussetzung, daß sie einer 
fahrenden theatergesellschaft ('gesellen van den speie' oder 'rede- 
rijkerskamers') gedient hat, wird als nicht berechtigt angesehen. 

51. P. H. de Keyser, Kanttekening bij het onderzoek naar 
den ouderdom van het Hulthemsche hs. Het boek, 2. jrg, 6,225 — 226. 
weist darauf hin, daß schon E. Verwijs in seiner Dit zijn X goede 
boerden (Haag 1860) einen teil der sogenannten 'unsittlichen' ge- 
dichte aus dieser hs. herausgegeben hat. 

52. H. Janssen Marijnen, Omtrent de opvoering onzer 
oudste tooneelstukken, Tijdschr, 32,92 — 100. — die 'abele speien' 
und 'sotternieen' nicht aufgeführt vermittelst marionnetten, sondern 
durch lebende mitspieler. 

53. Die sevenste bliscap van Onser vrouwen bewerkt voor 
de opvoering . . te 's Hertogenbosch door W. Smulders met inleiding 
van H. W. E. Moller en illustr. van D, Hermsen; muziek van A. Hansen, 
's Hertogenbosch, (1913). — 'Mysteriespel' des 15. jhs. ein wenig 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) I. Teil. 14 



210 XII. Niederländisch. 

verkürzt hrsg. nach der ausgäbe in P. Leendertz jr., Middeln. dram. 
poezie (1907); eine ndl. Übersetzung ist hinzugefügt. — bespr. 
(von G. G.), Studien, 80,230—231, Katholiek 144,349—350. 

Lanselot. 54. Een abel spei van Lanseloet van Denemerken. 
(uitg. naar het Hulthemsche hs. d. P. Leendertz jr.) Den Haag, 1913. 

Colyn yan R|jssele. 55. De spiegel der minnen, met in- 
leiding, aanteekeningen en woordenlijst, (uitg.) door M. W. Im- 
mink. (Proefschrift, Utrecht, 1913). Inhaltsangabe, einleitung zu 
sechs spielen, mit prologen und epilogen. der stoff, dem leben 
des begüterten bürgerstandes entlehnt, auftreten von 'zinnekens', 
halb teufel-, halb clownartigen, in der ganzen 'rederijker'-literatur 
bekannten personen. in der Charakterschilderung ist der dichter 
schärfer und genauer als die meisten seiner Zeitgenossen, ferner 
weist die große lebhaftigkeit auf Übereinstimmung im thema mit 
Lanseloet und mit Floris en Blancefloer, auch mit dem franz. bürger- 
lichen drama. Coornhert hat das stück herausgegeben, mehr als 
lesedrama denn als theaterstück zum aufführen, die aufführung 
des 1. teiles geschah wahrscheinlich zu verschiedenen zeiten, 
einige hinweisungen darauf im stücke selbst, alphabetisches Ver- 
zeichnis von etwa 60 hier vorkommenden Sprichwörtern, der dichter 
befaßte sich nicht mit dem streite zwischen reformation und katho- 
Uzismus; von der renaissance hat er keine bessere Vorstellung 
als die meisten seiner Zeitgenossen, vielleicht stammt er aus Lille, 
er hat in der ersten hälfte des 16. jhs. gelebt, doch ist er nicht derselbe 
wie Colijn Keyart, der Verfasser von Na)xissus ende Echo, hrsg. 
in dem Handel der amoureusheyt (1621); ebensowenig ist er zu 
identifizieren mit den Verfassern der andern in diesem Handel 
vorkommenden stücken, der ^S^. des m. ist dreimal hrsg.: 1561, 
1577, 1617. die erste ausgäbe ist von Coornhert, auch Bredero 
hat das stück gekannt, es ist eine echte rederijkerarbeit, was 
reim und versbau betrifft, die spräche enthält ebensowohl flämi- 
sche als brabantische eigentümlichkeiten. — nach dem text (von 
1561) folgt hier auch der epilog aus Coornherts ausgäbe. 

3. Prosa bis 1600. 
Ruusbroec. 56. W. J. Aalders, Ruusbroec. Baarn, 1913. 
(48 8.). (in der serie 'Groote Mystieken'.) 

57. H. W. E. Moller, De werken van Jan van Ruusbroec. 
het rijk des gelieven. Opvoeding en onderwijs, tijdschrift voor 
kath. opvoeding V(1913),205~218. 237—246. 276—284. 

58. H. W. E. Moller, Over Ruusbroec als prediker van de 
evangelische zelfheiliging. Van onze tijd 12,295—298. 307 — 312. 
327 — 332. 



Xn. C. Literatur. 211 

59. G. van Poppel, Een en ander over Ruusbroec. Katho- 
liek 143,169—164. 447—461. 144,449—455. (forts. von 142, 
424, sqq.): II. Pseudo-Dionysius Areopagita en Ruusbroec, overeen- 
komst en terminologie; III. invloed van de Victorijnen Richard 
van Sint Victor, Hugo van Sint Victor. 

Tperman. 60. E. C. van Leersum, Notes conceming the 
life of Yperman. Janus, Archives intern, pour l'hist. de la mMe- 
cine. 18,1 — 15. auszug aus der Leersumschen ausgäbe des Yper- 
man (Jsb. 34,12,55). 

61. E. C. van Leersum, Master Jan Yperman's Cyrurgia. 
Janus 18,197 — 209. auszug wie in vorigen nummer. 

62. G. Manacorda, Erammenti di un recettario medio- 
olandese del sec. XV, con glossario. Scritti varii in onore di 
R, Renier, Torino, 1912,601 — 611. fragment eines mnl. reichlich 
mit lateinischen formen versehenes rezeptes. ine. Fixacio luno dat 
sal men maken aldus ghy sult nemen grof saut . . . expl. dan neuit 
dat water af per limbico so windi in fundo laser. eine ital. Über- 
setzung und sprachliche bemerkungen sind hinzugefügt. 

Ch. Wagenaar. 63. Die historie van Christoffel Wagenaar, 
discipel van D. Johannes Faustus. Naar den Utrechtschen druk 
van Reynder Wylicx uit het jaar 1597 uitg. door Josef Fritz. 
Leiden, 1913. (Nederl. volksboeken XII.) — mit beschreibung 
der drucke, ihrer Verwandtschaftsverhältnisse, bemerkungen über 
das deutsche Wagnerbuch und die ndl. (hier hrsg.) Übersetzung: 
der (unbekannte) Übersetzer schließt sich seiner vorläge eng an; 
seine arbeit ist im allgemeinen richtig und zuverlässig; er verrät 
indessen wenig gewandrheit und nicht besonders reichen Sprach- 
schatz; war gewiß kein gelehrter, zum Schlüsse einzelnes über eine 
Antwerpener bearbeitung aus dem zweiten viertel des 17. jhs. (mit 
fragment des textes). — bespr. von C. P. Burg er jr., Het book 
1913,264—265. 

64. Besprechungen von in früheren Jahrgängen verzeichneten 
werken. Floris en Blancefloer, hrsg. von Leendertz 1912, 
12,39; bespr. von J. J. Salverda de Grave, Rev. crit. 1913, 
nr.33; von C. (G. N.) d(e) V(oooys), Nieuwe taalgids VII,147— 151 ; 
von J. W. Muller, Museum XX,131 — 134; von G. Huet, Moyen- 
äge 26,133 — 137. — Haslinghuis, De duivel in het drama 
1912,12,34; bespr. von D. van Adrichem,Katholiek 143,314 — 318; 
von J. K(oopmans), Nieuwe taalgids VII,90 — 98; von C. G. N. de 
Vooys, Museum XX,252 — 254. — Franck-van Wijk, Etym. wtb. 
1912,12,20; bespr, von M. van Blankenstein, DLz. 1913, 
nr. 19; von (A.) Meillet, Rev. crit. 1912, nr. 50; von (J.) Man- 

14* 



212 XIII. Friesisch. 

sion, Rev, de l'instr. publ, Belg. 56,1; von (?), Lit. zbl. 1912, 
nr. 40; von A. Kluyver, Nieuwe taalgids VII, 36 — 43; von 
M. Schönfeld, Idg. forsch, anz. 32(1913),59— 62. — G. Kalff, 
Gesch. ndl. lettk. VII,1912, 12,27; bespr. von H. R(obber8). Elsev. 
geill. maandschrift 23,471—473; von P. L. van Eck jr., Cbl. 
1912, ur. 50; (bd. IV— VII) von J. Prinsen J. Lzn., Gids 
1913,11,489—536. — Neurdenberg, Nyeuvont 1910,12,64; von 
J. Hoeksma, Litbl. 34,323. Ruusbroec, Oeuvres 1912,12,53; 
bespr. von D. J. P., Van onzen tijd XIII, 51 — 53; von G. van 
Poppel, Katholiek 144,242 — 243. — Scaecspel- Avelingh, 
] 912,12,56; bespr. von C. (G. N.) de V(ooys), Nieuwe taalgids 
VII,104— 105. — Verdam, Mnl. handwdbk. 1912,12,24; von 
(J.) Mansion, Rev. de l'instr. publ. en Belg. 55,1 — 2 — te Winkel, 
Ontw. gang. lief. 1 — 14; von J. Prinsen J. Lzn., Gids 1913,11, 
489— 536. — Wirth, Untergang 1911,12,41; bespr. von H. Lohre, 
Archiv 130,178—180; von J. Bolte, ZfVk. 23,212—213; von 
J. F. V. Blöte, AfdA. 36,258—261. — Ypermans, ©yrurgie 
1912,12,55; bespr. von C. (G. N.) de V(ooy8), Nieuwe taalgids 



VII,151— 154. 



C. H. Ebbinge Wubben. 



XIII. Friesisch. 

A. Zeitschriften. — B. Vorgeschichtlisches, geschichtliches. — C. Sprach- 
geschichte. — D. Literatur. — E. Nordfriesisch. 

A. Zeitscliriften, 

1. De vrije Fries, tijdschr. uitgeg. d. h. Eriesch genootschap. 
21stedeel, afl. 3 en4. Leeuwarden,Meijer&Schaafi?ma, 8.361 — 523. 
— enthält u. a. auf s. 416 — 428 L. A. Dokkuin, Het Sneeker 
oud kerkhof en de gravinneweg (mit karte); s. 441 — 465 P. C. J. 
A. Boeles, Vaatwerk met geometrisch Ornament uit te terpen. 
(inwerking van de Hallstatt-kultuur op Friesland.) (mit karte über 
die Verbreitung der terpen und der geometrisch verzierten gefäße 
und abbil düngen. ■ — die Verbreitung der geometrisch verzierten 
gefäße stimmt im ganzen mit der der terra sigillata nicht überein; 
letztere gehört einer späteren periode an, die um 150 n.Chr. beginnt; 
die ersteren sind von der Hallstatt-kultur eingeführt und zwar wohl 
von einem fremden stamme, aber in Friesland angefertigt und 
100 vor bis 150 n. Chr. zu datieren); s. 475—476 G. A. Wumkes, 
anzeige von Sipma, Phonology and grammar of modern West 
Frisian; s. 477 — 478 N. R. Ct., De terp te Ferwerd en het kasteel 



XIII. B. Vorgeschichtliclies, geschichtliches. 213 

Her juwsma-state ; s. 479 — 488 R. Visscher, Friesische biblio- 
graphie 1911—1912; s. 501—519 P. C. J. A. Bocles bericht 
über das Friesische Museum 1912 und die neuanschaffungen, auch 
der bibliothek. 

2. Swanneblommen. jierboekje for 1913. utjown fen it 
Selskip for Fryske tael- en skriftenkennisse. Grou, van der 
Spoel & CO. VIII,90 s. — enthält erzählungen und gedichte in 
landfriesischer spräche. 

3. Forjit my net. utjefte fen it Selskip for Frj-ske tael- en 
skriftenkennisse. 1913. Grou, van der Spoel & co. V1II,200 s. 
— enthält zumeist erzählungen und gedichte in laudfriesischer 
Sprache, s, 147 — 150 0. H. S[ytstra], Skriftenkennisse, s. 196 — 198 
von demselben eine anzeige von P. Sipma (unten 22) und den 
unter 34 genannten aufsatz von Woelinga. 

4. Selskips-meidielingen. utjo"wn fen it Selskip for Fryske 
tael- en skriftenkenisse. bybled fen 'Forjit my net'. Grou, van 
der Spoel & co. nr. 1 — 2. 70, 80 s. — nr. 1: mitgliederliste und 
überblick über die tätigkeit der gesellschaft 1912 (auch über den 
Unterricht in landfriesischer spräche in 5 [1911: 7, 1910: 10, 
1909: 13, 1908: 14] schulen, an dem 47 kinder [1911: 84, 1910: 
115, 1909: 207, 1908: 215] teilnahmen). — nr. 2: ausführlicher 
bericht über die hauptversammlung 1913, besonders über den streit 
Hof — Sipma, aus dem man mancherlei über die landfries. Ortho- 
graphie und ausspräche lernen kann, diese Uneinigkeit und die 
verkehrte fragestellung schadet der fries. Sprachbewegung mehr als 
alles andere, wie auch der rückgang des fries. Schulunterrichtes 
lehrt, und die Sylter mit ihrer neuen undeutschen Orthographie 
sollten sich das zum warnenden beispiel nehmen. 

5. Sljucht en rjucht. rym en onrym. Frysk wykbled ünder 
bestjür fen Waling Dykstra. 15. jg. Ljouwert [Leeuwarden]. 
1911. 4^. — 16. jg. ebd. 1912. — in landfriesischer spräche. 

6. Yn US eigen tael. tijdskrift fen it Chi-istlik Selskip for 
Fryske tael- en skriftenkennisse, ünder bistjür fen dr. G. A. Wumkes. 
Snits [Sneek] 3 und 4, 1911 und 1912. — in landfriesischer spräche. 

7. Friesch jaarboekje of almanak voor 1911, jg. 85. Leeu- 
warden, R. J. Schierbeek. 12". — voor 1912, jg. 86. ebd. 12". 

B. Torgeschiclitliclies, geschichtliches. 

vgl. auch oben 1. 

8. Wilhelm Ordemann, Beiträge zur morphologischen ent- 
wicklungsgeschichte der deutschen Nordseeküste mit besonderer 
berücksichtigung der dünen tragenden inseln Mitt. d. geograph. 



214 XTTT. Friesisch. 

ges. zu Jena, bd. 30, jg. 1912,15 — 150 mit 1 karte der ostfriesi- 
schen inseln, in die neben die heutigen grenzen die dünengrenzen 
um die mitte des 18. jahrhs. eingetragen sind. — vgl. den teil- 
druck der diss. Jsb. 1912,13,7. 

9. R. Munro, Palaeolithic man and Terramara Settlements 
in Europe. Edinburgh 1912. — handelt s. 433 — 445 über die 
friesischen terpen. 

10. L. Broekema, Overblijf seien van varkens uit onze 
Friesche terpen. Cultura, febr. 1912. 

11. J. D. Domela Nieuwenhuis-Nijegaard, Het Friesche 
bestanddeel in den Nederlandschen stam, vnl. in West- en Fraansch- 
Ylaanderen. Amsterdam 1912. De Tijdspiegel, 1912,375—382. 

12. J. H. Buse, De beide Friesche kloosters der Karme- 
lieten. 's Gravenhage 1911. Nederl. archief voor kerkgeschiedenis, 
dl. 8, afl. 2. 

13. E-udolf Häpke, Friesen und Sachsen im Ostseeverkehr 
des 13. Jahrhunderts. Hans, geschichtsbl. 1913, heft 1. 

14. J. L. Berns, Handschriften en stukken, afkomstig van 
S. A. Gabbema, landshistorieschrijver van Friesland (1659 — 1688), 
door de Voogden van het Old-Burger Weeshuis in 1911 ten ge- 
schenke gegeven. 's Gravenhage 1911. (Verslagen omtrent 's Rijks 
Oude Archieven, deel 34.) 



15. J. L. Berns, Het Rijks-archief in Friesland. Verslagen 
omtrent 's Rijks Oude Archieven 33, 1910,294—327 und 34, 1911, 
381—438. 

C. Sprachgeschichte. 

16. S. K. Feitsma, Frisian and English. De Navorscher 
jg. 60, 1911,185—188. 

17. C. Borchling, Zeugnisse für das fortleben der alt- 
friesischen spräche in Ostfriesland. Upstalsboom-blätter 1(1912)10. 

18. N. 0. Heinertz, Friesisches. Idg. forsch. 30,303— 338. 
— vgl. Jsb. 1912,13,13. — Inhaltsangabe Idg. jb. I, s. 169. 

19. F. Holthausen, Wortdeutungen. Idg. forsch. 32, 
333 — 339. afrs. meldke, heila, kringa, sieh, slät. 

20. W. de Vries, Mnl. bnw. siede of oofri. snede, snethe? 
Tijdschr. 32,157—160. 

21. F. Ritter, Eala fria Fresena. Upstalsboom-blätter 
1(1912),4— 7. 

22. B. Sipma, Phonology and grammar of modern West- 
Frisian, with phonetic texts and glossary. (Publications of the 
Philogical Society). Oxford, University press. — bespr. von 



Xm. D. Literatur. 215 

G. A. Wunkes, De vrije Pries 21,475 f. und 0. H. S[y.sttra] 
Torjit my net 1913,196—198. 

23. L. P. H. Eijkman, Phonetische beschrijving van den 
klanken der Hindeloopensche taal, Verhandelingen der koninklijke 
akademie van wetenschappen te Amsterdam. (afdeeling letter- 
kunde) nieuwe reeks. deel XIV nr. 2. Amsterdam, Johannes 
Müller. S*'. 1 bl., 176 s. und 6 tafeln. — experimentalphonetische 
analyse der mundart mit zahlreichen abbildungen und tabellen. 
dann einzelne Wörter, kurze sätze und texte in phonetischer trans- 
skription mit niederländischer Übersetzung. 

24. J. de Vries Az., Westfriesche woorden. Nieuwe Niedorp, 
De Groot 1910. 107 s. 0,75 fl. — vgl. Jsb. 1910,12,20. 

25. W. de Vries, Nwfri. sloaije, dial. ndl. slooien, mnl. 
sloyen, enz. Tijdschr. 32,302—303. 

26. W. de Vries, Nwfri. toaije, ndl. dial. tooien. Tijdschr. 
32,300—3 02. 

27. Oanfraech om bydragen ta stipe fen it underwysfuns for 
de Pryske tael. Znd. plaats. 1911. 3 s. 4". 

28. Huishoudelijk reglement van 'Het onderwijsfonds voor de 
Priesche taal'. 1912. 

29. Karbrief fen de krite 'Snits' fen it Selskip for Pryske 
tael- en skriftenkennisse. Snits [Sneek] 1911. 



Ortsnamen. 30. 'Riepster', Neermoormer', 'Pehntjer': Ost- 
friesische ortsnamen-ableitungen auf -ster, -mer, -tjer. Upstalsboom- 
blätter 2,25—26. 

31. Plur- und wegenamen aus Loquard. Upstalsboom-blätter 
1(1912),11— 12. 

32. P, Ritter, Wybelsumer flurnamen und verwandtes in 
neuer und alter zeit. Upstalsboom-blätter 2,49 — 52. 

33. C. Borchling, Der name der insel Borkum. Upstals- 
boom-blätter 1(1912),8— 10. 36—37. 

34. D. Woelinga, Pryske plaknammen. Porjit my net 
1913,97 — 108. — enthält ein Verzeichnis aller orte zu nieder- 
ländischer und in landfriesischer Schreibung. 

D. Literatur. 

35. Lyst fen de utjeften yn en oer it Prysk forskynd yn 
1901/1910. gearstald fen wegen it Selskip for Pryske tael- en 
skriftenkennisse, üt de Priesche bibliographie fen it Priesch genootsch. 
Grou. 29 s. 



216 Xlll. Friesiscb. 

3G. L. F. over de Lindeu, Aanvulling van de brochure: 
'Beweerd, maar niet bewezeu', betreffende het lis. van Thet Oera- 
Linda Bok. Helder. 

37. Neuwestfriesisclie literatur: De vrije Fries 21,484 — 488. 
514—519. 

38. P. de Clercq, It belang fen in Fryske bibeloersetting. 
Znd. plaats 1911. 4". 2 s. 

89. Frysk Sangboekje, utjowu fen it Christlik selskip for 
Fryske tael- en skriftenkennisse. by inoar sammle troch 0. S. 
Akkerman, A. Wijbenga en G. A. Wumkes. Aldeboaru 1911. 

40. J. J. Hornstra und C. Wielsma, Ut de aide doaze. 
Aldeboarn, 0. Monsma. 1912. — kinderlesebuch in laud friesischer 
spräche. 

Tau Bloni. 41. H. Binnerts aan Mr. Philippus van Blond. 
1824 — 1910. (Levensberichteu van de Maatschappij der Nederl. 
letterknude 1911.) 

W. Dijkstra. 42. Net nij ek net wei. rym en onrym ut 
earder en letter tiid. dl. 1 en 2. Ljouwert [Leeuwarden]. 1912. 

T. E. Halbertsma. 43. Ut it aide laech. samle skriften, 
mei in foarwird fen Pieter Je 11 es. Den Haech ['s Gravenhage] 
(1912). met portret. 2 dln. — Teltsjes om 'e hird. rym en un- 
rym (1912). 

Pieter Jelles. 44. Ald-kristerlike tsjerkesangen, verbrocht 
üt it Latyn. Dokkum (1909). 4". 

Yan der Meulfll. 45. Aid en nij. forsprate neilittene 
skriften yn rym en onrym. by inoarsamle troch syn soan W. A. 
mei help fen W. Dykstra en oaren. Birgum 1911. — Goethe's 
Faust, inkele brokstikken üt it foarste diel. Birgum 1912. 

Tjeerd Telstra. 46. Eimen en teltsjes. tredde samling. 
Ljouwert [Leeuwarden]. 1911. 

E. Nordfriesisch. 

47. Karl Hab erlin, Die Hallingwohnstätte (mit 12 ab- 
bildungen). Mitt. d. ver, d. kgl. Sammlung f. dt. Volkskunde zu 
Berhn, bd. 4, heft 1, 1912. 

48. August Krause, Die insel Amnim. eine landcskunde. 
Stuttgart, Strecker & Schröder. (Greograph, arbeiten hrsg. von 
W. Ule, heft 9.) 3,60 m. 

49. E. Lindemann, Das deutsche Helgoland, mit 12 abb. 
Berlin-Charlottenburg, Vita, Deutsches verlagshaus. geb. 8,50 m. 



50. Ernst Brandt, Die nordfrissische spräche derGoesharden. 
mit einer sprachkarte, diss. Halle, Buchdruckerei des Waisenhauses. 



XIII. E. Nordfriesiscli. 217 

VIII,72 s. — auf eine Übersicht über das festländische nordfries. 
Sprachgebiet und ort für ort über das der Goesharden mit genauer 
angäbe der friesisch, der plattdeutsch und der hochdeutsch sprechen- 
den sowie der spräche des haushalts (auf grund eigener aufnahmen) 
folgt die einteilung in eine südliche, mittlere und nördliche mund- 
art und darlegung der dänischen einflüsse. Der 2. hauptteil be- 
schreibt die laute dieser drei mundarten und gibt eine historische 
darlegung des konsonantismus. 



51. Nordfriesische lieder hrsg. vom Ostermooringer Friesen- 
verein Risum-Lindholm. 2. aufl. druck von J. H, N. Thamssen, 
Tondem 1912. 32 s. 

52. Söl'ring dechtings en leedjis (ütsaacht steken) ütdön fan 
Andrees Hübbe fuar di söl'ring jungen, taust äplaag. [Sylter 
gedickte und lieder (ausgesuchte stücke) hrsg. von A. H. für die 
Sylter kinder. 2, aufl.] aus der Triesenspende' gestiftet, im buch- 
handel durch Lucas Gräfe, Hamburg. 80 s. beigebunden ist ein 
önhang [anhang] s. 81 — 92. — die größere hälfte ist von Hübbe 
selbst gedichtet. 

53. Dritter Friesentag auf Föhr. fest-ordnung. die feier 
findet am sonntag, den 8. juni 1913 statt. C. H. Schrum buch- 
druckerei Wyk a. Föhr. 11 s. — enthält ein Sylter und fünf 
amringisch-föhringische lieder, darunter drei bisher nicht gedruckte. 



54. Besprechungen von in früheren Jahrgängen verzeichneten 
-werken: 1. Briefwechsel des Ubbo Emmius 1911,13,7 bespr. von 
C. P. Burger Jr., Het Boek 1912; von F. Ritter, Upstalsboom- 
blätter 1(1912),86— 88. — 2. Cadovius Müller ed. E. König 1911, 
13,13 bespr. von C. Borchling, Upstalsboom-blätter 2,103 — 104. 

Otto Bremer. 



Zweiter Teil. 



XIV. Nordisch. 

An dem diesmaligen Jahresbericht ist der verdienstvolle bisherige bericht- 
erstatter für das Nordische noch mit wesentlichen referaten beteiligt, 
die von dem neuen bearbeiter übernommen wurden, sie sind durch ein 
hinzugefügtes (G.) kenntlich gemacht. Auch die langbewährte einteilung 
von August Gebhardt wurde im großen ganzen beibehalten. 

I. Biographie — schul- und gelehrtengeschichte. — II. Zeitschriften und 
Sammelwerke. — III. Bibliographie — bibliotheken. — IV. Wortkunde. 
1. Wörterbücher — bedeutuugslehre 2. Beruf- vmd fachsprache. ge- 
heimsprache. 3. Fremd- und lehnwort. 4. Wortforschung im einzelnen 
— etymologie. 5. Namenkunde, a) Personennamen, b) Völker- und Orts- 
namen. — V. Sprachgeschichte und grammatik. 1. Allgemeines. 2. Gram- 
matik im engeren sinne, a) Gesamtdarstellungen, b) Lautlehre, c) Wort- 
lehre, d) Satzbildung. 3. Mundarten. 4. Syntax. — VI. Literaturge- 
schichte. 1. Westnordische literatur. a) Eddalieder, b) Skalden und 
rimur. c) Poetik, d) Saga, a) tslendingasaga und verwandtes, ß) Ko- 
nungasaga — annalen. y) Fornaldarsaga, romantische und lygisaga. e) Ge- 
lehrtes altisländisches Schrifttum. 2. Dänische literatur. 3. Schwedische 
literatur. — VII. Verslehre. — VIII. Götterlehre und heldensage. — 
IX. Volkslied und Volksmusik. — X. Volkskunde. — XI. Urgeschichte 
und altertumskunde — XII. Kulturgeschichte. — XIII. Allgemeine staats- 
und Verwaltungsgeschichte. — XIV. Kirchengeschichte — kalenderwesen. 
—XV. ßechtsgeschichte. — XVI. Musikgeschichte. — XVII. Verschiedenes. 

I. Biographie — schul- und gelehrtengeschichte. 

1. J. A. Auren, geb. im kirchspiel Kristberg 1843, febr. 4., 
gest. zu Söderköping 1911, okt., schwedischer grammatiker, insbes. 
auf dem gebiete der lautlehre. nachruf von Erik Brate, Arkiv 
29,295—297. (G.) 

2. Hans Olof Hildehrand, reichsarchivar zu Stockholm, geb. 
1842, april 5., gest. ebenda 1913, febr. 2. nachruf von Bror 
Schnittger, Svensk h. t. 30,57 — 59. — von A. W. Br0gger, 
Aarsber. NFB. 1—3. (G.) 

3. Carl Fredrik Lundin, schwedischer kirchenhistoriker, geb. 
zu Ranstäter in Värmland 1858, gest. zu Uppsala 1913, jan. 5. (Gr.) 

4. Eirikur MagnÜSSOn, Universitätsbibliothekar a. d. in Cam- 
bridge, nordischer philolog und kulturhistoriker, geb. auf Island 
1833, febr. 1., gest. zu Cambridge, England 1913, anf. febr. (G.) 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) II. Teü. 1 



2 XIV. Nordisch. 

5. Erich von Meildelssohu, Übersetzer isländischer sQgur, 
gest. mitte juni 1913, 26 jähre alt. (G.) 

6. A. W. Brj9^ger, riksantikvarprofessor dr. Oskar Mon- 
telius, Aarsber. NFB. 4 — 6. zu seinem 70 geburtstag, 9. sept. 
1913. (G.) 

7. Carl Wilhelm Wahlund, gest. zu Uppsala 1913, april 23., 
68 jähre alt. 

8. H. Rosendal, Nicolaj Frederik Severin Grund tvig, et 
livsbillede med illustrationer. K0benhavn, H. Hagerups forlag. 
240 s. — das leider ohne register und inhaltsverzeichnis ausge- 
gebene buch will statt durchgeführter darstellung vor allem Grundt- 
vig selbst zu worte kommen lassen, abgesehen von briefen wird 
sehr viel aus seinen dichtungen zitiert, bilder aus allen lebens- 
altern, namentlich aus dem mannes- und greisenalter schmücken 
die schlicht einzahlte lebensgeschichte, bei der der theolog, mytholog 
und popularschriftsteller zu seinem rechte kommt; auch die be- 
ziehungen zum herrscherhaus werden eingehend betrachtet, leider 
fehlt eine unbedingt erforderliche bibliographische Übersicht über 
die quellen des werks. 

II. Zeitschriften und Sammelwerke. 

9. versigt over videnskapselskapets m0ter 1912. met 
fortegnelse over selskapets medlemmer og tilvekst til dets biblio- 
thek. Kristiania hos Jakob Dylwad. 1913. — darin u. a. ganz 
kurze anzeigen von vortragen: von Falk, 'Forklaring av endel 
oldnorske uttrj^k vedr0rende skibes indretning', ferner Torp, 'En 
bemerkning til indskriften paa Rökstenen', Konow, Harald haar- 
fagres l0fte'. 

10. Namnochbygd, tidskrift förnordisk ortnamnsforskning 
utgiven av Anders Grape, Oscar Lundberg, Jöran Sahlgren. 
A. B., Akademiska bökhandeln, Uppsala, i distribution. 1913. 
ärgäng 1. — der plan eines organs für ortsnamenforschung, wie 
es die vorliegende Zeitschrift sein will, die wort- und sachforschung 
in ihrem programm vereint, ist schon von Sophus Bu gge be- 
günstigt worden, inhalt von bd. 1, vgl. DLz. 1913,2910. 

11. Spräk och stil, elfte ärgängen. Uppsala 1911. — 
vgl. Jsb. 1911,14,21. 1912,14,25. — vom allgemeinsprachwissen- 
schaftlichen Standpunkt angez. und empfohlen von Hjalmar Lind- 
roth, Idg. anz. 32,54—57. (G.) 

12. Foreningen til norske fortidsmindesmaerkers bevaring. 
Aarsberetning for 1912 med 104 illustrationer i teksten. Kristiania 
1913. IV und 231. gegen den Jahresbeitrag von 4 kr. (vgl. Jsb. 



XIV. III. Bibliographie — bibliotheken. 3 

1912,14,28.) 68. aargang. — enthält außer den besonders auf- 
geführten artikeln zahlreiche beitrage zur kirchlichen baugeschichte 
nebst anzeigen einschlägiger literatm-. (G.) 

13. -(Eldre norske sprogminder udg. af den norske historiske 
kildeskriftkommission. Kristiania 1911. — anerkennend bespr. von 
E. Olsen, Arkiv 30,229—232. 

14. Till Per Hendrik Lings minne, skrift vid hundrärs- 
festerna til firande af Lings lifsgärning, utgiven genom medlemmar 
af Lunds universitet. Ltind und Leipzig 1913. — dem begründer 
der Sveriges Gymnastika högskola Per Henrik Ling, der zugleich 
an der Universität Lund von 1805 — 1813 wirkte, setzt zunächst 
sein heutiger nachfolger an der Universität Lund, C, H. Norlander, 
ein gedächtnismal, das auf grund neuer archivforschungen Lings 
leben und wirken zu Lund beleuchtet. E. Wrangel behandelt 
Ling als dichter, der einen höheren rühm beanspruche als die 
literarhistoriker ihm zuweisen, im anhang ist u. a. ein brief an 
Tegner abgedruckt. Lings großes werk 'Asarne' bespricht H. Bo- 
relius. B. Möller beschließt das werk mit einer Lingbiblio- 
graphie. 

15. Fataburen, Kulturhistorisk tidsskrift utgiven (för nor- 
diska museet) af N. E. Hammarstedt. Stockholm 1913. — vgl. 
Jsb. 1912,14,30. N. E. Hammarstedt, Bröllops-ochfastlagsbjörn. 
— Louise Hagberg, Matsmässa i gagnef. — Ellen Raphael, 
(Eländska gärdar och deras inventarier 1677. — Sven Lampa, 
Brytningen mellan gammalt och nytti knallebygden. — Nils Lith- 
berg, Gottländska ringklubbor. — K. R. V. Wikman, Frieri, 
förlofning och bröllop i Delsbo. — Nils Keyland, Primitiva eld- 
görningsmetoder i Sverige, fortsättn (vgl. Jsb. 1912,14,30). — 
Louise Hagberg, Stora rofvor och längt lin. — kleinere mit- 
teilungen und besprechungen, darunter von deutschen Schriften: 
E. Hoff mann-Krayer, Feste und brauche des Schweizervolks. 
Zürich, N. E. Hammarstedt. 1913. 

16. 0. Lundberg och H. Sperber, Härnevi. (Meddelanden 
fran nordiska seminariet utgiva af Adolf Noreen, in Uppsala 
Universitets ärsskrift 1911.) Uppsala, Akademika bökhandeln. 
1911. — vgl. Jsb. 1912,14,106. — bespr. von R. C. Boer, Mu- 
seum 20,189. 

III. Bibliographie — bibliotheken. 

17. B. Erichsen, Bibliografi for 1911. Arkiv 29,298 — 329. 

18. Til Edvard Holm, Paa hans 80-aarige f0dselsdag den 
26. Januar 1913, fra den danske historiske forening ved dens 

1* 



A XIV. Nordisch. 

bestyrelse. tillaegshefte til (dausk) historisk tidskrift 8. raekke, 
fjerde bind. Kjobeuliavn 1913. 

19. Arne Magnussons i A. M. 436 A. B., 4to indeholdte 
liändskriftfortegnelser. Kbh. 1909. — vgl. Jsb. 1911,14,176. — 
gelobt von Wolfgaug Goltlier, Litbl. 1913,110. (G.) 

20. Kristian Setterwall, 33. (svensk historisk) bibliografi 
1912. s. 295 — 336, besonders paginierte beilage zu svensk h. s, 
33(1). (G.) 

21. W. P. Sommerfeldt, Bibliografi (der nordischen alter- 
tumskunde) 1912. Aarsber. NFB. 166—175. (G.) 

22. Islandica. an annual relating to Iceland and the Fiske 
Iceland collection in Cornell University library. edited by G.Harris, 
vol. VI. Ithaca, N.-Y., 1912. 69 s. Halldor Hermannsson, 
Icelandic authors of to-day. — vgl. Jsb. 1912,14,38. — vorrede 
gibt eine weitschweifige auseinandersetzung über das reiche lite- 
rarische leben im heutigen Island und im früheren, nur lebende 
autoren sind verzeichnet und nur die wichtigsten. Vollständigkeit 
ist wegen raummangels nicht erstrebt, biographische notizen und 
wesentliche ereiguisse der entwicklung nebst quellenmäßigen be- 
legen werden nach alphabetischer anordnung gegeben, im anhang 
sind bücher und essays zur modernen isländischen literatur seit 
1550 verzeichnet, auch hier nur eine auswahl. deutsche gelehrte 
stehen an der spitze als erforscher dieser periode der isländischen 
literatur. 

23. Islandica. an annual relating to Iceland and the Piske 
Icelandic collection usw. vol. III. Bibliography of the sagas of 
the kings of Norway and related sagas and tales by Halldor 
Hermannsson. Ithaca, N.-Y. 75 s. 8'^. — vgl. Jsb. 1911,14,28. 

— bespr. von Neckel (AfdA. 37,50 f.): angefochten wegen seiner 
unübersichtlichen vermengung von wesentlichem und unwesent- 
lichem. 

24. Fire og tredivte ärsberetning fra samfund til utgivelse 
af gammel nordisk litteratur stiftet 24. maj 1879. K0benhavn 1913. 

— register über die von der gesellschaft veranstalteten textaus- 
gaben, danach ist u. a. in Vorbereitung eine ausgäbe der Knyt- 
lingasaga. rechenschaftsbericht und namen der mitglieder. 

IV. Wortkunde. 

1. Wörterbücher — bedeutungslehre. 

25. Lis Jacobson, Kvinde og mand. en sprogstudie fra 
dansk middelalder. K0benh. 1912. — vgl. Jsb. 1912,14,60. — 
bespr. von Jensen, NTfFil. n. r. 2,76—78. 



XIV. IV. Wortkunde. 5 

26. Hugo Pipping, Bälagardssida. 'Nainn och bygd', 1913. 
s. 21 — 27. — Balagards kommt bei Sighvatr I*ördar.son vor (Finnur 
Jönsson bd. 1, s. 213 f. Vikingarvisur 3), in der Nj41a, Heim- 
skringla usw. P. entscheidet sich für die bedeutung 'meeresküste' 
und faßt den namen als kenning dafür auf. 

27. Geit T. Zoega, A concise dictionary of old Icelandic. 
Oxford, Clarendon press. — vgl. Jsb. 1912,14,48. — bespr. von 
Lee M. Hollander, MNL. 28,153—154. 

28. Jak. Jakobson, Etymologisk ordbog over det norr0ne 
sprog pä Shetland. 2. hsefte. Kobenh. 1909. — bespr. von A. Geb- 
hardt, Litbl. 34,276—277. 

29. Jak. Jakobson, Etymologisk ordbog usw. part. III. — 
bespr. Athenaeum 1912,11,267—268. 

30. Ordbog öfver svenska spraket of Svenska akademien. 
h. 47. dialektiskdikta. Lund. 1,50 kr. (G.) 

31. Dansk ordbog for folket ved B. T. Dahl og H. Hammer, 
under medvirkning af Hans Dahl. 35. — 39. hefte. (K0benhavn), 
Gyldendal. bd. II. s. 457 — 616. je 30 0re. enthält die Wörter 
traelboren — aevred, so daß also nur noch der buchstabe an der 
Vollendung dieses beispiellos wohlfeilen, echt volkstümlichen Wörter- 
buchs aussteht, auch die vorliegenden lieferungen erfüllen alle 
billigen anforderungen an Vollständigkeit, fehlt doch sogar nicht 
einmal eine so neue bildung wie tßfvogn 'töfftöff. (G.) 

32. Ludvig Larsson, Vad betyder vedbrödir? Arkiv 29, 
343 f. — nach Karlam. s. 339,1 hat es den anschein, daß ved- 
bx'oedr diejenigen hießen, die sich zum Zweikampf herausgefordert 
hatten und bis zu dessen austrag einander gegen angriffe dritter 
zu schützen verpflichtet waren. (G.) 

33. Hugo Pipping, ^Idre västgötalagens ordskatt samlad 
och ordnad. Acta societatis scientiarum fennicae, tom. XVII, nr. 4. 
Helsingfors, Pinska litteratursälskapets-tryckeri. 1913. — ausführ- 
liches glossar zu dem in der ausgäbe von H. S. Collin und 
C. J. Schlyter vorliegenden rechtsdenkmal Gotlands (vgl. z. b. 
Grundriß f. germ. phil. bd. III, s. 112), dessen schwer verständ- 
lichem texte das vorliegende werk in sprachlicher und exegetischer 
hinsieht sehr zugute kommen wird, der vf. hofft damit zugleich 
eine einigermaßen feste grundlage für eine neuausgabe des Väst- 
götalag gelegt zu haben, die B. Sjöros vorbereitet. 

34. George T. Plom, Semological notes on old scand flik 
and derivedforme in the modern scandinavian dialects. JEGPhil. 
12,78 — 92. — die wurzel soll ursprünglich bedeuten 'offen, Öff- 
nung' und davon sollen die zahlreichen ableitungen ausgegangen 
sein. (G.) 



6 XIV. Nordisch. 

35. Jon Thorkelsson, Anmserkningar til Job. Fritzners 
Ordbog over det Gamle norske sprog. Reykjavik, Sigfus Eymunds- 
sons boghaudel. 1913. — nach dem tode des vfs, brsg. von Palmi 
Pälsson. bis zum buchstaben u war das werkchen vom vf. druck- 
fertig hinterlassen; den Schluß hat der herausgeber nach den ent- 
würfen Th.s zusammengestellt und ergänzt. Th. erklärte es bei 
aller bewunderung für Pritzners fleiß und Scharfsinn, für seinen 
offenen blick bei realien, doch für einen großen mangel, daß viele 
Worte nicht übersetzt, sondern in ihrer bedeutung durch lange Um- 
schreibungen ausgedrückt seien. Fritzners Unkenntnis der wort- 
bildungslehre, seine grundsätzliche Vernachlässigung der vor dem 
14. jahrh. geltenden wortformen soll durch diese anmerkungen 
ausgeglichen werden. 

36. T. E. Karsten, Lexikografiska bidrag tili kännedom 
av österbottniska lansmäl. (Skrifter utgivna av svenska litteratur- 
sällskapet i Finnland.) Studier i nordisk filologi udgivna genom 
Hugo Pipping. femte bandet nr. 3. Helsingfors 1913. 21 s. — 
bringt einige nachtrage und ergänzungen zu H. Vendells Wörter- 
buch der ostschwedischen dialekte. 

2. Berufs- und fachsprache. geheimsprache. 

37. Arvid Ulrich, Svensk matrosslang. Gastslang frän 
flottans Station i Karlskrona. Spräk och stil. s. 213. — alpha- 
betisch geordnete übersieht des Wortschatzes. 

38. Arthur Thesleff, Stockholms Förbrytarspräk och Lägre 
Slang 1910—1912. Stockholm, Albert Bonniers förlag. 120 s. 
3 kr. — aus der Zigeunersprache, mit der der vf. sich früher be- 
schäftigt hat, stammt eine außerordentliche zahl von Wörtern der 
Stockholmer Umgangssprache, das ist durch Vermittlung der ver- 
brechersprache geschehen, das vorliegende werk stellt sich dem 
deutschen 'Rotwelschlexikon' von Kluge an die seite. der wert- 
schätz wird, während man sich früher nur mit verstreuten hin- 
weisen in größeren werken begnügen mußte, zum ersten mal 
systematisch gesammelt. 

3. Fremd- und lehnwort. 

39. J. E. Hylen, Danismer hos Gustav av Geijerstam. 
Spräk och stil. s. 162. — gibt nach aufzählung der belletristischen 
und sozialliterarischen werke ein glossar zu den danismen. 

4. Wortforschung im einzelnen — etymologie. 

40. Axel Kock, Etymologisk anmärkningar om svenska ord. 
Arkiv 29,330 — 342. nsv. rödlakan, fsv. -tuta, -tugha (i hör -tuta, 



XIV. IV. Wortkunde. 7 

-tugha), rödlakan 'schonenscher halbgobelin' geht wohl durch volks- 
et3^mologie zurück auf mnd. ruggelaken 'dorsale', — tuta geht 
zurück auf tuta 'zitze' und im jüngeren Vestgl. ist hortuta durch 
horticgha ersetzt infolge einflusses eines wertes vom typus bruptugha 
'brautjungfer'. (G.) 

41. William Christensen, Om nogle af det 15. ärhundredes 
betegnelser for adelsstanden. til E. Holm 38 — 51. — nachweis 
und etymologie von riddere og vaebnere, gode maend, riddere og 
svende, ridderskah, riddermandsmand, rittersmode, knahe und svend. (G.) 

42. E. Jessen, Etymologiserende notiser. forts. zu Jsb. 
1911,14,52. — behandelt meist polemisch gegen andere etymologen 
die Wörter br0de 'gesetzesvertretung', baer 'beere', daare 'tor', 
draugr 'gespenst', dr0m 'träum', droiefs) 'hinreichen — zögern', 
hellende 'übermäßig', kalde 'rufen', kraus, kraesem, kres 'gekröse, 
leckerbissen', kuld 'über den häufen', ßrwaes 'sich begnügen', par, 
parig 'list, listig', prüle 'traktieren', skj0ge 'hure', sjael 'seele', 
skraa 'Verzeichnis', skraemme 'verschenken', toskr in ratatoskr; sot 
'büschel', vaase 'faseln', vold, aisl. vqllr, aekel 'eklig', 0gle 
'eidechse'. (G.) 

5. Namenkunde. 

aj Personennamen. 

43. Hans Naumann, Altnordische namenstudien (Acta ger- 
manica), neue reihe, heft 1. Berlin, Mayer u. Müller. 1912. — 
vgl. Jsb. 1912,14,84. — bespr. von Allen Mawer, MLR. 8, 
246—248 und von G. Neckel (DLz. 34,2342—2344), der den 
fleiß lobt, aber sonst sehr scharfe kritik übt an der arbeit, un- 
vollständige literaturbenutzung und viele sprachliche entgleisungen 
werden nachgewiesen, die orthographische flüchtigkeit und an- 
lehnung an schlechte texte gerügt. — ferner bespr. Lit. zbl. 64,515. 

44. S. Lampe, Olsängen. Spräk och stil. s. 201. — in 
anknüpfung an die Jsb. 1912,14,108 erwähnte erklärung von 
Attingeberg als Umbildung eines älteren Odens wird der name 
Olsängen auf 'Onsengen' = 'Odensengen' zurückgeführt, das wort 
äng wird selten in Vereinigung mit götternamen statt des fast 
gleichlautenden vinfi) gefunden. 

45. E. H. Lind, Norsk-isländska dopnamn och fingerade 
namn fran medeltiden. — vgl. Jsb. 1912,14,86. — anerkannt von 
August Gebhardt im Litbl. 1913,277—279. — bespr. von 
K. Ackermann, Litbl. 34,277—279. (G.) 

46. A. Thiset, Bidrag til navneskikkens historie. til 
E. Holm. s. 221 — 234. — umstände und folgen der Verordnung 
I'riedrichs L von 1526, daß alle adelsgeschlechter Dänemarks 
familiennamen annehmen sollten. (G.) 



8 XIV. Nordisch. 

47. Raben G:son Berg, En förnamnstudie. Spräk och stil. 
s. 223. — untersucht ausbreitung, fortschritt, rückgang einzelner 
Vornamen, Ursachen der namengebung, ausländische einflüsse. 

h) Völker- und Ortsnamen. 

48. 0. Rygh, Norske gaardnavne, Oplysningar samlede til 

bi-ug ved niatrikelens revision udgivne med tilföiede for- 

klarin^er. niende band. Lister og Mandal amt. bearbeidet af 
A. Kjser. Eristiania i kommission hos Cammermeyers boghandel. 
1912. 396 s. 2,50 kr. — fortsetzuug des vielbändigen Unter- 
nehmens vgl. Jsb. 1911,14,80. 

49. Elof Hellquist, Ett par anmärkninger om svensk 
sjönamnsbildning. Arkiv 29,373 — 381. — erhält seine theorien 
1. daß das männliche geschlecht schwedischer seenamen auf be- 
ziehung zu dem worte sjo beruht (z. b. spjuten, nicht sjy'utet für 
einen spießförmigen see) und 2. daß das suffix häufig seenamen 
bildete, aufrecht^ gegen Sahlgrens — vgl. Jsb. 1912,14,100, 102 
— reduktionstheorie. (G.) 

50. Jöran Sahlgren, Fälebro ett ortsnamns historia särtryck 
ur. Uppsala, Appelberg. 1908. 16 s. (nachträglich geliefert.) — 
die schon 1601 von Johannes Bürens aufgestellte herleitung des 
namens von einem personennamen Fale ist richtig, wenn auch die 
von ihm aufgestellte persönlichkeit eines 'Eale den unge' nie gelebt 
tat. — bespr. von -bh- im Zbl. 64,616—617. (G.) 

51. Magnus Olsen, Stedsnavnestudier. Kristiania 1912. — 
vgl. Jsb. 1912,14,94. — gerühmt von H. S., Aarsb. NEB. 157—159. 

sehr gelobt von Neckel (DLz. 1573 — 1576) wegen seiner 

behutsamkeit bei hypothesen, nur die ausbeute von runen und 
namen dürfe nicht überwertet werden, 

52. Erik Björkman, Nordiska ortnamn i England. Namn 
och bygd. 1913, s. 80 f. inaug.-diss. Uppsala 1912. — vgl. 
Jsb. 1912,14,93. — besprechung der arbeit von Harald Lind- 
quist, 'Middle english placenames of Scandinavian origin'. 

53. K, B, Wiklund, Nägra jämtländska och norske sjönamn 
av lapskt Ursprung. Namn og bygd. ärgäng 1, hälfte 1, 1913. 
s. 11 — 17. — aufzählung und erklärung der namen, 

54. Adolf Nor een, Sjönamnet Anten, namn och bygd. 1913. 
ärgäng 1, hafte 1, s. 5—10. — die von Schlyter und der Kgl. 
ortsnamnkommission ausgesprochene behauptung, der in Urkunden 
des 14. — 15. jahrhs. vorkommende seename Alti sei identisch mit 
dem heutigen namen 'Anten' wird geprüft. 

55. Jöran Sahlgren, Om namnet tvebottnetjärnan och om 
'tvebottnade' sjöar. Namn och bygd. ärgäng 1, 1913. — in 



XIV. IV. Wortkunde. 9 

Bollegebygds liegen zwei kleine seen (tjärnar), die den gemein- 
samen namen Tväbottnetjärnan haben, die übliche erklärung ist, 
der name bedeute, einen see 'tjärn', der auf einer seite zwei 
bottnar habe, botn kommt schon im altisländischen vor in der 
bedeutung 'der innerste teil einer bucht'. S. erinnert an eine stelle 
aus Olofs Grausbeschreibung von Västmanland, aus der hervor- 
geht, wie sich die volksphantasie um diesen namen rankte. 

56. Magnus Olsen, FMvik. Namn och bygd. 1913. är- 
gang 1. s. 18 — 20. Tlidvik ist ein gaardnavn i det sydöstlige 
Norge'. — 0. sieht darin eine Zusammensetzung mit fMra, der 
alten bezeichnung für den 'ferskvandfisk', schwed. flira (vgl. Falk 
og Torp, Etymologisk ordbog 1, s. 171.) 

57. Hjalmar Lindroth, Tvä uppsalienska vattensdragsnamn. 
Namn och bygd. 1913. ärgäng 1. s. 35. — behandlung von 
'Samman' und 'Kamphavet'. 

58. Oscar Lundberg, Den heliga murgrönan. tili ort- 
namnet vrindavi. Namn och bygd. ärgäng 1. s. 49. — vgl. Jsb. 
1912,14,104. — wird in Zusammenhang gebracht mit dem altwest- 
nordischen namen der göttin Rindr (Rinda bei Saxo, Vrindr, 
Vrinda). vi = kultstelle. Vrind ist indoeuropäisches präs. part,, 
das zur wurzel uer gehört, die 'umschließen, verhüllen, be- 
decken' bedeutet, man bezieht das wort auf die mutter erde, die 
den samen umschließe, im gutnischen ist rind ein gewächsname 
für efeu oder für lycopodium clavatum (murgrönan). beiden ge- 
meinsam ist, daß sie sommer und winter grünen und daß sie 
'krypande växtsätt' sind, der südliche teil Schwedens und Nor- 
wegens sowie Dänemarks sind die heimstätte 'Vrinds'. 

59. Marius Kristensen, Stednavnesagens nuvserende stilling 
i Danmark. Namn och bygd. ärgäng 1. — referat über die seit 
1909 durch Axel Olrik und die dänischen militärbehörden ge- 
förderten bestrebungen sprachwissenschaftlicher und archäologischer 
art, die den von Rygh in den 'Norske gaardnavne' unternommenen 
forschungen verwandt sind, doch fehlt noch ein Sammelwerk mit 
der notwendigen grundlage eines vollständigen und kritisch ge- 
sichteten materials. vf. schlägt die gründung eines 'stednavneud- 
valget' vor, dessen programm entwickelt wird. 

60. Jöran Sahlgren, Vaxala och Vaxhälla. Namn och bygd. 
1913. ärgäng 1. s. 59. — Vaxala härad wird gewöhnlich erklärt 
als vakthällningshäradet. S. stellt es zu Vaxhalder. so hieß der 
bezirk ursprünglich, auf dem vasala kyrka liegt; vakshall bedeutet 
dann 'utkiksberget'. vak hat sich weiter entwickelt zur bedeutung 
'signaleld, värdkas' usw. 

61. A. Le Roy Andrews, Philological aspects of the plants 
of Wineland in 'Rhodora', Journal the New-England botanical club, 



10 XIY. Nordisch. 

vol. 15, nr. 170, febr. 1913. — die erklärungen Pernalds — 
vgl. Jsb. 1910,14,134 — bezüglich der vinber und des hveiti 
seien falsch, doch könne mcjsvor betula alba oder sonst eine birken- 
art bedeuten (nach V. G. Einreittin 19,230). (G.) 

y. Sprachgeschichte und grammtaik. 

1. Allgemeines. 

62. Kr. Sandfeld Jensen, Sprogvidenskaben. en kortfattet 
fremstilling af dens metoder og resultater. Kj0benhavn og Kristiania, 
Gj'ldendal-Nordisk forlag. 1913. VIII,271 s. — in seiner auf- 
machung strenger wissenschaftlich als Koch-Ja cobsen, also eine 
wohlgelungene methodenlehre der Sprachwissenschaft in besonderm 
dänischen zuschnitt. (G.) 

63. Adolf Noreen, Spridda studier III. Stockholm 1913. (G.) 

64. Lis Jacobsen, Sprogets forandring bearbeijdet efter 
Axel Kock: Om spräkets förändring. K0benhavn, H. Hagerup. 
1913. 176 s. 3 kr. — indem sie Kocks spezifisch schwedische 
beispiele durch dänische und alles besonders auf schwedische leser 
zugestutzte durch ausführungen ersetzt, die sich besonders auf 
dänische Verhältnisse beziehen, stellt frau Jacobsen einen besonders 
in Dänemark dem allgemeingebildeten zur belehrung, dem philo- 
logen zur Wiederholung früher gelernten Stoffes recht empfehlens- 
werten abriß über die gründe und Vorgänger der allmählichen ent- 
wicklung der spräche, also eine art kurzer 'prinzipien zur Sprach- 
geschichte' her, der auch bei uns mit nutzen gelesen werden kann, 
(vgl. Jsb. 1909, z. A. 111.) (G.) 

2. Grammatik im engeren sinne. 
a) Gesamtdarstellungen. 

65. Gustav Cederschiöld, Om svenskan som skriftspräk. 
3. aufl. Lund, Gleerup. 1911. — vgl. Jsb. 1911,14,92. — bespr. 
von M. C, Rev. germ. 9,639. 

68. Andreas Heusler, Altisländisches elementarbuch, zu- 
gleich zweite aufläge des altisländischen elementarbuches von 
Bernhard Kahle. Germanische bibliothek hrsg. von Streitberg. 
1. reihe. 3. bd. Heidelberg 1913. — das werk schreitet über 
Kahle völlig hinaus, ein neues buch, keine zweite aufläge, an- 
ordnung und einteilung sind viel übersichtlicher geworden, die 
verweise auf das urgermanische, die gegenüberstellung des alt- 
nordischen und gotischen, so nahe sie eigentlich lagen, sind hier 
zum erstenmal in der elementargrammatik vorhanden, auch im 



XIV. V. Sprachgeschichte und grammatik. H 

einzelnen ist die Selbständigkeit gegenüber dem fundamentalwerk 
von Noreen gewahrt, dem anfänger wird die präzision der gramma- 
tischen bestimmungen, die scharfe auslösung des gesicherten, die ab- 
grenzung von regel und ausnähme in den belegen besonders wohl- 
tun, neu ist der um das vierfache vergrößerte syntaktische abschnitt, 
der weder deskriptiv-systematisch noch historisch vergleichend 
verfährt, sondern sich seinen maßstab von der deutschen syntax 
abzieht und danach die hauptabweichungen der isländischen saga- 
prosa — nicht der verssprache oder des gelehrten stils — heraus- 
bildet, damit wird auch dem schon etwas eingelesenen, nicht nur 
dem anfangenden ein regulativ geboten, wie wir es bisher ver- 
missen mußten, die neue auswahl der lesestücke führt von dem 
einfachen satzbau Ares zur jüngeren Edda und der Heimskringla. 
statt winziger kulturhistorischer bemerkungen, wie sie Kahle in 
den lesestücken gab, haben wir einen wortkommentar, der freude 
an der ersten lektüre erwecken muß und ein ausgezeichnetes 
glossar. stillschweigende Voraussetzung des Werkes ist allein die 
kenntnis noch eines andern germanischen dialekts. infolgedessen 
wird nicht wie etwa bei Braunes grammatiken jeder vokal der 
reihe nach verzeichnet, sondern die behandlung des vokalismus 
vollzieht sich nach einer durch Sprachgesetze geregelten gruppierung. 

67. Adolf Noreen, Abriß der altisländischen grammatik 
(Braunes Sammlung kurzer grammatiken nr. 3). 3. aufl. 66 s. 
Halle, Niemeyer. 1913. 1,50 m. (G.) 

68. Adolf Noreen, Geschichte der nordischen sprachen. 
S. aufl. (Pauls Grundriß IV.) Straßburg, Trübner. — die an- 
läge ist im wesentlichen dieselbe geblieben, übersichtlicherer satz 
als in den bisherigen auflagen, literaturnachweise nicht mehr 
gruppenweise vereinigt, sondern aufgeteilt. die chronologischen 
ansätze sind vielfach revidiert und verändert, ebenso die termi- 
nologie. behutsame Umformung durch Verarbeitung aller in der 
Zwischenzeit erschienenen spezialarbeiten auf nordischem Sprach- 
gebiet. 

69. Edw. J. Vichner, A brief swedish grammar. Augustana 
book concern VII, 296 s. — zahlreiche fehler rügt A. Louis Elm- 
quist, JEGPhil. 12,318—324. 

b) Lautlehre. 

70. Gideon Danell, 'Svensk Ijudlära. Stockholm, Norstedt 
og söners förlag, — vgl. Jsb. 1911,14,102. — zusammenfassender 
abriß für Universitätszwecke. phonetische Übersicht nach den 
üblichen darstellungen abgefaßt (Jespersen, Noreen usw.) ohne 
historischen ballast; am ende phonetische Umschreibung eines textes. 



12 XIV. Nordisch. 

71. Bengt Hesselman, Västnordiska studier. (Skrifter ut- 
givna af k. humanistiska veteuskap-samfundet i Uppsala 15,2.) en 
nordisk och västgermansk shitljudsregel. Uppsala und Leipzig 
0. j. — I. 'Das westgermanische auslautsgesetz (erhaltung und 
Schwund eines auslautenden u zu ö in ursprünglich dreisilbigen 
formen hängt von der quantität der vorhergehenden silben ab) gilt 
auch für das Nordische', nach kurzer Wurzelsilbe und kurzer 
mittelsilbe wird n früh abgeworfen, bleibt aber nach langer Wurzel- 
silbe und kurzer mittelsilbe. vor dem Verluste der schlußsilbe wird 
oft die mittelsilbe S3"nkopiert. unterschiede wie der zwischen 
d0mdr und validr werden u. a. auf diese weise erklärt, (sing, und 
plural nom. äömidu und vdlldu.) II. Für den akk. sing. mask. der 
starken adjektivflexion nimmt H. eine einzige grundform an und 
danach eine 'prosodische regelung' der schlußsilben genau wie in 
den dreisilbigen formen mit u zu ö. nebeneinander standen spakan, 
langna, einna, miküaii, manniskan : heüagna, litilna, gehundinna. 
hinweis für altsächsische parallelen auf Schlüter, Untersuchungen 
s. 135. III. 'Im urgerm. wurden die dative aller stamme durch 
hiuzufügung eines i gebildet: armai usw. daraus regelrecht got. 
anna, ahd. arme, aisl. heide, ahd. erdu, aisl. iqrdo (m, o zu öi). 
wenn neben arme altnordisch arm steht, so ist das spätere neu- 
bildung nach dem muster der i bzw. iö und ö-stämme. arme, 
kcrlingo und gest, qxl sind als die alten dativformen der a- bzw. 
0- und i-stammesdeklinationen zu fassen. 

72. Bengt Hesselman, Västnordiska studier I. om bryt- 
ningen. (Skrifter utgivna af k. humanistika vetenskaps-samfundet 
i Uppsala XIV, 2.) Uppsala und Leipzig o. j. — vgl. Jsb. 1912, 
14,117, wo versehentlich das jähr 1912 angegeben ist. — Kocks 
regel, daß von solchen a und u in der endung, nach welchen ein 
nasalkonsonant in urnordischer zeit geschwunden ist, in kurzer 
Stammsilbe keine brechung von e bewirkt worden ist, bestreitet 
vf. durch besondere belege, der n-schwund ist ohne bedeutung 
für die brechung. sie ist im westnordischen ausgeblieben 'in 
kurzer Stammsilbe vor einem in der folgenden silbe synkopierten a 
(beispiele ef\ fet, get usw.)', die M-brechung tritt aber sowohl bei 
kurzer wie bei langer Stammsilbe ein. — die nächsten abschnitte 
untersuchen ausnahmen der brechung 1. ungebrochenes e in Sub- 
stantiven mit n-schwund. 2. ungebrochenes e in infinitiven und 
andern verbalformen, an alogie Wirkungen und unbetonte Stellung 
als hilfsverb dienen zur haupterklärung. 

73. Ernst Wigforss, Södra hallands folkmäl Ijudlära del I 
vokalismen. inaug.-diss. zu Lund. 402 s. Stockholm 1913. — 
gibt auf 402 seiten nur das erste kapitel (vokale in starktoniger 
Stellung) der ganzen abhandlung, die auch den konsonantismus, 



XIV. V. Sprachgeschichte und grammatik. 13 

quantitäts- und akzentverhältnisse, Chronologie der lautlichen er- 
scheinungen bringen soll, die arbeit strebt in der anordnung der 
lexikologie und der historischen lautlehre gleichermaßen gerecht 
zu werden. 

74. Axel Kock, Umlaut und brechung im altscbwedischen 
eine Übersicht. III, s. 83 — 116. (programm.) Lund 1913. forts. 
zu Jsb. 1912,14,122. — der r-umlaut ist im westnord. durch- 
geführt, auf ostnordischem gebiete nur im gutnischen und in der 
modernen Dalmundart. der palatalumlaut mit folgendem palatalvokal 
ist im westnordischen beim a durchgeführt, bewirkt durch ä;, g, ng, 
z. b. tekinn zu taka, im ostnordischen ist er ziemlich selten, tritt 
aber auch bei anderen vokalen auf, z. b. Tyke = awestn. Töki 
und zwar auch wenn vor dem palatalen laut ein r oder s stand, 
z. b. Esger = Ageir, Th0rkill = pörkell. infortissilben haben keinen 
Umlaut, wohl aber solche mit semifortis, z. b. haerepe *gau'. aber 
auch ein in semifortissilbe stehender laut kann umlaut bewirken, 
z. b. Gijth'wrne. — langes i bewirkt keinen umlaut, z. b. lofliker. 
— verwandt mit dem umlaut sind folgende erscheinungen im alt- 
schwed. a^i zu i^i, z. b. pighia =^ aisl. pegia. (Gr.) 

75. Axel Kock, En notis. Arkiv 29,386. — die formen 
des zw g0r(v)a sind vielfach beeinflußt durch die fortisstellung als 
hilfszeitwort, und so ist namentlich zu erklären der «<;-verlust. (G.) 

76. A. B. Larsen, Om vokalharmonie, vokalbalangte og 
vokaltiljsevning i de norske bygdemaal. (Kristiania videnskapselskaps 
forhandlinger for 1913 nr. 7.) Kristiania, Dybwad i. komm. 35 s. (G.) 

c) Wortlehre und wortheugung. 

77. "Wilhelm Cederschiöld, Studier över genusväxlingen i 
fornvästnordiska och fornsvenska. Göteborg 1913. 3 kr. inaug- 
diss. zu Uppsala. (Göteborgs kungl. vetenskaps och vitterhets- 
sannhälles handlingar. fjärde fölgden XIV.) — behandelt im 
wesentlichen an der band der vorhandenen lexika die einzelnen 
Wörter, bei denen genuswechsel belegt ist und zwar I. die masku- 
linen und neutralen a-stämme. II. einsilbige a- und o-stämme mit 
langem vokal. III. neutrale a-stämme und feminine o-stämme. 
IV. maskuline t-stämme und neutrale a-stämme. V. feminine 
-i-stämme. VI. die schwachen neutra. VII. feminine «w-stämme 
und neutrale m-stämme. VIII. einsilbige konsonantenstämme. — 
ein exkurs bespricht das indoeuropäische suffix tro urg. pra im 
westnordischen. 

78. Olof Ostergren, Möjligt och omöjligt i den spräkliga 
utvecklingen. Spräk och stil. s. 203. — untersucht einige durch 
grammatiker oder dichter vergangener Jahrhunderte eingeführte 



14 XIV. Nordisch. 

grammatische neuerungen der formenlehre und des Wortschatzes 
auf ihre durchführbarkeit und organische berechtigung. 

79. Olof Östergren, Första konjugationens singulara impe- 
rativ. Spr&k och Stil. s. 138—144. Uppsala 1913. 

80. Emil Olson, Till frägan om uppkomsten av den s. k. 
tredje svaga konjugationen i svenskan. Arkiv 29,215 — 235. — 
durch lautgesetzliches verstummen von d im altschwed. fedlia ist 
das präsens dieses typus mit dem von fly(a) zusammengefallen und 
so wird auch im präteritum eine form durchgeführt, nämlich nach 
födde zu fßdde auch flydde statt des alten flype. (G-.) 

81. Emil Olson, Studier över pronominet den i nysvenskan. 
VIII, 118 s. Lunds universitets ärskrift. (G.) 

d) Satzhildung. 

82. H. Logeman, Det saakaldte passive nutidspartizip i 
norsk og i beslaegtede sprog. Arkiv 30,17 — 42. 

83. G. L ar s n-H ö g s b 5^ , Temporal satsf ogning i f ornsvenskan. 
Lund 1913. — zur altschwedischen syntax, die bisher nur spärlich 
mit arbeiten bedacht ist, bietet die schrift an der hand von un- 
vollständig benutzten altschwedischen texten das folgende: I. para- 
taxe. II. temporale konjunktionen. III. tempus, genau nach der 
reihenfolge der behandelten konjunktionen angeordnet. IV. modus. 
V. historische entwicklung der temporalen Satzverbindungen im 
altschwedischen, Verhältnis von parataxe und hypotaxe. — bespr. 
von A. Lindquist, DLz. 1915,21,1078 f. 

3. Mundarten. 

84. Askersmälets Ijudlära. Stockholm, Akademisk avhand- 
lung av Marius Bergström. 1913. 74 s. — der bezirk Asker 
liegt im östlichen Nerike, westlich von Södermanland. lautlehre 
mit phonetischer Umschreibung nach Lund eil und Noreen; kurze 
behandlung des expiratorischen akzents, der quantitätverhältnisse 
und des 'musikalischen akzents'. 

85. Georg Flom, Semological notes on old scand. 'Flik 
and derived forms in the modern scandinavian dialects'. JEGPhil. 
12,78—92. 

4. Syntax. 

86. E. Sievers, Zur nordischen verbalnegation, idg. for- 
schungen, bd. 31, s. 335 — 353. — sollte ursprünglich den zweiten 
teil von der Sieverschen abhandlung 'Zur technik der Wortstellung 
in den Eddaliedern' (abhandlungen der kgl. sächs. ges. der Wissen- 
schaften 27,1909) bilden, ausgehend von den versuchen zur her- 
stellung der verderbten stelle in Häv. 36 und 37: |)6tt litit se 



XIV. VI. Literaturgeschichte. 15 

durch einsetzang eines negierten ausdrucks untersucht S. die 
Stellung der verbalnegation und stellt fest: bei eingangs- oder 
binnenstellung des einfachen -a, -at, -t herrscht die dritte person 
vor, bei endstellung tritt sie hinter der ersten und zweiten zurück, bei 
der doppelnegation ne, a, -at, -t hat die dritte person vorherrschend 
endstellung, bei einfachem ne kommt eingangs- und binnenstellung 
nicht vor. — eine optativform, die nicht mehr als zwei silben hat, 
drängt sich in solchen Sätzen nach dem ende hin; also müßte die 
konjektur Arkiv 25,1907 — vgl. Jsb. 1908,4,164 — wenigstens 
geändert werden zu pött breitt ne seit. (G.) 



Tl. Literaturgeschichte. 

1. Westnordische literatur. 

a) Eddalieder. 

87. Edda von E. Genzmer, Heldendichtung. 1. band. Jena, 
Diederichs. 1912. — bespr. von F. Jonsson, Arkiv 30,227—229. 
(vgl. Jsb. 1912,14,168.) — starke bedenken gegen die anläge, die 
die Ordnung des codex regius verlassen hat, die Übersetzung selbst 
gelobt, anerkannt von H. Lohre, ZfVk. 23,333. Genzmer gegen 
Gering gerechtfertigt durch G. Neckel, AfdA. 36,108—110. 
H. Jantzen will LE. 15,793 — 794 Genzmer neben Gering als 
Übersetzer gelten lassen, abgelehnt von H. Gering, ZfdPh. 44, 
491 f. bespr. von -bh-, Zbl. 64,481. 

88. E. Brate, V(?luspa. Arkiv 30,43 — 61. — einzelheiten 
zur Chronologie, interpretation und zur frage, ob christliche oder 
heidnische Verfasserschaft. — vgl. Jsb. 1912,18,76. 

89. Gustav Neckel, Island und die Edda. GRM. 5,512— 527. 
— führt aus wie die eddische Überlieferung durchaus — trotz 
einzelner beeinflussungen — germanische kultur, germanische denk- 
weise wiederspiegle, meint dann, die heldenlieder mit ihren freieren 
metren seien umdichtungen südgermanischer vorlagen und hätten 
ihrerseits erst die dichtung der götterlieder in ihren strengeren 
metrischen formen veranlaßt und schließt mit einer empfehlung von 
Genzmers Übertragung. (G.) 

90. Die lieder der älteren Edda (Ssemundar Edda), hrsg. 
von Karl Hildebrand, völlig umgearbeitet von Hugo Gering, 
dritte aufläge = Bibliothek der ältesten deutschen literaturdenk- 
mäier. VII. band. Paderborn, Schöningh. 1912. XXVI,483 s. 
8^. 8 m. — neuauflage von Jsb. 1906,4,62, eingerichtet nach den 
nämlichen grundsätzen unter berücksichtigung der neuesten kritik, 
metrik und Sprachherstellung, die verse in langzeilen, unter dem 



16 XIV. Nordisch. 

texte der variautenapparat, im vorwort die begründung der text- 
lierstellimg und die auseinandersetzung mit den gegnern, vor allem 
Heusler. 

91. ß. M. Olsen, Till Eddakvadene. Arkiv 30,129—169. 
I. Til VQluspii: interpretation von v. 2,5 — 8; v. 34,5 — 8; v. 46 — 47; 
V. 50—52; V. 56. 

92. Magnus Olsen, Spredte bemerkninger til Eddadigte. 
festskrift til prof. Alf. Torp, 27. 9. 1913, s. 115—121. 1. Skir- 
nismäl str. 19 sind die epli ellifu vielleicht so zu erklären, daß 
ein epli ellilj^f — vgl. Iduns verjüngende äpfel — mißverstanden 
und in beziehung zur elfzahl der äsen nach Baldrs tod gebracht 
wurden. 2. Lokasenna str. 47 heißt es 'qIs ertu Loki' gegenüber 
'aerr ertu Loki' 21 und 29, weil Heimdall beobachtet hat, daß 
Loki nicht infolge irrseins, sondern nur wegen rausches sich so 
benimmt. 3. Sigrdrifumäl str. 6 — 13 spiegeln eine andere anord- 
nung wieder als die entsprechenden der VqIs. s. 20. 4. Til Sigur- 
darkvida en skamma (s. 119) sollte nicht 23,62 sal statt stad zu 
lesen sein. v. 36,10 ist statt eiga selldac zu lesen eigu seldi. 
67,5 ist wohl at hofI)om eher analogie zum plural f6tum als mit 
Gering (vollst, wb. 504,37) ein alter instr. sg. auf -mi. (G.) 

93. frj^mskvida, Hymiskvida, In dem aufsatz 'der 
steinerne himmel'. (Idg. forsch. 32,23 — 57) sagt Hans Reich elt, 
s. 52 ff. J)rkv. setze den mythus voraus, daß prymr, an dessen 
stelle pörr als gott getreten ist, mit seinem hammer durch zer- 
schlagen des steinernen himmels regen und sonne befreit habe und 
daher Freyja, die Personifikation beider, zur frau beanspruche. 
|>6rr aber, der gewaltige gewittergott, gewinnt den hammer für 
sich und erschlägt damit den rechtmäßigen besitzer. und auch 
Hymir, dessen schädel zerschlagen werden muß, sei der steinerne 
himmel. (G.) 

94. Sämunds Edda översett frän isländskan av Erik Brate. 
Stockholm, Nerstedt & söner. 1913. 6 kr. 

bj Skalden und rimur. 

95. Carmina scaldica, Udvalg af norske og islandske 
skjaldekvad ved Finnur Jönsson. K0benhavn 1913. 127 s. — 
lediglich abdruck des kritisch hergestellten textes der schönsten 
und wichtigsten skaldenlieder, auch einiger lausavisur zum ge- 
brauch bei Vorlesungen. (G.) 

96. Finnur Jönsson, Rimnasafn, samling af de seldste is- 
landske rimer. udgivet for samfund til udgivelse af garamel nor- 
disk litteratur. 7. hsefte. K0benhavn, S. L. M0llers bogtrykkeri. 
1913. bringt die Hjälmjjersrimur, die S^rlarimur, Grims rimur ok 
Hjälmars und die (jlfhamsrimur I — VI. — vgl. Jsb. 1912,14,180. 



XIV. VI. Literaturgeschichte. 17 

97. Finnur J6nsson, Lilja Eysteins Asgrimssonar ütgefin. 
Kopenhagen 1913, 

98. Magnus Olsen, Om Harald Haarfagres kongsgaarde en 
tekstrettelse til Haraldskvsedi, str. 5,2. Maal og minne 1913, 
66 — 72. — lies statt des rätselhaftem '{)anns a kvinn um byr' 
vielmehr |)anns a Kgrmtu byr, worunter Haralds hof Qgvaldsnes, 
jetzt Avaldsnes paa Karm0en gemeint sei. (G*) 

99. Finnur Jönsson, En norske-islandske Skjaldedigtning 
h. 3, A — B. Kopenh., Gyldendal. 1912. — bespr. von L. P ine au, 
Rev. crit. 75,171. 

100. Bj. M. Olsen, Zu Gerings aufsatz: beitrage zur kritik 
und erklärung skaldischer dichtungen, (ZfdPs. 44,133 ff.) ZfdPh. 
45,60 — 62. — ergänzung zu Sighvats Austrfararvisur str. 20, zu 
Egill Skallagrimsson Aribjarnarkvida 10,2 a, zur 2. lausavisa des 
J>orbJ9rn Brimason, zur 2. lausavisa des BJQrn Hittdoelakappi, zur 
3. Strophe des SQidrarkvsedi von Sküli |>orsteinsson, zur sexstefja 
des pjodölfr str. 30,8. 

101. B. M. Olsen, Zu den gedichten von Sighvatr J>ordason. 
ZfdPh. 45,56 — 59. — behandelt Lausavisur 30 und Nesjavisur 10, 
5—8. 

c) Poetik. 

102. Rudolf Meißner, Über eine gruppe von kenningar für 
mann und frau. ZfdA. 54,25 — 60. — stellt diejenigen kenningar 
für 'mann und frau' zusammen, die mittels götternamen und 
götterbezeichnungen wie os5, dis gebildet sind, und stellt daraus 
fest: die vor der einführung des Christentums schon hoch aus- 
gebildete technik der kenningar läßt nach ihr diejenigen mit götter- 
namen zurücktreten, wenn sie auch infolge der tradition nicht ganz 
verschwinden, erst später werden sie infolge des erwachenden 
interesses an mythologie wieder häufiger. (G.) 

dj Saga. 

a) tslendingasaga und verwandtes. 

103. Grönländer- und Eäringergeschichten, übertr. von 
E. Mendelsohn. (Thule, bd. 13. Jena, Diederichs.) — sehr 
gelobt von H. Jantzen, LE. 15,1449—1450. ~ vgl. Jsb. 1912, 
14,181. 

104. Geschichte von dem starken Grettir. (Thule, 
bd. 5.) hrsg. von Felix Niedner. Jena, Diederichs. 1913. — 
übertragen von Paul Herrmann und sieben geschichten von den 
Ostlandfamilien. (Thule, bd. 12.) übertragen von Gustav Neckel. 
im ganzen günstig bespr. von H. Naumann, DLz. 34,3111 — 3113. 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) II. Teil. 2 



18 XIV. Nordisch. 

105. Die geschichte vom skalden Egill. (Thule, bd. 3.) 
übertragen von Felix Niedner. Jena, Diederichs. 1911. — vgl. 
Jsb. nÜ 2, 14,182. — bespr. von H. Gering, ZfdPh. 44,489—497. 

— beliauptet Übersetzungsfehler, wendet sich gegen die Verdeut- 
schung der Ortsangaben und — gegen Andreas Heusler, sowie 
gegen den Übersetzer der eddischen heldenlieder Genzmer. — 
bespr. von H. Schneider, AfdA. 36,212—220. 

106. W. A. Craigie, The icelandic sagas. Cambridge, Uni- 
versity press. 1913. — bespr. von L. Pineau, Rev. crit. 76, 
309—310. 

107. J. W. Hartmann, The G^ngu-Hrolfssaga. a study in 
Old Norsc Philology. (Columbia University diss. 1912.) — bespr. 
von L. M. Hollander, MLN. 28,254. 

108. Die geschichte von den leuten aus dem Lachswassertal, 
mit zwei beilagen übertragen von Rudolf Meißnei'. Jena, Diederichs. 
1913. 111,237 c. (Thule, bd. VI.) — bespr. von Dr. N., Zs. f. 
bücherfr. n. f. 5, beiblatt 373—374. 

109. Zwei Isländergeschichten, die H0nsna{)öressaga 
und die bandamannasaga mit einleitung und glossar hrsg. von 
Andreas Heusler. 2. verb. aufl. (vgl. Jsb. 1912,4,114.) Berlin, 
Weidmann. LXIV,163. 8^. 5 m. — bietet feinere regulierung 
der Orthographie, mustergültige diakritische Interpunktion für päda- 
gogische zwecke, stark veränderte und vertiefte einleitung, be- 
reichertes glossar. 

110. Die saga vom Preysgoden Hrafnkell aus dem alt- 
nordischen übertragen von Erich von Mendelssohn. Leipzig, 
Inselbücherei. 1913. nr. 29. Öls. text und 3 s. nachwort. 0,50 m. 

— bis auf einzelne mißverständnisse, z. b. s. 47 'nimmt ihn' statt 
'macht sich ans werk' und die aus Thule herübergenommenen 
schrecklichen namenübersetzungen — recht gute Übertragung. (G.) 

ß. Konungasaga — annalen. 

111. Die geschichte von Hakon, dem söhne Hareks (die 
sage vom Gang nach dem eisenhammer in einer altnordischen 
überlief ei'ung des 14. jahrh.). übersetzt von Ad. Dreßler. Grenz- 
boten 72,4,212—222. 

112. Sigurdur Nordal, Orkneyingasaga udgivet for samfund 
til utgivelse af gammel nordisk litteratur. K0benhavn, S. L. M0llers 
bogtrykkeri. 1913. 1. hsefte, geht bis kap. 56; Prä Pdli jarli. 

113. Noregs konnunga sogur. Eirspenill, AM. 47, fol. Magnus 
g6di, Häkon gamli. udgivet af den norske historiske kildeskrift 
kommission ved Finnur Jönsson. f0rste hefte. Kristiania, Th0mtes 
bogtr. 1913. 128 s. 8^'. (G.) 



XIV. VI. Literaturgeschichte. 19^ 

114. Det Arnamagnseanske haandskrift 81a fol. (Skalholtsbök 
yngsta) indeholdende Sverrissaga, BQglunga sQgur, Hakonar saga 
Hakonarsonar udg. af den Norske historiske kildeskriftkommission 
ved A. Kja^r. h. 1, 2. Kristiania 1910/11. s. 1—480. — bespr. 
von G. Neckel, DLz. 34,1061—1062. 

y) Fornaldarsaga — romantische und lygisaga. 

115. A. Leroy Andrews, Studies in the rorualdars(jgur 
Nordrlanda. MPhil. X,601— 630. — vgl. Jsb. 1912,14,196. — the 
sources of the Hrömundarsaga Gripesonar sind zunächst eine ur- 
alte schon bei Saxo nach isl. quelle erzählte sage vom Zweikampf 
im grabhügel. (G.) 

116. A. Otto Puschnig, Die Ragnar Lodbroksaga in der 
deutschen literatur. Jsb. d. k. k. staatsoberrealschule in Laibach 
1910. — bespr. von G. Neckel, AfdA. 36,303 und vernichtet. 

ej Gelehrtes altisländisches Schrifttum. 

117. G. Neckel, Zum Stockholmer homilienbuch. Beiträge 
38,459 — 500. — 'von einem guten teil der im homilienbuch ent- 
haltenen stücke steht fest, daß ihre sprachlichen differenzen im 
wesentlichen aus den vorlagen stammen und nicht etwa auf dem 
verschiedenen dialekt oder der verschiedenen Schreibgewohnheit der 
einzelnen Schreiber beruhen', der inhaltliche aufbau wird erörtert, 
die quellenfrage wird gestellt: 1. für die nativitas sancte Marie, 
deren quelle nahe verwandt war mit dem evangelium de nativitate 
Mariae, aber nicht mit ihr identisch gewesen sein kann. N. weist 
ferner auf wirkliche Übereinstimmungen im Innern zwischen homi- 
lienbuch und pseudo-Matthaeus. die quelle hatte also 'den rahmen 
mit dem evangelium (N) und den grundriß mit dem pseudo- 
Matthaeus (M) gemeinsam.' das Verhältnis wird näher durch Neckel 
bestimmt, dem norrönen Übersetzer wird seine vorläge aus Eng- 
land und vielleicht weiterhin aus Frankreich zugeflossen sein. 
2. für die adventshomilie, deren größter teil übersetzt ist aus einer 
der dem Augustin zugeschriebenen predigten: 'de adventu domini'. 
die stilistischen abweichungen des isl. textes vom lateinischen 
werden zusammengestellt. 

118. W. van Eeden, De codex Trajektinus van de Snorra 
Edda. Academisch proefschrift ter verkrijging van den graad van 
Doctor in de Nederlandsche letteren aan die universiteit van 
Amsterdam. Leiden 1913. 156 s. Boer und Einnur Jönsson 
sind die paten der arbeit, die in der Universitätsbibliothek zu 
Utrecht befindliche papierhandschrift wird beschrieben und ihr Ver- 
hältnis zum wormianus und regius bestimmt, dann werden W, r, T 
dem Uppsaliensis gegenüber gestellt und das resultat der bis in 

2* 



20 XIV. Nordisch. 

alle details durchgeführten Untersuchung festgestellt, einige stellen 
der Gylfaginning, Skaldskaparmdl, Hättatdl werden besonders durch- 
genommen, dann folgt der abdruck, der diplomatische treue anstrebt. 

119. Kr. Ktilund, En islandsk vej viser vor pilgrimme fra 
12. ärhundrede. Aarb0ger 1913,51 — 105. — dänische Übersetzung 
von und eingehender kommentar zur Landafredi in cod. AM. 194. 
80. (G.) 

120. Die prosaische Edda im auszuge nebst V^lsungasaga 
und Nornagestspdttr. mit ausfühi'lichem glossar hrsg. von E. Wilken. 
2. aufl. 2 bde. Paderborn, Schöningh. 1912/13. — bespr. -bh-, 
Zbl. 64,1306—1307. — vgl. Jsb. 1912,14,201. 

2. Dänische literatur. 

121. J. Paludan, Fransk-Engelsk indflydelse paa Danmarks 
literatur i Holbergs Tidsalter. Kj0benhavn, Nationale forfatteres 
forlag. 1913. 511 s. — zum vorteil des Werkes werden die 
französisch-englischen einflüsse nicht isoliert behandelt, wie es der 
titel vermuten läßt, vielmehr geht der vf. ausführlich auf die be- 
ziehungen zwischen Deutschland und Dänemark und zwischen 
Italien und Dänemark ein, was dem gesamtbilde zugute kommt, 
von den Engländern sind die namen Bacon, Fielding, Hobbes, 
Locke, Milton, Newton, Pope, Richardson^ Swift am stärksten ver- 
treten, von den Franzosen Batteux, Bayle, Boileau, Montaigne, 
Moliere, von den Deutschen Lohenstein, Hofmannswaldau, Leibnitz, 
Pufendorf, J. E. Schlegel, Thomasius, Gottsched, die erwähnten 
namen zeigen schon, daß der vf. philosophie und allgemeine geistes- 
wissenschaften ebenso in sein bereich zieht wie die dichtung und 
poetik. 

122. J. Paludan, Danmarks litteratur i Holbergstiden med 
Henblick til den svenske von J. Paludan. Kj0benhavn 1913. — 
das buch ist als grundlage für Universitätslehrer gedacht, es gibt 
einen namentlich auch für ausländer sehr brauchbaren abriß über 
die geistesentwicklung Dänemarks zu Holbergs zeit (1684 — 1754). 
theologie, philosophie, rechtswissenschaft, geschichtsschreibung, 
spräche, dichterische theorien usw. werden kurz skizziert, überall 
auch Holbergs Stellung in betracht gezogen, ausblicke auf Schweden 
runden die einzelnen paragraphen ab, die gelegenheitspoesie, Volks- 
kunst, Satire im epos und roman sind knapp angegeben, auch die 
einflüsse fremder literaturen, namentlich der französischen (nicht 
Corneille, Racine, sondern Moliere und Boileau) sind gewürdigt, 
erst die beschreibung der dänischen komödie läßt Holberg in einer 
auch dem deutschen geläufigen form hervortreten, zum Schluß er- 
halten wir eine zuverlässige biographie und eine bibliographie 
seiner werke. 



XIV. VI. Literaturgeschichte. 21 

123. Sigurd H0st, Om Holbergs historiske skrifter. Bergen, 
John Griegs forlag. 1913. — Holbergs Jugendarbeiten, erste an- 
regungen durch Pufendorf, quellen zu seiner einführung in die ge- 
schichte der europäischen reiche und seine literarischen Streitig- 
keiten, seine introduktion til Naturens og Folke Rettens Kundskab, 
13 jähre später als das ebengenannte werk folgt Danmarks og 
Norges beskrivelse, dessen soziale anschauungen vor allen be- 
trachtet werden. Holbergs Verhältnis zum nordischen altertum, 
seine Stellung zu den geschichtsschreibern des in- und ausländes 
wird bei betrachtung von Danmarks historie herangezogen, es 
folgt Borgens beskrivelse. die kirchengeschichtlichen ansichten 
stehen schroff im gegensatz zur mystik Gottfried Arnolds. 

124. Viljam 01s vig, Holberg og England. Kristiania, For- 
lagt av Aschehong og co. 1913. — auf grund eigener Studien im 
British museum und besonders in 'Bodleian library' beschreibt der vf . 
Holbergs abreise nach London und Oxford; eine Schilderung Lon- 
dons folgt; dann werden uns Holbergs leben und Studien in Ox- 
ford 1706 — 1708 mit breitester Übermittlung auch der norwegisch- 
dänischen Studentenverzeichnisse vorgeführt. Holberg und die 
musik, seine Schriften über England, seine geschichtsstudien, 
innere und äußere politische Verhältnisse des damaligen England, 
die religiösen bewegungen der zeit, das alles findet man hier, 
der letzte teil des buches gilt der Wandlung, die Holbergs Ver- 
hältnis zu England in späterer zeit durchgemacht hat. das breit 
angelegte buch gibt viel mehr über England um 1700 als über 
Holberg. 

125. Chr. Knudsen, Dansk og dansk-norsk litteratur för 
1500. Svendborg. 1,25 kr. 

126. M. Lorenzen, Gammeldanske kr0niker, udgivne for 
Samfund til udgivelse af Gammel Nordisk litteratur. 3. hsefte. 
K0benhavn 1913. — fortsetzung der 1887 begonnen, 1911 weiter- 
geführten edition. enthält sagnkr0nike i Stockholm, runekr0niken 
efter codex runicus, kongetallet A — E. ausführliches register der 
personen-, Völker- und städtenamen. 

3. Schwedische literatur. 

127. Eredrik Sandwell, Petter Lagerlööfs 'Paaminnelser och 
anmerkningar' til Spegels 'Thet öpna paradis'. Spräk och stil. 
s. 1 ff. — ■ der Sprachforscher Lagerlööf hat die anmerkungen 
1692 verfaßt, das manuskript ist in der Uppsalaer Universitäts- 
bibliothek. Spegel erkannte die sprachliche autorität L.s an und 
machte sich die anmerkungen für spätere auflagen zunutze, die 
abgedruckten anmerkungen behandeln akzent, reim, wortgebrauch, 
Sinnesinterpretation und Orthographie. im anschluß daran wird 



22 XIV. Nordisch. 

über den akzent zwei- und dreisilbiger komposita im schwedischen 
des 17. jahrh. gehandelt und L.s Verdienste um die neuschwedische 
metrik hervorgehoben. 

128. Th. Hjelmquist, Nägra stallen hos Wiwallius. Arkiv 
29,236 — 255. — bringt textverbesserungen zu Schucks ausgäbe 
der Schriften des "Wiwallius und zwar I. zu den texten, die in 
Wiwallius biographie stehen, II. zu den besonders edierten dikter. 

129. Sigurd Erixon, Spräk och stil. s. 155. Nägra an- 
märkningar tili Nil Edens upplaga av Peder Swarts krönika cm 
Gustaf I. — ein paar bessere lesungen werden zum text angegeben. 

130. Josua Mjöberg, Leopold Egle och Annett, Bidrag tili 
en saklig och spräklig kommentar. Spräk och stil. s. 110. — be- 
sprechung der besten heitern volkserzählungen des gustavianischen 
Zeitalters. 

131. Josua Mjöberg, Strödda textförklaringer. Spräk och 
stil. s. 158. — kommentiert werden zwei stellen aus Bellmanns 
dichtungen (Fredmans sang nr. 35, Eredmans epistel nr. 39), ein 
vers aus der medea von Lidner, ferner stellen aus den werken 
von Leopold, Kellgren, Tegner. 

132. Olof Östergren, Ett par uttryk i en dikt av fru 
Lenngren. Spräk och stil. s. 145 — 154. — die verschiedenen aus- 
gaben des 'Gubben Didrik' werden verglichen, einzelne ausdrücke 
erläutert. 

133. Matthias Feuk, Nybildade adjektiv och adverb hos 
Eröding. Spräk och stil. s. 124. — auf Zählung der neubildungen, 
einwirkung von Strindbergs und Heines Nordseebildern und andern 
dichtem wie Lenau, Chamisso, die durch seine eigenen Über- 
tragungen Eröding nahestanden, gründe der anwendung werden 
namentlich aus der metrik hergeleitet, einfluß auf jüngere dichter! 

134. Birger Nerman, Studier över Svärges Hedna litteratur. 
inaug.-diss. Uppsala 1913. — versuch Schwedens vorchristliche 
literatur durch sprachliche, literarhistorische, archäologische metho- 
den zu rekonstruieren, außer in Schweden selbst haben wir die 
quellen in der anglosächsischen, finnisch-lappischen, dänischen und 
westnordischen literatur zu suchen: es sind u. a. runeninschriften, 
bildliche darstellungen, späte balladen, der Beowulf. Bei Saxo wird 
gegen Olrik stärkerer direkter schwedischer einfluß erwogen; 
Ynglatäl, EornaldarsQgur, die schwedischen bestandteile werden 
untersucht in den kapiteln: I. Baldersagans älsta form. IL Bra- 
vallaslaget i dikten och värkligheten. III. Dioskursagan. en ny 
Version. IV. Starkad och Svärge. V. Svenska sköldmösagor. 
VI. Hjalmar sagan. VII. Bosasagan. 



XIV. VII. Verslehre. — VIII. Götter- und heldensage. 23 

TU. Verslehre. 

135. Erland Hjärne, Den sapfiska strofen i svensk vers- 
konst. Strödda bidrag til en historisk. Spräk och stil. s. 275. — 
behandelt Kellgrens strophenschema und die seiner Vorgänger, 
sowie einige einige versuche des 17. und 18. jahrh., die noch ge- 
naueren anschluß an den klassischen strophenbau anstrebten. 

136. Gud. Björnson, Nokkur ont um islenzkan Ijödaklid. 
Skirnir, Tunavit hins isl. bokmf. 87,339 — 357. — ausgehend von 
altertümlichen Vortragsweisen für Grylukvsedi u. a. glaubt vf., daß 
auch das dröttkvsett mit dehnung der letzten hebung über zwei 
takte vorgetragen wurde und darum mußte sie stets auf eine lange 
silbe fallen; die fornyrdislagstrophen sind in vier Sätzen von je 
zwei dipodien zu sprechen, also in langzeilen zu schreiben, im 
Ijödahättr ist die vollzeile durch dehnung der mittleren hebung 
gleichfalls aufs maß von vier takten zu bringen, in dem meist aus 
fallenden dipodien bestehenden hrynhent ist die zeile durch dehnung 
der letzten hebung auf 5 takte zu sprechen, scheint mir aber 
den grundsätzlichen unterschied von sprechvers und gesangvers zu 
übersehen. (G.) 

137. Fredrik Sandwall, Petter Lagerlööfs 'paaminnelser 
och anmerkningar' til Spegel 'Thet öpna pai-adis'. Spräk och stil. 
s. 1 f. vgl. diesen bericht nr. 126. 

Till. Götter- und heldensage. 

138. Hjalmar Lindroth, Yggdrasils 'barr' schwiga grönska. 
Arkiv 30,218—226. erwiderung auf L. Fr. La ff 1er, Det evigt 
grönskande trädet usw. — vgl. Jsb. 1912,14,229. 

139. L. F. Läffler, Det evigt grönskande trädet i den 
fornnordiska mytologien och der fno. ordet 'barr', fisl. 'barr'. 
Arkiv 30,112 — 123. erwiderung auf Hjalmar Lindroths einwände. 

140. Wolf von Unwerth, Totenkult und Odinnverehrung. 
— vgl. Jsb. 1911,14,194 und 1913,14,228. — bespr. Arkiv 30, 
124 von Elof Hellquist. — samvetsgrannhet och besinning sehr 
gelobt. 

141. Finnur Jönsson, Godafraedi Nordmanna og Islendinga 
eptir heimildum. gefin iit fyrir framlög ür sjodi Margretar Leh- 
mann-Filhes af hinn islenzka bökmentafjelagi. Reykjavik 1913. 
111,159 s. — quellenmäßig, aber gemeinverständlich, ziemlich zurück- 
haltend gegenüber den neuen anschauungen derBugge, Bang usw. (G.) 

142. Wolf von Unwerth, Herzog Iron, PBB. 38,280—313. 
1912. — vgl. inhaltsangabe Jsb. 1912,18,99 und 1912,7,19. 

143. Birger Nerman, Studier över Svärges Hedna litteratur. 
inaug.-diss. Uppsala 1913. vgl. nr. 133. 



24 XIV. Nordisch. 

144. Hans Reich elt, Der steinerne himmel. Idg, forsch. 
32,23—57. vgl. nr. 93. 

IX. Yolkslied und yolksmusik. 

145. Danske viser fra adelsviseboger og fl3''veblade 1530 — 1630. 
udg. af H. Grüner Nielsen, med ordbog af Marius Kristensen. 
1. bind. Kopenh., Gyldendal. 1912. — bespr. -bh-, Zbl. 64,683. 

— vgl. Jsb. 1912,14,237. 

146. Gudmund Schütte, Vidrik VerIandss0n. — Vidigöja, 
D. St. 1913,182. — Vidrik Verlands söhn im dänischen Volkslied 
ist gleich dem Wittich der deutschen und dem Wudga der angel- 
sachsen dieselbe person wie Vidigöja Gothorum f'ortissimus, Jor- 
danis 65,101. (G.) 

X. Volkskunde. 

147. r. Jönsson, Oldislandske ordsprog og talemäder. Arkiv 
30,61—111 und 170—217. 

148. Paul Hermann, Inner- und Nordost-Island, erinnerungen 
aus meiner dritten Islandfahrt. Torgau, Torgauer druck- und 
verlagshaus, g. m. b. h. 1913. VII, 126 s. 3 m. — eine art fort- 
setzung zu des vfs. dreibändigem 'Island'. — vgl. Jsb. 1912,14,291. 

— gelegentlich heranzuziehen als erläuterungsschrift zu Austfir- 
dingasQgur. (G.) 

149. Tobias Norlind, Studier i svensk folklore. Lund, 
Gleerup. 1911. Lunds Universitets Arsskrift n. f. afd. bd. 7. — 
anerkennend bespr. von Johannes Bolte, ZfVk. 22,101 — 102. 

XI. Urgeschichte und altertumskunde. 

150. Th. V. Grienberger, Urnordisches arkiv 29, s. 353 — 372. 
1. die zwinge von Vi. 2. die brakteaten 49 und 49b. 3. zum 
brakteaten von Vadstene. 4. die inschrift von Huglen. 

151. Hjalmar Lindroth, Studier över de nordiska dikter 
na om runornas namn. Arkiv 29, s. 256 — 295, A. de väst- 
nordiska rundikterna I. översikt av det nya materialet. II. den 
norska dikten. III. de isländska friderlurna. IV, de Västnordiska 
rundikternas litterära historia. 

152. Alf, Torp, Til Rök-indskriften. Arkiv 29,345—352. 

— deutungen im anschluß an Bugges 'om Rökstenen'. 

XII. Kulturgeschichte. 

153. Vilh. Gr0nbech, Vor folkeat oldtiden, bd. 2, 3, 4. 
K0benhavn 1912. — bespr. von A, Heusler, ZfVk. 23,327—328. 

— 'die zusammenhängende lektüre wirkt wie eine lange betäubende 
Zauberlitanei und nur noch wie durch sieben schleier erspäht der 
bezauberte die sagamenschen, die einst, so schien es ihm, ganz 



XIV. XII. fCulturgeschichte. 25 

nah und in klarer mittagsluft vor ihm gespielt hatten'. H. ver- 
mag dem tiefsinn des vfs. nicht immer zu folgen und erblickt 
in dem vorchristlichen Germanen nicht dieses geheimnisvolle, un- 
faßliche, seines gottes volle, tiefdumpfe und zugleich aus lauter 
idee und nerv bestehende wesen. — angez. von -bh-, Zbl. 1912 
(37),1197 f. — bespr. von G. Neckel, ESt. 47,108—116. 

154. Mawer Allen, The vikings, Cambridge, University. 
1913. — bespr. von L. Pineau, Rev. crit. 76,309 — 310. 

155. W. Schulze, An. ganga medveri. ZfvglSpr. 45,325. 

— bezeugt durch sein med gegenüber den slav. 'za' 'hinter' einen 
wesentlichen unterschied in der auffassung der deductio virginis 
zwischen Slavobalten und Nordgermanen. (G.) 

156. Johannes Steenstrup, Kvindens stilling i Danmark 
rensessances og reformatonens tidsaldre. til E. Holm, s. 206 — 220. 

— renaissance und reformation haben in Dänemark ebensowenig 
wie wo anders die rechtliche Stellung der frau gebessert. (G.) 

157. Felix Niedn er, Islands kultur zur Wikingerzeit. (Thule, 
einleitungsband.) Jena, Diederichs. 1913. VI,190 s., mit 24 ans. 
und 2 karten. 4,50 m., geb. 6 m. — bietet dem nichtphilologen 
die grundlagen zum Verständnis der in Thule übersetzten denk- 
male nach ihrem gesamten wirtschaftlichen und kulturellen hinter- 
grund in 3 abschnitten: isl. Volkstum, das altisl. heldenzeitalter 
(930 — 1030), isl. vikingkultur. — im ganzen gelobt von W. Ra- 
nisch, DLz. 1913,2094 — 2098. angefochten wird die späte an- 
setzung des heldenromans. (G.) 

158. Gustav Neckel, Das Germanentum Altislands in der 
Zeitschrift 'Die tat'. V. Jahrg., heft 1, s. 101 — 104. — werbe- 
aufsatz für die von Niedner herausgegebene Sammlung ver- 
deutschter SQgur 'Thule'. das heidnisch-germanische altertum hat sich 
in Skandinavien von allen ländern am längsten bewahrt, die sagas 
'zeigen die bewegenden kräfte des germanischen altertums in so 
nahem abstand, wie keine andern quellen' der stil der saga, die 
spröde unrhetorische kunst, durch äußere zeichen wie färbe, gesichts- 
züge, gesten allein die seele ohne gefühlsmalerei sprechen zu lassen, 
wird besonders gewürdigt, keine gedankenzergliederung; knapp- 
heit der rede! fortleben in Björnsons bauerngeschichten. 

159. Hjalmar Ealk, Altnordisches Seewesen. Heidelberg 
1912. — vgl. Jsb. 1912,14,270. — anerkannt mit einem kurzen 
überblick über vorarbeiten von H. S., Aarsber. NFB. 155 — 157. — 
sehr gelobt mit kleinen berichtigungen von B. M. 0., Skirnir 87, 
176—183. (G.) 

160. Harry Fett, Vernet av fortidsmindesmerker. Aarsber. 
NFB. 7 — 37. — geschichte der denkmalsschutzbewegung mit nutz- 
anwendung auf Norwegen. (G.) 



26 XIV. Nordisch. 

161. B. E. B endixen, De tyske haandvaerkere paa norsk 
grund. Kristiania 1912. — vgl. Jsb. 1912,14,278. — angez. mit 
umfangi*eichen erörterungen zur geschichte des einheimischen hand- 
werks in Norwegen von Alexander Bugge, Norsk h. t. s. r. 2, 
222—234. (G.) 

162. Bogi Th. Meisted, Ferdir og annarra landa ä dögum 
{)jot!veldisins. safn til sögu Islands s. 689 — 816. — forts. zu Jsb. 
1911,14,259. — umfassend fahrten fremder nach Island in der 
sagazeit, dann ausreisen von Isländern in der 'friedens- und lite- 
rarischen zeit' (1030—1200). (G.) 

163. M. E. Seaton, A remark on Snorris Edda. Arkiv 
29,343. — die abkühlungsvorrichtung für pferde isarnkol in Gylf. 
hat eine parallele in Shirley's Triumph of peace 1630. (G.) 

164. H. F., Er ruinen i Newport et minde fra de vinlandske 
kolonister? Aarsber. NFB. 148 — 150. bericht über die betr. stelle 
bei Camille Enlart, Conference sur l'influence exterieure de l'art 
Normand. Ronen 1912, der nordischen Ursprung des bauwerks für 
möglich hält. (G.) 

165. Gustav Neckel, Island und die Edda. GRMon. 5, 
512 — 527. — vgl. diesen bericht nr. 89. 

XIII. Allgemeine Staats- und Terwaltungsgeschiclite. 

166. Karl Willgren, Zur agrargeschichte Schwedens im 
früheren mittelalter. Jahrb. für nationalökonomie und Statistik 
b. XLIV. Jena 1913. (G.) 

167. Ernst Mayer, Zur hundertschaft in Skandinavien (zu- 
gleich eine recht anerkennende besprechung von Sventunberg, 
Studier röronde Skandinaviens äldsta politiska indelning. Uppsala, 
Akademisk afhandling. 1911). Hist. Viertjs. 16,54—68. — die 
hundertschaft hat im norden bestanden und zwar aus 100 (10 X 12!) 
großhufen unter führung der geschlechtsältesten. (G.) 

168. Josef Sandström, De stäende skatterna in Svealand 
under medeltiden. Svensk h. t. 33,1 — 22. 

169. Magnus Olsen, Lidt en vestnorsk stormandsset i 
12te aarh. Norsk h. t. s. r. 2,181 — 189. — der vornehme junge 
Norweger, söhn eines Thurolfd und bruder eines Schdeir, der durch 
eine wallfahrt zum grabe des hl. Cuthbert am 30. april 1172 von 
einer schrecklichen krankheit geheilt wurde, gehörte der Sole-sett 
an, die von Thorolv Skjalgr abstammte und in der der name 
Skjalgr häufig war. in ihrem gebiete, in S0ndhordland liegt auch 
Kubbervig, 1668 Qubersvigen, der einzige hof, dessen name auf 
den des hl. Cuthberg zurückgeht. 



XIV. XIV. Kirchengeschichte usw. — XV. Rechtsgesctichte. 27 

170. William Christensen, Om nogle a£ det 15. ärhun- 
dredes betegnelser for adelsstanden. til E. Holm 38 — 51. — 
nachweis und etymologie von riddere og vsebnere, gode msend, riddere 
og svende, ridderskab, riddermandsmand, riddermode, knabe und 
svend. (G.) 

171. Syslumannasefir eptir Boga Benediktsson ä Stadar- 
felli med skyringum og victaukum eptir Hannes porsteinsson. 

IV. bd. 5. h. s. 521—632. forts. zu Jsb. 1912,14,280. — 

V. Vestmannseyjasysla und anfang von VI. Skaptafellsysla (G.) 

172. Hugo Pipping, ^Idre vöstgötalagens ordskatt samlad 
och ordnad. acta socitatis scientiarum fennicae. tom. XVII, nr. 4. 
Helsingfors, Finska litteratursälskapets-trykkeri. 1913. vgl. nr. 33. 

XIV. Kirchengeschichte — kalenderwesen. 

173. Vitae sanetorum danorum novam editionem criticam 
curavit M. Gl. Gertz, udgivet af selskabet for udgivelse af kilder 
til dansk historie. Kbh., Gad i komm. 1908/12. 558 s. 8". — 
vgl. Jsb. 1912,14,284. — das 3. (schluß)heft lobend angezeigt mit 
etlichen besserungsvorschlägen von C. W., Zbl. 1114 f. (G.) 

174. Tvo norr0ne latinske kvaede med melodiar utgjevne 
fraa Codex Uppsaliensis C 233 (saeculi XIII exeuntis) af Oluf 
Kolorud og Georg Reiss. avec un resume en franpais (traduction 
par T. Chauvin) utgift for H. A. Benneches fond. Kristiania, 
i komm, hos Dj^bwad. 1913. = Videnskapsselskapets skrifter II, 
hist.-filos. kl. 1912. nr. 5. VIII, 88 s. — ein Hymnus in honorem 
sancti Magni comitis Orchadiae und ein Carmen gratulatorium in 
nuptias Eyrici regis Norwagiae A. D. 1281, gleich dem übrigen 
inhalt (theologischen, memorialversen, ein paar rätseln u. ä.) ein- 
geleitet und abgedruckt von 0. K., während G. R. die melodien 
untersucht. (G.) 

XY. Rechtsgeschichte. 

175. Andreas Heusler, Zum isländischen fehdewesen in der 
Sturlungenzeit. (Abh. d. kgl. preuß. akad. d. wiss. 1912.) — vgl. 
Jsb. 1912,14,289. — bespr. von K. Lehmann, ZfdPh. 45,75—83. 
— bei hohem lob für die quellenbearbeitung im allgemeinen ab- 
lehnung der grundideen vom juristischen Standpunkt aus, sie 
werden als einseitig in ihrer Stellungnahme gegen das Gragasrecht 
bezeichnet. 

176. Andreas Heusler, Das strafrecht der Isländersagas. 
Leipzig, Duncker und Humblot. 1911. — bespr. von K. Leh- 
mann, ZfdPh. 45,75—83. — vgl. Jsb. 1912,14,288. 

177. Björn M. Olsen, Nokkvar athugasemdir üt af riti Einars 
Arnörssonar um rjettarstödu Islands. Skirnir 87,307 — 325. (G.) 



28 XY. Englische spräche. 

178. Adolf Jacoby, Zum Prozeßverfahren gegen die bösen 
geister. ZfVk. 23(1913),184 — 187. — das gerichtsverfahren gegen 
den spuk zu Frida, Eyrb. kap. 55, ist nicht mit Amira als zeugnis 
für einen nordgermanischen gespensterprozeß anzusehen; denn die 
niederschrift ist sicher vom kirchlichen dämonenexorzismus beein- 
flußt, da sie ja in die zeit von 1230 — 1260 fällt, was auch 
A. Franz übersehen hatte. (G.) 

179. N. Beckman, Studier tili västgötalagarnas historia. 
Arkiv 30,1 — 16. — XI. Ett daterbart stadgande i VGL. I. 
XII. Ytterligare om biskoplig och folklig lagstiftning. XIII. Kol- 
bränna. XIV. Stykket om kvarnar. 

180. Ludwig Larsson, Vad betyder vedbrödir? Arkiv 29, 
343 f. vgl. nr. 32. 

XYI. Musikgeschichte. 

181. A. Hammerich, Musik — mindesmserker fra middel- 
alderen i Danmark, med underst0ttelse af Carlsbergfondet. trykt 
i 100 nummererede eksemplarer. Kbh., Gad. 134 s. (G.) 

XTII. Verschiedenes. 

182. Diplomatarium islandicum. Islenzkt fornbrefasafn, 
sem hefir inni ad halda bref og gjörninga, doma og maldaga og 
adrar skrar, er snerta Island eda islenzka menn. gefid ut af hinu 
islenzka bokmentafelagi. VIII,4. Reykjavik 1913. s. I — XXXV 
und 839 — 1028. — schlußregisterheft dieses buches mit Urkunden 
bis zum jähre 1521. IX,3 Rkv. 1913, s. 769— 979, desgl. zu bd. IX, 
der nach nachtragen aus älterer zeit die Urkunden von 1522 bis 
mai 1536 umfaßt. (G.) 

Werner Richter. 



XV. Englische spräche. 

A. Allgemeines. — B. Wortschatz: 1. Wörterbücher. 2. Wortfor.schung. 

3. Namenforschung. — C. Grammatik: 1. Gesamtdarstellungen. 2. Ortho- 

episten. 3. Dialekte. 4. Lautlehre. 5. Formen- und wortbildungslehre. 

6. Syntax. 7. Stilistik. — D. Metrik. 

A. Allgemeines. 

1. C. S. Baldwin, Writing and speaking. London, Longmans. 

2. H. Bayley, The lost language of symbolism. an inquiry 
into the origin of certain letters, words, names etc. 2 vols. 386, 
396 s. London, Williams. 1912. 25/-. 



XV. B. Wortschatz. 29 

3. W. W. Skeat, The science of etymology. Oxford, 
Clarendon Press. 1912. XVIII,242 s. 4/6. — der meister der 
englischen etymologischen forschung erörtert in diesem noch kurz 
vor seinem tode erschienenen, anregend geschriebenen bände die 
Prinzipien seiner Wissenschaft, die ja nach langen jähren dilettan- 
tischen ratens jetzt auf solideren fußen steht, namentlich durch 
die Verdienste des New English dictionary. es kommt dem vf. 
darauf an, auf grund eines großen wortmaterials aus den ver- 
schiedensten sprachen allgemeine gesetze für die etymologische 
forschung aufzustellen. Skeats hauptverdienst ist dabei, daß er 
sich in erster Knie auf phonetische feststellungen stützt, das eng- 
lische steht im mittelpunkte der darstellung, aber auch romanische, 
sonstige germanische, keltische u. a. idg. idiome werden auf ihre 
eigenart untersucht, interessant sind die im 2. kapitel gebotenen 
acht richtlinien (canons) für etymologische forschung. Skeats buch 
stellt sich als eine methodik des faches dar, die aber auch dem 
erfahrenen forscher zahlreiche hinweise auf wenig beachtete zu- 
sammenhänge und noch unbebaute arbeitsfelder bietet. — bespr. 
von E. Ekwall, Anglia beibl. 24,129—133; MLN. 28,63. 

4. Rezensionen früher erwähnter werke: 1. L. P. Smith, 
The English language. — vgl. Jsb. 1912,15,2. — bespr. Athen. 
1912,1,494 — 496. — 2. 0. Jespersen, Growth and structure of 
the English language. — vgl. Jsb. 1912,15,6. — bespr. von 
E. Björkman, Anglia beibl. 24,193—195; G. Buchner, BfGw. 
48,255; A. Eichler, ZfRw. 28,163—164; E. Ekwall, ESt. 46, 
269—271. — 3. 0, Wendt, Enzyklopädie. — vgl. Jsb. 1912, 
15,5. — bespr. von A. Eichler, ZföG. 64,335—338. 

B. Wortschatz. 

1. Wörterbücher. 

5. The Oxford English dictionary, edited by J. A. H. Murray. 
Oxford, Clarendon Press, vol. VIII See — Senatory, Senatory — Sever- 
al, Several — Shaster; vol. IX Sleep — Sniggle, Snuggle — Sorrow, 
Th— Thyzle; vol. X Ti— Tombac, Tombai— Trahysh. — be- 
sprechungen einzelner teile: J. M. Garnett, AJPhil. 33,83 — 86; 
34,214—220; Athen. 1912,1,118,524—525; 1912,11,723—724; 
1913,11,30— 31; 483—484; NQ. 11,VII,78— 79,399— 400; 11,VIII, 
78—79,358—360. 

6. P. M. Roget, Thesaurus of English words and phrases. 
enlarged and improved by J. L. Roget. new edition by S. W. 
Roget. London, Longmans, Green and co. XLIV,671 s. 2/6. — 
die erste ausgäbe dieses bekannten buches erschien im jähre 1852; 



30 ^V. Englische spräche. 

söhn und enkel des vfs. haben die mit den fortschritten der lexi- 
kographie erforderlich gewordenen Umarbeitungen besorgt, so daß 
der bei seiner reichhaltigkeit erstaunlich billige band noch heute 
eine sehr wertvolle ergänzung zu jedem Wörterbuch darstellt, auf- 
gäbe des Wörterbuches ist es, für ein unbekanntes wort die von 
ihm vertretene idee zu vermitteln, der Thesaurus will dem um- 
gekehrten verfahren dienen: er hilft uns den sprachlichen aus- 
druck für einen gedanken finden, aber nicht durch die knappe an- 
gäbe eines wortes, sondern dadurch, daß er uns in einem größeren 
Zusammenhang die idiomatische ausdrucksweise für einen speziellen 
gedankenkomplex bietet, die anordnung ist deshalb nicht alphabe- 
tisch, sondern einzelne gruppen werden nach philosophischen ge- 
sichtspunkten geboten, das reichhaltige werk erfüllt naturgemäß 
seinen zweck in erster linie bei schwierigen Übersetzungen ins 
englische, ein fast genau die hälfte des buches füllender index 
führt dann alle veraeichneten werte noch einmal in alphabetischer 
folge vor. 

7. Webster' s New international dictionary of the English 
language. with thumb index, india paper edition. London, Bell. 63/-. 

8. Funk and Wagnall's New Standard dictionary of the 
English language. editors: J. K. Funk, C. Thomas, Fr. H. Vize- 
telly. 1 vol. New York and London, Funk and Wagnall. 

9. A modern dictionary of the English language. with 
Australasian Supplement. London, Macmillan, 1912. 2/-. 

10. Ch. Annandale, The concise English dictionary. with 
16 plates in colour. new ed. London, Blackie. 864 s. 3/6. 

11. The everyman cyclopaedia. edited by A. Boyle. vols. 
1 — 8. London, Dent. 1/- each vol. 

12. F. Köhler, Handwörterbuch der englischen und deut- 
schen spräche, gänzlich umgearbeitet von H. Lambeck. 42. aufl. 
2 teile. Leipzig, Reclam. X,634 und 629 s. 6 m. 

13. Just it. a good remembrance. over 5000 of the most 
useful words in our every day language. London, Williams. 1/-. 

14. Every day phrases explained. a collection of curious 
words and phrases in populär use, with their meanings and origins. 
London, Pearson. 2C8 s. l/-. 

15. G. Krüger, Des Engländers gebräuchlichster Wortschatz. 
2. aufl. Dresden, Koch. 1912. — neuauflage der gekürzten aus- 
gäbe des Systematical English-German vocabulary mit nur gering- 
fügigen Verbesserungen gegenüber der ersten, vor 7 jähren er- 
schienenen aufläge. — bespr. von J. Mellin, Anglia beibl. 24, 
213—214. 



XV. B. Wortschatz. 31 

16. Fr, K. Walter, Abbreviations and technical terms used 
in book catalogues and in bibliographies. Boston, Book co. 1912. 
XI,167 s. 6/-. 

17. C. A. Thimm and W. von Knoblauch, German techni- 
cal words and phrases. 2nd. ed. London, Marlborough and co. 
241 s. 2/6. — handliches, an reichhaltigkeit mit den meisten der 
umfangreicheren werke wetteiferndes englisch-deutsches und deutsch- 
englisches Wörterbuch, selbst die neuesten gebiete der technik 
und des handeis sind berücksichtigt, klarer, großer druck. 

18. J. Pulver, Dictionary of musical terms, a handbook 
of definitions and descriptions. Cassell. 224 s. 6 d. 

19. C. W. M. Grein, Sprachschatz der angelsächsischen 
dichter, unter mitwirkung von F. Holthausen, neu hrsg. von 
J. J. Köhler. Heidelberg, Winter. 1912. (Germanische biblio- 
thek hrsg. von W. Streitberg. 14,4.) — es ist sehr zu be- 
grüßen, daß der lange vergriffene, aber noch heute unentbehrliche 
'Sprachschatz' in neuer bearbeitung aufgelegt worden ist. Köhler 
ist in der anordnung der worte mit gutem gründe von Grein ab- 
gewichen: nicht mehr die vokalquantität und die Scheidung von 
monophthongen und diphthongen sind das prinzip der anordnung, 
sondern streng alphabetische folge; nur die komposita mit unbe- 
tontem präfix (außer -un) machen eine ausnähme, auch die ände- 
rungen der Schreibung (iv statt v, ea statt ed, längestrich statt 
des Zirkumflexes) sind sicherlich eine Verbesserung, so bedeutet 
die neubearbeitung einen wirklichen fortschritt, wenn auch der 
'Sprachschatz' so lange nicht als eine abschließende darstellung 
gelten kann, als von der mehrzahl der altenglischen denkmäler 
keine kritischen ausgaben vorliegen. — bespr. von M. Traut- 
mann, Anglia beibl. 24,36—43; W. Hörn, Litbl. 34,230—231. 

20. Besprechungen früher verzeichneter werke: 1. W. W. 
Skeat, A concise etymological dictionary. — vgl. Jsb. 1911,15,14. 

— bespr. von A. Thomas, Journal des savants 1913,167 — 175. 

— 2, Ziegler und Seiz, Engl. Schulwörterbuch. — vgl. Jsb. 
1912,15,11. — bespr. von M. Born, Anglia beibl. 24,269 — 280. 

2. Wortforschung. 

21. Review of applied etymology. series A, Agricultural. 
vol. 1, 32 s. 9 d. — series B, Medical and veterinary. 20 s. 
6 d. London, Dulan. 

22. E. Slettengren, Contributions to the study of aphaeretic 
words in English. Lund 1912. — bespr. von W. Franz, ESt. 
47,231—235. 



32 ^^- Englische spräche. 

23. A. Hansen, Angelsächsische Schmucksachen und ihre 
bezeichnungen. eine kulturgeschichtlich-etymologische Untersuchung, 
diss. Kiel. 59 s. 

24. R. Schneider, Satzbau und Wortschatz der altenglischen 
rätsel des Exeterbuches. ein beitrag zur lösung der verfasserfrage, 
diss. Breslau. 84 s. 

25. B. Vollmer, Die mittelenglische terminologie der ritter- 
schaftlicben Standes- und Verwandtschaftsverhältnisse nach den 
höfischen epen und romanzen des 13. und 14. jahrh. Kiel 1911. 71 s. 

26. Mary Crawford, English interjections in the fifteenth 
centur3\ University studies published by the university of Ne- 
braska, XIII,361 — 405. — liste von interjektionen mit erklärungen 
und belegen, als quellen dienten die mysterienzyklen und von den 
moralitäten in erster Knie 'Magnyfycence'. 

27. Etymologische und lexikalische artikel. 

a) Alt- und mittelenglisch: 

0. B. Schlutter, Weitere beitrage zur altenglischen Wort- 
forschung. Anglia beibl. 37,41 — 53 (ae. andhita, ceppelleaf, aprütan, 
bealdlice, hewritan, hurse, gebuterian, cildsung, celis, cip, codic, crom- 
peM, cymiji, cypera, crüse, croe, cumcedre.) — K. Meyer, Ags. berecM- 
wine in Alt-Irland. Archiv 130,155 — 156. 

b) Neuenglisch: 

J. H. Kern, Zu ne. oven. Anglia beibl. 37,61 — 62. — gibt 
ae. belege für ö und stützt damit Luicks annähme, daß das ne. 
V als kürzung aus ö zu erklären sei. — G. Sarrazin, Englisch 
heubayie 'bilsenkraut'. MSchlesVk. 13/14,552/53. — P. W. Long, 
Backare. MLR. 8,373. — W. Worall, Backare etc. MLR. 8, 
544 — 545. — G. H. McKnight, Some Compound etymologies. 
JEGPhil. 12,110 — 117. (allow, avale availe, bailey, bid, blethely, 
botind, busmess, cinder, dear, defile, defy, fauel, frei, horrid, hardy, 
hired man, jolly, lollard, main, mystery, nephew, parsley, pen pug, 
plot, pluck, polite, rest, rely, secure, silly, straight, tarry, vile villain.) 
— J. Derocquigny, MLR. 8,93 — 97. (grouse <^ ir. greuce, hat- 
chement <^ hachement, junk or rush of the sea <C Jone marin, re- 
lent <C^relenter.) — G. C Moore Smith, Engl. 'joucy\ ebda. 

28. Besprechungen früher verzeichneter Schriften: l.H. Brüll, 
Untergegangene und veraltete werte des französischen im heutigen 
englisch. — vgl. Jsb. 1912,15,19. — bespr. Cbl. 64,1115 ; A. Schröer, 
DLz. 34,2995—2996. — 2. K. Reuning, Das altertümliche im 
Wortschatz der Spenser-nachahmungen. — vgl. Jsb. 1912,15,28. — 
bespr. von A. Schröer, DLz. 34,994 — 995; Ch. Bastide, Rev. 
crit. 75,444—446. 



XV. B. Wortschatz. 33 

3. Namenforschung. 

29. F. Thöne, Die namen der menschlichen körperteile bei 
den Angelsachsen, diss. Kiel 1912. 

30. 0. H. K. Swann, A dictionary of English and foik- 
names of British birds, with their history, meaning, and first 
usage. London, Witherby. 278 s. 10/-. 

31. E. Björkman, Die 'festermen' des Aelfric. eine namen- 
liste aus York. Halle, Niemeyer. (StudenglPh. ed. L. Morsbach, 
h. 50.) — alphabetische liste von 70 namen der 'festermen' des 
Aelfric, d. h. der bürgen, die der geistliche beim amtsantritt nach 
nordhumbrischem priestergesetz stellen mußte. die liste findet 
sich in einer hs. des münsters zu York, von den verzeichneten 
namen sind nur 14 sicher als englisch zu erweisen; 44 sind nordi- 
schen Ursprungs, bei den übrigen ist die nordische herkunft wahr- 
scheinlich, aber nicht ganz sicher. — dazu ders., Anglia beibl. 
24,281—283. 

32. E. Ekwall, Die ortsnamenforschung, ein hilfsmittel für 
das Studium der englischen Sprachgeschichte. GRMon. 5,592 — 608. 
— abdruck eines vom vf. auf dem schwedischen philologentage 
in Gothenburg (august 1912) gehaltenen Vortrages, nach einer 
kurzen geschichtlichen Orientierung über diesen jungen zweig eng- 
lischer Sprachforschung erläutert E. an einer Untersuchung über 
die Ortsnamen von Lancashire seine methode. er warnt vor allzu 
schematischer darstellung, wie sie in letzter zeit von mehreren 
forschern geboten worden ist, und sucht das in den namen ge- 
botene material für allgemeinere probleme der lautgeschichte auszu- 
beuten (z. b. die westliche ä/^-grenze). 

33. A. Goodall, Place-names of South-West Yorkshire. 
Cambridge, University Press. 322 s. 7/6. — behandelt nach- 
einander das englische, skandinavische, keltische, römische, nor- 
mannische element und jüngere bestandteile in 1500 namen (mit 
einschluß der flußnamen). — NQ. 11,VIII,299 ('an important 
addition to the history of place-names'). 

34. J. Sephton, A handbook of Lancashire place-names. 
Liverpool, Young and sons. 268 s. 6/-. — unabhängig von Wylds 
buch über den gleichen gegenständ (vgl. Jsb. 1910,15,107), zu 
dem es eine erwünschte ergänzung bildet. — bespr. NQ. 11, VIII, 
218—219. 

35. H. Mutschmann, The place-names of Nottinghamshire, 
their origin and development. Cambridge, Univ. Press. XVI, 108 s. 
7/6. — M. erweist für die hauptmasse der von ihm untersuchten 
namen angelsächsischen Ursprung, skandinavische demente sind 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) IL Teil. 3 



34 XV. Englische spräche. 

vorhanden, während die Römer nur sehr geringe spuren hinter- 
lassen haben, der normannische einfluß zeigt sich weniger in neu- 
bildungen als in Umformungen der namen. leider befaßt M. sich 
nur mit der sprachlichen seite seines gegenständes; Moorman und 
Björkman haben gezeigt, welche kulturgeschichtliche ausbeute die 
namenforschung liefern kann. 

36. H. Cornelius, Die englischen Ortsnamen auf -wich, 
-wich. Morsbach-festschrift. (Stud. z. engl. phil. ed. Morsbach, 
h. 50.) Halle, Niemeyer. — untersucht nicht bloß -wich und -wich 
als endungen, sondern auch ivick- und ?^icÄ-bildungen. reichhaltige 
namenliste (mit belegen aus früheren Jahrhunderten), etymologische 
deutung, frage der heutigen ausspräche. C. stellt zwei völlig von- 
einander getrennte gebiete mit namen auf -ivich fest: 1. das nord- 
westliche mittelland mit dem hauptsitz in Staffordshire, 2. den 
Osten und Südosten mit dem Zentrum in Kent. die frage der ab- 
grenzung der tvick- und wich-iormen hält er für gelöst, leider 
kann aber damit nicht das gebiet umgrenzt werden, in dem pala- 
talisierung des auslautenden c überhaupt eintrat; in ae. zeit wird 
neben der palatalisierten bildung die nichtpalatalisierte der flek- 
tierten formen gestanden haben. 

37. E. Erler, Die namengebung bei Shakespeare. Heidel- 
berg, Winter. X,144 s. (Anglist, arbeiten ed. L. L. Schücking, 
h. 2.) 3,80 m. — eingehend bespr. von M. Förster, JbdShG. 
1914,194—198. 

38. Besprechungen früher verzeichneter Schriften: 1. R. E. 
Zachrisson, Latin influence on Engl, place-nomenclature. — vgl. 
.Jsb. 1910,15,106. — bespr. v. H. Mutschmann, ESt. 46,272— 274 
(M. ist der meinung, daß Z. die bedeutung des lat. einflusses über- 
schätzt). — 2. H. C. Wyld and T. 0. Hirst, The place-names 
of Lancashire. — vgl, Jsb. 1911,15,45. — bespr. Archiv 129, 
513 — 514. — 3. H. Alexander, The place-names of Oxfordshire. 
— vgl. Jsb. 1912,15,34. — bespr. von W. J. Sedgefield, MLR. 
8,243 — 246. — 4. E. Björkman, Zur engl, namenkunde. — 
vgl. Jsb. 1912,15,37. — bespr. von A. Schröer, DLz. 34, 
2598—2599; H. Jantzen, ZfrenglU. 12,82. — 5. F. W. Moor- 
man, The place-names of the West-riding of Yorkshire. — 
vgl. Jsb. 1912,15,38 a. — bespr. Archiv 129,513 ('kein älteres 
buch über die Ortsnamen einer englischen grafschaft ist an Voll- 
ständigkeit des materials und der kulturhistorischen ausbeutung 
mit diesem zu vergleichen'). 



XV. C. Grammatik. 35 

C. Grammatik. 

1. Gesamtdarstellungen. 

39. H. Luick, Historische grammatik der englischen spräche. 
1. lief. (s. 1 — 144). Leipzig, Tauchnitz. 4 m. 

40. Gr. H. Clarke and G. T. Ungoed, English. a modern 
grammar. London, Marshall. 236 s. 2/6. 

41. J. Kirkpatrick, Handbook of idiomatic English as now 
written and spoken. containing idioms, phrases, and locutions. 
Heidelberg, Winter; Paris, Boyveau et Chevillet. 1912. — bespr. 
von E. Dick, Anglia beibl. 24,209—213; F. J. Curtis, ESt. 47, 
244—248; J. Kleyntjens, Leuvensche bijdr. 10,362 — 363; Acad. 
1912,11,575. 

42. F. S. Delmer, A key to spoken English. Berlin, 
Weidmann. 1912. 2nd ed. VII,184 s. 2,20 m. — bespr. von 
H. Spies, DLz. 34,2410—2412; Hohenstein, ZfrenglU. 12, 
88—90. 

43. H. M. Carr, Daily dialogues. descriptive of the colloquial 
English, spoken by the educated classes in England, with complete 
vocabulary and numerous specimen phrases. Marburg, Elwert. 
VIII,276 s. 3 m. 

44. E. Dölle, Zur spräche Londons vor Chaucer. Halle, 
Xiemeyer. VIII,108 s. (StudenglPh. ed. Morsbach, h. 32.) 3,60 m. 
— die arbeit ist mit guter methode durchgeführt und bietet eine 
wertvolle ergänzung zu den Untersuchungen über die spräche Londons 
von der Chaucerzeit bis zum beginn des 16. jahrhs., die nach den 
grundlegenden forschungen Morsbachs und ten Brinks besonders 
durch Lekebusch, Frieshammer, Römstedt und Dibelius angestellt 
worden sind. Dölles material sind spärliche, aber wertvolle Ur- 
kunden, die bis in die zeit Wilhelms des eroberers reichen, und 
als einziges poetisches denkmal die 'Fünf träume über Edward II.' 
von Adam Davy. das ergebnis der Untersuchung bringt im wesent- 
lichen nur eine bestätigung und erweiterung der früheren fest- 
stellungen. 'die spräche der ältesten Urkunden, also von Wilhelm 
dem eroberer, Heinrich I. und Heinrich IL, läßt in den wesent- 
lichsten punkten die züge der westsächsischen Schriftsprache der 
Übergangszeit erkennen, sie ist keine dialektisch einheitliche spräche 
(wie ja auch die westsächsische Schriftsprache nie völlig einheitlich 
gewesen ist), sondern mit mannigfachen mundartlichen, namentlich 
südostsächsischen elementen durchsetzt.' eine vergleichende übersieht 
über das Verhältnis der ältesten Urkundensprache zur spräche 
Chaucers und zu der der späteren Urkunden ergibt gleichfalls keine 
fundamentalen abweichungen, sondern bezeugt nur die richtung 

3* 



36 XV. Englische spräche. 

von Süden nach norden in der entwicklung der älteren Schrift- 
sprache. 

Sprache einzelner denkmäler. 45. G. W. Rohr, Die 
spräche der altenglischen prosabearbeitung der Benediktinerregel. 
diss. Bonn 1912. 153 s. 

46. B. Pfeffer, Die spräche des Polychronicons John Tre- 
visas in der hs. Cotton Tiberius D VII. diss. Bonn 1912. VII, 
144 s. 

47. Besprechungen früher erwähnter schritten: 1. F. S. Del- 
nier, A military word and phrase book. — vgl. Jsb. 1911,15,21. 

— bespr. von H. Spies, DLz. 34,2410—2412. — 2. a. Krüger, 
Unenglisches englisch. — vgl. Jsb. 1911,15,123. — bespr. von 
Lohr^, BZfRw. 21,70. — 3. U. Lindelöf, Elements of the history 
of the English language. — vgl. Jsb. 1911,15,51. — bespr. von 

E. Ekwall, ESt. 46,271—272. — 4. U. Lindelöf, Grundzüge 
der geschichte der englischen spräche. — vgl. Jsb. 1912,15,51. 

— bespr. von M. L[ederer], Cbl. 63,1653; W. Hörn, Anglia 
beibl. 24,195—197; H. Jantzen, ZfrenglU. 12,177; A. Eichler^ 
ZföG. 64,517; A. Bauer, BZfßw. 21,199—200; Fr. Karpff, 
ZfRw. 28,478; DLz. 34,42. 

2. Orthoepisten. 

48. 0. Deibel, Thomas Smith De recta et emendata linguae 
Anglicanae scriptione dialogus. diss. Gießen 1912. 70 s. 

49. Le maistre d'escole anglois par J. B., Gen. CA. (1580). 
hrsg. von Th. Spira. (Neudrucke frühneuenglischer grammatiken 
ed. Brotanek, bd. 7.) Halle, Niemeyer. 1912. — bespr. von 

F. J. Curtis, ESt. 47,236 — 244; A. Schröer, DLz. 34,1957—1958; 
M. Förster, JbdShG. 49,247; W. Hörn, Anglia beibl. 24,137; 
H. Jantzen, ZfrenglU. 12,82. 

50. K. L. Kern, Die englische lautentwicklung nach 'Right 
spelling' und anderen grammatiken um 1700. diss. Gießen. 72 s. 

— behandelt sieben grammatiken aus den jähren 1677 — 1712. 
Untersuchung über die beziehuug dieser werke zueinander, dar- 
stellung der laut- und formenlehre nach den sieben orthoepisten. 

51. Besprechungen früher erwähnter Schriften : 1. J.D.Jones, 
Cooper's grammatica linguae Anglicanae, und E. Ekwall, The 
writing scholars companion. — vgl. Jsb. 1911,15,59 — 60. — bespr. 
von A. Schröer, DLz. 34,1957 — 1958; J. Delcourt, Rev. germ. 
9,629 — 630. — 2. Th. Spira, Die englische lautentwicklung nach 
französischen grammatikerzeugnissen. — vgl. Job. 1912,15,42, — 
bespr. von E. Björkman, Anglia beibl. 24,257 — 266; M. Wej- 
rauch, Cbl. 64,546; Ch. Bastide, Rev. crit. 75,444—446; 
R. Jordan, Archiv 131,186. 



XV. C. Grammatik. 37 



3. Dialekte. 



52. A. H. Dawson, A dictionary of English slang and 
colloquialisms. ßoutledge. 22 s. 1/-. 

53. H. Baumann, Londinismen (slang und cant). Wörter- 
buch der Londoner Volkssprache sowie der üblichsten gauner-, 
matrosen-, sport- und zunftausdrücke. 3. auf]. Berlin-Schöneberg, 
Langenscheidt. CXX,285 s. 5 m. 

54. 0. Ritter, Zur englischen aje-grenze. Anglia 37, 
269 — 275. — R. hält die von Pogatscher in seinem bekannten 
aufsatz (Anglia 23) aufgestellte <r/e-grenze nicht für so absolut 
sicher, wie gewöhnlich angenommen wird, weil bei den ne. ä- 
oder e-schreibungen nach seiner ansieht das chronologische moment 
nicht genügend berücksichtigt worden ist. man muß auch mit 
späteren gründungen oder benennungen von orten rechnen, die 
natürlich dann keine direkten rückschlüsse gestatten, daß in der 
tat viele der von Pogatscher herangezogenen Ortsnamen schon im 
17. jahrh. in abweichender form auftreten, belegt R. an zahlreichen 
beispielen aus den alten atlanten von Speed (1616) und Blaeu (1648). 

55. 0. Steiger, Die Verwendung des schottischen dialekts 
in Walter Scotts romanen. diss. Gießen. 86 s. — laut- und 
formenlehre, Wortbildung und syntax des schottischen dialekts 
werden dargestellt, da indessen der vf. nicht nachprüft, inwieweit 
die aufzeichnung des dialekts bei Walter Scott anspruch auf Zu- 
verlässigkeit machen kann, so müssen seine resultate, namentlich 
was die ausspräche der mundart angeht, vom sprachwissenschaft- 
lichen Standpunkt recht hypothetisch bleiben. 

56. W. Klein, Der dialekt von Stokesley in Yorkshire, 
North-riding. nach den dialektdichtungen von Mrs. E. Tweddell 
und nach grammophonischen aufnahmen der Vortragsweise ihres 
sohnes T. C. Tweddell. kap. 1—7. diss. Berlin 1912. — er- 
scheint vollständig als Palaestra bd. 124. 

57. Th. Albrecht, Der Sprachgebrauch des dialektdichters 
Charles E, Benham zu Colchester in Essex. kap. 1 — 4. diss. 
Berlin. 71 s. 

58. B. Brilliot, A grammar of the dialect of Lorton 
(Cumberland), historical and descriptive. inaugural- dissertation. 
üpsala, Akademiska bokhandeln. XI, 198 s. — Cumberland bietet 
namentlich in seinem westlichen teil noch einen gut erhaltenen, 
fest umrissenen dialekt in bezug auf lautbildung und wertschätz. 
B. hat sein material in einem abgelegenen dorfe gesammelt, dessen 
alteingesessener schullehrer sein hauptgewährsmann war. leider 
hat er sich nicht das ungleich zuverlässigere hilfsmittel der phono- 



38 XV- Englische spräche. 

graphischen aufnähme zunutze gemacht, so daß er später bei der 
Verarbeitung des Stoffes für viele feinheiten nicht die möglichkeit 
ständiger nachprüfung hatte, trotzdem macht seine darstellung 
bei der reichhaltigkeit des materials den eindruck großer Zuver- 
lässigkeit, die lautlehre beschränkt sich nicht auf eine dar- 
stellung des lautbestandes in dem untersuchten dialekt, sondern 
sie verfolgt historisch die entwicklung der altenglischen laute bis 
zu ihrer heutigen form, ein besonderer anhang ist den skan- 
dinavischen lebnworten in der kumbrischen mundart gewidmet; 
dialektproben in phonetischer Umschrift und ein glossar beschließen 
den band. 

59. B. Schulze, Exmoor scolding und Exmoor courtship. 
eine literarhistorische und sprachliche studie. (Palaestra bd. 19.) 
Berlin, Mayer u. Müller. VIII,161 s. 5 m. — 'Exmoor scolding' 
und 'Exmoor courtship' sind zwei dialektdialoge aus dem Exmoor- 
distrikt (zwischen North Devon und West Somerset), die vom vf. 
auf ihre spräche und literarische Stellung untersucht werden, den 
größten teil der studie nimmt eine historische darstellung der laut- 
und formenlehre des Exmoordialekts ein. — bespr. v. K. Brunn er, 
Archiv 131,184 — 186 ('das buch ist mit großem fleiß und mit ge- 
wissenhaftigkeit gearbeitet, leidet aber stark unter langatmigkeit 
des ausdrucks und Unübersichtlichkeit, so daß die ergebnisse der 
arbeit kaum wahrzunehmen sind'.) 

60. Ch. Pettman, Africanderisms. a glossary of South 
African colloquial and of place and other names. London, Longmans. 
598 s. 12/6. 

61. Besprechungen früher erwähnter Schriften: 1. R. H. 
Thornton, An American glossary. — vgl. Jsb. 1912,15,13. — 
bespr. von F. C. Danchin, Rev. germ. 9,91 — 94. — 2. A. Handke, 
Die mundart von Mittel-Yorkshire. — vgl. Jsb. 1912,15,49. — 
bespr. von J. MaHk, Anglia beibl. 24,199 — 204. — 3. A. Binzel, 
Die mundart von Suffolk. — vgl. Jsb. 1912,15,45. — bespr. von 
J. Mafik, Anglia beibl. 24,199—204. 

4. Lautlehre. 

62. W. Vietor, Statik und kinematik im englischen laut- 
wandel. aus der festschrift der Universität Marburg für die 
philologenversammlung 1913. Marburg, Koch. 

63. J. H. Kern, Zum vokalismus einiger lehnwörter im 
altenglischen. Anglia beibl. 37,54 — 61. — I. zur Vertretung von 
lat. q: für ae. ce <^ lat. q ist kein beweis zu erbringen; zu belegen 
ist nur lat. Q ^ ae. o. IL zu ae. Crlst: das wort hat schon im 
ae., vielleicht sogar schon im vulgärlat. i gehabt, dagegen ist für 



XV. C. Grammatik. 39 

die abgeleiteten formen cristnian, cristen, crisfendom im ae. i anzu- 
setzen. 

64. Fr. Seiffert, Die behandlung der Wörter mit auslauten- 
den ursprünglich silbischen liquiden oder nasalen und mit kontrak- 
tionsvokalen in der Genesis A und im Beowulf. diss. Halle. 
56 s. — auflösung kontrahierter formen und einsilbige messung 
von Wörtern auf liquida oder nasal sind, wenn jede ersch einung 
für sich allein genommen wird, zeitliche kriterien für das alter 
eines denkmals. beide erscheinungen zusammen jedoch weisen auf 
eine dialektische Verschiedenheit hin. 'im dialekt des Beowulf- 
dichters hatte die kontraktion bereits eingesetzt, als noch einsilbig- 
keit von Wörtern auf liquida oder nasal vorherrschte, während um- 
gekehrt in dem dialekt des Genesisdichters die durchführung zwei- 
silbiger messung von Wörtern wie heacen, täcen (nordh. becun, täcun) 
vor dem beginn der kontraktion einsetzt.' 

65. J. Lawrence, The OE. name for the letter G. MLR. 
8,206. 

66. H. C. Wyld, The treatment of OE. y in the dialects 
of the midland and South Eastern counties in Middle English. 
ESt. 47,1—59. 

67. 0. Boerner, Reimuntersuchung über die qualität der 
betonten langen e-vokale bei Robert of Brunne. Morsbach-fest- 
schrift. (StudenglPh., hrsg. von L. Morsbach, h. 50.) — er- 
gebnis für die ce/e grenze: in den umfangreichen werken des 
Robert of Brunne findet sich verschwindend selten e in reim- 
stellung. daraus schließt B., daß auf dem anglischen boden von 
Lincolnshire der altanglische e-laut gegolten hat. was wir in den 
denkmälern dieser gegend an e-lauten finden, wird über die dialekt- 
grenzen hinausgehende literarische ausnahmen darstellen. 

68. R. Dolle, Graphische und lautliche Untersuchung von 
Dan Michel's 'Ayenbite of Inwyt'. diss. Bonn 1912. 125 s. — 
behandelt die lautlehre des germanischen und romanischen Wort- 
schatzes im 'Ayenbite'. im ersten abschnitt geht der vf. von dem 
früh-altkentischen lautstande, im zweiten von der anglo-französischen 
mundart aus. 

69. K. Lenz, Zur lautlehre der französischen elemente in 
den schottischen dichtungen von 1500 — 1550 (Douglas, Dunbar, 
Lyndesay, Clariodus). mit bemerkungen zur Wortbildung und Wort- 
bedeutung, diss. Marburg. X,346 s. 

70. J. Marik, Über die neuenglische vokalverschiebung. 
ESt. 46,188—196. — A. Western hat sich (ESt. 45,1 ff.) gegen 
Luicks annähme ausgesprochen, daß die Wandlung von me. e zu i und 
ö zvL ü die diphthongierung des me. l bzw. ü bewirkt habe, er 
will iu, (Bu, y usw. aus me. ö im südhumbr. sowie ei, eid usw. aus 



40 XV. Englisch spräche. 

me. e im nordhumbr. und südhnmbr. herleiten, diese ansieht wird 
von M. in eino;ehender Untersuchung zurückgewiesen. 

71. E. W. Fa)^, The guttural series in English chews: 
chooses. JEGPhil. 12,425—433. 

Phonetik. 72. 0. Jespersen, Lehrbuch der phonetik. 
2. aufl. Leipzig, Teubner. IV,259 s. und 2 tafeln. 5,20 m. 

73. The principles of the international phonetic association, 
obtainable from Paul Passy and Daniel Jones. 1912. 40 s. 6 d. 

74. A. C. Dunstan, Englische phonetik mit lesestücken. 
Leipzig 1912. (Sammlung Göschen nr. 601.) 125 s. 0,90 m. — 
vgl. Jsb. 1912,15,64. — in der reichen phonetischen literatur der 
letzten jähre nimmt dies büchlein insofern einen besonderen platz 
ein, als es in Deutschland das erste ist, das sich ausschließlich mit 
englischer phonetik beschäftigt, leider hat der vf. das buch, das 
doch für einen weiteren leserkreis bestimmt ist, nicht mit der 
gerade bei phonetischen dingen erforderlichen Sorgfalt gearbeitet. 
die fassung der regeln ist oft genug ungenau und ungeschickt; 
so wird z. b. im § 62 wh als stimmhaftes w bezeichnet, § 63 h 
nur in betonter Stellung (!) zugelassen, deutsches und englisches s 
einfach gleichgesetzt u. dgl. m. ein hauptfehler des buches ist, 
daß den eigentümlichkeiten der süddeutschen ausspräche im gegen- 
satz zur norddeutschen gar keine rechnung getragen wird, auch 
den phonetischen Umschriften von texten, die einen großen teil 
des bändchens ausmachen, weisen Unrichtigkeiten und ungenauig- 
keiten auf; and vor vokal wird mehrfach als [en] bezeichnet, wh 
als [w], twopence als [tap9nz], mrs. als [misizj neben [misisj u. ä. 
auf den ersten Seiten hätte oft die phonetische Umschrift deutlicher 
durch den druck von dem schriftbilde abgehoben werden können, 
es ist schade, daß das geschickt angelegte buch in einzelheiten so oft 
unzuverlässig ist. solange es nicht in einer neuauflage sorgfältig 
durchgearbeitet worden ist, wird man immer noch besser tun, zu dem 
kleinen handbuch von JE. Sweet zu greifen. — bespr. v. M. Mont- 
gomery, Anglia beibl. 24,206— 209; A. Schröer, ESt. 47,72—77; 
C,Reicke,ZfrenglU.ll,475— 476; A. Eichler, ZföG.64,664— 665; 
A. Bauer, BZfRw. 21,201 — 202. 

75. M. M. A. Schröer, Neuenglisches aussprachwörterbuch 
mit besonderer berücksichtigung der wichtigsten eigennamen. Heidel- 
berg, Winter. VI, 522 s. 4,50 m. — der vf., dem wir bereits 
verschiedene werke über die neuenglische ausspräche verdanken, 
hat seine ansieht über das problem und die darstellung des 'Stan- 
dard of spoken English' in einem aufsatz der GRMon. IV aus- 
führlich entwickelt, er ist ein schüler H. Sweets und lehnt sich 
in den grundzügen an das lautsystem dieses phonetikers an. die 
auffallendste abweichung von Sweet besteht darin, daß Sehr, das r 



XV. C. Grammatik. 41 

vor konsonant als [.i] bezeichnet; er will damit andeuten, daß durch 
diesen laut der vorausgehende vokal deutlicher zum Vorschein 
kommt, verlangt aber geradezu, wenigstens in gehobener rede 
dieses [x] deutlich zum ausdruck zu bringen, wenn Sehr, die alte 
Londoner AOivr\ als norm für eine korrekte ausspräche ansieht 
und sich der natürlichen Londoner spräche gegenüber retardierend 
verhält, so ist dieser grundsatz fraglos zu billigen, zumal ja beim 
englischen die Verhältnisse schwieriger liegen als etwa beim deut- 
schen oder französischen, ein gutes, durch langjährige phone- 
tische Studien geübtes ohr kommt ihm bei der fixierung der 
heutigen ausspräche zu statten, das vorliegende Wörterbuch verrät 
auf schritt und tritt die selbständige beobachtung und große ge- 
wissenhaftigkeit des vfs. es enthält den neuenglischen Wortschatz 
mit hinzufügung der deutschen bedeutungen in einer reichhaltig- 
keit, die es für praktische und sprachwissenschaftliche zwecke 
gleich brauchbar macht, auch die liturgische und biblische spräche, 
neuere technische ausdrücke, namentlich auch der gesamte Wort- 
schatz Shakespeares sind mit aufgenommen worden, und ein be- 
sonderer '-orzug des buches besteht darin, daß eigennamen in großer 
fülle mit sorgsamer aussprachebezeichnung aufgeführt werden, der 
geschmackvoll ausgestattete, billige band kann somit als die 
empfehlenswerteste darstellung der englischen ausspräche bezeichnet 
werden, die wir besitzen. — selbstanzeige GrRMon. V,623; bespr. 
Cbl. 64,1568. 

76. jB. Michaelis and D. Jones, A phonetic dictionary of 
the English language. Hannover und Berlin, C. Meyer. XXIV, 
447 s. 6 m. — auf das im jähre 1897 erschienene 'Dictionnaire 
phonetique de la langue fran9aise' von H. Michaelis und P. Passy 
folgt jetzt das vorliegende werk als 2. band der 'Sammlung phone- 
tischer Wörterbücher', es unterscheidet sich in seiner anläge in- 
sofern von allen bisher erschienenen werken über den gleichen 
gegenständ, als die Wörter nach den lauten in phonetischer Um- 
schrift angeordnet sind und die übliche Schreibweise erst hinterher 
angeführt wird, die vf. werden hierbei von der richtigen er- 
wägung geleitet, daß die gesprochene, nicht die geschriebene spräche 
für uns den ausgangspunkt bilden müsse; wer also ein fremdes 
wort zum ersten male hört, kann es hier nach den lauten auf- 
suchen und dann seine Schreibung feststellen, dieses verfahren 
setzt indessen bei jedem benutzer phonetische Schulung und genaue 
Vertrautheit mit der dem werke zugrunde gelegten lautschrift der 
'International phonetic association' voraus; es muß zweifelhaft 
erscheinen, ob die praktische brauchbarkeit des Wörterbuches in 
diesem sinne den absiebten der vf. entsprechen kann, aber auch 
wenn man es nur als nachschlagewerk über die ausspräche dieses 



42 ^V. Englische spräche. 

oder jenes Wortes gelten läßt, muß der wert des durchaus selbständig 
gearbeiteten buches hoch angeschlagen werden, es verzeichnet ein 
reiches wortmaterial (ungefähr 40000 Wörter), darunter viele 
personen- und ländernamen. die aussprachebezeichnung ist sorg- 
fältig und zuverlässig. — bespr. von A. Trampe Bödtker, Anglia 
beibl. 24,266—269; A. C. Dunstan, ZfrenglU. 12,379. 

77. The Standard vest pocket pronouncing dictionary. London, 
H. Camp. 1/-. 

78. D. Jones, Phonetic readings in English. Heidelberg, 
Winter. 1912. — vgl. Jsb. 1912,15,62. — enthält 40 kurze texte, 
anekdoten, fabeln u. dgl., ferner den einakter 'Box and Cox' von 
Morton und Cowpers 'John Gilpin' in phonetischer Umschrift und 
in gewöhnlicher Orthographie, bei einigen nummern werden auch 
intonationskurven hinzugefügt, das phonetische aiphabet ist das 
der 'International phonetic association', gegen das allerdings vom 
Standpunkte des englischen gerade von deutschen forschern mit 
recht bedenken geäußert worden sind, der praktische wert des 
büchleins wird noch dadurch erhöht, daß die phonetischen texte 
von Jones selbst auf grammophonplatten der 'English educational 
records' gesprochen worden sind. — bespr. von H. Lötschert, 
ESt. 46,275—276; H. Jantzen, ZfrenglU. 12,568—569; M. Mont- 
gomery, Anglia beibl. 24,205 — 206; J. Kleyntjens, Leuvensche 
bijdr. 11,147—148. 

79. Laura Soames, Introduction to English, French, and 
German phonetics, with reading lessons and exercises. 3rd edition, 
revised and partly rewritten. London, Macmillan. 300 s. 6/-. 

80. Laura Soames, The teacher's manual. edited by 
W. Vietor. 2 parts. 2nd edition. London, Macmillan. XXI,90 
und 117 s. jeder band 2/6. — nach dem tode von Miss Soames 
hat W. Vietor die bearbeitung dieses buches übernommen, das in 
erster linie für die hand des lehrenden im elementarunterricht be- 
stimmt ist. es enthält im I. teile eine knappe und übersichtliche 
darstellung der englischen laute, in abweichung von der ersten, 
1897 erschienenen ausgäbe hat Vietor jetzt das lautsystem der 
'International phonetic association' durchgeführt; wo er selbst 
anderer ansieht ist als die vf., sagt er dies in einer anmerkung. 
der IL teil enthält kurze pädagogische winke, hauptsächlich Wort- 
listen zur einübung der laute. 

81. R. Bridges, A tract on the present state of English 
pronunciation. 2nd ed. Oxford, Clarendon Press. 74 s. 3/6. — 
erste ausgäbe vgl. Jsb. 1910,15,34. — ein konservativer phone- 
tiker wendet sich hier gegen die angriffe, die ihm die erste aus- 
gäbe seiner schrift bei neueren forschern, namentlich bei D. Jones, 



XV. C. Grammatik. 43 

eingetragen hat. er wirft seinen gegnern vor, ein allzu nach- 
lässiges, heruntergekommenes englisch zu lehren, da Br. es für 
wahrscheinlich hält, daß irgend eine form phonetischer Schreibung 
bald in elementarschulen eingeführt wird, so befürchtet er einen 
bruch zwischen dem heutigen englisch und den älteren literarischen 
formen der spräche, um dieser gefahr vorzubeugen, empfiehlt er 
ein merkwürdiges mittel: man solle statt der üblichen Schreibung 
eine phonetische Orthographie lehren, die aber möglichst konser- 
vativ sein müsse. 'We must fix the spelling as we judge words 
should he pronounced, and not as we foresee or guess they are 
Coming to he pronounced in the normal process of unimpeded 
degradation. . . . Since our speech is in a condition of advancing 
decay, the sooner it is phoneticized the better.' Br. macht posi- 
tive Vorschläge; er stellt ein neues Hiterary pronouncing aiphabet' 
auf und gibt ältere und neuere texte in einer Umschrift, die bei 
dem heutigen stände der forschung nur als kuriosum bezeichnet 
werden kann. 

82. E. Th. True and 0. Jespersen, Spoken English. 
every day talk with phonetic transcription. Leipzig. IV, 60 s. 
0,80 m. 

83. H. Gerlings, English sounds, mounted on roller. Lon- 
don, Blackie. 10/-. 

84. W. A. Read, Some variant pronunciations in the New 
South. University bulletin, Louisiana state university, vol. III n. s. 
no. 5. — vgl. Jsb. 1912,15,48. — auf grund der ergebnisse von 
fragebogen stellt E-. 30 eigentümlichkeiten in der ausspräche der 
südlichen bezirke der Vereinigten Staaten zusammen, eine syste- 
matische darstellung wird nicht versucht, dazu wäre auch das 
material zu spärlich. 

Schreibung. 85. Simplified spelling. 2nd ed. London, 
The simplified spelling society. 95 s. 6 d. 

86. W. Rippmann, Simplified spelling and purity of speech. 
transactions of the royal society of literature 32,47 — 59. 

87. Sir Harry Johnston, Phonetic spelling. a proposed 
universal aiphabet for the rendering of English, Erench, Grerman, 
and all the forms of speech. Cambridge, L^niversity Press. 98 s. 3/6. 

88. Besprechungen früher verzeichneter Schriften: 1. A. Ga- 
brielson, The influence of -w in Old English. — vgl. Jsb. 1912, 
15,44. — bespr. von A. Schröer, DLz. 34,2787. — 2. 0. Jes- 
persen, Elementarbuch der phonetik; ders., Engelsk fonetik, 
udgivet ved H. Heiweg Möller. — vgl. Jsb. 1912,15,67. — 
bespr. von A. Trampe Bödtker, Anglia beibl. 24,75. 



44 XV. Englische spräche. 

5. rormeu- und wortbildungslehre. 

89. N. Bergsten, A study on Compound substantives in 
English. diss. Upsala 1911. — bespr. von W. Franz, ESt. 47, 
235—236. 

90. Fr. A. Wood, Some parallel formations in English. 
(Hesperia, hrsg. von H. Collitz und J. W. Bright, erg.-reihe 
h. 1.) Göttingen, Vandenhoeck u. Ruprecht. 72 s. 2,40 m. — 
— wichtiger beitrag zur wortbildungslehre. W. untersucht eine 
große anzahl von fällen, in denen ae., me. oder ne. worte neu- 
oder parallelbildungen nait den wurzelelementen k und p erfahren 
haben, wie liill — hillock, shall — shallock, w(hjerry — werrick; dtsch. 
mumme(l)n, munkeln engl, mump, niumble, troll — trollop. 675 solcher 
bildungen werden auf etymologischer grundlage untersucht. 

91. Louise Pound, On indefinite composites and word- 
coinage. University studies publ. by the univ. of Nesbraska XIII, 
407 — 415. Lincoln, Nebraska. — unter der nicht gerade glück- 
lich gewählten bezeichnung 'indefinite composites' studiert die vf. 
eine reihe von Wortbildungen, die teils auf Verschmelzung mehrerer 
worte (austern <^ anstere -j- stern, cangle <^ quarrel -\- tcrangle, 
flaze <:^ flare up -j- hlazej, teils auf änderungen des wortes unter 
dem einfluß der onomatopöie und der unbewußten lautsymbolik 
(anlaute wie sq-, sn-, auslaute wie -sh, -zzle) beruhen, der aufsatz 
ist eine Vorstudie zu einer in aussieht gestellten größeren arbeit 
über 'Elends: their relation to English word-formation'. 

92. J. Jensen, Die I. und II. ablautreihe in der alteng- 
lischen Wortbildung, diss. Kiel. 150 s. — der erste wissen- 
schaftlich angelegte versuch einer darstellung des ablauts in der 
ae. Wortbildung, es wäre zu wünschen, daß die vom vf. nicht 
behandelten ablautreihen eine ähnliche darstellung erführen. 

93. W. Breier, Synthesis und analysis des konjunktivs in 
dem frühmittelengHschen Streitgedicht 'Eule und nachtigall'. Mors- 
bach-festschrift. (StudenglPh. h. 50.) — B. knüpft an W. Zenkes 
arbeit über die S5'-nthesis und analysis des verbums im Orrmulum 
an. das streben nach äußerer kennzeichnung des modus und nach 
schärferer hervorhebung der im synthetischen konjunktiv liegenden 
bedeutungen einerseits, die kunstform, der vers und der reim 
anderseits führen schon um 1200 mehr und mehr zu Umschrei- 
bungen an stelle der älteren synthetischen formen. 

94. J. M. Book er, The French 'inchoative' suffix -iss and 
the French -ir conjugation in Middle English. diss. Heidelberg 
1912. L,109 s. 

95. Besprechungen früher verzeichneter Schriften: 1. H. T. 
Trice, A history of ablaut in the streng verbs. — vgl. Jsb. 1910, 



XV. C. Grammatik. 45 

15,58. — bespr. von W. Hörn, Anglia beibl. 24,197—198. — 
2. H. C. A. Carpenter, Die deklination in der nordh. evangelien- 
übersetzung. — vgl. Jsb. 1911,15,87. — bespr. von H. Jantzen, 
ZfrenglU. 11,473—474. — 3. Th. Kolbe, Die konjugation der 
Lindisfarner evangelien. — vgl. Jsb. 1912,15,76. — bespr. von 
0. Strauß, Anglia beibl. 24,361—364; H. Jantzen, ZfrenglU. 
11,473—474; J. Daniels S. J., Museum 20,174—176. 

6. Syntax. 

96. G. Krüger, Schwierigkeiten des Englischen. II. teil: 
Syntax. 1. abt.: hauptwort. 2. aufl. Dresden und Leipzig, Koch. 
X,217 s. 4,40 m. — das buch erscheint in gänzlich neuer form, 
die Syntax, die früher den 3. teil der 'Schwierigkeiten' bildete, 
ist in der hauptsache mit der 'ergänzungsgrammatik' zu einem 
werke verschmolzen worden, das fortan den 2. teil des gesamt- 
werkes darstellt, ein in aussieht gestellter 3. teil soll allgemeinere 
abhandlungen über syntaktische fragen bringen, es liegt also in 
der zweiten aufläge der syntax eine völlige neubearbeitung vor, von 
der bisher die erste abteilung, das hauptwort umfassend, erschienen 
ist. einer empfehlung bedarf das hervorragende werk nicht mehr, 
des Verfassers erstaunliche belesenheit und begabung für selb- 
ständige beobachtung syntaktischer dinge haben wieder einmal 
eine solche fülle des wissenswerten zutage gefördert, daß das buch 
als unentbehrliches hilfsmittel für die praxis wie für die forschung 
bezeichnet werden muß. 

97. L. Morsbach, Grammatisches und psychologisches ge- 
schlecht im Englischen. Berlin, Weidmann. 40 s. Im. — die 
abhandlung, die auf einem in der Göttinger gesellschaft der Wissen- 
schaften gehaltenen Vortrag beruht, versucht der schwierigen frage 
nach dem Ursprung des grammatischen geschlechts in den idg. 
sprachen beizukommen. Jacob Grimm und in neuerer zeit ßoethe 
haben die Vermutung ausgesprochen, daß für das geschlecht im 
wesentlichen psychologische Vorgänge bestimmend gewesen sind, 
und M. bringt gewichtiges material für diese annähme bei. sein 
weg ist insofern neu, als er die erscheinung an einer einzigen 
spräche untersucht, für das Englische läßt sich die psychologische 
grundlage erweisen, wenn auch daneben oft noch andere faktoren 
maßgebend gewesen sind, zu gleicher zeit lehrt uns das Englische, 
wie viele hindernisse sich der forschung in dem in betracht kommenden 
Sprachmaterial entgegenstellen; lange perioden unselbständiger lite- 
ratur und die spräche der volksmundarten müssen natürlich mit 
besonderer vorsieht behandelt werden, auf jeden fall weist M.s 
methode einen zuverlässigen weg zur lösung des verwickelten 
Problems. — die anmerkungen am Schlüsse des heftes bringen 



46 3L^- Englische spräche. 

literaturangaben und erörterungen über zahlreiche einzelfragen. — 
bespr. von H. Jantzen, ZfrenglU. 12,371—372. 

98. H. Schmitt, Prinzipielles zur verbalen ausdrucksweise 
und zum englischen 'akkusativ mit dem infinitiv'. DnSpr. 21, 
366—372. 

99. G. 0. Curme, Has English a future tense? JEGPhil. 
12,515 — 539, — gute darstellung des gegensatzes von shall und 
will, die auf ihre grundbedeutung zurückgewiesen werden, ^will 
sometimes still retains its original meanings of desire, but is now 
more commonly employed to denote simple futuritj^, while shall 
indicates the will or plan of the Speaker, the will or plan of God 
or destin)^ or the natural course of events.' 

100. 0. Nusser, Geschichte der disjunktivkonstruktionen 
im Englischen. (Anglistische forschungen, hrsg. von Hoops, h. 37.) 
Heidelberg. XVI,196 s. 5,40 m. 

101. M. Calla way, The infinitivein Anglo-Saxon. Washington, 
The Carnegie Institute. 

102. P. Grimm, Beiträge zum pluralgebrauch in der alt- 
englischen poesie. diss. Halle 1912. — 1. pluralgebrauch bei 
den alten dualen breost und dum, 2. bei körperbezeichnungen, 
3. bei Waffenbezeichnungen, 4. bei den Wörtern pystru, loeder^ 
gewider, heolstor, 5. bei ortsbezeichnungen, 6. bei Zeitbezeichnungen, 
7. bei begriffen der masse, ausdehnung und fülle, 8. das konkrete 
ae. Pluraletantum, 9. pluralgebrauch beim ae. abstraktum. 

103. R. Janus, Der syntaktische gebrauch des numerus im 
frühmittelenglischen. diss. Kiel. — 1. der gebrauch der numeri 
des nomens. 2. die Verbindung eines verbums mit einem nomen. 
3. die numerale auffassung der kollektiva. 

104. H. David, Zur syntax des adnominalen genitivs in der 
frühmittelenglischen prosa. diss. Kiel. 90 s. 

105. E. Eichhorn, Das partizipium bei Gower im vergleich 
mit Chaucers gebrauch, diss. Kiel 1912. 

106. A. Reusse, Das persönliche geschlecht unpersönlicher 
substantiva bei Milton und Dryden. ein beitrag zur geschichte 
des geschlechtswandels im Mittel- und Neuenglischen, diss. Kiel. 
78 s, — vgl. auch nr. 24, 

107. Besprechungen früher verzeichneter Schriften : l.P. Hoff- 
mann, Das grammatische genus in Lagamons Brut. — vgl. Jsb. 
1909,15,51. — bespr. von J, Marik, Archiv 130,432—433. — 
2. J. S. Kenyon, Syntax of the Infinitive in Chaucer. — vgl. 
Jsb. 1909,15,79. — bespr. von J. Zeitlin, JEGPhü. 12,496-503. 
— 3. A. Akerlund, History of the definite tenses. — vgl. Jsb. 



XV. C. Grammatik. 47 

1911,15,98. — bespr. von A. Trampe B0dtker, Litbl. 34,15 — 18. 

— 4. J. Ellinger, Aus verb -f- adverb bestehende wortgruppen. 

— vgl. Jsb. 1911,15,102. — bespr. von A. Eichler, ZföG. 64,185. 

— 5. J. Knecht, Kongruenz zwischen Subjekt und prädikat. — 
vgl. Jsb. 1911,15,112. — bespr. von J. Delcourt, Rev. germ. 9,90. 

Berichtigung zu Jsb. 1912,15,87a: der vf. heißt A. Dahlstedt. 

7. Stilistik. 
lOS. E.. D. Black man, Composition and style, a complete 
literary handbook and manual. revised edition. Edinburgh, Grant. 

109. W. T. Brewster, Writing English prose. New York, 
Holt and co. 

110. E. Smith, Essay writing. rhetoric and prosody. Ox- 
ford University Press. 

111. W. T. Webb, How to write an essay. E-outledge. 1/-. 

112. L. A. Elemming, Synonyms, antonyms, and associated 
words. a manual of reference. New York and London, Putnam. 
VIII, 619 s. 5/-. — der handliche band stellt nicht eine Syno- 
nymik im gewöhnlichen sinne dar, sondern nur eine für den prak- 
tischen gebrauch bestimmte, reichhaltige Sammlung synonymer oder 
antonymer ausdrücke in alphabetischer Ordnung ohne angäbe der 
unterscheidenden bedeutungen; für diese verweist der vf. im Vor- 
wort ausdrücklich auf das Wörterbuch, es leuchtet ein, daß hierin 
ein großer mangel des buches liegt; mit der bloßen angäbe syno- 
nymer oder antonymer ausdrücke ist dem benutzer nicht recht 
gedient. 

113. A. C. Clark, Prose rhythm in English. a lecture. 
Clarendon Press. 1/6. 

114. A. Trampe B0dtker, Questions of stress and pause 
in modern English. Anglia beibl. 37,27 — 40. — behandelt den 
satzton der konjunktion that und die betonung in you never can teil. 

115. F. P. H. Prick van Wely, Apt alliteration's artful 
aid. (sidenotes to H, Willert's 'Die alliterierenden formein der 
englischen spräche'.) ESt. 47,185 — 196. 

116. W. Paetzel, Die Variationen in der altgermanischen 
alliterationspoesie. (Palaestra 48.) Berlin, Mayer u. Müller. VI, 
216 s. 6,50 m. — Studie über die sprachliche erscheinung, daß 
ein für das Verständnis schon genügend gekennzeichneter begriff 
entgegen dem gebrauch der prosa noch einmal, oft mit durch- 
brechung des syntaktischen Zusammenhanges, dem hörer oder leser 
vor die seele geführt wird: wlanc Weder a leocl word sefter sprsec, 
lieard under helme (Beow. 341). ein allgemeiner teil untersucht 
die formen und arten dieser 'Variation' und die psychologische 



48 ^V. Englische spräche. 

grundlage des stilmittels mit zahlreichen erläuterungen an bei- 
spieleu aus der vedischen, griechischen, lateinischen, mhd. dich- 
tung. der statistische teil bringt belege aus der altn., altfries. 
und besonders ags. literatur. für die datierung eines denkmals 
und für die verfasserfrage kommt die Variation nicht in betracht. 

117. H. Bauch, Die kongruenz in der angelsächsischen 
poesie. diss. Kiel, 87 s. 

118. Th. Helmke, Beteuerungen und Verwünschungen bei 
Chaucer. diss. Kiel. 77 s. — Ch. steht in seinen beteuerungen 
den quellen durchaus unabhängig gegenüber. H. gibt ein voll- 
ständiges Verzeichnis aller beteuerungen, prozentweise angaben 
über die beteuerungen in den einzelnen werken und untersucht 
die sprachliche herkunft der in betracht kommenden ausdrücke 
und ihre Verwendung als Charakterisierungsmittel. 

119. M. Lampel, Der stil in L3dys lustspielen. diss. Greifs- 
wald. 1912. 

120. Ft. Stroheker, Doppelformen und rhythmus bei Mar- 
lowe und Kyd. Heidelberg, Winter. — in neuerer zeit wendet 
man dem einfluß von vers- und prosarhythmus größere aufmerk- 
samkeit zu: namentlich W. Franz und Tijn van Draat haben den 
gegenständ gefördert, bei der weite dieses gebietes ist es zweck- 
mäßig, zunächst einzeluntersuchungen für charakteristische Vertreter 
einer bestimmten sprachperiode anzustellen. Str. behandelt das 
Verhältnis zwischen doppelformen (more great statt greater) und 
rhythmus für Marlowe und Kyd. gerade für das Englische mit 
seiner neigung zu analytischer ausdrucksweise verspricht diese art 
der behandlung neue gesichtspunkte für formenlehre und syntax. 

— bespr. von E. Borst, ESt. 47,77—79. 

121. Gr. Hübener, Die stilistische Spannung in Miltons 
'Paradise lost'. (StudenglPh. ed. Morsbach, h. 51.) Halle, Nie- 
meyer. 57 s. 1,80 m. — wertvolle, philosophisch fundierte Unter- 
suchung über ein wichtiges kunstmittel der epik, den 'gespannten' 
Stil (vgl. den beginn des 'Paradise lost'), die darlegungen des vfs. 
geben interessante aufschlüsse über die innere form des Milton- 
schen epos und eröffnen ausblicke auf andere epiker und fremde 
literaturen. 

122. E. Gary, Beiträge zur Charakteristik von Stephen 
Phillips' Stil. diss. Marburg 1912. 

123. H. Junge, Der stil in den romanen Charlotte Brontes. 
diss. Halle 1912. 

124. Besprechungen früher verzeichneter Schriften: 1. Fijn 
van Draat, Rhythm in English prose. — vgl. Jsb. 1910,15,131. 

— bespr. von E. Kruisinga, Museum 20,337—339. — 2. E. Mer- 



XV. D. Metrik. 49 

rill, The dialogue in English literature. — vgl. Jsb. 1911,15,130. 

— bespr. von 0. Glöde, Litbl. 34,326—327. — 3. G. Krüger, 
Englische Synonymik. — vgl. Jsb. 1912,15,105. — bespr. von 
W. Franz, ESt. 47,79—81; H. Jantzen, Zfenglü. 12,178—179. 

— 4. G. Saintsbury, History of English prose rhythm. — vgl. 
Jsb. 1912,15,117. — bespr. Athen. 1912,11,209—210; Acad. 1913, 
1,105—106. 

D. Metrik. 

125. T. B. Rudmose-Brown, English and French metric. 
MLE. 8,104—108. 

126. H. Paulussen, Rhythmik und technik des sechsfüßigen 
Jambus im Deutschen und Englischen. (BoStud. ed. Bülbring, 
h. 9.) Bonn, Hanstein. IV,86 s. 2,80 m. 

127. K. D. Bülbring, Untersuchungen zur mittelenglischen 
metrik. in: Morsbach-festschrift. StudenglPh. h, 50. Halle, Nie- 
meyer. — eingehende Untersuchung über die schweif reimstrophe, 
in der 'Sir Perceval', 'Sir Degrevant' u. ä. romanzen verfaßt sind; 
im anschluß daran werden verschiedene metrische grundfragen er- 
örtert. B. wendet sich scharf gegen die von Schipper und Luick 
vertretene zweihebungstheorie zugunsten einer skansion mit vier 
oder drei hebungen. 

128. K. Schumacher, Studien über den Stabreim in der 
mittelenglischen alliterationsdichtung. 1,7. diss. Bonn. 96 s. 

129. K. Brandstädter, Stabreim und endreim in Lag'amons 
Brut. diss. Königsberg. 

130. E. F. Shannon, Chaucer's use of the octosyllabic verse. 
JEGPhil. 12,277—294. 

131. K. Wiehl, Thomas Kyd und sein vers. ein beitrag 
zur geschichte des engl, dramas. hauptt. 1. diss. München 1910. 

132. Anna Kerrl, Die metrischen unterschiede von Shake- 
speares 'King John' und 'Julius Caesar', gekrönte preisschrift. 
X,186 s. (BoStud. ed. Bülbring, h. 10.) 6 m. 

133. E. P. Morton, The Spenserian stanza in the eighteenth 
Century. MPhil. 10,365 — 391. — während im 17. jahrh. nur 
5 dichter die Spenserstanze verwenden, finden wir diese form im 
18. jahrh. bei 37 bekannten und 8 anonymen autoren in 57 ge- 
dichten. M. stellt die entwicklung und Umformung der stanze von 
Spenser bis Keats dar. 

134. E. Werner, Die verstechnik der Felicia Hemans. diss. 
Erlangen. 90 s. 

Walter Hübner. 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) II. Teil. 4 



50 XVI. Englische literatur. 



XVI. Englische literatur. 

A. Literaturgeschichte. 1. Allgemeines und bibliographie. 2. Gesamtdar- 
stellungen. 3. Einzelne gegenden. 4. Einzelne gattungen: a) Lyrik im 
allgemeinen, b) Ballade, c) Versepos, d) Prosaepos, e) Sage, f) Drama 
und stroitdichtung. g) Theatergeschichte, h) Kritik. 5. Einzelne perioden. 
6. Einzelne typen, personen und motive. 7. Einflüsse fremder literaturen. 
8. Geschichtliches und kulturgeschichtliches. 9. Sammlungen. Chresto- 
mathien. Festschriften. — B. Altenglische denkmäler. — C. Mitteleng- 
lische denkmäler. — D. Neuenglische denkmäler. 

A. Literaturgeschichte. 

1. Allgemeines und bibliographie. 

1. Keble's Lectures on poetry, 1832 — 1841. translat. by 
E. Kershaw Tran eis. 2 vols. Oxford, Clarendon press. 1912. 
434 und 534 s. — obgleich die 'Pi-aelectiones academicae' des 
führers der Oxt'order bewegung ausschließlich den griechischen 
und römischen klassikern gewidmet sind, s'^erdient ihre Übersetzung 
auch hier erwähnt zu werden, namentlich wegen der zahlreichen 
feinen bemerkungen, mit denen K. auf heimische dichter, vor 
allem auf Spenser und Shakespeare, bezug nimmt, dabei stört 
jedoch zweierlei den genuß erheblich: der gelehrte Verfasser gibt 
die belegstellen nicht im englischen urtext, sondern übersetzt sie 
stets ins griechische oder lateinische unter Verwendung passender 
antiker metren, und der herausgeber übertrumpft diese Sonderbar- 
keit noch dadurch, daß er seinerseits die zitate aus den klassikern 
in den geläufigsten englischen versübersetzungen vorführt, so er- 
scheint z. b. hier das 'Paradise lost' in lateinischen hexametern 
und Burns in griechischen distichen, dort die Ilias in einer mischung 
aus Pope und Chapman, und Virgil in Drydens spräche. 

2. L. Spence,A dictionary of medieval romance andromantic 
writers. London, Routledge. VI,395 s. — unter 'romance' ver- 
steht vf. *a tale written at any period between the eleventh and 
fourteenth centuries, which deals with the age of chivalry'. doch 
vermag er diese stoff abgrenzung weder inhaltlich noch zeitlich genau 
durchzuführen, wie z. b. die eingehende behandlung der sage vom 
ewigen Juden und die artikel über 'The king's quhair' und Tassos 
hauptwerk bezeugen, außer den englisch-schottischen werden die 
deutschen, nordischen, keltischen, französischen, spanischen und 
italienischen ritterromane berücksichtigt, das buch wendet sich 
ausdrücklich nicht allein an den gebildeten laien, sondern ebenso 
an den 'student of comparative literature and folklore'; für beide 
mag es in der tat als bequemes nachschlagebuch nicht ohne 
nutzen sein. 



XVI. A. Literaturgeschichte. 51 

3. L. Cazamian, Etudes de psychologie litteraire. Paris, 
Payot. 251 s. — darin u. a. : Histoire litteraire et histoire sociale 
(auszug aus einem Vortrag über 'La vie sociale et la religion de 
l'Angleterre au XIV me siecle', studiert an den 'Canterbury Tales' 
und 'Piers Plowman'). 

4. E. H. Coleridge, Realism in poetry. Transact. of the 
Eoyal Society of literat. 32,81—106. 

5. H. M. Chadwick, The heroic age. in: Cambridge ar- 
chaeological and ethnological series. Cambridge, Univers, press. 
1912. XI,474 s. — ein wertvoller beitrag zur vergleichenden 
literaturgeschichte der indogermanischen Völker, der erste teil des 
sehr reichhaltigen Werkes (kapp. I — VIII) handelt von der alten 
heldendichtung der Germanen, besonders ihrem gemeinsamen sagen- 
schatz. vf. weist darauf hin, daß alle diese erzählungen sich auf 
eine deutlich begrenzte geschichtsperiode beziehen, über die wir 
aus andern quellen ziemlich genau bescheid wissen, im zweiten 
teil (IX — XIV) werden dieselben punkte im hinblick auf die griechi- 
sche heldensage erörtert, hier fehlen anderweitige Zeugnisse fast 
gänzlich; infolgedessen war man bisher vielfach auf bloße Ver- 
mutungen angewiesen, an dieser stelle setzt des vfs. eigenste arbeit 
ein. durch sorgfältige vergleichung der griechischen mit der soeben 
dargestellten germanischen entwicklung gelingt es ihm, nicht nur 
für mehrere ältere hypothesen frische, kräftigere stützen zu ge- 
winnen, sondern darüber hinaus einen eigenen stattlichen neubau 
zu errichten (XV — XIX). die art, wie er Übereinstimmungen 
zwischen den beiden gruppen der heroischen dichtung aus ähnlich- 
keiten der beiderseitigen heldenzeitalter erklärt, und wie er andrer- 
seits aus den abweichungen nicht minder wertvolle einsieht in 
ihren sozialen, staatlichen und religiösen aufbau gewinnt, ist metho- 
disch höchst lehrreich. — unter den anmerkungen finden sich 
außer mehreren exkursen in das reich der keltischen und slavischen 
heldendichtung ein kurzer beitrag zur frage der heldennamen in 
englischen geschichtsurkunden und eine polemik gegen L. Mors- 
bachs datierung derjenigen urae. lautveränderungen, die zur alters- 
bestimmung des 'Beowulf dienen. — bespr. Athen. 1912,1,369 — 370 
und von A. Mawer, MLR. 8,207—209. 

6. E. Strassbery, Sketches on literature and modern life 
in form of short essays. I. Sketches on literature. II. Sketches 
on modern life. Wien, Perles. V,247 s. — noch nicht eingegangen. 

7. Sidney Lee, The place of English literature in the modern 
university. an inaugural lecture, delivered at East London College 
on Oct. 2, 1913. London, Smith, Eider. 29 s. 1/-. 

8. W. H. Schofield, Chivalry in English literature: Chaucer, 
Malory, Spenser, and Shakespeare, in : Harvard studies in comparative 

4* 



52 XVI. Englische literatur. 

literature. vol. II. Cambridge (U. S. A.), Frowde. 1912. X,294 s. 
S 1,50. — eine reihe von Vorlesungen, die der vf. im frühjahr 
1911 an der Sorbonne und der Universität Kopenhagen gehalten 
hat. er will darin zeigen, welchen einfluß das ursprünglich fran- 
zösische ideal der ritterlichkeit auf den englisch sprechenden teil 
der menschheit gehabt hat, und wie es selbst dadurch verändert 
worden ist. um die auswahl der im titel genannten vier Vertreter 
zu rechtfertigen, wird behauptet, sie seien 'die bedeutendsten 
Schriftsteller ihrer zeit, die eine dauernde einwirkung auf das ge- 
fühlsleben der englischen rasse ausgeübt haben', das Verhältnis 
Chaucers zur ritterlichkeit bezeichnet vf. als 'pragmatisch' (?), das 
Malorys als 'romantisch'; für Spenser findet er das Schlagwort 
'esoterisch', für Shakespeare 'historisch'. — bespr. Acad. 1913,1,587 
und von M. J. W[olf f], Cbl. 64,1338—1339 ('zu tief für eine bloße 
sehr geistreiche plauderei, nicht tief genug für ein wissenschaft- 
liches werk'). 

9. Carol. F. E. Spurgeon, Mysticism in English literature. 
in: The Cambridge manuals of science and literature. Cambridge, 
ünivers. press. VIII, 168 s. 1/-. — das büchlein verzichtet von 
vornherein auf eine einbeziehung der amerikanischen mystik. die 
englischen Vertreter dieser lebensstimmung — denn um eine solche, 
nicht um ein besonderes philosophisches System handelt es sich — 
werden in vier gruppen eingeteilt, zu den liebes- iind schönheits- 
mystikern gehören Shelley, Rossetti, Browning, Coventry Patmore 
und Keats. ihnen schließen sich Henry Vaughan, Wordsworth 
und Richard Jefferies als naturmystiker an. die philosophischen 
mystiker sind teils dichter, wie Donne, Traherne, Emily Bronte 
und Tennyson, teils prosaisten, wie William Law, Burke, Coleridge 
und Carljde. die letzte gruppe bilden die 'devotional and religious 
mystics'; von ihnen werden besonders der mittelalterliche Richard 
Rolle und der moderne William Blake eingehend betrachtet. 

10. Edith L. Elias, Great names in English literature. 
I. Chaucer to Bunyan. London, Harrap. 244 s. 1/6. — die 
prozession der großen englischen dichter, die die phantasievolle vf. 
in einem traumgesicht an dem leser vorüberziehen läßt, gliedert sich 
in diesem ersten band in fünf gruppen mit je einer zentralgestalt: 
Chaucer, Spenser, Shakespeare, Milton und Bunyan. im einzelnen 
herrscht das biographisch-anekdotische element durchaus vor; für 
die abstrakt-stofflichen zusammenhänge bekundet die vf. nur selten 
interesse. das buch ist eine leicht lesbare einführung in die lite- 
ratur Englands für den dortigen 'general reader', nicht mehr. — 
der begleitband, der passende auszüge aus den werken der hier 
behandelten dichter enthalten soll (vgl. hier abt. 9, nr, 79), wurde 



XVI. A. Literaturgeschichte. 53 

nicht mit zur besprechung geliefert; ein urteil über ihn ist daher 
nicht möglich. 

11. H. R. Steeves, Learned societies and English literary 
scholarship in Great Britain and the United States, doktorats- 
schrift. in: Columbia university studies in English and comparat- 
ive lit. New York, Columbia Univers, press. XIV, 245 s. — v£. 
schildert die entwicklung der gelehrten Organisation von Parkers 
'Assembly o£ antiquaries' (1572) an bis zu Turnivalls letzten 
gründungen. die amerikanische Sonderentwicklung tritt in diesem 
rahmen naturgemäß noch recht wenig hervor; sie beansprucht 
nur die letzten 14 selten. 

12. M. ßh. James, A descriptive catalogue of the mss. in 
the library of Corpus Christi College, Cambridge. 2 vols. Cambridge, 
Univers, press. 1912. 45/-. — bd. I (LXXXII,548 s.) enthält die 
nummern 1—250, bd. II (VIII,552 s.) 251—538 und den index. 

13. M. Rh. James, A descriptive catalogue of the mss. in 
the library of St. John's College, Cambridge. Cambridge, Univers, 
press. 410 s. 12/6. — lag nicht vor. 

14. R. A. Peddie, Fifteenth Century books. a guide to 
their Identification, with a list of the Latin names of towns and 
an extensive bibliogr. of the subject. London, Grafton. 89 s. 5/-. 

15. A. Sparke, Bibliographia ßoltoniensis : being a biblio- 
graphy, with biograph. details of Bolton authors, and the books 
written by them from 1550 to 1912; books about Bolton; and 
those printed and published in the town from 1785 to date. 
[Manchester,] Univers, press. XVI,211 s. 

16. Schon in früheren Jahrgängen verzeichnete Schriften: 
1. G. Saintsbury, A histor}'- of English prose rhythm. — vgl. 
Jsb. 1912,16,1. — ablehnend bespr. von M. Förster, JbdShG. 
49,247—248. — 2. J. Bailey, Poets and poetry (22 bücher- 
besprechungen, die zwischen 1903 und 1910 im 'Literary Supple- 
ment of The Times' erschienen sind und die englische literatur 
von Chaucer bis Meredith umfassen). — vgl. Jsb. 1912,16,2. — 
das ganze buch bespr. von F. C. D[anchin], Rev. germ. 9,101 — 102 
und B. Fehr, Anglia beibl. 24,9—10. 

2. Gesamtdarstellungen. 

17. The Cambridge history of English literature, ed. by 
A. W. Ward and A. R. Waller. Cambridge, Univers, press. 
vol. X: the age of Johnson. XVI,562 s. — bespr. NQ. 11. ser., 
VIII, 457 — 458 (vermißt näheres eingehen auf Johnsons stil und 
Thomsons Verhältnis zur natur sowie eine entstehungsgeschichte 
des englischen 'sentimentalism' und 'enthusiasm'). — besprechungen 



54 XVI. Englische literatur. 

früherer teile: V — VII bespr. von 0. Jespersen, NTfFil. 4. r., 
2,87—88. VII bespr. [von A. Brandl,] Archiv 129,519—520, 
von A. Feuillerat, Rev. germ. 9,625 — 626, von A. H. Upliam, 
JEGPhil. 12,668—671 und von W. Lewis Jones, MLR. 8,109—113. 
VIII bespr. Athen. 1912,1,382—383; von Ph. Aronstein, Anglia 
beibl. 24,44—49, von F. C. Danchin, Rev. germ. 9,627—628 
und von G. C. Macaulay, MLR. 8,223—227. IX bespr. Athen. 
1912,11,653; NQ. 11. ser., VII,198; von Ph. Aronstein, Anglia 
beibl. 24,308—313, von Ch. Bastide, Rev. crit. 75,86—87 und 
von C. van Doren, MLR. 8,381 — 387. 

18. W. B. Cairns, A history of American literature. Ox- 
ford, Frowde. 6/-. — bespr. Acad. 1913,1,43 ('an admirable sur- 
vey of Am. lit.'). 

19. Schon früher verzeichnete Schriften: 1. K. Weiser, 
Englische literaturgeschichte. 3. aufl. — vgl. Jsb. 1912,16,30. — 
bespr. von Herlet, BfGw. 48,150 — 153 und von A. Eichler, 
ZföG. 64,237—241. — 2. A. Schröer, Grundzüge und haupt- 
typen der engl, literaturgeschichte. 2. aufl. — vgl. Jsb. 1912, 
16,30. — bespr. v. F. Karpf, ZfRw. 1912, heft 7, v. G. Buch- 
ner, BfGw. 48,56, von Schittenhelm, Kbl. f. d. höh. schulen 
Württ. 20,72—73 und von A. Eichler, ZföG. 64,237 — 241. — 
3. F. S. Delmer, English literature from Beowulf to Bernard 
Shaw. 3. ed. — vgl. Jsb. 1912,16,30. — bespr. Acad. 1913,11,720; 
2. ed., von J. Baudisch, ZfRw. 28,294—295 und von A. Eich- 
ler, ZföG. 63,1102—1105. — 4. A. Lang, History of English 
literature from Beowulf to Swinburne. — vgl. Jsb. 1912,16,22. — 
bespr. Athen. 1912,11,182 ('something like the ordinary epitome 
•worked over by a brilliant writer'). — 5. Bertha Schmidt, 
A sketch of English literature. — vgl. anzeige Jsb. 1912,16,25. 

— bespr. von C. Reichel, Angl. beibl. 24,76 — 78 ('kann nicht 
empfohlen werden'). — 6. A. Lohr, Geschichte der engl, literatur. 

— vgl. Jsb. 1912,16,30. — bespr. von G. Schatz mann, ZfRw. 
28,226 und von Herlet, BfGw. 48,150—153. 

3. Einzelne gegenden. 

20. S. Moore, Patrons of letters in Norfolk and Suffolk, 
c. 1450. II. PMLA. 28,79 — 105. skizze einer geschichte der lite- 
ratur des östlichen Angelnlandes um die mitte des 15. jahrhs. — 
teü I, vgl. Jsb. 1912,16,155. 

21. Rezensionen: 1. Fr. Miller, The poets of Dum- 
friesshire. — vgl. Jsb. 1910,16,23. — bespr. von H. Hecht, ESt. 
46,302—306 (ein 'reifes und reichhaltiges buch'). — 2. E. M. 
Leather, The folk-lore of Herefordshire. — vgl. Jsb. 1912,16,43. — 
bespr. Athen. 1912,11,82. 



XVI. A. Literaturgeschichte. 55 

4. Einzelne gattungen. 

a) Lyrik. 

22. F. E. Schelling, The English lyric. in: The types of 
English literature, ed Neilson. Boston, Houghton Mifflin. X,335 s. 
I. Definitions (8 s.). — H. The medipeval lyric (22 s.). — III. Ly- 
rical poetry in the England of the Tudors (42 s.). — IV. The 
lyric in the reigns of the first two Stuart monarchs (39 s.). — 
V. The lyrical decline; from the restoration to the death of Cowper 
(37 s.). — VI. The lyric and the romantic revival (45 s.). — 
VII. The Victorian lyrists (70 s.) — VIII. Some successors of 
Swinburne and Meredith (37 s.). — Bibliography (20 s.) — Index. 
— bespr. von U. Walter, DLz. 34,3113—3115. 

23. Helen E. Sandison, The 'chanson d'aventure' in Middle 
English. in: Bryn Mawr College monographs, monogr. ser., vol. XII. 
Bryn Mawr, Pa. XII, 152 s. #1. — unter dem namen 'chansons 
d'aventure' faßt S. mit Chambers zwei gattungen französischer lyrik 
zusammen, deren eine als pastourelle bekannt ist, während die andere 
von Jeanroy als 'chanson dramatique', von G. Paris als 'chanson 
ä personage' bezeichnet wird, ihr wichtigstes gemeinsames merk- 
mal ist der meist knappe erzählende rahmen, der dialog und hand- 
lung umschließt. — nachdem die französische entwicklung beider 
gattungen skizziert worden ist, folgt eine eingehende betrachtung 
ihrer englischen und schottischen Vertreter aus der zeit zwischen 
1300 und dem erscheinen von Tottels 'Miscellany'. berücksichtigt 
werden dabei 134 gedickte, an die erörterung ihrer durchaus her- 
kömmlichen form schließt sich eine Zusammenstellung der in ihnen 
behandelten gegenstände; danach unterscheidet die vf. drei haupt- 
gruppen: liebeslieder, religiöse und lehrhafte lieder. bewußter 
nachahmung der französischen formvorbilder steht eine unverkenn- 
bare Selbständigkeit in ton und Inhalt gegenüber, der erste an- 
hang enthält zwölf bisher ungedruckte dichtungen; die andern bei- 
gaben bestehen in nützlichen nachschlageverzeichnissen. 

24. Adel. L. J. Gösset, Shepherd songs of Elizabethan 
England. werk-a-day shepherds, holiday shepherds, shepherds 
'passionate'. A pastoral garland. London, Constable. 1912. XX, 
139 s. 5-/. — bespr. von M. Förster, JbdShG. 49,261 : '50 proben 
elisabethanischer Schäferpoesie, lediglich nach ästhetischen gesichts- 
punkten ausgewählt'. 

25. M. R. James und G. C. Macaulay, Fifteenth Century 
carols and other pieces. MLR. 8,68 — 87. — abdruck der hs. 
St. John's Coli., Cambridge, S. 54, mit anmerkungen. die heraus- 
geber zählen 20 gedichte, von denen vier bereits gedruckt sind 



56 XVI. Englische literatur. 

(z. t. in anderen fassungen). das letzte ist arg verstümmelt. — 
vgl auch Jsb. 1911,16,31. 

26. Schon früher besprochen: 1. F. A. Patterson, Middle 
English penitential 13'ric. — vgh Jsb. 1912,16,89. — bespr. von 
K. Jost. DLz. 34,615—616; von C. Brown, MLR. 8,215—218; 
vonR. K. Root, ESt. 47,85—86 und von F. C. D[anchin], Rev. 
germ. 9,240—241. — 2. E. B. Reed, EngHsh lyrical poetry. — 
vgl. Jsb. 1912,16,33. — bespr. von N. Hepple, MLR. 8,389—392 
und von B. Fehr, Angl. beibl. 24,10—14. — 3. H. M. Hall, 
Idylls of fishermen. — vgl. Jsb. 1912,16,34. — bespr. von W. P. 
Mustard, MLN. 28,26 — 28 (nachweis zahlreicher kleinerer und 
größerer mängel) ; von G. C. Moore Smith, MLR. 8,392 — 394; von 
L. S. Friedland, JEGPhil. 12,674—677 und von G. Becker, AngHa 
beibl. 24,168. — 4. F. Delattre, English fairy poetr3^ — vgl. 
Jsb. 1912,16,44. — bespr. von M. Förster, JbdShG. 49,240—241 
und G. Becker, Anglia beibl. 24,167. — 5. F. Delattre, Robert 
Herrick, contribution ä l'etude de la poesie lyrique en Angleterre 
au XVIIe siecle. — vgl. Jsb. 1912,16,32 (wo titel unvollständig). 

— besprechung siehe hier nr. 204. 

bj Ballade. 

27. A. G. van Hamel, The bailad of king Lear. GRMon. 
5,307 — 318. — neben den chroniken und dem alten drama steht 
als weitere quelle der Lear-sage 'A lamentable song of the death 
of king Leare and his three daughters', eine ballade, die sich 
findet in der Sammlung 'A golden garland of princely pleasures 
and delicate delights' (3. aufl. 1620, abgedr. in Percys 'Reliques', 
ser. I, buch 2). die oft gestellte frage nach dem Verhältnis der 
ballade zu der tragödie beantwortet vf. dahin, daß beide dich- 
tungen von einander unabhängig entstanden sein müssen, um die 
tatsache auffallender Übereinstimmung in mehreren bestimmten 
motiven zu erklären, nimmt er neben der 'historical affinity', die 
hier nicht vorliege, eine davon streng zu trennende erscheinung, 
'psj^chological relationship', als gegeben an: Shakespeares idee des 
tragischen einerseits, der balladenstil andrerseits erklären ihm 
restlos alle gemeinsamen modifikationen. 

28. G. B. Woods, The bailad of 'The gypsy Davy'. MLN. 
27,242 — 244. — diese version der ballade 'The gipsy laddie' 
(Child nr. 200) ist seit etwa 1820 in mündlicher Überlieferung 
nachzuweisen; sie ist länger und vollständiger als irgend eine 
andere der amerikanischen fassungen, die Child aufgzeichnet hat. 

29. W. W. Greg, A ballad of Twelfth day. MLR. 8,64—67. 

— eine volksballade des 13. jahrhs., die in derselben Cambridger 
hs. steht wie die von Judas, aber nicht wie diese bei Wright 



. XVI. A. Literaturgeschichte. 57 

(Rel. Ant.) oder Child zu finden ist. die anmerkungen, zu denen 
W. P. Ker und (vermutlich) G. C. Macaulay beigesteuert haben, 
dienen der textgestaltung und der deutung des sinnes. 

30. Schon früher besprochen: K. Neßler, Geschichte der 
ballade 'Chevy chase'. — vgl. Jsb. 1912,16,89. — bespr. von 
O.Glöde, Litbl. 34,113— 115 und H.L obre, Archiv 130,180—181. 

c) Versepos, 

31. W. M. Dixon, English epic and heroic poetry. London, 
Dent. 0. j. — bespr. Athen. 1912,11,579 und Acad. 1913,1,5—6. 

d) Prosaepos. 

32. Schon früher besprochen: 1. W. Dibelius, Englische 
romankunst. — vgl. Jsb. 1912,16,89. — bespr. von H. Ey bisch, 
AfdA. 36,57—73. — 2. Ch. E. Morgan, The rise of the novel 
of manners. — vgl. Jsb. 1912,16,89. — bespr. von Fr. Brie, 
ESt. 46,300—302 und G. Becker, Anglia beibl. 24,168—169. — 
3. J. A. Mosher, The Exemplum in the early religious and 
didactic literature of England. — vgl. Jsb. 1912,16,118. — bespr. 
von G. H. Gerould, ESt. 47,81—85 und B. Fehr, Anglia beibl. 
24,4 — 8. — 4. E. Schulz, Die englischen schwankbücher bis 
herab zu 'Dobson's drie bobs' 1607. — vgl. Jsb. 1912,16,362. — 
besprechungen siehe hier nr. 227. 

e) Sage. 

33. K. Sandkühler, Der drachenkampf des hl. Georg in 
englischer legende und dichtung vom 14. — 16. jahrh. progr. des 
kgl. progymn. zu Pasing. 119 s. — die schrift war, nicht er- 
hältlich. 

34. Schon früher verzeichnet: 1. R. J. Peebles, The legend 
of Longinus. — vgl. Jsb. 1912,16,38. — bespr. von B. Fahr, 
Anglia beibl. 24,291 — 295 (eine 'von erstaunlicher belesenheit und 
außerordentlichem fleiß zeugende studio'). — 2. Johannes Bramis' 
historia regis Waldei, hrsg. von R. Imelmann. — vgl. Jsb. 1912, 
16,45. — bespr. von A. Klotz, Anglia beibl. 24,233—236. — 
3. L. A. Paton, Arthurian tales and chronicles. — vgl. Jsb. 1912, 
16,48. — bespr. von C. S. N ort hup, JEGPhil. 12,486—490. 

fj Drama und Streitdichtung. 

35. H. Craig, The origin of the Old testament plays. 
MPhiL 10,473 — 487. — die A. T.-spiele der misterienzyklen sind 
nicht aus dem 'processus prophetarum' erwachsen, wie man seit 
Sepet (1867) gemeint hat, sondern 'from the addition to the 
Passion play of a body of epical and homiletic material derived, 



58 XVI. Englische literatur. 

in the first instance, from the 'lectiones' and accompanying ritual 
of the church'. die A. T.-spiele sind also mit den osterspielen 
und nicht mit den weihnachtsspielen genetisch verknüpft, richtig 
ist Sepets ansieht dagegen für die spiele von Balaam, Nebukad- 
nezar und einigen anderen. 

36. F. W. Cady, The Passion group in Towneley. MPhil. 
10,587 — 600. — vf. beginnt mit einer knappen rekapitulierung seiner 
in früheren artikeln (PMLA. 24,419—469; JEGPh. 10,572—584; 
11,244—262. vgl. Jsb. 1912,16,249) dargelegten ansichten über 
Ursprung und inneren Zusammenhang der misterienzyklen. die 
vorliegende studie ist den Towneley-spielen gewidmet, von denen 
zunächst die passionsgruppe mit der des Yorkzyklus verglichen 
wird, hieraus ergibt sich wiederum wie bei den früheren ver- 
gleichen der beiderseitigen nativitäts- und auferstehungsgruppen 
die annähme eines liturgischen spiels als gemeinsamer quelle, eine 
besondere betrachtung wird dem schwierigen spiel T. 20 und 
seinen mutmaßlichen bearbeitern gewidmet, der meinung der miss 
Foster (vgl. Jsb. 1911,16,63), T. 20 und 22 seien durch die 'Nor- 
thern passion' beeinflußt, pflichtet der vf. nur für eine stelle in 
T. 20 ohne einschränkung bei. — an zweiter stelle gilt seine auf- 
merksamkeit der gruppe des A. T. hier weichen alle zykien er- 
heblich voneinander ab, im einzelnen ersetzt der vf. ten Brinks 
ansieht über den Ursprung der beiden T.-spiele von Isaac und 
Jakob durch die annähme, diese stücke seien aus einem zyklus des 
östl. mittellands von dem bearbeiter von T. übernommen, um die 
kluft zwischen sündenfall und Maria Verkündigung zu überbrücken. 
— zu Schluß faßt C. seine früheren und jetzigen ausführungen 
noch einmal mit erfreulicher klarheit zusammen. 

37. Early English classical tragedies. ed. with introduction 
and notes by J. W. Cunliffe. Oxford, Clarendon press. 1912. 
C,352 s. 7/6. — die einleitung gibt eine ausführliche entwick- 
lungsgeschichte der abendländischen tragödie von Seneca bis zu 
'Titus Andronicus' und den historienstücken der Shakespearezeit, 
auch die kunstkritik des Zeitraums bleibt nicht unbeachtet, den 
hauptteil bildet der abdruck von vier wichtigen Vertretern der 
alten tragödie: *Gorboduc', 'Jocasta', 'Gismond of Salerne' und 
'The misfortunes of Arthur', daß das dritte dieser dramen schon 
einmal neu herausgegeben worden ist (von A. Brandl in den 
'Quellen des weltlichen dramas in England', Straßburg 1898), 
scheint dem gelehrten vf. unbekannt geblieben zu sein. — 'warmly 
recommended' von G-. C. Moore Smith, MLR. 8,218 — 220. weitere 
besprechungen von M. Förster, JbdShG. 49,251 — 252, von 
Ch. Bastide, Rev. crit. 75,68—69 und F. C. Danchin, Rev. 



XVI. A. Literaturgeschichte. 59 

germ. 9,477—478; in NQ. 11. ser., VII,79— 80 und Athen. 1912, 
11,455—456. 

38. Joh. Ballein, Jeremy Colliers angriff auf die englische 
bühne. ein beitrag zur gesch. des engl, dramas. Marburg, Elwert. 
1910. X,251 s. 4,80 m. — liegt bisher nicht vor. — nach der 
besprechung von A. Eichler, DLz. 34,3046 — 3048 bietet die ar- 
beit 'eine erschöpfende darstellung der gesamten bühnenkontro- 
verse', mit dem wichtigen ergebnis, daß Collier 'nun nicht mehr 
als der reformer, sondern nur als ein reformer unter vielen . . . 
betrachtet werden muß'. 

39. J. H. Hanford, The mediseval debate between wine 
and water. PMLA. 28,315 — 367. — mit tierepos und fablel 
teilt dieses typische beispiel des mittelalterlichen 'conflictus' (streit- 
gedicht nicht zwischen individuen, sondern Personifikationen) die 
eigenschaft weitester Verbreitung und damit reichster differen- 
zierung. der vf. betrachtet nacheinander die lateinischen, fran- 
zösischen, spanischen, italienischen, deutschen, hebräischen und 
englischen Spielarten der gattuug. von ihren deutschen Vertretern 
erfahren Hans Sachsens 'Kampffgesprech' von 1536 und die drei 
fassungen in Arnim und Brentanos 'Wunderhorn' nähere betrach- 
tung. in England steht an erster stelle ein anonymes dramatisches 
Streitgespräch, 'Wine, beere, and ale, together by the eares' (1629), 
dessen 2. aufl. Halliwell 1881 gedruckt hat; als dichter betrachtet 
vf. einen Cambridger musensohn, dem er (vorläufig ohne nähere be- 
gründuug) noch zwei andere dialoge zuweist, von weiteren eng- 
lischen Streitgedichten zwischen wein und wasser kennt vf. nur 
noch einen zweistrophigen kinderreim, der offenbar aus Deutsch- 
land übernommen ist. 

40. Schon früher verzeichnete Schriften: 1. E. N. S. Thomp- 
son, The English moral plays. — vgl. Jsb. 1911,16,78. — bespr. 
von E. K. Chambers, MLR. 8,121 (lobt die darstellung der 
homilaria und exempla und der Verwendung des dialogs in den 
mittelalterlichen predigten). — 2. F. H. Ristine, English tragi- 
comedy. — vgl. Jsb. 1911,16,78 (wo irrig Humphrey st. Ristine 
als autorname). — bespr. von E. Bernbaum, JEGPhil. 12,335 — 337. 

— 3. W. Wo dick, Jakob Ayrers dramen in ihrem Verhältnis zur 
einheimischen literatur und zum Schauspiel der engl, komödianten. 

— vgl. Jsb. 1912,16,65. — lobend bespr. von F. Eichler, DLz. 
34,1772—1773; ferner von M. Förster, JbdShG. 49,233—234, 
von R. Raab, Cbl. 64,250—251 und von F. P[iquet], Rev. germ. 
9,248. — 4. Ch. W. Wallace, The evolution of the EngHsh 
drama up to Shakespeare. — vgl. Jsb. 1912,16,73. — bespr. 
Athen. 1912,11,531; mit ablehnung der entwicklungsgeschichtlichen 
konstruktionen des vfs. von W. Keller, JbdShG. 49,210—214, 



60 XYI. Englische literatur. 

Ph. Aronstein, Anglia beihl. 24,97 — 104 und B. Neuendorff, 
Cbl. 64,1051—1052. 

g) Theatergeschichte. 

41. J. A. Nairn, Boy-actors under the Tudors and Stuarts. 
Transact. of the Royal Soc. of lit. 32,60 — 78. — vf. betrachtet 
nacheinander die beiden haupttruppen der schauspielerknaben. 
I. die Chorknaben; sie wurden regelrecht ausgebildet, in erster 
Knie als kirchensänger, später auch als Schauspieler, sie sondern 
sich in drei gruppen, die einzeln geschildert werden: die knaben 
der kgl. kapelle, von 1420 — 1626 nachweisbar; die kirchenchoristen 
der St. Pauls-kathedrale (nicht der schule), die bis 1590 vor 
Elisabeth gespielt haben und dann vermutlich zehn jähre lang 
feiern mußten; endlich die knaben der kgl. kapelle zu Windsor, 
die nur zwischen 1564 und 1579 erwähnt werden. II. die schüler, 
und zwar die von Eton, seit 1525; die von Westminster, vermutlich 
1555 durch Udall organisiert, und die der Merchant taylors' school, 
deren erster direkter (1561) R. Mulcaster war, der schüler Udalls. 
— die bekannte Hamlet-steile (11,2,340 — 385) wird eingehend 
erörtert. 

42. Ch. C. Stopes, The Burbages, founders of the modern 
stage. Transact. of the Royal Soc. of lit. 32,107 — 145. 

43. A. H. Thorndike^ siehe hier nr. 84. 

44. T. S. Graves, Night scenes in the Elizabethan theatres. 
ESt. 47,63 — 71. — vf. liefert mit anknüpf ung an W. J. Lawrence 
(ESt. 45,181 — 200) einen beitrag zur frage der bühnentechnik in 
den theatern der Shakespearezeit. 

45. V. E. Albright, Two of Percy's plays as proof of 
the Elizabethan stage. MPhil. 11,237 — 246. — die besonders in 
den letzten jähren oft als quellen für die kenntnis der elisa- 
bethanischen bühneneinrichtung herangezogenen beiden stücke 
William Percys, 'The cuckqueans and cuckolds errants' und 'The 
faery pastoral', eignen sich, wie vf. nachweist, hierfür sehr wenig, 
das hahnreispiel hat die lateinische bühne der Terenz- und Plautus- 
stücke zur Voraussetzung, und die recht alberne feenkomödie, nicht 
minder reich an unmotivierten lateinzitaten, ist augenscheinlich für 
eine aufführung bei hofe bestimmt gewesen, mit der normalen 
Volksbühne der Elisabethzeit haben danach beide stücke nicht den 
mindesten Zusammenhang. 

46. Schon früher verzeichnet: 1. W. J. Lawrence, The 
Elizabethan playhouse. — vgl. Jsb. 1912,16,75. — bespr. von 
A. Brandl, JbdShG. 49,214—216 (Ls. große belesenheit sei zu 
loben, seine auffassung vom gerüstbau auf der bühne jedoch ab- 
zulehnen). — 2. D. E. Oliver, The English stage. — vgl. Jsb. 



XVI. A. Literaturgeschichte. 61 

1912,16,77. — bespr. Athen. 1912,11,283 und von M. Förster, 
JbdShG. 49,253 ('flott und unterhaltend geschrieben'). 

h) Kritik. 

47. J. Routh, The classical rule of law in English criticism 
of the 16th and 17th centuries. JEGPhil. 12,612—630. — die 
drei hauptbestandteile der klassizistischen kunstlehre sind die Vor- 
schriften der alten, die spräche der gebildeten Unterhaltung und 
der aristokratisch-militärische geschmack des hofes. dazu kommt 
ferner durch Corneille ein starker französischer einschlag. aus 
dem streben, jedem gedanken den ihm angemessenen sprachlichen 
ausdruck zu geben ('decorum'), entwickeln sich später die forder- 
ungen der geschichtlichen treue und der lokalfarbe. — der gänz- 
liche verfall der in Dryden kulminierenden klassizistischen kunst- 
lehre erfolgt gerade zu der zeit, wo die klassizistische kunstübung 
ihren gipfel erreichte, im 18. jahrh. schuld daran ist neben den 
zahlreichen inneren Widersprüchen der kritiker besonders der lang- 
sam erstarkende zweifei an der möglichkeit, in Sachen der dicht- 
kunst überhaupt allgemein gültige regeln, 'gesetze' aufzufinden, 
solche Skepsis, deren erste verboten schon bei Ben Jonson be- 
gegnen, und die sich bis zu Dryden selbst verfolgen läßt, ist im 
kerne romantisch. zwischen diese beiden bald sich heftig be- 
fehdenden kunstanschauungen schiebt sich als dritte die kompromiß- 
lehre des rationalismus, wie sie schon Milton (vorrede zu 'öamson 
Agonistes') vertritt. — zu Schluß wird gezeigt, welche antworten 
das 16. und 17. jahrh. auf die keimfrage des modernen realismus 
gegeben hat, die frage nach dem Verhältnis der kunst zu Wirk- 
lichkeit und Wahrheit. 

48. Schon früher verzeichnet: 1. D. Klein, Literary criticism 
from the Elizabethan dramatists. — vgl. Jsb. 1912,16,89. — bespr. 
von A. Feuillerat, Rev. germ. 9,629. — 2. G. M. Miller, The 
historical point of view in English literary criticism from 1570 — 1770. 
— vgl. Jsb. 1912,16,52. — als 'fleißig und gediegen' bezeichnet 
von M. J. W[olff], Cbl. 64,1489. 

5. Einzelne perioden. 

49. Kuno Meyer, Über die älteste irische dichtung. 1. rhyth- 
mische alliterierende reimstrophen. in: Abhandl. der preuß. akad. 
d. wiss. Berlin, Reimer. 1913. 61 s. — während die große 
masse altirischer poesie in nachahmung der gereimten lateinischen 
kirchenhymnen durchgängig silbenzählung aufweist, ist das metrische 
hauptprinzip der noch wenig erforschten ältesten irischen dichtung 
die rhythmische gliederung, mit regelmäßigem Wechsel von hoch- 
und tiefton. eine gruppe dieser dichtungen, die wohl dem 7. jahrh. 



62 XVI. Englische literatur. 

angehört, also die unmittelbare Vorgängerin der ältesten silben- 
zählenden gedichte darstellt, zeigt durchgängig Strophen von zwei 
langzeilen, deren jede wieder aus zwei durch zäsur getrennten kurz- 
zeilen besteht, eigentümlich ist bei diesen und anderen (auch silben- 
zählenden) gedichten die art der alliteration : der gleichklang des 
anlautes verbindet nämlich zwei, drei xind mehr aufeinanderfolgende 
Wörter, bis eine neue alliteration eintritt, die nun ihrerseits die 
Verknüpfung der folgenden Wörter bewirkt. — diese dichtungs- 
gattung rhythmischer, alliterierender Vierzeiler sondert sich wiederum 
in zwei gruppen: das kennzeichen der älteren ist reimlosigkeit, 
das der jüngeren der durchgeführte endreim, dessen erfindung 
das buch von Leinster einem seiner könige des 2. jahrhs. n. Chr. 
zuschreibt, vf. druckt die vier ihm bekannten gedichte dieser 
jüngeren gruppe ab und bespricht jedes eingehend; zwei von ihnen 
werden außerdem vollständig übersetzt. 

50. Gr. Sarrazin, Von Kädmon bis Kynewulf. eine literar- 
historische Studie. Berlin, Mayer & Müller. 111,174 s. — nach- 
dem einleitend die kriterien zusammengestellt sind, die eine chrono- 
logische anordnung der ae. denkmäler ermöglichen, beschäftigt sich 
das I. kapitel (25 s.) mit Kädmon. ihm ist außer dem Hymnus 
(um 700 vf.) auch Genesis A (zwischen 670 und 690) 'im wesent- 
lichen' zuzuschreiben; weitere dichtungen sind von ihm nicht er- 
halten. — IL kap.: 'Kädmons nachfolger' (14 s.). 'Daniel' steht 
stilistisch Kädmon nahe; die abfassungszeit liegt zwischen 700 
und 720. 'Exodus' dagegen ist aus mehreren gründen später anzu- 
setzen, um 730 — 740. — die höfische epik der Angelsachsen 
schöpft nicht aus heimischen, sondern aus nordgermanischen, be- 
sonders friesischen und dänischen sagen, der erste teil des III. kap. : 
'Spuren und reste der heldendichtung', hat 'Widsith' zum gegen- 
ständ (10 s.). das gedieht ist bestimmt älter als der 'Beowulf; 
doch ist es schwerlich noch im 7. jahrh. verfaßt, wahrscheinlich 
erst im 2. Jahrzehnt des 8. der dichter des historischen kerns, 
in Ostholstein oder Mecklenburg beheimatet, wanderte um 550 'von 
osten her' zu Eormenric. das war natürlich nicht der berühmte 
Gotenkönig (geötena cyning), sondern der Jütenkönig (eötena c.) 
Irminric (f 560), der vater ^thelberhts von Kent. erst ein 
späterer, ags. umdichter des 8. jahrhs. hat die bekannte ver- 
tauschung vorgenommen. — stellt W. die älteste form der epi- 
schen heldenlieder dar, die katalogartige aufzählung, so wird ihre 
letzte phase, das ausgebildete höfische epos, durch 'Beowulf ver- 
treten, dem der hauptteil des kapitels (33 s.) gewidmet ist. der 
Standpunkt des Originaldichters ist durchaus unenglisch, sein stil 
deutlich skandinavisch, z. b. in der vorliebe für den 'zeilenstil' 
an stelle des 'hakenstils', wie H. Möller gefunden hat. als heimat 



XVI. A. Literaturgeschichte. 63 

des ags. nachdichters ist nicht Mercien, auch wohl nicht Bernicia, 
sondern Doira (Yorksh.) anzunehmen. die einwirkung keltischer 
spräche und dichtung ist nur gering, nicht stärker als auch sonst 
in ags. denkmälern. seinem stände nach war der bearbeiter keines- 
falls ein geistlicher, sondern 'ein spielmann, der später in ein 
kloster ging', sein werk gehört der 2. hälfte des 8. jahrhs, an, 
etwa der zeit zwischen 760 und 765; die Originaldichtung ist da- 
gegen etwa 30 jähre früher entstanden, das 'drachenlied' wohl einige 
jähre später als der erste, größere teil, hat vf. früher in B. ein- 
fach die Übertragung eines altdänischen epos gesehen, so nimmt 
er jetzt 'mindestens drei übereinander liegende schichten der Über- 
lieferung' an: die dänische Originaldichtung, eine friesische um- 
dichtung und erweiterung als Zwischenstufe (vgl. Müllenhoff) und 
die altnordhumbrische bearbeitung. dem friesischen Sänger sind 
die episoden von Hygelac und Fmn zuzuschreiben, dem ags. scop 
die von Offa. — IV. kap.: 'Die Exeter-rätsel und das traum- 
gesicht vom kreuze' (18 -f- 20 s.). die rätsei betrachtet vf. nach 
wie vor als einheitlich; entstanden sind sie, wie literar- und 
sprachgeschichtliche erwägungen ihn lehren, 'kaum vor 730' und 
'kaum nach 740', also noch vor Beow., und dessen ags. bearbeiter gilt 
ihm auch als vf. der rätsei. dieser hervorragende dichter ist aber 
ferner identisch mit dem autor der traumdichtung, in dem Cook 
gewiß mit recht den jungen Kynewulf vermutet hat, wenn axich 
vf. den namen für ziemlich nebensächlich erklärt. — das V. kap.: 
'Guthlac der einsiedler und der sogen. Christ' (27 s.) schließt den 
kreis der literarhistorischen Synthese mit einer ausführlichen be- 
gründung der annähme, daß der nordhumbrische Beowulf-dichter 
Kynewulf ebenfalls Guthlac B und also — als Jugendarbeit — 
auch Gruthlac A verfaßt habe (etwa zwischen 735 und 745, höchst 
wahrscheinlich 741 — 742), daß dagegen von den drei teilen des 
'Crist' nur die 'himmelfahrt' (II) von derselben band herrühre, 
während der älteste teil, Crist III, als bindeglied zwischen Käd- 
monischem stil und Kynewulf vielleicht die von diesem gefertigte 
bearbeitung einer irgendwie auf Kädmon zurückgehenden dichtung 
sei. — die 'Nachträge und anmerkungen' wenden sich gegen die 
bezeichnung der ags. literatursprache als westsächsisch, verwerten 
die annähme einer vulgär-angiischen spräche für die erklärung 
der engl, flexionsentwicklung und erörtern in oft lebhafter polemik 
noch manche andere Streitfrage. 

51. W. P. Ker, English literature, mediseval. in: Home 
university library. London, Williams and Norgate. o. j. 1/-. — 
9 kapp.: 1. Int'roduction. 2. The Anglo-Saxon period. 3. The 
Middle EngHsh period. 4. The romances. 5. Songs and ballads. 
6. Comic poetry. 7. Allegory. 8. Sermons and histories in verse 



64 XVI. Englische literatur. 

and prose. 9. Chaucer. — bespr. Athen. 1912,1,494 — 495 und 
von Martha H. Shackford, MLN. 27,253—255. 

52. F. E. Schelling, Elizabethan drama 1558 — 1642. stu- 
dents' edition. 2 vols. Boston 1911. — bespr. von R. A. Law, 
JEGPhil. 12,077—682. — über die l..aufl. vgl. Jsb. 1910,16,75. 

53. Restoration plays from Dryden to Farquhar. with an 
introduction b}^ E. Gosse, in: Everyman's library. London, Dent. o. j. 

— inhalt: Dryden, All for love; Wycherley , The country wife; 
Congreve, The way of the world; Otway, Venice preserved; 
Farquhar, The beaux' stratagem; Vanbrugh, The provoked wife. 

— bespr. Athen. 1912,11,319. 

54. H. Walker, Outlines of Victorian literature. Cambridge, 
Univers, press. VIII,224 s. 3/-. — nicht eingegangen. 

55. G. K. Chesterton, The Victorian age in literature. in: 
Home university library, bd. 70. London, Williams and Norgate. 
o. j. 256 s. 1/-. — nicht etwa ein englisches seitenstück zu 
L. Kellners systematischem werk, sondern eine nur durch dünnen 
logischen faden verbundene reihe von oft geistreichen, gern mit 
glänzenden antithesen und schillernden paradoxen spielenden be- 
trachtungen und Wertungen des victorianischen Schrifttums, die 
durch gelegentliches hervortreten echt insularer verständnislosigkeit 
für kontinentale, besonders deutsche Verhältnisse noch amüsanter 
wirken. 

56. Schon früher verzeichnete Schriften: 1. C. Richter, 
Chronologische Studien zur ags. literatur. — vgl. Jsb. 1911,16,90. 

— bespr. von H. Hecht, Archiv 130,430 — 432 (eine 'klare und 
besonnene arbeit'). — 2. F. J. Snell, The age of Alfred. — vgl. 
Jsb. 1912,16,99. — bespr. von F. Klaeber, ESt. 46,287—290. 

— 3. M. W. Smyth, Biblical quotations in Middle English liter- 
ature before 1350. — vgl. Jsb. 1911,16,80. — bespr. v. 0. Gl öde, 
Litbl. 34,149 — 150 und ausführlich von R. Röhmer, Archiv 129, 
481 — 485. — 4. A. Müller, Mittelengl. geistl. und weltl. lyrik 
des 13. jahrh. — vgl. Jsb. 1912,16,89. — bespr. von 0. Zippel, 
Archiv 130,182—183. — 5. C. F. T. Brooke, The Tudor drama. 

— vgl. Jsb. 1912,16,89. — bespr. von M. Förster, JbdShG. 49, 
250 — 251 ('eine treffliche gesamtdarstellung') und von R. A. Law, 
JEGPhil. 12,677—682. — 6. A. Bartels, Shakespeare und das 
engKsche drama im 16. u. 17. jahrh. — vgl. Jsb. 1912,16,98. — 
bespr. von Isenberg, Kbl. f. d. höh. schulen Württ. 20,250 — 251. 

— 7. G. M. Miller, The historical point of view in English liter- 
ary criticism from 1570 — 1770. siehe hier nr. 48,2. — 8. 0. El- 
ton, A survey of English literature, 1780 — 1830. 2 vols. London, 
E.Arnold. 1912. XV,456 s., XII,475 s. — vgl. Jsb. 1912,16,90. — 



XVI. A. Literaturgeschichte. 65 

lobend bespr. v. K. Holl, Cbl. 64,51—52. — 9. I. M. Kennedy, 
Englisb literature, 1880—1905. — vgl. Jsb. 1912,16,92. — bespr. 
Athen. 1912,11,182. 

6. Einzelne typen, personen und motive. 

57. J. Blaß, Die entwicklung der figur des gedungenen 
mörders im älteren engl, drama bis Shakespeare. Gießener diss. 
Mainz, v. Zabern. 77 s. — berücksichtigt werden vom drama des 
mittelalters die vier misterienzyklen und die Digby-spiele, von den 
alten tragödien Prestons 'Cambj'ses' und 'King Leir'. unter Shake- 
speares Vorgängern erfährt neben Greene und Kyd besonders 
Marlowe eingehendere behandlung. bei Shakespeare wird unter- 
schieden zwischen der ausführung des mordes auf der bühne 
('Macbeth', 'Richard III.' nebst dem alten drama) und dem bericht 
über den hinter der bühne vollzogenen mord ('Macbeth', 'Lear', 
'Henry VI.' B, 'Richard III.'). als pseudo-shakespearesche dramen 
folgen dann noch 'Arden of Feversham' und 'Pericles'. zu Schluß 
versucht der vf. seine ergebnisse zu einer entwicklungsgeschichte 
der gestalt zusammenzufassen. 

58. K. Borchers, Die jagd in den me. romanzen. diss. 
Kiel 1912. XI,66 s. — im mittelalterlichen Schrifttum Englands 
nehmen die romanzen dadurch eine besondere Stellung ein, daß sie 
das weltlich-höfische leben am unmittelbarsten und anschaulichsten 
schildern, deshalb hat vf. bei seinem versuch, die auf die jagd 
sich beziehenden belegstellen der me. literatur zu einer zusammen- 
hängenden darstellung zu verarbeiten, sich zunächst auf dieses 
teilgebiet beschränkt, genaue vergleichung mit den quellen und 
vorlagen ermöglicht es ihm, das eigengut eines dichters von dem 
konventionell überkommenen zu sondern, die Stoffanordnung ist 
nicht die chronologische, die ja zahllose Wiederholungen zur folge 
haben müßte, sondern eine systematische, indem die jagd und 
alles, was dazu gehört, unter 29 gesichtspunkten betrachtet wird, 
zwei weitere abschnitte handeln von der jagd in der spräche der 
me. romanzen und von den in ihnen begegnenden jagdszenen. 

59. Franz Punk, Die englischen Hannibaldramatisierungen 
mit berücksichtigung der bearbeitungen des Stoffes in den übrigen 
literaturen. diss. München 1912. X,84 s. — die arbeit bietet 
eine chronologisch geordnete Zusammenstellung von 37 Hannibal- 
dramen, die zwischen 1584 und 1911 erschienen sind, davon ent- 
stammen je eins Spanien und Holland, sieben Italien, je neun 
Deutschland und England und zehn Frankreich, von den stücken, 
die gedruckt vorlagen und dem vf. bequem zugänglich waren, gibt 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) II. Teil. 5 



66 XVI. Englische literatur. 

er eine kurze inhaltsübersicht, nach auf zügen geordnet; daran schließt 
sich meist eine knappe, anspruchslose betrachtung, die nur selten 
als kritische Würdigung bezeichnet werden kann, den schluß bildet 
eine aufzählung aller Hannibalopern, die im 'Dictionnaire des 
operas' verzeichnet sind. — hätte der vf. nicht von vornherein 
darauf verzichtet, die büchereien des Britischen museums und der 
Pariser nationalbibliothek auszubeuten, so wäre die kleine abhand- 
lung trotz ihres viel zu weit gespannten themas als fleißige material- 
sammlung schätzenswert. 

60. M. Wagner, Hollands geisterdramen und ihre beziehung 
zu den übrigen europäischen literaturen. diss. München. 48 s. 
— die Veröffentlichung enthält augenscheinlich nur ein winziges 
bruchstück der umfangreichen und wichtigen arbeit, die der titel 
verheißt; wo die ganze Untersuchung erscheinen soll, wird leider 
nirgends gesagt, was in diesem teildruck vorliegt, ist zunächst 
der versuch einer Stoffgruppierung, der erhebliche bedenken erregt, 
anstatt sich auf die gewöhnliche art von geistern, diejenigen ver- 
storbener, zu beschränken, wie das die (s. 13 — 15) breit kritisierte 
Studie eines Vorgängers mit gutem gründe getan hat, gedenkt vf. 
folgende gruppierung zu wählen: 1. geister von verstorbenen, 
2. geister im allgemeinen (?), 3. dämonische geister, 4. Gott, 
heilige, engel, genius, 5. die götter des altertums (aber Morpheus 
gehört zu gruppe 3!), 6. Zauberkünste (darunter auch: aufer- 
stehung toter auf göttlichen befehl!), 7. beschwörung, 8. seeien- 
verschreibung. — die literarhistorischen hauptergebnisse der 'ein- 
führung' habe ich soeben für das 'Archiv' kurz zusammengestellt 
(bd. 133, s. 235). hinzuzufügen ist, daß vf. inzwischen einen 
weiteren beitrag zu dem thema geliefert hat in seinem 'Versuch einer 
psychologisch-ästhetischen Würdigung von Shakespeare's »Titus An- 
dronicus« und Jan Vos' »Aran en Titus«' (Tijdschr., deel. 32, 25 s.). 

61. J. Wirl, Orpheus in der engl, literatur. in: Wiener 
beitrage, bd. 40. Wien, Braumüller. XI, 103 s. — die ein- 
leitung handelt von 'Orpheus in der antike', leider hat vf. für 
diesen abschnitt neben Gerhards akademieabhandlung (1861) nicht 
auch das bedeutende buch von Ernst Maaß (München 1895) heran- 
gezogen; obwohl vielfach allzu hypothetisch, hat diese dreißig jähre 
jüngere schrift doch manche ansieht der älteren forschung richtig 
gestellt, auch hätte dann die ansprechende Vermutung, wonach 
Orpheus und Eurydike als das alte herrscherpaar des Hades zu 
gelten haben, gewiß die gebührende beachtung gefunden, zu dem 
s. 12 erwähnten Boethius-kommentar ist zu bemerken, daß dies werk 
nicht, wie vf. meint, von Thomas von Aquino verfaßt ist, unter dessen 
namen es geht, sondern wohl von Thomas Waleis (vgl. M. Mani- 
tius, Gesch. der lat. lit. des m.-a., I. teil, 1911, s. 35). — der 



XVI. A. Literaturgeschichte. 67 

hauptteil der reichhaltigen arbeit gilt dem Schicksal der sage auf eng- 
lischem boden. hier stehen zunächst die beiden gedichte im Vorder- 
grund, deren vergleichung den kern der abhandlung bildet: der me. 'Sir 
Orfeo' und Henrisouns 'Orpheus and Eurydice'. als gewährsmann 
für seine moralisierende auslegung der sage nennt der Schotte 
neben Boethius einen 'edlen theologen, doctor Nicolas', und W. 
bemüht sich nun vergeblich, diesen unter dem englisch-schottischen 
klerus der zeit zu ermitteln, wahrscheinlich aber meint Henrisoun 
den vf. jenes moralisch-allegorischen Ovid-kommentars, der dem 
Nicolaus Triveth oder Treveth zugeschrieben wurde und das ältere 
werk des Guillaume de Conches zugleich ausbeutete und ver- 
drängte (Manitius, s. 35; vgl. noch Haureau i. d. Mem. de l'Ac. des 
inscript. et belies lettres, bd. 29). — die darstellung der ne. Orpheus-lite- 
ratur ist sehr ausführlich und gründlich, ohne daß jedoch die aufge- 
wandte mühe sich überall recht lohnte, so muß z. b. der leser eine elf 
Seiten füllende analyse der umfangreichsten aller Orpheusdichtungen, 
der langatmigen versdrechselei eines A. Dillon, über sich ergehen 
lassen, um schließlich die Versicherung zu erhalten, daß das werk 
mit vollem recht in weitesten kreisen unbekannt geblieben ist. — 
im Verzeichnis der verwerteten literatur fehlt die schrift von 
Th. Turner (zu s. 15). — kurz angezeigt DLz. 34,1642 — 1643 
und Acad. 1913,11,397; bespr. von F. Gschwind, Anglia beibl. 
24,365— 366( 'excellent of its kind'). 

62. Fr. Aydelotte, Elizabethan rogues and vagabonds and 
their representation in contemporary literature. in: Oxford histor- 
ical and literary studies, vol. 1. Oxford, Clarendon press. 200 s. 
7,6. — lag nicht vor. 

63. Christab. F. Fiske, Animals in early English ecclesiastical 
literature, 650—1500. PMLA. 28,368—387. 

64. Schon früher verzeichnet: 1. W. L. Jones, King Arthur 
in history and legend. — vgl. Jsb. 1912,16,47 und 18,105. — 
bespr. von Th. Mühe, Anglia beibl. 24,298—299. — 2. M. Bu- 
land, The presentation of time in the Elizabethan drama. — vgl. 
Jsb. 1912,16,63. — bespr. von M. Förster, JbdShO. 49,236—237. 
— 3. J. Douady, La mer et les poetes anglais. — vgl. Jsb. 1912, 
16,106. — bespr. Polybibl. 128,334—335; von A. Koszul, Rev. 
germ. 9,482—483 und Ch. Bastide, Rev. crit. 76,288—289. 

7. Einflüsse fremder literaturen. 

65. F. Wiener, Naogeorgus im England der reformations- 
zeit. Berlin, Mayer u. Müller. 111,145 s. — diese erweiterte 
bearbeitung des wichtigen gegenständes lag bis zum abschluß des 
berichtes noch nicht vor; ein vergleich mit der dissertation von 
1907 ist daher vorläufig nicht möglich. 

5* 



68 XYI. Englische literatur. 

66. E. M. Spearing, The Elizabethan translations of Seneca's 
tragedies. Cambridge, Heffer. 1912. X,78 s. 2/-. — die ar- 
beit, die auf einem älteren aufsatz der vf. (MLR. 4,437 — 461) 
beruht, hat inzwischen ihre fortsetzung erhalten durch den neu- 
druck der von Heywood und Studley übersetzten dramen des 
Römers in 'Bangs materialien' (vgl. hier nr. 228). was der hier 
gebotenen einleitung besonderen wert gibt, ist das zurückgehen 
auf die meist nicht beachteten älteren einzelausgaben der Über- 
setzungen (Nevilles 'Oedipus'!). — bespr. von M. Förster, JbdShG. 
49,255—256; von Ph. Aronstein, Anglia beibl. 24,242 — 243; 
von M. J. Wolff, ESt. 46,291—292; von F. C. Danchin, Rev. 
germ. 9,364 (der auf Cunliffes buch hinweist). 

67. L. Borland, Montgomerie and the French poets of the 
early sixteenth Century. MPhil. 11,127 — 134. — als ergänzung 
zu den Untersuchungen 0. Hoffmanns (ESt. 20) und Brotaneks 
(Wien u, Leipzig 1896) vergleicht vf. die 'Elegie' AI. Montgomeries 
mit Cl. Marots dritter elegie, und die 'Admonition to young lassis' 
mit dem 68. epigramm des französischen Vorbildes, in beiden 
fällen findet er weitgehende Übereinstimmungen, zu Schluß gibt 
er beispiele für die versuche des Schotten, die reimkünste und 
-künsteleien der 'grands rhetoriqueurs' nachzubilden. 

68. Schon früher verzeichnet: 1. English literature and the 
classics, lectures coli, by Gr. S. Gordon. — vgl. Jsb. 1912,16, 
120. — die recht ungleichartige Sammlung enthält folgende aka- 
demische vortrage: 1. G. Murray, Greek and English tragedy: 
a contrast. 2. J. A. Stewart, Platonism in English poetry (wert- 
voll besonders die betrachtung über 'personal platonism': Words- 
worth, Uoleridge, Shelley). 3. G. S. Gordon, Theophrastus and 
bis imitators (eine treffliche studio antiker und moderner 'character- 
writers'). 4. J. S. Phillimore, The Greek romances (läßt die 
literatur Englands fast ganz außer betracht). 5. A. C. Clark, 
Ciceronianism (geht von Zielinskis grundlegendem werk aus, be- 
handelt den gegenständ klar und gründlich). 6. H. W. Garrod, 
Vergil (der einfluß Vs. auf das englische Schrifttum bleibt un- 
berücksichtigt, der dichter der Aeneis gilt dem vf. als 'hali" a 
Celt'). 7. S. G. Owen, Ovid and romance (zugleich ein inhaltsreicher 
beitrag zu dem thema '0. in England'; vf. weist u. a. nach, daß 
Shakespeare die 'Fasti' im original gelesen hat). 8. R. J, E. Tiddy, 
Satura and satire. 9. A. D. Godley, Senecan tragedy (mit guten 
metrischen Übersetzungen, feststellung der wesentlichen merkmale 
der Senecastücke; die darstellung ihres einflusses auf das eng- 
lische drama der Elisabethzeit soll später von einem andern ge- 
lehrten behandelt werden). — bespr. Athen. 1912,11,616 — 617 und 
(eingehend) von G. S. Moore Smith, MLR. 8,387—389. — 



XV. A. Literaturgeschichte. 69 

2. S. L. Wolff, The Greek romauces. — vgl. Jsb. 1912,16,123. 

— bespr. Athen. 1912,1,675—676; von G. Saintsbury, ESt. 47, 
88—90, von F. C. Danchin, Eev. germ. 9,478 — 479 (tadelt die 
ermüdende Weitschweifigkeit, die in keinem Verhältnis zu den er- 
gebnissen stehe) und von M. Förster, JbdShG. 49,264 ('ein sehr 
gründliches und aufschlußreiches werk', das 'sicher zu den wichtig- 
sten erscheinungen des jahres gehört'). — 3. H. Sartor ins, Die 
klassische götter- und heldensage in den dramen Beaumonts und 
Fletchers, Chapmans, Ben Jonsons und Massingers. — vgl. Jsb. 
1912,16,122. — bespr. von Ph. Aronstein, Anglia beibl. 24, 
305—306. 

8. Geschichtliches und kulturgeschichtliches. 

69. H. H. Howorth, Saint Augustine of Canterbury. the 
birth of the English church. London, J. Murray. 552 s. 12/-. 

70. V. Grienberg er, The Thames fitting. ZfdPh. 45,47— 55. 

— das 1866 im sande der Themse bei der Westminsterbrücke 
gefundene bogenförmige bronzestück und seine Inschrift haben 
schon, manchem gelehrten kopfzerbrechen verursacht, der vf. liest 

die runen als 'spersed tib-wai Erhad seps.' = 'Erhadus epis- 

copus assequitur viam caniculae'. im anschluß an G. Stephens 
(Old-Northern runic monuments, bd. III) hält er den streifen für 
den flankierenden schmuck der dachseite eines heiligenschreins aus 
dem 11. — 12. jahrh.; die als kentisch anzusprechende runenlegende 
sei dazu bestimmt gewesen, eine bildliche darstellung ähnlicher art 
zu erläutern, wie sie die auf findung des Romulus und Remus im 
walde auf dem runenkästchen des Brit. museums darstelle. — 
einen bischof Erhad als geschichtliche persönlichkeit nachzuweisen 
ist dem vf. allerdings bisher nicht gelungen. 

71. F. Deters, Die engl, angriff swaffen zur zeit der ein- 
führung der feuerwaffen (1300 — 1350). in: Anglist, forsch., bd. 38. 
Heidelberg, Winter. XVI, 150 s. — behandelt werden als *nah- 
waffen' schwert, lanze, Wurfspieß, dolch, axt und kolben, als 'fern- 
waffen' Schleuder, bogen und armbrust, endlich als 'belagerungs- 
waffen' belagerungsturm und -geschütze (d. h. Schleudermaschinen), 
griechisches feuer und pulvergeschütze. den meisten einzelbetrach- 
tungen ist ein kurzer überblick über die geschichte der betreffen- 
den waffe von der normannischen eroberung bis 1300 vorangestellt. 
die französischen und lateinischen quellen sind durchgehends mit 
ausgebeutet worden, unter den benutzten Schriften 'archäologischer' 
forscher vermißt man ungern H. Delbrücks grundlegendes werk. 

72. 0. Schellenberg, Wer war Andrew 01s? ESt. 46, 
197 — 205. — der von Vespasiano da Bisticci ('Vite di uomini 



70 XVI. Englische Literatur. 

illustri del secolo XV') geschilderte Andrew 01s, englischer ge- 
schäftsträger bei papst Eugen IV., ist identisch mit Andrew Holes, 
einem geheimsiegelbewahrer Heinrichs VI. und kanzler der diözese 
Salisbury. was sich über seinen äußeren lebensgang aus Le Neves 
'Fasti eccles. Anglic' und königlichen Urkunden mehr oder minder 
sicheres erschließen läßt, hat vf. mit fleiß und kritik zusammen- 
gestellt, überraschend ist jedoch, daß als todesjahr 1470 ange- 
geben wird, obwohl unmittelbar vorher eine Urkunde erwähnt ist, 
nach der A. H. schon vor dem 4. juli 1469 gestorben war. 

73. A. Abram, English life and manners in the later middle 
ages. illustr. London, Eoutledge. 368 s. 5/-. 

74. E. T. Leeds, The archaeology of the Anglo-Saxon Sett- 
lements, illustr. London, Clarendon press. 144 s. 5/-. 

75. Ch. H. Moore, The mediseval architecture of England. 
London, Macmillan. 262 s. 15/-. 

76. L. F. Salzmann, English industries of the middle 
ages. being an introd. to the Industrial history of mediaeval Eng- 
land. London, Constable. 272 s. 6/6. — diese vier werke lagen 
nicht vor. 

77. Schon früher wurden verzeichnet: 1. H. Spies, Das 
moderne England. — vgl. Jsb. 1911,16,113. — bespr. v. F. Karpf, 
ZfRw. 1912, heft 4 und H. Truelsen, ZfGw. 66,470—471. — 
2. H. E. Maxwell, The early chronicles relating to Scotland. — 
vgl. Jsb. 1912,16,134. — bespr. Athen. 1912,1,555. — 3. V^. Note- 
stein, A historj^ of witchcraft in England from 1558 — 1718. — 
vgl. Jsb. 1912,16,149. — bespr. von M. Förster, JbdShG. 49, 
239—240. 

9, Sammlungen. Chrestomathien. Festschriften. 

78. M. Förster, Altenglisches lesebuch für anfänger. Heidel- 
berg, Winter. XIII, 67 s. — obgleich die texte ausschließlich nach 
sprachgeschichtlichen gesichtspunkten ausgewählt sind, verdient 
das büchlein auch an dieser stelle eine erwähnung wegen der 
trefflichen literarhistorischen einleitungen, die in wenigen werten 
das wichtigste über jedes denkmal mitteilen, daß dabei fragen 
der kirchengeschichte und der theologie sorgfältiger als bisher 
üblich behandelt werden, ist ein weiterer vorzug des lesebuches. 
von den sprachproben wird hier zum ersten male gedruckt das 
bruchstück der sächsischen Daniel-übersetzung aus der Londoner hs. 
Vespas. D. XIV; der vollständige text soll später veröffentlicht 
werden. 

79. English literature in prose and verse from Chaucer to 
Bunyan. compiled by Edith L. Elias. London, Harrap. 224 s. 
1/3. — siehe hier nr. 10. 



XVI. A. Literaturgeschichte. 71 

80. Primetiae. Essays in English literature by students of 
the University of Liverpool. London, Constable. 287 s. — nicht 
eingegangen. 

81. Gr. O'Neill, Pive centuries of English poetry from 
Chaucer to De Vere. London, Longmans. 3/6. — lag nicht vor. 

82. W. M. Metcalfe, Specimens of Scottish literature, 
1325 — 1835. with introd., notes, and glossary. London, Blackie. 
228 s. 2/6. — lag nicht vor. 

83. A. Quiller-Couch, The Oxford book of Victorian verse. 
Oxford, Univers, press. XV,1023 s. 7/6. — augenscheinlich ein 
Seitenstück zu dem zuerst 1900, dann in neuer ausstattung 1912 
erschienenen 'Oxford book of English verse 1250 — 1900' desselben 
herausgebers (XII,1084 s., 10/6). 

84. Anniversary papers by colleagues and pupils of G. L. 
Kittredge. presented on the completion of his 25. year of 
teaching in Harvard univ., June 1913. Boston u. London, Ginn. 
VII, 462 s. — enthält u. a.: F. B. Gummere, The mother-in-law 
('in traditional English and Scottish ballads'). — B. Wendeil, 
A fantasy concerning the epitaph of Shakspere. — C. T. Cope- 
land, Johnson and his friendships. — J. M. Manly, What is 
Chaucer's 'Hous of Farne'? (antwort: weder Lydgates unverständ- 
liches 'Dant in English' noch eine allegorie, sondern eine liebes- 
dichtung, die einer gruppe gleichartiger geschichten als prolog oder 
einleitung dienen sollte, vf. pflichtet Imelmann [ESt. 45,397 — 431] 
im wesentlichen bei, bestreitet jedoch u. a. den fragmentarischen 
Charakter der dichtung.) — J. L. Lowes, The two prologues to 
the 'Legend of good women': a new test (zu seinen früheren aus- 
führungen — PMLA. 19,593—683; 20,749—864; JEGPhil. 8, 
513 — 569 — fügt vf. hier einen neiien beweis für die priorität 
von B). — 0. Brown, Caiphas as a palm-sunday prophet (ver- 
besserter neudruck des bekannten Caiphasgedichtes, das Th. Wright 
1843 in den 'Reliquiae antiquae', bd. II, s. 241 — 245 mitgeteilt 
hat). — G. H. Maynadier, Merlin and Ambrosius (sucht die von 
Galfrid v. Monmouth vorgenommene Verschmelzung des Gildas- 
Nenniusschen Ambrosius mit dem walisischen Myrddin anders als 
Rhys [1886] aus topographischen gründen zu erklären). — W. H. 
Schofield, The sea-battle in Chaucer's 'Legend of Cleopatra' 
(sucht die Schilderung der schlacht als aus den zeitgenössischen 
Seekriegen geschöpft zu erweisen). — W. A. Neilson, Burns in 
English (die größten erfolge hatte Burns, wenn er in seinem 
heimatdialekt dichtete, vor allem deshalb, weil die ihm damit in- 
stinktiv gegebenen Stoffe der eigenart seines dichtergenies am 
meisten entsprachen). — F. N. Robinson, Human sacrifice among 



72 XVI. Englische literatur. 

the Irish Celts. — W. T. Brewster, The logic of literary criti- 
cism. — W. M. Hart, The narrative of the Old French fabliaux. 
K. G. T. Webster, The twelfth-century tourney. — A. Ch. L. 
Brown, Notes on Celtic cauldrons and the land-benealh-the- 
waves. — F. E. Farley, The dying Indian. — E. E. Stoll, 
Hamlet and lago. — A. H. Thorndike, From outdoors to in- 
doors on the Elizabethan stage. — R. M. Aldeu, The quarto 
arrangement of Shakespeare's Sonnets. — E. A. Greenlaw, 
Sidney's 'Arcadia' as an example of Elizabethan allegory. — 
J. S. P. Tatlock, Astrology and magic in Chaucer's 'Franklin's 
tale'. — Ch. N. Greenough, Nicholas Breton, character-writer 
aud quadrumaniac. — W. W. Lawrence, The Breca episode in 
'Beowulf ' (das schwimmen Beowulfs war nicht ein Wettschwimmen 
mit Breca, wie Unferd uns glauben machen will, sondern 'a mu- 
tual fulfillment of a formal boast'. daß es sich hier um einen 
naturvorgang und seine ausmalung handeln könne, bestreitet vf. 
mit beruf ung auf Panzer). — P. W. Long, From 'Troilus' to 
'Euphues'. — T. P. Gross, The Celtic 'fee' in 'Launfal'. — H. N. 
MacCracken, Vegetius in English. — Karl Young, The plan 
of the 'Canterbury tales' (betrachtet als mögliches vorbild Ser- 
cambis 'Novelle'; denn diese Sammlung ähnele der Chaucers auf- 
fallend in ihrem bau, sei wahrscheinlich etwa zehn jähre vor 
ihr verfaßt und könne dem englischen dichter auf einer seiner 
italienischen reisen bekannt geworden sein). — E. Beernbaum, 
Mrs. Behn's 'Groonoko'. — R. D. Havens, The poetic diction 
of the English classicists. — J. H. Hanford, The debate dement 
in the Elizabethan drama. — bibliogr. of the publications of prof. 
Kittredge from 1885 to 1913. 

85. Schon früher wurde verzeichnet: J. L. Westen, Ro- 
mance, vision and satire. — vgl, Jsb. 1912,16,171, wo 'newly' st. 
'now' zu lesen ist. — bespr. von H. S. V. Jones, JEGPhil. 12, 
343—344. 

B. Altenglische denkmäler. 

86. F. Holthausen, Quellenstudien zu englischen denk- 
mälern. L ESt. 46,177 — 187. — 1. Das ae. leben des hl. Mal- 
chus, hg. Gockayne (1864), Assmann (1889) und Hulme. quelle: 
des heil. Hieronymus *Vita Malchi monachi captivi'. — 2. ^Ifrics 
Homilie über Joh. XI, 47 — 54, hg. Assmann, quelle: im wesent- 
lichen die 61. homilie Haymos von Halberstadt. — 3. ^Elfrics Homilie 
über Joh. XVI,16 — 22, hg. Assmann, quelle: die 85. homilie 
Haymos. — 4. Das me. dichtungsfragment 'Crist on the cross', 
hg. Heuser (Bonner beitr. 14). quelle: der pseudo-augustinische 
'Liber meditationum'. 



XVI. ß. Altenglisclie denkmäler. 73 

87. R. Brotanek, Texte und Untersuchungen zur alteng- 
lischen literatur und kirchengeschichte. (2 homilien des ^Ifric — 
Synodalbeschlüsse — ein briefentwurf — zur Überlieferung des 
Sterbegesanges Bedas.) Halle, Niemeyer. VIII, 203 s. -■ — im 
ersten teil, 'texte', gelangen zum abdruck: zwei homilien ^Ifrics 
aus ms. lat. 943 der Bibliotheque nationale und ms. Lambeth 489, 
ferner sj^nodalbeschlüsse und ein briefeutwurf aus derselben kost- 
baren pariser hs. auf sie bezieht sich auch die mehrzahl der 
'Untersuchungen'; während die zweite bis vierte sich an die 'texte' 
anschließen, gibt die erste ein genaues Inhaltsverzeichnis dieses 
fälschlich sogenannten pontifikale des hl. Dunstan, für das — wie 
eingehend nachgewiesen wird — nur die bezeichnung pontifikal- 
buch von Sherborne berechtigt ist. das schlußkapitel bietet zum 
erstenmal eine erschöpfende Überlieferungsgeschichte des Bedaschen 
Sterbespruches sowie des lateinischen briefes seines schülers Cuth- 
bert. während bisher die St. Gallener hs. 254 für die einzige 
aufzeichnung der nordh. fassung des merkwürdigen denkmals galt, 
weist vf. aus einem Bamberger kodex eine jener fast gleichwertige 
niederschrift des li. jahrhs. nach, dazu kommen noch drei jüngere 
abschriften der St. Gallener fassung (Klosterneuburg XIII. jahrh., 
Heiligenkreuz älter, München XVI. jahrh.) eine wertvolle beigäbe 
ist das photographische abbild des St. Gallener textes, das dem 
büchlein vorangestellt ist. — bespr. von R. Imelmann, DLz. 34, 
2660—2665; von B. Neuendorff, Cbl. 64,1611 und B. Fehr, 
Anglia beibl. 24,353—360. 

88. r. Klaeber, Notes on Old English poems. JEGPhil. 
12,252 — 261. — von den 13 bemerkungen beziehen sich sieben 
auf 'Genesis B', zwei auf 'Judith' und je eine auf 'Genesis A', 
'Christ und Satan', 'Phoenix' und den 'Wanderer'. 

Alfred. 89. K. Jost, Zu den handschriften der Cura 
pastoralis, Anglia 37,63 — 68. — die hs. Junius 53 ist eine keines- 
wegs so zuverlässige abschrift der fast ganz verbrannten Cottonhs., 
wie man mit Sweet bisher geglaubt hat. das lehrt eine ver- 
gleichung von Hatt. 20 mit dem daraus entnommenen teile von 
Jun. 53, und von Jun. 53 mit den erhaltenen resten der original-hs. 
unerläßlich ist daher die heranziehung der übrigen hss., namentlich 
von Otho B II (= Sweets Cotton II). vf. hat 'eine neuausgabe 
der C. P. nach sämtlichen hss. mit dem text der latein. vorläge in 
angriff genommen'. 

90. A. S. Napier, Two fragments of Alfred's 'Orosius'. 
MLR. 8,59—63. — abdruck der Bodl.-hs. Engl. hist. e. 49, ent- 
haltend zwei bruchstücke von Alfreds Übersetzung des Orosius; 
dem ersten entspricht in Sweets ausgäbe s. 102, j^ — 106,^^, dem 



74 XVI. Englische literatur. 

zweiten s. 120, ^^ — 124,^. die anmerkungen beziehen sich ausschließ- 
lich auf die Schreibung. 

-tElfric. 91. B. Fehr, Über einige quellen zu ^Ifrics Homi- 
liae catholicae. Archiv 130,378 — 381. — quellennachweise zu drei 
stellen des ^Ifricschen Werkes. 

92. Holt hausen, Quellenstudien, siehe hier nr, 86. 

93. Brotanek, Texte und Untersuchungen. siehe hier 
nr. 87. 

94. B. Fehr, Das Benediktiner-offizium und die beziehungen 
zwischen ^Ifric und Wulfstan. ESt. 46,337 — 346. — vf. ergänzt 
in einigen punkten die von ihm als verdienstvoll anerkannte studie 
von E. Feiler (Hoops' Anglist, forschungen, heft 4). danach läßt 
sich nachweisen, daß zwischen Wulfstan in Worcester und Mlivic 
in E^nesham ein wechselseitiger leihweiser austausch von hand- 
schriften stattgefunden hat. die kompilation 'De ecclesiastica con- 
suetudine' in der hs. CCCC 190 (dem sogen, 'scrift-böc') stammt 
von jElfric; vielleicht rührt sie sogar von seiner hand her, mindestens 
aber ist sie eine ersthändige abschrift seiner niederschrift. 

Beda. 95. Brotanek, Texte und Untersuchungen, siehe 
hier nr. 87. 

Beowulf. 96. G. Sarrazin, Von Kädmon bis Kynewulf. 
siehe hier nr. 50. 

97. W. Benary, Zum Beowulf (Grendelsage). Archiv 130, 
154 — 155. — weist auf eine lokalsage der Siebenbürger Sachsen 
hin, in der ein großer und tiefer sumpf Grändelsmor heißt (vgl. 
'Grendles mere' in der ae. Urkunde von 931). 

98. Lawrence, The Breca episode. siehe hier nr. 84. 

99. H. M. Beiden, Onela the Scylfing and Ali the bold. 
MLN. 28,149 — 153. — nachdem miss M. G. Clarke (vgl. Jsb. 1911, 
16,119; 18,66) auf grund der sehr beachtenswerten studie Axel 
Olriks (vgl. Jsb. 1903,4,166) in Yrsa, der mutter des Hrolf Kraki 
der Ynglingasaga, jene tochter Healfdenes ermittelt hat, deren namen 
in vers 62 des Beow. ausgelassen ist, bekräftigt und verbessert vf. 
diese hypothese von den persönlichen und dynastischen beziehungen 
zwischen den Schildingen und Schilfingen durch hinweis auf eine 
andere stelle der Ynglingasaga, die geschichte des königs Aun in 
Upsala. danach ist das historische Vorbild für Onela, der die söhne 
Ohtheres zwingt, bei Heardred Zuflucht zu suchen, nicht Ali von 
Norwegen, sondern der söhn Fridleifs und brudersohn Halfdans, 
der Däne Ali der kühne, vor dem der Schwede Aun nach Gauten- 
land fliehen muß. 

100. W. A. Berendsohn, Drei schichten dichterischer ge- 
staltung im Beowulf-epos. Münch. mus. 2,1 — 32. — angesichts 



XYI. B. Altenglische denkmäler. 75 

der hekannten zahlreichen Unstimmigkeiten in darstellung und moti- 
vierung des drachenkampfes hält vf. es für unvermeidlich anzu- 
nehmen, daß hier zwei ursprünglich getrennte sagen zu einer ein- 
zigen zusammengeflossen seien, als älteste Schicht ist ein preislied 
auf den herrscher vorauszusetzen, das den kämpf mit Grendel und 
den drachenkampf 'vom Sigurdtyp' enthielt, noch durchaus heid- 
nisch war und auch noch keinerlei märchenhafte ausschmückungen 
avifwies, diese streng höfische dichtung hohen stils wurde in der 
dritten schicht durch die von Sarrazin unterschätzte arbeit eines 
anglischen (genauer wohl mit Brandl mercischen) geistlichen zum 
epos erweitert, dazwischen liegt als zweite schicht die bearbeitung 
des Werkes durch 'fahrende sänger', in deren händen es durch ein- 
fügung übermenschlicher heldentaten aus bekannten märchen und 
sagen sowie durch ihre anknüpfung an berühmte namen zugleich 
unterhaltender und epischer wurde, neben der vorläge des eng- 
lischen umdichters steht als eine andere Variante der zweiten schicht 
das Bjarkamäl; hier ist die sage 'noch einmal unter auslese der 
motive zum streng höfischen lied erhöht'. 

101. P. G. Thomas, Beowulf and Daniel A. MLR. 8, 
537 — 539. — vf. weist auf 'links' zwischen den beiden dichtungen 
hin und hält es für sehr wahrscheinlich, daß der vf. des großen 
epos manches aus dem älteren werk entlehnt habe. 

102. Schon früher verzeichnete werke: 1. Beowulf, hrsg. von 
Heyne-Schücking. 9. aufl. — vgl. Jsb. 1911,16,174. — bespr. 
von F. Wild, ZföG, 64,153—155. — 10. aufl., 1913. — bespr. 
von F. Klaeber, Anglia beibl. 24,289 — 291 (mit mehreren bei- 
tragen zur textgestaltung). — 2. A. S. Cook, A concordance to 
Beowulf. — vgl, Jsb. 1912,16,190. — bespr. von J, A. Garnett, 
AJPhil. 33,86—87. — 3. R. C. Boer, Die altenglische helden- 
dichtung, 1. band: Beowulf. — vgl. Jsb. 1912,16,182 und 18,86. 
— bespr. V. R. Dyboski, AUg. Litbl. 22,497—499, v. R. Imel- 
mann, DLz. 34,1062 — 1066 (der episodendichter ist 'weder in 
seiner existenz noch in seiner einheitlichkeit erwiesen, er wird 
kein anderer sein als der Beowulf-dichter') und von A. J. Bar- 
nouw, Museum 21,53 — 58. — 4. M. Förster, Beowulf-materialien, 
3. aufl. — vgl. Jsb. 1912,16,183. — bespr. von F. Wild, Anglia 
beibl. 24,166 — 167. — 5. H. Pierquin, Le poeme anglo-saxon 
de Beowulf. — vgl. Jsb. 1912,16,184. — die schrift hat un- 
zweifelhaft einen gewissen wert; beweist sie doch, daß selbst bei 
großer schriftstellerischer gewaudtheit und emsigem fleiß jeder ver- 
such, ohne hinreichende kenntnis der deutschen spräche das alt- 
englische epos zu studieren, von vornherein zur Oberflächlichkeit 
verurteilt ist. vor der benutzung dieses im übelsten sinne dilettan- 
tischen buches warnen mehr oder minder energisch: R. Imelmann, 



76 XVI. Englische literatur. 

DLz. 34,1062—1068; W. J. Sedgefield, MLR. 8,550—552; 
F. E-laeber, Anglia beibl. 24,138 — 139; J. Barat, Moyen-äge 
26,298 — 302. — 6. K. Stjerna, Essays on questions conn. with 
Beowiüf. — vgl.Jsb. 1912,16,187. — bespr. Athen. 1913,1,459—460; 
vou B. Neuendorff, Cbl. 64,1567 — 1568 und von A. Mawer, 
MLR. 8,242—243. 

Cfedmon. 103. G. Sarrazin, Von Kädmon bis Kynewulf. 
siehe hier nr. 50. 

Cyiiewulf. 104. G. Sarrazin, Von Kädmon bis Kynewulf. 
siehe hier nr. 50. 

105. L. Mason, Christ 779—866. Archiv 129,447 — 449. — 
M. sucht auf grund einer etwas gekünstelten hypothese nachzu- 
weisen, daß die genannten 88 verse (nach der ausgäbe von A. S. 
Cook) zu Christ II gehören, und daß Cynewulf der vf. von II und III 
ist. damit betrachtet er die einheitlich keit des werkes mindestens 
für diese beiden teile als erwiesen. 

Christ und Satan. 106. siehe hier nr. 88. 

Daniel. 107—109. siehe hier nr. 50, 78 und 101. 

Deor. 110. Fr. Tupper jr., The third sti'ophe of 'Deor'. 
Anglia 37,118 — 124. — auseinandersetzung mit Svet. Stefanovii^ 
(Anglia 36,387 f.). 

Exodus. 111. siehe hier nr. 50. 

Genesis A. 112. siehe hier nr. 50. 

Genesis B. 113. The later Genesis, and other old English 
and old Saxon texts relatingto the fall of man, ed. by Fr. Klaeber. 
in: Engl, textbibl., heft 15. Heidelberg, Winter. 111,69 s. 2 m. 
— das bruchstück vom sündenfall, das mit einem der schönsten 
triumphe geisteswissenschaftlicher Induktion verknüpft ist, erscheint 
hier in einer bei aller knappheit des apparates vortrefflichen aus- 
gäbe, während der sich anschließende abschnitt aus Genesis A zeigt, 
wie geschickt der interpolator sein werk in den rahmen der älteren 
dichtung eingefügt hat, gibt die auswahl aus 'Heliand', 'Christ und 
Satan', 'Guthlac B', 'Phönix' und 'Christ III' dem haupttext den 
rechten literarhistorischen hintergrund. — empfehlend bespr. von 
R. Imelmann, DLz. 34,2345 und W. Franz, ESt. 47,248—250. 

114. Klaeber, Notes, siehe hier nr. 88. 

Gesetze. 115. F. Liebermann, Die gesetze der Angel- 
sachsen, hrsg. im auftr. der Savignystiftung. 11,2: rechts- u. sach- 
glossar. Halle, Niemeyer. 1912. (zu 11,1 vgl. Jsb. 1909,16,130.) 
bespr. von Ch. Bastide, Rev. crit. 76,288 und von A. B[randl], 
Archiv 129,515. 

Guthlac. 116. siehe hier nr. 50. 

Judith und Phoenix. 117 — 118. siehe hier nr. 88. 



XYI. B. Altenglische denkmäler. 77 

Psalmen. 119. K. Wildhagen, Studien zum Psalterium 
Romanum in England und zu seinen glossierungen (in geschichtl. 
entwicklung). s.-a. aus 'Studien zur englischen philologie', heft 50, 
L. Morsbach gewidmet. Halle, Niemeyer. 56 s. — die be- 
deutung der arbeit geht weit über die rein philologische leistung 
hinaus; vf. verwertet seine umfassende kenntnis angelsächsischer 
psalterglossen zu einer großzügigen rekonstruktion der ae. kirchen- 
geschichte. die einleitung (9 s.) gibt einen überblick über die ent- 
stehung der spezifisch englischen abart des römischen psalters und 
kennzeichnet die ifeun erhaltenen hss. sowie ihre ae. glossierungen, 
der hauptteil gliedert sich in folgende abschnitte : die nordhumbrisch- 
mercische zeit (14 s.); Alfred — -^thelstan (6 s.); die benediktiner- 
reform (14 s.); beginn der normannisierung und verflachung (12 s.). 

Rätsel. 120. siehe hier nr. 50. 

121. Schon früher verzeichnet: 1. A. J. Wyatt, Old English 
riddles. — vgl. Jsb. 1912,16,210. — bespr. H. Jantzen, ZfrenglU. 
12,372 und v. Ch. Bastide, Rev. crit. 75,444—446. — 2. F. Tup- 
per jr., The riddles of the Exeter book. — vgl. Jsb. 1912,16,213. 

— bespr. V. W. W. Lawrence, JEGPhil. 12,166—169 ('one of 
the most creditable achievements of American scholarship'). 

Seefahrer. 122. K. Sisam, To 'Seafarer' U. 72 ff. ESt. 
46,336. — statt 'fremman' (vers 75) lies 'fremum'. 

Traumgesicht vom kreuze. 123. siehe hier nr. 50. 

Yercelli-COdex. 124. M. Förster, Der Vercelli-codexCX VII, 
nebst abdruck einiger altengl. homilien der handschrift. Halle, 
Niemeyer, 163 s. 

Wanderer. 125. siehe hier nr. 88. 

Widsith. 126. siehe hier nr. 50. 

127. A. Anscombe, 'Casere weold creacum': 'Widsith', 
11. 20,76. NQ. 11. ser., VII,62 — 64. — das 'casere' der genannten 
Widsith-stelle ist nicht, wie man bisher gemeint hat, = lt. caesar, 
'der kaiser', was schon lautgesetzlich nicht zu erklären wäre, sondern 
= caesarius. es handelt sich um eine geschichtlich gut beglaubigte 
persönlichkeit des 5. jahrhs., einen grafen, der in Eredegars chronik 
Caesarius, in der 'continuatio chronicor. Hieronymianor.' des bischofs 
Hydatius aber Censorius heißt, die 'creacas', über die er herrschte, 
sind die nachkommen des alamannen Crögo, 

128. J. Marquart, Studien zum Widsid. in: Festschrift für 
Yilhelm Thomsen. Leipzig, 0. Harrassowitz. 1912. s. 98 — 110. 

— vf, wendet sich gegen die einseitig literarkritische betrachtung 
und die liedertheorie von K. Müllenhoff und H. Möller, er nimmt 
eine neue analyse des textes vor und deutet viele völkernamen 
anders als seine Vorgänger, die verse 18 — 21, 63 — 69 u. 75 — 87 



78 XVI. Englische literatur. 

werden besonders ins äuge gefaßt; bei der letztgenannten gruppe 
wird eine besserung und umordnung vorgenommen, vf. kommt zum 
ergebnis, daß der vf. dieser Völkerliste (vers 75 — 87) eine so in- 
time kenntnis der stamme an der baltischen küste verrät, wie sie 
nur durch die fahrten der nordleute nach den ostbaltischen länderu 
erworben werden konnte, diese müssen ihm also bereits bekannt 
gewesen sein. 

129. Schon früher angezeigt: R. W. Chambers, Widsith. — 
vgl. Jsb, 1912,16,215 und 18,88. — bespr. [von A. Brandl,] Archiv 
129,515 — 516 ('das wertvolle an dem buch ist der kommentar, der 
den abdruck begleitet, die bibliographie und die Vorführung der 
bisherigen ansichten über die entstehung') ; Athen. 1912,1,435; von 
A. Mawer, MLR. 8,118 — 121; von R. Huchon, Rev. germ. 
9,94 — 96 (pflichtet Brandl gegen Ch. in der verfasserfrage bei) und 
von W. W. Lawrence, MLN. 28,53—55. 

Wlllfstan. 130. siehe hier nr. 94. 

C. Mittelenglische denkmäler. 

Arthur. 131. Historia Meriadoci and De ortu Waluuanii. 
Two Arthurian romances of the XIII th Century in Latin prose, 
ed. by J. D. Bruce, in: Hesperia, erg.-reihe, h. 2. Göttingen, 
Tandenhoeck & Ruprecht. LXXVI,96 s. — der herausgeber weist 
beide werke demselben vf. zu, ohne sich jedoch für eine bestimmte 
persönlichkeit zu entscheiden, nur das erscheint ihm sicher, daß 
der eine der von J. Bale als vf. betrachteten autoren, Robert de 
Torigni, hierfür nicht in betracht kommt. — wertvoll sind die von 
Br. und P. Meyer gefundenen und in der neuausgabe zum erstenmal 
zusammengestellten beitrage zur quellenfrage der beiden werke. — 
bespr. von A. Klotz, Anglia beibl. 24,295 — 298 (mit zahlreichen 
textbesserungen). 

132. E. Björkman, Notes on the 'Morte Arthure' and its 
vocabulary. in: Minnesskr. t. prof. Axel Erdmann, 6. febr. 1913, 
s. 34 — 52. Uppsala 1913. — beitrage zur textgestaltung und wort- 
erklärung der alliterierenden dichtung des 14. jahrhs., mit berück- 
sichtigung zahlreicher früherer arbeiten, die eingangs zusammen- 
gestellt sind. 

133. Schon früher verzeichnet: S. B. Hemingway, Le morte 
Arthur. — vgl. Jsb. 1912,16,281 (wo das gedieht irrtümlich unter 
'Malory' gestellt ist). — bespr. v. C. S. Northup, JEGPhil. 12, 
486, 490. 



XVI. C. Mittel englische defikmäler. 79 

Chaucer. 
Biographisches und allgemeines. 134. E. P. Kühl, Index 
to 'The life records of Chaucer'. MPhil. 10,527—552. — die 
dankenswerte ausfüllung einer lücke in der vortrefflichen Ver- 
öffentlichung der Chaucer Society (1900). 

135. S. Moore, Studies in the life-records of Chaucer. Anglia 
37,1 — 26. — 1. da bei der mehrzahl der zeugen im Scrope-Gros- 
venor-prozeß von 1386 das lebensalter unrichtig angegeben ist, so 
darf man nach meinung des vfs. auch aus dem auf Chaucer bezüg- 
lichen bekannten vermerk nur entnehmen, daß er damals im alter 
zwischen 36 und 52 jähren stand, auch aus andern gründen müsse 
man das geburtsjahr zwischen 1340 und 1344 suchen. — 2. daß 
Philippa im September 1366 zehn mark und der dichter im folgen- 
den juni die doppelte summe als jahrgeld erhalten haben, sei kein 
beweis gegen die annähme, wonach beide schon 1366 verheiratet 
waren, sondern mache es nur wahrscheinlich, daß Chaucer zu dem 
früheren Zeitpunkt noch nicht dem königlichen hofstaat angehörte. 
— 3. eine mietwohnung über den Stadttoren (für Chaucer über 
Aldgate) ist auch sonst mehrfach königlichen squires bewilligt 
worden. — 4. der vater der passiven heldin des 'raptus' von 1380 
war weder in Pembrokeshire noch in Suffolk ansässig, sondern ein 
wohlhabender Londoner bäckermeister. — 5. die Steuer, bei deren 
Verwaltung der dichter 1382 anstellung fand, wird genauer be- 
stimmt; vf. gibt eine Zusammenstellung der Vorgänger und nach- 
folgers Chaucers zwischen 1377 und 1397. die erlaubnis zur Stell- 
vertretung ist fast ohne beispiel und bedeutete auf jeden fall einen 
sehr seltenen gunstbeweis. — 6. Ch. hat zwar 1388 seine jahrgelder an 
Scalby verkauft; doch ist die annähme, die not habe ihn dazu ge- 
zwungen, als unbegründet abzulehnen. — 7. die kürze seiner amts- 
dauer als 'clerk of the king's works' erscheint keineswegs unge- 
wöhnlich, wenn man sie mit der seiner Vorgänger und nachfolger 
vergleicht, unter Richard II. war er übrigens der einzige laie, der 
diese Stellung inne gehabt hat. 

136. J. Bailey, Chaucer. in: Poets and poetry, s. 18 — 27. 
siehe hier nr. 16,2. 

137. 0. F. Emerson, Chaucer's testimony as to his age. 
MPhil. 11,117 — 126. — vertritt gegen Sir Harris Nicolas (1832) 
und S. Moore (Anglia 37,1 — 8; siehe hier nr. 135) die glaubwürdig- 
keit der angaben, die Ch. 1386 über sein lebensalter gemacht hat. 

138. J. R. Hulbert, Chaucer's official life. Menasha, Wis., 
George Banta. 1912. 75 s. — bespr. von S. Moore, MLN. 28, 
189 — 193 (verweist besonders auf den 'völlig neuen' fund Hs., daß 



80 XVI. Englische literatur. 

des dichters nachfolget im comptroller-amt, Henry Gisors, identisch 
ist mit Chaucers früherem Stellvertreter in diesem amt). 

139. J. R. Hulbert, Chaucer and the earl of Oxford. 
MPhil. 10,433 — 437. — das 'endorsement' des grafen von Oxford 
auf Chaucers bittschrift um gewährung eines Stellvertreters für 
sein zollaufseheramt hat mehrfach zu weitgehenden folgerungen 
anlaß gegeben; man schloß daraus auf mehr oder minder enge 
persönliche beziehungen zwischen dichter und edelmann. H. zeigt, 
daß diese annähme unbegründet ist: jede bittschrift mußte das 
Signum eines mitgliedes des geheimen Staatsrats tragen, wenn die 
hofkanzlei darauf überhaupt eingehen sollte, besonders der hof- 
marschall hatte schon seit früher zeit diese sekretärpflicht, und 
Oxford war ja damals 'the king's chamberlain'. eine rein dienst- 
liche funktion also hat er Chaucer gegenüber gehabt, nicht die 
(persönliche bekanntschaft wahrscheinlich machende) Stellung eines 
bürgen beim könige. 

140. J. S. P. Tat lock, The duration of Chaucer's visits to 
Italy. JEGPhil. 12,118—121. — vf. führt weitere belege an für 
seine früher (MPhil. 1,320 — 321) geäußerte meinung, man dürfe 
von der dauer der ersten italienischen reise Chaucers (174 tage) 
keinesfalls je zwei monate allein für hin- und rückfahrt abziehen, 
von London nach Genua konnte er bequem in etwa fünf wochen 
gelangen, also blieben für seinen aufenthalt im lande reichlich 
dreieinhalb monate übrig. — von Genua nach Florenz brauchte er nur 
etwa fünf tage, für die zweite reise ist eine gesamtdauer von 
115 tagen ermittelt worden; danach ergibt sich, daß sein aufenthalt 
diesmal wahrscheinlich anderthalb monate gewährt hat. 

141. Schofield, Chivalry in English literature: Chaucer. 
siehe hier nr. 8. 

142. Emil Meyer, Die charakterzeichnung bei Chaucer. in: 
Studien zur engl, philol., hrsg. von Morsbach, heft 48. Halle, 
Niemeyer. X,159 s. — das Stoffgebiet der arbeit sind die 
*Canterbury tales' und 'Troilus'. nachdem einleitend des dichters 
kunstmittel im allgemeinen überschaut worden sind, werden nach- 
einander die menschen als gesamtheit, der ritterstand, die bürger- 
lichen und geistlichen kreise und die frauengestalten betrachtet. 
am ausführlichsten ist die adelssphäre behandelt, weniger befriedigt 
das urteil über Chaucers auffassung der geistlichkeit; hier hat den 
vf. das ignorieren der zeitgenössischen literatur dazu verleitet, die 
satirische absieht des dichters erheblich zu überschätzen, so daß 
der feine humorist fast als, ein zweiter Langland, ein entrüsteter, 
erbitterter ankläger vor uns steht, die richtigere auffassung hätte 
vf. u. a. in der (ihm wohl unbekannt gebliebenen) dissertation von 
H. Schacht (Berlin 1904) finden können. 



XVI. C. Mittelenglische denkmäler. 81 

143. J. R. Schultz, Sir Walter Scott and Chaucer. MLN. 
28,246 — 247. — Scotts ungenaues zitat aus der pseudo-Chaucer'- 
schen dichtung 'The flower and the leaf ('The antiquary', kap. 10) 
findet sich in keiner der sechs bekannten ausgaben des dichters, 
die 1816 vorlagen, vermutlich hat Sir Walter aus dem gedächtnis 
zitiert und sich dabei geirrt, wie ihm das öfters begegnet ist. 

144. C. Gr. Child, Selections from Chaucer, including bis 
earlier and his later verse and an example of bis prose. ed. with 
an introduction and notes. Boston, Heath. 1912. — lag nicht vor. 
— bespr. MLN. 27,264. 

Canterbliry tales. 145. J. Koch, A detailed comparison of 
the eight manuscripts of Chaucer's Canterbury tales as completely 
printed in the publications of the Chaucer society. in: Anglist, 
forschungen, heft 36. Heidelberg, Winter. V,422 s. — in eng- 
lischem sprachgewand ein werk deutschen forscherfleißes. vf. 
findet eine reihe früher von ihm aufgestellter thesen bestätigt: 
die höhere bewertung der A-gruppe gegenüber den B-hss., die Ver- 
neinung der möglichkeit, irgend eine hs. als direkte quelle einer 
andern zu erweisen, und die beurteilung der Verwandtschaftsver- 
hältnisse der A-gruppe. dazu gesellt sich eine stattliche zahl 
neuer oder doch neu formulierter ergebnisse: nicht nur können 
kontaminationen auch innerhalb einer hss.-gruppe erfolgt sein, es 
sind auch gründe vorhanden für die annähme einer verloren ge- 
gangenen besseren und vollständigeren Zwischenstufe, der der eine 
oder andere Schreiber gelegentlich eine einzelne stelle entnommen 
haben mag. der Vermutung aber, die einzelnen bruchstücke der 
gesamtdichtung seien vor ihrer relativen Vollendung im umlauf ge- 
wesen, vermag der vf. nicht beizustimmen. 

146. J. S. P. Tatlock, Boccaccio and the plan of Chaucer's 
'Canterbury tales'. Anglia 37,69 — 117. — der vf. hält Morsbachs 
ansieht, die anläge der C. T. zeige deutlich den einfluß des 'Decame- 
rone' (ESt. 42,43 — 52), für unbewiesen (daß das italienische werk 
'the model of the C. T.' sei, hat mindestens M. nie behauptet; 
vgl. ESt. 42,47). ihm scheint es, als ob diese bedeutung zwei 
anderen Schriften Boccaccios mit nicht geringerem recht zuge- 
sprochen werden könne: der questioni-episode des Tilocolo' und 
dem 'Ameto'. beachtenswert ist der hinweis auf die ähnlichkeit 
zwischen Agapes' erzählung im 'Ameto' und dem 2. teil der er- 
zählung des kaufmanns sowie zwischen der Adionageschichte und 
ihrem 3. teil. 

147. Young, The plan of the C. T. siehe nr. 84. 

148. W. W. Lawrence, The marriage group in the Canter- 
bury tales. MPhil. 11,247—258. — Kittredge (MPhil. 11,435—467) 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) II. Teil. 6 



82 XVI. Englische literatur. 

verstellt bekanntlich unter der 'heiratsgruppe' jenen teil der C. T., 
dessen eigentliches thema die erörterung der frage ist, ob in der 
ehe der mann oder die frau die herrschaft führen soll, dazu ge- 
hören also die erzählungen der dame Alisoun, des Oxforder Studenten, 
des kaufmanns und des freisassen. L. zeigt nun, daß dies 'leit- 
motiv' bereits in der geschichte von Melibeus und Prudence ent- 
halten ist, die er als prosaisches gegenstück zur erzählung des 
weibes von Bath bezeichnet, und nicht minder in der des nonnen- 
priesters, der als Seelsorger von frauen gerade der rechte mann war, 
die üblen folgen des Melibeus-standpunktes zu betonen, beide ge- 
schichten zusammen sind das präludium zur 'heiratsgruppe'. der 
vf. stimmt mit Tatlock überein in dem wünsch, die C. T. möchten 
nicht sowohl in der zufälligen gruppierung, wie sie die hss. bieten, 
sondern möglichst unter dem gesichtspunkt der inneren Verwandt- 
schaft angeordnet werden. 

149. Tatlock, Franklin's tale. siehe hier nr. 84. 

150. H. Spies, Chaucers religiöse grundstimmung und die 
echtheit der Parson's tale. eine textkritische Untersuchung (s.-a. 
aus StudenglPh., heft 50, L. Morsbach gewidmet). Halle, Nie- 
meyer. 98 s. — die arbeit bedeutet namentlich in methodischer 
hinsieht einen sehr bedeutenden f ortschritt gegenüber allen früheren 
Untersuchungen des schwierigen problems. einleitend wird die ge- 
samte bisherige forschung nach gang und ergebnissen kurz und 
klar dargelegt, mit besonderem hinweis auf die knotenpunkte der 
entwicklung (Tyrwhitt, Sir Harris Nicolas und Hertzberg, Simon 
und Eilers, M. Liddell und K. Oelzner-Petersen). dann beginnt 
nach wichtigen methodischen Vorbemerkungen der hauptteil der 
arbeit, indem zunächst durch vergleich mit den quellen gezeigt 
wird, daß die bußpredigt der P. T. in ihrer überlieferten form ein- 
heitlich, frei von interpolationen ist. hierauf weist vf. nach, daß 
der eingeschobene traktat von den todsünden denselben vf. hat wie 
die bußpredigt, und daß dieser vf. Chaucer ist. bei dem letzten 
punkt ist namentlich das positive hauptargument beachtenswert: 
der dichter nimmt in der P. T. ebenso wie in seinen sicheren 
werken bei behandlung bestimmter religiöser dinge stets bestimmte 
Veränderungen durch Zusätze vor, und zwar jedesmal im gegensatz 
zu der betreffenden quellschrift. das gilt z. b. vom teufel und 
vom himmel, von reue und büße sowie von der person Christi, 
weniger ausgiebig ist bisher das material für die beweisführung 
aus der methode, wie Ch. die quellen mit bezug auf nichtreligiöse 
motive behandelt, die stilistischen kriterien der echtheit werden 
zwar nicht vergessen; doch legt der vf. selbst darauf mit recht 
noch kein großes gewicht, schließlich erörtert S. noch die frage, 
ob die Verschmelzung der bußpredigt mit dem Sündentraktat Ch. 



XVI. C. Mittelenglische denkmäler, 83 

zuzuschreiben ist. er kommt hier zu derselben bejahung wie 
E. Koeppel, jedoch aus anderen gründen. — ist somit die P. T. in 
ihrer überlieferten form als ein einheitliches werk Chaucers anzu- 
sprechen, so kann der schluß daraus nicht zweifelhaft sein: der 
dichter war, wenigstens zur zeit der abfassung der P. T., also als 
geistig ausgereifter mann, ein strenggläubiger katholik. — die vor- 
liegende abhandlung bildet die grundlage zu einer vom vf. geplanten 
gesamtuntersuchung über 'lehre und einrichtungen der katholischen 
kirche im lichte Chaucerscher auffassung'. 

HOUS Of Fame. 151. siehe hier nr. 84 und 158. 

Legend of good WOluen. 152. Lowes, The two prologues. 
siehe hier nr. 84. 

153. Schofield, Leg. of Cleopatra, siehe hier nr. 84, 

154. Brown, Lydgate. siehe hier nr. 173. 
Rosenronian. 155. H. Lange, Rettungen Chaucers. IIL 

Anglia 37,146 — 162. — bemerkungen zu Skeats Chaucer canon, 
'note to chapter VL' — teil I: vgl. Jsb. 1911,16,220; II: vgl. 
Jsb. 1912,16,240. 

Kleinere dichtungen. 156. E. F. Shannon, The source 
of Chaucer's 'Anelida and Arcite'. PMLA. 27,461—485. — zu den 
beiden bereits bekannten quellen für die ersten 70 verse des ge- 
dichts, der Teseide Boccaccios und der Thebais des Statins, treten 
nach der eingehend begründeten meinung des vfs. als dritte und 
wichtigste Ovids 'Heroides', dazu stimme auch Chaucers eigene 
ausdrückliche Versicherung, er sei anfangs dem Statins gefolgt 
und nach ihm 'Corinne'; denn mit diesem namen seiner herzens- 
freundin bezeichnete man im mittelalter oft des großen liebes- 
dichters hauptwerk, 

157. W. W. Grreg, Chaucer attributions in ms. R, 3,19, in 
the library of Trinity College, Cambridge. MLR. 8,539—540. 

158. E. F. Shannon, Notes on Chaucer. MPhil. 11,227—237. 

— nachweis klassischer belege für folgende stellen: 1. 'Buch der 
herzogin', vers 163 f. — 2. Busiris in der erzählung des mönches. 

— 3. Aeolus im 'Haus der Fama', 

159. Edith Rickert, Thou Vache. MPhil. 11,209—225. — 
der mann, den Chaucer in der Zueignung zu 'Truth: balade de 
bon conseyl' so anredet, war Sir Philip la Vache oder de la Vache, 
der Schwiegersohn von Chaucers freund Sir Lewis Clifford. die vf. 
weist eine menge urkundlicher erwähnungen der familie und Sir 
Philips zwischen 1237 und seinem todesjahr 1408 nach und er- 
läutert dann das gedieht mit hilfe dieser biographischen tatsachen. 
als wahrscheinliche entstehungszeit ergeben sich die jähre 1386 
und 1390. vielleicht trägt der 'franklin' manchen zug dieses 
Vorbildes, — prof, Manly stimmt in einem nachwort der vf, bei 

6* 



84 XVI. Englische literatur. 

und hält nunmehr die echtheit des gedichtes für sehr wahrschein- 
lich; die auf Shirley beruhende anschauung, Chaucer habe es auf 
dem Sterbebett geschrieben, könne schwerlich aufrecht erhalten 
werden. 

160. Schon früher verzeichnet: 1. The complete works of 
Chaucer, ed. W. W. Skeat. — vgl. Jsb. 1912,16,224. — bespr. 
von H. Jantzen, ZfrenglU. 12,176. — 2. Chaucer, complete poet- 
ical works. now first put into mod. Engl, by J. S. P. Tatlock 
and P. Mac Kay e. — vgl. Jsb. 1912,16,225. — bespr. MLN. 
28,64 und von H. S. V. Jones, JEGPhil. 12,343—344. — 
3. E. Legouis, Geoffrey Chaucer. transl. by L. Lailavoix. — 
vgl. Jsb. 1912,16,227. — bespr. Acad. 1913,1,777 — 778 und von 
W. H. Hulme, MLN. 28,217—219. — 4. W. Ewald, Der 
humor in Chaucers Canterbury tales. — vgl. Jsb. 1912,16,246. — 
bespr. von M. Lederer, Archiv 129,479 — 481. 



Eule und Nachtigall. 161. J. S. Kenyon, Notes ou *The 
owl and the nightingale'. JEGPhil. 12,572 — 592. — textkritische 
bemerkungen, welche besonders die beiden letzten ausgaben des 
gedichtes (von J. E. Wells 1907 und W. Gadow 1909) sowie die 
abhandlung von W. Breier (1910) berücksichtigen. 

Oawain. 162. Sir Gawain and the green knight. rendered 
literally into mod. Engl, from the allit. romance-poem of a. d. 1360, 
from Cotton ms. Nero A. X. in the British museum. with an in- 
troduction on the Arthur and Gawain sagas in early English liter- 
ature by the rev. Ernest J. B. Kirtlan. London, Kelly [1912]. 
— bespr. von P. G. Thomas, ESt. 47,250 — 256; danach ist die 
einleitung 'not . . . reliable', die übers, weniger genau als die von 
J. L. W es ton (1903). mit besprochen wird kurz die Berliner 
diss. von M. Kullnick (1902), die 'distinctly useful' sei. 

163. Is. Jackson, Sir Gawain and the green knight, con- 
sidered as a 'garter' poem. Anglia 37,393 — 423. — Arthur soll 
Eduard III. sein, das 'grüne schloß' Beeston castle in Cheshire 
und Gawain der Schwarze Prinz, als jähr der abfassung ergibt 
sich dem vf. mit bestimmtheit 1362. in festbeschreibung und 
rittertracht erkennt er weitere hinweise auf den hosenbandorden 
und sein zeremoniell, der grüne gürtel ist freilich nicht das ordens- 
symbol selbst, wohl aber das um die hüften geschlungene gehenk 
der ritter mit dem daran befestigten bild des hl. Georg, daß seine 
färbe grün statt blau ist, stört nicht weiter; denn wie könnte der 
treulose Gawain oder die frau des ritters die färbe der beständig- 
keit tragen! wer ist nun aber diese schöne selbst? antwort: 
Johanna, die gräfin von Kent und spätere gemahlin des Schwarzen 



XVI. C. Mittelenglische Denkmäler. 85 

Prinzen, der grüne ritter ist dann natürlich Sir Thomas Holland, 
der ja gleich seinem vater gouverneur von Beeston Castle war. 
den gürtel aber trug prinz Eduard als 'wedding favour' Johannas. 
— dieser versuch, das epos als einen Schlüsselroman zu entlarven, 
leidet an den gewöhnlichen schwächen solcher hypothesen : zu- 
fällige ähnlichkeiten der Sachlage und des ausdrucks werden als 
gewollte anspielungen gedeutet, und alles, was gegen die annähme 
spricht, bleibt unbeachtet sollte z. b. ein englischer hof dichter 
i. j. 1362 wirklich nicht gewußt haben, daß prinz Lionel am ge- 
burtstag des königs zum herzog von Clarence erhoben wurde, so 
daß der dichter dadurck, daß er in vers 552 — 553 namen und 
titel als zwei gesonderte personen aufführte, bei seinen erlauchten 
hörern oder lesern ein erstauntes kopfschütteln hervorrufen mußte? 
doch es verlohnt kaum, darauf näher einzugehen. 

164. P. G. Thomas, The Middle English alliterative poem 
'Sir Gawayne and the green knight'. ESt. 47,311 — 313. — be- 
merkungen zu einigen schwiei'igen stellen und zweifelhaften lesarten. 

Lauglaud. 165. S. Moore, ötudies in 'Piers the Plowman'. 
MPhil. 11,177—195. — hat Manly (MPhil. 3,359 ff.) recht mit 
seiner behauptung, die vision Peters des pflügers habe mehr als 
einen vf, ? Moore prüft die beweisgründe derer, die nach wie vor 
für einheitlichkeit des Werkes eintreten. er findet, diese auf- 
fassung sei weder von vornherein wahrscheinlicher, noch habe sie 
die gelehrte tradition, wofern diese kritisch betrachtet werde, auf 
ihrer seite. — ein weiterer artikel wird wohl gegen den dritten 
und vierten papierenen wall der anti-Manlianer stürm laufen: 
gegen das zeugnis der handschriften und den überlieferten ver- 
fassernamen. 

166. H. Bradley, Who was John But? MLR. 8,88—89. — 
ein mann desselben namens wie der königstreue dichter des epilogs 
zum 'Piers Plowman' A begegnet zwischen 1378 und 1387 wieder- 
holt als königsbote in den Patent rolls Richards II. der vf. hält 
es für sehr wahrscheinlich, daß dieser John But außer den ihm 
unbestreitbar zuzuweisenden versen (pass. XII, 100 — 112) auch noch 
die vorhergehenden 17 in derselben hs. geschrieben hat, und daß 
die mitteilung, Wilhelm sei tot und begraben, seiner eigenen 
kenntnis entstammt; damit sei jedoch noch keineswegs erwiesen, 
daß der C-text nicht von dem vf. von A herrühre. 

167. Edith Rickert, John But, messenger and maker. MPhil. 
11,107 — 116. — die vf. hält es für sicher, daß John But 'the 
maker' und John But 'the king's messenger' (vgl. Bradley) iden- 
tisch sind; sie verweist dafür auf A XII,78 — 82, eine stelle, die 
eine überraschend genaue 'technische' kenntnis der aufgaben und 



86 XYI. Englische literatur. 

befugnisse eines königsboten enthalte, vers 96 f. kann keine an- 
spielung auf C enthalten, da dieser text erst 1393 erschienen ist; 
daher vermutet die vf. im anschluß an Bradley, But habe hier die 
beiden gesonderten Visionen in pass. I — VIII und 'Do-Wel' als die 
einzigen echten werke Wilhelms bezeichnen wollen. Manlys hypo- 
these bekommt damit eine neue stütze. 

Lauufal. 168. siehe hier nr. 84. 

La^amoil. 169. Ludw. Bartels, Die Zuverlässigkeit der 
handschriften von La^amon's Brut und ihr Verhältnis zum original, 
in: StudenglPh., heft 49. Halle, Niemeyer. VII,96 s. — der 
text B ist weder metrisch korrekter als A (Trautmann) noch eine 
bloße gekürzte bearbeitung dieser älteren hs. (Madden); B zerstört 
vielfach die alliteration, verbessert aber die reimtechnik und strebt 
nach gleichheit der verslängen, daß der redaktor von B Waces 
(sogen.) 'Brut' benutzt habe (Imelmann, Seyger), stellt vf. ent- 
schieden in abrede, hat Luhmann für A eine vorläge X ange- 
nommen, so ergänzt vf. diese hypothese durch den nachweis einer 
weiteren zwischenhs. Y, von der B direkt, A mittelbar (über X) 
abzuleiten ist. das 'Schlußwort' prüft eine reihe anderer frühme. 
dichtungen auf ihren gehalt an Lag'amon-versen und kommt dabei 
zu beachtenswerten einwänden gegen die auffassung manches 
früheren herausgebers. 

Lydgate. 170. J. Duschl, Das Sprichwort bei Lydgate 
nebst quellen und parallelen. Münchener diss. 1912. XII, 99 s. 
— die Untersuchungen von W. Haeckel (Das Sprichwort bei 
Chaucer, 1890, Erlanger beitr. 8; vgl. Jsb. 1890,16,310) und 
G. Walz (Das Sprichwort bei Gower, Münchener diss. 1907) werden 
in dieser dritten arbeit fleißig und gewissenhaft verwertet, ebenso 
eine fülle weiterer einzeluntersuchungen, deren aufzählung allein 
mehr als vier selten beansprucht, die definition des Sprichworts 
ist dem 'Century dictionary' entnommen; die abgrenzung des be- 
griffs gegen 'sprichwörtliche redensart' und 'sentenz' befriedigt 
daher wenig, der stoff ist systematisch angeordnet; der erste teil 
umfaßt die in mehreren sprachen vorkommenden Sprichwörter, der 
zweite solche, die nur im englischen begegnen. 

171. H. N. MacCracken, Lydgatiana, IV. Archiv 130, 
286 — 311. — abdruck von acht gedieh ten einer hs. des Trinity 
Coli., Cambridge, die außer ihnen mehrere echte gedichte von 
Lydgate enthält, vermutlich deshalb hat John Stow auch diese 
demselben dichter zugeschrieben. 

172. F. Brie, Zwei mittelenglische prosaromane: The sege 
of Thebes and The sege of Troy. (1422 bis ca. 1450.) Archiv 
130,40 — 52 und 269 — 285. — die beiden hier zum ersten male ab- 
gedruckten romane sind einer hs. der Bodleiana entnommen, äugen- 



XVI. C. Mittelenglische deukmäler. 87 

scheinlich rühren sie von demselben vf. her. besonders merk- 
würdig ist, daß sie nicht wie fast alle anderen Vertreter ihrer 
gattung aus dem französischen übersetzt sind, sondern unmittel- 
bare bearbeitungen zweier hauptwerke Lydgates, des Theben- und 
des Trojabuches darstellen. 

173. C. Brown, Lydgate and the 'Legend of good. women'. 
ESt. 47,59 — 62. — vf. sieht in den beispielen, die Lydgate in 
seinem Trojabuch (111,4359 — 4397) als exempel weiblicher tugend. 
aufführt, 'a distinct reminiscence' an Chaucers prolog zur Legende 
von den guten frauen (A, 267 — 312). daraus folgert er, Lj^dgate 
habe damit den A-text des prologs als den authentischeren von 
beiden anerkannt. 

174. H. N. MacCracken, Lydgate's 'Serpent of division', 
MLR. 8,103 — 104. — erwiderung auf Atkins' besprechung der 
MacCr.schen ausgäbe (vgl. Jsb. 1912,16,276). 

175. Schon früher verzeichnet: The minor poems of John 
Lydgate, ed. by H. N, MacCracken. part I. — vgl. Jsb. 1912, 
16,278. — eingehend bespr. von E. P. Hammond, Anglia beibl. 
24,140 — 145, deren 'protest against the principles upon which this 
list is compiled' sehr beachtenswert ist. 

Malory. 176. Schofield, Chivalry in English literature: 
Malory. siehe hier nr. 8. 

Patience. 177. 0. F. Emerson, A note on the poem 
'Patience'. ESt. 47,125 — 131. — zu E. Ekwalls textkritischen 
bemerkungen in ESt. 44,165 — 173. 

178. E. Ekwall, Another note on the poem 'Patience'. 
ESt. 47,313 — 316. — erwiderung auf Emersons 'note', ESt 47, 
125—131. 

179. C. T. Onions, Prof. Emerson's note on 'Patience'. 
ESt. 47,316—317. 

180. Schon früher verzeichnet: H. Bateson, Patience. — 
vgl. Jsb. 1912,16,283. — bespr. von E. Ekwall, Anglia beibl. 
24,133 — 136 (nur die einleitung sei zu loben), v. 0. F. Emerson, 
MLN. 28,171—180 und von G. C. Macaulay, MLR. 8,396—398 
(mit mehreren besserungsvorschlägen); [A. B ran dl,] Archiv 129, 
516 verweist auf die von B. nicht beachtete ' Vermutung, das ge- 
dieht sei im hinblick auf den kommunistenaufstand von 1381 ent- 
standen'. 

Perceval. 181. Sir Perceval of Gales, hrsg. von Campion 
und F. Holthausen. in: Alt- und me. texte, hrsg. von Mors- 
bach und Holthausen, bd. 5. Heidelberg, Winter. XV,144 s. 
— bisher nicht eingegangen. 



88 XVI. Englische literatur. 

Richard Löweuherz. 182. Karl Brunn er, Der me. vers- 
roman über Eieliard Löwenherz. krit. ausg. nach allen hss. mit 
einl., anmerkungen u. dtsch. übers, in: Wiener beitrflge, bd. 42. 
Wien, Braumüller. [XII,]604 s. — das gedieht ist in neuerer 
zeit erst einmal, von Weber in den 'Metrical romances' (1810), 
abgedruckt worden, die vorliegende kritische erstausgabe bietet 
nach einer einleitung, welche Überlieferung, versbau und reim- 
sprache in vorbildlicher weise prüft und sich um die literar- 
historischen fragen bemüht, den text mit Varianten aller bekannten 
handschriften und eine recht lesbare prosaübersetzung. als ent- 
stehungszeit des denkmals hat man schon vordem das frühe 
13. jahrh. angesehen, was jetzt die reimkritik bestätigt, die spräche 
ist ein süd-östlicher dialekt, aber mit anglischem einschlag. die 
französische Originalfassung oder besser vorläge ist unbekannt; 
daß der englische nachdichter auch aus mündlichen berichten über 
den kreuzzug geschöpft habe, läßt sich nicht beweisen, ihrem 
Stande nach sind dichter und Übersetzer als geistliche anzu- 
sprechen. — in dem kurzen abschnitt vom 'nachleben der dich- 
tung' wäre vielleicht ein hinweis auf die bedeutendste moderne 
behandlung des Stoffes, M. Hewletts prächtigen roman von 'Eichard 
Yea and Nay', am platze gewesen. 

Richard Rolle. 183. The mending of life. being an anon. 
Version of about a. d. 1400 from the 'De emendatione vitae' of 
Richard Rolle of Hampole, ed. in a modernis. form from the 
Cambridge ms. Ff. V,40. now first publ. with an introd. and 
notes by Dundas Harford. LVI,96 s. London, Allenson. 1/6. — 
lag nicht vor. 

Squire of low degre. 184. B. L. Jefferson, A note on 
'The squyr of lowe degre'. MLN. 28,102—103. — daß das motiv 
der einbalsamierung eines geliebten toten in ganzer gestalt Meads 
bezeichnung als 'decidedly unusual' durchaus verdient, vermögen 
des vfs. einwände gegen die (von wem herrührende?) bezeichnung 
als 'decidedly new' nicht zu widerlegen. 

D. Nenenglische denkmäler. 
Barclay. 185. J. M. Berdan, Alexander Barclay, poet 
and preacher. MLR. 8,289 — 300. — anknüpfend an die inhalt- 
reiche dissertation von F. Fraustadt (Breslau 1894) untersucht vf. 
zunächst von neuem das Verhältnis des 'Ship of fools' zu seinen 
quellen, daß Lochers fassung keineswegs eine genaue Übersetzung, 
sondern eine ziemlich freie bearbeitung ist, die vielfach klassische 
gestalten an die stelle der biblischen des Originals setzt, war ja 
bekannt; sie aber als 'an independent work' zu bezeichnen, geht 
doch zu weit, schon Fraustadt hat übrigens festgestellt, daß Barclays 



XVI. D. Neuenglische denkmäler. 89 

Zusätze, soweit sie sich nicht bei Locher finden, selten auf Brant, 
oft auf Riviere zurückgehen oder eigner erfindung entstammen. — 
für 'The mirror of goode manners' und die meisten der 'eclogues' 
steht Bs. Verfasserschaft außer zweifei; fraglich ist sie jedoch dem 
vf. trotz des 'consensus of scholarship' für die Übersetzung von 
Gringoires 'Chasteau de labour'. — bei der behandlung seiner 
Stoffe fühlt sich B. völlig ungezwungen, seine zusätze geben nicht 
selten hinweise auf die eigenen heimischen Verhältnisse; oft sind 
es gnomische antithesen. nicht dichter will B. sein, sondern moral- 
prediger. wenn er trotzdem eine prosaepistel des ^neas Sylvius 
in die gekünstelte form einer pastoral-ekloge zwängt, so folgt er 
damit nur dem beispiel des bischofs Octavien de Saint-Gelays. In- 
halt und verskleid seiner werke erweisen ihn als bewußten an- 
hänger der mittelalterlichen Vergangenheit. 

Beaumont U. Fletcher. 186. J. LeGayBrereton, Notes 
on the text of Beaumont and Eletcher. ESt. 47,209 — 218. — 
kritische, oft humorvolle bemerkungen zu den in bd. IV der Bullen- 
schen Variorum ed. (siehe hier nr. 187,2) herausgegebenen stücken. 

187. Schon verzeichnet wurden: 1. Beaumont and Fletcher, 
Works ed. A. R. Waller, vol. X. — vgl. Jsb. 1912,16,291. — 
bespr. von M. Förster, JbdShG. 49,259 und K. Lincke, Anglia 
beibl. 24,43. — 2. The works of Beaumont and Fletcher, Variorum 
edition, ed. A. H. Bullen. — vgl. Jsb. 1910,16,260. — vol. IV: 
The false one, The little French lawyer, Valentinian, Monsieur 
Thomas, The chances (London, Bell. 1912. 10/6). — bespr. Athen. 
1912,11,739; Acad. 1912,11,830 und empfehlend von M. Förster, 
JbdShG. 49,259. 

Brome. 188. Gl. E. Andrews, Richard Brome: a study 
of his life and works. in: Yale studies in English, XL VI. New 
York, Holt. VIII,140 s. $ 1,25. — die sorgfältige Untersuchung 
gliedert sich in folgende hauptabschnitte: 1. leben Bs. — 2. Chrono- 
logie seiner stücke (nach Fleay). — 3. bibliographie seiner werke. 
— 4. B. als dramatiker. — 5, quellen und einflüsse. — anhang: 
die 'Antipodes', ihre quellen und die Zielpunkte ihrer satire. — 
das ergebnis seiner nachprüfung der frage, welcher anteil B. an 
der abfassung der 'Lancashire witches' beizumessen sei, hat vf. 
auch an anderer stelle veröffentlicht; siehe hier nr. 208. — lobend 
bespr. von G. Saintsbury, ESt. 47,265—266. 

Cbapman. 189. F. L. Schoell, Une source nouvelle de 
Chapman. Rev. germ. 9,428 — 433. — ein neuer beleg für Chap- 
mans ungeheure belesenheit: die erste szene des III. aktes von 
'Monsieur d'Olive' erweist sich als eine 'traduction facile, mais 
hätive' aus Petrarcas lateinischem prosadialoge 'De contemptu 
mundi' (1343). 



90 XVI. Englische literatur. 

Clevelaud. 190. The poems of John Cleveland. annot* 
and correctly printed for the first time with biograph. and histor. 
introductions by J. M. Berdan. London, Frowde. 1911. 270 s. 
5/6. — der jetzt vergessene eifrige Parteigänger Karls I. (f 1658) 
war seiner zeit als dichter recht beliebt, wie die auflagenzahl 
seiner werke beweist, die hier vorliegende ausgäbe druckt den 
vergleichsweise besten text von 1677 ab und fügt zahlreiche les- 
arten und anmerkungen hinzu. — bespr. von F. Delattre, Rev. 
germ. 9,100—101. 

Davies. 191. Marg. Seemann, Sir John Davies, leben und 
werke, in: Wiener beitrage, bd. 41. Wien, Braumüller. X,92 s. 
4 m. — das bild, das Grosarts fleiß und gründlichkeit schon 
vor vier Jahrzehnten von diesem jüngeren Zeitgenossen Shake- 
speares, einem dichter dritten ranges, entworfen hat, ist von der vf. 
durch einzeichnung einiger neuer linien bereichert, aber nicht 
wesentlich verändert worden, hinzugekommen ist vor allem eine 
eingehende Studie der kleineren dichtungen und der politischen 
pi'osaschriften des irischen oberreichsanwalts, von denen jedoch 
nur die abhandlung über Irland (1612) noch für die heutige histo- 
rische forschung bedeutung haben dürfte. 

Dekker. 192. Th. Dekker, Satiromastix, ed. by J. H. Pen- 
niman. siehe hier nr. 212. 

Deloney. 193. Thomas Deloney, Works, ed. by F. 0. 
Mann. — vgl. Jsb. 1912,16,306. — bespr. NQ. 11. s., VIII,138 
(betont den einfluß der bühne auf Ds. stil) und von A. Eichler, 
DLz. 34,812—814. 

Dramen. 194. J. Hinton, The source of 'Ealph Roister 
Doister'. MPhil. 11,273 — 278. — dem 'Miles gloriosus', dieser 
'kümmerlichsten aller lateinkomödien', verdankt das stück nach H. 
nur wenig; ebenso belanglos seien die andern dramen des Plautus. 
die hauptquelle soll nicht er sein, sondern Terenz, und zwar 
der 'Eunuchus'. zum beweis hierfür werden aus beiden werken 
gewisse ähnlichkeiten und anklänge zusammengestellt, die jedoch 
weder einzeln noch gemeinsam von der Wahrheit der neuen lehre 
zu überzeugen vermögen. 

195. W. K. Smart, Some English and Latin sources and 
parallels for the morality of 'Wisdom'. diss. Chicago. 1912. 
93 s. — lag nicht vor. — nach der bespr, von B. Fehr, Anglia 
beibl. 24,237 — 239, hat vf. als die wichtigsten Vorstufen die eng- 
lische Übersetzung des Susoschen traktates 'Orologium Sapientiae* 
(gedr. V. Caxton 1490) und die gleichfalls englische 'Scala per- 
fectionis' des Walter Hilton (ende 14. jahrhs.) ermittelt, 'mind', 
'will' und 'reason', die bekannten drei Seelenelemente der Augusti- 
nischen psychologie, dienen hier unter dem einfluß dieser beiden 



XVI. D. Neuenglische denkmäler. 91 

quellscbriften zugleich zur ausdeutung der göttlichen dreifaltigkeit. 
die entstehungszeit des mystischen bühnenspiels ist zwischen 1460 
und 1483 zu suchen. 

196. The troublesome reign of King John, being the original 
of Shakespeare's 'Life and death of King John', ed. by F. J. 
Furnivall and J. Munro. in: The Shakespeare library. London, 
Chatto & Windus. — bespr. von M. Förster, JbdShG. 49,232—233 
('eine zuverlässige führung'). 

197. G. W. Manuel, The source of the immediate plot of 
'Faire Em'. MLN. 28,80 — 82. — die Vermutung allegorischer ein- 
kleidung hält vf. für unbegründet, als einzige quelle betrachtet er 
vielmehr die ballade 'Bessie of Bednall', später betitelt 'The blind 
beggar's daughter of Bednal-Green'. 

198. A tale of a tub. nach dem drucke von 1640 hrsg. von 
Hans Scherer. in: Bangs materialien, bd. 39. Leipzig, Harrasso- 
witz. XV, 90 s. 8 ni. — lag noch nicht vor. 

199. Schon früher verzeichnet: How a man may chuse a 
good wife from a bad, ed. by A. E. H. Swaen. — vgl. Jsb. 1912, 
16,314. — bespr. von M. Förster, JbdShG. 49,260 (die ausgäbe 
'läßt ein streng methodisches vorgehen vermissen, namentlich in der 
behandlung der literarhistorischen Vorfragen') und v.J. Qu. Adams, 
MLN. 28,107 — 112 (mit mehreren besserungen). 

Ford. 200. Ch. R. Baskervill, Bandello and 'The broken 
heart'. MLN. 28,51 — 52. — die liebe Sidneys zu Penelope Rieh 
(Stella) ist nicht, wie Sherman (vgh Jsb. 1909,16,304) meint, die 
hauptquelle für Fords drama, sondern hat ihn wohl nur zu der 
geschichte der erzwungenen heirat Pentheas angeregt, dagegen 
fand Ford reicheres material bei Bandello, namentlich in der ge- 
schichte von Livio und Camilla, die aus Belleforests 'Histoires 
tragiques' in Fentons 'Tragicall discourses' übergegangen ist und 
dem dramatiker vermutlich in der französischen (oder englischen?) 
erweiterten form vorgelegen hat. 

Hawes. 201. H, Natter, Untersuchung der quellen von 
Stephen Hawes' allegorischem gedichte 'Pastime of pleasure'. 2. teil, 
progr. der kgl. kreisoberrealschule in Passau 1912. 43 s. — der 
l. teil (49 s.) ist 1910/11 als Münchener diss. und 1911 als 
programmschrift derselben schule erschienen, die vorliegende ar- 
beit beschäftigt sich mit den kapp. 6 — 12, 14 — 16, 18 — 25 der 
dichtung. kap. 17 fehlt in der vom vf. benutzten ausgäbe, die 
noch ausstehende Untersuchung des zweiten, kürzeren teils des 
Werkes wird vor allem die beziehungen zum ßosenroman und zur 
'Faerie Queene' prüfen. 

W. HemingS. 202. William Hemings, The Jewes tragedy, 
nach der quarto 1662 hrsg. von A, Cohn. in: Bangs materialien, 



92 XVI. Englische literatur. 

bd. 40. Leipzig, Harrassowitz. 10 m. XI,106 -\- 91 s. — vf. der 
tragödie ist ein söhn des mitherausgebers der I. folio Shakespeares; 
sein geburtsjahr ist 1602, sein todesjahr unbekannt, jedoch gewiß 
nach 1642 anzusetzen, außer dem vorliegenden stück, das ver- 
mutlich in dem genannten jähr verfaßt, aber nie aufgeführt und 
erst 1662, nach dem tode des vfs., gedruckt worden ist, hat H. 
bekanntlich noch *The fatal contract' (siehe hier nr. 203) und 
vielleicht eine verloren gegangene komödie geschrieben, die J. T. 
behandelt die Vernichtung des jüdischen reiches durch die Römer 
unter Vespasian und Titus ('Jewes' ist plural). den Josephus hat 
dervf. in einer bemerkenswerten bearbeitung benutzt: in Peter Mor- 
wj'ngs englischer Übersetzung (1558 u. ö.) des Gorionides, eines 
italienischen Juden, der im 10. jahrh. das 'Bellum Judaicum' in 
hebräischer spräche unter einfügung zahlreicher sagenhafter züge 
paraphrasiert hat. 

203. The fatal contract, a French tragedy by William 
Hemings. kritische neuausgabe mit einl. und anmerk. von 
0. Junge, diss. Straßburg 1912. — die einleitung bei'ichtet 
über leben und werke des dichters und prüft Überlieferung, quellen 
und metrum des vorliegenden dramas sowie sein Verhältnis zu 
zwei andern bearbeitungen desselben Stoffes, von diesen bedeutet 
Elkanah Settles 'Love and revenge' (1675) insofern einen fort- 
schritt über F. C. hinaus, als das tun der hauptpersonen besser 
begründet und dem veränderten geschmack der hörer entsprechend 
gemildert erscheint; dagegen hat der 'city poet' durch den äußer- 
lich angeklebten glücklichen ausgang nebst obligater Vermählung 
sowie die trivialisierung der spräche das stück entschieden ver- 
flacht, die andere tragödie, 'The eunuch' (1687), ist nur eine 
neuausgabe des F. C, die ein spekulierender buchhändler veranlaßt 
hat, um durch Steigerung der derb-komischeu effekte das publikum 
desto stärker anzulocken. — die im titel der dissertation ver- 
heißene neuausgabe nebst den textkritischen anmerkungen wird 
demnächst in 'Bangs materialien' erscheinen. 

Herrick. 204. F. Delattre, Robert Herrick, contribution 
ä, l'etude de la poesie lyrique en Angletere au XVII e siecle. — 
vgl. Jsb. 1912,16,32 und hier nr. 26,5. — gelobt v. A. Koszul, 
Rev. germ. 9,623—625. 

John Heywood. 205. T. S. Graves, The Heywood circle 
and the reformation. MPhil. 10,553 — 572. — durch fleißiges 
nachschlagen in den noch lange nicht genügend ausgebeuteten 
*Letters and papers of Henry VIII.' (ed. Brewer and Gairdner) 
bat der vf. eine menge daten und tatsachen über den Sänger und 
dramatiker John Heywood zusammengetragen, mit recht ist er 
jedoch im gegensatz zu Wallace bei ihrer benutzung vorsichtig; 



XVI. D. Neuenglische denkmäler. 93 

denn es gab nicht nur mehrere persönlichkeiten desselben namens 
und Vornamens zwischen 1520 und 1558, sondern auch der name 
selbst erscheint in nebenformen. — Sir Thomas Mores freundes- 
kreis (denn das ist der 'Heywood circle') blieb ungestört bis zu den 
Kenter unruhen, in deren verlauf mehrere mitglieder hingerichtet 
wurden, H. war bekanntlich nicht stark genug, um ebenfalls als 
märtyrer seiner Überzeugung zu enden: er leistete öffentlichen 
widerruf und wurde fortan augenscheinlich nicht mehr behelligt, 
seine Übersiedlung nach dem katholischen festland ist nach G. 
nicht vor 1567 erfolgt. 

Th. Heywood. 206. Ph. Aronstein, Thomas Heywood. 
Anglia 37,163 — 268. — einleitung; H. und Shakespeare. — haupt- 
teil: I. Hs. leben: bildungsgang. theatermann und hof dichter. 
Privatleben, beziehungen zu berufsgenossen. — II. Hs. dramen. 
1. seine dramatische produktion im allgemeinen, nach umfang, be- 
deutung und zeitlicher anordnung. — 2. die dramen aus der sage, 
geschichte oder mythologie. — 3. die realistischen bürgerlichen 
dramen. — 4. romantisch-novellistische dramen. — 5. ein masken- 
spiel als epilog und bekenntnis. — schluß: gesamtwürdigung. 
H. 'eine art volks-Shakespeare', 'der vollkommenste typus des 
tüchtigen playwright aus jener zeit'. 

207. Kath. L. Bates, A conjecture as to Thomas Hey- 
wood's family. JEGPhil, 12,93 — 109. — eine Zusammenstellung 
der fast unbegrenzten möglichkeiten, den dichter mit einem der 
zahlreichen namensvettern seiner zeit verwandtschaftlich zu ver- 
knüpfen, jedoch ohne das geringste greifbare ergebnis. 

208. Gl. E. Andrews, The authorship of 'The late Lan- 
cashire witches'. MLN. 28,163 — 166. — vf. bemißt die anteile 
Heywoods und Bromes an der bearbeitung von 1634 anders als 
Fleay. dem jüngeren dramatiker ist außer kleinen äußeren ände- 
rungen und beigaben nur das mit Sicherheit zuzuschreiben, was 
unzweifelhaft dem zweiten hexenprozeß (1633) entstammt, also nur 
etwa 9 Seiten von den 89 des dramas. diese zutaten Bromes 
haben keinerlei Innern Zusammenhang mit dem übrigen stück, 
mindern also um der aktualität willen seinen an sich schon ge- 
ringen kunstvvert nur noch mehr. — vgl. hier nr. 188. 

209. A. H. Gilbert, Thomas Heywood's debt to Plautus. 
JEGPhil. 12,593 — 611. — vf. untersucht art und umfang der ab- 
hängigkeit der drei plautinischen stücke Hs. ('The silver age', 'The 
captives', 'The English traveller') von 'Amphitryo', 'Rudens' und 
'Mostellaria', als besonders bemerkenswert verzeichnet vf. die von 
H. vorgenommene 'modification of the moral tone' in dem zweiten 
stück. 



94 XVI. Englische literatur. 

A. Hume. 210. J. Bailey, Alexander Hume. in: Poets 
and poetry, s. 37 — 44. siehe hier nr. 16,2. 

James I. 211. New poems by James I. of England, ed. 
A. F. Westcott. — vgl. Jsb. 1912,16,335. — bespr. v. Ph. Aron- 
stein, DLz. 34,355 — 357 und von T. F. Henderson, MLR. 8, 
115 — 117 (unterstreicht den großen einfluß Buchanans auf den 
jungen könig). 

Ben JonSOn. 212. Ben Jonson, Poetaster, and Th. Dekker, 
Satiromastix, ed by J. H. P enniman. in: The helles lettres series, 
sect. III, The English drama. Boston, Heath. — lag nicht vor. 
— bespr. von H. Jantzen, ZfrenglU. 12,375—376. 

213. W. D. Briggs, On certain incideuts in Ben Jonson's 
life. MPhil. 11,279 — 288. — Ben Jonson ist nicht erst 1613, 
als erzieher von Raleighs söhn, nach Paris gekommen, sondern er 
hat dort schon 1612 einer theologischen disputation beigewohnt, 
dadurch fällt auch auf manchen andern Streitpunkt neues licht: die 
angeblich geplante frühere Veröffentlichung der folio von 1616 mit 
den epigrammen und seine Stellung zu der bekenntnisfrage. — ein 
brief Joseph Webbes an B. J. bittet um sein urteil über eine 
verstheoretische Schrift Ws., und ein von B. J. und 13 andern 
unterzeichnetes gutachten anerkennt den wert eines (phonetischen?) 
hilfsbuchs zur Spracherlernung. 

214. J. Qu. Adams, jr., 'Every woman in her humor' and 
'The dumb knight'. MPhil. 10,413—432. — über die Verfasser- 
schaft des ersten Stückes hat, wie vf. meint, noch niemand eine 
Vermutung geäußert, das zweite drama ist von Gervase Markham 
und Lewis Machin; nach ansieht de^ vfs. schrieb jener in blank- 
versen die ernste haupthandlung, dieser das komische 'sub-plot' in 
prosa. beide teile aber sind auffallend lose miteinander verknüpft, 
offenbar ist der komische teil von dem späteren bearbeiter um 
seiner bühnenwirksamkeit willen hinzugefügt worden, aus manchen 
ähnlichkeiten dieses teils mit der anonymen Jonson-nachahmung 
folgert nun der vf., 'Every woman' sei ebenfalls von Lewis Machin 
verfaßt, und zwar vor dem 'comic plot' des 'Dumb knight'. als 
zeit der abfassung des somit älteren Stückes ermittelt der vf. etwa 
1607, als aufführende truppe die von White friars. — es folgen eine 
auseinandersetzung mit Ch. W. Wallaces aufsatz über Markham 
(JbdShG. 46,347 — 350) und anmerkungen zum text der beiden 
dramen. 

215. Schon früher verzeichnete werke: 1. Der stürz des 
Sejanus, Volpone oder der fuchs. Der Bartholomäusmarkt, hrsg. 
von Marg. Mauthner. — vgl. Jsb. 1912,16,341, — bespr. von 
M. Förster, JbdShG. 49,256—257. — 2. Cynthia's revels, ed. 



XVI. D. Neuenglische denkmäler. 95 

A. C. Judson. — vgl. Jsb. 1912,16,339. — bespr. von E. Eck- 
hardt, ESt. 47,93 — 94 (vieles sei recht überflüssig; die deutsche 
forschung werde fast gar nicht berücksichtigt); vonPh. Aronstein, 
Anglia beibl. 24,70 — 74 (lobend, mit ausnähme des literarhisto- 
rischen teils); von M. Förster, JbdShGr. 49,257 — 258 ('sorgfältig 
und gründlich'). — 3. Ch. R. Baskervill, English elements in 
Jonson's early comedy. — vgl. Jsb. 1911,16,303. — bespr. von 
W. S. Johnson, JEGPhil. 12,337—340. — 4. M. Kerr, In- 
fluence of Ben Jonson on English comedy 1598 — 1642. — vgl. 
Jsb. 1912,16,337. — bespr. von B. Neuendorff, Cbl. 64,177 und 
von M. Förster, JbdShG. 49,258—259. 

Marlowe. 216. Ch. Crawford, The Marlowe concordance, 
teil III. (s. 361 — 520.) in: ßangs materialien, bd. 34. Leipzig, 
Harrassowitz. 20 m. — dieser dritte teil des höchst dankenswerten 
Werkes führt die konkordanz weiter bis zu dem Stichwort 'goods'. 

217. Marlowe, Eduard II. übers, von A. W. Heymel. 
Leipzig, Inselverlag. 1912. — bespr. von H. Conrad, Preuß. Jbb. 
152,56—72. 

218. F. C. Danchin, Etudes critiques sur Christopher Mar- 
lowe. Rev. germ. 9,566 — 587. — die zweite studie der in Rev. 
germ. 8,23 — 33 (vgl. Jsb. 1912,16,348) begonnenen reihe, dieser 
teil bringt den abdruck von sechs aktenstücken: 1. bei Kyd ge- 
fundene papiere (Harl. ms. 6848). — 2. Baines' anzeige (Harl. 
6848 und 6853). — 3. brief Kyds an Sir John Puckering (Harl. 
6849). — 4. gegen R. Cholmeley (Harl. 6848). — 5. briefliche 
mitteilung über Cholmeleys Verhaftung (Harl. 7002). — 6. Unter- 
suchung gegen Raleigh, seinen bruder Carew und ihren kreis (Harl. 
6849). 

219. Rezension: Marlowe, Doctor Faustus, ed. W. Modlen. 
— vgl. Jsb. 1912,16,347. — bespr. ZfrenglU. 11,561. 

MaSOn. 220. John Mason, The Türke, ed. from the quartos 
of 1610 and 1632 by J. Q, Adams, jr. in: Bangs materialien, 
bd. 37. Leipzig, Harrassowitz. 8 m. XXV,104 s. — über J. Mason 
hat A. nichts weiter ermitteln können, als daß er 1608/09 teil- 
haber am Whitefriars-theater in London gewesen ist; ob er zwei 
jähre vorher in Cambridge den grad eines M. A. erlangt hat, ist 
zweifelhaft, nicht weniger unbekannt als der vf. ist sein werk, 
obgleich die blutrünstige Türken- und Borgiatragödie zu ihrer zeit 
vermutlich recht beliebt war. der neudruck gibt die 1. ausgäbe 
von 1610 wieder; das jähr der abfassung ist 1609. — bespr. von 
M. Förster, JbdShG. 49,260—261. 

221. G. C. Moore Smith, John Mason and Edward 
Sharpham. MLR. 8,371 — 373. — vf. findet die biographischen 



96 XVI. Englische literatur. 

angaben über J. Mason in J. Qu. Adams' ausgäbe des 'Türke' 
ebenso ungenügend wie die über E. Sharpham in H. Nibbes neu- 
druck des Tleire'. in beiden fällen haben die herausgeber es 
unterlassen, die Universitätsregister nachzuschlagen; dadurch hätte 
A. mehrere wichtige daten über Mason in erfahrung gebracht, 
während N. vor der irrigen annähme bewahrt geblieben wäre, 
Sharpham sei identisch mit E. Sharphell, dem vf. eines Sonetts in 
J. Davies' 'Humours'. 

JÄUuday. 222. W. W. Greg, Autograph plays by Anthony 
Munday. MLR. 8,89 — 90. — die original-hs. des dramas 'Sir 
Thomas More' (Harl. 7368) weist dieselben schriftzüge auf wie 
die von Anthony Munday selbst geschriebene hs. des 'John a Kent 
and John a Cumber' (1596). für das alter des undatierten Stückes 
ergibt sich ferner, daß das Morus-drama erst etwa zwischen 1598 
und 1600 verfaßt ist. damit fällt natürlich die annähme, die Jack- 
Cade-szenen in 'Henry VI.' B und die in 'More' rührten von dem- 
selben dichter her. 

Peele. 223. P. A. Cheffaud, George Peele. Paris, Alcan. 
194 s. 4 f. — bespr. von Ph. Aronstein, Anglia beibl. 24, 
172 — 175 (lehnt die hier versuchte 'rettung' Ps. auf dem gebiet 
der moral und der kunst als mißlungen ab, lobt dagegen die 
quellenforschung des vfs. und stimmt seiner annähme bei, daß P. 
nicht mitglied einer schauspielertruppe gewesen sei). 

224. T. S. Graves, 'The arraignment of Paris' and sixteenth 
Century flattery. MLN. 28,48 — 49. — wenn Peele das urteil des 
Paris zu einer Schmeichelei für die königin Elisabeth benutzt, so 
verwendet er damit nur eine seiner zeit sehr geläufige klassische 
anspielung, für die man keineswegs mit Schelling Gascoigne als 
wahrscheinlichstes vorbild anzusehen braucht. 

Th. Phaer. 225. Eduard J. W. Brenner, Thomas Phaer mit 
besonderer berücksichtigung seiner Aeneis-übersetzung (1558) nebst 
neudruck des 6. buches. in: Würzburger beitr. zur engl, literatur- 
geschichte, heft 2. Heidelberg, Winter. XI, 120 s. 3,30 m. — 
die vorliegende arbeit, deren 6. abschnitt schon 1912 als Würz- 
burger diss. erschienen ist, legt den Schwerpunkt mit recht weniger 
auf leben und bildungsgang des gelehrten vfs., eines würdigen Ver- 
treters der englischen ärzteschaft um 1550, als auf sein werk, die 
erste fast vollständige Übersetzung der Vergilschen dichtung. — 
bespr. von Er. Brie, ESt. 47,90 — 91 und M. Förster, JbdShG. 
49,263—264. 

Rieh. 226. Rieh's 'Apolonius and Silla', ed. by M. Luce. 
— vgl. Jsb. 1912,16,359. — bespr. von M. Förster, JbdShG. 
49,232 ('erfüllt nicht alle wünsche') und von F. C. D auch in, 
Rev. germ. 9,96—97. 



XVI. D. Neuenglische denkmäler. 97 

Schwaukbücher. 227. E. Schulz, Die englischen schwank- 
bücher bis zu 'Dobson's drie bobs'. — vgl. Jsb. 1912,16,362. — 
bespr. von G. Saintsbury, ESt. 47,88 ('the best short view of 
the general subject'), von B. Neuendorf £, Cbl, 64,815, von 
M. Förster, JbdShG. 49,264—265 und von 0. Kobbe, ZfVk. 
23,221. 

Senecaübersetzer. 228. Studley's translations of Seneca's 
'Agamemnon' and 'Medea', ed. from the octavos of 1566 by E. M. 
Spearing. in: Bangs materialien, bd. 38. Leipzig, Harrassowitz. 
XXIII, 252 s. 16 m. — die hier neu gedruckten Übersetzungen Studleys 
stehen in der gesamtausgabe an achter und siebenter stelle, die 
einleitung untersucht u. a. ihr Verhältnis zur 'Spanish tragedy' 
und zum 'Hamlet', ohne jedoch zu bemerkenswerten ergebnissen 
zu gelangen, nur auf die familie des Übersetzers und seine lebens- 
stellung fällt zu Schluß ein wenig neues licht. 

229. Spearing, Elizabethan translations of Seneca's trage- 
dies. siehe hier nr. 66. 

E.Sharphani. 230. Thefleireby E. Sharpham, ed. H.Nibbe. 
— vgl. Jsb. 1912,16,363. — bespr. von M. Förster, JbdShQ-. 
49,260. 

231. Moore Smith, John Mason and Edward Sharpham. 
siehe hier nr. 221. 

Luke Shepherd. 232. Er. Germann, Luke Shepherd, ein 
satirendichter der engl, reformationszeit. — vgl. Jsb. 1912,16,365 
(wo irrtümlich 'German' als vf. genannt ist), — bespr. von 
Ph. Aronstein, Anglia beibl. 24,241 und von H. Weyhe, 
JbdShG. 49,172. 

Sidney. 233. J. Bailey, Sir Philip Sidney. in: Poets and 
poetry, s. 28 — 36. siehe hier nr. 16,2. 

234. E. A. Greenlaw, Sidney's 'Arcadia'. siehe hier nr. 84. 

235, A. Feuillerat, Sidney's works, vol. I: The countess 
of Pembroke's Arcadia. — vgl. Jsb. 1912,16,367. — bespr. von 
B. Fahr, Anglia beibl. 24,8 und von P. W. Long, MLN. 28, 
253—254. 

Skelton. 236. G. E. Le Boyar, Skelton's 'Replycacion'. 
MLN. 28,244 — 245. — gegen Thümmel und Brie hält vf. es für 
wahrscheinlich, daß der dichter die 'ßeplycacion' Wolsey gewidmet 
hat, um den kardinal zu versöhnen und seine hilfe gegen die an- 
feindungen zu gewinnen, denen sein (Skeltons) lebenswandel in Nor- 
folk spätestens 1526 ausgesetzt war. 

Spenser. 237. The poetical works. ed. with critical notes 
by J. C. Smith and E. de Selincourt. with an introd. and a 
glossary. Oxford, Univers, press. 1912. LXVII,736 s. — da das 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) II. Teil. 7 



98 XVI. Englische literatur. 

werk nicht vorliegt, ist ein urteil über sein Verhältnis zu der von 
denselben beiden forschem herrührenden dreibändigen ausgäbe von 
1909 (II und III) und 1910 (I) nicht möglich (vgl. Jsb. 1909,16, 
881 und hier nr. 252,1). — bespr, von F. Gschwind, Anglia 
beibl. 24,176 (bemängelt die beibehaltung der originalscbreibungen). 

238. J. Bailey, Gpenser. in: Poets and poetry, s. 45 — 54. 
siehe hier nr. 16,2. 

239. W. H. Hudson, Spenser and bis poetry. in: The 
poetry and life series. London, Harrap. — bespr. v. F. Gschwind, 
Anglia beibl. 24,177. 

240. L. S. Friedland, Spenser's earliest translations. 
JEGPhil. 12,449—470. — seitdem E. Koeppel (1889) behauptet 
hat, die 'Visions of Petrarch' und 'Visions of Bellay' in v. d. Noots 
'Theatre of worldlings' (1569) seien nicht von Spenser verfaßt 
(ESt. 15,53 — 81), sind gegen diese meinung wiederholt mehr oder 
minder triftige einwände erhoben worden, während J. B. Eletcher 
(MLN. 13,205 — 208) sich mit dem versuch begnügte, durch er- 
neute prüfung der reimtechnik und metrik ein hauptargument Ks. 
zu entkräften (vgl. Jsb. 1899,15,367), geht nunmehr vf. kühn aufs 
ganze: Ks. 'tests' sollen nicht nur für die richtigkeit seiner lehre 
nichts beweisen, sondern sogar alle das gerade gegenteil erhärten! — 
die ganze Streitfrage ist von der art, daß das stilistische fein- 
gefühl darin ein gewichtiges wort, wenn auch vielleicht nicht das 
letzte, zu sprechen hat. so steht denn gar bald behauptung gegen 
behauptung, und das ist gewiß nichts neues, weniger geläufig 
dürfte den fachgenossen der ton sein, in dem vf. die poleraik 
führt, auch steht seine behauptung, K. habe sogar dagegen, daß 
die späteren bearbeitungen beider gedichtgruppen von Spenser her- 
rühren, 'a somewhat tentative disbelief geäußert, in auffallendem 
Widerspruch zu dem klaren Wortlaut der ersten arbeit Ks. (s. ESt. 
15,79. 81). 

241. L. S. Friedland, Milton's 'Lycidas' and Spenser's 
'Ruines of time'. MLN. 27,246—250. — vf. vermißt in den bisher 
erschienenen anmerkungen zu 'Lycidas' hinweise auf Spensers ge- 
dieht, das sich dafür am meisten eigne, seine beispiele sind jedoch 
eher ein gegenbeweis. 

242. P. W. Long, The date of Spenser's earlier hymns. 
ESt. 47,197 — 208. — die beiden hymnen an die liebe und die 
Schönheit sind bald nach dem früh 1590 erfolgten erscheinen der 
ersten drei bücher der Taerie Queene' verfaßt worden, dafür 
bringt vf. eine reihe beachtenswerter gründe bei. die in den 
hymnen geschilderte Hebeswerbung hängt vermutlich mit des dich- 
ters bemühen um die gunst der dame in den 'Amoretti' zusammen. 



XVI. D. Neuenglische denkmäler. 99 

in der vf. trotz Schellings ablehnung dieser hypothese noch immer 
lady Carey sieht. 

243. Ch. R. Baskervill, The early fame of 'The shepheards 
calender'. PMLA. 28,291—313. — vf. vertritt gegen Greenlaw 
(PMLA. 26,419 — 451) die ältere ansieht, wonach Spensers eklogen- 
zyklus trotz seinem anonymen erscheinen keineswegs erst durch 
das epische hauptwerk bekannt und berühmt geworden ist. wenn 
nicht nur des dichters freunde, sondern auch Webbe seinen namen 
nicht nennen, so beweist dies nicht, daß sie nicht wußten, wer 
die dichtung verfaßt habe, oder daß sie das geheimnis aus prak- 
tischen gründen wahren wollten, sondern nur, daß das versemachen 
damals als eines ernsten mannes unwürdig galt. Sidneys auffallend 
kühles lob erklärt sich aus seinem klassischen kunstideal. 

244. G. C. Moore Smith, Spenser and Mulcaster. MLR. 
8,368. — der name des 'guten alten schäfers Wrenock' (Sheph. 
Cal. 41) ist das anagramm zwar nicht von 'master Mulcaster', wohl 
aber von der in den büchern der Merchant tayloi's' comp, und dem 
haushaltungsbuch der königin nachweisbaren nebenform 'master 
Mouncaster' oder 'Mowncaster'. 

245. W. Graham, Some notes on Spenser and Bacon. 
MLN. 28,212 — 214. — quellennachweise zu den Sinnsprüchen 
Thomalins und Willyes in der märz-ekloge des Sheph. Cal. 

246. R. Shafer, Spenser's Astrophel. MLN. 28,224—226. 
— weist entfernte ähnlichkeiten nach zwischen Spensers dichtung 
und Bions klage um Adonis (übers, von Lang). 

247. R. Smith, The Metamorphoses in 'Muiopotmos'. MLN. 
28,82 — 85. — eine quellenstudie, die nicht viel neues bringt. 

248. C. A. Harper, 'Locrine' and the 'Faerie Queene'. 
MLR. 8,369—371. — gegen Crawford, T. Brooke und Cunliffe 
schließt die vf. sich der meinung Erbes und Brotaneks an, wonach 
das Locrine-drama von Spensers epos beeinflußt ist. während sie 
in ihrer trefflichen studie über die quellen der chronicle history 
in der Taerie Queene' (bespr. Jsb. 1910,15,339; vgl. hier nr. 252,4) 
noch kein anderweitiges vorkommen des Debon nachzuweisen ver- 
mochte, hält sie es jetzt für wahrscheinlich, daß der dramatiker 
seine gleichnamige gestalt dem großen epiker verdankt, danach 
kann 'Locrine' nicht vor 1590 vf. sein. 

249. F. M. Padelford, Spenser's arraignment of the ana- 
baptists. JEGPhil. 12,434 — 448. — vf. versucht mit beruf ung auf 
bischof Hooper, Whitgift u. a. den streit zwischen Artegall und 
dem riesen (F. Qu. V,2) zu deuten als leidenschaftliche anklage 
gegen die pseudoreformerischen, kommunistischen Wiedertäufer im 
damaligen England. 

7* 



100 XVI. Englische literatur. 

250. F. M. Padelford, Spenser and the Puritan propaganda. 
MPhil. 11,85 — 106. — auch in kirchlichen fragen war Sp. der 
anhänger der goldenen mitte, für einen puritaner hält ihn nur, 
wer das wesen dieser engen Weltanschauung verkennt (das hier 
klar und schön umschrieben wird), den nachweis führt der vf. vor- 
läufig nur für des dichters verhalten gegenüber der äußeren propa- 
ganda für die 'reine' lehre; seine Stellungnahme zu ihrer innern 
eigenart soll späterhin beleuchtet werden. 

251. Schofield, Chivalry in English literature: Spenser. 
siehe hier nr. 8. 

252. Schon früher verzeichnet: 1. Spenser's minor poems, 
ed. by E. de Selincourt. — vgl. Jsb. 1912,16,377 (wo auf Jsb. 
1911,16,341 zu verweisen war). — bespr. von A. K[oszul], Rev. 
germ. 9,99 — 100 (mit kleinen bässerungen). — 2. J. J. Higgin- 
son, Spenser's Shephard's calendar in relation to contemporary 
affairs. — vgl. Jsb. 1912,16,372. — bespr. [von A. Brandl,] 
Archiv 129,517 (in der haaptsache zustimmend), von M. Förster, 
JdbShG. 49,261 — 262 ('ein sehr wichtiger beitrag zur Spenser- 
kunde') und wenig günstig von G. Saintsbury, ESt. 47,91 — 92. 

— 3. I. Langdon, Materials for a study of Spenser's theory of 
fine art. — vgl. Jsb. 1912,16,375. — bespr. v. L. L. Schücking, 
JbdShG-. 49,220—221 ('sorgfältige, klare und übersichtliche dar- 
stellung') und von N. Dodge, JEGPhil. 12,341—343. — 4. C. A. 
Harper, The sources of the British chronicle history in Spen- 
ser's Faerie Queene. — vgl. Jsb. 1912,16,377. — bespr. von 
K. Lincke, Anglia beibl. 24,43 ('eine erstaunliche arbeitsleistung'). 

— 5. H. E. Cory, The critics of Spenser. — vgl. Jsb. 1912, 
16,377. — bespr. von L. L. Schücking, JbdShG. 49,219 (ver- 
mißt gediegene Sachkenntnis und Vertiefung). 

Townshend. 253. Aurelian Townshend's poems and masks. 
ed. by E. K. Chambers, in: Tudor and Stuart library. Oxford, 
Clarendon press. 1912. XLVII,124 s. 5/-. — bespr. v.M. Förster, 
JbdShG. 49,258—259 (lobt die sorgfältige einleitung). 

Yergilübersetzer. 254. Brenner, Th. Phaer. siehe hier 
nr. 225. 

Warner. 255. H. Huf, William Warner: Albion's Eng- 
land, quellenuntersuchungen zu den ersten büchern. diss. Mün- 
chen 1912. VI, 107 s. — I. leben und werke. — IL allgemeines 
über die quellen. — III. quellennachweise zu den einzelnen ge- 
schichten. die hauptquelle für die sagenhafte Vorgeschichte in den 
beiden ersten büchern ist Lefevre-Caxtons bekanntes Trojabuch. 
nicht aus Unkenntnis der klassiker, sondern dem geschmack seiner 
zeit, der epoche Spensers und Sidneys zuliebe, schildert W. die 



XYI. D. Neuenglische denkmäler. 101 

antiken heldengestalten in rittermäßiger einkleidung. der gute 
kenner Ovids zeigt sich in allen mythologischen dingen; auch Vergil 
und der dramatiker Seneca sind ihm offenbar wohl vertraut, und 
den eigennamen gibt er gegen Caxton und dessen französischen 
Vorgänger ihre ursprüngliche form wieder, dagegen stammt sein 
geschichtliches wissen meist aus den zeitgenössischen Chroniken, 
höchstens noch aus North-Amyots Plutarch. bezeichnend für die 
sprachliche form des werkes ist eine gewisse Vorliebe für euphuisti- 
schen schmuck der rede; doch wirkt dies nach dem urteil des vfs. 
niemals geziert oder sonst geschmacklos. — ein abschließendes 
urteil über die quellenfrage wird freilich erst möglich sein, wenn 
sämtliche 16 bücher untersucht worden sind. 

Webster. 256. H. D. Sykes, Date of Webster's play 'The 
w^hite devil'. NQ. 11. ser., VII,342 — 343. — die sicheren grenzdaten 
sind 1609 (aufführung von Ben Jonsons 'Masque of queens') und 
1612 (druck), die meinung Stolls u. a., das stück sei bald nach 
april 1610 verfaßt, hält vf. nicht für gerechtfertigt. 

257. H. D. Sykes, An attempt to determine the date of 
Webster's 'Appius and Virginia'. NQ. 1 1. s., VII,401— 403 ; 422—424 ; 
466 — 467; VIII,63 — 64. — das stück ist in der sprachlichen form, 
wie sie der druck von 1654 bietet, sicher nicht vor 1630 verfaßt, 
wahrscheinlich erst zwischen 1632 und 1634, vorausgesetzt, daß 
W. allein der vf. ist. die untere grenze für die datierung ist 
bekanntlich 1639. die kleine Studie ist zugleich ein bei trag zur 
geschichte der beziehungen Ws. zu Th. Heywood. 

258. H. D. Sykes, Webster and Sir Thomas Overbury. NQ. 
ll.s.,VIII,221— 223; 244—245; 263—265; 282—283; 304—305. 
— entlehnungen aus Overburys Schriften beweisen, daß 'The duchess 
of Malfi' in der vorliegenden fassung (gedr. 1623) nicht vor 1615 
verfaßt sein kann. Vaughans und Stolls datierung (1617) trifft 
wahrscheinlich das richtige, ist das stück wirklich schon 1614 
oder früher gespielt worden (Crawford, Wallace), so hat der dichter 
es in der Zwischenzeit umgearbeitet. 

J. Woodward. 259. John Woodward, The life and tragedy 
of the royal lady Mary late queen of Scots. hrsg. von Hanna 
Lohmann. — vgl. Jsb. 1912,16,384. — bespr. von E. Wölbe, 
Anglia beibl. 24,239 (ein wertvoller beitrag 'auch zur geschichte 
der schottischen literatur im allgemeinen'). 

Richard Röhmer. 



102 XVII. Volksdichtung. 



XVn. Volksdichtung. 

A. Volkslied. 1. Deutsch: allgemeines, Sammlungen, balladen und liebes- 
lieder, Standes- und festlieder, kinderlieder, historische, volkstümliche 
lieder. 2. Niederländisch. 3. Englisch. 4. Skandinavisch. — B. Volks- 
schauspiel. — C. Spruch und spnchwort. — D. Rätsel und volkswitz. 

A. Yolkslied. 

1. Deutsche Volkslieder. 
Allgemeines, 1. E. Wechßler, Begriff und wesen des 
Volksliedes, Vortrag. Marburg, Ebel. 50 a. 0,80 m. (aus der 
Hessischen schulzeitung 1913.) — W. mustert die definitionen des 
Volksliedes seit Herder und Goethe und wirft die frage auf, welcher 
eigenschaften das lied eines höher gebildeten dichters bedürfe, um 
ein Volkslied zu werden. mit heranziehung der französischen 
chansons hebt er als bezeichnend hervor: urgefühle der menschheit, 
die traumhafte märchenstimmung, den sinnlichen ausdruck, die 
kunstmittel des parallelismus und kontrastes, der Wiederholung 
und Steigerung, die sittliche Weltanschauung, die einfachen lebens- 
verhältnisse, und verwirft Herders gegenüberstellung von naturlied 
und kunstlied. auch ein schlichtes volksüed ist kunst, ein hohes 
kunstwerk ist nicht natur, wirkt aber als natur. 

2. 0. Bö ekel, Psychologie der Volksdichtung. 2. ver- 
besserte aufläge. Leipzig u. Berlin, Teubner. VI, 419 s. 7 m. — 
das von einem trefflichen kenner des germanischen und romanischen 
Volksliedes mit begeisterung für seine aufgäbe geschriebene buch, 
dessen 1. aufläge 1906 erschien, ist hie und da gekürzt, in den 
anmerkungen dagegen mit einigen nachtragen versehen. 

3. G. Jungbauer, Zur volksliedfrage. GRMon. 5,65 — 81. 
— vgl. DdVl. 15,167—170. 

3a. P. Levy, Zur Unsicherheit im begriffe Volkslied. GRMon. 
5,659—667. 

4. A. Petak, Zur frage der Volksliedersammlung. ZföVk. 
19,255 f. 

5. K. Krön fuß, Das deutsche Volkslied, dessen Verbreitung 
und pflege in Niederösterreich. (Der niederösterreichische Sänger- 
bund 1863 — 1913, festschrift zum 50. Jubelfeste hrsg. von E. Bild. 
Wien.) vgl. DdVl. 15,171. 177—180. 197—200. 

6. G. Jungbauer, Bibliographie des deutschen Volksliedes 
in Böhmen. Prag, Calve. XLVII,576 s. 8 m. (Beiträge zur 
deutsch-böhmischen Volkskunde 11). — als grundlage für eine große 
ausgäbe deutschböhmischer Volkslieder und für eine wissenschaft- 
liche bearbeitung dieses gebietes hat J. auf Hauffens anregung ein 



XVII. A. Volkslied. 103 

2711 nummern enthaltendes Verzeichnis aufgestellt, die lieder mit 
inhaltsüberschriften sind in die gruppen: erzählende, liebes-, geist- 
liche und Jahreszeiten-, geschichtliche, bodenständige, kunstlieder, 
lebenslust und Vierzeiler geordnet und mit literaturnachweisen ver- 
sehen, dazu kommen sorgfältige register der sammler, dichter, 
f und orte, des Inhalts und der anfangszeilen sämtlicher Strophen; 
das letztere nimmt allein 150 selten ein. in der einführung gibt 
der vf. eine geschichte der volksliedforschung in Deutschböhmen, in 
der er auch auf einige volksliedfälscher eingeht, und zieht aus der 
bibliographie lehrreiche Schlüsse, durch seinen reichen inhalt und 
die umsichtige anordnung wird das buch vielen volksliedforschern 
gute dienste leisten. — rec. A. Hausenblas, Mitt. d. Böhmen 51, 
beil. s. 65—67. 

7. C. R. Kreuschner, Vom Volkslied der Deutschböhmen 
und Deutschmähren. Daheim 49, nr. 30,22 — 24. 

8. W. Schremmer, Das schlesische Volkslied. Türmer 15,2, 
833—840. 

9. K. Storck, Lebendiges Volkslied. Türmer 14,1,746 — 750. 

10. 0. Wiener, Das deutsche fuhrmannslied und die lieder 
der landstraße. Prag, Calve. 32 s. 0,20 m. (Sammlung gemein- 
nütziger vortrage nr. 413.) — eine flottgeschriebene Übersicht über 
die verschwundene poesie des fuhrmannslebens und die noch immer 
blühende der landstreicher. 

11. W. Heinz, Das bergmannslied. diss. Greifswald. 96 s. 

12. 0. Stückrath, Rhythmisches zersingen von Volksliedern. 
ZfVk. 23,75 — 80. — sowohl der gesang beim marschieren als der 
beim tanze bewirkt im rhythmus und in der melodie der lieder 
erhebliche Veränderungen, wie an mehreren beispielen darge- 
legt wird, 

13. W. Uhl, Winiliod, Supplement. Leipzig, Haessel. XIV, 
155 s. 6 m, (Teutonia 5, suppl.) — was U. 1908 in einem dicken 
buche über die berühmte stelle der kapitularien Karls des großen 
dargelegt hat, stößt er jetzt um; in drei schlaflosen nachten (s. 86) 
ist ihm zur gewißheit geworden, daß die werte 'et nuUatenus ibi 
winileodos scribere vel mittere praesumant' durch mißverständnis 
von abkürzungen hervorgegangen sind aus der im cod. Paris. 4618 
noch vorhandenen lesart 'et nullatenus ubi melius discriuere uel 
mittere presumat' (die äbtissin soU sich unter keinen umständen 
herausnehmen, die nonnen dorthin, wo es besser ist als in der 
klausur, zu verteilen oder gar zu entsenden), erst Amerbach hat 
1545 eine unmögliche deutung von uini leodds versucht, s. 87 — 142 
folgen nachtrage zur geschichte des arbeitsliedes. 

14. A. Götze, Goethe und das Volkslied. NJb. 32,284—302. 



104 XVn. Volksdichtvmg. 

15. W. Altwegg, Das Volkslied in G. Kellers prosadich- 
tungen, Schweiz, vk. 3,1 — 6. 

Sammluilgen. 16. Das deutsche Volkslied, Zeitschrift für seine 
kenntnis und pflege, unter der leitung von J. Pommer, H. Fraun- 
gruber, K. Kronfuß hrsg. 15. Jahrg. Wien XVIII, Exnerg. 4. 
X,220 s. in 10 nummern. 5 m. — 149 sitzung des leitenden 
hauptausschusses für die publikation 'Das Volkslied in Österreich'. 
105 — 107 bericht aus Böhmen; 107 f. aus Niederösterreich; 127 f. 
avis Mähren und Schlesien; 35. 166 aus Steiermark; 167 aus Tirol 
und Vorarlberg. — 2 — 5. 25 — 27 K. Rotter, Anmerkungen zur 
frage der mundartschreibung in dem volksliederwerk des österr. 
Unterrichtsministeriums. — 11 Bettelmanns hochzeit. — 137 — 139 
Deutsches aus dem Kaukasus (Volkslieder). — 7 f. J. Anger- 
hof er, Das so-a-so büabl. 157 f. Soldatenlied (Gibts wohl ein 
schönres leben). — 180 f. 201 Th. Berg er, Singweisen zu ober- 
österreichischen krippelliedern nr. 1 — 6. — 190 f. 0. Böckel, 
Julius Sahr j. — 29 H. Commenda, Frühmorgens wenn das hift- 
horn schallt. — 12 0. Eberhard, Ein ruf. 31. 115. 142 Juchezer. 
58 Einfalt eines kindes. 71 Loferer eisenbahnlied. 90 f. Die 
Krimmlwirtsholzhütte. 158 f. Über d' weiberleut. — 160 K. Eckl, 
Tanzlied. — 30 J. Fischinger, Pst'n. 115 In Klagnfurt und 
St. Veit. 140 f. Die zimmerleut. — 28 H. Friedl, Sternsinger- 
lied. 159 Der Schewe mit untergelegten schnaderhüpf ein. 186 Nacht- 
wächterruf. 206 f. Kinderlieder. — 99 A. Gaertner, Auszähl- 
und spielreime. 164 Kinderreime. — 52 J. Gauby, Allweil 
üblauf is mir. 72. 203 Der Gimplinger Tonerl. 95 A zipflhaubn 
is guat gnua. 142 Jodler. 184 f. Petrus und Malchus. — 117. 
188 C. Hartenstein, Schnellwalzer. 209 f. Galoppwalzer. 142 f. 
Rufe der Singdrossel. 161. 205. Heuchelei. — 28 f. 68 f. 200 
K. Hentrich, Volkslieder vom Eichsfelde nr. 6 — 8. — 12 f. 
F. Jode, Hamburger straßenrufe. 73 Abzählreime. — 97 F. Jugl, 
Das verruckte zicklein. — 11 K. Klachler, Sechs schnaderhüpf ein. 

— 113 K. Klier, Wo soll i's denn schlafen frau Fellnerin? 
161 Die Eibestaler wallfahrt. 186 Königin geht auf reisen. — 
204 f. G. W. Kotek, Soldatenleben (Schönster schätz). — 72 f. 
K. Kronfuß, Schnadahüpflweise. 98 f. Fortbildung eines Jodlers. 

— 10 M. Kuck ei, Trinklied von der insel Sylt. 30 Zwei wiegen 
lieder. 70 f. Ditmarscher hochzeitslied. 94 Herr Smid. — 160 
B. Lau, Es fuhr ein baur ins holz. 184 Ein Schneider fing ne 
maus. — 10 K. Liebleitner, Unds dimdle ban bäch. — 165. 
209 E. Loh wag, Nachahmungen von tier- und vogelstimmen. — 
164 R. Maier, Küahsucherweise, — 5 P. Mathieu, Köln am 
Rhein du schönes Städtchen. 181 f. Traurige hochzeitsnacht. 
206 Zeppelinlied. — 117 f. K. Mautner, Kinderreim. 162 f. 



XVII. A. Volksüed. 105 

Sechs vierzeilige von F. Otter. 210 Fleischhauerspruch. — 92 f. 
H. Neckheim, Was fliagst denn Habs täubele. 161 Einer säubern 
zu gehör. — 9. 137 L. Pirkl, Staudinger lieder. — 8 f. J. Pom- 
mer, Da bua in Gambsberg. 12 Ein jodlerkanon. 16 f. 34 f. 58 f. 
78 f. 122 — 127. 144 — 146 Das Volkslied in Österreich (abwehr 
gegen Blümml und Kohl). 31. 97 Zum tabakracherlied, 50 f. Aus 
dem liederbuch für Margaretha Dorothea Jost (Wann ich von 
Hamburg ausgeh, um 1800). 51 Der postillon. 53 Almschroa. 
54. 74. 99. 165, 189. 207 Juchezer. Eingersprüchel. Kinderein- 
fälle. 69 Der totenkopf (lied von Blattl). 91 Dort obn auf der 
Alma. 93 Die beiden schlaf kameraden. 94 Da letzt faschingtag. 
95 — 97 Das lied von den Neukreuzern. 116 Schnaderhüpfl mit 
Jodler. 117 Ein Wienerischer dudler. 140 S diandel had ma bussarl 
geben. 153 — 156 Warum ich ein gegner der laute bin. 162 An- 
frage an unsre leser. 182 — 184. 203 Der schwarzbraune Jagl (Es 
fuhr ein bauer ins holz). 185 Bin ich dir zu schlecht? 187 n 
Eichbauer seiner. 193 Das ständchensingen in Worringen. 202 f. 
Das Nauderer christkindelied. 206 Schnadahüpflweise. 208 Glas- 
scherbendudler. — 12. E,. Popelak, Ja meina seel! 136 Eines 
abends spat. — 163 f. E. Porsch, Ein neues Wiener Zeppelin- 
lied. — 133—136 ß. Preiß, Wandervogel und Volkslied. — 
206. J. Purgleitner, Aufn untan Grias. — 55 E. E,edl u. a.. 
Klang- und geräuschnachahmungen. — 205 J. Sampl, Goasshidl- 
bauern. — 6 f. F. Schaller, Hiatzt kimmt der sehen früahling. 
11 Schnadahüpfl. 32 f. Drei hochzeitsmärsche nr. 3. 48 f. Bäl i auf 
die Alma geh. 69 f. Neujahrslied. 73 Kettenreime. 114 Wild- 
schützenlied. — 203 F. Schreiber, Hannsla mei lammla. — 
65 — 68 W. Schremmer, Der niedergang des Volksliedes. 111 f. 
139 f. Das schlesische Volkslied nr. 8 — 11. — 11 M. Seifer t- 
Kuntner, Ein juchezer. 72 Hadariata. — 50 J. Stibitz, Wien 
du großes Jammertal. 156 f. Maria sucht ihren söhn. — 74 A. Stock, 
Kulmwirts Jodler. — 31. F. Stöckl, Jodler. — 112 f. H. Weigl, 
Das W^assermannslied im munde niederösterreichischer kinder. — 
53. H. Wagner, Der von der Schreieralm. — 186 F. Waldeck, 
Ealterbubenruf. — 118 P. Wassermann, Kranzlwerfen am Johannes- 
tag. — 91 f. G. Winter, Lippe-Detmold eine wunderschöne Stadt. 
— 118 R. Wolf, Spottreime. — 74 f. R. Zoder, Landler aus 
Laufen im Salzkammergute. 141 Der Jägersmann muaß früh auf- 
stehn. 

17. F. M. Böhme, Altdeutsches liederbuch, Volkslieder der 
Deutschen nach wort und weise aus dem 12. bis zum 17. jahrh. 
gesammelt und erläutert. 2. aufl. (manul-neudruck.) Leipzig, 
Breitkopf & Härtel. LXXII,832 s. 20 m. — zuerst 1877 er- 
schienen. 



106 XVII. Volksdichtung. 

18. A. V. Arnim und C. Brentano, Des knaben wunder- 
horn, alte deutsche lieder gesammelt, ausgewählt von Gr. Lennarz. 
Graz, Styria. 1912. 244 s. geb. 1,30 m. (Volksbücherei 
nr. 269—272.) 

19. W. V. Baußnern, Alte Volkslieder dreistimmig gesetzt. 
Marburg, Elwert. 43 s. quer 8^. Im. (37 nr.) 

20. 0. V. Greyerz, Im röseligarte. schweizerische Volks- 
lieder, ausgäbe mit begleitung von klavier und gitarre, besorgt 
von G. Bohnenblust, C. Heß f, P. Fehrmann, 0. Kreis und 
K. Aeschbacher. 1. — 2. bdchn. Bern, Francke. XVI,178 s, 
4,50 m. — vgl. Jsb. 1911,17,27. 

21. H. Trüb und G. Riemschneider, Hinder em hus im 
gärtli. 25 deutsche und schweizerische Volkslieder mit begleitung 
der gitarre. Aarau, Trüb & co. 44 s. geb. 1,60 m. 

22. A. L. G aß mann, s Alphorn, 100 echte Volkslieder, jodel 
und gsätzli, zweistimmig bearbeitet mit allfälliger begleitung des 
naturchors oder eines instrumentes. Zürich, Hug & co. 2 fr. — 
rec. DdVl. 15,194. J. Meier, Schweiz, vk. 3,83 f. 

23. R. H. Greinz und J. A. Kapferer, Tiroler Volkslieder, 
2. folge gesammelt und hrsg. 2. tausend. Stuttgart, Cotta. XI, 
185 8. geb. 1,50 m. 

24. A. Halberstadt, Eine originelle bauernwelt (das Volks- 
leben im Semmei'inggebiete). mit abbildungen, 76 liedern, Jodlern 
und tanzweisen. Wien, Deutsche heimat 1912. 177 s. geb. 4 kr. 
— rec. A. Dachler, ZföVk. 19,57 f. 

25. F. F. Kohl und J. Reiter, Echte Tirolerlieder, im 
Volke gesammelt und für das volk eingerichtet, (große neuaus- 
gabe.) Leipzig, Gebr. Hug & co. 1912. XII,415 s. geb. 7,50 m. 

26. J. Janiczek, Deutsche liedlein aus Österreich, ge- 
sammelt und zur laute gesetzt. Leipzig, Hofmeister. 2 m. — rec. 
DdVl. 15,214. 

27. Klara Pölt-Nordheim, Lieder und gebete aus dem 
Samtale. ZföVk. 19,200 f. — von rekruten, dreschern; tanzreime, 
weihnachtslied der hirten. 

28. 0. Meisinger, Volkslieder aus dem badischen Ober- 
lande, gesammelt und im auftrag des Vereins Badische heimat hrsg. 
Heidelberg, Winter. VIII, 820 s. — die reichhaltige und vortreff- 
lich redigierte Sammlung bietet 346 lieder nebst melodien; außer 
der eignen Sammlung benutzte M. die dem vereine 'Badische heimat' 
gehörigen handschriften und die um 1845 von dem musiker C. A. 
Föppl im Breisgau aufgezeichneten lieder, die in abschriften Erks 
und Kestners erhalten sind, für die sehr dankenswerten vergleichen- 
den nachweise erfreute sich M. der Unterstützung John Meiers. 



XVII. A. Volkslied. 107 

es finden sich jedoch auch bisher unbekannte lieder; verschiedene 
mundartliche stücke zeigen den einfluß der nahen Schweiz. 

28a. G. Heeger, Ei-ra-ritzelche. Volkslieder aus der Pfalz 
am Rhein. 1. folge, aus dem pfälzischen volksliederschatze ausge- 
wählt. Kaiserslautern, K. Kayser. 1912. VII, 80 s. 1,20 m. 

29. C. Köhler und L. Riemann, Die spinnstube. lieder- 
heft. 30 schöne, lebende rheinische Volkslieder, nach ihren Worten und 
weisen aus dem munde des Volkes gesammelt und für zweistimmigen 
gesang hrsg. Essen, Fredebeul & Koenen. 41 s. 0,25 m. — 
Klavierbegleitung. 42 s. 1,50 m. — eine hübsche Sammlung 
echter Volkslieder; nr. 13 und 20 sind matrosenlieder. 

30. D. Stratil, Volkslieder aus dem Böhmerwald. ZfVk. 
23,172 — 174. — 8 nummern mit melodien. 

31. W. Schremmer und E. Schönbrunn, Volkslieder aus 
dem Eulengebirge. Breslau, R. Hoppe. 1912. VIII,204 s. 2,60 m. 

— rec. MSchlesVk. 15,300 f. — enthält 291 nr. nebst melodien. 

32. A. Knappe, Die Kieswälder spinnstube in dramatischer 
form, nebst einer Sammlung alter spinnlieder, alter tanze und mund- 
artlicher gedichte. Hirschberg, H. Springer (1911). 37 s. 1 m, 

— rec. MSchlesVk. 15,301. 

33. K. Adamek, Deutsche Volkslieder und sprüche aus dem 
Netzegau, gesammelt und hrsg. Lissa, 0. Eulitz. 148 s. 2 m. 
(Veröffentlichungen der abt. für lit. der Deutschen ges. f. kunst 
und wiss. in Bromberg 7.) — 100 balladen und lieder mit hin- 
weisen auf frühere Sammlungen, doch ohne melodien; ferner 150 
stammbuchverse, Sprüche für feste, besprechungsformeln, kinderreime. 

34. Niederdeutsches liederbuch, alte und neue plattdeutsche 
lieder und singweisen, hrsg. von mitgliedern des Vereins für nieder- 
deutsche Sprachforschung. 2. aufl. Leipzig, L. Voß. VIII,115 s. 
1,75 m. — die 1. aufläge erschien 1884. 

35. K. Brügmann und W. Rittinghaus, Westfälisches 
liederblatt, 1. heft. Osnabrück, Wandervogel. 64 s. 0,60 m. — 
rec. K. Wehrhan, ZfrheinVk. 10,154 f. 

36. W. Lehnhoff, Altwestfälische Volkslieder und neue 
deutsche heim- und Wanderlieder, Arnsberg i. W., J. Stahl. 96 s. 
geb. 0,80 m. — rec. K. Wehrhan, ZfrheinVk. 10,302. 

37. M. Kuckei und H. Ruhe, Volks- und kinderlieder aus 
Schleswig-Holstein, im auftrag des Bundes schleswig-holsteinischer 
volksliedfreunde hrsg. klampfenbegleitung von H. Johannsen. 
Schleswig, J. Bergas. IV,44 s. 0,40 m. — 60 nr. mit melodien 
und quellenangaben; großenteils in niederdeutscher mundart. emp- 
fehlenswert. 



108 XYII. Volksdichtung. 

38. C. rissen, Das alte nd. Volkslied (nach Alpers). Nieder- 
sachsen 18,59 f. 166. — K. Scheibe, Zwei alte Volkslieder, ebd. 
18,147. — Heidjer, Ick weet een leed, ebd. 18,331. — Tanz- 
lieder aus der Heide (7 nr. mit melodie). ebd. 18,179. 278. — 
A. Theilmann, Kuhreigen (melodie). ebd. 18,146. — A. Ped- 
dinghaus, Napoleonlieder, ebd. 18,279. 487. — H. v. Lüne- 
burg, Lieder und Signale aus den befreiungskriegen. ebd. 18, 
412. 428. — r. Jode, Singspiel, ebd. 18,260. 

Balladen und liebeslieder. 39. H. Benzmann, Die deut- 
sche ballade, eine auslese aus der gesamten romanzen- und legenden- 
dichtung unter besonderer berücksichtigung des Volkslieds, mit ein- 
leitungen, erläuterungen und registern. Leipzig, Hesse u. Becker, 
2 bände. XXXII,408,494 s. geb. 7 m. — rec. K. Wehrhan, 
ZfrheinVk. 10,303. 

40. R. Thietz, Die ballade vom grafen und der magd, ein 
rekonstruktionsversuch und beitrag zur Charakterisierung der volks- 
poesie. Straßburg, Trübner. XII, 160 s, 4,75 m. (Quellen und 
forschungen 119.) — durch eine genaue, oft spitzfindige betrach- 
tung von 62 fassungen der ballade 'Es spielt ein graf mit seiner 
magd' nach metrum, reimbehandlung und inhaltlichen abweichungen 
sucht T. die urform, 11 vierzeilige strophen mit überschlagenden 
reimen (s. 132), zu rekonstruieren, er legt die älteste aufzeichnung 
Goethes, die wohl auch die Schlußszene seines Clavigo beeinflußt 
hat, zugrunde, sieht sich aber genötigt, auch von dieser vier 
Strophen zu streichen, die melodie erweist sich als sehr schmieg- 
sam; auch gegen eine Verletzung der logischen betonung durch 
das metrum will T. keinen Widerspruch erheben, nur den grund- 
satz der einsilbigen Senkung sucht er durchzuführen, gut weist er 
s. 135 den formelhaften charakter durch vergleichung inhaltlich 
und formell verwandter lieder nach; daraus ergibt sich auch, daß 
die entstehungszeit nicht näher festgestellt werden kann. 

41. M. Eberle, Der graf von Paqueville im deutschen 
Volkslied und volksschauspiel. Schweiz vk. 3,6 — 8. — vgl. ZfVk. 
3,64. 463. 

42. A. Jacoby, Von dem bösen amtmann, der in einen hund 
verwandelt wurde. MSchlesVk. 15,212—230. — ein 1633 ge- 
drucktes lied, wie ein edelmann im amt Soldau, der in den himmel 
schießt, in einen schwarzen hund verwandelt wird, und ein zweites, 
das die geschichte auf einen herrn von Schlotberg und das jähr 
1780 überträgt; dazu nachweise über die zugrunde liegende sage. 
— vgl. noch ZfVk. 16,429. 

43. 0. Stück rath. Nochmals die nonnenbeichte. ZfVk. 
23,178 f. — eine hsl. fassung um 1810; ein Leipziger druck 
von 1802. 



XVIT. A. Volkslied. 109 

44. K. Prümer, Altes westfälisclies Volkslied. ZfrheinVk. 
10,53 f. — W. Rittinghaus, Zu dem Volkslied 'Es waren ein- 
mal zwei knaben'. ebd. 10,151 f. (Erk-Böhme nr. 211.) 

45. H. Schwanold, Volkslieder aus dem Teutoburger walde. 
1—5. ebd. 10,152 f. 

46. 0. Stückrath, Deutsche volksliedwanderstrophen. Euph. 
20,8—38. 303—332. — 1. Blaue äugen, blonde haare. 2. Ach 
hätt mich meine mutter im ersten bad ertränkt! 3. Muß denn ein 
jeder wissen, was du und ich getan? 4. Der himmel ist so trübe. 
5. Über den liedbildenden einfluß der wanderstrophe. 

Standes- und festlieder. 47. F. W. Utsch, Der jäger 
aus Kurpfalz. München, M. Kellerer. 64 s. mit bildern. — 
nach der familientradition ist das lied 'Ein Jäger aus Kurpfalz' 
(Erk-Böhme, Liederhort nr. 1454), zu dessen gedächtnis am 13. august 
1913 im Soonwalde ein mit einem relief geschmückter denkstein 
in gegenwart kaiser Wilhelms II. enthüllt wurde, zu ehren des 
kurpfälzischen reutenden erbförsters Friedrich Wilhelm Utsch 
(1732 — 1795) zu Entenpfuhl von dessen hausgeistlichen, dem 
karmeliterpater Martinianus Klein (nach 1774) gedichtet worden. 

48. Kassel, Vom studentischen laudesvater. Elsäss. mtschr. 
4,188 f. 

49. M. Hölzl, Grüß enk gott, leut! 39 alte hirtenlieder oder 
weihnachtsgesänge aus dem volke. 3. aufl. Graz, Styria. 64 s. 
0,40 m. 

50. A. B ran dl und J. Bolte, Das faule weib. Archiv 
129,445 — 447, — ein spottlied von 19 Strophen, das auf die 
ballade vom alten weib (Erk-Böhme nr. 913) zurückgeht; häufig 
einem neuvermählten paare vorgesungen. 

51. A. Altrichter, Schnadahüpfln aus der Iglauer spruch- 
insel. ZföVk. 19,245—254. — 120 nummern. 

52. Neujahrslied. Schweiz, vk. 3,9 f. — Totentanz, ebd. 
3,10. — Vierzeiler, ebd. 3,22. 46. — Tierstimmen, ebd. 3,76. — 
Der Genfersee (lied). ebd. 3,82 f. 92 f. — Gebet beim hände- 
waschen. ebd. 3,72. 

53. J. ß. Meyer, Volkskundliches aus dem Aargau. Schweiz, 
vk. 3,38 f. (arbeitslied, tierstimmen, I suech mi heimet um und um). 

54. B. Reinold, Neujahrslied aus amt Körbecke bei Soest. 
ZfrheinVk. 10,65 f. 

55. E. F. Kaufmann, Das maisingen zwischen Broel und 
Agger. ebd. 10,12 — 17. — M. Schollen, Das mailehn. ebd. 
10,66 f. 

56. J. Klein, Reigenlieder, 1—22. ebd. 10,44—53. — 
Das ständchensingen in Worringen. ebd. 10,62 f. — Die maifeier 
der burschen. ebd. 10,64. 



110 XVII. Volksdichtung. 

57. X., Das ehestandslied auf dem Vorderliunsrück. ebd. 10, 
222—224. 

58. L. Bangert, Volkslieder aus dem Bergischen (zu 9,11). 
ebd. 10,144 f. 

59. H. Brücker, Volkslieder aus dem Bergischen (zu 9,112). 
ebd. 10,145 f. 

60. John Meier, Das ständchensingen in Worringen. ebd. 
10,149 f. — vgl. oben nr. 56. 

61. Henke, Wurstsammeln der schmiede zu fastnacht. ebd. 
10,64 f. 

62. G. Schläger, Zu Zeitschrift 19,418. ZfVk. 23,419. 
(glockenspiel aus Dünkirchen als tanzweise.) 

63. Kassel, Sprüchle (schnadahüpfeln) im elsässischen volks- 
mund. JbEls.-Lothr. 28,219—275. — vgl. Jsb. 1912,17,47. 

64. Gertrud Meyer, Volkstänze gesammelt. 2. verb. aufl. 
Leipzig, Teubner. V,58 s. 1,20 m. — die erste aufl. erschien 1908. 

65. J. Bücheier, Volkstümliche tanzweisen, für klavier 
bearbeitet, heft 1 — 3. Schwyz, Bücheier, je 0,50 fr. 

Kinderlieder, 66. J. Götz, Kindervolkslieder, eine auslese 
echter Volkslieder für kindergarten, schule und haus. Wien, k. k. 
schulbücherverlag. 1,10 kr. — rec. DdVl. 15,214. 

67. J. Lewalter, Deutsche kinderlieder und kinderspiele in 
Hessen. 7. heft. Kassel, Victor. 0,75 m. 

68. A. Nibis, Eine dritte fassung des Volksliedes vom 
'vetter Hans'. ZföVk. 19,125—127. — Was tragt die gans auf 
ihrem schnabel, 7 str. mit mel. aus Böhmen, vgl. ebd. 3,1 und 
Wunderhorn 3, Anh. 52. 

69. F. Schwarz, Lapides vivi (kinderlied). ZfVk, 23,80. 

70. R. Block, Bastlösereime aus demHarzgau. ZfVk. 23,298. 

71. Er. Block, Volksreime aus dem Harzgau II. ZfdMa. 
1913,263 — 269. — beim kinderwiegen, kniereiten, abzählen. 

72. R. Otto, Vergessene kinderreime aus Waidenburg i, S. 
Mitt. f. Sachs, volksk. 6,142 f. 176. 

73. Th. Imme, Geburt und kindheit in sitte und Volks- 
glauben Altessens (kinderlieder). ZfrheinVk. 10,176—181. 254—264. 

74. K. Wehrhan, Kinderreime aus Coesfeld i. W. ZfrheinVk. 
10,58. — Melodien zu lippischen kinderspielen. ebd. 10,289 — 295. 
— Lamberti- und Jacobifeiern in Coesfeld, ebd. 10,56 — 58. 

75. J. Wortmann, Abzählreim aus der französischen zeit 
aus Bielefeld, ebd. 10,62. — K. Brügmann, Drei fingerreime, 
ebd. 10,146. 

76. Volksreime. Niedersachsen 18,298. 331. 452. — Bast- 
lösereime, ebd. 18,297. 331. — Vogelreime, ebd. 18,411 f. 452. — 



XYII. A. Volkslied. 111 

0. Brüning, De rummelputt in Hamburg, ebd. 18,320 f. — De 
huttefutt. ebd. 18,257. 298. — G. C. Lamprecht, Maikäfer 
flieg! ebd. 18,286. — W. Seemann, Abzählreime, ebd. 18,203 f. 
243. 298. 391. 

77. A. Heynsen-Meisterlin, Handwerkerreim (rammlied). 
Heimat (Kiel) 23,148. 212. 

78. G. F. Meyer, Knieschaukelreime. Heimat (Kiel) 23, 
260 f. 336 f. — E. Möller, Neckreime, ebd. 23,291. 

Historische Volkslieder. 79. Aug. Hartmann, Historische 
Volkslieder und zeitgedichte vom 16. bis 19. Jahrhundert, gesammelt 
und erläutert; mit melodien hrsg. von H. Abele, 3. band: von 
1756 bis 1879. München, Beck. 225 s. — die hier zu älteren 
Sammlungen besonders aus Süddeutschland gelieferten beitrage seit 
der zeit des siebenjährigen krieges (nr. 182 — 306) sind natürlich 
ungleichen wertes, neben einigen vortrefflichen liedern auf den 
krieg von 1870 (s. 215 — 219) stehen manche trockene, schwülstige 
oder sentimentale reimereien. häufig werden ältere lieder benutzt; 
Napoleon I. wird 1805 verherrlicht, 1813 dagegen verspottet, 
alles lob verdienen die ausgiebigen historischen und sprachlichen 
erläuterungen des herausgebers. nr. 231 'Prinz Louis unser held' 
ist eine entstellung des bekannten 'Herzog Oels, der tapfre held'; 
nr. 288 'Nun ist die zeit und stunde da' ist von Sautter verfaßt; 
nr. 293 zeigt, wie ein voreiliger dichter aus einer niederlage einen 
sieg machte. 

80. W. Weber v. Rosenkrantz, Klaus Holk ertrinkt 1479 
in der Schlei (nd. spottverse). Heimat (Kiel) 23,290. 

81. A. Englert, Eine gereimte zeitung über den hexenbrand 
in Dieburg i. j. 1627. Hess, bl, 12,199—204. 

82. R. Hansen, Der holsteinischen bauern vaterunser 1713. 
Heimat (Kiel) 23,310 f. — vgl. ZfVk. 19,129. 

83. F. Mentz, Drei lieder auf Friedrich den großen (1761). 
Euph. 20,370 — 376. — vgl. die gegendichtung JbEls.-Lothr. 27,157. 

83a. 0. Stückrath, Der Schinderhannes im deutschen volks- 
liede. Mitt. f. nassau. altertumsk. 1913(3). 

84. R. Ferber, Kriegslieder aus der erheb ungszeit, 4 (Die 
deutsche freiheit ist erwacht). 5 (Hailoh, was rückt heran). 
6 (Frisch auf, kameraden). Heimat (Kiel) 23,45. 202. 228. 

85. Th. Imme, Plattdeutsches gedieht über Napoleon L 
(0 Bonapart, 9 str.). ZfrheinVk. 10,224—226. 

86. L. Erk, Die deutschen freiheitskriege in liedern und ge- 
dichten. mit ein-, zwei- und dreistimmigen weisen (zuerst 1863). 
neue ausgäbe. Leipzig, R. Winkler. 64 s. 0,30 m. 



112 XVU. Volksdichtung. 

87. F. Jode, 1813 im Hede, eine Sammlung von volks- 
und volkstümlichen liedern aus der zeit der befreiungskriege. 
Essen, Baedeker. VIII,105 s. 1,20 m. 

88. Frz. Rebiczek, Der Wiener volks- und bänkelgesang 
in den jähren von 1800 — 1848. Wien, Gerlach & Wiedling. 122 s. 
2,50 m. 

89. F. Boehm, Zu dem soldatenliede 'Brigade Goeben'. 
ZfS'k. 23,64 f. — vf. war der Ingenieur Karl Wigand (f 1911). 

90. J. Bolte, Zu dem soldatenliede 'Hurrah die schanze 
vier'. ZfVk. 23,171. — eine nachfrage nach dem dichter blieb 
bisher ei'folglos. 

Volkstümliche lieder. 91. H. v. Hase, Sperontes' singende 
muse an der Pleiße. Zs. der Internat, musikg. 14,93 — 104. — 
nachtrage zu Spittas aufsatz (1894) aus den geschäftsbüchern der 
Breitkopfschen buchhandlung ; es ergeben sich beziehungen Scholzes 
zu Gottscheds kreis. 

92. G. J. Kuhn, J. R. Kuhn und Frz. Wäber, Volkslieder 
und gedichte hrsg. von H. Stickelberger, Biel, E. Kuhn. XLIV, 
186 s. geb. 3 m. — Kuhn, geb. 1775 in Bern, gest. 1849 als 
pfarrer, hat mundartliche gedichte verfaßt, die zum teil Volkslieder 
geworden sind, wie 'Ha a-n-em ort es blüemeli gseh', 'Der ustig 
wott che', dem neudruck liegt die 2. ausgäbe der gedichte (1819) 
zugrunde, dann folgen die gedichte aus den Kühreihen und den 
Alpenrosen, sowie einige stücke seines älteren bruders und seines 
freundes Wäber. — rec. P. Geiger, Schweiz, vk. 3,11 f. 

93. H. J., Dorfpoesie (drei neuere lieder). Elsäss. mtschr. 
4,24—26. 

94. 0. Stückrath und J. Bolte, Ein kunstlied im volks- 
munde. ZfVk. 23,391 — 394. — 'Unter allem frauenzimmer in dem 
schönen Pleiß-Athen', aus den 1729 erschienenen gedichten von 
Le Pansiv, d. i. Joh. Carl Kell, geb. 1693, 1713 stud. theol. in 
Leipzig. 

95. Deutsches Vereins- und taschenliederbuch. Reutlingen, 
Bardtenschlager. 1912. 256 s. geb. 0,60 m. 

96. R. Busse, Liederbuch für Jäger und schützen. Reut- 
lingen, Bardtenschlager. 160 s. geb. 0,50 m. 

97. Neuestes soldatenliederbuch. Reutlingen, Bardtenschlager. 
1912. 48 8. 0,10 m. 

98. 100 volksliedertexte für schule und haus. 5. aufl. Berlin, 
G. Wattenbach. 32 s. 0,15 m. 

99. Neues kleines kommersbuch für studentische und sanges- 
lustige kreise. Reutlingen, Enßlin & Laiblin. 96 s. 0,10 m. 



XVn. A. Volkslied. 113 

100. Liederbuch für deutsche turner, klavierauszug von 
H. Guttmann. 2. aufl. Braunschweig, G. Westermann. V,164,22s. 
geb. 5 m. 

101. J. Beifus und H. Scholz, Die bunte garbe, deutsche 
Volkslieder der gegenwart, Soldaten-, gesellen- und schelmenlieder 
mit singweisen zur laute. München, M. Mörike. 151 s. geb. 1,50 m. 

102. Carl Clewings liederbuch, ausgäbe für gesang, laute 
und klavier (40 nr.), heft 1 — 4. Berlin, Bote & Bock, je 2 m. 

— Textbuch, ebd. 35 s. 0,30 m. 

103. F. H. Brandt, Singsang zu drehorgel und zupfgeige. 
Studenten-, volks-, Soldaten- und anstichlieder. 4. aufl. Marburg, 
Elwert. IV, 145 s. 1,20 m. — beiheft 1 m. (130 nr.) 

104. W. Wobersin, Der klampfenpeter. 50 ausgewählte 
deutsche Volkslieder zur laute, zupfgeige, gitarre oder klampfe. 
1. bd. Leipzig, Wobersin. 64 s. 1 m. 

105. W. Köhler, Lieder der Wandervögel. Braunschweig, 
Appelhans & co. 56 s. 0,25 m. 

106. W. Lehnhoff, Liederbuch der westfälischen jugend- 
vereine. Arnsberg, J. Stahl. 96 s. 0,80 m. 

107. Erzgebirgisches liederbuch, 400 texte, lieder in erz- 
gebirgischer mundart mit Originalbeiträgen von Anton Günther, 
Annaberg, Graser. X,104 s. 0,40 m. — rec. Mitt. f. sächs. volksk. 
6,143. 

108. K. Prüm er, Kleines Westfalenliederbuch. Dortmund, 
Krüger. 56 s. 0,20 m. 

109. G. r. Meyer, Nu lat uns singen, plattdütsch leeder- 
bok, rutgebn van den Plattdütschen prov. verband und den Verein 
zur pflege der natur- und landeskunde in Schleswig-Holstein. 
1.— 2. deel. Kiel, Lüdtke & Martens. 32 + 48 s. 0,10 -f- 0,20 m. 

— rec. K. Wehrhan, ZfrheinVk. 10,155. 

110. Besprechungen früher verzeichneter Schriften: 1. P. Levy, 
Geschichte des begriffes Volkslied 1911,17,2. K. Reuschel, Zbl. 
1913,588—590. A. Götze, Litbl. 1913,1—5. — 2. P. Geiger, 
Volksliedinteresse in der Schweiz 1911,17,2. H. Bächtold, 
Schweizer archiv 17,190 f. — 3. J. W. Bruinier, Das deutsche 
Volkslied, 4. aufl. 1911,17,3. R. Steig, LE. 15,351. Wl., Allg. 
litbl. 22,626. — 4. John Meier, Kunstlied und Volkslied 1906, 
16,7. F. Panzer, ZfdPh. 44,499—506. — 5. A. Hauffen, Ge- 
schichte des deutschen Volksliedes in Böhmen 1912,17,6. A. Götze, 
Hist, zs. 111,462. — 6. F. A. Hünich, Das fortleben des älteren 
Volksliedes im kirchenliede 1911,17,8. V. Hertel, DLz. 1913, 
548—550. Ss., Kbl. f. siebenbg. landeskde, 36,40. — 7. P. Al- 
pers, Untersuchungen über das alte nd. Volkslied 1911,17,9. 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) II. Teil. 8 



114 XVII. Volksdichtung. 

Wl., AUg. litbl. 22,562. — 8. C. Rotter, Der schnaderhüpfel- 
rhythmus 1912,17,12. 0. Brenner, DLz. 1913,1700—1702. 
W. Altwegg, Schweiz, archiv 17,131. — 9. E. K. Blümml, 
Beiträge zur Volksdichtung 1910,17,12. A. Baragiola, Studi di 
filologia mod. 5(3 — 4). — 10. K. Rattay, Die Ostracher lieder- 
handschrift 1911,17,20. H. Rietsch, AfdA. 36,152—159. — 
ll.S.Grolimund, Volkslieder aus Solothurn 1910,17,33. H. Lehre, 
Archiv 130,235. — S. Grolimund, Volkslieder aus dem Aargau 
1911,17,26. MSchlesVk. 15,300. — 12. K. V^ehrhan und 
F. Wienke, Lippische Volkslieder 1912,17,28. E. H. Hoffmann- 
Krayer, Schvireiz. archiv 17,253. H. Teuchert, ZfdMa. 1913, 
181. MSchlesVk. 15,299 f. — 13. E. Reese, Lebende spinn- 
stubenlieder 1911,17,31. MSchlesVk. 15,299. Türmer 14,1, 
899 — 902. — 14. E. v. Oppeln-Brenikowski, Deutsche kriegs- 
und Soldatenlieder 1911,17,62. Th. v. Schaeffer, Preuß. jahrb. 
149,351. — 15. K. Steiff und G. Mehring, Geschichtliche 
lieder Württembergs 1912,17,73. K. Obser, Zs. f. gesch. d. Ober- 
rheins 67,350—352. K. Well er, Kbl. f. d. höh. schulen Württemb. 
20,358 f. — 16. J.Pemmer, Blattl-lieder 1910,17,110. MSchlesVk. 
15,300. 

2. Niederländische Volkslieder. 

111. H. F. Wirth, Der Untergang des niederlä-ndischen 
Volksliedes 1911,17,84. J. D. Blöte, AfdA. 36,258—261. 

112. L. Simons, De oersprong van de Halewijn-liederen. 
Yerslagen der k. vlaamsche akad. 1913,259 — 275. — vgl. Volks- 
kunde 24,161—163. 

113. Th. Peeters, Oude Kempische liederen nr. 22 — 26. 
Volkskunde 24,27—30. 67—70. 104—109. 192—195. 

114. C. G. N. de Voeys, Landbouwliederen. ebd. 24, 
154—159. — Oogstliedjes. ebd. 24,112. 

115. A. J., Van't kwezelken. ebd. 24,110 f. 

116. A. de Cock, Ploris en Ciarinne, ebd. 24,77 f. — 
Klein' Anna, kinderrrondedans. ebd. 24,35 — 37. 74 — 76 (vgl. 
Böhme, Kinderlied s. 546). — Nog het oud hollandsch rijmpje 
uit Washington, ebd. 24,123 f. (zu 23,203. 240). 

117. R. Eoncke, Twee wiegeliedjes. Volkskunde 24,230—232. 
— Een lied van Brusselsche klokken (1664). ebd. 24,240—243. 

3. Englische Volkslieder. 

118. K. Neßler, Geschichte der bailade Chevy chase 1911, 
17,86. 0. Gloede, Litbl. 1913,113—115. 

119. H. M. Beiden, Balladry in America. Journal of americ. 
folk-lore 25,1—23. 



XVII. B. Volksschauspiel. 115 

120. G. L. Kittredge, Various ballads. ebd. 26,174—182. 

121. E. C. Perrow, Songs and rhjones from the South. 
Journal of americ. folk-lore 25,137—155. 26,123—173. 373. 

122. Ph. Barry, William Carter, the Bensontown Homer, 
ebd. 25,156—168. — American ballads. ebd. 25,188. — Some 
aspects of folk-song. ebd. 25,274 — 283. — The sons of North 
Britain. ebd. 26,183 f. 

123. Ch. Peabody, A Texas version of 'the white captive'. 
ebd. 25,169 f. 

124. W. R. Mackeuzie, Ballads from Nova Scotia. ebd. 
25,182—187. 

125. L. Po und, Traditional ballads in Nebraska, ebd. 26, 
351—366. 

126. G. P. Will, Pour cowboy songs. ebd. 26,185—188. 

127. Ch. Welsh, Counting the apple-pips. ebd. 26,373 f. 

128. Louise Po und, The southwestern cowboys songs and 
the english and scottish populär ballads. MPhil. 11 (2). 

128a. 0. Sauer, Die quellen der Chevy-chasebaUade. diss. 
Halle. 

4. Skandinavische Volkslieder. 

129. K, Nyrop, At sv0be sit hoved i skind. Aarb0ger f. 
nord. oldk. 1912,73 — 82. — erklärt diese in dänischen Volksliedern 
häufige Wendung nach analogie französischer und italienischer dich- 
tungen als 'sein haupt mit dem mantel bedecken'. 

B. Yolksschauspiel. 

130. P. Wenzel, Die weihnachtspiele in der südlichen 
Oberlausitz und ihre literarischen beziehungen. MSchlesVk. 15, 
1 — 39. — 1. texte von adventspielen; 2. der große Herrchrist 
aus Groß-Schönau, zum teil in Alexandrinern, die aber nicht auf 
die weihnachtspiele von Chr. Weise und J. Hübner zurückgehen; 
3. hirtenspiele; 4. Herodesspiele; 5. Schlußbemerkungen. 

131. P. Stöbe, Weihnachten in Zittau, Mtschr. f. gottes- 
dienst 18,299—315, 355—362. 394— 398. — kirchliche feier nach 
einer aufzeichnung von 1774 und nach Chr. Weise (1673). text 
eines hirtenmonologs und eines adventsspiels, 

132. A. Jungbauer, Das Peilsteiner weihnachtspiel, progr. 
Prachatitz 1912. — rec. R Jordan, ZföVk. 19,51 — 53. 

133. Ad. Depiny, Nikolausspiele aus Tirol, progr. Görz 
1912. — rec. A. Petak, ZfRw. 28,637 f. 

134. Volkstümliche spiele aus Steiermark. DdVl. 15,55 f. 

8* 



116 XVII. Volksdichtung. 

135. G. Reichel, Zur geschichte der erzgebirgischen be- 
scherungsspiele und engelscharen. Mitt. f. sächs, volksk. 6,106 — 111. 
— E. Scheumann, Die heilige nacht, weihnachtstheaterstück für 
Puppentheater (prosa, um 1850). ebd. 6,120 — 123. 

136. F. B ehrend, Das Erler passionsspiel 1912. ZfVk. 23, 
65 — 69. — berichtet über die älteren fassungen seit dem ende des 
17. jahrh., die zum teil auf Seb. Wilds 'tragedi' und das Ober- 
ammergauer spiel zurückgehen, und die 1912 gespielte fassung des 
kaplans E. Angerer von 1868. 

137. J. R. Bunker, Das spiel vom reichen prasser und dem 
armen Lazarus (steirisch, hs. von 1895. verse). ZföVk. 19,160 — 172. 

188. J. R. Bunker, Der geduldige Job (hs. aus Murau. 
prosa). ZföVk. 19,173—189. 

139. J. Lewalter und J. Bolte, Drei Puppenspiele vom 
doktor Faust. ZfVk. 23,36—54. 137—146. — das erste Faust- 
spiel, 1892 von Gr. Koy zu Leipzig vorgeführt, gehört der sächsi- 
schen gruppe an, ist vielfach gekürzt und dafür mit komischen ein- 
lagen Kaspers ausgestattet; unbedeutender sind die beiden andern 
stücke, 1875 von 0. Seidel und 1891 von J. Kühn aufgezeichnet, 
die einleitung vergleicht in aller kürze damit die bisher ver- 
öffentlichten Puppenspiele von Faust. 

140. J. Rabe, Neues von Kasper Putschenelle. Quickboi-n 6(4). 

141. H. Klenz, Etwas vom altmecklenburgischen Kasper- 
spiel, ebd. 6(4). 

C. Spruch und Sprichwort. 

142. L. Neubaur, Ein nachtrag zum spruch der toten an 
die lebenden. ZfVk. 23,88 — 91. — Weitere nachtrage, ebd. 23, 
415 — 419. — A. Andrae, ebd. 23,419. 

143. J. P ohl , Heiteresund ernstes aus handschriften. ZfrheinVk. 
10,150 f. 

144. H. Schmidt, Aus einem sächsischen stammbuche von 
1836. Mitt. f. sächs. volksk. 6,65 — 67. — Koch, Alte käse. 
ebd. 6,44—57. 134—139. 

145. 0. Schütte, Ein Irrgarten in zwei Braunschweiger 
' adreßbüchern. ZfVk. 23,63. — sieben neujahrswünsche von 1777 

und 1780, in form eines labyrinths kuntstvoll geschrieben. 

146. 0. Schütte, Braunschweigische volksreime. ZfVk. 
23,293 — 297. 394 — 399. — vielerlei Spruchweisheit. 

147. W. Larden, Inscriptions from swiss chalets. with 
52 illustrations. Oxford, University press. 208 s. — rec. E. Hoff- 
mann-Krayer, Schweiz, vk. 3,84. 



XVII. C. Spruch und Sprichwort. 117 

148. P. Zink, Wohnhausinschriften im königreich Sachsen, 
im auftrage des Vereins für sächsische Volkskunde hrsg. Leipzig. 

— rec. DdVl. 15,212. 

149. P. Bender, Hessische hausinschriften aus der Marburger 
gegend, progr. Haspe i. W. 1912. 

150. H. Hepding, Hessische hausinschriften und byzan- 
tinische rätsei. Hess. bl. 12,161 — 182. 

151. Lappe, Hausinschriften in Geseke. Niedersachsen 18,244. 

152. J. Heuf t. Westfälische hausinschriften (33 nr.), ZfrheinVk. 
10,23—29. 

153. Jungclauß, Hausinschriften. Heimat (Kiel) 23,183. 

154. J. Warncke, Glockeninschriften aus Lübeck und um- 
gegend. Heimat (Kiel) 23,307—309. 327—329. 

155. Ottenjann, Die Schützenkette der Grevener Jung- 
gesellen (sprüche auf den schildern von 1774 — 1842). ZfrheinVk. 
10,106—108. 

156. O. Stückrath, Gereimte liebesbriefe aus Nassau. ZfYk. 
23,175 — 178. — sieben nummern aus neuerer zeit, 

157. H. Volkart, Kunkelsprüche. Schweiz, arch. f. vk. 17, 
59—62. mit tafel. 

158. P. Geiger, Der kiltspruch. Schweiz vk. 3,8 f. — Hs. B., 
Zimmermannsspruch, ebd. 3,42 f. 

159. 0. Schütte, Ein richtespruch aus dem jähre 1870. 
ZfVk. 23,179—181. 

160. G. Brandes, Neujahrs wünsche. Niedersachsen 18,130 f. 

— L. Stüve, Hochzeitssitte, ebd. 18,428. — - H. Tardel, Zur 
Bitte der strumpfbandverteilung. ebd. 18,401. — H. Kleibauer, 
Einige westfälische hochzeitsgebräuche. ebd. 18,402 f. — G. Schu- 
macher, Alte festbräuche aus Lügde. ebd. 18,252 f. — H. Hüer, 
Pfingstsitten. ebd. 18,282 f. — Schülerreime, ebd. 18,146 f. 166. 

161. 0. Menghin, Über Tiroler bauernhochzeiten und pri- 
mizen 1 — 2. ZfVk. 23,399 — 406. — ein gereimtes 'brautbegehren' 
aus dem Pastertal. 

162. E. Seiler, Deutsche Sprichwörter in mittelalterlicher 
lateinischer fassung. ZfdPh. 45,236 — 291. — 2(54 nummern aus 
dem 10. — 16. jahrh. 

163. L. V. Hör mann, Volkstümliche Sprichwörter und redens- 
arten aus den Alpenlanden, gesammelt und hrsg. 3. tausend. 
Stuttgart, Cotta nachf. XXIII,165 s. geb. 1,50 m. 

164. E. Kövi, Volkstümliche redensarten und Sprichwörter 
aus Zipsen. ZfdMa. 1913,233—239. 315 f. 

165. Lehnert, Sachsen im Sprichwort. Mitt. f. Sachs, volksk. 
6,28 f. — Schlauch, ebd. 6,57—62. — A. Schwenke, Der 
arme Brand im volksmunde. ebd. 6,139 — 142. 



118 XVII. Volksdichtung. 

166. Esser, Bemerkungen zu einigen Sprichwörtern und 
volkstümlichen redensarten, 1—21. ZfrheinVk. 10,29— 37. 272—279. 

167. H. Guthmann, Plattdeutsche i-edensarten aus der graf- 
schaft Mark. ebd. 10,281—284. 

168. J. Heuft, Sprichwörter und redensarten in Maiielder 
mundart aus Trimbs (54 nr.). ebd. 10,284 — 286. — Volkstüm- 
liche bezeichnung von personen. ebd. 10,286 — 288. 

169. K. Prümer, Märkisch-westfälische Sprichwörter und 
redensarten. ebd. 10,128 — 133. — Puchs und gans im märkisch- 
westfälischen volksmunde. ebd. 10,20 — 23. 

170. W. Sieben, Mundartliche Sprüche aus Kempen (Wetter- 
regeln), ebd. 10,279—281. 

171. Rijmpjes voor boekeigendom. Volkskunde 24,238 f. 

172. Gustav P.Meyer, Plattdeutsche Sprichwörter und redens- 
arten. Heimat (Kiel) 23,32. 113. 147. 235. 310. 338. — P. Selck, 
Plattdeutsche redensarten, ebd. 23,236. 

173. K. W^agenfeld, Die religion im volksmunde des 
Münsterlandes. Niedersachsen 18,205 — 211. — P. Wriede, Der 
teufel im plattdeutschen Sprichwort, ebd. 18,45. — W^. Seel- 
mann, Das ei als gastgeschenk. ebd. 18,146. 

174. A. de Cook, Spreekwoorden en uitdrekkingen op volks- 
geloof berustend (III: De mensch nr. 182 — 234). Volkskunde 
24,30—35. 47—55. 91—103. 149—153. 195—203. 233 — 238. 

D. Rätsel und volkswitz. 

175. V^. Brinckhoff, Rätsel und redensarten aus Alswede 
bei Lübbecke. ZfrheinVk. 10,288 f. — K. Brügmann, Rätsel 
(üngeboren). ebd. 10,146 f. 

176. H. Abels, Rätsel vom hunde. Niedersachsen 18,18. 
166. — Hamburgische scherzantworten, ebd. 18,45. 

177. A. Mackes, Spottverse auf vornamen. ZfrheinVk. 10, 
147 f. 

178. K. Prümer, Westfälische volksneckereien. ZfrheinVk. 
10,226—228. 

179. V. de Meijere en L. Verkeyn, Vlaamsche moppen. 
Volkskunde 24,61—66. 119—123. 

180. A. Andrae, Volkstümliche auslegungen des goldammer- 
gesanges. ZfVk. 23,189. 

181. Glockensprache. Schweiz, vk. 3,44 f. 

182. H. E. Müller, Parodien [von liedern] aus der schule. 
Hess. bl. 12,132—139. 

183. 0. Ebermann, Parodien und segensprüche und ver- 
wandtes. Hess. bl. 12,182—198. 



XVin. A. Mythologie. 119 

184. A. Holder, Die pelzmühle zu Tripstrill. Der Schwaben- 
spiegel 6, nr. 38 — 40 (beilage zur Württembg. ztg. 1913, 17. und 
24. juni, 1. juli). 

185. A. Hoursch, Kölsche krätzcher, 8. bdch. Köln, 
Hoursch & Bechstedt. 1912. 40 s. 0,50 m, 

186. H. Ungar, Zur Volkskunde aus Reussen (volkstümlicher 
humor). Siebenbg. kbl. 36,82 — 86. 

187. A. Keller, Die handwerker im volkshumor. — vgl. 
Jsb. 1912,17,162. — reo. H. Klenz, ZfdWortf. 14,318 f. 

J. Bolte. 



XVIII. Mythologie und sagenkunde. 

A. Mythologie. — B. Sagenkunde. 1. Heldensage. 2. Mittelalterliche 
sagen und legenden. 3. Volkssagen. 4. Märchen. 

A. Mythologie. 

1. A. Abt, Die volkskundliche literatur des jahres 1911. 
ein Wegweiser. Leipzig, B. G. Teubner. VI, 134 s. 

2. Arnold Zehme, Grermanische götter- und heldensage. 
2. aufl. Leipzig, G. Freytag. 1912. 228 s. 

3. D. A. Mackenzie, Teutonic myth and legend. Gresham 
Publishing co. XLVII,469 s. 

4. Adalbert Kuhn, Mythologische Studien, hrsg. von Ernst 
Kuhn. bd. 2: Hinterlassene mythologische abhandlangen. Güters- 
loh, Bertelsmann. VIII,200 s. 

Zauber. 5. Bror Schnittger, En trolldosa frän Vikinga- 
tiden. ett bidrag tili kännedom om ormens betydelse inom folk- 
medicinen. Fataburen 1912,98 — 109. 

6, Wolf von Unwerth, Der zweite Trierer Zauberspruch. 
ZfdA. 54,195—199. 

7. Adolf Jacoby, Der Bamberger blutsegen. ZfdA. 54, 
200 — 209. — das erste stück dieses segens, nach dem Christus 
beim spiel von Judas mit dem spieß in der seite verwundet wird, 
hat eine parallele in dem wohl aus dem sjnrischen übersetzten 
arabischen evangelium infantiae (der knabe Judas stößt beim spiel 
Jesus in die seite, wohin ihn später 'die Juden' mit der lanze 
stoßen). die in den sprach hin eingearbeitete Vorstellung vom 
stillstehen des Jordan bei Christi taufe findet sich in griechischen 
Segen (s. 206 ff.). — der zweite teil des Bamberger segens ver- 
gleicht sich dem deutschen Longinussegen des 12. jahrhs., der 
eine griechische, nach alter und herkunft allerdings nicht sicher zu 
bestimmende vorläge hat (s. 204 ff.). 



120 XVIII. Mythologie und Pagenkunde. 

8. Carly Seyfarth, Aberglaube und zaubere! in der Volks- 
medizin Sachsens, ein beitrag zur Volkskunde des königreichs 
Sachsen. Leipzig, W. Heims. XXIII,318 s. 

9. Karl Lohmeyer, Brauch bei Viehseuchen in der gegend 
von Nahe, Mosel und Saar. ZfVk. 23,59 — 61. — u. a. ein bei- 
spiel für notfeuer bei Viehseuche aus den 70er jähren des 19 jahrhs. 

10. Heinrich März eil. Die zahl 72 in der sympathetischen 
medizin. ZfVk. 23,69—71. 

11. M. Höfler, Die volksmedizinische literatur der jähre 
1909—1912. ARelW. 16,598—620. 

Naturverehrung. 12. K. Christ, Die angeblichen sonnen- 
räder im Odenwald und in der Pfalz. Mannheimer geschichts- 
blätter 13,22. 

13. Oskar Lundberg, Den heliga murgrönan. Namn och 
bygd 1,1. 

14. L. Fr. Läffler, Det evigt grönskande trädet vid Upp- 
sala hednatämpel. tillägg tili festskrift til H. F. Feilberg. Maal 
og minne 1913,49 — 52. — nachtrage zu dem 1912,18,32 genannten 
aufsatz. 

15. Karl Knortz, Die vögel in geschichte, sage, brauch und 
literatur. mit buchschmuck von Hans Berthold. München, F. Sey- 
bold. 111,296 s. 

16. John Edward Field, The myth of the pent cuckoo. 
a study in folklore. London, E. Stock. 228 s. 

Totenkult. 17. Jacob Tegengren, Dödstro, dödskult och 
dödsmagi i svenska Sydösterbotten. skrifter utgivna av svenska 
literatursällskapet i Finland 1913. 

18. Wolf von Unwerth, Namensgebung und wiedergeburts- 
glaube bei Nordgermanen und Lappen, beitrage zur sprach- und 
Völkerkunde, festschrift für Alfred Hillebrandt zu seinem 60. ge- 
burtstage. Halle, Verlag der buchhandlung des Waisenhauses. 
8. 179 — 187. — der in der Vikingerzeit aufkommende glaube, daß 
die seele eines verstorbenen verwandten in dem kinde wieder auf- 
lebe, das dessen namen erhält, ist von den Norwegern den Lappen 
entlehnt worden, die ihn mit stammverwandten, den Germanen nicht 
benachbarten Völkern gemein haben. 

19. Hakon Schetelig, Folketro om gravhaugar. Maal og 
minne 1912,68. — nachtrag zu 1912,18,43. 

20. Axel Olrik, The sign of the dead. Finnisch-ugrische 
forschungen 12,40 — 44. 

Dämonische wesen. 21. EUiott O'Donnell, Werwolves. 
London, Methuen. 300 s. 



XVIII. A. Mythologie. 121 

22. Anna Bernhardi, Werwolf- und Vampyrsagen. Sonn- 
tagsbeilage der Voss. ztg. 1913,158 — 159. 

23. Just Bing, Elverskud og elverh0i. Maal og minne 1913, 
26—36. 

Hexen. 24. K, Rubel, Hexenaberglaube, hexenprozesse 
und zauberwahn in Dortmund, beitrage zur geschichte Dortmunds 
und der grafscliaft Mark XXII. 

25. Hartmann Ammann, Die hexenprozesse im fürstentum 
Brixen, forschungen und mitteilungen zur geschichte Tirols und 
Vorarlbergs, hrsg. von M. Mayr. 11,3. 

26. Karl Knortz, Hexen, teufel und Blocksbergspuk in ge- 
schichte, sage und literatur. Annaberg, Grasers verlag. 169 s. 

27. Hanns Bächtold, Hexen und zauberglaube der gegen- 
wart. ZfVk. 23,283—288. 

28. Emil Herlenius, Blakullafärder i nittonde ärhundradet. 
Svenska landsmälen 1912, heft 2,9 — 40. 

29. J. A. Walz, Fei, Fee-Elfe. ZfdWortf. 14,190—210. — 
das wort fee ist aus dem französischen fee entlehnt, nicht aus dem 
englischen; es wird schon von Bodmer gebraucht, der andrerseits 
auch das mittelalterliche wort feie wieder aufgenommen hat. — die 
englische form elfe, die durch Wieland allgemein bekannt wurde, 
ist ebenfalls schon von Bodmer gebraucht worden, da der deutsche 
alp als druckgeist und die elben als hexenkinder aus teufels- 
buhlschaften von den englischen elfen zu fern abstanden. 

30. Theodor Siebs, Fenixmännlein. MSchlesVk. 15,136. 
Götter. 31. Erik Brate, Wrindawi. Arkiv 29,109—119. 

32. Erik Brate, Thorshughle. Arkiv 29,103—109 u. 386. 

33. Gustav "Neckel, Walhall. Studien über germanischen 
jenseitsglauben. Dortmund, Friedrich Wilhelm Ruhfus. 143 s. — 
auf eingehende Interpretation der quellen gestützt, sucht der vf. 
darzutun, daß die grundlage des Walhallglaubens in der Vorstellung 
zu suchen sei, daß die gefallenen in demselben zustande fortleben, 
in dem sie auf dem schlachtfelde liegen, die 'halle der gefallenen' 
ist also ein 'stilisiertes Schlachtfeld', erst später wird sie zur halle 
des himmelsgottes Wodan. — von den exkursen tritt der dritte 
vom Standpunkte der germanischen Überlieferung aus der Wundt- 
schen auffassung des seelenglaubens entgegen. 

34. Wolf von Unwerth, Ödinn und Rota. Beitr. 39, 
213 — 221. — nachtrage zu der 1911,18,43 genannten schrift und 
auseinandersetzung mit von der Leyens ansieht, Odinn sei ein zum 
gott erhobener zauberer. 

35. Marius Haegstad, Um namnet oskoreidi. Maal og 
minne 1912,80 — 85. — wird mit rücksichtnahme auf die dialek- 
tischen lautformen gedeutet als äsgudreid. 



122 XVIII. Mythologie und sagenkunde. 

36. Uno Holmberg, Die wassergottheiten der finnisch- 
ugrischen Völker. Memoires de la societe finno-ougrienne XXXII. 
Helsingfors, Leipzig (Harrassowitz). 

Loki. 37. F. Bull, Musen som Lokes arvtager? Maal og 
minne 1913,46—47. 

38. Ragnvald Iversen, Musen som Lokes arvtager? Maal 
og minne 1912,116. 

39. H. Grüner Nielsen und Axel Olrik, Efterslät til Loke- 
Myterne. Danske studier 1912,87 — 101. 

40. 0. Alcenius, Jämförelse mellan Argonautermytsagan 
och Kalevala samt mellan solhjälten Frixos och Skandinavernas 
Fricco-Freyr-rrode, Finska fornminnesföreningens tidskrift 26, 
245—256. 

41. Oskar Lundberg, Till ortnamnet Vrindavl. namn och 
bygd 1,1. 

42. Wilhelm Schulze, Alaferhviae. ZfdA. 54,172—174. 

43. E. Brenner, Nordische götter in naussauischen Orts- 
namen? Mitteilungen des Vereins für nassauische altertumskunde 
und geschichtsforschung 3. 

44. Rudolf Meißner, Über eine gruppe von kenningar für 
'mann' und 'frau'. ZfdA. 54,25—60. 

Raguarok. 45. Axel Olrik, Ragnarokforestillingernes ud- 
spring. Danske studier 1913,1 — 283. — bei den Kaukasusvölkern 
ist, in einfachster, am meisten einem altheidnischen mythus gleichen- 
der form an den Elbrus geknüpft (s. 22 ff.), allgemein die sage 
von einem gefesselten riesen verbreitet, der erdbeben veranlaßt 
und dessen freikommen den Weltuntergang bedeutet (s. 3 ff. 43 ff.; 
zu dem weltuntergangsmotiv vergleiche man aber auch s. 264). 
bei den stammen südwestlich vom Elbrus ist diese geschichte zu 
einer ausführlichen heldensage ausgestaltet (s. 28 ff.), in Armenien 
findet sie sich als heldensage (zwei hunde suchen die ketten zu 
durchlecken, schmiede machen sie durch schlage auf ihren amboß 
wieder fest) in einer quelle des 5. jahrhs. (s. 55 ff.), und in Geor- 
gien ist sie unter aufnähme persischer elemente (s. 84 ff.) zur christ- 
lichen Amiranlegende umgestaltet worden (normalform s. 70). mit 
den in Armenien und Georgien üblichen hammerschlägen hängt ein 
entsprechender brauch in den alpengegenden zusammen (s. 91 ff.), 
mit dem ebendort lebendigen motiv von den leckenden hunden der 
schwedische glaube, daß hexen die ketten des teufeis durchzunagen 
oder durchzufeilen suchen (s. 100 ff.), auch die osteuropäischen 
und italienischen erzählungen, daß der teufel von Christus mittelst 
einer list gefesselt worden sei, leiten sich aus der Amiranlegende 



XVIII. A. Mythologie. 123 

hpr (s. 104 ff.). aus den einfacheren Kaukasussagen dagegen 
stammen der griechische Prometheus (s. 107 ff.), der gefesselte 
mohammedanische anti Christ (s. 127 ff.) und der gefesselte Loki: 
letzterer ist von den Tscherkessen über die ihnen benachbarten 
Goten nach dem norden gewandert (s. 121 ff.) — die leckenden 
hunde entstammen einem anderen vorstellungskreise. nach klein- 
russischem Volksglauben wird ein am himmel angeketteter hund, 
wenn er die kette durchbeißt, Ursache des Weltunterganges (s. 155 ff.), 
ein tartarisches Volkslied, an das ein esthnisches und ein dänisches 
märchen anklingen, kennt eine schar solcher hunde, die, in einem 
berge eingeschlossen, an der tür kratzen, von einem Wächter be- 
wacht (s. 140 ff.), im 10. jahrh. findet sich ein entsprechendes 
motiv auf das volk von Gog und Magog angewendet (s. 150 ff.). 
im norden gelten verwandte Überlieferungen einerseits von garmr 
und dem Fenriswolf, andrerseits von der wolfsbrut und ihrem 
Wächter Egg{)er (s. 157 ff.). — dem fimbulvetr gleicht der ver- 
nichtende winter, vor dem der hirtengott Yima einzelne lebewesen 
in einer hürde birgt; die erzählung davon ist überliefert in einer 
jüngeren partie des Avesta, stammt aber wohl noch aus der nörd- 
lichen Urheimat der Perser (s. 173 ff.), in Persien ist ferner die 
alte Vorstellung von einer im berge Demavend gefesselten, die weit 
mit dem Untergang bedrohenden schlänge (s. 189), die auch in die 
theologische lehre von einer groi3en götterschlacht (s. 178 ff.) ein- 
gedrungen ist, verschmolzen worden mit der heldensage von dem 
schlangentöter Keresaspa (s. 185 ff.), diese persischen Vorstellungen 
sind übergegangen in die Johannes-apokalypse (c. 12. 20) und in 
die christlichen Eliasmythen (s. 194 ff.). — die Vorstellung von 
einem vernichtenden weltbrand nimmt ihren Ursprung von dem 
indischen (vielleicht der Urbevölkerung entlehnten) glauben an 
sieben sonnen, welche die weit ausdörren und verbrennen (s. 204 ff.), 
von hier gelangte der weltbrand in späte persische quellen, wo er 
infolge babylonischen einflusses durch einen herabstürzenden stern 
veranlaßt wird (s. 180 ff., letzteres übernommen von jüdischer 
Sibyllendichtung: s. 182 und der Johannesapokalypse: s. 195), und 
in die griechische philosophie (s. 211 ff.), wo ebenso wie in kelti- 
schen Überlieferungen (s. 215 ff.) neben dem vernichtenden feuer 
das Wasser auftritt, auch die anschauung von einem allgemeinen 
körperlichen und sittlichen rückgang der menschheit als Vorstufe 
des Weltunterganges hat ihren deutlichsten ausgangspunkt in Indien 
(s. 219 ff.). — die älteste, aus der Übereinstimmung der irminsul 
mit der lappischen 'weltstütze' für die Germanen zu erschließende 
Weltuntergangsvorstellung ist, wie bei Kelten, Lappen und Grön- 
ländern die vom einstürzen des himmels (s. 230 ff., wo ein über- 
blick auch über die sonstigen Vorstellungen bei naturvölkern folgt). 



124 XVin. Mythologie und sagenkunde. 

46. Rudolf Pestalozzi, Die germanische götterdämmerung. 
NJb. 31,706 — 720. — nimmt als kern der götterdämmerungs- 
vorstellung einen mythus von der verschlinguug des Tiwaz durch 
den sonnenwolf an. 

Feste. 47. Clement A. Miles, Christmas in ritual and 
tradition. Christian and Pagan. illustriert. 400 s. London, Unwin. 

48. Arvid Lindhagen, Huru länge har tjugondedagen jul 
burit namnet Knut? Fataburen 1912,170 — 182. 

49. Nat. Beckman, Knutsdagen och julfriden. Fataburen 
1912,182—186. 

50. Edvard Bull, Levninger av en hedensk h0itid i kristen 
tid. Maal og minne 1913,42 — 43. 

51. Magnus Olsen, Kung Orre. et bidrag til gammel nordisk 
folketro. Maal og minne 1912,1 — 26. — ein könig Orre, der heute 
noch in der schwedischen redensart pä kung Orres tid (zu Olims 
Zeiten) lebt, begegnet in schwedischen Überlieferungen des 16. und 
17. jahrhs. sein 'mandat' und seine 'Wijsa' (Rudbecks Atlantica) 
und einige redensarten zeigen ihn als schutzherrn der julfestlich- 
keiten. in heidnischer zeit fiel aber dieses fest in die zeit nach 
dem 6. Januar, also in den monat |)orri (s. 18 f.), dessen name 
ebenso wie der des folgenden monats göi in kinderreimen (s. 10 ff.) 
und in der aisl. erzählung von der besiedlung Norwegens (s. 13 ff.) 
personifiziert erscheint, den ausgangspunkt hierzu bildeten wohl 
die opferfeste J>orrabl6t und Göibl6t, deren erstes dem mittwinter- 
opfer, das zweite dem schwedischen disaj)ing entspricht (s. 21 f.). 
erscheint nun das paar {)orri und göi bei Rudbeck als Orre und 
Disa, so liegt es nahe, den winter- und julkönig Orre aus einem 
älteren J)orri — durch Vermittlung von zusammengesetzten namens- 
formen wie Sankt-Torre, Blöttorre — herzuleiten (s. 23 ff.). — an 
diesen aufsatz knüpfen die mitteilungen von Oluf Kolsrud und 
B. Symons, Maal og minne 1912,114. 

52. G. Schierghofer, Altbayerns umritte und Leonhardi- 
fahrten. XII, 73 s. mit 12 tafeln. München, Bayerland-bücherei, 
Bayerland- Verlag. 

53. E. Reuterskiöld, Die entstehung der Speisesakramente, 
aus dem schwedischen übersetzt von H. Sperber. Heidelberg, 
Winter. VII, 141 s. (Rel. wiss. bibl. 4.) 

54. Richard M. Meyer, Ritus und mythus. Internationale 
monatsschrift 8,951 — 976. 

55. Theodor Siebs, Aberglaube und sage, sitte und brauch 
(in Schlesien), schlesische landeskunde, zum 25 jährigen regierungs- 
jubiläum kaiser Wilhelms IL und zur jahrhundertfei'er der be- 
freiungskriege hrsgg. von dr. Fritz Frech und dr. Franz Kam- 
pers. Leipzig, Veit u. co. bd. 2,352 — 370. 



XVni. A. Mythologie. 125 

56. E. Zoberst, Sitten, gebrauche und aberglauben zu Weis- 
weil im Breisgau. Alemannia III. f. 4. bd., heft 3. 

57. Isidor Scheftelowitz, Das schlingen- und netzmotiv im 
glauben und brauch der Völker, religionsgeschichtliche versuche 
und vorarbeiten, hrsgg. von Richard Wünsch und Ludwig Deub- 
ner. bd, XII, heft 2. Gießen, Alfred Töpelmann (vorm. J. Ricker). 
1912. 64 s. 

58. E. Böklen, Die unglückszahl 13 und ihre mythische 
bedeutung. Mythologische bibliothek V,2. Leipzig, J. C. Hinrichs. 

59. Rudolf Reichhardt, Geburt, hochzeit und tod im deut- 
schen Volksbrauch und Volksglauben. Jena, H. Costenoble. VIII, 176 s. 

60. A. Röckemann, Volksleben, Volksglaube und volks- 
tümliche geschichtsauffassung im fürstentum Minden, aus *27. Jahres- 
bericht des historischen Vereins für die grafschaft Ravensberg zu 
Bielefeld'. Minden, M. Volkening. 82 s. 

61. Sixten Samuelsson, Värmländsk folktro. Fataburen 
1912,21—37. 

62. B. Gadelius, Tro och övertro i gängna tider. Stock- 
holm 1912. XII,263 s. 

63. Th. Imme, Geburt und kindheit in sitte und Volks- 
glauben Altessens und seiner Umgebung. ZfrhwV. 10,3. 

64. Heinrich Carstens, Volksglauben und volksmeinungen 
aus Schleswig-Holstein. ZfVk. 23,277—283. 

65. R. Trebitsch, Versuch einer psychologie der Volks- 
medizin und des aberglaubens. Mitteilungen der anthropologischen 
gesellschaft in Wien 43,5. 

66. R. Riegler, Spanisch-portugiesisch cabra saltante 'irr- 
licht'. WS. 4,220—222. 

67. Josef Stief , Sitte, brauch und Volksglauben in Mährisch- 
Neustadt und Umgebung. 26 s. Programm des Staatsgymnasiums 
zu Mährisch-Neustadt. 

68. H. Hungerland, Der totenschädel in glaube und dich- 
tung. Niedersachsen 17,282 — 284. 

69. Johannes Bolte, W. H. von Hohberg über Wetterregeln 
österreichischer bauern (1682). ZfVk. 23,61—62. 

70. Oskar Ebermann und Max Bartels, Zur aberglaubens- 
liste in Vintlers Pluemen der Tugent. ZfVk. 23,1 ff. — I. Vint- 
lers werk ist die quelle einer in den 20 er jähren des 16. jahrhs. 
zu Nürnberg gedruckten schrift von Asmus Mayer. — IL es 
werden erklärungen und weitere belegstellen zu den einzelnen an- 
gaben bei Vintler gegeben. 



126 XVIII. Mythologie und sagenkunde. 

71. Besprechungen früher verzeichneter Schriften: 1. Richard 
M. Meyer, Religionsgeschichte 1910,18,1. R— r, Hist.jb. 33,820. — 
2. Karl Helm, Religionsgeschichte 1912,18,2. E. Herr, Cbl. 64, 
1033—1035. Fr. von der Leyen, DLz. 34,2181—2189. Rieh. 
M. Meyer, ZfVk. 23,424—425. — 3. Wolf von Unwerth, Odinn- 
verehrung 1911,18,43. Fr. von der Leyen, ZfdPhil. 44,481— 484. 
E. Hellquist, Arkiv 30,124— 128. — 4. August L üt Jens, Zwerg 
1911,18,42a. Justus Lunzer, AfdA. 36,42 — 46. R. Spiller, 
Cbl. 64,1021—1022. F. F., Rev. germ. 9,246—247. D. von 
Kralik, Allg. Litbl. 21,754. — 5. Friedrich von der Leyen, 
Sagenbuch 1. 2. 1909,18,6; 1912,18,78. — e— , MSchlesVk. 15, 
290—291. — 6. Hilding Geländer, Loke 1911,18,48. G. Neckel, 
AfdA. 36,135—139. — 7. Adolf Franz, Benediktionen 1911,18,56. 
Th. Siebs, MSchlesVk. 15,285—286. — 8. Friedrich Hertlein, 
Juppitergigantensäulen 1910,18,51. Wolf von Unwerth, AfdA. 
36,96—98. — 9. Fr. Sohns, Pflanzen 1912,18,35. Fritz Boehm, 
Zf\^k. 23,102—103. — 10. Hälsig, Zauberspruch 1911,18,25. 
Oskar Ebermann, ZfVk. 23,100—101. — 11. R. Vian, Mond- 
wahrsagebuch 1910,18,8. Robert Priebsch, DLz. 34,2784— 2786. 
— 12, J. Scheftelowitz, Schlingen- und netzmotiv 1913,18,57. 
A. Abt, DLz. 34,854—855. — 13. 0. Berthold, Unverwund- 
barkeit 1911,18,17. Rieh. M. Meyer, AfdA. 36,188—189. — 
14. V. Gr0nbech, Vor Folkeset bd. 2—4, 1912,18,6—8. Andreas 
Heusier, ZfVk. 23,327—328. — 15. E. Klingner, Luther 1912, 
18,20. Fritz Boehm, ZfVk. 23,429. — 16. Gg. Gerland, Sint- 
flut 1912,18,17. Wolfgang Schultz, Mitt. d. anthropol. ges. 43, 
164—166. — 17. Jul. Dumcke, Zauberei 1912,18,51. N. Pau- 
lus, DLz. 34,1712. — 18. Jul. von Negelein, Mythologie 1912, 
18,4. L. Pineau, Rev. crit. 75,170—171. A. Petak, ZfRw. 
28,351. — 19. A. Kuhn, Mythologische Studien 1913,18,4. 
Arnold Zehme, Mtschr. 12,547. — 20. A. Zehme, Götter- und 
heldensage 1913,18,2. Fr. Heußner, Sokrates 1,521 — 523. 

B. Sagenkunde. 

1. Heldensage. 

72. Gudmund Schütte, De aeldste gottonske sagnhelte. 
Danske studier 1913,177 — 183. — bringt eine reihe von teils 
schon früher bekannten, teils neuen gleichsetzungen historischer 
persönlichkeiten mit germanischen sagengestalten. 

73. Otto L. Jiriczek, Die deutsche heldensage. Sammlung 
Göschen nr. 32. 4. erneut umgearbeitete aufläge. 216 s. mit 
5 abbildungen. 



XVIII. B. Sageukunde. 127 

74. Reidar Th. Christiansen, Tinsk sagnverden og dens 
sammenhang med den nordiske. Maal og minne 1913,91 — 106. — 
auf eine Übersicht über den charakter und die wissenschaftliche 
bearbeitung der finnischen volksgesänge läßt der vf. eine Zusammen- 
stellung der sagen, motive und gestalten folgen, die man mit er- 
scheinungen in der altnordischen literatur in Verbindung gebracht 
hat: Sampo-Grotti, weltüberragende eiche — Yggdrasill, Sämpsä- 
Freyr, Lemminkäinen-Balder, Kullervo-Hamlet. 

75. Hermann Schneider, Die gedichte und die sage von 
Wolfdietrich. Untersuchungen über ihre entstehungsgeschichte. 
München, C. H. Beck. VII,420 s. — im Wolfdietrich B ist der 
abschnitt II nicht dem vf. von I (Hugdietrichs Werbung) zuzu- 
schreiben, sondern mit den poetisch weit weniger wertvollen 
teilen III— VI zusammenzunehmen. B II — VI geben aber offenbar 
eine ältere vorläge, zum teil nur im auszug, wieder, diese vorläge 
(U) — nicht B selbst, wie besonders gewisse Übereinstimmungen von 
Ag mit D zeigen — ist gleichzeitig die quelle von Ag, der un- 
echten fortsetzung des Wolfdietrich A. da die von U (Dresdner 
heldenbuch str. 315 ff., B V) erzählte entführung Liebgarts durch 
einen zwerg offenbar eine nachbildung der entführung Sigeminnes 
durch Drasiän (B II) ist, so muß letztere bereits in einer U voraus- 
liegenden fassung (V) erzählt worden sein, und dieses V hat offen- 
bar eine noch ursprünglichere dichtung (W) umgestaltet, indem es 
vor allem mit einer erweiterung des meerweib-abenteuers von A 
die ausführliche geschichte von Sigeminne schuf und das zusammen- 
treffen Wolfdietrichs mit Ortnit erfand (s, 50 ff.). — in die kompi- 
lation D sind B I und B II, letzteres mehrfach verbessert, aufge- 
nommen worden (s. 71 ff.), für die weiteren partien von D lassen 
sich bestandteile, die aus C stammen, ausscheiden auf grund von 
kriterien, die durch eine betrachtung der erhaltenen bruchstücke 
von C gewonnen werden (s. 83 ff.), neben B I II und C kommt dann 
für D noch eine weitere quelle in betracht. daß diese nicht in 
B III — VI zu sehen ist, beweisen Übereinstimmungen zwischen A2 
und D gegenüber B (s. 94 ff.). Auch U kann als quelle nicht in 
frage kommen, weil mehrfach an stellen, wo B und A2 zusammen- 
stimmen, D von ihnen abweicht (s. 96 ff.), da die in B II ent- 
haltnen abenteuer nach dieser quelle erzählt sind, muß das von D 
benutzte andere gedieht (T) eine ältere, diese abenteuer selbst noch 
nicht enthaltende fassung der A^ B-gruppe gewesen sein, die also 
dem erschlossenen W noch nicht so fern stand. — von s. 116 an 
wird dann der gesamte text D in seine einzelnen bestandteile zer- 
legt, darauf wird eine Inhaltsangabe der zu erschließenden dich- 
tungen T (s. 154 ff.) und C (s, 159 ff.) gegeben und bei letzterer 
die anteile der Verfasser und interpolatoren zu bestimmen versucht. 



128 XVIII. Mythologie und sagenkunde. 

ein vergleich der erschlossenen inhalte von C und W (aus A^, 
B, T) mit A zeigt, daß W und A einander näher stehen als jedes 
von ihnen C (s. 177 ff.)- — im folgenden abschnitt wird mit 
großer gründlichkeit die zeitgenössische deutsche und ausländische 
literatur durchmustert nach zügen, die der Wolfdietrich mit andern 
werken gemein hat. von bedeutung für die datierung des Ur- 
Wolfdietrich ist es, daß eine abhängigkeit einzelner züge von Iwein, 
Tristan und Lanzelot besteht (s. 259 ff.), besonders wertvoll und 
für die auffassung der deutschen volksepik von ganz allgemeiner 
bedeutung ist die eingehende behandlung französischer parallelen 
und quellen (s. 276 ff.). — in dem ausführlichen abschnitt über die 
sage (s. 337 ff.) sucht der Verfasser die hypothese von Voretzsch, 
Wolfdietrich, Hugdietrichs söhn, sei Theoderich, der söhn des bei 
Widukind als Huga bezeichneten Chlodwig, zu stützen durch den 
nachweis, daß in der geschichte Floovants, des 'Chlodwigsohnes', 
den Pio Rajna für Theoderich, andre für Chlotar erklärt haben, 
sich Züge der Wolfdietrichsage finden, zieht man die auf verlorene 
französische quellen zurückgehenden italienischen und nordischen 
Floovanterzählungen mit heran, so ergeben sich in der tat eine an- 
zahl von Übereinstimmungen: Floovant ist söhn des oströmischen 
kaisers, er besteht einen räuberkampf und ein der Palkenisepisode 
ähnliches abenteuer; aber von wichtigen grundbestandteilen der 
Wolfdietrichsage läßt sich andrerseits nicht erweisen, daß sie der 
rioovantdichtung angehört haben. — sehr berechtigt ist die ab- 
lehnung von Müllenhoffs Hartungenmythus (s. 379 ff.). Eine nd. 
Vorstufe der Ortnitsage wird daraus erschlossen, daß die |>idreks- 
saga in kap. 43 ff. den Hertnid, Iljas' söhn, in der Werbungs- 
geschichte des Osantrix eine rolle spielen und dann später die ge- 
mahlin dieses Hertnid in drachengestalt für ihn kämpfen läßt. 

76. Hermann Schneider, Studien zur heldensage: 1. Zur 
Sigmundsage. 2. Zur Ermanarichsage. 3. Zur Eckesage. 4. Zur 
Dietrichsage. ZfdA. 54,339—369. 

77. Leon Polak, Untersuchungen über die sage vom Bur- 
gundenuntergang. I. Die J>idrekssaga und das Nibelungenlied. 
ZfdA. 54,427—466. 

78. Joseph Seemüller, Lieder von Walther und Hildegund. 
Melange Godefroid Kurth. Lüttich, H. Vaillant-Carmane. 1908. 
s. 365 — 371. — das ags. bruchstück und die kampfschilderung 
Eckehards weisen auf ein einzellied, in dem diese Schlußszene die 
eigentliche handlung ausmachte, ein anderes altes lied, das die 
flucht und einen kämpf mit den verfolgenden hunden zum gegen- 
ständ hatte, wird aus Übereinstimmungen zwischen der fidreks- 
saga und den eingangspartien Eckehards erschlossen. 



XVIII. ß. Sagenkunde. 129 

79. Georg Boos, Studien über das Eckenlied. Beitr. 39, 
135—174. 

80. Jos. Sturm, Die Harlungensage in Bayern. Hist, jb. 
33,742—757. 

81. Max Deutschbein, Beowulf, der Gautenkönig. Studien 
zur englischen philologie hrsgg. von L. Morsbach 50: festschrift 
für L. Morsbach. 

82. Beiden, Onela the Scylfing and Ali the Bold. MLN. 
XXVIII,5. 

83. Pontus Fahlbeck, Beowulfskvadet som källa för nordisk 
fornhistoria. N. F. K. vitterhets historia och antikvitets akade- 
miens handlingar 13,3. Stockholm. 

84. Besprechungen früher verzeichneter Schriften. 1. 0. L, 
Jiriczek, Heldensage 1913,18,73. Arnold Zehme, Mtschr. 12, 
547 — 548. Fr. Heussner, Sokrates 1,521 — 523. — 2. Fr. von 
der Leyen, Heldensagen 1912,18,78. Arnold Zehme, ZfGw. 66, 
677—678. ß. Findeis, ZfRw. 28,32— 33. Allg.litbl. 22,272— 273. 

— 3. F. Panzer, Sigfrid 1912,18,96. L. Polak, ESt. 46,279—287. 

— 4. H. Schneider, Wolfdietrich 1913,18,75. Wolfgang Golther, 
Zs. f. frz. spr. u. lit. 41, Ref. u. rez. s. 175 — 179. August Lütjens, 
Cbl. 64,784—786. — 5. R. C. Boer, Beowulf 1912,18,86. Rudolf 
Imelmann, DLz. 34,1063—1066. — 6. Clarke, Sidelights 1911, 
18,66. Rudolf Imelmann, DLz. 34,1063. — 7. R. W. Cham- 
bers, Widsith 1912,18,88. Lawrence, MLN. 28,2. — 8. H. 
Stjerna, Beowulf 1912,16,187. Allen Mawer, MLR. 8,2. — 
9. A. Beneke, Siegfried 1911,18,72. A. R., Cbl. 64,1262—1263. 

— 10. W. Benary, Ermanarich 1912,18,98. Wolfgang Golther, 
Zs. f. frz. spr. u. lit. 41, Ref. u. rez. s. 179—180. Cbl. 64,417. — 
11. C. Mehlis, Waltharisage 1912,18,94. Karl Reuschel, ZfdU. 
27,895 — 896. — 12. R. C. Boer, Methodologische bemerkungen 
1911,18,61. Hermann Schneider, DLz. 34,1637—1639. 

2. Mittelalterliche sagen und legenden. 

85. Joseph Klapper, Erzählungen des lateinischen mittel- 
alters in deutscher Übersetzung und lateinischem urtext. wort und 
brauch, hrsgg. von Th. Siebs und Max Hippe, heft 12. Breslau, 
M. u. H. Marcus. VI, 474 s. — der vf. setzt hier die schon früher 
begonnene (vgl. 1911,18) äußerst verdienstliche mitteilung von als 
predigtexempeln gebrauchten geschichten und schwanken fort, er 
gibt 211 solcher exempel, die fast ausschließlich schlesischen hand- 
schriften entnommen sind, in lateinischer und deutscher spräche 
wieder, den lateinischen fassungen sind reiche verweise auf quellen 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) II. Teil. 9 



130 XVni. Mj'^thologie und sagenkunde. 

und parallelen beigefügt. — die bedeutung derartiger exempel für 
die deutsche üteraturgeschichte fällt besonders in die äugen bei 
nr. 101 (Parcival) oder nr. 6 (armer Heinrich). — schnelle Orien- 
tierung ermöglicht ein ausführliches namen- und Sachregister. 

86. W. Gel t her, Parsifal und der Gral in deutscher sage 
des mittelalters und der neuzeit. Xenien-bücherei nr. 5. Leipzig, 
Xenien-verlag. 62 s. 

87. Gertrud Schoepperle, Tristan and Isolt. a study of 
the sources of the romance. 2 bde. New York, Univ. Ottendorfer 
memorial series of Germanic monographs 3, 4. Frankfurt a. M., 
Moritz Diesterweg, 

88. Walther Seehaussen, Michel Wyssenherres gedieht 'Von 
dem edeln hern von Bruneczwigk, als er über mer füre' und die 
sage von Heinrich dem löwen. Germ, abhandlungen hrsgg. von 
Friedrich Vogt. heft43. Breslau, M. & H. Marcus. VIII,173 s. — 
eine neuausgabe des gedichtes wird eingeleitet durch eine ausführ- 
liche besprechung der handschrift, der form des gedichtes und der 
persönlichkeit seines Verfassers, daran schließt sich eine ausführ- 
liche Inhaltsangabe der anderen behandlungen des gleichen Stoffes 
(Reinfried von Braunschweig, Volksbuch von Heinrich Göding, 
ndld. Volkslied, tschechisches Volksbuch, Hans Sachs, dänisch- 
schwedische bailaden, mündliche volkssage, Oper Henrico Leone, 
Georg Thyms gedieht von Thedel von Wallmoden) und eine be- 
sprechung der verschiedenen bestandteile der sage und ihrer lite- 
rarischen herkunft. der held der sage ist von vornherein Heinrieh 
der löwe: seine wallfahrt ins heilige land und die aufstellung eines 
ehernen löwen in Braunschweig durch ihn sind die historischen 
anknüpfungspunkte für die weitere entwicklung (116 ff.), indem 
auf den herzog die anderweitig zuerst bei Caesarius von Heister- 
bach belegte sage von der heimkehr des totgeglaubten pilgers und 
der wohl aus dem Iwain stammende löwen-drachenkampf übertragen 
wurde, entstand die form der erzählung, wie sie in den nordischen 
balladen vorliegt, die erhaltenen deutsehen bearbeitungen zeigen 
eine durch aufnähme von abenteuern der herzog-Ernstsage erweiterte 
form, in einer gruppe von ihnen ist der name Heinrich erhalten, 
in einer anderen verloren, in einer dritten durch Reinfried bzw. 
Stillfried ersetzt. — eine ausführliche besprechung der sage und 
ihres Verhältnisses zur Wolfdietrichdichtung (vgl. dazu Seehaussen 
s. 145) bietet auch das unter nr. 75 besprochene buch von Schneider 

Taunhäuser. 89. A. F. J. Remy, The origin of the Tann- 
häuser-legend. JEGPhil. 12,32—77. 

90. P. S. Barto, The german Venusberg. JEGPhil., april 1913. 

91. L. Neubaur, Zur bibliographie der sage vom ewigen 
Juden. Zbl. f. bibl. 28,495—509. 



XVnr. B. Sagenkunde. 131 

92. Walther Benary, Hei'vis von Metz und die sage vom 
dankbaren toten. ZfromPhil. 37,57—92. 129 — 144. 

93. Hermann Steinberger, Zur sage von den grafen von 
Barcelona (Toulouse) und der kaiserin von Deutschland. Münchner 
museum für phil. des mittelalters und der renaissance 1,310 — 338. 

94. Sten Konow, Harald Haarfagres l0fte. Maal og minne 
1913,1 ff. — die sage vom gelübde des königs Harald härfagri 
und eine in der isländischen Skaldasaga überlieferte erzählung 
■werden mit indischen sagen in Zusammenhang gebracht. 

95. R. van der Meulen, De sage van Karel en Elegast 
bij de Litauers. Tijdschrift vor nederlandsche taal- en letter- 
kunde 32,2. 

96. Walther Benary, 'Karl und Elegast' in Pommern. ZfVk. 
23,299 — 302. — die sage von Karl und Elegast als Volksmärchen. 

97. A. von Ow, Die 'Arme Heinrich'-sage. Hist. pol. bl. 
151. 169—181. 286—300. 

98. Frz. N. Seppelt, Mittelalterliche deutsche Hedwigs- 
legenden. Zs. d. ver. f. gesch. Schlesiens 48. 

99. Fritz Müller, Die legende vom verzückten mönch, den 
ein vöglein in das paradies leitet, diss. Erlangen 1913. 

100. Besprechungen früher verzeichneter Schriften. 1. R. J. 
Peebles, Longinus 1912,18,119. Arthur C. L. Brown, MLN. 
28,21—26. — 2. J. Pokorny, Arthursage 1909,18,58. J. F. D. 
Blöte, AfdA. 36,190—192. — 3. 0. Rank, Lohengrin 1911, 
18,84. R, Pestalozzi, AfdA. 36,299—301. — 4. F. Osten- 
dorf, Reinoldlegende 1912,18,115. H.Delehaye,DLz.34,157— 158. 
— 5. K. Schmeing, Flucht- und Werbungssagen 1911,18,91. 
H. Delehaye, DLz. 34,157 — 158. — 6. Lewis Jones, King 
Arthur 1911,18,81. Julius Pokorny, DLz. 34,2400—2401. — 
7. J. Kelemina, Tristansage 1910,18,76. J. F. D. Blöte, AfdA. 
36,142—145. — 8. R. H. Griffith, Sir Perceval 1911,18,80. 
Jessie L. Weston, Romania 40,625 — 630. 

3. Volkssagen. 

101. Paul Sparmberg, Zu Dähnhardts 'natursagen'. ZfdPhil. 
45,66—68. 

102. Geza Röheim, Zwei gruppen von igelsagen. ZfdVk. 
23,407—414. 

103. Walter Benary, Zur sage vom findelkind. ZfromPhil. 
37,617—624. 

104. Otto Bö ekel, Psychologie der Volksdichtung. 2. verb. 
aufl. Leipzig, B. G. Teubner. VI,419 s. 

9* 



132 XVIII. Mythologie und sagenkunde. 

105. A. Müller, Die sage bei Heinrich Brennwald. Schweiz. 
archiv f. vk. 17,4. 

106. Gottfried Doehler, Am dorfbrunnen, geschichten und 
mären. Leipzig, F. A. Barthel. 1912. 173 s. 

107. Julius Jacob Strauß, Nachträge zur sage vom schuß 
auf den lieben gott. ZfVk. 23,302—303. 

108. Fr. Schmarsel, Die sage von der untergegangenen stadt. 
Kieler diss. 71 s. 

109. Johann Gellob, Steirische volkssagen aus dem gebiete 
der Kerralpe. Programm der staatsrealschule in Mittelfeld 1911. 

110. Franz Andres s. Kulturgeschichtliche skizzen sowie denk- 
mäler und sagen aus dem bezirk Mies, (ein beitrag zur deutschen 
Volkskunde.) Dobrzan (Böhmen), Selbstverlag. 59 s. 

111. J. Ullrich, Volkssagen aus dem Kuhländchen. Neutit- 
schein, R. Hosch. 

112. A. Oberholzer, Thurgauer sagen. Frauenfeld, Huber 
u. CO. 1912. X,87 s. 

113. H. Herzog, Schweizersagen, für jung und alt darge- 
stellt. 3. aufl. 2 Sammlungen. Aarau, H. R. Sauerländer u. co. 
XVI,260 und XV,270 s. 

114. H. Allemann, Sagen aus dem Obersimmenthal II. Schweiz, 
archiv f. vk. 17,3. 

115. J. Jegerlehner, Sagen und märchen aus dem Ober- 
wallis, aus dem volksmunde gesammelt, mit vergleichendem an- 
hang und register zu diesen und des vf.s sagen aus dem Unter- 
wallis (1909), unter mitwirkung von prof. dr. S. Singer, versehen 
von Hanns Bächtold. XII,348 s. 

116. Mitteilungen und umfragen zur bayrischen Volkskunde, 
n. f. 30,31. die überfahrtssagen am Main, ein beitrag zu den 
Vorstellungen vom seelenlande. 

117. Emil Grimm, Sagen und geschichten aus Oberfranken. 
(Zeichnungen von Lor. Reinhard Spitzenpfeil.) Nürnberg, F.Korn. 
64 s. 

118. Jos. Anger er. Die volkssage im Berchtesgaden-Reichen- 
hallerland und im Chiemgau, ges. und hrsgg. buchschmuck von 
Ellem. Thomas. 56 s. Traunstein, M. Endter. 

119. Heinrich Lerond, Sagenborn lothringischer burg- 
trümmer. ges. und mit quellenangaben, erläuterungen, winken 
u. dgl. versehen. ] . teil. V,427 s. Metz, P. Even. 

120. Karl Hessel, Sagen und geschichten des Nahetals. 
2. stark vermehrte aufl. Kreuznach, F. Harrach. 112 s. 



XYIII. B. Sagenkunde. 133 

121. Hermann Stumpf, Geschichten und sagen des Nahe- 
gaus. Kreuznach, K. Scheffel, 111 s. 

122. J. Müller, Einige eifelsagen. ZfrhwV. 10,3. 

123. G. Schrey, Siegerländer sagen, gesammelt. Siegen i. W. 
und Leipzig, H. Montanus. 1912. 197 s. 

124. P. B ah 1 mann, Volkssagen aus den kreisen Tecklen- 
burg und Iburg. Münster i. W., E. Obertüschen. 72 s. 

125. P. Bahlmann, Ruhrtal-sagen von der rheinisch-west- 
fälischen grenze. Münster, Univ. buchhandl,, F. Coppenrath. 62 s. 

126. H. Schwanold, Lippische werwolfsagen. ZfrhwV. 10,2. 

127. H. Schwanold, Lippische sagen. ZfrhwV. 10,3. 

128. Carl Heßler, Sagenkranz aus Hessen-Nassau, sagen 
und erzählungen aus Hessen. 2. und sehr vermehrte aufl. Cassel, 
C. Vietor. XVI,260 s. 

129. Carl Heßler, Entstehung und bedeutung hessischer 
sagen, ergänzung zum 'Sagenkranz aus Hessen-Nassau', vertrag. 
Cassel, C. Vietor. 1912. 50 s. mit 4 abbildungen. 

130. Arno Roßberg, Lichten walde und der Harrasf eisen in 
geschichte, sage und gedieht. Erankenberg, C. G. Roßberg. 10 s. 
mit 5 abbildungen. 

131. F. Meißel, Die sage vom rattenfänger von Hameln. 
2. verm. aufl. Hameln, L. Warneson u. söhn. 34 s. 

132. K. Henniger und J. von Harten, 50 sagen und 
schwanke aus Niedersachsen, eine auswahl aus 'Niedersachsens 
sagenborn'. mit vielen bildern von A. Busch und G. 01ms. 
Hildesheim, A. Lax. IV, 94 s. 

133. Albert Beck, Saga, quer durch die alte Thüringer 
geschichte und sage. Friedrichroda, J. Schmidt u. co. VII, 174 s. 

134. Heinrich Gradl, Sagenbuch des Egergaues. 2. aufl. 
Eger, J. Kobrtsch und Gschichay. VII, 95 s. 

135. Richard Kühn au. Über weiße frauen und die sym- 
bolische bedeutung der schwarzen und weißen färbe. MSchlesVk. 
15,186—207. 

136. Adolf Jacoby, Von dem bösen amtmann, der in einen 
hund verwandelt wurde. MSchlesVk. 15,211 — 230. 

137. Richard Kühnau, Schlesische sagen, vgl. 1910,18,121 
und 1911,18,120. bd. 3: zauber-, wunder- und schatzsagen. 
XLVIII,778 s. — die gruppierung des unter diesen Überschriften 
zusammengefaßten außerordentlich reichen materials wird auf seite 
XXXI ff. ausführlich erläutert. — bd. 4: register zu bd. 1 — 3. 
222 s. — enthält ein ausführliches Verzeichnis der benutzten lite- 
ratur, Ortsnamen-, personen- und Sachregister. 



134 XVIII. Mythologie und sagenkunde. 

138. Hans Siegert, Lausitzer sagen. 114s. Löbau, G. Walde. 

139. Paul Regell, Rübezahl im heutigen Volksglauben, eine 
beurteilung der arbeiten R. Loewes. (vgl. 1910,18 ff.) MSchlesVk. 
15,98—136. 

140. Paul Regell, Zur entwicklung der Rübezahlsage. 
MSchlesVk. 15,165—185. 

141. Adolf Schiller, Kynast-sagen. Schweidnitz, G. Brieger. 
64 s. mit 1 abbildung. 

142. Otto Knoop, Posener dämonensagen. ein beitrag zur 
Sagengeschichte der provinz Posen, lös. Programm des gym- 
nasiums zu Rogasen nr. 243. 

143. Otto Knoop, Sagen der provinz Posen, gesammelt und 
hrsg. mit 12 abb. Berlin-Friedenau, H. Eichblatt. XII,184 s. 

144. E. Hand t mann, Potsdamer sagen und märchen. Berlin, 
A. W. Hayns erben. 

145. Hermann Paul, Usedom- Wolliner sagenkranz. 111,91 s. 
Swinemünde, W. Fritzsche. 

146. Oluf Kolsrud, Hvorledes et 'sagn' kau opstaa. Maal 
og minne 1913,111—112. 

147. Jan Petersen, Sagn fra Eidsberg i Smaalenene. Maal 
og minne 1913,46, 

148. Knut Liest0l, Sagnfortselling i Saetesdal. Maal og 
minne 1913,53—65. 

149. Pehr Johnsson, Ur Willands härads sagoskatt. sagor 
och sägner upptecknade. Sölvesborg 1912. 168 s. 

150. 0. T. Olsen, Norske folkeeventyr og sagn. hefte 5 — 11. 
s. 193 — 302. Kristiania 1912. 

151. August Haeffner, Andreas Värmes historier. sägner 
frän Vätterns kust (Tolstad i Lysings härad, Ostergötland). ur 
minnet upptecknade är 1878. Svenska landsmälen 1912, heft 2, 
41—47. 

152. P. Pischer-Ni eisen, Fra sagnenes Verden, fra Ran- 
ders amt VI,119 — 124. 

153. G. Djurklou, Sagor och äventyr. frän Närkes och 
Värmlands mal tili vanligt talsprak överflyttade av Elsa Djurklou- 
Aschan. Stockholm 1912. 

154. Axel Olrik, Glemsomhed. Danskestudierl912,145 — 151. 
— macht auf die bedeutung der Vergeßlichkeit für die sagenüber- 
lieferung aufmerksam. 

154 a. Besprechungen früher verzeichneter Schriften. 1. Fr. 
Ranke, Erlöser 1911,18,104. S., MSchlesVk. 15,290. — 2. A.Haas, 
Pommersche sagen 1912,18,168. J. Bolte, ZfVk. 23,216—217. 



XVIII. B. Sagenkunde. I35 

0. Heilig, ZfdMa. 8,182—183. — 3. W. Bauernfeind, Nord- 
oberpfalz 1910,18,111. Hans Wucnik, Zs. bist. ver. f. Steiermark 
8,266—267. — 4. Friedel u. Mielke, Brandenburg 1912,18,172. 
Karl Helm, ZfVk. 23. — 5. A. Vittur, Enneberg 1912,18, 
185a. Cbl. 64,974. — 6. Klarmann und Spiegel, Steigerwald 
1912,18,148. Johannes Bolte, ZfVk. 23,219. — 7. 0. Rank, 
Inzestmotiv 1912,18,126. Rudolf Raab, Cbl. 64,540— 542. Madison 
Bentley, JEGPhil. 12,478—482. auch kritisiert von Richard 
M. Meyer in dem aufsatz: Die sexualisierung des alls, DLz. 34, 
1988—1995. — 8. H. Hoffmann, Jülicher land 1912,18,182. 
Arnold Zehme, Mtschr. 12,548. — 9. J. Grellob, Steirische volks- 
sagen 1913,18,109. Köchl, ZfRw. 37,576. — 10. A. Kirschner, 
Elbetal 1912,18,162. Mitt. d. Böhm. 50, Lit. beil. 32. — 11. 0. 
Knoop, Sagen der provinz Posen 1913,18,143. Johannes Bolte, 
ZfVk. 23,431. H. Jantzen, MSchlesVk. 15,291—293. — 12. 0. 
Knoop, Dämonensagen 1913,18,142. F. B., ZfVk. 23,219 — 220. — 
13. 0. Dähnhardt, Natursagen bd. 2, 1909,18,77. 0. R— r, 
Hist. jb. 33,883—884. bd. 4, 1912,18,124. E. Mogk, Hist. 
Viertjs. 16,537—539. R. Stube, ZfdU. 27,62—63. K. Bruch- 
mann, Berl.ph.wschr. 33,1138. Ed. König, Cbl. 64,618—619. 
— 14. de Cock en Teirlinck, Brabantsch sagenboek 1 — 3, 1912, 
18,186. S., MSchlesVk. 15,293. — 15. R. Kühnau, Schlesische 
sagen bd. 1, 1910,18,121. R. Stube, ZfdU. 27,63. bd. 1 u. 2, 
1911,18,120. V^alther Heinrich Vogt, AfdA. 36,101— 103. bd. 2, 
H. Jantzen, LE. 15,1086. bd. 3 und 4, 1913,18,137. Cbl. 64, 
212—213. Karl Olbrich, MSchlesVk. 15,155—156. H. Jantzen, 
LE. 15,1303. Johannes Bolte, ZfVk. 23,210—212. E. König, 
Hist. jb. 34,439. Eugen Mogk, Hist. Viertjs. 16,537 — 539. 

4. Märchen. 

155. Antti Aarne, Übersicht der mit dem Verzeichnis der 
märchentypen in den Sammlungen Grimms, Grundtvigs, Afanasjews, 
Gonzenbachs und Hahns übereinstimmenden märchen. E. F. Com- 
munications edited for the folklore fellows by Johannes Bolte, 
Kaarle Krohn, Axel Olrik, C. W. von Sydow. nr. 10. Helsinki, 
Suomalaisen Tiede akatemian Kustantama. 1912. 15 s. — Zu- 
sammenstellung von nummern der von Aarne (1911,18,132) ver- 
zeichneten märchentypen mit den entsprechenden märchen in den 
kinder- und hausmärchen, in S. Grundtvigs märchenverzeichnis (vgl. 
r. E. Communications nr. 2), in A. N. Afanasjews russischer Samm- 
lung, Laura Gonzenbachs sizilianischen märchen und J. G. von 
Hahns griechischen und albanischen märchen. 

156. Johannes Bolte und Georg Polivka, Anmerkungen zu 
den kinder- und hausmärchen der brüder Grimm, neu bearbeitet. 



136 XVIII. Mythologie und sagenkunde. 

bd. 1, nr. 1 — 60. Leipzig, Dieterichsche Verlagsbuchhandlung, 
Theodor Weicher. VIII,556 s. — der Wortlaut der 1856 er- 
schienenen 3. aufläge der 'anmerkungen' ist soweit möglich bei- 
behalten, aber durch die in möglichst knapper form gehaltene ein- 
fügung der zahlreichen aus den verschiedensten ländern neu be- 
kannt gewordenen Varianten ist das buch zu einem neuen, unent- 
behrlichen werk geworden. Polivkas verdienst ist die bearbeitung 
des aus slawischen und noch weiter östlichen und südöstlichen 
gegenden stammenden materials. 

157. Ernst Tonnelat, Les frferes Grimm, leur oeuvre de 
jeunesse. Paris, Libraire Armand CoUin. XII,419 s. — die bis 
1822 geführte darstellung behandelt auch ausführlich die ideen 
und arbeiten der brüder Grimm über volkspoesie und mythos. 
kap. XI. Die märchen. kap. XIV: Die deutschen sagen. 

158. Die kinder- und hausmärchen der brüder Grimm in 
ihrer Umgestaltung hrsg. von Friedrich Panzer. 2 teile. München, 
Beck. 1913. 

159. Friedrich Panzer, Die kinder- und hausmärchen der 
brüder Grimm. ZfdU. 27,481—503. 

160. Grimm, Kinder- und hausmärchen. hrsg. von Friedrich 
von der Leyen. Jena, Diederichs. 1912. 

161. Moltke Moe, En ubekjendt avhandling av T. A. Munch 
(norske folke-eventyr, samlede og fortalte af P. Chr. Asbj0rnsen og 
J0rgen Moe. anden for0gede udgave. Christiania, Johan Dahls 
forlag. Trykt hos Fabricius 1852). Maal og minne 1912,127 — 141. 

162. Musäus, Volksmärchen der Deutschen. hrsg. von 
P. Zaunert. Preuß. jbb. 153,350—356. 

163. Reidar Th. Christiansen, Die schwalbe, eine märchen- 
studie. Finn. ugr. forsch. 10,127 — 153. 

164. Heinrich Däumling, Studien über den typus des *mäd- 
chens ohne hände' innerhalb des Konstanzezyklus, diss. Mün- 
chen 1912. 

165. Bleich, Das märchen vom Aschenbrödel, vornehmlich 
in der deutschen volks- und kunstdichtung. ZfvglLg. 18,55 — 102. 

166. Oskar Dähnhardt, Naturgeschichtliche Volksmärchen. 
2. band. 4. aufl. Leipzig, Teubner. 1913. 

167. Antti Aarne, Die tiere auf der Wanderschaft, eine 
märchenstudie. F. F. Communications (vgl. oben) nr. 11. Hamina 
1913. V,174 8. — ein asiatisches märchen, das von der gemein- 
samen Wanderschaft einiger tiere und gegenstände erzählt (s. 92 ff.), 
ist in Europa zu der geschichte von den 'Bremer stadtmusikanten' 
(ß. 106 ff.j avisgestaltet worden und zwar noch vor der entstehung 



XIX. A. Eunenkunde. 187 

des ysengiimus und des Roman de Renart (s. 107 ff.), eine jüngere 
abänderung dieses europäischen märchens ist die wohl in Rußland 
entstandene Variante A (s. 169 ff.), auf s. 1 — 91 sind sämtliche 
erreichbare fassungen des asiatischen und des europäischen märchens 
verzeichnet. 

168. Johannes flertel, Zum märchen vom tapferen schneider- 
lein. ZfVk. 23,51—57. 

169. Wilhelm Wisser, Das märchen vom tapferen schneider- 
lein in Ostholstein. ZfVk. 22,166—179. 

170. C. W. von Sydow, Klundunte-Romelidöne-Conclusive. 
Danske studier 1912,184 — 188. 

170a. Besprechungen früher verzeichneter Schriften, 1. Bolte 
und Polivka, Grimms märchen 1913,18,156. Axel Olrik, Danske 
studier 1912,193 — 195. Friedrich von der Leyen, DLz. 34, 
1721 — 1722.— 2. Fr. von der Leyen, Grimms märchen 1913,18,160. 
H. Gürtler, Preuß. jbb. 153,350—356. — 3. Fr. Panzer, Grimms 
märchen 1913,18,158. Dtsch. rdsch. 157,157. A. Matthias, Mtschr. 
12,556. — 4. Fr. von der Leyen, Märchen 1911,18,127. Marie 
Ramondt, Museum 20,183—185. Wolf von Unwerth, AfdA. 36, 
189—190. Han8Probst,BfGw. 49,173. A.Abt, Litbl. 34,185— 187. 
— 5. 0. Dähnhardt, Volksmärchen bd. 2, 1913,18,166. ZfRw. 28, 
243—244. — 6. A. E. Schönbach, Cjesarius 1910,18,133. Karl 
Helm, Litbl. 34,146 — 147. — 7. H. Siuts, Jenseitsmotive 1912, 
18,192. Gürtler, Preuß. jbb. 1913,372 ff. C. A. Williams, 
JEGPhil. 12,477—478. — 8. A. von Löwis of Menar, Held 
1912,18,199. C. A. Williams, JEGPhil. 12,477—478. — 9. A. 
Forke, Indische märchen 1910,18,135. Rudolf Stube, ZfdU. 27, 
827—828. — 10. E. Tonnelat, Freres Grimm 1913,18,157. 
L. Mensch, Polybibl. 128,63—64. — 11. E. Tonnelat, Contes 
1912,18,205. L. Mensch, Polybibl. 128,63—64. F. P., Rev. 
germ. 9,110—111. 

Wolf von Unwerth. 



XIX. A. Runenkunde. 

1. Sigmund Feist, Thüringische runenfunde. ZfdPh. 45, 
117—133 (vgl. Jsb. 1912,19A,9). — vf. gibt nach eigener Unter- 
suchung der 4 mit runen beschriebenen gegenstände eine erweiterte 
graphische grundlage für die beurteilung dieser Inschriften und 
vermehrt das material zur sprachlichen identifizierung der aus den- 
selben herausgelesenen namen. auf die frage nach der echtheit 
der inschriften wird nicht eingegangen, aber der frauenname 



138 XIX. A. Runeakunde. 

Bigi7ia beispielsweise, literarisch erst seit der zweiten Förstemann- 
auflage vom jähre 1900 leichter erreichbai-, ist spanisch, zum jähre 
1030 bezeugt und allem anscheine nach übei'haupt nicht zur ganze 
aus dem germanischen übernommen, sondern als Bigtna, mit roma- 
nischem Suffixe abgeleitet, anzusprechen, dieser name sowie ver- 
gleicbsmaterial hinsichtlich der ableitung findet sich bei Munoz y 
Rivero, Paleografia Visigoda, Madrid, 1881. 

2. Otto von Friesen, Till frägan om runskriftens härkomst: 
Minneskrift tili Axel Erdmann, Uppsala, 1913, s. 231—236, 1 tafel. 
— 1. härkomsten af runan o. ein weiterer beweis für die be- 
ziehung der runenschrift zur griechischen kursive in den ersten 
Jahrhunderten u. z. sei in einer, mit der o-rune durchaus zusammen- 
fallenden, kursiven form des griech. o : Jl^ gegeben, an deren stelle 
seit dem 3. jahrh. eine andere type mit oben angebrachten ver- 
bindungsstrichen >^ trete, damit im zusammenhange könne die 
kombination runisch Si, Y (Pietroassa und Torsbjserg) als direkte, 
geschichtliche entsprechung zu griech. ov angesehen werden. 2. här- 
komsten af runan R. die rune habe ursprünglich den lautwert 
hs besessen, sei formell aus griech. */*" abzuleiten und als freie Ver- 
wendung des Zeichens für ^.s, einer im gotischen seltenen laut- 
kombination, an stelle des sehr viel häufigeren hs zu verstehen. 
3. härkomsten af runan s. die dreielem entige s-rune könne von 
griechischem, kursivem ^, die mehrelementige, graphisch von 
griechischem, kursivem x:'i. abgeleitet werden. 

3. Otto von Friesen, Runskriftens härkomst, ett svar. 
NTfFil. 4 de raekke 1(1 9 12), 16 1—180, 1 tafel. — gegen Gunnar 
Knudsen (vgl. Jsb. 1912,19A,16). — alle typen, die G. K. ange- 
griffen und deren existenz er bestritten oder in zweifei gezogen 
habe, finden sich nicht nur und kommen hinreichend konstant in 
verschiedenen Urkunden vor, um für die vom vf. gefolgerten Schlüsse 
vollauf beweiskräftig zu sein, sie finden sich auch sämtlich, viel- 
leicht nur mit einer einzigen ausnähme, in den palaeographischen 
handbüchern, auf die er generell hingewiesen habe, und zwar in 
identischen oder doch so nahestehenden formen, daß die be- 
rechtigung, aus diesen typen die von ihm abgeleiteten Schlüsse zu 
ziehen, jedem sachkundigen unmittelbar einleuchte. G. K. habe 
sich entweder nicht die nötige einsieht in die palaeographie ver- 
schafft, oder die in frage kommenden partien der namhaft ge- 
machten handbücher nicht gründlich genug durchgearbeitet, er 
scheine sich so gut wie ausschließlich auf die nur sehr unvoll- 
ständigen alphabettabellen verlassen zu haben, um eine notdürftige 
Vertrautheit mit der griechischen schrift zu erwerben, müsse man 
doch mindestens auch die von Thompson und Kenyon mitgeteilten 



XIX. A. Runenkunde. I39 

texte durchnehmen, s. 164 ff. geht v. F. auf die anwürfe Gr. Knud- 
sen's im einzelnen ein. 

4. Otto von Friesen, Upplands runstenar, en allmänfattlig 
öfversikt med 47 figurer i texten och 1 karta. Uppsala, 1913. 
96 SS. — diese ausgäbe, der hauptsache nach dieselbe arbeit, wie 
die im 2. bände von 'Uppland, skildring af land och folk . . .' 
veröffentlichte (vgl. Jsb. 1908,4,247), doch in vielen punkten ge- 
ändert und erweitert, sucht außer den wertvollsten runenurkunden 
selbst auch bildung und Verhältnisse im hauptlande des alten 
Schwedenreiches während der Wikingerzeit darzustellen, um die 
arbeit auch für den akademischen Unterricht geeignet zu machen, 
sind drei beilagen mitgegeben, avif der karte sind die beiläufigen 
Standorte der steine mit je einem roten punkte markiert, das 
buch enthält die kapitel: Die germanischen runen; die schwedisch- 
norwegischen runen; die dänischen runen; anzahl und Verteilung 
der uppländischen runensteine; späteres Schicksal und ursprünglicher 
platz der runensteine; Ornamentik der steine des Upplands; histo- 
rische inschriften ; nicht ornamentierte runensteine ; die ritzungen 
des Asmund Kareson; mit Asmund gleichzeitige ritzer; die Ingvars- 
steine; die ritzungen des Fot; einige mit Fot gleichzeitige; die 
ritzungen des Balle; die ritzungen Visäte's und die steine der 
Friesengilde; die ritzungen Opers; Schluß, die dose von Sigtuna. 
ferner die beilagen: 1. lautwerte der runen samt graphischen be- 
langen; haplographie, auslassung von zeichen (w und n) in gewissen 
Verbindungen, Interpunktion, fehlritzung und korrektur. 2. Um- 
schrift der in das buch aufgenommenen inschriftentexte ins aisl. 
3. literaturnachweise. für die eine urnord. Inschrift von Möjebro 
gibt v. F. als wahrscheinlich endgültige lesung frawarada Ej 
anahahaislaginaj R an, eingeteilt und in die aisl. spräche über- 
tragen *Frdrddr Ani hdi er sleginn, wobei Frdrddr als name des- 
jenigen betrachtet wird, für den der denkstein errichtet ist, während 
der folgende satz eine hervorragende tat eben dieses, die besiegung 
eines gegneis 'Ane des einäugigen' zur kenntnis der nachweit bringe. 

5. Theodor von Grienberger, Erörterungen zu den deut- 
schen runenspangen (vgl. Jsb. 1911,1 9A,10) 4. die runenspangen 
von Nordendorf. ZfdPh. 45,133 — 153. — a) die größere spange. 
gelesen als einheitlicher text zeile 1: logapore, zeile 2: icodan, 
zeile 3: wigipponar, zeile 4: uhkaleubwinie, eingerichtet und 
gedeutet mit Zuhilfenahme des wortmateriales : ags. lögian 'disponere', 
ags. ör 'initium', ahd. Merseb. Uuödan, afries. wlga, andfränk. infin. 
geuulgen, as. Tunaer, as. acc. pl. fem. unka 'unser beider' und der 
altdeutschen namen mit leub- im 1., bez. mit -wini im 2. teile 
als zwei koordinierte sätze; lögap öre Wodan; wlgip ponar unka 
Leubwinje, übersetzt 'disponit ab initio Wodan; benedicit Thonar 



140 XIX. A. Runenkunde. 

nostrum amborum Leubviuiam'. die ganze inschrift aufgefaßt als 
Widmung, beispielsweise eines elternpaares an die tochter bei ge- 
legeuheit der Schenkung der gewandspange. b) die kleinere spange, 
gelesen hirelioelw, getrennt und erklärt mit den Wörtern ahd. 
biral, as. biril 'ein Hohlmaß' und ahd. elo 'flavus' als gewerbsname 
oder amtsname mehr einem personennamen hirelio Elw, das ganze 
verstanden als besitzmarke oder als widmungsnamenszug. beide 
inschriften datiert um 600. die lesuugen sind nach neuen, im 
Verhältnis von 5 : 2 vergrößerten Photographien (vgl. Jsb. 1912, 
19A,11 und 12) berichtigt. 

6. Theodor von Grienberg er, The Thames fitting. ZfdPh. 
45,47 — 55. — bogenförmige bronzelamelle mit spuren von Ver- 
goldung in einen stilisierten tierkopf mit doppelseitiger plastik 
endigend, 18- 5X1-1 cm, 1866 gefunden, die nur einseitig ange- 
brachte, eingestanzte Inschrift, eine in der mitte unterbrochene 
zeile, gelesen nach der abbildung bei G, Stephens, Old Northern 

Runic Monuments 3(1884): s b er ce dli tib u ai er Äa 

dcebs , eingeteilt und erklärt mit beiziehung der ags. 

Vokabeln spyrian, tife^ weg, der ae. personennamen mit Er{e)- in 1 
und -liad in 2 und der einmal in einer kontinentalen hs. begegnen- 
den kürzung M^H = 'episcopus' : '"spercedh tibuai Erhad ebiscopus, 
übersetzt 'assequitur viam caniculae Erhadus episcopus' als legende, 
bestimmt eine szenische darstellung waidmännischen Charakters auf 
einem geschmückten gerate, vermutlich reliquienschrein, zu dem sich 
die bronze als dachbeschläge verhielt, zu erläutern, gegenständ 
und inschrift aus antiquarischen und sprachlichen rücksichten ver- 
mutlich ins 10. jahrh. zu verlegen. 

7. Theodor von Grienberger, Urnordisches: Arkiv 29, 
352 — 372. — 1. die zwinge von Vi. gelesen nach der abbildung 
bei Bugge, Bidrag (1906) in der Wortfolge makia — | alajmariha, 
umgeschrieben und gedeutet mit den lexikalischen hilfen: ahd. 
Maacco personenname, german. adjektiva gesteigert mit ala- in 1, 
got. -mereis, als ^Mäkij'a alamärija, name und beiname 'M. der 
allberühmte'; besitzmarke des zur zwinge gehörigen Schwertes. — 
2. die brakteaten 49 und 49 b. die den beiden brakteaten gemein- 
same legende nach abdrücken in zinnfolie und Photographien (dem 
Verfasser gewidmet von Oskar Montelius, Stockholm 10,10 und 
14,10,11), sowie nach älteren abbildungen: [(AjhidnuhlaAdtiuigaR 
eerilaR, erklärt als Verfertigerinschrift, wahrscheinlich des ganzen 
brakteatenstempels *fähidu w(urte) HlädwlgaR erilaR 'die inschrift 
(eventuell gravierung) hat (eventuell *tc(urta) 'habe ich') Hlädwigaß 
erl (Standestitel) angefertigt', datierung um 650. — 3. zum brak- 
teaten von Vadstena (datiert gewöhnlich um 600). der letzte buch- 
btabe dieses fuj)arks — er müßte i^C sein — nicht fehlend, sondern 



XIX. A. Runenkunde. 141 

nur durch einen angelöteten, dreieckigen henkelteil verdeckt, der 
vorausgehende komplex luwatuiva, umgeschrieben in *Lüba-Töba 
kann besonders determinierter personenname 'Tofi mit dem haar- 
schopfe' (an, lüfa!) [möglicherweise aber auch = *lMbafnJ-Tötja 
patronymisch bestimmt *T6fi' (söhn) des Lüfi] sein und den ver- 
fertiger der Inschrift, bez. der gravierung, und eigner des bezüg- 
lichen fuj)arks bezeichnen. — 4. die Inschrift von Huglen (vgl. Jsb. 
1911,19A,23). gelesen nach dem vorgange M. Olsens und zum teil 
nach den abbildungen in seiner Veröffentlichung vom jähre 1911 
berichtigt, eingeteilt und ergänzt: ek gudija UngandiR ihfo), 
d. i. *hiö, übersetzt 'ich gode UngandiR hieb (die Inschrift)', der 
name UngandiR mit beziehung auf die ahd. mit -gangus wechseln- 
den namen auf -gandus erklärt als 'der, der nicht geht', vielleicht 
mit dem sinne 'der unvergängliche', die lesung M. Olsens der 
7ten rune als ng ist nicht zwingend, die annähme schon urnordischer 
Umbildung des suffixes -inga zu -ingan nicht bewiesen. 

8. Theodor Hjelmqvist, Punkterad /-runa i svenska run- 
minnesmärken: Arkiv 29,80 — 83. — das wort finfipir auf dem 
steine von Bländinge hat an zweiter stelle eine punktierte /-rune 
und ist daher finvipir nicht nur zu lesen, sondern auch zu trans- 
literieren. 

9. Norges Indskrifter indtil Reformationen udgivne for det 
Norske historiske Kildeskriftfond. F0rste Afdeling : Norges Ind- 
skrifter med de seldre Runer udgivne . . . ved Sophus Bugge. 
Indledning: Runeskriftens Oprindelse og seldste Historie. Christiania 
1905—1913. X,224 ss. 4«. (vgl. Jsb. 1905,4,56; 1906,4,69).— 
enthält nach einleitenden bemerkungen in 7 büchern: 1. Verbreitung, 
reihenfolge, formen und lautwerte der runen. 2. die runennamen. 
3. die runen ursprünglich gotisch; ihr Zusammenhang mit der latei- 
nischen und griechischen schrift. mit 2 exkursen: a) sueus der in- 
schrift von Kylfver, b) die rune Y in ags. münzinschriften. 4. her- 
kunft der runennamen. mit einem exkurs: die irischen buchstaben- 
namen (nicht abgeschlossen). 5. Ursprung der runenzeichen. 6. die 
Verbindungen der Goten mit den Armeniern, abkunft der runen- 
folge (nicht abgeschlossen). 7. die nördliche ausbreitung der runen- 
schrift und ihre älteste geschichte im Norden, mit einem exkurs: 
die Inschrift des brakteaten nr. 65. endlich: anhang und register. 

10. Katalog over . . . Ludv. F. A. Wimmer's bogsamling. 
K0benhavn 1912. — enthält s. 71 — 99: Den indo-europaeiske 
sprogset VIIIB. Runologi, ein Verzeichnis von 526 nummern in 
9 abteilungen: a) die runenschrift im allgemeinen, b) die ältesten 
nordischen runeninschriften. c) die gotischen, germanischen und 
altenglischen Inschriften, d) das jüngere nordische runenalphabet 
und Inschriften mit diesem im allgemeinen, e) die dänischen in- 



142 XIX. A. Runenkunde. 

Schriften, f) die schwedischen inschriften. g) norwegische Man'sche- 
Orknö'ische, schottische und irländische inschriften. h) die jüngsten 
runeninschriftec. i) runenähnliche zeichen und gefälschte runen- 
inschriften. 

11. Kensingtonstenen, Stockholms Dagblad 18,VIII,11, 
nr. 221, s. 10. — notiz nach anderer, gedruckter quelle: die un- 
echtheit der inschrift sei schon in Amerika von George T. Plan 
in den 'Publications of the Illinois State Historical Library nr. 15' 
nachgewiesen worden, die forschungen Flan's führen auf den 1895 
verstorbenen, ehemaligen schwedischen priester Sven Fogelblad, 
der sich des öfteren in der kritischen gegend von Minnesota und 
i. b. bei dem farmer Olof Ohman, auf dessen grund der stein 1898 
gefunden wurde, aufhielt, unter den schwedischen farmern von 
Minnesota als gelehrter mann zu gelten suchte und der runen- 
zeichen nachweislich kundig war (vgl. Jsb. 1910,19A,20 und 24; 
1912,19A,15). 

12. r(riedrich) Kluge, Germanische sprachen: E,eallexikon 
der germanischen altertumskunde hrsg. von Johannes Hoops 2, 
184 — 190(1913). — vf. steht auf dem Standpunkte, das runen- 
zeichen Y (RJ der frühesten inschriften sei als s zu bewerten und 
behauptet, formen wie gastis, hagustaldas, hrahnas gehörten der 
urnord. runischen Überlieferung an. die bezüglichen inschriften 
(Gallehus, Berga, Strand, Järsbärg oder Varnum) enthalten aber 
vielmehr nach der auffassung der besten autoritäten auf diesem 
gebiete die namen und formen: HlewagastiR, SaligasHR, HagustadaR, 
Hara^anaR mit i2, nicht tönendem z, noch weniger mit tonlosem s 
im auslaute. 

13. Friedrich Kluge, Urgermanisch, Vorgeschichte der alt- 
germanischen dialekte. 3. verb. und verm. aufl. Straßburg 1913 
(= Grundriß der german. Philol. 3. aufl. 2), XI,289 ss. — runi- 
sche betreffe an mehreren stellen des buches; vgl. index s. 287. 

14. Marius Kristensen, Pra de danske runestene. NTfFil. 
4de r»kke 1(1912), 13— 18 (vgl. Jsb. 1907,4,203; 1908,4,239). 

15. Arvid Lindhagen, Om nägra gamla regier för beräkning 
af de rörliga kyrkof esterna : Fataburen, kulturhistorisk Tidskrift ut- 
gifven af Bernhard Sahlin 1910, heft 3, s. 129—139. — behandelt 
u. a. das altgutnische Runenkalendarium von 1328. (Fr. Läffler 
briefl. Djursholm 14,10,10.) 

16. Hjalmar Lindroth, Bugge, Rökstenen IIL Stockholms 
Dagblad vom 25 und 26, VIII,1911 (vgl. Jsb. 1910,19A,6). — 
ausführliche besprechung (Fr. Läffler 23,4,12). 

17. Hjalmar Lindroth, Studier över dikterna om runornas 
namn. Arkiv 29,256—295. 



XIX. A. B-unenkunde. 143 

18. Hjalmar Lindroth, Ytterligare tili Rökstenens liuaR- 
furniualtumanurpi: Studier i nord. filol. utg. genom H. Pipping 
111,7(1912); 4 SS. 

19. Rolf Nordenstreng, Gätornas sten (= Rökstenen). Ord 
och Bild, är 21(1912) s. 65 — 74. — darin wird u. a. saktimuk 
mini als *sagum Ygg (= Odni) miwii erklärt (Fr. Läffler 23,4,12). 

20. Rolf Nordenstreng, Vad är syftet med Rökstenens 
inskrift? Studier i nordisk filologi utg. genom H. Pipping 111,9 
(1912), 4 SS. 

21. Adolf Noreen, Altnordische grammatik II: altschwedische 
grammatik mit einschluß des altgutnischen. Halle 1904 (:= Sammlung 
kurz, grammatiken german. dialekte VIII, 2), vgl. Jsb. 1905,4,5. — 
enthält s. 29 — 33, kap. 1, Die runen, eine Übersicht der Schriftarten 
und lautwerte, sowie s. 481 — 502 als anhang II eine auswahl von 
40 wichtigeren schwedischen runeninschrifteu, worunter auch einige 
altgutnische, alphabetisch nach den fundorten geordnet mit datierung, 
epigraphischem text, Umschrift in die literatursprache, deutscher 
Übersetzung und literaturnachweisen endlich ein glossar hierzu 
'runische Wörter' s, 628 — 642. 

22. Curt Rollfuß, Wulfilas Schriftsprache, ein beitrag zur ge- 
schichte des Gotischen, beigäbe zum jsb. des Wettiner gymnasiums 
zu Dresden 1912 — 13. Dresden 1913. 4^ 28 ss. — runische be- 
lange mehrfach: ss. 5, 18 — 25, 27, 28. vf. meint s. 19: 'ihrem 
alter nach reichen die uns überlieferten runen in das 1. jahrh. nach 
u. z. . . . nach ihrer form reichen die runen des fu{)ark in das 
6. jahrh. vor unserer Zeitrechnung, die runen stimmen mit den 
griech. schriftzeichen des 6. jahrhs. vor unserer Zeitrechnung, und 
zwar in der westgriechischen, Eleischen fassung überein', das er- 
hebt doch die tafel s. 21 keineswegs zur evidenz und die s. 19 
abgegebene äußerung, daß die (gotische) Inschrift des speerblattes 
von Kowel Tilarlds aus dem 4., vielleicht sogar 3. (soll offenbar 
heißen 'aus dem 3., vielleicht sogar 4.'!) jahrh, vor unserer Zeit- 
rechnung stamme, ist wenig geeignet, die gedankengänge des vf.s als 
wissenschaftlich verwertbar erscheinen zu lassen. 

23. P. G. Wistrand, Ättartal hos Sveriges allmoge: Fata- 
buren, kulturhistorisk tidskrift utgifven af Bernhard Salin, 1909, 
heft 2, s. 101 — 108. — enthält u. a. die abbildung einer 'ätte- 
klubba' (geschlechtskeule) aus Elfdalen (Dalekarlien) mit genea- 
logischen aufzeichnungen : nameninitialen und Jahreszahlen 1699 — 
1731, zum teil in runen und besprechung eines runenkalendariums 
aus Mora (Dalekarlien), 17tes jahrh., mit genealogischen, doch nicht 
in runen geschriebenen vermerken (Fr. Läffler 14,10,10). 

24. Besprechungen von in früheren Jahrgängen verzeichneten 
werken: 1. Achille Burgun, Nogen bemerkninger til Fonnaas-spsen- 



144 'KJX. B. Schriftkunde. — XX. Latein. 

dens indskrift 1911,19A,4: Finnur Jönsson, NTfFil. 4 de rsekke 
I(1912),35. 2. Ludv. F. A. Wimmer, De danske Runemindesmserker 
I— IV 1902,4,77; 1904,4,22; 1905,4,59; 1908,4,238: Erik Brate, 
Arkiv 29,181—193. 

von Grienberger. 



XIX. B, Schriftkunde. 

1. R. V. Lichtenberg, Buchstabenreihe und mythos. Memnon 
7,84 — 101. — 'buchstabenschrift und mythos sind uraltes geistiges 
eigentum der Arier; die buchstabenreihe wurde nach den motiven 
des mythos geordnet und diente nur religiösen zwecken, die buch- 
staben sind mythische Symbole, von Kreta aus kam das aiphabet 
zu den nichtarischen Völkern Vorderasiens, und die Griechen waren 
die ersten Arier, die infolge des Verkehrs mit diesen Völkern ihre 
buchstaben auch dem leben des alltags dienstbar machten.' ich 
fürchte, die ausführungen des vf.s sind auch nur als mythos zu 
bewerten. 

2. Schon früher besprochen: 1. E. Petzet u. 0. Glauning, 
Deutsche schrifttafeln, abt. 1, 2, 3. — vgl. Jsbb. 1910, 1911, 
1912,19B,1; bespr. von Jos. Seemüller, AfdA. 36,233—237; 2. abt. 
von Paul Lehmann, BbGw. 48,526 — 527; von E. Heydenreich, 
ZfGw. 66,756; von A.B., ZfRw. 28,34; von R. Petsch, Archiv 130, 
233 — 234. — 2. G. Mentz, Handschriften der reformationszeit. — 
vgl. Jsb. 1911,19B,4; bespr. von König, Hist. jb. 34,219—220 und 
von H. V, Caemmerer, Mitt. a. d. hist. lit. 41,83 — 84. 

Sigmund Feist. 



XX. Latein. 

A. Mittellatein. 1. Allgemeines. 2. Einzelne autoren. — B. Humanismus. 
1. Allgemeines. 2. Einzelne autoren. 

A. Mittellatein. 

1. Allgemeines. 

Handschriften. l. J. M. Hulakovsky, Abbreviaturae 
vocabulorum usitatae in scripturis praecipue latinis aevi medii, 
tum etiam slavicis et germanicis. Pragae, Taussig. XIV,78 s, — 
anastatischer neudruck der ausgäbe von 1852. 

2. Frz. Ehrle, Nachträge zu den drei ältesten päpstlichen 
bibliotheken. Festschrift für A. de Waal, Römische quartalschrift, 



XX. A. Mittellatein. 145 

Supplementheft 20,337 — 369. — von großer bedeutung namentlich 
der 3. abschnitt, der von der avignonensischen bibliothek handelt. 

3. Fr. Steffens, Die abkürzungen in den lateinischen hand- 
schriften des 8. und 9. jahrhs. in St. Gallen. Zbl. f. bibliotheks- 
wesen 30,477—488. 

4. A. Sorbelli, Inventar! dei manoscritti delle biblioteche 
d'Italia, tomo 18 e 19. Forli, Bordandini. 1912. 2 bde. 217 u. 
232 8. 20 frcs. 

5. Wilh. Levison, Aus englischen bibliotheken. NA. 38, 
645 — 664. — 1. eine geschichte der päpste aus cod. A. 42 des 
domkapitels in Canterbury; 2. zu den Annnales Romani aus 
Arundel 390. 

6. W. Weinberger, Handschriften mährischer provenienz 
in der Wiener hofbibliothek. Zs. f. gesch. Mährens u. Schlesiens 
17,339—341. 

7. Herm. Meyer, Mittelalterliche bibliotheksordnungen für 
Paris und Erfurt. AKultG. 11,152—165. 

8. Amorbach. Frz. J. Bendel, Die handschriften und in- 
kunabeln der ehemaligen abtei Amorbach. Stud. u. mitteilgn. 
GBenediktinerordens 33,536—542, 690—706. 

9. Barcelona. Zacar. Garcia Villada, Formularios de las 
bibliotecas y archivos de Barcelona. Institut d'estudis catalans. 
Any 4,533—552. 

10. Cambridge. M. Rhodes James, A descriptive cata- 
logue of the mss. in the library of St. Johns College Cambridge. 
Cambridge, University press. 389 s. 13,75 m. 

11. M. Rhodes James, A descriptive catalogue of the mss. 
in the library of Corpus Christi College Cambridge. Cambridge, 
University press. 2 bde. 45 sh. 

12. Catania. G. M. Zamburini, I manoscritti della r. 
biblioteca Ventimiliana di Catania. Archivio stör. Sicilia orient. 
10,237—244. 

13. Chicago. Edg. J. Goodspeed, A descriptive catalogue 
of manuscripts in the Libraries of the university of Chicago. 
Chicago, University press. XI,128 s. 4,25 m. — 44 lateinische 
hss., darunter Albertus M. de honüne; epistola conventus Carthu- 
siensis Erfordiae 1441 ; Isidorus contra judaeos. 

14. D eventer. M. E. Kronenberg, De bibliotheek van 
het Heer-Elorenshuis te Deventer. Nederlandsch archief kerkgeschie- 
denis n. s. 9,150 — 164, 252 — 300. — versuch einer rekonstruktion. 

15. A. Hulshoff, De bibliotheek van het Heer-Elorenshuis 
te Deventer, Nederl. arch. kerkgeschied. n. s. 9,313 — 322. 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) II. Teil. 10 



146 XX. Latein. 

16. Dublin. Mario Esposito, Notice sur deux manuscrits 
de la bibliothfeque de Trinitj^ College ä Dublin. Revue de biblio- 
thfeques 23,374—380. — betrifft die sammelhss. E. 5. 2 u. E. 4. 19. 

17. Erlangen. El. v. Steinmeyer, Die jüngeren hand- 
schriften der Erlanger Universitätsbibliothek, anläßlich der ein- 
weihung des neuen bibliotheksgebäudes verzeichnet. Erlangen, 
Junge u. söhn. IV,241 s, 

18. Florenz. Athanas Lopez, Descriptio codicum Francis- 
canorum bibliothecae Riccardianae Florentiae. Arch. Franc, histor. 
6,156—167, 328—337, 748—758. 

19. Haag. Wilh. Levison, Handschriften des museum 
Meermanno-Westreenianum im Haag. NA. 38,503 — 524. 

20. Haarlem. B. Kruitwagen, Catalogus van de hand- 
schriften en boeken van het bischoppelijk museum te Haarlem. 
Amsterdam, C. L. van Langenhuysen. XIX,326 s. 

21. Madrid. Catalogo de los Codices latinos de la r. biblio- 
teca del Escorial. vol. 3. L. 1,2— R. 111,23. Madrid. 560 s. 30 m. 

22. Mainz. Fritz Schillmann, Wolfgang Trefler und die 
bibliothek des Jakobsklosters zu Mainz, ein beitrag zur literatur- 
und bibliotheksgeschichte des ausgehenden mittelalters. Beihefte 
Zbl. bibliothekswesen 43. Leipzig, Harrassowitz. VIII, 227 s. 12 m. 
— Trefler aus Augsburg, einem mönche des Jakobsklosters, ver- 
danken wir eine abschrift des bücherverzeichnisses der bibliothek 
von 1186 und eine solche von 1444, denen er eine hauptsächlich 
auf Trithemius beruhende literaturgeschichte des mittelalters hinzu- 
fügte. — bespr. P. Lehmann, DLz, 35,1485—1486. 

23. F. W. E. Roth, Aus handschriften der Mainzer stadt- 
bibliothek. NA. 38,572 — 580. — darunter sacramentarium Gre- 
gors d. gr. 9. — 10. jahrh.; vita Ludovici comitis in Arnstein; brief- 
sammlung des propstes Ulrich v. Steinfeld, 13. jahrh.; die größere 
vita des Godfrid von Kappenberg, 13. jahrh.; regulen des levens 
15. jahrh.; Heinr. Seuses werke 15. jahrh. 

24. Marienfeld. Herm. Degering, Der katalog der biblio- 
thek des klosters Marienfeld vom jähre 1185. = Beiträge z. biblio- 
thekswesen, Schwenke gewidmet. Berlin, Breslauer. s. 53 — 64. 
abdruck des katalogs mit literarhistorischen erläuterungen. 

25. Melk. Karl Uhlirz, Der Melker Schreiber Hermann 
Otto. Mitt. instit. österr. geschichtsforschg. 9. ergänzgsbd. 34 — 50. 

26. Namur. H. Lippens, Descriptio codicum Francis- 
canorum bibliothecae musaei Namurcensis. Archiv, franc. histor. 
6,546—556. 

27. Paris. H. Omont, Nouvelles acquisitions du departe- 
ment des manuscrits de la bibliotheque nationale pendant les 



XX. A. Mittellatein. I47 

annees 1911 — 1912. Biblioth. de l'ecole d. chartes 74,1 — 64. 
auch separat. Paris, Leroux. 64 s. 

28. C. Köhler, Catalogue des manuscrits de la bibliotheque 
Saint-Genevieve. Supplement. Paris, Plon-Nourrit. 99 s. 

29. Pontremoli. P. Ferrari, Una biblioteca Pontremolese 
del secolo XV. Giornale stör. d. Lunigiana 4,48 — 55. — bibliothek 
des Nicodemo Trincadini, der als Sekretär in diensten des Franc. 
Sforza stand. 

30. Sarzana. A. Neri, Intorno ai protocolli dei Griffi. 
Giornale stör. d. Lunigiana 5,15 — 36. — enthält ein bücherver- 
zeichnis aus Sarzana aus dem 14. und 15. jahrh. 

31. Seitenstetten. Rud. Wolkan, Aus den handschriften 
des Benediktinerstiftes Seitenstetten. Österr. zs. bibliothekswesen 
17,1 — 6. — hss. bis zum 15. jahrh. 

32. Venedig. C. Coggiola, Due inventari trecenteschi 
deUa biblioteca del convento di s. Domenico di Castello in Venezia. 
Rivista d. biblioteche 23,85—121. — inventare von 1381 u. 1399. 

33. Wolfenbüttel. C. v. Heinemann, F. Koekler, 
0. Milchsack, Die handschriften der herzoglichen bibliothek zu 
Wolfenbüttel. 4. abt., 9. bd. die Gudischen handschriften, die 
giiechischen handschriften, die lateinischen handschriften. Wolfen- 
büttel, J. Zwissler. XXII,292 s. 7 tafeln. 16 m. 

34. Würzburg. Albei-t Poncelet, Catalogus codicum hagio- 
graphicorum latinorum bibliothecae universitatis Wirziburgensis. 
Analecta Bollandiana 32,408 — 438. 

Bibel. 35. J. Wordsworth and H. J. White, Novum 
testamentum domini nostri Jesu Christi latine secundum editionem 
sancti Hieronymi ad codicum manuscriptorum fidem recensuit. 
2. part. 1. Epistula ad Romanos. Oxford, Clarendon press. 
152 s. 10/6. 

36. Collectanea biblica latina cura et studio monachorum s. 
Benedict!. Roma, Pustet, vol. 1. Liber psalmorum iuxta anti- 
quissimam latinam versionem ex Casinensi cod. 557 curante Am- 
brosio Amelli in lucem profertur. XXXIV, 175 s. 4 taf. 6,50 m. 
— bespr. S. Colomba, Didaskaleion 2,505 — 509. — vol. 2. Codex 
Rhedigeranus. die 4 evangelien nach der lateinischen handschrift 
R. 169 der stadtbibliothek Breslau, hrsg. von H. J. Vogels. XL VI, 
301 s. 3 taf. 9 m. — bespr. C. Weyman, Hist. jb. 34,874—875. 
vol. 4. P. Capelli, Le texte du psautier latin en Afrique, XI, 
267 s. 8 m. — bespr. De Bruyne, Revue Benedict. 31,190 — 192. 
Civiltä cattol. 1913, vol. 3,468—473. 

37. F. Aman, Die bibel Sixtus V. ein überblick über ihre 
geschichte mit neuem quellenmaterial aus dem Venezianischen Staats- 
archiv, progr. Freiburg i. B., Bertholdsgymn. 31 s. 

10* 



148 XX. Latein. 

38. H. Höpfl, Beiträge zur geschichte der Sixto-klemen- 
tinischen vulgata nach gedruckten und ungedruckten quellen. Frei- 
burg i. B., Herder. XVI,340 s. 9 m. = Biblische Studien, 18. bd. 
heft 1—3. — bespr. H. Vogels, Hist. jb. 35,202—203. 

39. J. B. Nisius, Weitere venezianische dokumente in 
Sachen der Sixtusbibel. Zs. f. kath. theol. 37,878—889. 

40. X. M. Le Bachelet, La bible sixtine. Etudes, tome 
136,658—662. 

41. E. Rosa, La volgata sistina del 1590 e gli dispacci 
deir ambasciatore veneto. Civiltä cattolica 1913, vol. 3,579 — 591. 

42. F. M. J. Lagrange, Une nouvelle edition du Nouveau 
Testament. Revue bibl. Internat. 10,481 — 524. 

Hymnologie. 43. J. Mearns, Early latin hymnaries, an 
index of hymns in hymnaries before 1100. with an appendix from 
later sources. Cambridge, University press. XX, 107 s. 5/-. — 
mit der Photographie einer seite aus einem um 890 in S. Maxim 
in Trier geschriebenen psalterium, das sich in englischem besitz 
befindet. 

44. Ulysse Chevalier, Repertorium hymnologicum. Analecta 
Bolland. 32, suppl. 33—176. 

45. Clem. Blume, Hymnologie und kulturgeschichte des 
mittelalters. Festschrift f. Gr. v. Hertling 117 — 130, 

46. C. Weyman, Neue quellenliteratur über altchristliche 
und mittelalterliche hymnen. Literar, rundschau 39,304 — 312, 
357—362. 

Bichtnng. 47. L. Frati, Una poesia ritmica studentesca 
medievale. II libro e la stampa 7,1 — 4. über das gedieht: sco- 
lares pugilares s. 14 nach cod. 147 der univers. biblioth. Bologna. 

48. Oluf Kolsrud og Georg Reiß, Tvo norr0ne latinske 
kvaede med melodiar utgjevne fra codex Upsalensis C. 233 sae- 
culi 18. exeuntis. Kristiania, Dywald. 88 s. — Skrifter utgit 
av vjdenskapsselskapet Kristiania. IL hist. filos kl. 1912, nr. 5. 
— beschreibung des cod. nebst abdruck der beiden gedichte: 
Nobilis humilis magne martir auf den hl. Magnus und Ex te lux 
oritur o dulcis stabilis auf die hochzeit des königs Erik 1281. 

49. Carlo Pascal, Ennio nel medio evo. Athenaeum 1, 
373—381. 

50. Ettore Bignone, Per la fortuna di Lucrezio e dell' 
epicureismo nel medio evo. Rivista di filologia class. 41,230 — 259. 

51. P. V. Winterfeld, Deutsche dichter des lateinischen 
mittelalters, hrsg. und eingeleitet von H. Reich. München, Beck. 
XX,542 8. 8,50 m. — bespr. K. Strecker, DLz. 35,3077—3081. 



XX. A. Mittellatein. 149 

52. Friedr. Seiler, Deutsche Sprichwörter in mittelalterlicher 
lateinischer fassung. ZfdPh. 45,236—291. 

53. Paola Ferretti, II cursus metrico o il ritmo delle 
melodie gregoriane. Roma, tipografia del senato. 269 s. 6 1. 

54. L. Laurand, Ce qu'on sait et ce qu'on ignore du cursus. 
Le musee Beige 17,92—107. 

55. L. Laurand, Le cursus dans les hagiographes domini- 
cains. Anal. Bolland. 32,274 — 277. — wird bei ihnen häufig 
benützt. 

56. Franc, di Capua, II 'cursus' e le clausule metriche da 
osservarsi nella riforma e nella compilazione degli 'oremus' e delle 
prose liturgiche. Monza, Artigianelli. 80 s. 1. 1. 

57. J. Chapman, The metrical clausula of Papias. Revue 
Benedict. 30,221—225. 

Sprachliches. 58. Jos. Bruch, Der einfluß der germa- 
nischen sprachen auf das Vulgärlatein. Heidelberg, C. Winter. 
XII,203 s. 5 m. = Sammlung roman. elementar- und handbücher. 
5. reihe. Untersuchungen und texte. 1. — bespr. W. Brückner, 
ZffrzSpr. 41,1—10. 

59. Max Niedermann, Über einige quellen unserer kenntnis 
des späteren Vulgärlateinischen. NJb. 29,313 — 342. 

60. Stephan Brassloff, Beiträge zum Juristenlatein. Philo- 
logus 72,298—308. 

61. G. Schreiber, Untersuchungen zum sprachgebrauche 
des mittelalterlichen oblationenwesens. ein beitrag zur geschichte 
des kirchlichen abgabewesens und des eigenkirchenrechts. Wöris- 
hofen, Wagner. 56 s. 

62. Wilh. Padberg, Der vocabularius breviloquus und seine 
bedeutung für die lexikographie des ausgehenden mittelalters. diss. 
München 1912. 

63. Paul Krüger, Bedeutung und entwicklung der salutatio 
in den mittelalterlichen briefstellern bis zum 14. Jahrhundert, diss. 
Greifswald. 91 s. 

64. Paulus, Zum Verständnis eigentümlicher ablaßurkunden. 
Hist. jb. 34,295—327. 

65. Pollard, 'Contementum' in Magna carta. The English 
histor. review 28,117—118. 

66. Eug. Rosenstock, 'Synodalis'. NA. 38,307—309. 

67. D. Schaefer, Consilio vel judicio, mit minne oder mit 
recht. SB. preuß. akad. d. wiss. 719—732. 

68. Aurigo Solmi, La formula della 'Mancipatio' nei docu- 
menti piacentini del secolo VIII. Archiv, stör. itai. 71,2,225 — 270. 



150 ^^- Latein. 

69. Michael Auner, Scolaris, scolasticus und rector schola- 
rum. KblSiebLk. 36. 

70. W. Meyer, Spanisches zur geschichte der ältesten mittel- 
lateinischen rhj^thmik. Nachrichten d. ges. wiss, Göttingen, phil.- 
hist. kl. 104—175. — bespr. C. Weyman, Hist. jb. 34,686—687. 

71. W. Meyer, Über die rhythmischen preces der mozara- 
bischen liturgie. Nachrichten d. ges. wiss. Gröttingen, phil.-hist. kl. 
177 — 222. — bespr. C. Weyman, Hist. jb. 34,934. 

72. Dom. J. Je annin, La pronunciation romaine du latin. 
polemique, histoire, pratique. Bourges, Tardy-Pigelet. 48 s. 1 fc. 

Literaturgeschichte. 73. A. v. Weissembach, Quellen- 
sammlung zur geschichte des mittelalters und der neuzeit. 1. teil, 
quellen zur geschichte des mittelalters bis zur mitte des 13. Jahr- 
hunderts. Leipzig, Köhler. XII,235 s. 5,75 m. 

74. D. G. Morin, Etudes, textes, decouvertes. contributions 
ä la litterature et a l'histoire des douzes premiers siecles. tome 1. 
Abbaye de Mardsous. Paris, Picard. XII, 526 s. — bespr. C. Wey- 
man, Hist. jb. 35,187—188. 

75. A. Noyon,Inventaire des ecrits theologiques duXII. siecle 
non inseres dans la Patrologie latine du Migne. Revue d. biblio- 
theques 23,297 — 319, 385 — 418. — reiches material. 

76. Giorgio Rossi, Alcune poesie medioevali latine sulla 
guerra di Troia. Scritti varii in onore di R. Renier 723 — 735. 

77. Paul Lehmann, Literaturgeschichte im mittelalter. German. 
roman. monatsschrift 4,569 — 582, 617 — 630. — gute übersieht über 
eine bisher noch nicht im Zusammenhang beantwortete frage. 

78. C. Pascal, Varietä medievali ed umanistiche. Athe- 
naeum 1,17,36. — 1. Carmina de ponderibus; 2. de musis; 3. ver- 
sus de fortuna; 4. de numero; 5. sentenze sugli avari; 6. de potu 
et de mensa; 7. de feminarum conditionibus; 8. sentenze. 

79. L. F. Salzmann, More mediaeval byways. I. Memories; 
II. Deceivers ever; III. Pilgrims. British review 1913,1,93 — 106; 
2,125—135; 3,92—103. 

80. M. de Wulf, Geschichte der mittelalterlichen philosophie. 
autorisierte deutsche Übersetzung von R. Eisler. Tübingen, Mohr. 
XVI,461 8. 12,50m. — bespr. A. Pelzer, Hist. jb. 35,388—390; 
P. Minges, Philos. jb. 27,224—227. 

81. Walther Schulz, Der einfluß der gedanken Augustins 
über das Verhältnis von ratio und fides in der theologie des 8. und 
9. jahrhs. ZfKirchg. 34,323—359. — bespr. Otto Scheel, DLz. 
34,2766—2767. 

82. A. Rohner, Das Schöpfungsproblem bei Moses Maimo- 
nides, Albertus Magnus und Thomas von Aquino. Münster, Aschen- 



XX. A. Mittellatein. 151 

dorff. XII, 140 s. 4,75 m. = Beiträge z. gesch. d. philosophie, 
XI,5. — bespr. Matth. Meier, Hist, jb. 34,922—923. 

83. Edm. Schreiber, Die volkswirtschaftlichen anschauungen 
der Scholastik seit Thomas von Aqiiino. Jena, Fischer. VIII, 
427 s. = Beiträge z, nationalökonomie 1. bd. 

84. J. de Grhellinck, Dialectique et dogme aux X. — XII. 
siecles. Beiträge z. gesch. d. philosophie, suppl. s. 79 — 99. 

85. J. de Ghellinck, La litterature polemique durant la 
querelle des investitures. Revue d. questions histor. n. s. 49,71 — 89. 

86. Fred. Ozanam, Les poetes franciscains en Italie au 
13. siecle; avec un choix de petites fleurs de saint Franpois tra- 
duites de l'italien suivis de recherches nouvelles sur les sources 
poetiques de la divine comedie. 7. edit. Lyon, Vitte. 419 s. 

87. Livar. Öliger, Documenta inedita ad historiam frati- 
cellorum spectantia. Arch. f ran eise. hist. 6,267 — 290. 

88. Oswald Holder-Egger, Zur kritik minori tisch er ge- 
schieh tsquellen. NA. 38,483 — 502. — 1. über den catalogus gene- 
ralium ministrorum ordinis fratrum minorum; 2. der bericht des 
speculum vitae s. Francisci über den generalmeister Elias. 

89. L. Wo hieb. Die lateinische Übersetzung der Didache 
kritisch und sprachlich untersucht mit einer Wiederherstellung der 
griechischen vorläge und seine komposition. Paderborn, Schöningh. 
142 s. 6 m. = Studien z. gesch. u. kultur bd. 7, heft 1. 

90. Alfr, Hilka, Neue beitrage zur erzählungsliteratur des 
mittelalters. die compilatio singularis exemplorum der handschrift 
Tours 468, ergänzt durch eine Schwesterhandschrift Bern 679. 
s.-a. aus 90. Jahresber. d. schlesisch. gesellsch. vaterl. kult. Bres- 
lau, Aderholz. 24 s. — abdruck von 20 erzählungen; die wichtige 
Sammlung soll demnächst vollständig herausgegeben werden. — 
bespr. M. Manitius, Wschr. 30,1235—1236; J. Klapper, DLz. 
34,2912—2914. 

91. Napol. de Pauw, La vie intime en Flandre au moyen 
äge. Bulletin commiss. d'histoire de Belgique 82,1 — 96. — sehr 
interessante mitteilungen aus 2 formelbüchern des 13. u. 14. jahrhs. 

92. Gonz. True, Sur la litterature au moyen äge. Le public 
et les Sujets. La revue du mois 8,184 — 218. 

93. Hjalmar Crohns, Die bewertung der frau unter dem 
einfluß der coelibatsidee im ms. lat. 15 970 der bibliotheque natio- 
nale (Stephanus de Borbone de diversis materiis prudicubilibus). — 
Acta soc. scient. Fennicae. Helsingfors. 45, nr. 1. 29 s. Im. 

94. A. Hilka und W. Söderhjelm, Vergleichendes zu den 
mittelalterlichen frauengeschichten. Neuphil ol. mitt. 1913,1 — 22. 



152 XX. Latein. 

95. E. Faral, Recherches sur les sources latines des contes 
et romans courtois du moyen äge. Paris, Champion. XI, 431 s. 
10 frcs. — bespr. -bh-, Cbl. 65,1143—1144; E. Langlois BibUoth. 
6cole chartes 75,106— 109; E. Bourciet, Rev. crit. 77,129—130; 
A. Guesuon, Moyen äge 26,423 — 426. — sehr bedeutende arbeit. 

96. F. Hermanin, Bilder aus dem italienischen Volksleben 
des mittelalters. Deutsche rundschau 156,217 — 237. 

97. Gr. G. Coultan, Monastic schools in the middle ages. 
The contempor. review 103,818—828. 

98. Vi ct. Friedr. Büchner, Merovingica. diss. Amsterdam, 
Meulenhoff. 111 s. — inhalt: 1. quid de eruditione Gregorii 
Turonensis atque aetatis eius hominum censendum sit; 2. de hagio- 
graphicis Gregorii scriptis; 3. de moribus Merovingicae aetatis 
praecipue locis Fortunateis illustratis. — bespr. C. Weyman, 
Hist. jb. 34,687—688; G. Kurth, BBMB. 17,370; F. Lehmann, 
DLz. 35,209—210; P. Grillet, Revue crit. 71,310—311. 

99. B. Baedorf, Untersuchungen über die heiligenleben der 
westlichen Normandie der diözesen Avranches, Coutances, Bayeux 
und Seez. diss. Bonn. 148 s. — bespr. G. Morin, Revue 
Bened. 31,199—200; H. Moretus, Anal. Bolland. 33,89 — 90. — 
die meisten stammen aus späterer zeit und sind anonym, gründe der 
abfassung sind der erbauliche zweck, die absieht, der betreffenden 
kirche ein hohes alter zu geben oder ihre anspräche zu sichern; 
für den geschichtsschreiber bieten sie wenig ausbeute, mehr für 
die geistesgeschichte. 

100. G. Boelkow, Die anschauungen zeitgenössischer autoren 
über Heinrich III. im Zusammenhang mit den theorien Augustins, 
der Sibyllinischen prophetie und der apokalypsiskommentare. diss. 
Greifswald. 97 s. 

101. G. Werdermaun, Heinrich IV., seine anhänger und 
seine gegner im lichte der augustinischen und eschatologischen ge- 
schieh tsauffassung des mittelalters. diss. Greifswald. 164 s. 

102. B. Öernik, Das schrift- und buchwesen im stifte 
Klosterneuburg während des 15. jahrhs. Jb. stift Klosterneuburg 
5,97 — 176. 

2. Einzelne autoren. 

Abaelard. 103. B. Schmeidler, Der briefwechsel zwischen 
Abaelard und Heloise eine fälschung? AKultG. 11,1 — 30. — der 
briefwechsel ist von Abaelard selbst abgefaßt, eine fortsetzung 
seiner historia calamitatum, eine selbstdarstellung des romans von 
Abaelards leben in form eines briefwechsels. 

104. B. Schmeidler, Der briefwechsel Abaelards mit Heloise 
eine fälschung? Mitt. deutsch, ges. Leipzig 11,141 — 144. 



XX. A. Mittellatein. I53 

105. Bernh. Geyer, Die Stellung Abaelards in der universalien- 
frage nach neuem handschriftlichen texte, festgabe für Cl. Bäumker 
101 — 127. — zeichnet seine Stellung auf grund seiner wieder auf- 
gefundenen glossulae super Porphyrium in der hs. 6 der stadt- 
bibliothek Lunel und einer hs. der Ambrosiana in Mailand. 

Adelard VOU Bath. 106. Ch. H. Haskins, Adelard of 
Bath and Henry Plantagenet. Engl, histor. review 1913,515— 516. 

Afralegeude. 107. 0. Riedner, Der geschichtliche wert 
der Afralegende. Kempten, Kösel. VIII,86 s. Im. — die legende, 
die sich an die daten des martyrologium Hieronymianum anschließt, 
entstand im 7. — 8. jahrh. — bespr. G. Pick er, Zs. f. kirchengesch. 
34,310; B. Kr., NA. 39,212—213. 

Alberich. 108. R. Rasch ke. De Alberico mythologo scripsit. 
Breslau, Marcus. 164 s. 6,80 m. = Breslauer philolog. abhandl. 
45. heft. — bespr. C. Weyman. Hist. jb. 34,448—449. 

AlbertamiS TOU Brescia. 109. Aldo Checchini, Un giu- 
dice del secolo 13: Albertano da Brescia. Venezia, Perrari. 77 s. 
— bespr. P. N., Archivio stör. Lombarde s. 4,20,244 — 245. 

Albertus Magnus. 110. B. Alberti magni commentarii in 
librum Boethii de diyisione editio princeps. recensuit Pr. Paulus 
Maria de Loe. Bonn, Hanstein. 111,91 s. 6 taf. 4 m. — bespr. 
M. Grabmann, Allg. Litbl. 23,6; Leop, Gaul, Philos. jb. 27, 
222—223. 

111. R. Stapper, Eine angeblich von Albertus magnus ver- 
faßte ars praedicandi. Kirchengesch. festgabe für A. de Waal 
388—402. 

112. Adolf Dyroff, Über Albertus von Sachsen, festgabe 
f. Bäumker 319—346. 

113. J. Ant. Endres, Chronologische Untersuchungen zu den 
philosophischen kommentaren Alberts d. gr. Abhandlungen, von 
Hertling gewidmet, 95 — 108. 

114. Leop. Gaul, Alberts des großen Verhältnis zu Plato. 
eine literarische und philosophiegeschichtliche Untersuchung. Münster, 
Aschendorff. IX, 160 s. 5,40 m. = Beiträge z. gesch. d. philo- 
sophie 12. bd., 1. heft. 

115. Wilh. Schenz, Deutung und bedeutung der schluß- 
schrift des sei. Albertus magnus über die anhänglichkeit an gott. 
Abhandlungen, von Hertling gewidmet 86 — 95. 

Alcuin. 116, G. Morin, Une restitution en faveur d'Alcuin, 
Rev. Bened. 30,458 — 459. — der kommentar Pseudo-Rufins über 
die ersten 75 psalmen ist wahrscheinlich ein werk Alcuins. 

117. Heinr. Brewer, Der pseudo-rufinische kommentarius in 
75 psalmos, ein werk Alcuins. Zs. f. kathol. theol. 38,668 — 675. 



154 2iX. Latein. 

Aldhelmus. 118. Aldhelmi opera edidit R. Ehwald. fasci- 
culus I. Bei'lin, Weidmann. 323 s. = Monumenta Grermaniae liist. 
auctores antiquissimi. tomus 14. pars 1. — bespr. C. Weyman, 
Hist. jb. 35,247; Cbl. 63,304. 

Alexander TOII Haies. 119. Parthen. Minges, De rela- 
tione inter prooemium summae Alexandri Halensis et prooemium 
summae Guidonis abbatis. Archiv, franc. hist. 6,13 — 22. 

120. Parthen. Minges, Philosophiegeschichtliche bemerkungen 
über die dem Alexander von Haies zugeschriebene summa de virtu- 
tibus. = Beiträge z. gesch. d. philos. Supplement 129 — 138. — der 
vf. ist nicht Alexander, vielleicht Wilhelm von Melitone. 

Alfanus. 121. G. Palco, Süll' autenticitä. delle opere di 
Alfano. BuUettino d. istit. stör. ital. 32,1 — 6. 

122. G. Palco, Un vescovo poeta del secolo XI.; Alfano 
di Salerno. Archivio d. soc. romana di storia patria 35,439 — 481. 

123. Bruno Alb er s, Verse des erzbischofs Alfanus von 
Salerno für Monte-Cassino. NA. 38,667 — 669. — Sinnsprüche des 
erzbischofs für die bilder, mit denen abt Desiderius das atrium der 
kirche hatte schmücken lassen aus cod. 280 des archivs von Monte- 
Cassino. 

Alfred von Sareshel. 124, Clem. Bäumker, Die Stellung 
des Alfred von Sareshel (Alfredus Anglicus) und seiner schrift de 
motu cordis in der Wissenschaft des beginnenden 13. Jahrhunderts. 
München, Franz. 64 s. 1,20 m. = Sitzungsber. d. bair, akad. d. 
wiss. philos. kl., 9. abhdlg. 

S. Ambrosius. 125. S. Ambrosü opera. pars 5. expositio 
psalmi 118. recensuit M. Petschenig. Wien, Tempskv. XII, 
359 s. ::= Corpus Script, eccles. latin. 62. 

Annaten. 126. Siegm. Hellmann, Einhard, Rudolf, Megin- 
hard. ein beitrag zur frage der annales Puldonses. Hist. jb. 34, 
40 — 64. — gegen M.Jansen, ebenda 33, 101 — 103; vgl. E. Stengel, 
Archiv f. Urkundenforschung 5,151 ff, 

127. Amb, Heysse, L'auteur des 'annales Gandenses', re- 
ponse ä l'article de m. de Pauw: note sur le vrai nom du minorite 
de Gand. Arch. Franc, hist, 6,234 — 241. 

128. Friedr. Kurze, Die karolingischen annalen bis zum 
tode Einhards. Berlin, Luisengj'mn. progr. 62 s. — ausführ- 
liche darlegung seiner ansichten von der entstehung und entwick- 
lung der annalen und auseinandersetzung mit seinen kritikern. — 
bespr. A. W., Hist. zs. 112,424—425. 

129. Herm. Bloch, Über die sogenannten 'Marbacher annalen', 
NA. 38,297—306. — gegen Haller 1912,20,64, dessen versuch, 
die entstehung des schwierigen werkes neu zu erklären, 'durchaus 
mißlungen' ist. 



XX. A. Mittellatein, 155 

130, Otto Oppermann, Zur entstehnngsgeschiclite der soge- 
nannten Marbacher annalen. Mitt. d. instit. f, österr. geschichts- 
forschung 34,561 — 595. — Bloch hat recht, daß die hs. der an- 
nalen von einem Neuburger mönch herrührt, der 1240 arbeitete; 
ihr Verfasser ist mit Haller propst Friedrich, der fortsetzer der 
8traßburger domkustos Arnold von Bürglen, — bespr. A. Hof- 
meister, NA. 39,559: 'Oppermanns durch keine methode ge- 
zügelte Spekulation bewegt sich auf einem rettungslosen Irrweg,' 

131, Karl Uhlirz, Das Admonter bruch stück einer abschrift 
der Melker annalen. NA. 38,543 — 549, 

132, Siegm. Hellmann, Die Weingartner annalen. ZGesch, 
Oberrhein n. f, 28,185 — 187, — sind in Konstanz entstanden. 

133, Wilh. Levison, Zu den annales Romani. NA, 38, 
662—664, 

Anonymus Mellicensis. 134. Paul Lehmann, Neue text- 
zeugen des Prüfeninger liber de viris illustribus (Anonymus Melli- 
censis). NA, 38,550 — 558. — spricht die Vermutung aus, Boto 
von Prüfning sei der vf. des liber in seinem älteren umfang. 

Anonymus Yalesianus. 135. Fragmenta historica ab Hen- 
rico et Hadriano Valesio primum edita (Anonymus Valesianus), a 
cura di Rob. Cessi. Rer. italicar. scriptores fasc. 114 — 115, 
tomus 24, pars 4. Citta di Castello, Lapi, — teil 1 ist nicht, wie 
angenommen wurde, ein bruchstück, sondern vollständig; die beiden 
hss. von teil 2 setzen einen gemeinschaftlichen archetypus voraus, 
er besteht aus 2 teilen, deren erster auf des Cassiodor verlorene 
geschichte der Goten zurückgeht. — bespr. B, Schm., NA, 39, 
213 — 214: F, Gabotto, Bollett. stör, bibliogr. subalpine 18, 
165—170^ 

ArcMpoeta. 136. Die gedichte des Archipoeta, hrsg. von 
Max Manitius, = Münchener texte. 6. heft. München, Callwey, 
65 s, 1,20 m, — bespr, C. Weyman, Hist. jb. 34,459—460 
Weyman, Wschr. 30,801—804; J. Huemer, ZföG. 64,986 
L. Bertalot, DLz. 34,2013; F. Pfister, ZffrzSpr. 41,169—170 
Niese, Hist.zs. 111,420—421; B, Schmeidler, Cbl, 65,888—889. 

Arnold TOn Yillanova. 137. Paul Diepgen, Studien zu 
Arnold von Villanova. Arch. f. gesch. medizin 6,380 — 391. 

S. Augustinus. 138. S. Aurelii Augustini de peccatorum 
meritis et remissione et de baptismo parvulorum ad Marcellinum 
libri 3, de spiritu et littera liber unus, de natura et gratia liber 
unus, de natura et origine animae libri 4, contra duas epistolas 
Pelagianorum libri 4. recensuerunt G. F. Vrba et J. Zycha. 
Wien, Tempsky. XX,741 s. 22 m. = Corpus script. eccles. latin. 60. 

139. G. Morin, Discours inedit de saint Augustin pour 
Tordination d'un eveque, vers 412. Revue Bened, 30,393 — 412. 



156 XX. Latein. 

140. E. Philipps Barker, A treatise of saint Aurelius 
Augustine ou the catechizing of the uuinstructed. London, Methuen. 

141. H. Pope, S. Augustine's 'tractatus in Joannem', a 
neglected classic. Americ. ecclesiast. review 49,161 — 172. 

142. Des hl. kirchenvaters Aurelius Augustinus ausgewählte 
Schriften, aus dem lateinischen übersetzt. 4. bd. vortrage über 
das evangelium des hl. Johannes übersetzt und mit einer einleitung 
versehen von Thom. Specht. Kempten, Kösel. 2 bde. XII, 408 
und IX,379 s. 7,60 m. :^ Bibliothek der kirchenväter, bd. 8 u. 11. 

143. M. Charpentier, Les confessions de s. Augustin. 
traduction fran9aise d'Arnauld d'Andilly, trhs soigneusement revue 
et adaptee pour la premiere fois au texte latin avec une intro- 
dnctiou. Paris, Garnier. XXXVI,602 s. 

144. Louis Bertrand, Saint Augustin. Paris, Fayard. 462 s. 
— bespr. P. Alfario, Rev. d'hist. et de liter. relig. 5,1 — 25; L. de 
Mondadon, Etudes 136,808—823. 

145. Louis Bertrand, Saint Augustin. Revue des deux 
mondes 6. per. 1^,721—766. 

146. Bliemetzrieder, Über s. Augustins schrift de civi- 
tate dei. Theol. quartalschrift 95,101 — 118. 

147. P. Drewniok, De Augustini contra academicos libris 
3. diss. phil. fakult. Breslau. 90 s. — weist den einfluß von Ciceros 
Academica auf Augustin nach. 

148. B. Fischer, De Augustini disciplinarum libro qui est 
de dialectica. Jena, diss. philos. fakult. 54 s. 

149. D. de Bruyne, L'Itala de saint Augustin. Rev. Bened. 
39,294—314. 

150. T. J. Barry, Augustine's psychology during his first 
period of literary activity with special reference to his relation to 
platonism. London. 90 s. 

151. F. Hünermann, Die bußlehre des hl. Augustinus, diss. 
Bonn. 80 s. 

152. H. Lesaar, Die patriotische gesinnung des hl. Augustinus. 
Hist polit. blätter 152,197—206. 

153. A.Kratzer, Die erkenntnislehre des Aurelius Augustinus. 
München, diss. 83 s. 

154. P. Berard, Saint Augustin et les juifs. These de doc- 
torat. Lyon. Besan9on, imprim. cathol. VIII,87 s. 

155. Andre Lagarde, Saint Augustin a-t-il connu la con- 
fession? Rev. d'hist, et de litterat. relig. n. s. 4,226 — 260. 

AvituS. 156. Georges Reverdy, Note sur l'interpretation 
d'un passage d'Avitus. Le moyen äge 2. ser. 17,274—277. — der 



XX. A. Mittellatein. 167 

ausdruck 'populus captivus' soll auf die Franken hinweisen, die 
Chlodwig aus der gefangenschaft des Unglaubens befreit hat. 

Roger Bacon. 157. Opera hactenus inedita Rogeri Baconis. 
fasc. 1 — 4. Metaphysica fratris Rogeri de viciis contractis in studio 
theologie, liber I. et IL communium naturalium, edidit R. Steele. 
Oxford, Clarendon press. 1910—1913. VIII,56,456 s. 15/6. — 
bespr. C. Weyman, Hist. jb. 34,450; C. Bäuraker, DLz. 35,20. 

158. R. Steele, Roger Bacon: communium naturalium fratris 
Rogeri de celestibus. lib. II. partes 5. London, Frowde. 152 s. 10/6. 

159. Otto Keicher, Der intellectus agens bei Roger Bacon. 
Festgabe f. Bäumker 297—308. 

160. P. Mandonet, Roger Bacon et la composition des 
trois 'opus'. Rev. neoscol. 1913,52—68; 164—180. 

Bartolomaeus Anglicus. 161. Art. Schneider, Meta- 
physische begriffe des Bartholomäus Anglicus. Festgabe f. Bäumker 
139—179. 

ßartolus de Saxoferrato. 162. C. N. Sidney Woolf, 
Bartolus of Sassoferrato, his position in the history of medieval 
political thought. Cambridge, University press. XXIV,414 s. 7/6. 

Beda. 163. Paul Lehmann, Die erstveröffentlichung von 
Bedas psalmen-gedichten. Zs. f. kirchengesch. 34,89 — 92. — 1512 
von Vadian in Nürnberg gedruckt. 

Benediktinerregel. 164. Beati patris Benedicti regula 
monachorum. editio manualis ad auctoritatem cod. Sangall. 94, 
cura monachorum Cavensium. Naples, M. d'Auria. VIII, 149 s, 

165. Abbe de Solesmes, Commentaire sur la regle de saint 
Benoit. Paris, Plön. YII,569 s. 10 frcs. 

Bernhard Yon Clairvaux. 166. R. Rassow, Die kanzlei 
des hl. Bernhard von Clairvaux. Stud. u. mitt. Benediktinerord. 
n. f. 3,63— 103,243— 293. — bespr. Hist. zs. 112,431: 'sorgfältige 
Untersuchung'. 

S. Bernardinus von Siena. 167. Mass. Bontempelli, 
ün oratore sacro, S. Bernardino da Siena. L'eloquenza 3,1 — 16. 

168. A. G. F. Ho well, S. Bernardino of Siena, with a 
chapter on S. Bernardino in art by Julia Cartwright. London, 
Methuen. 390 s. 10/6. 

Berengar von Tours, 169. J. A. Endres, Berengar von 
Tours. Philos. jb. 26,160—169. 

Bonaventura. 170. Ludw. Baur, Die lehre vom naturrecht 
bei Bonaventura. Festgabe f. Bäumker 217 — 239. 

171. E. Lutz, Die ästhetik Bonaventuras, nach den quellen 
dargestellt. Festgabe f. Bäumker 195 — 215. 



15S ^^^- Latein. 

172. G. Palchoriös, La pensee chr^tienne. texte et ^tudes. 
Saint Bonaventure. Paris, Bloud. VI,378 s. — bespr. E. Gr. L., 
Rev. questions histor. 48,284 — 285; E, Jordan, Rev. hiistor. 116, 
112. — etwas oberflächliche arbeit. 

Capita ageudoriim. 173. H. E. Rohde, Verfasser und 
entstehungszeit der 'Capita agendorum'. Zs. f. kirchengesch. 34, 
163 — 187. — reformvorschläge des kardinale Ailli für das Konstanzer 
konzil 1414. 

Carillina burana. 174. G. Bertoni, Intomo ai 'carmina 
burana'. Zs. f. roman. phil. 36,42 — 46. 

Caesar yon Arles. 175. G. Morin, Les statuta ecciesiae 
antiqua sout-ils de Cesaire d' Arles? Rev. Bened. 30,334 — 342. 

Gassianus von Imola. 176. F. Lanzoni, La leggenda di 
s. Cassiano d'Imola. Forli, Bordandini. 49 s. s.-a. aus La Romagna. 

Cassiodor. 177. Francesco di Capua, Cassiodoro de insti- 
tutione divinarum litterarum capitolo XV. BoUettino di filologia 
class. 19. 

178. F. Lejay, Bobbio et la bibliotheque de Cassiodore. 
Bulletin de l'anc. litter. 3,265—269. 

179. Paul Lehmann, Cassiodorstudien. Philologus 72, 
503—517. 

Catonis disticha. 180. Erich Stechert, Zum prolog der 
disticha Catonis. Rhein mus. philol. n. f. 68,155 — 156. 

181. M. Boas, De quatuor virtutibus cardinalibus, een 
middeleuwsche benaming voor de disticha Catonis. Tijdschr. 32, 
101—157. 

S. Chrodegang. 182. Heinr. Reumont, Der hl. Chrode- 
gang, bischof von Metz. Festschrift v. Hertling 202 — 215. 

Chroniken. 183. L. Halphen et Rene Poupardin, 
Chroniques des contes d'Anjou et des seigneurs d'Amboise. = 
Collection de textes pour servir a l'etude de l'hist. 48. Paris. — 
bespr. W. L., NA. 39,218—220. 

184. M. Vystyd, Die steierische reimchronik und die König- 
saaler Chronik, quellenkritische Untersuchung. Mitt. instit. österr. 
geschichtsforschung 34,218 — 295. 

185. Chroniques Liegeoises editees par Sylv. Balau. tome 1. 
Bruxelles, Kießling. XXXIV,590 s. 15 frcs. 

186. F. Lot, Encore la chronique du Pseudo-Fredögare. 
Rev. histor. 115,305—337. — bespr. B. Kr., NA. 39,548—549: 
'höchst verdienstliche arbeit'. 

187. A. Huici, Das cronicas latinas de la reconquista. 
estudios practicos de latin medioeval. tomo 2. Valencia, Mora. 
439 8. 



XX. A. Mittellatein. I59 

188. G. Girot, Chronique latine des rois de Castille jusqu'&n 
1236. Annales de Bordeaux, bullet, hispan. 15,18 — 37, 170 — 187, 
268—283, 411—427. 

189. A. Dove, Lombardische Chronisten des 13. jahrhs. 
Hist. zs. 111,1 — 14. — bespricht vor allem Sicard, Albert Milioli 
und Salimbene unter anschluß an die forschungen Holder-Eggers. 

190. Raoul Mor9ay, La cronaca del convento Tiorentino di 
san Marco, la parte piü antica, dettata da Giuliano Lapaccini. 
Arch. stör. ital. anno 71, vol. 1,1 — 29. 

191. Chronicon Kiliense tragicum-curiosum 1432 — 1717. — 
Mitt. ges. f. Kieler stadtgesch. heft 19. Kiel, Lipsius. 

Claudius Marius Victor. 192. 0. Ferrari, Un poeta 
cristiano del sec. V.: Claudio Mario Vittore. Pavia, Mattei. 76 s. 
1,50 m. 

S. Columban. 193. George Mitlake, Saint Columban and 
the school of Luxueuil. Eccles. review 49,533,552. 

194. G. Mitlake, The rule of S. Columban. Eccles. review 
49,445 — 466. — natur der regel, ihre Vorschriften und ihr ersatz 
durch den hl. Benedikt, 

Comes. 195. A. Wilmart, Le comes des Murbach. Rev. 
Bened. 30,25 — 69. — der comes, ein Verzeichnis von episteln und 
evangelien stammt aus dem ende des 8. jahrhs. und aus Murbach; 
abdruck des textes und vergleich mit anderen hss. 

Commodian. 196. J. Martin, Studien und beitrage zur 
erklärung und Zeitbestimmung Commodians. Leipzig, Hinrichs. 
VIII,142 s. = Texte und Untersuchungen z. gesch. d. altchristl. lit. 
3. reihe, 9. bd., 4. heft. — bespr. C. Weyman, Hist jb. 35,416. 

197. S. Cucco, La grammatica di Commodiano. Didaskaleion 
2,307—362. 

198. P. L. Ciceri, Di alcune fonti dell' opera poetica di 
Commodiano e di Commodiano come scrittore. Didaskaleion 2, 
363—422. 

Cresconins. 199. Paul Monceuax, Un grammairien dona- 
tiste. Journal d. savants 1913,442 — 448, 496—506, 537 — 547. 

Cyprian. 200. A. Harnack, Das leben Cyprians von Pon- 
tius, die erste christliche biographie untersucht. Leipzig, Hin- 
richs. VI, 114 s. 4 m. = Texte u. Untersuchungen z. gesch. d. 
altchristl. lit. 3. reihe, 9. bd., 3. heft. — bespr. C. Weyman, 
Hist. jb. 35,191—192; P. de Labriolle, Rev. crit. 77,91—93. 

201. Theoph. Spacil, Die neueste literatur zur Cyprianfrage. 
das resultat der durch H. Koch veranlaßten kontroversen. Zs. f. 
kathol. theol. 38,604—618. 

202. 0. Casel, Eine mißverstandene stelle Cyprians. Rev. 
Bened. 30,413—421. 



160 XX. Latein. 

203. A. Yanbeek, La penitence dans s. Cyprien. Rev. 
d'hist. et de litter. relig. 4,422—442. 

204. Rieh. Reitzenstein, Die nachrichten über den tod 
Cyprians. ein philologischer beitrag zur geschichte der märtyrer- 
literatur. S.-B. Heidelberger akad. d. wiss. philos. hist. kl. 1913. 
14. abhandl. Heidelberg, Winter. 69 s. 

205. R. Kaderschafka, Quae ratio et rerum materiae et 
genesis dicendi intercedere videatur inter Cypriani et Tertulliani 
librum de patientia. progr. gymn. Pilsen. 21 s. 

Dailte. 206. Danti Alighieri operum latinorum concordantiae 
ediderunt E. K. Rand and E. H. Wilckins. Oxford, Clarendon 
press. VIII,578 s. 30/-. 

207. Ph. H. Wicksteed, Dante and Aquinas. London, 
Dent. XII,271 s. 6/-. 

208. Gangusch, Staat und kirche nach Dantes schrift de 
monarchia. Theol. quartalschr. 95,80 — 55. 

Decretum Gelasianum. 209. J. Chapman, On the decre- 
tum Gelasianum de libris recipiendis et non recipiendis. Rev. 
Bened. 30,187—207, 313—333. 

Dicta 4 ancillarum s. Elisabeth. 210. Mich. Bihl, Des- 
criptio novi codicis dictarum 4 ancillarum s. Elisabeth et legendae 
s. Clarae continentis. Arch. Franc, hist. 6,322 — 327. 

211. Pascal. Anglade, Descriptio novi codicis dicta 4 an- 
cillarum s. Elisabeth continentis. Arch. Franc, hist. 6,61 — 75. 

S. Dominik, 212. H. D. Lecordaire, Vie de s. Domini- 
que, nouvelle edition avec notes historiques et critiques de 
A. Chauvin. Paris, Garnier. ¥111,428 s. 

Dositheus. 213. Dosithei ars grammatica. recensuit J. Tol- 
kirchen. Leipzig, Dietrich. XVIII,110 s. 3 m. — bespr. C. Wey- 
man, Hist. jb. 38,237. 

DracOlltiuS. 214. K. Reinwald, Die ausgäbe des 1. buches 
der laudes dei und der satisfactio des Dracontius durch Eugenius 
von Toledo. Speyer, humanist. gymn. progr. 108 s. — bespr. 
C. Weyman, Hist. jb. 34,933. — legt in seiner ausführlichen 
arbeit die gründe dar, die den bischof zu seinen zahlreichen text- 
lichen änderungen veranlaßten. 

215. Gius. Procacci, Intorno alla composizione e alle fonti 
di un carme di Draconzio. Studi ital. di filol. class. 20,438 — 449. 

DunH Scotus. 216. Th. Feiten, Johannes Duns Scotus 
über das werk des erlösers. Bonn. dies. 127 s. 

217. S. Beimond, Etudes sur la philosophie de Duns Scot. 
I. dieu, existence et cognoscibilite. Paris, Beauchesne. 



XX. A. Mittellatein. iQi 

218. Raymond, A propos de Duns Scot et du modernisme. 
ßev. Thomiste 1913,438— 441. 

219. Donato Zuccherelli, La cognizione nel pensiero del 
G. Duns Scoto. Studi Francesc. 1,1 — 15. 

220. T. Richard, A propos de Duns Scot et du moder- 
nisme. Rev. Thomiste 1913,207—209. 

221. Ambrog. Ridolfi, L'induzione scientifica nel pensiero 
di Scoto. Studi Francesc. 1,103—114. 

222. J. Klein, Der gottesbegriff des Johannes Duns Scotus, 
vor allem nach seiner ethischen seite betrachtet. Paderborn, 
Schöningh. XXXI,242 s. 3 m. 

Edelin von Weissenburg. 223. Hans Kaiser, Eine neue 
Überlieferung des liber possessionum Edelins von Weissenburg. 
ZGOberrhein n. f. 28,479—484. 

S. Edmond. 224. G. Kurth, Un poeme en l'honneur de 
s. Edmond de Cantorbery. Anal. Bolland. 32,5 — 9. — das ge- 
dieht eines Engländer Johannes ende des 14. jahrhs., aus cod. pal. 
lat. 443. 

Einbard. 225. H. Preble and J. Cullen Ayse, The letters 
of Einhard. — Papers of the americ. soc. of church hist. 2. ser. 
1,108—158. 

Endes V. Chateauroux. 226. F. Gratien,^ Sermons fran- 
ciscains du cardinal Eudes de Chateauroux, 1273. Etudes Francisc. 
30,291 — 347, 415—437. 

FirmicilS. 227. Julii Firmici matheseos libri VIII. ediderunt 
W. Kroll et F. Skutsch in operis societatem assumpto K. Zieg- 
ler. Fasciculus alter libros IV posteriores cum praefatione et indi- 
cibus continens. Leipzig, B. G. Teubner. LXX,558 s. 12 m. — 
bespr. C. W— n., Cbl. 65,727—728. 

S. Franziskus. 228. Commercium sacrum. Les noces mysti- 
ques du bienheureux Francois d'Assise avec madame la pauverte. 
1. traduction francaise par Ubald d'Alen^on. Paris, libr. s. Francois. 
XXII,83 s. = Nouvelle bibliotheque Francisc. 2. ser. 11. 

229. V. Walter, Franz von Assisi im licht der modernen 
forschung. AUg. evang. kirchenzeitung 1913,15 — 23, 343 — 350, 
365—371, 392—394, 414—416, 438—442, 462—468, 488—490, 
512—514, 534—536. 

230. Joh. Soergensen, Den hellige Frans of Assisi. en 
levnedskildring. anden udgave. Koebenhavn, Gyldendal. 312 s. 
1 facs. 3,75 kr. 

231. Vlastim. Kybal, Svaty Frantisek z Assisi, pokus o 
psychologii jeho zivota a smysleni. V Praze. 252 s, 

Jahresbericht für germanische philologie. XXXV. (1913.) II. Teil. H 



162 XX. Latein. 

232. Euseb. Stateczny, Rozbior krytyczny zrodel do zywota 
sw. Franciszka z Asyzy i do literatury Franciskanskiej. Poznan, 
druk. sw. Wojciecha. 587 s. 9 m. 

233. C. Mariotti, S. Francesco, i Francescani e Dante Ali- 
ghieri. Quaracchi. VII, 133 s. 1,50 1. 

234. Giuseppina Santoro, San Francesco d'Assisi educatore. 
Cittä di Castello, Lapi. 69 s. 1,25 1. 

235. Guido Mazzoni, Fioretti di San Francesco tra le mani 
di uu gesuita. Scritti in onore di ßenier 215 — 220. 

236. E. Giusto, Le retrate di San Francesco in Assisi. 
studio stor.-icouografico con 43 tavole a colori ed in nero. Milano, 
Alfieri e Lacroix. 375 s. 25 1. 

237. R. Refoule, Saint Franpois d'Assise et l'art de la 
renaissance. Memoires de la soc. agricult. d'Orleans 5. ser. 12,32 — 59. 

Frutolf von Michelsberg. 238. C. Vivell, Das breviarium 
de musica des mönclies Frutolf von Michelsberg. Studien u. mitt. 
z. gesch. d. Benediktinerord. 34,413 — 423. — im clm. 14965 und 
in der hs. Fetis 5266 in Brüssel. 

Fulcher. 239. Fulcheri Carnotensis kistoria Hierosolymitana 
1095 — 1127. mit erläuterungen und einem anhang hrsg. von Hein- 
rich Hagenme3'er. Heidelberg, Winter. X,915 s. 35 m. — 
gilt bespr. von F. B., Cbl. 65,130 — 131; Delaborde, Moyen äge 
18,253—263. 

S. Genovefa. 240. G. Kurth, Etüde critique sur la vie de 
sainte Genevieve. Rev. d'hist. eccles. 14,5 — 80. — hält die legende 
für eine völlig glaubwürdige quelle aus dem 18. jähre nach dem 
tode der heiligen. — bespr. B. Kr., NA. 39,215—216. 

241. J. Depoin, La vie de sainte Genevieve et la critique 
moderne. Rev. d. etudes hist. 78,51 — 56. — übersieht über die 
bisherigen forsch ungen und Zustimmung zu den ergebnissen Künstle s. 

Gerard YOn Czanad. 242. J. A. Endres, Gerard von 
Czanad. Philos. jb. 26,349—359. 

Gesta. 243. Siegm. Hellmann, Zu den gesta episcoporum 
Tullensium. NA. 38,670 — 673. — die Haager hs. ist schlecht und 
gekürzt; wo Nancy und Paris übereinstimmen, ist deren fassung 
in den text zu setzen; nur wo beide unabhängig voneinander inter- 
polieren, behält Haag seinen wert. 

144. Siegm. Hell mann. Zu den gesta Treverorum. NA. 38, 
451—468. 

S. Gildas. 245. Andre Oheix, Notes sur la vie de saint 
Gildas, s.-a. Bullet, de la soc. archeol. de Nantes 54. 37 s. 

Godefroid de Fontaines. 246. A. Pelzer, Godefroid de 
Fontaines. les manuscrits de ses quodlibets conserves k la Vaticane 



XX. A. Mittellatein. 163 

et dans quelques autres bibliotheques. Rev. neo-scolast 20,365 — 387, 
491—532. 

247. M. de Wulf, L'intellectualisme de Godefroid de Fon- 
taines d'apres le quodlibet VI, qu. 15. Festgabe f. Bäumker 
287—296. 

Gregor d. gr. 248. W. Stuhlfath, Gregor I. d, gr. sein 
leben bis zu seiner wähl zum papste nebst einer Untersuchung der 
ältesten viten. Heidelberg, Winter. X,112 s, 3 m. = Heidel- 
berger abhandlungen z. mittleren u. neueren gesch. 39. — wichtig 
besonders der 3. teil, der die ältesten biographien des papstes einer 
kritischen durchsieht unterzieht, s. 98 — 105 abdruck der vita 
Gregorii von Paulus. 

249. V. Stella, I 'dialoghi' di s. Gregorio magno nella 
storia del latino. saggio filologico. Cava de' Tirreni, E. di Mauro. 
131 s. 1 1. 

Gregor von Tours. 250. Zehn bücher fränkischer ge- 
schichte von bischof Gregorius von Tours, bd. 2. hrsg. von 
S. Hellmann. = Geschichtschreiber der deutschen vorzeit, 9 bd., 
1. hälfte. Leipzig, Dyk. VII,312 s. 5,50 m. 

251. Gregoire de Tours, histoire des Francs, texte des manu- 
scrits de Corbie et de Bruxelles, publie par Henri Omont et 
Gaston Collon. nouvelle edition par Rene Poupardin. Paris, 
Picard. XXX,501 s. = Collection de textes pour servir ä l'etude 
de l'histoire. fasc. 47. — bespr. P. Allard, Rev. questions histor. 
48,281—282. 

252. Gregor af Tours, Frankerkroniken. ved J. P. Jacobsen. 
1. teil. fasc. 1 — 5. Schonberg. 376 s. 1 taf. 4 kr. 

Robert Grosseteste. 253. Ludw. Baur, Das licht in der 
naturphilosopie des Robert Grosseteste. Abhandlungen, v. Hertling 
gewidmet 41 — 56. 

Guibert de Tournai. 254. Le traite: eruditio regum et 
principum de Guibert de Tournai. texte inedit et etude par A. de 
Poorter. Louvain, instit. superieur. = Les philosophes beiges tome 9. 
XV,91 s. 4 m. 

Helena von Ungarn. 255. R. Fawtier, La vie de la 
bienheureuse Helene de Hongrie. Melanges d'archeologie 33,1 — 23. 

Heinrich Institoris. 256. H. Wibel, Neues zu Heinrich 
Institoris. Mitt. inst. f. österr. geschichtsforsch. 34,121 — 125. 

Heinrich der taube. 257. Ludw. Steinb erger, Kleine 
beitrage zur lebensgeschichte Heinrichs des tauben, des Verfassers 
der sogenannten chronik des Heinrich von Rebdorf. NA. 38, 
625 — 642. — 40 urkundenregesten von 1339 — 1386. 

11* 



164 XX. Latein. 

Heliliaud von Froidmout. 258. Hans Hublocher, H